Hallo mal wieder! Lange
ists her und es ist auch schon wieder super viel passiert, seitdem
ich das letzte mal gebloggt habe – zum Beispiel Urlaub haben und
Weihnachten in China. Da ich nicht wieder so viel Zeit aufwenden
will, es aber wohl werde tun müssen, fang ich gleich mal ohne
Umschweife beim folgenden Tage an. :)
TAG 105 Sonntag
07.12.2014
Sonntag Mittag war ich mit
Yu Yan 雨嫣 vegetarischen
Hotpot in einem Restaurant hier auf dem Campus essen. War super
scharf und super heiß, aber sehr sehr lecker und umfangreich.
Nachdem wir uns wieder mal über alles mögliche unterhalten haben,
machten wir uns wieder auf dem Weg, quatschten in der Lobby meines
Wohnheims noch ein Weilchen über deutsche, chinesische und spanische
(sie lernt Spanisch) Schimpfwörter. Das war witzig.
Danach sind Anna und ich
zusammen mit der U-Bahn in zentrumnähere Regionen Beijings gefahren
und haben und irgendwo mit Philipp und Stefan getroffen, der ja an
dem Wochenende noch da war, an dem Sonntag aber schon wieder gehen
musste. Wir gingen gemeinsam zum Beihai Gongyuan 北海公园,
dem „Park am nördlichen See“. Der kleine See befand sich
nord-westlich von der verbotenen Stadt und in des See Mitte befand
sich eine kleine Insel, erreichbar über eine Brücke. Doch bevor wir
dorthin kamen, gelangten wir noch zufällig an einer Hutong-Siedlung
(胡同 Hutong) vorbei.
Hutongs sind ganz spezielle Gassen, die es nur in Beijing zu geben
scheint. Gekennzeichnet durch besondere Enge sind Hutongs kleine
Häuser, von denen meist je 4 einen kleinen, gemeinsamen Hinterhof
besitzen. Die meisten Hutongs von Beijing sind über 700 Jahre alt
und sind ein sehr charakteristischer Bestandteil des „alten“
Beijings. Da kamen wir jedenfalls vorbei. Der Eingasng sah so
interessant und versteckt aus,d ass wir uns einfach mal reinbegeben
haben. Man könnte auch reingeschlichen sagen, denn es war fast keine
Menschenseele dort zu finden und man fühlte sich, als würde man
einbrechen. Jedenfalls sahen wir uns dann dort ein bisschen um,
machten hier und da ein repräsentatives Bild und huschten wieder
raus, bevor ein verrückter Chinese uns noch abgeknallt hätte. :D
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wie gesagt nicht das schönste Hutong, aber immerhin eins |
Nachdem wir uns
sattgesehen haben (gibt auch sicherlich viel schönere und bessere
Hutongs), machten wir uns weiter auf zum Beihai-Park. Dort angekommen
haben wir uns lange und schön umgesehen, sind erstmal am Rand des
Sees entlangelaufen und dann auf die Insel. Zwar war das Wetter
unsagbar kalt und in/am/auf dem See war es nochmal 5 mal schlimmer,
der Anblick und die relative Ruhe dagegen waren aber echt toll.
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| so eindrucksvoll und wunderschön... |
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| die große weiße Pagoda ("Dagoba") |
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| hat die Chinesin die wir gefragt haben doch gut gemacht, oder? :) |
So, drinnen. Dort ging es
dann weiter nach oben zur „White Dagoba“. Wir haben uns erst
köstlich totgelacht, weil das weiße Teil ganz oben natürlich eine
Pagode (engl. pagoda) ist und man sich hier offenbar übel
verschrieben hat, doch dieser „Schrebfehler“ tauchte überall auf
und auf einer Postkarte, die bald jemand bekommen wird, steht das in
der Beschreibung auch („The imposing White Dagoba […] is a
Lamaist padoga“). Verrückt.
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Glaubende hängen an solch religiösen Orten immer sehr viele solcher Glücksbringer auf. sieht super schön aus wie ich finde :) |
Wir jedenfalls setzten unseren Weg
nach oben fort und währen die Luft kälter, der Wind stärker und
die Finger tauber wurden, machten wir alle fein Bilder, denn die
typisch chinesischen Häuser waren wirklich wunderschön anzusehen.
Hier jetzt noch ein paar andere Bilder bis wir dann schließlich oben
waren. :)
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| wie auch hier zu sehen ist. |
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wunderschöne Verzierungen wie diese finden sich fast immer an den Dachkankten solcher Tempelhäuser |
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| alles dort sah einfach so schön aus. so farbintensiv. |
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| oben angekommen! |
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| schick, oder? ;) |
Dort oben haben wir uns
dann noch ein bisschen aufgehalten, Postkarten gekauft und auf dem
Weg nach unten haben Anna und Stefan sich von einem Mann ein
Scherenschnitt-Profil machen lassen. Das Bild von Annas könnt ihr hier nun sehen. Totalst unterkühlt und sterbend sind wir dann
recht fix wieder gegangen, weil die Kälte durch das Rumstehen
unerträglich geworden ist und wir eh Hunger hatten. Wir ließen uns
mit dem Taxi dann zur Wangfujing 王府井
fahren, der riesigen Shoppingstreet im Zentrum Beijings. Dort
verließ uns Anna mal wieder wegen anderweitigen Plänen und Stefan,
Philipp und ich zogen noch ein bisschen zu dritt rum. Fast wie
damals, ganz am Anfang, als wir hier nur zu dritt waren. Ich habs
bestimmt schonmal irgendwo geschrieben, aber ich vermisse diese Tage
total. Da war alles lustig und man hatte gar keine Verpflichtungen
und alles war so neu und vorallem ultra witzig mit Stefan! Jedenfalls
gingen wir dann fix irgedwo rein, suchten uns ein Restaurant, aßen
und haben noch ein wenig über die DAAD-Veranstaltungen der beiden an
dem Wochenende weitergequatscht. Nachdem wir mit Essen fertig waren,
gammelten wir noch ein wenig im Foreign Language Book Store rum und
danach musste der gute Stefan und wieder verlassen und seinen Zug
zurück nach Jinan 济南 nehmen.
Ich werd dich mal besuchen kommen!
Philipp und ich streiften
dann ncoh ein Weilchen draußen rum, froren und fuhren dann heim.
Dort war dann an dem Abend nicht mehr viel Aktion am Start.
TAG 106 Montag
08.12.2014 und TAG
107 Dienstag 09.12.2014
Die
beiden Tage vor dem Urlaub mit Philipp waren so nahezu ereignislos,
dass ich sie denke ich in ein paar Sätzen zusammenfassen kann. Am
Montag habe ich meine 2. Yuedu-Prüfung 阅读考试
(Lesen) wiederbekommen. Beim 1. Mal hatte ich 51%,
dieses mal 84%. Da nur das bessere Ergebnis zählt, waren meine
Prüfungen jetzt mit 84, 80, 87 und 99% im Durchschnitt doch noch
ganz gut würde ich sagen. :P
Den
Rest des Tages (so wie den Großteil des Dienstages) habe ich damit
verbracht zu packen, ein Taxi für Mittwoch nachts um 3 zubestellen
das uns zum Flughafen fährt, zu lesen, Hausaufgaben zu machen und im
Bett rumzugurken. Ansonsten haben Philipp und ich uns am Dienstag mit
Xianying 仙英,
der einen Koreanerin aus unserem Kurs zum Mittagessen verabredet. Da
Xianying sich auf ihre Law School Prüfung vorbereiten muss und
vorher/dabei noch auf Jobsuche gehen muss, musste sie China eher
wieder verlassen und ihren Pflichten in Süd-Korea weiter nachgehen.
Xianying flog an dem Donnerstag wieder zurück und da Philipp und ich
ja Mittwoch Nacht wegflogen, war das der letzte Tag, an dem man sich
gemeisnam treffen/sehen konnte. Zwar haben wir beide nicht sonderlich
viel mit ihr gemacht,sie war aber dennoch eine der wenigen in unserem
Kurs die doch lustig waren bzw. mit der ich mich recht gut verstanden
und ab und an was gemacht habe. Nachdem wir uns noch etwas über die
zukünftigen Pläne der jeweils anderen unterhalten und schön
gegessen haben, machten wir uns zurück zum Wohnheim und
verabschiedeten uns. Von Jindi kenne ich ja schon das Gefühl eine
gute Freundin für sehr lange zu verabschieden, aber da Jindi in
Deutschland sein wird wenn ich zurückkomme, zweifle ich nicht daran,
sie wiederzusehen. Xianying allerdings werde ich wohl nie wieder
sehen. Und das war schon arg traurig. Ich hasse Verabschiedungen.
Den
Rest des Dienstages lag ich im Bett und hab geweint. Haha, nein. Aber
traurig war es wirklich. Ich lag den restlichen Tag im Bett, habe
gelesen und bin so gegen um 9 schlafen gegange, weil ich ja dann um
halb 2 schon wieder aufstehen musste. War ganz schön schwer so früh
schlafen zu gehen ….
TAG 108 Mittwoch
10.12.2014
So, wie ihr das ja schon
von dem Blogeintrag von Xi'an kennt, werden die nächsten Tage wieder
lange und ereignisreich und deswegen wird wieder jeder Tag einzeln
beschrieben. Fangen wir also an!
Nach einer mehr oder minder
schlafreichen Nacht stand ich auf, hab meine Sachen zu Ende gepackt
und dann sind Philipp und ich totmüde mitten in der Nacht los. Am
Osttor angekommen stand auch schon unser Taxi bereit. Super warm wars
da drin und obwohl dr Fahrer uns kurz vor 3 als Zeitpunkt vorschlug
(ich sagte ihm, wire wollen um 4 am Flughafen sein), waren wir nach
nicht mal 20 Minuten um 3:15 Uhr schon da. Er hatte wohl vergessen,
dass um diese Zeit kein einizges Auto draußen rumfährt. Egal. Wir
suchten uns dort noch ein bisschen was zu Essen, tranken nen
Tee/Kaffee und dann holten wir unsere Tickets ab und machten uns auf
ins Flugzeug. Aus mir rational nicht erklärbaren Gründen hatte ich
dann totale Angst davor bekommen, mit einem chinesischen Flugzeug zu
fliegen. Zwar kommen Zugunfälle in China viel häufiger vor als
Flugzeugunfälle, und das Flugzeug selbst wurde auch gar nicht in
China hergestellt, aber dennoch war mein unwiderlegbarer Zweifel an
fast allen Produkten von und in China groß genug, um mich doch
tatsächlich in richtige Panik zu versetzen. Normalerweise hab ich
auch so beim Fliegen immer etwas Angst, besonders beim Start und der
Landung, aber an diesem Morgen war es wirklich schlimm. Verschlimmert
wurde das dann auch noch durch den Umstand, dass der Smog an dem
Morgen in Beijing wohl so extrem war, dass unser Flugzeug sage und
schreibe 2 Stunden später erst losfliegen konnte und ich bis dahin
ununterbrochen dagesessen habe, übelste Angst vorm Start hatte und
unwissend war, wann es denn losgeht. Hilflos saß ich also da und
versuchte einfach zu schlafen. Als es dann „endlich“ losging,
wurde es noch schlimmer. Das Flugzeug wurde schneller, schneller,
flog los und ich konnte nicht tun außer mich auszuheulen während
Philipp ziemlich ratlos danebengesessen und mir den Rücken
getätschelt hat.Nach etwa einer halben Stunde war der kleine
Nervenzusammenbruch, dessen genauen Ursprung ich immernoch nicht
kenne, vorbei war und ich mich anderweitig habe beschäftigen können.
Allerdings nicht mit aus dem Fenster gucken, denn direkt neben uns
war eine der beiden Turbinen und die wollte ich wirklich nicht sehen.
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| da hatte ich noch Kraft und Lust, mild zu lächeln, das war aber bald vorbei.. |
 |
| danke Smog, ich hasse dich. |
Mit 2 Stunden Verspätung
sind wir dann gegen 12 Uhr mittags in Guilin gelandet und nachdem wir
uns erstmal einiger Klamotten entledigt haben (dort waren es dann so
+12 Grad, in Beijing -3 ungefähr), begaben wir uns kurz raus an die
frische Luft. Und auch wenn Guilin Smogproblemchen hat, hat man den
Unterschied sofort gemerkt. Die Luft war dort wegen den Flüssen so
unheimlich feucht, dass der Boden aussah, als hätte es gerade
geregnet. Wirklich schön, wenn man aus dem dreckigen Beijing kommt,
dessen Luft entweder giftig oder so trocken ist, dass die Haut
anfängt völlig auszutrocknen. Meine Ohren und mein Hals fühlen
sich schon an wie alte Pfirsische. Da ist die Luft man eine gute
Abwechslung und hilfreich zugleich. :D
Wir kauften uns dort
notgedrungenerweise Pommes bei KFC, was ungefähr gegen all meine
Essensprinzipien verstößt, aber wenn man die Wahl zwischen 100 Yuan
Speisen in übrteuerten Flughafenrestaurants und Pommes bei KFC hat,
nimmt man halt das. Logisch. Nachdem ich mal wieder was im Magen
hatte, kauften wir uns Tickets für einen Bus, der uns direkt vom
Flughafen nach Yangshuo 阳朔,
unserer Residenz für die kommenden Tage, brachte. Währrend der
Fahrt haben Philipp und ich noch einen namenslosen Australier
kennengelernt, der zwar recht nett und witzig war, für meinen
Geschmack aber ein bisschen zuu oft „fuuuck“ und „fuckin' …“
gesagt hat. Dieses dreckige Englisch macht Leute irgendwie immer ein
bisschen weniger sympathisch, aber okay.
Dann gegen Dreiviertel 3
in Yangshuo am Nord-Busbahnhof angekommen, wurden wir erstmal ohne
Unterlass von Leuten angequatscht, ob wir „Bamboo Boat“,
„Motorbike“, „Taxi“ oder sonst was machen oder fahren
wollten. Tja, zwei blonde Ausländer lässt halt keiner in so einem
Ort wortlos an sich vorbeigehen. Yangshuo ist ja, wie ich euch im
letzten Blogeintrag erzählt habe, durch seine extrem besondere und
schöne Landschaft bekannt und Yangshuo ist wegen der Vielzahl an
ausländischen Touristen einer der Orte in China, in dem der Anteil
an (tlw.) englisch-sprechenden Chinesen mit am höchsten ist. Was für
ein Glück für uns… Wir waren keine 3 Minuten dort und wurden
bestimmt 20 Mal angesprochen und während wir uns an einer Ecke
beredeten, wie wir denn zu unserem Hostel kommen (klar, noch besser,
2 Ausländer mit Reiserucksäcken stehen herum und beraten sich mit
dem Handy, wo es lang geht), kamen im Sekundentakt Männer an und
wollten uns irgendwas aufschwätzen oder standen danach einfach neben
uns rum und schauten uns wortlos zu wie wir uns berieten. Bisschen zu
viel Aufmerksamkeit für meinen Geschmack, aber es sollte in den
kommenden Tagen noch extremer kommen, passt nur auf! Wir fanden
schließlich herauf, wie es zum Hostel ging und müde und erschhöpft
machten wir uns auf den Weg durch Yangshuo und sahen (wie auch schon
auf dem Weg dahin im Bus) die faszinierenden Berge, die sich überall
um uns herum wie aus nichts hervorgehoben zu haben schienen.
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| die ersten Eindrücke der Stadt... |
 |
| ... waren wirklich unfassbar tool! |
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den obligatorischen deutschen Bierladen gabs natürlich auch wieder. |
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| wahnsinnig schön :):) |
Unterwegs
schländerten wir noch hier und da herum, verirrten uns in einem
kleinen parkähnlichen Wohngebiet, kehrten um, rasteten, nahmen die
Umgebung auf (die im Zentrum der Kleinstadt übrigens genauso
hecktisch und laut war wie in Beijing) und gingen weiter. Wir
gelangten an ein Ufer der Li Flusses (漓江
Jiliang) und ließen uns dort nochmal kurz zur Ruhe.
Ein Fluss. Im Hintergrund Bäume und Wald. Nochmal dahinter hohe
Berge und dann nichts. Anblicke die man in Deutschland schnell mal
sehen kann, die einem, wenn man in Beijing lebt, aber gänzlich
entbehrt bleiben. Dort war es dann auch schon etwas ruhiger.
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| Stadtrand, Ufer des Li Flusses |
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| irgendwie finde ich dieses Bild total schön :) |
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| die Stille und der Ausblicken waren einfach traumhaft |
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| PA NO RA MA ! |
Dort
trafen wir dann wieder unseren coolen Australierfreund, der uns,
während ich versuchte die Natur zu genießen, davon erzählte, wie
er durch die Welt reist und in Unisexhosteln residiert in der
Hoffnung, dort „hot chicks“ aufzufinden, die er dann … ja,
sagen wir „lieben“ kann. Cool cool cool. Er begleiteter uns dann
noch ein wenig, verabschiedete sich dann aber am Straßenrand und
ging seiner Wege. Tschau! Philipp und ich machten alleine weiter. Das
Hostel war über 3 km von der Bushaltestelle entfernt und nachdem man
die Stadt verlassen hatte, musste man noch ein paar Hundert Meter
eine überdachte Straße entlang gehen und danach kam nichts mehr
wirklich. Die Straße war ungesichert und ohne Laternen. Sie verlief
direkt am Fluss entlang und auch wenn sie mir etwas gefährlich
wirkte, war sie doch unheimlich schön, denn durch die riesigen
Bambuspflanzen und das Gestrüpp konnte man immer den rauschenden
Fluss hören, die Blätter rascheln hören, die Berge sehen und die
jetzt wirklich vollkommen saubere Luft riechen. Wir liefen noch
weitere 15 – 20 Minuten und kamen schließlich an.
Das
Hostel, das von außen ganz schlimm aussah und mich schon zum meckern
veranlasste, sah von innen total toll, sauber und speziell aus. Wir
checkten ein und wurden dabei super lieb von Jane, der Chinesin, die
uns die kommenden Tage beim Organisieren geholfen hat. Danach ging es
erstmal aufs Zimmer, duschen und ein bisschen ausruhen. Es war
mittlerweile schon später Nachmittag geworden.
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erster Blick auf das Hostel und ich dachte mir nur: "oh Gott, wo zum Teufel sind wir nur gelandet?" |
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| einmal angekommen, fand ich es aber ganz und gar nicht mehr beunruhigend dort. |
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| der Ausblick auf der Terrasse war wirklich ... naja, ihr seht es ja selbst. super schön!! |
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das Bad sowie das kleine Schlafzimmer waren auch sehr sauber und gemütlich |
Das
Zimmer an sich war sehr schick, Problem allerdings war, dass es keine
Heizungen gab und auch wenn dort in den folgenden Tagen immer so 3-13
Grad waren, ist es immerhin Dezember (gewesen) und die Luft war
unheimlich feucht. Die Klimaanlage allerdings kommte man auf 30 Grad
stellen. Die war auch, wenn wir im Zimmer waren, immer an und auf 30
gestellt. Zwar hat sie den Raum geheizt, aber nicht ausreichend. Wir
packten in Ruhe aus und danach machten wir uns runter in das
„Wohnzimmer“, wie ich es nennen werde. Das war der Ort, wo man
Essen und Trinken bestellen, Bier trinken, quatschen oder in den
vielen Sofas herumgammeln konnte. Dort haben wir uns erstmal den
vegetarischen Burger und die vegetarische Lasagne bestellt, die okay
bis sehr gut waren. Währenddessen haben wir dann einen Plan für die
kommenden Tage aufgestellt und uns dabei eben von Jane beraten
lassen. Nachdem wir lange geredet und überlegt haben, kamen wir zu
dem Entschluss, am Donnerstag zu einer Tee-Plantage zu fahren und den
restlichen Tag das Zentrum Yangshuos zu erkunden, am Freitag die
Fahrt auf dem Fluss Li zu unternehmen und am Samstag irgendwas
anderes tagsüber zu machen und abends die hier sehr berühmte
Lichtershow auf dem Fluss anzusehen. Doch dazu komm ich in den
folgenden Abschnitten noch jeweils genauer. Die auf uns zukommenden
Finanzen plus wie wir jeweils hin- und zurückkommen und anderen
Nebenausgaben hab ich ab dem Tag dann auch angefangen zu
dokumentieren. Das allerdngs hätte ich lieber nicht getan...
Da es
dann, nachdem wir unseren Plan vervollständigt und gefestigt hatten,
schon recht spät geworden war, entschlossen wir uns dazu, nicht mehr
rauszugehen bzw. -fahren (man kann hier Fahrräder mieten) und
stattdessen den restlichen Abend in unserem Doppelzimmer zu
verbringen. Nachem wir dort noch ein bischen gequatscht hatten, sind
wir auch schon so gegen halb 10 eingeschlafen, immerhin gab es jede
Menge Schlaf nachzuholen! Nacht!
TAG
109 Donnerstag 11.12.2014
Wir
sind um 8, nach guten 10 Stunden Schlaf aufgewacht und nachdem wir
uns fertiggemacht hatten, ging es runter zum Frühstücken. Ich hab
ja ganz am Anfang mal erzählt, dass die Bettn hier so super hart
sind und mein Wohnheimbett besteht aus einer Holzplatte auf der eine
4 cm dicke Matratze und darauf noch eine Pufferdecke liegt, das wars.
Das Hostelbett war groß, weich, hatte eine beheizbares Laken und man
merkte den Unterschied nach einer Nacht sofort. Alles viel wenigr
verspannt und bequemer. Ach, da freu ich mich in Deutschland wieder
drauf...
Also,
wir frühstückten und hatten gegen um 10 ein Tax bestellt, dass uns
in die Berge auf eine Teeplantage fährt. Das Taxi kam und es ging
die verwundene Straße immer weiter hinauf. Schon auf dem Weg dahin
hatten wir eine wahnsinnig tolle Aussicht. In dem gesamten Gebiet um
Yangshuo herum werden Millionen und Milliarden Kumquat-Bäume
angepflanzt und da ja momentan Winter ist, werden sie abgedeckt um so
vor der Kälte, Regen und Schnee geschützt zu sein. Das werdet ihr
auf den kommenden Bildern auch sehr sehr sehr oft und viel sehen. Hat
zwar die Aussicht auf unnatürliche Art und Weise verändert, hatte
aber auch was spezielles, es lohnt sich also genau hinzusehen! :)
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| hier genauer zu sehen: all die abgedeckten Kumquat-Bäume. |
 |
| Eingangsbereich der Teeplantage :) |
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Ausblick, den man hatte, nevor man die Plantage betrat, all die weißen Flecke auf dem Boden sind eben beschriebene Kumquat-Bäume. |
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fand ich ganz besonders niedlich: "茶园是我家,爱护靠大家" - Bedeutung: "Die Teeplantage ist mein Heim, bei der Pflege verlasse ich mich auf alle." sooo süüüß!! |
So,
oben abgekommen fanden wir heraus, dass es keine Führung für uns
geben wird, da momentan einfach zu wenig los ist und sie das für 2
Leute nicht machen. Im Nachhinein war das eine super Entscheidung von
denen, denn so konnten Philipp und ich völlig alleine da hochgehen
und uns in Ruhe umsehen, Bilder machen, die folgenden Ausblicke
genießen und ohne Zeitdruck rumsitzen. Wir gingen erstmal die paar
Meter den Weg hoch um dann um eine Ecke abzubiegen, die uns die
Teeplantage offenbarte. Vorher konnte man noch auf ein kleines Dach
steigen und dort hat Philipp ein paar Bildchen gemacht.
PS:
von den Urlaubsbildern sind auch viele viele von ihm dabei. Wegen
Copyright und so... ;)
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| Ausblick vor der Plantage 2.0 |
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| Ausblick mit Thomas |
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| Ausblick mit Thomas und Philipp |
Danach
bogen wir um die Ecke und sahen die mehr oder minder große
Teeplantage. Sicher nicht so grasgrün wie im Sommer, dafür aber
komplett Menschenleer. Das Nachteil, im Winter in den Süden zu
reisen: kalt. Der Vorteil: trotzdem noch unglaublich schön und keine
Menschen. Gute Entscheidung gewesen. Zwar war es kalt und windig da
oben, aber die unendliche Ruhe und Abwesenheit sämtlicher Menschen
war so schön, so selten geworden, dass ich erst dort richtig gemerkt
habe, dass mir das in Beijing unglaublich gefehlt hat. Man konnte um
sich schauen und hat weit und breit keine Menschen Seele wargenommen.
Auch dann, als wir die Teeplantage weiter hochgegangen und zu einer
Art Aussichtspunkt gekommen sind, kommte man kilometerweit in die
Ferne bis zu den Bergen sehen und alles was man sah war Landschaft,
Natur, Wald und hier und da ein paar kleine Häuser/Dörfer. Super
toll und freidlich!
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| das war sie nun - die Teeplantage. ruhig, still und sehr schön anzusehen! |
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| auf meinem Weg hoch zu dem Hügel |
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Blick von dem Hügel auf die Plantage. übrigens ist Philipp irgendwo auf diesem Bild, wer Lust hat und seine Augen testen will, darf und soll das Bild anklicken und ihn bitte suchen. :P |
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zur selben Zeit als ich ihn fotographierte, machte er ein Bild von mir oben auf dem Hügel. seht bitte genau ihn und ihr werdet mich erkennen - gaaanz oben! :P |
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das war dann der unfassbare Ausblick auf die Umgebung. Hügel, Felder, Häuschen, Berge und Bäume so weit das Auge reichte. und wenn man auch hier wieder genauer hinsieht, kann man ganz schwach am Horizont die vielen vielen ganz hohen Berge erkennen! |
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hier sieht man die Berge noch ein wenig besser am Horizont. seht genau hin, die waren überall! |
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| unendlich schön war es dort... |
Und
natürlich hab ich mich gleich ganz professionell von Philipp
fotographieren lassen. Das Beste vom Besten halt...
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| fragt mich nicht, was ich da getan habe, aber ich finde, es sieht witzig aus! |
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hier, auf diesem Bild wurde ich von einer Biene angegriffen, die man sogar bei meinem Rücken sehen kann! ich fand das nur so semi-witzig und Philipp nutzte, gemein wie er ist, den Moment, um es fotographisch festzuhalten. :D |
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auch hier ist mir wieder unklar, was ich getan habe, aber allen in allem finde ich das Bild ziemlich cool. liegt wohl aber auch stark an der Qualität von Philipps Camera und dem Hintergrund. :D |
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| hier gab es dann auch mal ein schönes Bild von mir... |
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...und weil Philipp, der Langweiler, halt keine eigenen Einfälle hat, gibts dasselbe Bild auch noch mit ihm. :D |
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dieses Bild wirkt zuerst evtl. unspektakulär, aber einen derartigen Boden, einfach unbearbeitet und natürlich findet man fast nie in China. |
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| cooler, schräger Pavillion |
Wirklich
toll, oder? Noch wichtig zu erwähnen ist, dass ihr lieber einen
genaueren Blick auf den Horizont werfen solltet, denn dort sieht man
die Massen an Bergen die dort überall standen. Durch den Dunst der
Flüsse und die Luftfeuchtigkeit schwer zu sehen, aber dennoch da und
wunderschön!
Nachdem
wir uns überall umgesehen hatten und so 2 Stunden ins Land gegangen
sind, kamen wir wieder zurück und wollten eigentlich wieder fahren,
als man uns sagte, dass zum Eintrittspreis von 50 Yuan noch eine
Teezeremonie inbegriffen war. Da sagten wir nicht nein! Da momentan
ja low-season war, gab es die Tezeremonie sogar nur für uns beide,
ohne andere. Noch besser. Zwar ist das bei weitem nicht die 1.
Teezeremonie an der ich teilgenommen hatte, aber dennoch war es wie
imemr sehr schön den fähigen Händen der Frau zuzusehen, wie sie
das Wasser, die Teeschälchen und das Zubehör vorbereitete und uns
die Zeremonie gab. Wir probierten 3 4 Teesorten aus, darunter alle
hier auf der Plantage angebaut. Schwarzer (in China roter) Tee,
grüner Tee, 市花茶 (Shihuacha;
shi steht für Stadt,
hua für Blume und cha
ist Tee – Tee, der aus der „Stadtblüte von Guilin“ gemacht
wurde und wohl einfach eine dort übliche Pflanze ist) gab es
zu kosten. Sehr toll, wirklich. Vorallem wenn man draußen sitzt,
diese überwältigende Aussicht hat und dann in der frischen
Winterluft heißen, guten Tee trinken kann.
 |
| Philipp kann sooo schön fotographieren. ich bin so neidisch! |
 |
das ist der sogenannte Tee der Stadtblüte von Guilin. super schön und super lecker! |
 |
| Teeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee |
So.
Nach der Zeremonie kauften wir uns noch ein bisschen Tee dort und
fuhren wieder zurück zum Hostel. Dort zogen wir uns kurz um,
rasteten ein halbes Stündlein und mieteten uns dann an der Rezeption
Räder um in der Umgebung herumzuradeln.
 |
| unsere gemieteten Räder :) |
 |
| Blick auf das Hostel von "gegenüber" |
Wir
wollten eigentlich in die Stadt, sind dann aber vorher noch ein wenig
in die andere Richtung gefahren und haben uns dort überall ein wenig
umgesehen. Als Kind bzw. junger Spund habe ich den Gedanken total
langweilig gefunden, einfach nur in die Natur zu fahren. Klang für
mich immer ziemlich langweilig und ereignislos. Jetzt, nach mehreren
Monaten in China und vorallem in Beijing, der wahrscheinlich
unnatürlichste Ort des gesamten Landes, kann ich gar nicht mehr
genug von Ruhe und Natur bekommen. Das Plätschern eines kleinen
Teichs, das Tapsen eines Hundes, der um uns herumlummerte, das leise
Gequatsche von 2 chinesischen Omis, die Kumquats nach Hause trugen,
das Rascheln der Blätter, der Geruch von Erde, die Ruhe der Natur.
Klar ist Beijing spannend und aufregend und erlebisreich, aber es
gibt keinen Rückzugsort, und auch wenn es in meinem Zimmer leise und
ruhig ist, so ist es doch ein karkes Zimmer inmitten eines gigantisch
großen Kolosses an Stadt, über und über von Beton und Menschen.
Hier hab ich endlich wieder etwas gespürt war ich schon lange nicht
mehr hatte – das Gefühl von Freiheit. Man fühlt sich in Beijing
immer ein wenig eingeengt. Ich denke, jetzt, nachdem ich schon sehr
oft zur Rushhour in Beijing U-Bahn gefahren bin, kann ich
nachempfinden, wie sich Rinder im Schlachthaus fühlen, wenn sie
wahllos zusammenpefrecht werden. Nun ja, so viel zur Gefühlslage.
 |
| kleiner Teich im Nirgendwo |
 |
| Hundibundi!!! |
 |
| die Kumquat-Omas :):) |
Wir
fuhren dann noch ein Weilchen herum, erblickten eine Schule, die 5 6
riesige Berge direkt dahinter hatte. Dort hielten wir wieder mal ein
bisschen an, sahen uns um und fotographierten alles, auf dass es nie
vergessen wird. Danach machten wir uns auf den Weg in die Stadt und
als wir die Straße vom Hostel zum Zentrum entlangfuhren, hielten wir
nochmal dort an, wo der geile Australier uns am vorherigen Tag
verlassen hat. Dort, an dieser Stelle, ging es eine Trepe hinunter
zum Ufer, an dem mehrere Schiffe, darunter auch ein relativ großes,
Anker gelegt hatten. Philipp war die Kletter-/Krabbelpartie zu blöd,
er meinte es gäbe schönere Orte, aber ich wollte über die großen
Steine ein paar Meter am Ufer entlangkrabbeln. War jetzt auch kein
riesen Ding, aber ich fand es irgendwie toll, so in der Natur über
Steine zu steigen, sich an Ästen festhalten zu müssen. Einfach
bisschen in der Natur sein.
 |
| Treppe von der einsamen Straße zum Ufer |
 |
| BOOOOOOOOOOOOOOOOOOTEEEEEEEEE |
 |
Anker. Ich hab noch nie nen Anker in Real gesehen fällt mir gerade auf.... cool! ich finde das Bild sehr schön irgendwie. |
 |
| Blick von der Akerstelle aus. einfach toll... |
Danach
fuhren wir den Rest der Strecke in die Stadt und guckten uns dort das
erste Mal ein wenig genauer um. Die Stadt war wirklich unheimlich auf
Touristen eingestellt. Überall internationale Restaurants; deutsche,
amerikanische, thailändische, vegetarische und und und, fast alle
Restaurantmitarbeiter sprachen englisch und natürlich wimmelte es
überall von Leuten, die einem eine Tour auf dem Fluss, eine
Klettertour oder sonstige Attraktionen andrehen wollten. Da man sowas
aber nie wirklich in China trauen kann, lehnte man alles automatisch
mehrmals ab. In der Stadt liefen wior durch die Gassen, aßen super
geile kalte Nudeln in einem kleinen Restaurant und gingen dann die
West Street (西街 Xijie),
die Hauptstraße des Örtchens, entlang. An einem der Stände konnte
man sich chinesische Namen in ein mir unbekanntes Material ritzen
lassen und da ich das ein super Andenken für mich fand, hab ich das
auch machen lassen. Natürlich hab ich meinen chinesischen Namen
genommen. Philipp fand das auch gut und so hat er es auch machen
lassen. Toll, wa? :P
 |
noch mehr deutsches Zeug! wir haben sogar eines Abends auf der West Street ein deutsches Restaurant gefunden. UND die Leute, die dort arbeiten, waren sogar auch Deutsche! die wurden extra eingestellt. krass, oder?! :D |
 |
| oh mein Gott ich liebe diese Nudeln!!! ich möchte sie bitte wieder essen können... :'( |
 |
| Anfang der 西街 - Weststreet |
 |
| Blick auf das Zentrum von einer Brücke aus |
 |
| besagte Anhänger - ich finde sie super schön! |
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| Blick auf den mysthischen Pavillion auf einem der Berge in der Stadt |
Nachdem
wir für den Tag genug vom hecktischen Zentrum und dem Angequatsche
hatten, machten wir uns auf zu einem in der Nähe gelegenen Park. Auf
dem letzten Bild hier oben drüber sieht man doch auf dem Berg ein
schönen Häuschen stehen, ne? Wir fragten uns wie das denn dorthin
gekommen ist und so machtern wir uns auf dahin. Der Berg mit Samt mit
Haus/dem Pavillion befanden günstigerweise genau in diesem Park.
 |
| Statue in dem Park |
 |
| "民族之光" - das Strahlen/Scheinen der Nation |
 |
| Fahnenmast vor klug gewählter Kulisse! |
Wie
sich interessanterweise herausstellte, konnte man diesen Berg
tatsächlich mit Stufen erklimmen. Es schien nicht verboten zu sein
und so machten wir uns, nachdem wir den Park ein bisschen besichtigt
hatten, auf nach Oben. Die Stufen waren provisorisch und dem Grad des
Verfalls nach zu urteilen schon vor etlichen Jahrzehnten dort
angebracht wurden. Alles wirkte eher verboten und nicht gesichert.
Konnte auch beiden stimmen, das 2. jedenfalls war definitiv so.
Verboten wussten wir nicht, aber wir sahen auch andere Leute da
rumlaufen, also sind wir auch mal hoch. Es stellte sich heraus, dass
auf dem Berg 2 Pavillion gebaut wurden und den 1. erreichten wir ca.
auf der Hälfte. Dort machten wir kurz Halt und waren von der
Aussicht direkt in der/auf die Stadt ziemlich überwältigt. Man
hätte ja nicht gedacht, dass man mitten in der Stadt, kostenlos,
einfach so auf einen dieser Berge steigen kann. Weiter oben bekam ich
aber leider unangenehme Gesellschaft von meiner Höhenangst, denn der
Berg war vielleicht so 50 Meter hoch, die Dämmerung setzte ein und
oben war das Geländer genauso provisorisch und opraktisch nicht
vorhanden wie die Stufen selbst. Man musste halb klettern, halb
steigen und das 50 cm hohe Geländer war ganz oben, unter freiem
Himmel weniger hilffreich. Oben angekommen ging gerade hinten den
Wolken die Sonne unter und uns bot sich ein unfassbar cooler
Ausblick, den ich nur kniend/auf dem Boden sitzend genießen konnte,
denn wenn ich mich aufrecht hingestellt habe, gaben die Knie leider
nach. Philipp merkte da zum ersten Mal, dass ich WIRKLICH Höhenangst
habe. Danke fürs Vertrauen. :D
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| der untere Pavillion mit Ausblick auf die Stadt |
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| man stieg im Kreis den Berg hinauf und konnte einmal alles herum sehen... |
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| oben angekommen gab es das zu sehen: endlose Schönheit. |
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hier sieht man mal, in welchem Zustand die Treppen und das Geländer waren - in keinem guten. Angst! |
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ihr seht: es wurde sehr fix dunkel. alle die Bilder hier wurden innerhalb von 10 Minuten gemacht. |
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| trotz tödlichster Höhenangst schaffte ich es einmal für ein Selfie geradezustehen und halbwegs zu lächeln. |
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| Ausblickspanorama 6:11 PM |
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| Ausblickspanorama 6:14 PM |
Der
Ausblick war einfach grandios, wirklich, aber als es dann rapide am
Dunkelwerden war, musste ich runter. In der völligen Dunkelheit
wollte und konnte ich da nicht wieder runter. Leider hatten wir Pech
und wie man auf den Bildern recht gut sehen kann, wurde es super
schnell super dunkel und so musste ich mir mit Handytaschenlampe und
zitternden Knien den Weg nach unten kämpfen und als wir unten
ankamen, in völliger Dunkelheit, war ich total fertig und gleich
ganz müde. Was für ein spannendes kleines Abendteuer!
So.
Danach ging die Suche nach Essen los. Dort was essbares zu finden war
leicht. Aber etwas preislich normales, vegetarisches zu finden,
nicht. Dadurch, dass alles hier Touristenzenturm ist, ist es immer
teuer und da Fleisch halt geil ist, gibt es auch wenig vegetarisches.
Schon am 2. Tag vermissten wir unser Jiaozi-Restaurant und die ganzen
Mensen auf dem Campus. Nach ewiger Suche fanden wir dann ein rein
vegetarisches Restaurant, welches presilich mit den rein
vegetarischen Restaurants in Beijing vergleichbar ist. Zur Begrüßung
gab es erstmal typische Yangshuo-Babymanderinen und wir durften
alleine auf einem Tablet (!!!) bestellen. Keine 5 Minuten, nachdem
wir auf Fertigstellen gedrückt hatten, kamen unsere Gerichte. Wir
bestellten 3 von den billigsten uns bezahlten über 100 Yuan. Dieser
Urlaub war nicht billig sag ich euch....
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| schönes Bild :) |
 |
| Happi! |
Nach
dem Essen kauften wir uns ncoh ein wenig Fresszeugs und Bier und
fuhren dann mit dem Rad wieder heim. Die Straße die wir entlang
fahren mussten, um zu unserem Hostel zu kommen war null beleuchtet
und da die super lumpigen Räder des Hostels natürlich keine Lichter
hatten, mussten wir in absoluter Dunkelheit heimfahren. Scheiße,
weil es ja rechts neben der Straße direkt den Hang runter zum Fluss
ging und ja dennoch ständog Motorroller und Autos an einem
vorbeifuhren. Schon etwas gefährlich, aber sicher auch nicht
gefährlicher als der Normalverkehr hier in Beijing. Lebend
angekommen, haben wir uns hoch auf die Terasse gesetzt und auch wenn
es kalt war, dort unser Bier getrunken. Einfach mal unter freuiem
Himmel sitzen, niemand sonst, Sterbenhimmel, Blätterrauschen, super
frische, klare Luft und ein Bierchen. Das war toll. Nebenbei musste
ich noch ein chinesisches Telefonat führen, da Johanna geplant hat,
Weihnachten nach Beijing zu kommen und dann in meinem Wohnheim zu
nächtigen. Da dies aber einige Probleme mit sich gebracht hatte und
nur bei Familienmitgliedern erlaubt ist, kontaktierte ich meine liebe
Connection Frau Rong und bat sie um Hilfe. Sie meinte, ich soll
einfach sagen, sie sei meine Komillitonin UND Verlobte, dann passt
das schon. Witzig!! Allerdings hasse ich es, auf chinesisch zu
telefonieren, weil das einfach superschwer ist, vorallem wenn man mit
so Autoritätspersonen spricht. Aber gemeistert hab ich es dennoch
halbwegs. Nachdem uns kalt geworden war, machten wir uns wieder in
unser super kaltes Zimmer, warfen alle Gerätschften an um das Zimmer
anzuheizen, gammelten noch ein bisschen im Bett rum, erzählten uns
irgendwelchen Quark und gingen dann später zu Bett.
TAG
110 Freitag 12.12.2013
Ich
bin krank. Das merkte ich sofort, als ich aufgestanden bin. Nase zu,
Ohren schmerzten, Hals tat mega weh, schlucken ging fast gar nicht
und ich hatte etwas Fieber. War ja klar, dass ich mich im Urlaub das
1. mal erkälte, aber ganz so unlogisch war es nicht. Nirgendwo
Heizungen (gibt es im Süden Chinas nicht), superfeuchte Luft und
viel Wind durch die Berge. Naja, muss ich jetzt durch. Wir standen
wie imemr normal auf, machten uns fertig und frühstückten
erstmalwieder für nette 30 Yuan. Sind zwar immernoch umgerechnet
keine 4€, ist aber hier schon extrem viel und auf die Dauer weniger
toll, aber wie schon gesagt, Essen zu bekommen, ist dort nicht leicht
und immer teuer.
Wir
wurden Vormittag gegen 10 glaub ich mit dem Taxi in die Stadt zum
Südbusbahnhofgefahren und stiegen dort direkt in einen Bus um, der
uns nach Xingping 兴坪
bringen sollte. Dort nämlich ist eine sehr beliebte
Anlaufstelle für die Bootstouren auf dem Fluss Li, die wir an dem
Tag gemacht haben. Der Bus war erwartungsgemäß unglaublich
abgefuckt und dreckig, aber die Fahrt mit den Einheimischen durch die
Gegend wieder spannend und wunderschön.

In
Xingping angekommen, waren wir ein bisschen geschockt. Eine Gruppe
von ca. 20 chinesichen Omas wartete an der Haltestelle des Busses und
als die Omigang die 2 Ausländer sah, begannen sie auf uns zu zeigen
und dem Bus kreischend hinterherzurennen, bis er anhielt. Die Omis
waren nur daran interessiert, uns ihre Bambusboot-Tour
aufzuschwatzen, die wir für diesen Tag natürlich schon längst
gebucht hatten. Wir stiegen aus und sicher 10 alte Frauen quatschen
uns an und sagten ausnahmslos nichts außer „Bamboo boat?“. Das
kotzte mich schon nach 3 Sekunden total und ich zog Philipp gleich
ganz weit weg. Leider mussten wir dort aber erstmal stehenbleiben und
gucken, wo wir vorher noch was essen können, da wir noch ne Stunde
Zeit und Hunger hatten. Gefundenes Fressen für die Geier. Wir
ignorierten sie weitesgehend und versuchten uns zu konzentrieren und
die 5 Bamboo boat-Anfragen pro Sekunde auszublenden. Als wir uns für
eine Richtung entschieden haben, ging ich die Omas ein bisschen
lauter an und sagte mehr als deutlich, dass wir NICHTS von denen
brauchen und dann gingen wir. Doch damit nicht genug. Der Ort war so
klein und dadurch, dass im Winter eben kaum Touristen dorthin kommen,
waren wir ohnehin eine totale Attraktion und von der Omigang wagten
es auch3 der „Jüngeren“, uns knallhart hinterherzulaufen und
dabei immer mal „Bamboo boat!“ zu rufen und sonst nur zu grinsen.
Ich mein okay, die brauchen vielleicht Geld oder wollen was zu tun
haben und wir sind wohl potentielle „Kunden“, aber nachdem wir
bestimmt 20 mal Nein gesagt haben uns immernoch hinterherzulaufen,
fand ich dann schon sehr dreist. Wir fanden ein Restaurant, das nur
halb so ekelhaft und dreckig war wie der Rest und vegetarische
Vorspeisen für einen Wucherpreis von 20 Yuan pro Gericht anbot. Wir
wurden von 2 Kindern bedient, die hoffentlich die Kinder der
eigentlichen Inhaber des Lokals waren und mussten den Kindern helfen,
die Gerichtnamen auf die Rechnung zu schreiben und das Wechselgeld
auszurechnen. Als ich dann um die Rechnung bei der Mutter/Chefin/was
auch immer anforderte, sah ich in einem Gang noch 5 andere Kinder
spielen, die alle gleich darauf den Schock ihres Lebens erlitten, als
sie mich sahen. Mehr als 3 „Hello“s brachten sie nicht heraus. :D
Wir bazahlten wieder bei einem der Kinder und als wir wieder
rausgingen, um zum vereinbarten Treffpunkt für die Bootstour zu
gehen, bemerkten wir, dass die 3 Frauen doch echt neben dem
Restaurant warteten und gleich wieder angegeiert kamen. Dieses mal
hat es mir gereicht. Ich brüllte die Frau auf der Straße halb an,
wie sie denn nach 35 Ansagen immer noch glauben könne, dass wir ihn
Angebot annehmen wollen und dass sie gefällig abziehen soll. Da
grinste sie nur wieder wortlos und ich ging davon. Wir trafen die
ältere Frau, mit der wir uns verabredet hatten und die brachte uns
am Ufer des Flusses entlang zu dem Treffpunkt, wo wir unseren
Bootsfahrer trafen. Schon dort angekommen war mir klar, dass die 170
Yuan pro Person diese Tour absolut Wert sein würden!
 |
| erste Blicke auf den Fluss :) |
 |
| und auch da war die Landschaft die sich uns bot unsagbar schön. |
 |
| mit so einem Boot sind wir gefahren. sah zwar recht provisorisch aus, hielt aber was es versprach :D |
 |
| und los geeeeeht's! |
Wir
bekamen unsere Rettungswesten an und setzten uns in die sehr krativ
und provisorisch zusammengebauten Bambusboote, die übrigens kein
Bambus enthielten. Oder vielleicht irgendwo, wo man es nicht sehen
konnte. Die Rohre, aus denen das Boot betsand, sahen eher auf die
Plasterohre, die man für alles mögliche benutzen kann. Wir machten
uns vom Ufer weg, der Fahrer setzte unsere Begleiterin 50 weiter an
anderen Ufer ab und weg war sie. Auf gings!
Die
nächsten 3 Stunden saßen wir fast nur in unserem Boot und blickten
staunend um die um uns herum existierende Landschaft. Berge, Bäume
und frische Luft ohne Ende. Der Wind, der uns auf der Fahrt gegen die
Flussrichtung entgegenblies, war allerdings weniger toll, aber nicht
so schlimm, dass er uns die Tour vermasselte.
 |
| ein einsamer Floßfahrer kam uns nach ein paar Metern entgegen. |
 |
| fing schon alles ganz schick an... |
 |
| ... und wurde immer und immer schöner! |
Wir
fotographierten beide wie die Verrückten und genossen einfach nur
die Aussicht, die sich uns überall bot. Wir fuhren direkt an den
riesigen Bergen und Bergklippen vorbei, zwischen denen sich der Fluss
hindurchschlängelte. Der erste Halt den wir einlegten, war die
Stelle, die ich euch iim lezten oder vorletzten Blogeintrag schon
erklärt habe. Die Stelle, die sich auf der Rückseite des 20
Yuan-Scheines befindet.
 |
| alle die Berge direkt am Fluss... so schön, soo schön! |
 |
und hier ist es: das Beweisbild! da halte ich meinen 20 Yuan-Schein direkt vor das Original und wenn man es genau betrachtet, kann man es erkennen. :) |
 |
| wieder mal eins von Philipps Meisterwerken... wunderschön, dieses Bild. |
 |
| unserer Fahrer bot uns sogar an, ein Bild von uns vor der Kulisse des 20 Yuan-Scheins zu machen. :P |
 |
| nochmal die gesamte Sicht von da, wo wir kurz anhielten. |
Ist
das nicht alles total schön? Ich fand es unheimlich toll dort und
ich denke die Bilder können gar nicht gut genug ausdrücken, wie
schön und faszinierend es dort war. Nachdem der Fahrer das schöne
Bildchen von Philipp und mir gemacht hat, machten wir weiter und die
Fahrt durch diese wunderschöne Naturbesonderheit ging weiter. Wir
fuhren ein ganzes Stückchen und nach machten später wieder Half auf
einer kleinen Insel die, wie sich herausstellte, Verkaufszwecken
diente. Man konnte dort abstruse Flussgetiere am Spieß essen (nein
danke!), sich mit Komoranen fotographieren lassen, die mit ihren
Füßen an einen langen Stab gebunden wurden (doppelt nein danke!)
oder sich kleine bunte Steine oder Holzenten aus einem Eimer mit
Wasser aussuchen. Ich kaufte so ein kleines Entlein und 2 der Steine
und befasste mich den Rest der Zeit damit, den schönen
Steinstrandboden und die Gegend zu fotographieren und periodisch
Angebote von Verkäufern abzulehnen.
 |
| Mopsberge. |
 |
zwischenzeitlich schwimmten wir mit diesem Boot zusammen, während sich die Fahrer hinten nett unterhalten haben |
 |
| dann zogen sie ab und |
 |
schöner Steinboden auf der Insel, auf der wir kurz hielten |
 |
| die endlose Natur auf jedem der Berge war einfach so geil. selbst in Beijings großen Parks sieht man überall Leute, Fußwege und hört Leute. wie endlos ruhig und unberürt es wohl überall in den Wäldern auf den Bergen ist? ... |
 |
| POSING. |
Danach
ging es wieder weiter und nachdem wir dann wieder eine knappe Halbe
Stunde entgegen der Flussrichtung fuhren, kehrten wir um und fuhren
mit der Flussrichtung. Gerade rechtzeitig möchte man meinen, denn
auch wenn es dort wunderschön und unheimlich überwältigend war, so
war der Wind dort schon sehr extrem und ich war fürchterlich am
Zittern und habe gefroren wir verrückt. Der Wind an dem Tag hat mir
eine richtig geile Erkältung mitgegeben. Und da die Bootstour dann
vorbei war und es keine weiteren Stopps mehr gab, gibt es jetzt noch
die sehenswertesten Bilder bis zum Ende der Fahrt. :)
 |
| gegen Ende kam die Sonne raus und das war auch der Teil, wo sich uns meiner Meinung nach die schönsten Bergkulissen boten. erndlose Berge durchzogen von Wald und Fluss überall um uns herum. es war so wunderschön dort... |
 |
| wie ich diesen Ort geliebt habe. |
 |
| fast schon unreal sah es manchmal um uns herum aus. |
 |
| ao atemberaubend schön und gigantisch! |
 |
| all die Berge.. |
 |
| Bilder und Aussichten, die in jeden Reisekatalog übernommen werden könnten. |
 |
| am Ende entdeckten wir sogar 2 Rinder die im Fluss wateten |
 |
| und das waren sie, die Bilder von der Bootsfahrt. ich hoffe, sie haben euch gefallen! :) |
Der
Fahrer ließ uns ein paar Hundert Meter vorher raus, gab uns noch ein
Busticket und verabschiedete uns. Wir wurden zurück zur
Bushaltestelle kutschiert, an der wir zu Beginn ankamen. Die Omis
ließen uns dann in Ruhe. Wir fuhren wieder mit dem dürftigen Bus
zurück nach Yangshuo und kamen dann gegen spät Nachmittag an.
Während der Heimfahrt wurden wir beide ziemlich müde und machten
dann nicht mehr allzu viel an dem Tag. Wir fanden ein passables
Restaurant wo man halbwegs gutes Essen für halbwegs wenig Geld essen
konnte, kauften uns dann noch die kalten Nudeln zum Mitnehmen, die
wir am vorherigen Tag im Zentrum gegessen haben, wanderten noch ein
Weilchen durch die Gegend und dann, als es schon gegen Abend ging,
watschelten wir mangels Fahrrad die Strecke wieder zurück zum
Hostel. Ich, ziemlich erkältet und quängelnd, gab mich mit Philipp,
etwas erkältet und schweigend, runter zum „Wohnzimmer“, wir
quasselten noch ein wenig mit Jane, anderen Mitarbeiterinnen und
anderen Hostelgästen und ich bestellte mir nen Ingwertee (bäh) und
wir saßen noch ein wenig rum. Am Tisch neben uns befand sich ein
schöner, maskuliner, blonder Amerikaner umgeben von mehreren
Asiatinnen und quatsche irgendwelche schmachtigen Sachen. Als sie
dann 4-Gewinnt aus der Ecke des Zimmers holten und zu spielen
gebinnen wollten, schreckten auf einmal alle auf und die wunderschöne
Chinesin, die neben ihm saß, rannte aus dem Zimmer. Okaaaay. Was
geht da so ab? …… OH GOTT. KAKERLAKE. Ich weiß, dass es in China
mehr als genug davon gibt und dass sie in feuchten, wärmeren
Regionen des Landes gerne hausen, genauso wie in dunklen oder
dreckigen Ecken, aber ich habe in den mehreren Monaten hier in China
immer noch keine einizge gesehen. Bis dahin. Doch das war keine
kleine 2 cm-Kakerlake, wie sie einige meiner Freunde auf meinem
Campus schon gesehen haben, sondern ein fetter, schwarz-brauner, 5
cm-Oschi. Fett fett fett saß das Vieh auf dem Tisch und als ich das
Monster erblickte, rannte ich der Chinesisch männlich wie ich bin
still winselnd hinterher. Der Ammi scheuchte das Tier vom Tisch und
zertrat es. Ich hab zwar gehört, dass es nur noch mehr Kakerlaken
anlockt wenn man eine tötet, aber ich hätte das Tier auch lieber
tot als lebend von mir wegbekommen. Da ist wohl meine Liebe zu Tieren
vorbei. Er schaffte die Reste des Viehs raus und ich tank fix meinen
Tee aus und eilte mit Philipp nach oben. Seit diesem Erlebnis bin ich
ein bisschen vorsichtiger in China unterwegs. :D
PS:
Ich habe ja die ersten paar Tage mit Philipp und Stefan zusammen in
einem Hostel gewohnt und als Stefan letztens wegen dem DAAD-Treffen
in Beijing war, erzählte er Philipp und mir, dass er an dem Morgen
als er nach Jinan abreiste in unserem Bad eine mit Fühlern ungefährt
10 cm große Kakerlake gesehen hat, die schnell in den Abfluss
gekrochen ist als er sie sah. DANKE STEFAN. Ich schlief 6 Nächte
direkt neben der Badtür. Aber hätte er es mir gesagt, wär ich
wahrscheinlich nie in das Zimmer zurück. Ich hatte wohl bis jetzt
noch Glück mit den Kakerlaken, denn sie wurden schon oft am Stellen
gesehen, an denen auch ich öfters bin. BÄH!
Wir
gingen hoch, aßen unsere Nudeln die wir mitgenommen hatten und
gingen wieder recht zeitig ins Bettchen.
TAG
111 Samstag 13.12.2014
Frühs
haben Philipp und ich uns Fahrräder gemietet und sind wieder mal
planlos raus in die Natur gefahren. Erst ein Stückchen in Richtung
Stadt, dann aber links statt recht abgebogen und dort gelangten wir
einen superruhigen Weg entlang zu einem Ort, der sich als der
heraustellte, den ich persönlich in China bis jetzt mit Abstand am
schönsten fand.
Erstmal
fuhren wir aber diese schöne Straße entlang, die sich zwischen
Hügeln links und ein paar Häusern und dann dem Flussufer rechts
befand. An dem Samstag war das Wetter auch mit Abstand am besten. Ein
bsischen wärmer zwar bloß, aber dafür schien die Sonne und es
waren nur wenige Wolken am Himmel. Wir fuhren mit den Rädern die
Straße entlang und bogen dann rechts in eine Art Wald ab, der uns
vorher noch zu einem recht mysthischen Ort gebracht hat. Und zwar
einen chinesischen Friedhof. Friedhöfe habe ich tatsächlich noch
keinen einzigen in China/Beijing gesehen. Meist werden die Toten
Abseits von großen Menschenmassen begraben.
 |
| das Wetter an dem Tag wir wirkich bombe! |
 |
| wunderschöne Wege boten sich uns, als wir mit dem Rad durch die Gegend fuhren |
 |
ein chinesisches Grab. der rote Müll links unten in der Ecke besteht aus Böllerüberresten. die werden bei Beerdigungen oft angezüdet um .. bin mir nicht ganz sicher, böse Geister abzuwehren? jedenfalls sah das ganze unglaublich interessant und spannend aus. |
 |
| weitere Gräber fanden sich auf mehreren Ebenen oberhalb des gerade gezeigten Grabes |
 |
| der Waldweg den wir gefahren sind |

Nachdem
wir uns dort umgesehen hatten und ich es gewangt hatte, den Hügel
hochzuklettern und mir die anderen Gräber anzusehen, die weiter oben
standen, wichen wir dem heiligen Ort der Ruhe und wieder unten
entschlossen wir uns, unsere Räder hier anzuschließen und den
kleinen hang nach unten zu gehen und dort ans Ufer des Flusses zu
gehen. Hier war weit und breit keine Menschenseele mehr. Unten am
Ufer angekommen war es auf einmal wie in einer anderen Welt. Dort bei
dem Hostel war es ohnehin ruhiger als sonst wo bis jetzt in China,
aber dort war es einfach noch extremer. Man konnte das ganze Ufer
überblicken, gegenüber war nur unbetretbar dichter Wald, geschützt
von einer meterhohen Felswand, überall sprossen gigantische
Bambuspflanzen aus der Erde und ganz im Hintergrund sah man einige
der wunderschönen Berge der Umgebung. Und man hörte: nichts. Der
Fluss, der auf der anderen Seite einige Meter tief gewesen zu sein
schien, war auf unserer Seite nur sehr sehr flach und man hörte das
leise Schwappern von kleinen Wellchen, die am Ufer „brachen“.
Sonst hörte man auch nur Vögel zwitschern und ganz weit weg,
irgendwo, sang ein alter chinesischer Mann ein Lied. Fast schon
unwirklich schön wirkte alles und ich konnte gar nicht mehr wirklich
glauben, dass ich mich in China befinde. China. Dort, wo ich jetzt
wohne. Dort, wo es den ganzen Tag nur mehr oder minder viel Smog
gibt; dort, wo immer etwas, egal ob Mensch, Auto oder sonst was
Geräusche von sich gibt; dort, wo man immer nur umgeben von
Millarden von Tonnen an Stahl und Beton ist und wo man immer umgeben
von Tausenden von Menschen ist. Der naturlose, menschenüberlaufene
Koloss der sich jetzt meine Heimat nennt ist so dermaßen nicht
vergleichbar mit dem Ort, der sich mir dort bot, dass es einfach
schwer zu glauben war, dass ich mich immernoch im selben Land befand.
Ich wusste, dass China gigantisch ist und dass es auch endlos schöne
Natur gibt und dieser Ort war und ist ganz sicher nicht der schönste
des Landes, aber dort war alles einfach so ruhig und vollkommen
unberührt und untouristisch, dass es gar nicht mit dem Bild
einhergehen konnte, das ich bis jetzt von China hatte. Alles was
schön ist, wird in China zur Touristenattraktion und dann, dadurch,
zerstört, weil überall Leute sind, alle laut sind, Dreck und Müll
verursachen und die Stimmung zerstören. Ein Glück, dass sehr sehr
viele Chinesen Natur nicht gut genug kennen, um sie so extrem zu
vermissen wie wir, sodass kein Interesse besteht, solche banalen
Ortschaften wie ein stilles Flussufer mit Waldboden und kleinen
Inseln zu einer Attraktion zu transformieren.
 |
| unten am Ufer angekommen fanden wir den Traumort |
 |
| malerische Schönheit so weit das Auge reichte. ich will wieder zurück dahin!!! |
Während
ich noch unten am Ufer stand und die ruhe filmte, einfach weil man es
konnte, krabbelte Philipp hilter mir inen anderen hang hoch und
entdeckte dort etwas, das sich als genauso wunderschön heraustellte.
Ich ging ihm hinterher und wir fanden uns zwischen massig
riesengroßen Bambusbäumen (?) wieder, die schon jahrelang zu
wachsen schienen. Doch nicht nur die überwältigend mächtigen
Bambusrohre waren der Grund dafür, dass dieser Ort so besonders war,
nein, eher war es die Tatsache, dass ich mich das erste mal, seit ich
nach China gekommen bin, auf so etwas wie Waldboden wiederfand. Ich
war auch nie wirklich ein großer Waldgänger, vorallem weil ich mich
ein bisschen davor fürchte, seit ich ungefähr jeden Horrofilm auf
der Welt gesehen habe, aber erst dort merkte ich, dass ich das
richtig vermisst habe und wäre am liebsten sofort für immer dort
geblieben. Nicht nur sahen die Bambuspflanzen total schön aus, es
war auch die Tatsache, dass der Boden auf dem ich mich befinde
einfach unberührt ist und alles, was dot ist, so ist, weil es
natürlich dazu kam und nicht, weil man es unnatürlich schön hält
oder pflegt damit es perfekt aussieht. Man stieg über Äste, es
knackte unten den Füßen, man trat über kleine Sträucher und
fühlte sich so frei. So frei hab ich mich noch nie gefühlt. Dieses
kleine Eckchen voll waldartigen Boden war gar nicht viel schöner als
deutscher Waldboden, doch war es eher der Fakt, dass man sich in
China auf solchem Boden befindet, der mich so hat empfinden lassen.
Philipp, der ja schon früher ein Jahr in China gelebt und dort
unheimlich viel gesehen hatte, meinte zu mir, er habe in China noch
nie einen von Menschen unberührten Wald gesehen. Es war so schön
dort.
 |
| riiiiiiiiesig waren diese Bambuspflanzen! |
 |
| endlich mal wieder auf "Waldboden" stehen und sich der Natur ganz nahe fühlen... :) |
 |
ein sehr sehr cooles Spinnennetz fanden wir da. glücklicherweise ohne Spinne! |
 |
| ein Blick, den ich in China nicht wirklich zu bekommen gedacht habe. |
 |
| halloooooooooooo! |
Ach,
ich habe diesen Ort geliebt. Nachdem wir dort sicher eine Stunde
verbracht hatten, machten wir uns aus dem Dickicht raus und gingen am
Ufer entlang durch den Matsch auf eine Art … ich würde es mal
Halbinsel nennen, weil ich sonst nicht weiß, wie ich es nennen
sollte. Ist keine Insel gewesen, obwohl es das, wenn das
Wasserspiegel höher gewesen wäre, sicherlich gewesen wäre. Wir
stapften jedenfalls durch den Schmodder und gelangten dann zu diesem
Ort. Genauso wie der Rest dort nahezu unberührt von allem
menschlichen Einfluss, man sah nur hier und da mal eine kleine
Feuerstelle die von jungen Leuten, die diesen Sommer dort mal eine
abendliche Grillparty veranstaltet haben, stammt. Und man sah leider
ab und an mal Müll, sei es von Zeiten, wo der Wasserspiegel noch
höher war, sodass der Müll in den jetzt sichtbaren Büschen hängen
bleiben konnte, oder sei es von den Grillpartys. Wie ich schon sagte,
wissen einige Chinesen öfters Natur nicht zu schätzen und so
behandeln sie sie, genauso wie auch die meisten Tiere in China, wie
den letzten Dreck. Nun ja, konnten und wollten wir uns jetzt nicht
mit befassen. Wir stiegen über die Steine auf die „Halbinsel“,
fanden enige Muscheln von denen ich welche im Wasser wusch und
mitnahm und machten dort lange Zeit nichts, außer Bilder zu schießen
und die Stille und Natur zu genießen. Wir genossen die Sonne, die
bereits beschriebenen Naturgeräusche und die absolute Abwesenheit
anderer Menschen außer uns beiden, die ich seit Jahren sicher nicht
mehr habe genießen können. Wir gingen ans Ufer, bauten Steintürme,
suchten uns schöne Steine am Strand (einige davon von den
Karstbergen selbst, die sich hier überall in den Himmel ragten) und
nahmen sie mit. Wir saßen herum und spürten die kühlte Luft,
hörten die Natur leben und sahen die Sonne scheinen. Ein wahrer
Traumort – unbestreitbar. Würde ich an einen Himmel glauben,
möchte ich, dass er dort ist.
 |
| auf dem Weg zu besagter "Halbinsel", wunderschöner Ausblick |
 |
| alles so friedlich und nahezu unberührt dort |
 |
| da bin ich Philipp mal wieder vor die Linse gelaufen.. HUPS! |
 |
| so viele neue Desktophintergrundbilder, zwischen denen ich jetzt wählen kann.. :P |
 |
| Steinturm. in Gedanken dabei an meine Schwester, die das auch ziemlich gern macht glaub ich |
 |
| Perfektion. |
Wir
verbrachten eingie Stunden dort und als wir uns entschieden haben
unseren eigentlichen Plan, in den Süden zu fahren und uns dort
umzusehen, fortzusetzen, machten wir uns zurück zu unseren
Fahrrädern und fuhren wieder bis zu der Straße zurück, wo wir
anfangs links statt recht abgebogen sind und machten uns auf durch
die Stadt, um nach Süden zu fahren. Als wir wieder dort ankamen, wo
es touristisch und zentral wurde, war es wieder wie immer: alles
blinkte, war bunt, machte bestenfalls laute Geräsche und war voll
mit Menschen. Die Straße vor der Stadt wich am Wochenende wohl immer
einer Souvenier-Verhandel-Straße und so erlebten wir die beiden
Extreme Chinas (unendliche Ruhe und Natur und unendlich viele nervige
Eindrücke gepaart mit Menschenmassen) innerhalb von wenigen Minuten.
Wir wären am liebsten wieder zurückgefahren und hätten uns den
ganzen Tag dort aufgehalten, von wo wir gerade kamen. Aber es nützte
alles nichts, wir wolten mehr sehen und mussten dafür eben durch.
Die Straße erwies sich dann nach einigen Meters als gute Option, um
a ein paar Geschenke und Souveniers zu kaufen, und um b seine
chinesischen Verhandlungskünste etwas zu trainieren. Wir kauften
Schals, Schmuck, Dekoration, Fächer, Philipp ein paar Kissenbezüge
und am Ende fanden wir einen Mann, der mit seinen Fäusten
spezifische Landschaften in und um Yangshuo malen konnte. Genau sowas
wollten wir für uns haben und waren dann umso gewillter, eines
seiner Werke zu kaufen. Die billigsten waren etwa doppelt so groß
wie ein ausgedrucktes Foto und kosteten so ab 80-90 Yuan aufwärts.
Da wir aber schon so endlos viel Kohle aus dem Fenster geschmissen
hatten und uns jeder Yuan zu viel war, versuchten wir knallhart zu
handeln. Nachdem ich mich dazu aufringen konnte, im Beisein vieler
den Künster bestaunender Leute zu verhandeln, kam ich mit der Story
an, dass ich armer Student all mein Geld dafür gespart hatte, um von
Deutschkand nach Yangshuo reisen und China besser verstehen zu
können. Das hören sie nämlich gern. Leider war der Typ nicht so
leicht rumzukriegen wie die anderen Verkäufer und so bletterten wir
beide jeweils 60 Yuan hin. Geht, aber hätte weniger sein können.
 |
| und ganz plötzlich war wieder der chinesische Wahnsinn da.. |
 |
| hier der spezielle Künstler am Arbeiten |
 |
| und hier das Werk, das ich erworben habe :) |
Wir
machten uns dann mit dem Rad weiter durch die Stadt und stoppten
kurz, um mal wieder die guten alten kalten Nudeln mit Gurke und
Nüssen zu essen, die ich ziemlich lieb gewonnen hatte. Auch wenn sie
höllisch scharf waren. Wir fuhren dann ein ganzes Stück durch die
Innenstadt Yangshuos und ich muss echt sagen: der Verkehr in Beijing
ist gesittet ohne Ende im Vergleich zu dort. Ich kann gar nicht genau
erklären, wieso, aber es war einfach viel mehr durcheinander als
hier in Beijing. Die Autos, Motorräder, Motorroller, die LKWs, die
Busse, die Fahrräder und all die anderen Fahrzeuge, die so
provisorisch und dürftig aussahen, als würden sie beim fahren
gleich auseinanderfallen oder ihre Ladung verlieren, die öfters das
vielfacher Volumen des eigentlichen Fahrzeuges hatte, wuselten so
endloch unkoodiniert durcheinander, dass ich, obwohl ich schon einige
Male in Beijing Fahrrad gefahren bin, wirklich manchmal Angst hatte,
dass man mich über den Haufen fährt. Die Leute wendeten einfach
irgendwo, fuhren auch mal gegen die Fahrtrichtung (aber eher nur
kleine Fahrzeuge wie Motorroller, Fahrräder ect.) oder blieben
einfach stehen, sodass man immer Angst haben musste, dass jetzt
gleich eine Tür aufgeht und man voll dagegen fährt. Auch rannten
ständig Leute zwischen den Autos hervor und Baustellen waren null
abgesichert. Abends redete ich mit einem der Gäste im Hostel darüber
und der erklärte mir erstmal, dass Beijing und Shanghai in ganz
China das mit Abstand gesittetste Verkehrssystem haben. Da wusste ich
nicht, ob ich lachen oder ulrta entsetzt sein sollte. :D
Wir
schafften es durch die Innenstand und als wir durch genug
unorganisierte Kreisverkehre, Baustellendreck und vollgestopfte
Straßen hindurchgefahren sind, machten wir uns aus der Stadt heraus
und fuhren weiter Richtung Süden. Dort hatten wir dann erstmal
keinen weiteren Plan. Wir wollten uns, da unser Hostel im Norden der
Stadt lag, auch mal ein bisschen woanders umsehen und hatten auch
erst abends wieder etwas vor. Wir fuhren mit dem Rad eine große,
breite Straße entlang und sahen uns einfach nur um, während die
Busse, Traktoren und Autos an und vorbeirasselten. Ab und an hielten
wir mal an, um uns genauer umzusehen oder einen besonders
eindrucksvollen Berg fotographisch festzuhalten.
 |
| raus aus dem Stadtverkehr und wieder rein in ein bisschen mehr Ruhe |
 |
| was für ein schönes Motiv |
 |
schicker Schmetterling an der Felswand |
 |
| Blick von einer Brücke den wir beim Rumfahren hatten |
 |
| noch ne andere schöne Brücke mit noch schönerem Hintergrund |

Wir
fanden danach eine kleine „Attraktion“, und zwar einen sehr sehr
sehr alten Baum. Klingt super toll. War es aber auch wirklich
irgendwie. Der Eintritt kostete uns pro Person 10 Yuan, das ist in
etwa ein Euro. Man ging hinein, lief 50 Meter und fand ihn, den Baum.
An sich war der Baum schon sehr interessant, denn er wies eine
Besonderheit auf, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe. Der
Baum, so groß und die Äste so schwer, ließ irgendwie so etwas wie
andere Baumsprösslinge aus der Erde wachsen, um die eigentlichen
Äste den Baumes zu stützen, sodass er weiterwachsen kann ohne unter
seinem eigenen Gewicht zusammenzufallen. Ich weiß auch nicht so
ganz, wie das Zustande kam bzw. hatte Philipp mir das am Beispiel der
Erdbeeren erklärt, die das wohl auch so machen, nur viel kleiner,
aber es sah wirklich krass aus. Sehr interessant und ich hab sowas
noch nie gesehen. Zuerst dachte ich auch, dass das nur von den
Leuten, die den Baum intankt halten, so gemacht wurde, dass es also
nur Fakestämme waren, oder dass die es künstlich so haben aussehen
lassen, aber an manchen Stellen sah man ganz genau, dass die Stämme
natürlich aus dem Boden kamen und sich mit den Ästen des
eigentlichen Baumes verbunden hatten um ihn zu stützen. Darüber
hinaus kamen direkt neben dem Hauptstamm des Baumes noch massig
andere Wurzeln aus dem Boden, irgendwie von direkt daneben und
umrankten den dicken Stamm, sodass er noch fester und dicker wurde.
Wirklich noch nie hab ich gesehen, dass sich eine Pflanze so selbst
stärkt. Echt cool und mega interessant!
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| hier mal die ganzen ich-will-dir-eine-Attraktion-andrehen Omis beim Pausemachen :D |
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| das ist der, der große, coole Baum :) |
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auf diesem Bild aber wohl noch viel besser/am besten zu erkennen: die biologischen Besonderheiten des Baumes. |
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hier sieht man, wie die Nebenstämme aus dem Boden wuchsen und sich stützend um den eigentlichen Hauptbaum gewunden haben. |
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| auch hier gut zu sehen. |
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| das war direkt neben dem großen Baum zu sehen. Berg mit Loch, auch schick anzusehen! |
Wir
sahen uns dort noch ein wenig um uns saßen neben dem baum am Ufer
des kleinen Baches, wurden von einem Chinesen angesprochen, ob er
denn ein Bild mit uns machen kann – okay – und dann fuhren wir
wieder gen Hostel. Die Fahrt würde so etwa eine Stunde dauern und
wir hatten ja abends noch was vor. Wir machten uns also wieder die
schöne große Straße entlang und ich genoss es, wenn auch umgeben
von wenigen Autos, einfach ungehindert durch die frische Luft fahren
zu können, die Berge zu sehen und den Wind in den Haaren (haha) zu
spüren. Wieder in der Stadt angekommen, war davon nichts mehr zu
spüren und das Chaos ging wieder los. Genauso random, genauso
unsicher, genauso dreckig und laut, genauso stressig. Als wir dann,
nachdem wir noch die nette, ruhige Straße zum Hostel passiert haben,
ankamen, hatten wir noch eine gute Stunde Zeit, aßen ein bisschen
was, zogen uns wärmer an, chillen ein Ründchen im Bett und dann
ging es abends halb 7 auch gleich weiter im Programm. Und zwar
sollten wir uns eine ganz berühmte Licht-Show ansehen, die auf dem
Fluss Li aufgeführt wird, bei der mehr als 600 Akteure mitmachen
(darunter massig Floßfahrer und Angler aus den angrenzenden Dörfern
selbst) und bei der die im Hintergrund befindlichen Berge beleuchtet
werden. Das ganze Spektakel kostet zwischen 100 Yuan (ganz schlecht)
und 680 Yuan („President Seat“) und wurde von einem der
berühmtesten Regeseure Chinas ins Leben berufen. Der gute Mann sowie
alle Teilnehmer an der Show sollten für den Rest ihres Lebens
ausgedient haben, denn die Show wird im Winter einmal täglich und im
Sommer bis zu 3 mal am tag aufgeführt. Das sind bei mehreren Tausend
Besuchern manchmal fast eine Millionen Dollar am Tag. Wir wurden mit
dem Shuttlebus hingebracht und der Fahrer pickte unterwegs noch 2
Briten und einige Chinesen auf. Auf dem Weg zum Ticketverkauf und dem
Treffpunkt mit der Frau die unsere Gruppe reinbrachte, begannen wir
uns mit dem britischen Paar zu unterhalten. Er arbeitet hier in einer
Schule und unterrichtet englisch, sie kam nur um ihn zu besuchen. Wir
standen im endlosen Gewusel herum, warteten, dass es losging und
mieteten uns für den Abend ein paar Militärmäntel, das kostete nur
20 Yuan. Damit sahen wir so aus wie die ganzen uniformierten Kerle
überall in China – absolut lächerlich. Denn die Mäntel waren –
wie alle Uniformen in China – viel viel viel zu groß für uns.
Egal, sah witzig aus. Wir machten uns rein, standen wieder rum,
warteten auf unsere Tickets und dann ging es den weiten Weg zu den
gigantischen Tribünen. Angekommen, fanden wir unsere Plätze und
saßen uns hin. Wir hatten B2-Plätze, das war untere Mittelklasse,
aber auch die haben über 230 Yuan gekostet und mehr wollten und
konnten wir uns nicht leisten. Die beiden Briten saßen
interessanterweise neben uns und so ging die Unterhaltung weiter. Die
Plätze füllten sich und bald sah man, wie viele Leute hier Platz
finden konnten, wirklich einige..
Also
die ganze Sache dann losging (es war ja mittlerweile Stockduster und
man konnte gar nichts sehen, was vor einem war), stockte jedem der
Atem. Alle berge im Hintergrund wurden beleuchtet, während eine Frau
in der Dunkelheit auf einem beleuchteten Boot stand und sang. Der
Anblick der leuchtenden Riesen im Hintergrund war so atemberaubend
schön, dass doch tatsächlich mal alle Chinesen für ein paar
Sekunden still waren. Die Show war an sich wirklich toll, nur gab es
ein Problem: Chinesen. Und zwar gab es Teile der Show, bei denen
viele junge Frauen vorne auf einer Aufgebauten Bühne standen und
traditionelle Lieder der Region gesungen haben. Ein Teil der Show war
auch das traditionelle Partnerfinden in Yangshuo, wo Männer und
Frauen an unterschiedlichen Ufern stehen und nach potenziellen
Partnerinnen/Partnern ausrufen. Jedenfalls war der Teil ohne Mikrofon
der Frauen und die Tausenden Chinesen haben einfach (sorry) nicht
ihre Klappen halten können und somit waren diese Teile der Show
völlig umsonst weil gar keine Stimmung aufkam und man der Sache auch
so nichtz folgen wollte. Die Teile, wo dann laute Musik kamen und die
Lichtershows wieder los-/weitergingen haben sie zwar immer noch alle
munter weitergequatscht, aber man hat es wenigstens überhören
können. Diese Teile waren dann auch wieder wirklich überwältigend
schön. Dutzende Floßfahrer, die sich an rotem Stoff über was
Wasser zu ziehen schienen, mehrere große, leuchtende Installationen,
die übers Wasser schwebten, eine Mondinstallation auf der eine Frau
hin und her tanzte, während schöne Musik ertönte. In den dunklen
Ecken der „Bühne“, also auf dem Fluss, wurden immer ungesehen
Stege aufgebaut, Fackeln angezündet, Installationen in Position
geschifft oder Personen paratgestellt, um dann wie aus dem Nichts da
zu sein, zu leuchten, zu brennen, zu erstaunen. Am Ende liefen
hunderte der Akteure über einen Steg, der sich blitzförmig über
die gesamte Bühne zu schlängeln schien (keine Ahnung wo der herkam)
und alle hatten sie leutende und glitzernde Anzüge an, die manchmal
nur teilweise leuchteten, manchmal silbern, manchmal gelb schienen,
manchmal rot waren und manchmal partiell an jeder 2. Person aus
waren. Wunderschön anzusehen und spannend, da man nie sah, was als
nächstes passierte, bis es passierte.
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| Zuschauertribune(n), ganz oben in dem überdachten Teil die 680 Yuan teuren Sitze |
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| und so sah es aus, als alle Berge auf einmal aus dem Nichts heraus zu leuchten begannen..... |
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| unheimlich cool! |
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| und dann auch noch bunt... |
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| all die Bootsfahrer schwammen mit dem roten Stoff zusammen außer Sicht |
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| super getroffen mit den beiden Fahrern da im Schatten des Mondes :) |
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| da ist sie, die auf dem Mond Tanzende. |
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| und hier sind die Leuchtanzüge |
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am Ende liefen die Bauern und Floßfahrer nochmal zur Bühne, dabei trugen sie Fahnen mit den Aufschriften ihrer Heimatsdöfter. hier zB. 兴坪村 (Dorf Xingping), da, wo wir hinfuhren, um die Bootstour zu machen. |
Als
die ersten Chinesen sahen, dass sich das Bühnenbild seiner finalen
Pose näherte, sprangen (ungelogen) nahezu alle vor uns auf und
gingen einfach schon während das Finale noch am Laufen war und noch
bevor die ganzen Bauern und Fischer und Floßfahrer in die jeweiligen
Dörfer unterteilt, aus denen sie kamen, die Bühne am Fluss nochmal
betreten konnten. Die Gerangel war wieder super nervtötend und wir
mussten dann aufstehen, um überhaupt nochmal was sehen/hören zu
können. Alle haben es wie imemr super eilig und kümmern sich einen
Dreck um die anderen. In absolut typisches Chinaphänomen das wohl
landesweit gleich zu sein scheint. Der Brite sagte dann irgendwann zu
mir „China ist wundervoll, nur die Chinesen sind scheiße“. Ich
finde zwar, dass diese Aussage nicht einfach so uneingeschränkt
dahin genommen werden kann, finde aber, dass es leider manchmal
wirklich so ist. Und an diesem Abend war das zu 100 % wahr. So war so
genervt von den Leuten und wirklich sprachlos, wie man sowas machen
kann. Gut, Tradition und so, blabla, aber auch wenn das dort
vielleicht Normal ist, ist es einfach asozial den anderen Zuschauern
und vorallen den Darstellern gegenüber, die sich zu Ehren des
Publikums noch einmal auf der Bühne verinen, ihr großes
Abschlussbild geben wollen und es sitzen nur noch 5% der Zuschauer da
und es fällt kein Applaus oder ähnliches. Ich wart wirklich
enttäuscht, wie unzuvilisiert Chinesen doch manchmal noch sind. Wir
machten uns, nachdem die Show wirklich zu Ende war, auf den Weg,
nachdem wir den eilenden Mob noch abgewartet haben. Keine Minute nach
der Show standen wir auf unserer Tribüne und waren unter den letzten
10 Menschen die von den 3000+ noch da waren. Unfassbar.
Der
Rückweg im Buss war wieder ereignislos und nachdem wir uns von dem
namenlosen britischen Paar verabschiedeten, machtern wir uns wieder
fix ins Hostelzimmer, stellten alle Wärmequellen an und verbrachten
unsere letzte Nacht in dem wundervoll weichen Bett.
TAG
112 Sonntag 14.12.2014
Sonntag
mussten wir wieder los. Und Sonntag war der Tag, an dem wir beide
aufwachten und es uns so dermaßen dreckig ging, dass wir am liebsten
gar nichts getan hätten, außer im Bett zu liegen und uns selbst zu
bemitleiden. Da wir das aber nicht wirklich machen wollten, standen
wir eben auf, duschten, packten unsere Sieben Sachen und checkten
nach einem Tee unten aus. Fett bepackt mit Rucksack, Tasche und
Erkältung liefen wir das letzte mal die schöne Straße am Fluss
entlang, genossen ein letztes mal dort die Stille, das Rauschen, das
Rascheln, die Ruhe und stiefelten ziemlich kränkelich gen
Stadtzentrum von Yangshuo. Hier übrigens mal die überdachte Straße
die kommt, nachdem man den unbeleuchteten, ruhigen Teil der Straße
passiert hat und bevor man die Stadt reicht. Dort war am Samstag so
viel los und jetzt war dort auch noch schöne Stille, die wir
genossen, indem wir noch einmal Halt am Rand machten und ein paar
Minuten den Fluss, die Bäume, die Berge beobachteten.

Wir
gammelten in die Stadt hinein, schlürften noch einmal durch die ein
oder andere Straße, Verhandelten noch ein wenig und ergatterten
weitere Souveniers und chinesischen Krimskrams. Wir aßen zu Mittag,
kauften uns ganz ganz viele super süße, super leckere
Babymandarinen ein, die es dort für 10 Yuan pro Kilo gab und dann
suchten wir uns noch einen etwas ruhigeren Ort, um zu rasten. So
gesehen hätten wir dann auch im Hostelzimmer einfach liegen bleiben
können, was wohl für uns auch besser gewesen wäre, aber ich wollte
bei der Landschaft draußen nicht wirklich im Zimmer bleiben. Am Rand
des Zentrums war der Fluss und es gab einige Möglichkeiten, runter
ans Ufer zu gehen und dort suchten wir uns ein recht stilles
Plätzchen und saßen dort noch ein ganzes Stück herum, beobachteten
Leute, wie sie sich wie immer super blöd fotographieren ließen, wie
kleine Kinder uns verdutzt anstarrten und erspähten ein paar Bauern
am anderen Ufer die dort mit ihren Verwandten ein Picknick
veranstalteten, während sich ihre Kühe nebenbei am Wasser
ausruhten. Auch da, wo wir dann gesessen haben, war es sehr still und
friedlich und wir konnten noch ein paar letzte Minuten nichts anderes
tun, als die Stille und Natur zu beobachten.
 |
| ein Komodoran-Fischer saß dort am Ufer und starrte uns dezent an |
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eine Chinesin machte typisch blöde Bilder mit blöden Klamotten :D |
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ich kaufte von einer armen Oma für 10 Yuan diesen wunderschönen, selbst gemachten Haarschmuck und schenkte ihn Philipp |
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| schöne Dächer.. |
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| schöne versteckte Steinbrücke |
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| WASSER |
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| der letzte Bleck auf die Berge bevor es heim ging.... |
Ach
es war so schön. Soooo schön. Wir saßen dort sicher eine Stunde
nur rum und aßen Mandarinen und guckten uns um, dann kauften wir uns
einen Tee/Kaffee, setzten uns an einen der vielen Steintische, die
überall in China mal rumstehen und spielten ein Spiel auf Philipps
Handy, mit dem sich die Zeit gut vertreiben ließ. Als es dann
langsam Zeit wurde, wieder zum Busbahnhof zu marschieren, gingen wir
los, kauften uns ein paar Fressereien für den Flug ein und dann
liefen und liefen und liefen wir, bis wir ankamen. Dort kurz
gewartet, ging es auch gleich in den Bus und schwupp, waren wir weg
aus Yangshuo. Die 90-minütige Fahrt bestand eigentlich nur aus
husten, Nase putzen, räuspern, schniefen, niesen, übelst frieren,
gleich darauf super schwitzen, gleich darauf wieder übelst frieren,
ein bisschen lesen und aus den letzten schon da sehnsüchtigen
Blicken auf die Berge und endlosen Wälder hier und da. Gegen 17 Uhr
kamen wir am Flughafen an und ab da haben wir bis abends um 10 wenig
getan. Ich versuchte ein wenig zu essen, aber aufgrund meiner großen
Angst vorm Flug war wieder nichts wirklich drin. Wir holten unser
Ticket ab, durchliefen die 34 Security Checks und dann, 2 ½ Stunden
vpr Abflugszeit waren wir beim Gate und verbrachten die restliche
Zeit mit warten. Ich, weil ich mich von der langsam herankriechenden
Angst ablenken wollte, machte die ganze Zeit nichts anderes, als
Musik zu hören und zu lesen, während Philipp irgendwas anders
gemacht hat. Das Flugzeug kam eine halbe Stunde zu spät an und somit
verzögerte sich unser Abflug wieder um eine ganze Stunde. Ganz so
pünktlich sind die Flugzeuge und Züge hier in China auch nicht...
Ich, auch im Flugzeug weiterlesend, versuchte alles auszublenden und
las auch akribisch weiter, als wir starteten und losflogen. Philipp
hatte etwas Bammel vor dem Flug, denn als er schon einmal mit
Erkältung flog, war das eine ziemliche Hölle für ihn. Dadurch,
dass ja Hase und Hals total zu sind, gibt es ja bei dem reisen
Druckunterschied im Kopf wenig Möglichkeit zu entfleuchen und so
bekam er damals heftigstes Nasenbluten und war wohl fast der Ohnmacht
nahe. Noch ein Grund, ganz ganz akribisch und strickt mein Buch
weiterzulesen. Der Start war relativ okay und lief ohne Probleme ab,
Philipp ging es wenig gut und ich konnte mich selbst lange genug
ablenken, um nach dem Start ein bisschen zu dösen und Musik zu
hören. Erst, als ich wieder aus dem halbschlaf aufwachte, wurde es
schlimm. Ich konnte fast nichts mehr hören und Philipp wollte gar
nicht mehr reden. Es ging straff nach unten gen Beijing und als wir
durch die Wolken flogen dachte ich wirklich, in meinem Kopf platzt
gleich was. Ich hatte so dermaßen große Schmerzen, dass ich mich
zusammenreißen musste, nicht loszuschreien. Ich hab wirklich keine
Ahnung was da passierte, aber es war grausam. Ich kaute einen
Kaugummi nach dem anderen, trank Wasser, hämmerte mir mit der Faust
gegen die schmerzende Stelle und wir beide litten so leise wie
möglich, bis wir endlich landeten. Unten war auch wesentlich besser
geworden, aber wir waren beide ziemlich im Arsch. Mit einer
vorauszusehenden Stunde Verspätung wurden wir mit dem Shuttlebus zum
Flughafen gebracht und waren dann viertel 3 frühs am Flughafen,
sollten wir doch eigentlich 5 nach 12 landen und da sein. Yay. Wir
bestellten uns kein Taxi, weil das Prozedere nach dem Flug immer
unbestimmt lange dauert und wollten uns einfach spontan eins
ergattern. Wie falsch man doch liegen kann, aber in China sollte man
nie erwarten, dass etwas einfach so geht. Ich dachte, wir gehen raus,
mitten in der Nacht und einige Taxen stehen am Stand und warten.
Deutsches Denken. In China ganz falsch. Auch mitten in der Nacht war
der Taxistand eine gigantische Halle mit Ausgang zur Straße, gefüllt
mit hunderten an Menschen, in mehreren Schlagen stehend, wartend auf
die Taxen, die ununterbrochen zum Flughafen fuhren und von dort
wieder wegdüsten. Wir waren so fertig und hatten keinen Bock jetzt
auch ncoh wieder in einer der Milliarden Schlangen zu stehen, die es
immer überall gibt. Wie ich anstehen hasse. Glücklicherweise gibt
es da die Schwarztaxis. Unversichertes Fahren für mehr Geld. Sowas
steht bei mir eigentlich noch unter den ganzen Leuten, die einem
ständig Attraktionen aufschwatzen wollen, aber in dieser Nacht war
mir alles egal, ich wollte nur noch heim. Wir nahmen ein angebot an
und mit abfälliger Stimme brachte ich den Mann dazu etwas im Preis
runterzugehen, und nachdem er einen dritten Fahrgast gefunden hat,
ging es los. Erst brachte der Fahrer den anderen Fahrgast, einen
jungen Mann im Anzug mit 6 riesigen Koffern zu seinem Hotel. Wer
weiß, was das für ein möchtegern reicher Schnösel war. Danach
ging es zu unserer Uni und am Ende der Fahrt, es war mittlerweile um
3 Uhr nachts, zahlte jeder von uns 100 Yuan. Ein unsagbar schlimmer
Preis, haben wir doch Mittwoch für die selbe Strecke gemeinsam 130
Yuan bezahlt, aber wie gesagt, so sind Schwarztaxen halt. Der Schmerz
des Geldverlustes konnte die Lust auf mein Bett nicht übertreffen
und so zahlten wir und machten uns durch die fast 20 Grad kältere
Luft in Beijing auf zum Wohnheim. Der Smog war in der Nacht wieder
besonders schlimm und nach den 4 5 Tagen in Yangshuo, umgeben von
frischer, sauberer, reiner Luft und mit der jetzigen Erkältung war
es, wie als wären wir von giftigem Gas umgeben. Was so gesehen auch
stimmte. Man merkt es nur weniger, wenn man länger in Beijing ist.
Wir waren erwartungsgemäß unglücklich wieder zurückgekommen zu
sein. Schnell hoch in unsere Zimmer schmissen wir uns ins Bett und
schliefen ein paar Stunden, bis wir frühs wieder in die Uni
müssen......
Das
war er. Der schöne Urlaub in der Natur. Wie sehr ich diese Tage
gebraucht habe, wie sehr ich die Landschaft dort geliebt habe.
Yangshuo ist definitiv einer der schönsten Naturorte, den ich in
meinem Leben bis jetzt gesehen habe und vielleicht, eines Tages, komm
ich wieder zurück zu dir! ♡
TAG
113 Montag 15.12.2014 bis TAG
117 Freitag 19.12.2014
Sooooo.
Urlaub vorbei. Das normale Leben ging wieder weiter. Ereignisloser
natürlich. Deswegen, weil ich jetzt schon genug geschrieben habe und
weil Weihnachten auch noch in den Eintrag kommen wird, fasse ich
jetzt wie ihr oben an den Tagen sehen könnt etwas rapider zusammen.
Am
Montag haben wir die erste Stunden sauen lassen und sind zur 2.
Stunde gegangen. Philipp schien es wieder halbwegs gut zu gehen, noch
lange nicht gesund, aber besser. Ich hingegen war total fertig und
hab die eine Stunde nur gehustet, geschnieft und leise gelitten.
Dienstag würde ich mal noch daheim bleiben. Wir gingen nach der Uni
in unser Jiaozi-Restaurant, das wir schon am 1. Tag in Yangshuo
ziemlich vermisst hatten und stopften uns erstmal fürstlich voll.
Danach machten wir einen Abstecher in die dem Osttor der Uni
gegenüberliegende Import-Schickimicki-Mall und kauften untem im
Import-Supermarkt ein bisschen Medizin ein, denn ein Arztbesuch kam
nicht in Frage. Auf chinesisch erkläre ich lieber keinem Arzt meine
Probleme, die werden nur schlecht und unausreichend verstanden und
man wird eh meistens nicht mal richtig angeguckt geschweige denn
untersucht und kriegt Medizin die so wirkvoll ist wie ein Pflaster
auf einer Fleischwunde. Ich war hier schonmal beim Arzt und da war es
genauso. Danach ging es heim und an dem tag lief außer Serie gucken,
massig Tee trinken, Obst essen, lesen, im bett liegen und mich von
Philipp bekochen lassen nicht mehr viel.
Am
Dienstag ließ ich wie geplant die Uni ausfallen (ich hatte eh nur
Schreiben und Hören, die wohl nutzlosesten und uninteressantesten
Kurse von überhaupt) und habe es auch größtenteils nur dabei
gelassen. Ich schreib an dem Tag mein Tagebuch über den gesamten
Urlaub, ordnete meine Bilder schön ordentlich und verbachte den Rest
des Tages mit Buch und Teetasse im Bett.
Mittwochs
ging es wieder los mit der Uni. Ich habe nun fast eine Woche am Stück
gefehlt (ich hab wohl etwas meine Ambitionen verloren, aber der
Unterricht war ja eh nie sonderlich fördernd oder hart), bemerkte
aber beim Zurückkommen, dass ich, außer ein paar grammatische
Erklärungen und das ewige Wiederholen und Üben der neuen Wörter,
nichts wirklich großes verpasst habe und den einen Aufsatz im
Schreiben-Kurs lass ich halt mal ausfallen. Während dem Unterricht
schreib mir Johanna, dass sie Weihnachten doch nicht wird kommen
können, da sie kurz vor und kurz nach Weihnachten wohl recht
plötzlich doch noch/schon Prüfungen hat und es sich somit nicht
lohnen würde. Das war ein ziemlicher Tiefschlag, denn Jana flog auch
woanders hin, Stefan würde erst am 26. kommen und Anna hatte wie zu
erwarten war auch keine Zeit mehr. Da war auf einmal gar nichts mehr
vorgesehen für Weihnachten. Das war ziemlich scheiße, aber Philipp
war ja definitiv noch da und wir würden das Fest auf jeden Fall
gemeinsam verbringen, was natürlich auch sehr schön …. sein
wird/war/ist? Wie schreibt man manchmal, wenn etwas in dem Blog in
der Zukunft ist, aber beim Blogschreiben schon passiert, also
Vergangenheit ist? Ich weiß es nicht und es wird wohl immer mal
zwischen Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart wechseln, immer je
nachdem wie ich mich fühle und wo mir die Finger über der Tastatur
schweben. Nun ja, nachdem Johanna die frohe Botschaft überbracht
hatte, kam sie aber noch mit der Idee auf, dass sie dafür Silvester
kommen und das neue Jahr mit mir zusammen beginnen wollen würde. Das
war zwar kein Weihnachten zusammen, aber immer noch super toll, dass
sie trotzdem herkommen wird! Nach der Uni sprach ich die ganze
Geschichte dann erst mit den Frauen unten am Schalter bei meinem
Wohnheim in der Lobby ab und nachmittags sollte ich nochmal zu einer
Managerin namens Sun gehen, um es fest abzuklären. Erstmal ging ich
aber mit Philipp und Li Ke Mittagessen. Danach, so gegen 3 bin ich
ins International Culture Exchange Center rüber und habe mit 孙经理
(Sun
Jingli, Managerin Sun)
gesprochen und sie versicherte mir, dass das definitiv gehen wird.,
dass Johanna bei mir schläft. Wie ich ja schon gesagt hatte, dürfen
das eigentlich nur Verwandte wie mein Vater, meine Geschwister oder
Onkel/Tanten usw., aber die Geschichte mit der Verlobten schien
geklappt zu haben. Erst ging es nicht, und als ich dann aber Frau
Rong nochmal telefonisch kontaktierte, ließ sie ihre Macht springen
und ermöglichte es. 20 Yuan muss Johanna pro Nacht zahlen, was
ungefähr geschenkt ist. Das witzigste daran allerdings ist, dass
diese Sun Jingli direkt neben dem An Laoshi (An老师,
Lehrer An (kenne das Schriftzeichen nicht)) ihren Bürotisch hatte.
An Laoshi war der Mann, mit dem ich die ersten Male gesprochen hat,
der meinte, dass auch Verlobte nicht gehen, und jetzt sagt die Frau
direkt neben ihm, dass das alles kein Problem sei. Er sagte kein Wort
als sie zusagte und sie sagte damals kein Wort als er direkt neben
ihr dieselbe Anfrage verneinte. Ich habe es nicht ganz verstanden, es
aber hingenommen, da ich ja bekam was ich wollte. So ist das halt.
Schon oft gehört und umso öfter bestätigt bekommen: Frage 2
Chinesen und du bekommst 3 verschiedene Meinungen.
Den
restlichen Tag verbrachte ich damit, Johanna die frohe Botschaft zu
überbringen, mit Philipp essen zu gehen und mit Jana zu
telefonieren. Wir telefonieren mittlerweile mindestens einmal die
Woche und es ist super schön, mit ihr wieder in regelmäßigem
Kontakt zu stehen. Abends wurde wie immer viel gelesen und dann
geschlafen.
Am
Donnerstag hab ich ach dem Unterricht mit Philipp einen weiteren
Vortrag für 口语
(Sprechen)
vorbereitet, den wir kurzfristig von Mittwoch auf Freitag aufbekommen
haben. Das Thema war im Groben, was wir, bevor wir das erste Mal in
China waren von Chinesen gedacht haben und was wir jetzt, wo wir in
China sind von ihnen denken. Also ein bisschen die Vorurteile und wie
es wohl wirklich ist. Das Thema war eigentlich recht interessant. Ich
machte den Teil zu den Gedanken vor China, Philipp machte den Teil
danach und fertigte eine kleine PPP an, weil Chinesen für jeden Kack
eine PPP wollen. Das finden sie modern, neu, besonders und
unterhaltsam. Dass unsere Vorträge alle nur wenige Minuten lang
werden wrden war egal. Ich schrieb meine Notizen in einen Text um und
übte ihn schonmal schön ein. Je mehr man auswendig kann, desto
besser. Das freie Sprechen ist in Vorträgen zwar auch okay, aber
wenn man merkt, dass man einen Text einfach auswendig gelernt hat,
finden das Chinesen total geil. Auch damals im 4. Semester in
Deutschland, wo ich 2 Vorträge für modernes Chinesisch IV halten
musste, hab ich beide einfach knallhart auswendig gelernt und dafür
das höchste Lob und eine 1,0 bekommen. Zwar sollte man finde ich
eher recht flüssig und frei reden können, aber da ich das auch
könnte und mir das Auswendiglernen von chinesischen Texten nicht
sonderlich schwer fällt, kann ich es ja auch tun und mich dabei
etwas besser dastehen lassen. :P
Nachdem
ich den Text einige Male vormichhingesprochen hatte, traf ich mich
abends mit Yu Yan in einem Cafe/Restaurant. Dort haben wir uns
erstmal ein Weilchen über meinen Urlaub unterhalten und darüber,
wie sehr ich es vermisst habe, tagelang in der Natur zu sein. Wie ich
es erwartet und oben auch bereits geschrieben habe, konnte sie meine
Freude nicht zu 100% nachvollziehen. Sie meinte 1 2 Tage hätten
gereicht und wären schön gewesen, dann wäre es aber schon wieder
langweilig geworden… Nagut. Ich bin ganz froh darüber, mit einem
anderen Deutschen in den Urlaub geflogen zu sein, mit einem Chinesen
wäre dieser Trip höchstwahrscheinlich nicht möglich gewesen/schön
geworden. Wir haben noch ein bisschen weitergeredet, wie es ihr so
ging (gut, in der Uni mega stress, normal), wie es mir so ging (gut,
Uni langweilig, erkältet) und uns dann Essen bestellt. Danach war
der Plan dort ein paar Filme auf ihrem Laptop anzugucken, den sie
mitgebracht hat. Beide Filme waren chinesischer Herkunft und
eigentlich bin ich wenig an chinesischen Filmen interessiert. Meist
finde ich sie kitschig, unglaubwürdig, verblendet und vom Inhalt her
eher flach. Das hat aber einen Grund. Chinesen haben ein unheimlich
schweres Leben. Von Grundschule bis Beruf gibt es ständig
Einstufungstests, es herrscht ununterbrochener Druck von den Eltern,
den Lehrern, in der Schule, der Uni, dem Chef und so wollen Chinesen,
wenn sie schon mal Freizeit haben eher etwas lustiges ansehen, das
ihren Geist nicht strapaziert. Keine ernsten Themen, keine
nicht-Happy-End-Filme, keine Filme, in denen Leute versagen, leiden,
Liebesschmerz haben oder irgendetwas nicht perfekt ist. Das mag schon
alles logisch und gerechtfertigt sein, ich finde aber, dass es
dennoch mehr geben soll, was auch das wahre Leben wiederspiegelt und
nicht immer nur perfekte, wunderschöne Menschen, die
12-jährigen-Humor-Klischees bedienen, das perfekte Leben leben und
am Ende immer genau das kriegen, was sie wollen. Nun ja, so viel mal
dazu. Der eine Film war über einen reisenden Manager einer großen
Firma, auf dessen Reise durch China zu seiner Frau alles mögliche
schief geht und er dabei stets von einem Landarbeiter begleitet wird.
Tatsächlich war der Film ganz amüsant. Der 2. Film hieß 撒娇女人最好命
und heißt
so viel wie „flirtende Frauen leben das beste Leben“. 撒娇
(sajiao)
heißt wörtlich übersetzt „sich wie ein verwöhntes Kind
benehmen“ und ist GANZ GENAU DAS, worauf Kerle in China stehen.
Mädchen, die mit Smollmund quängeln, im Babystimme mit Babysprache
sprechen und den Jungs kleine Taps-Schläge auf die Oberarme geben,
wenn sie etwas haben wollen. Ich muss hier und jetzt ganz ganz
deutlich sagen: ich bin so froh, dass ich schwul bin! Solche Mädchen
wären das aller allerletzte, was ich je an mir haben wöllte. Ich
würde immer am liebsten kotzen, wenn ich sowas hier sehe. Sorry für
die harten Worte, aber wenn ihr das manchmal mit euren eigenen Augen
sehen könntet, ihr würdet es versetehen. Jedenfalls geht es in dem
Film um ein ganz und gar nicht derartiges Mädchen, das ihren Ex
wieder haben will, der allerdings jetzt so eine Freundin hat. Ihre
Freundinnen wollen ihr zeigen, wie man sajiao-t, sich also flirty wie
ein Kleinkind benimmt. Und auch, wenn ich jedes mal die Macke kriege,
wenn ich das sehe, ist der Film wirklich zum Totlachen. Wenn ich
wieder in Deutschland bin, werde ich diesen Film mit meiner Familie
angucken, um ihnen zu zeigen, wie es hier ein Jahr lang war und sie
werden verstehen. Ich stelle mir jetzt schon das Gesicht meiner
Schwester vor wie sie brechen will. :D
Nachdem
die Filme zu Ende waren, quatschen wir noch ein Weilchen und ich
machte mich danach wieder auf in Philipps Zimmer und lud mich mal
wieder freundlich selbst für die Nacht ein.
Am
Freitag hatten wir unseren Vortrag, der, wie zu erwarten war, viel
Gefallen von unserer Lehrerin fand. Wie gesagt, sie liebt Deutschland
und besonders Philipp und mich. Kann man nix machen, haha! Die
anderen Vorträge waren auch recht interessant und Theman waren
beispielsweise die Arm-und-Reich-Spanne in China oder persönliche
Probleme in China. Nach der Uni ging ich mit Philipp wieder Jiaozi
essen und schrieb Li Ke dann mal ne Nachricht, ob sie mir helfen
kann, einen anderen Chinesen zu finden, der auch Deutsch lernt. Als
Jindi Beijing verlassen hat, habe ich sowohl eine meiner sehr wenigen
Freunde (sie war eigentlich meine engste Freundin zu der Zeit) und
meinen Sprachpartner verloren und ich hatte/habe das Gefühl, dass
ich in den letzten Wochen sehr wenig Chinessich gesprochen habe. Alle
haben kaum Zeit, nur Unistress. Außer Li Ke, die halt irgendwie doch
„zu Philipp gehört“ und Yu Yan hatte ich kaum noch chinesische
Freunde, mit denen ich öfters mal was mache. Jingning ist total
raus, sie hechtet von einem Bewerbungsgespräch zum nächsten; Lanxi,
meine „Buddy“ meldet sich kaum noch und muss ständig mehrere
Hausarbeiten schreiben und hat andauernd Prüfungen. Jindi ist weg,
mit Weilin habe ich nie wirklich viel unternommen und die Geschichte
mit den Koreanerinnen in meinem Kurs hat sich über die Monate ja
auch eher im Sand verlaufen. Ihr seht, auch in China, umgeben von
Chinesen, ist es recht schwer, chinesische Freunde zu finden, wenn
man eben getrennt wohnt, getrennt studiert und die chinesischen
Studenten unfassbarem Druck ausgesetzt sind. Li Ke verstand ziemlich
schnell was los ist und war darauf hin sehr gewillt, mir zu helfen.
Ein paar Stunden später gab sie mir einen Kontakt auf Weixin/WeChat
und ich fügte den fremden Jungen hinzu. Der Kerl, der seit diesem
Tag zu den wenigen Personen zählt, die ich hier Freunde nennen
würde, heißt Li Yuan 李源,
ist 20, studiert im 2. Jahr Deutsch, ist der Tutor seines Kurses und
war mir von Anfang an super sympathisch. Ke meinte noch, er habe die
besten Noten in seinem Deutschkurs. Sein Deutsch ist auch wirklich
ganz gut. Von dem Tag an haben wir eigentlich stetigen Kontakt und
ich bin Li Ke sehr dankbar dafür, dass sie mir geholfen hat! Den
rest des Tages habe ich das 2. Hunger Games Buch zu Ende verschlungen
und das dritte angefangen, mich abends mit Hyun-Soo und Philipp zum
Abendessen verabredet (was sehr sehr schön war, somal man Hyun-Soo
selten bis nie mal alleine antrifft) und danach nichts mehr
großartiges unternommen. Gelesen halt.
TAG
118 Samstag 20.12.2014 bis
TAG 121 Dienstag 23.12.2014
Schnell
schnell weitermachen. Keine Lust mehr. :D
Samstag lass ich jetzt
mal ganz raus, denn da lief außer Essen gehen, Blogtext anfangen,
mit Li Yuan schreiben und lesen wirklich gar nichts. Ach ich hab noch
ein Stück mit meinen Eltern geskypt, was sehr schön war. Wie immer!
:*
Am
Sonntag hatte ich mich dann mal halb 12 mit Li Yuan zum Essen
verabredet. Zwar ist er auch recht busy, weil er viele Kurse hat,
aber zum Essen ist er wenigstens noch sehr gewillt und er meinte,
wenn wieder mehr Zeit herrscht und die Prüfungen vorbei sind, machen
wir mehr. Irgendwie haben Chinesen immer mal Prüfungen. Naja,
jedenfalls gingen wie .. tadaa .. zum 饺子大王
(Jiaozi
Dawang, Name meines
geliebten Jiaozi-Restaurants). Wir verstanden uns persönlich genauso
super wie auch beim Schreiben und sind ganz gut auf einer
Wellenlänge. Wir führten das obligatorische Gespräch, das ich
immer mit Chinesen führe, wenn ich das erste Mal mit ihnen essen
gehe: mein Vegetarismus. Er selbst hatte noch nie einen Vegetarier
kennengelernt und fand es ganz sehr interessant zu erfahren, warum
man denn kein Fleisch, keinen Finsch und keine Meeresfrüchte/-getiere
essen will, bewunderte meine Entscheidung aber. Er stellte sich das
unheimlich schwer vor, in China Vegetarier zu sein und dachte, dass
ich nie was zu Essen kriege, aber man kann ja Gerichte ohne Fleisch
usw. bestellen, außerdem gibt es schon einiges vegetarisches
überall. Zwar ist meine Auswahl auf dem Campus schon mittlerweile
recht begrenrt, aber noch ist es halbwegs okay. Wir haben uns über
sein und mein Studium unterhalten und ich hab erfahren, dass er genau
zu der Zeit, in der ich zurück nach Deutschland fliegen werde, auch
nach Deutschland fliegen wird. In seinem 3. Studienjahr wird er
nämlich, genauso wie ich, ein Jahr im Ausland verbringen und er hat
die Wahl zwischen Köln, Tübingen, noch irgendwas und LEIPZIG. Ich
legte ihm ganz dezent Leipzig ans Herz: „Geh auf jeden Fall nach
Leipzig!!!“ Ich erfuhr, dass er eine Freundin hat, ließ meine
Homosexualität aber erstmal noch aus dem Spiel und werde damit bis
zu einem späteren Treffen warten. Ansonsten ist es so gewesen, wie
es immer ist, wenn ein Deutscher, der Chinesisch lernt was mit einem
Chinesen macht, der Deutsch lernt. Man tauscht sich aus. Wie sagt man
dieses, wie sagt man jenes, gibt es so eine Redensart auch bei euch
und und und. Sehr sehr angenehm und witzig war es mit ihm. Wir
teilten uns die Rechnung, quatschen auf dem Heimweg noch über das
teure Leben, das ihn in Deutschland erwarten wird und als wir bei
meinem Wohnheim angekommen waren, gingen wir eide unserer Wege. Ich
schaute auf dem Weg nach oben wie so oft bei Philipp vorbei, störte
ihn wie so oft ein paar Minuten lang in seinem Vorhaben, irgendwas zu
tun und ging dann hoch auf mein Zimmer. Danach habe ich ein wenig mit
meinem Vater geskypt und mich für den 26.12. mit ihm und meinen
Großeltern zum Weihnachts-Skypedate verabredet. Nach ein paar
Hausaufgaben und anderen Gammeleien ging ich runter zu Philipp, der
gerade dabei war mit Li Ke den coolen sajiao-Film anzugucken, den ich
am Donnerstag mit Yu Yan angeguckt habe und nachdem der Film endete
und wir (ich wieder) köstlich gelacht haben, wollten wir Essen
gehen. Es kam wie es kommen musste Jiaozi Dawang 2.0 war angesagt.
War mir herzlich egal, dass ich mittags schonmal da war, denn es darf
auch gern 2 Mal am Tag besonders lecker sein. :D
Beim
Essen fragte Ke mich noch ein Weilchen darüber aus, ob ich denn
finde, dass ich hier zu wenig Freunde hatte. Wie ich schon sagte,
schien Li Ke meinen Hilferuf nach einem neuen Freund richtig
verstanden zu haben und wusste, dass ich mich ein klein wenig
freundlos fühle. Ich erklärte ihr, dass es einfach sehr schwer ist,
eine Freundschaft aufzubauen, die sie und Philipp mittlerweile haben,
denn für gewöhnlich hat einfach kein Chinese genu Zeit dafür. Ke
allerdings macht unter der Woche jeden Tag bis in die Nacht
Hausaufgaben und ackert die Wild, dass sie 2 3 Mal in der Woche/am
Wochenende Zeit hat. Viele andere machen das auch, sie wohl aber noch
ein Stündchen länger. Naja, viel machen konnte sie da auch nicht
und so mussten wir unser Gespräch mit ein paar aufwunternden Worten
ihrerseits und einem mulmigen Gefühl meinerseits beenden. Aber es
war/ist schon okay. Ich schreibe so viel es geht auf Weixin, treffe
ab und an mal jemanden und in der Uni/im Alltag redet man ja auch oft
Chinesisch. Es ist halt wie es ist, man kann da wirklich nicht viel
ändern. Wir gingen dann wieder heim und ich recht schnell ins Bett.
Montag
gab es mal wieder einen ultraschweren Test in 阅读
(Lesen) und
精读 (Grammatik)
war so lala. Nach der Uni verbrachte ich meinen Tag damit
Hausaufgaben zu machen, diesen kolossalen Blogtext weiterzuschreiben
und ein paar Postkarten wegzuschicken, die ich im Laufe der letzten
Wochen geschrieben habe. Ich muss echt sagen, dass ich es gar nicht
leiden kann, Postkarten zu schreiben. Meist ist mir nichts
vernünftiges eingefallen und ich entschuldige mich hiermit bei
einigen dafür, dass sie wahrscheinlich icht alles lesen können bzw.
der Inhalt der Karte nur mäßig interessant ist, aber die Geste
zählt doch, oder? ;) Nun ja, ich habe so ziemlich jedem eine Karte
geschickt, der mir wichtig vorkam und so sind es insgesamt 15 Karten
nach Deutschland und eine innerhalb von China gewurden.
 |
nur, um mal zu symbolisieren, wie viel ich da habe schreiben müssen. kann sicher kein einziger mehr lesen :D |
 |
| na, was denkt ihr, kriegt ihr eine und wenn ja, welche wird eure sein? ;) |
Abends
habe ich dann noch ein Weilchen mit meinem geliebtesten Bruder und
seiner Frau geskypt und bemerkte, nachdem das vorbei war, dass mich
in den letzten Tagen ein Gefühl angreift, das mir nicht gefällt –
Heimweh. Ich will zurück nach Hause. Ich vermisse es manchmal
extrem, mit meinem Fahrrad die Karli in Leipzig entlang zu fahren,
mit meiner Schwester superblöde Witze zu reißen, in meinem Bett in
Leipzig zu schlafen und frühs die Vögel zu hören. Ich ging zu
Philipp um ein bisschen meines Kummers abzulassen und er munterte
mich so gut es ging auf. Das ganze liegt unbestreitbar daran, dass
Winter ist. Es ist Winter, die Tage sind kalt und kurz, es ist
ständig dunkel, ich habe hier öfters wenig zu tun und dann ist da
ja vorallem noch Weihnachten. Weihnachten, was hier eigentlich gar
nicht ist, man aber weiß, dass und vorallem WIE es daheim ist. Dass
alle auf den Weihnachtsmarkt gehen/gingen, überall Räucherkerzchen
glühen, Pyramiden stehen, Lichterbögen, der ganz gewisse Duft von
Weihnachten. Und hier … hier ist halt gar nichts. Hier ist Uni,
Smog, Alltag. War schon wirklich nicht schön, so ein gefühl,
vorallem wenn man weiß, dass man innerhalb der nächsten 7 Monate
nicht dahin zurück kann, aber ich denke, sobald Weihnachten und
Neujahr vorbei sind, wird das besser. Dieses Weihnachten muss nur
vorbeigehen...
Abends
war dann nichts mehr los.
Am
Dienstag wurde die Lobby unseres Wohnheimes dezent wie immer
geschmückt.
 |
| FROHES NEUES! fast. |
Super
schick fand ich das. Das Bild zeigt natürlich fast nichts, aber so
toll war die Deko jetzt auch nicht, dass ich mitten in der Lobby
stehen bleibe und vor den ganzen Leuten diesen Mist fotographieren
wollte. Der Tag vor Weihnachten war an sich auch noch nicht wieder
all zu aufregend. Ich hebte Geld ab, klärte mit Sun Jingli die
genaue Zeit ab, in der meine geliebte Verlobte Johanna zu mir kommen
kann und ging einkaufen.
 |
der Zettel wird jetzt denen, die kein Chinesisch können, wenig sagen, aber es geht nur kurz darum: der zwangsläufige, offizielle Nachweis, dass Verwadschaft o.ä. vorliegt, muss vorgelegt werden, wenn die Person ankommt. theoretisch ist ja Verlobtsein da nicht genug und so hat mir Sun Jingli einfach ein paar Worte auf die Rückseite eines Schmierzettels geschrieben. der Zettel sagt in etwa folgendes: "von xxx bis yyy hier, bleibt 4 Tage, bei Student in A1112, Verlobte, erlaubt" das nennt man hier offizielles Schreiben :D |
|
Nachmittags,
also noch recht früh in Deutschland, hat sich dann auch die 4. der 4
wichtigsten Personen in Deutschland Zeit zum Skypen nehmen können –
meine Schwester. Somit hab ich vor Weihnachten nochmal meine Mutter,
meinen Vater, meinen Bruder und meine Schwester „gesehen“.
Annelie und ich skypten wieder mal ausgelassen und haben über alles
mögliche gequatscht. Und Quatscht gemacht. Ganz wie immer halt. Ich
freue mich natürlich bei jedem ganz sehr, wenn wir skypen, aber mit
meiner Schwester ist es immer ein ganz ganz ganz kleines bisschen
lustiger. Ausgelassender irgendwie. Wir beide waren und sind auch
trotz 12 Jahre Altersunterschied eigentlich immer ziemlich genau auf
einer Wellenlänge und ich denke die stimmt total zu wenn ich sage,
dass sie diejenige in meiner ganzen Familie ist, mit der ich am
besten und witzigsten Spaß haben kann. Nachdem sich meine Schwester
wieder dem vorweihnachtlichen Treiben widmen musste (dieses jahr
findet/fand zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten nicht bei
meinen Eltern sondern bei ihr statt, weil meine Schwester und ihre
Frau ja jetzt ein kleines Baby bei sich hatten und es so leichter
war), bekam ich noch ein Bilchen von ihr gesendet und dann war sie
auch wieder weg. Das Bild gibt es hier. Ich denke meine Schwester
wird kein Problem damit haben, wenn auch mal meine Nichte hier in dem
Blog erscheinen wird.
 |
| das ist sie: die kleine B. Michael. nein, nennen wir sie lieber Baby M. |
Abends
haben Philipp und ich mal wieder unten in der Gemeinschaftsküche vom
10. Stock Nudeln gekocht und uns am selbst zubereiteten Essen
ergötzt. Den Abends über verbrachte ich ausschließlich damit, oben
in meinem Bett zu sitzen und zu lesen, während ich mit Leuten auf
Weixin geschrieben habe. Da für Weihnachten erst ab Nachmittag ein
Plan anstand und ich Heiligabend ganz sicher nicht in die Uni gehen
würde, konnte ich an dem Abend auch etwas länger auflbeiben und so
las ich und las ich und las ich, bis ich bemerkte, das es hier schon
Mitternacht war. Dann mal frohe Weihnachten! Gleich mal an alle
wichtigen ne Rundmail geschrieben. Auch an meinen Familienchat
schrieb ich und wünschte alles dort „aus der Zukunft frohe
Weihnachten“. Dort war es ja, wenn es hier 24 Uhr ist, erst 17 Uhr.
Am 23. Dezember. Ich fands lustig und aus verlässlichen Quellen
(meine Schwester) weiß ich, dass es meine Schwester zum Beispiel
auch lustig fand. Ich hab noch ein wenig im Bett rumgegammelt,
gelesen und dann bin ich runter zu Philipp.
TAG
122 Mittwoch 24.12.2014 – WEIHNACHTEN
Philipp
und ich haben es uns gegönnt, auszuschlafen. Als wir dann
aufwachten, merkten wir, dass es aber shcon halb 12 war. Oh. Das war
dann schon ein bisschen sehr sehr spät. Ich stand auf, ging duschen,
zog mich an und dann gingen wir erstmal runter und nebenan Mittag
essen. Danach bin ich wieder hoch, hab mich nochal ein bisschen
hingelegt und habe gelesen. Das Wetter an dem Tag war sehr
unweihnachtlich. Sonne, kaum Wolken und vorallem: kein Smog. Die Luft
war super gut und auch wenn das Wetter nicht weihnachtlich war (außer
sehr sehr kalt), so war es doch besonders gut an dem Tag.

Gegen
dreiviertel 3 haben Philipp und ich uns mit Ke getroffen, vorher hat
sie Philipp aber noch ein paar kleine Geschenke für ihn und mich
mitgegeben. Das war mir fast ein bisschen unangenehm, weil ich für
gar niemanden was besorgt habe, einfach weil ich es viel zu
kompliziert finde, hier was kaufbares zu finden. Zwar ist Beijing
riesig und es git sicherlich massenhaft Zeug, aber eben genau weil
die Stadt so groß ist, ist es total schwer und zeitraubend, einfach
mal irgendwo hinzugehen und rumzugucken. Naja, so war es halt. Wir
trafen uns unten, wünschten uns frohe Weihnachten und dann, nachdem
wir uns um 15 Uhr mit Yu Yan am Osttor der Uni getroffen haben,
machten wir uns zu 4. mit der U-Bahn auf zum ersten der 2
Programmpunkte des Tages. Wir wollten nämlich einem christlichen
Gottesdienst beiwohnen. Zwar bin ich und auch Philipp zu 100% Atheist
und ich glaube kein Wort von dem, was in der Bibel steht, aber auch
wenn ich es in Deutschland manchmal nervig finde, in die Kirche zu
gehen, so machen wir es doch jedes Jahr und für mich ist es ein
großes Stück Weihnachtstradition. Wir suchten uns eine Kirche aus,
die recht nahe an unserem Campus gelegen ist, sah sie doch auch
unfassbar geil aus.

Ich
stellte es mir schon ganz toll vor: ruhig und gesittet wie immer,
innen trotz futuristischem Aussehen kirchlich und traditionell, die
Predigt sanft und die Atmosphäre weihnachtlich und liebevoll. Dumm.
Zwar ist China wirklich auch manchmal schön, ruhig und entspannend
(siehe Urlaub), aber zu erwarten, dass an einem mehr oder minder
großen Event in China etwas ruhig und sanft abläuft bzw. überhaupt
so abläuft wie ich es mir in meiner deutschen Vorstellung ausmale,
ist wirklich jedes Mal ein Fehler. Nicht nur sah die Kirche weniger
krass aus als auf dem Bild (eher nur recht dreckig), sondern war auch
nicht mal ein Gottesdienst angesetzt, wie es im Internet stand.
 |
| Ho Ho Ho! |
 |
| futuristische Kirchen. ob sowas in Europa Fuß fassen könnte? |
Und
meist strahlen Kirchen in Europa/Deutschland ja auch so eine gewisse
Stimmung aus. Irgendwie friedlich und still eben, aber auch das war
natürlich in China totaler quatsch. Die Kirche war vollkommen
abgesperrt, man hätte für einen Gottesdienst 2 Stunden später
Eintrittstickets kaufen müssen und neben der Absperrung standen
schon ganze 40 gleich schwarz uniformierte Männer parat, die wohl
sowas wie Security waren. Nebenan dröhnter kitschige Weihnachtsmusik
der chinesischen Art und IN der Kirche selbst war noch ein Café
eingebaut. Man konnte also nicht mal wenigstens so einfach in die
Kirche gehen, sich setzten und umsehen oderso. Wit standen dann
länger vor der Kirche in der brutalen Eiseskälte und haben gewartet
während Yu Yan und Li Ke mit ihren Handys nach einer anderen Kirche
suchten, die zu einer passablen Zeit einen christlichen Gottesdienst
halten würde. Indessen kamen die 40 jungen „Security“-Männer in
ihren viel viel viel zu großen Uniformen alle 2 3 mal an uns
vorbeimarschiert und jeder, wirklich jeder, starrte mich an. Nicht
wirklich das, was ich mir unter Weihnachtsstimmung vorgestellt habe:
frieren, mich anstarren lassen, nervtötende Musik und keinen Plan.
Aber naja. Es ist halt China und nicht Deutschland. Dass das Fest
jetzt nicht vergleichbar werden würde, wusste man ja eigentlich.
Nach so 15 Minuten hatten die Mädchen einen Plan gefasst und wir
gingen zur U-Bahn zurück. Wir fuhren ungefähr eine Stunde durch die
halbe Stadt und dann, 2 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes fanden
wir sie: die kleine Kirche. Begehbar, Eintritt frei, den Umständen
entsprechend ruhig und nur ein klein wenig überlaufen. Die Kircher
war komplett steinern und irgendwie grau. Viel davon gesehen haben
wir nicht, denn es ging bald los und wir wurden schnell in einen
Keller geführt. Halt, Keller? Ja, Keller. Oben, wo der Pfarrer
stand, der Chor, die Instrumente und die Blumengestelle waren alle
Sitze schon längst vergeben und so mussten mehrere Hundert Leute in
den Keller und die Predigt dort verfolgen. Der Keller war komplett
weiß. Weißer Boden, weiße Wände, oben an den Decken massig
Neon-LED-Lampen, an den Wänden hingen alle 5 Meter Flachbildschirme,
die das Geschehen von oben übertrugen. In dem Keller ausgestellt
waren überall Kirchenbänke und nachdem wir irgendwo Platz genommen
hatten, ging es auch gleich los. Die Predigt, die Lieder und alles
überhaupt war natürlich auf Chinesisch, die Predigt in der 1.
Kirche wäre chinesisch und englisch gewesen. Man stand auf und sang
erstmal 2 Weihnachtslieder, auf den Bildschirmen der Text.
Weihnachtskaraoke. Konnte natürlich nicht sonderlich viel mitsingen,
habe es aber versucht und es gefiel mir. Dann kam eine lange ich
glaube Danksagung an alles mögliche und bei Lust und Laune durfte
man 阿门 (amen,
Amen) rufen. Danach setzte man sich und verfolgte die Predigt, die
der deutschen mit sicherheit sehr ähnlich, aber eben auf Chinesisch
war. Der Pfarrer zitierte die Bibel und verlas die Geschichte von
Maria und Joseph. Danach konnte man dem Chor ewig dabei zusehen, wie
er singt. Ganz viele christliche Weihnachtslieder. Als dann Stille
Nacht, Heilige Nacht auf Chinesisch gesungen wurde, konnte ich das
erste mal ein klein bisschen der Stimmung fühlen, die ich auch
empfand, wenn in Deutschland Weihnachten ist. Man saß in den
Kirchenbänken, hörte die besinnlichen Lieder und entspannte sich
ein wenig. Das hat mir doch noch ganz gut gefallen dort, auch wenn
die Umgebung und überhaupt alles an dem Gottesdienst total anders
war. Um 6 mussten wir dann leider verfrüht gehen, da wir um 7 einen
Tisch in einem deutschen 5-Sterne-Restaurant gestellt haben –
Programmpunkt Nummer 2.
Daußen
war die Kirche mit sam Weihnachtsbaum schön beleuchtet und ich
gönnte mir eine Minute einfach nur dazustehen und mir das schöne
Bild anzusehen.
 |
der super stimmungsgeladene Keller der Kirche, von dem aus wir die Predigt verfolgen konnten - schick schick. |
 |
| und hier die Aussicht von unserer Bank. ebenso schick. :D |
 |
| das hingeben war wirklich schick und gefiel mir sehr :) |
Wir
fuhren die mittlerweile nicht mehr so weite Strecke zum Kempinski
Hotel in dem das deutsche Restaurant war und kamen so gegen kurz vor
7 an. Das Restaurant „Paulaner Brauhaus“ sah wirklich dekatent
aus. Alles hat edel geglänzt und inmitten des Lokals befanden sich
bronzene und goldene Bräukessel, in denen das Bier nach original
deutscher Brauart hergestellt und/oder gelagert wird. Die Speisekarte
habe ich mir vorher schon von Philipp im Internet zeigen lassen und
die Preise waren nicht ohne. In Deutschland wäre das auch schon
recht teuer gewesen, für chinesische Essensverhältnisse aber war
das schon eher unsagbar teuer. Ein halber Liter Bier 60 Yuan (ca. 6
€), ein Fleischgericht ab 100-200 Yuan (12-25 €) und Nachtisch
für 100 Yuan. Schon definitiv das mit abstand teuerste Lokal, das
ich in China und wohl auch in Deutschland je betreten habe, aber da
das Essen hier sonst so billig ist und es immerhin Weihnachten war,
konnte man sich das schonmal leisten. Die Tische waren mit recht viel
Dekoration überhäuft, zwischen den Hüten und lärmmachenden
Partyutensilien entdeckten wir aber noch ein kleines Körbchen mit
Brezeln und 3 Schwarzbrotscheiben. Ein Glück, dass Chinesen
Schwarzbrot nicht mögen (sie finden es viel zu hart und meinen
daher, es sei schon ganz alt), das konnten Philip und ich uns das
Brot alleine reinziehen. So lecker! Wir haben es so vermisst.
Schwarzbrot. Hätte nur noch eine dicke Scheibe guter Käse gefehlt,
dann wäre es perfekt gewesen. Wir bestellten dann erstmal alle ein
Bier und dann Essen. Ich und Philipp hatten ja als Vegetarier nur
eine sehr sehr eingeschränkte Wahl. Das deutsche Essen, das so
bekannt ist, dass man es weltweit verkauft, ist eben meist sehr stark
fleischlastig und so konnten wir zwischen ungefähr 4 Gerichten
wählen, was aber auch okay war. Wir nahmen beide den fetten
Kartoffelrösti mit Salat, Tomaten und Röstzwiebeln und ich
bestellte mir noch Kartoffelbrei und Philipp sich Spätzle dazu. Der
Zusatz kostete auch gleich mal 40 Yuan, aber man gönnt sich ja sonst
nix! Das Bier kam und war absolut geil. Auch Ke und Yan gefiel es
sehr gut. Dann kam auch das Essen recht fix und nachdem Ke ihren
Schock überwunden hatte, wieviel Fleisch die bekommen hat (sie
bestellte Kasseller mit Sauerkraut und Kartoffelbrei), haben wir mit
dem Essen begonnen. Es war so köstlich. Zwar hat beim Kartoffelbrei
ein wenig Salz gefehlt und irgendwie hatte keines der Speisen Soße,
was Philipp und ich recht eigenartig fanden, aber ungeachtet dessen
war das Essen wirklich ziemlich ziemlich gut. Sehr deutsch und sehr
heimatlich hat es geschmeckt. Wir aßen und voll bis nichts mehr
reinging. Eigentlich wollte ich mir noch so ein sündenkrachteures
Dessert leisten, aber ich konnte einfach nicht mehr. Nach dem Essen
haben wir noch ein Weilchen dort gegessen, erzählt und dann
hauptsächlich nur noch bescheuerte Bilder und Witze gemacht. :D
 |
| BIIIIIIIIIER! |
 |
| Yan und Ke und der umfunktionierte Weihnachtstischschmuck |
 |
| Ke mit wunderschöner Krone und sexy Pose :D |
 |
| hier mal ein wirklich schönes Bild... :D |
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so sah das Restaurant aus. super edel, ein deutscher Kellner in sexy bayerischer Tracht und hinter ihm die mächtigen Bräukessel für das in China so beliebte deutsche Bier |
 |
| endlich wieder Kartoffelbrei und Spätzle! |
 |
| UND DEUTSCHES ESSEN - nom nom nom nom nom nom nom nom nom ............ |
 |
nach dem Essen war dann wie gesagt der Ernst des Lebens weg und alle spasteten rum :D |
 |
| ... auch ich musste mal mitmachen und finde, dass ich ganz schön heiß damit aussehe. :P |
 |
| ein Gruppenbild musste es auch wieder geben. |
 |
| Frohe Ostern! |
Als
wir genug vom Spaß hatten, forderten wir die Rechnung an und der
Gesamt betrag belief sich auf fast 1000 Yuan, das sind in etwa 130 €.
Jeder bezahlte seinen Anteil und ich bletterte 270 Yuan hin. Davon
hätte ich sicherlich 2 bis 3 Wochen auf dem Campus essen können,
aber wie gesagt, man muss sich auch mal was gönnen. :P
Wir
machten uns dann mit der U-Bahn wieder auf den Heimweg und die Fahrte
von Beijings Osten in den den Nord-Westen zu unserer Uni dauerte eine
ganze Stunde. Juhu. Die Fahrt war relativ ereignislos und nur von ein
paar Scherzen hier und da gespickt. Wir gingen alle nach Hause und
kamen so gegen 10 Uhr abends in Philipps Zimmer wieder an. Dort
packten wir dann die kleinen Geschenke aus, die wir von Lke bekommen
haben. Er bekam einen 2-seitigen Brief (natürlich auf Chinesisch),
ein Holzhäuschen, das schöne Musik machen konnte, einen schönen
Anhänger und Kekse. Ich bekam eine chinesische Weihnachtskarte und
folgende, wie ich finde, sehr niedliche Deko. Auch das Geschenk
selbst war total schön eingepackt!! :)
 |
| Kes wunderschön verpackte Geschenke :) |
 |
| sogar mit Herz |
 |
| und das war drin. süß, ge? ;) |
Philipp
bekam dann doch noch ein kleines Geschenk von mir. Ein Kind. Haha,
nein Quatsch. Heiligabend heißt auf Chinesisch 平安夜
(Pinganye,
friedliche Nacht) und in China ist es ein kleiner Brauch sich an
diesem Abend Äpfel zu schenken. Warum? Weil Apfel auf Chinesisch 苹果
(Pingguo)
heißt und auch wenn das Schriftzeichen nicht exakt dasselbe ist, so
ist das das Ping von Pinganye und das Ping von Pingguo annähernd
gleich wenn ihr mal hinschaut. Und so schenkt man sich Äpfel. Also
bekam er einen dicken fetten Apfel auf dem das Zeichen 宝
(bao,
Schatz) draufstand. Toll, wa?
Gegen
halb 11 bin ich dann nochmal hoch auf mein Zimmer, denn es fehlte ja
noch ein Teil von Weihnachten. Eigentlich der wichtigste. Genau:
meine Familie! Von der hörte man an dem Tag bis dahin noch kaum
etwas, denn durch die Zeitverschiebung war es dort ja erst so gegen
Nachmittag und da geht bei den meisten erst der ruhigere Teil los,
weil man vorher noch mit Planung und Vorbereitung befasst ist. Ich
machte mit meinem Eltern und Geschwistern aus, dass sie mich bei
Gelegeheit auf mein Handy anrufen sollten, denn ich kann mit der
chinesischen SIM-Karte nicht mehr ins Ausland telefonieren. Gegen
halb 11 rief mein Vater mich an, wünschte mir frohe Weihnachten und
erkundigte sich, wie mein Tag war. Nach ein paar Minuten wurde ich
dann an meine Oma weitergereicht, denn ich meinte zu meinen Vater,
dass er mich anrufen soll, wenn er bei ihr ist, dass ich sie auch
gleich mal wieder hören kann. Das erste mal, seitdem ich ins Ausland
gegangen bin war das, dass ich sie gehört habe. Wir quatschten
ebenfalls ein paar Minuten und nachdem sie wieder beruhigt war, ging
es weiter an die Frau meines Vaters und Endstation war nochmal mein
Dad. Nach ein paar abschließenden Worten war das Gespräch beendet
und keine halbe Stunde später rief meine Mutter und ihr Freund Bernd
an. Auch wir wünschten uns frohe Weihnachten und redeten über den
für mich bereits zum Edne gekommenen Tag. Da meine Mutter bei
kostenpflichtigen Gesprächen immer gar nicht schnell genug auflegen
kann, war das Gespräch nach 4 Minuten vorbei. Aber nicht so wild,
man hört/sieht sich ja sonst auch und Hauptsache war ja, sich
überhaupt mal auf diese Art gehört zu haben. :)
Gegen kurz vor
Mitternacht Chinazeit rief dann auch mal meine Schwester an, da ihr
auffiel, dass es hier ja schon etwas später sei. Das Gespräch war
genauso schön wie mit den vorher schon gehörten Familienmitgliedern
und im laufe der nächsten 17 Minuten wurde ich noch an die Frau
meiner Schwester, meinen Bruder und dessen Frau weitergereicht und so
hatte ich, 5 Minuten vor Ende des 24.12. noch alle meine engsten
Familienmitglieder gehört und kurz gesprochen.
Ein
wie ich finde best mögliches Ende für mein erstes Weihnachten
getrennt von meiner Familie. :*
TAG
123 Donnerstag 25.12.2014
und TAG 124 Freitag
26.12.2014
Die beiden Weihnachtsfeiertage war
im Vergleich zum 24. weniger los, weshalb ich sie zusammenfassen
kann.
Am 25.12. hab ich mich wieder zum
Mittagessen mit Li Yuan 李源
getroffen und
es war wieder sehr witzig. Er hat mir erzählt, was er seiner
Freundin, die übrigens am 24. Geburtstag hatte, geschenkt hat und
ich erklärte ihm, dass es in Detschland total scheiße ist, um die
Weihnachtszeit oder noch schlimmer an Weihnachten direkt Geburtstag
zu haben. Weihanchten und Geburtstag sind denke ich für Deutsche die
mit wichtigsten Tage, da feiert man mit der Familie gemeinsam,
bekommt vielleicht Geschenke, die Tage sind einfach besonderer als
der Rest. Hier in China, so meinte er, nennen das alle „Doppeltes
Glück“, weil man an einem Tag die diesem auch noch Geburtstag hat,
aber für Chinesen ist Weihnachten ja ziemlich unwichtig und spielt
eigentlich absolut gar keine Rolle. Ich denke, wenn hier jemand zum
Frühlingsfest Geburtstag hat, ist das auch scheiße, aber das Fest
ist ja jedes Jahr wann anders. Nun ja, wir aßen köstlich auf dem
Campus, ich wurde netterweise eingeladen (das heißt ich muss
definitiv nächstes Mal einladen) und am Ende des Treffens
betiteltern wir unsere Bekanntschaft mit „Sprachpartnerschaft
beinhaltende Freundschaft“, denn wir bedie wollten einen neuen
Sprachpartner, fanden es aber blöd, es nur darauf zu beschränken.
Den Rest des Tages habe ich
hauptsächlich damit verbracht, diesen Blogtext um einen sehr großes
Stück voranzutreiben. Ich hatte die Uni verpennt, die ich an dem Tag
tatsächlich doch hätte besuchen wollen und hatte an dem Tag nichts
weiter vor. Und da ich keine Lust auf Trübsal Blasen hatte, hab ich
einfach Blogtext geschrieben. Bestimmt so 7 Stunden.
Dann, gegen 8 am Abend rief mich
Philipp aufs Handy an und meinte, ich soll mal in die Lobby runter
kommen. Ich wusste sofort, was los war: das Paket, das mir meine
Mutter und meine Geschwister von über 6 Wochen geschickt haben muss
da sein, Am 22.12. stand in der Sendeverfolgung dass es China
erreicht hat und unten angekommen bestätigte sich meine Ahnung. Das
Paket ist da! Ist das nicht ein unfassbar schöner Zufall, dass das
Paket vor Wochen losgeschickt wurde, halb verloren geglaubt war, nur
um dann ganz genau zu Weihnachten in meinem Wohnheim anzukommen? Ich
habe mich so unendlich gefreut. Ein besseres Weihnachtsgeschenk hätte
ich nie bekommen können. Zwar hatte ich gar kein wirklich
Weihnachtsfeeling mehr (und auch eigentlich nie so explizit gehabt,
weil es halt hier nirgends nach Weihnachten aussieht und nur die
Datumsanzeige am Laptop halt nicht so ganz reicht), aber die
Tatsache, dass es eben doch zu Weihnachten anka, war einfach toll
ohne Ende.
Ich eilte bis über beide Ohren
strahlend mit dem 8 Kilo schweren Paket in mein Zimmer und packte es
sofort aus. Es war nie direkt als Weihnachtspaket gedacht, aber das
war ja ziemlich egal. Ich machte es auf und war bei jedem
Kleidungsstück, das ich mir wegen Kleidungsmangel von meiner Mutter
habe nachschicken lassen, bei jeder weiteren Packung Schokolade so
glücklich wie ich es noch nie war, als ich etwas ausgepackt habe.
Auch kamen die 2 Packungen Käse und die 4 persönlichen Briefe,
geschrieben von jedem Familienmitglied selbst, an. Wir hatten schon
Angst, dass man den Käse und die Briefe entfernt hat, denn Anne,
Philipps Schwester, hat, als sie ihm ein Paket geschickt hat, eine
Liste bekommen auf der stand, dass man sowas wie Käse, prsönliche
Nachrichten, Fleisch usw. alles nicht mitschicken kam. Umso schöner
dann, als ich die 4 Briefe in meiner Hand halten konnte. Das Resultat
des Paketes könnt ihr hier sehen: Schokolade, Lebkuchen,
Fruchtgummi, selbst gemachte Kekse, ein deutsches Räuchermännel und
-häusel, Räucherkerzen, Dominsteine, noch mehr Kekse, noch mehr
Schokolade, der Käse, die 4 Briefe, die ganzen Kleidungsstücke, ein
Adventskalender der mich sehr amüsiert hat (danke Mutti, genau mein
Typ Mann :D), Creme, einen Schal und ein bisschen weitere
Weihnachtsdekoration. Danke danke danke!
 |
| das schönste Weihnachtsgeschenk ever in nicht ganz so schöner Verpackung |
 |
| und hier der Inhalt des Paketes! ach hab ich mich gefreut. über jedes einzelne Stück darin. soo toll! |
 |
| wie ich mich jetzt die kommenden Tage vollfressen werde..... :D |
Bevor ich die Briefe gelesen hab,
hab ich mir nch schnell unten was zu Essen geholt und nach dem
provisorischen Mahl habe ich mich den Briefen/Karten gewidmet. Es
waren 2 von meinem Bruder, eine Karte von meiner Mutter und ein eine
von meiner Schwester. Mein Bruder Adrian hat mir ein
selbstgedichtetes, meinen Lebensumständen angepasstes
Weihnachtsgedicht geschrieben das ich wirklich sehr witzig und süß
fande. Der Brief den ich von ihm bekam war so voll mit lieben Worten
und einer wirklich unfassbar schönen Geschichte, dass ich erstmal
gleich losgeweint habe. Das war glaub cih das 1. mal, dass mich etwas
von meinem Bruder direkt zum weinen gebracht hat. Meine Mutter
schrieb eine ebenso schöne Karte und schrieb, wie stolz sie auf mich
sei. Ach Mami... :):*
Annelie, meine Schwester, schrieb ebenfalls,
dass sie stolz auf mich ist und dass sie es kaum erwarten kann, mit
mir wieder blöden, kindischen Unsinn zu machen und sich mich sehr
vermisst und die Tage schon halb am Zählen ist, bis ich wiederkomme.
Ich vermisse und liebe euch alle auch über alles und kann es kaum
erwarten, euch endlich wieder in real zu sehen, Leute! Meine
Schwester schickte mir noch ein Bild von einem Fotoshooting ihrer
Tochter mit, dass ich, wenn ich es richtig verstanden habe, als
einziger bekommen habe. Auch die anderen fügten einige Bilder von
den Hochzeiten mit, die im Sommer 2014 stattgefunden hatten und auf
denen meine beiden Geschwister jeweils geheiratet hatten. Was für
schöne Erinnerungen. Das ganze Paket, diese Worte, die Briefe, die
Bilder. Noch nie hab ich so ein schönes Weihnachtsgeschenk bekommen
und wurde so zu Tränen gerührt. Danke nochmal und ich bin auch im
Herzen immer bei euch! :)
Nach der Auspackerei war dann den
Abend über außer Blog weiterschreiben und lesen ncihts mehr los.
Auch am 26. habe ich fast
ausschließlich nur den Blogtext weitergeschrieben. Vorher war ich
noch in der Uni, weil ich mich langsam schlecht fühle, so viel zu
„verpassen“. Auch kommenden Mittwoch werde ich wieder nicht
kommen können, denn Johanna wird Mittwoch früh um 8 in Beijing
ankommen und ich werde sie natürlich abholen. Donerstag, den 01.01.
und Freitag haben wir dann mal 2 Tage frei. Den Sonntag darauf
allerdsings ist natürlich wieder Nachholunterricht angesagt...
Nach der Uni haben Philipp und ich
uns dann mal noch mit Anna getroffen, dass wir uns Weihnachten auch
mal gesehen haben. Sie erzählte uns, was sie so die letzten Tage
getan hat, wir waren im Jiaozi-Restaurant schnabulieren und nachdem
wir wieder daheim waren, habe ich den Nachmittag und Abend wie gesagt
damit verbracht, Blog zu schreiben. Vor Silvester muss da nochmal was
passieren.
Ja, der Tag wirkt bis jetzt nicht so
spannend, aber das Highlight kommt noch. Wegen Zeitverschiebung ist
der Kontakt nach Deutschland ja eigentlich immer nur auf meine
Abendzeit beschränkt, und so habe ich mich mit meinem Vater und mit
meiner Mutter zum Skypen verabredet. Denn am 26. waren meine
Großaltern und mein Onkel bei meinem Vater daheim und meine
Geschwister mit Ehefrauen bei meiner Mutter und ihrem Freund daheim.
Um 20 Uhr (13 Uhr Deutschland) rief mein Vater an und ich konnte
meine Großeltern nun auch mal wieder sehen. Wir haben ein bisschen
gequatscht und sie erkundigten sich genauer, wie es mir hier so geht.
Freunde, Sprache, Erfahungen, Uni, Reisen, Essen, Heimweh – das
waren so die Themen. Nachdem wir uns ausführlichst unterhalten
haben, sind sie wieder gegangen und haben sich mit guten Wünschen
und einer beruhigten Miene verabschiedet. Danach habe ich noch ein
wenig mit meinem Vater geredet. Auch wenn sein Rechner ein Stockwerk
weiter oben ist und er dort alleine saß, hat er sich die halbe
Stunde Zeit genommen, zu Weihnachten auch mal mit mir zu reden, auch
wenn er dafür seine Gäste mal hat sitzen lassen. Seine Frau war ja
noch da. Ich jedenfalls fand es sehr schön von ihm, dass er sich die
Zeit rausgenommen hat und hoffe, dass der Kontakt im folgenden Jahr
etwas intensiver wird. Hab dich lieb, Paps. :)
Nachdem wir das Gespräch beendeten
habe ich wieder fleißig Blogtext geschrieben und mich mit ein
bisschen Kaffee wachgehalten, denn halb 12 Uhr nachts habe ich
angefangen, mit meiner ganzen Familie zu skypen: mein Bruder und
seine Frau Andrea, meine Schwester und ihre Frau Doreen, meine Mutter
und ihr Freund Bernd. Wie jedes Jahr am 26.12. kommen die 3 Kinder zu
unseren Eltern nach Hause und lassen das Fest bei Spaziergang,
Spielen, viel Essen und ein bisschen Alkohol ausklingen. Da dieser
Tagesablauf vergleichen mit dem 24. und 25. nicht allzu stressig ist,
konnten sie es mal mit einbringen, alle gemeinsam mit mir zu skypen.
Und das erste mal seit Monaten sah ich alle 6 zusammen wie sie am
Tisch saßen, Quatsch gemacht und gelacht haben. Wir haben uns über
die Weihnachtstage von ihnen und mir unterhalten und einfach mal „die
Atmosphäre des Zusammenseins“ genossen. Ich hab es sogar
geschafft, einen Screenshot von diesem seltenen Event zu
machen!
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zwar etwas unscharf, aber dennoch das wohl schönste Familienbild seit langer langer Zeit. v.l.n.r.: Adi, Ea, Doreeni, Annelie, Mutti, Bernd. ich liebe euch und vielen Dank, dass ihr euch an dem Tag die Zeit genommen habt, mir die Möglichkeit zu geben, an Weihnachten doch noch bei euch sein zu können. 1000 Küsse !! |
Auch wenn ich erst dachte, dass es
mich sehr traurig machen könnte, alle zu sehen, wie sie gemeinsam im
Wohnzimmer sitzen, umgeben von Weihnachtsdeko und schön bekannter
Stimmung, muss ich doch sagen, dass es gar nicht so war. Ich hate
viel Spaß wie immer von meiner Familie auf die Schippe genommen zu
werden und Witze in die Runde zu schmeißen. Der Renner waren ein
paar Penisschuhe, die meine Schwester zuvor beim Schrottwichteln
bekommen hatte. Da ich mich, im Laptop sitzend, nicht wehren konnte,
ergötzte sich Bernd alle 30 Sekunden daran, den rosa Plüschpenis,
der auf dem Schuh angebracht war, direkt vor die Camera zu halten,
sodass meine Sicht kurzeeitig weg war. Das fanden sie alle ganz
witzig. Nachdem wir über eine Stunde „zusammengewesen waren“,
beendeten wir die kleine Familienkonferenz und die anderen machten
sich ans Abendessen. Ich, ziemlich müde da es schon um 1 war, ging
direkt danach ins Bett.
Am darauffolgenden Tag, also dem
Samstag, den 27.12. habe ich direkt nach dem Aufstehen den Blogtext
weitergeschrieben. Gegen Nachmittag hlab 4 habe ich den Text zu Ende geschrieben und danach hat es mich nochmal weitere fast 6 weitere Stunden gekostet, all die Bilder hier einzufügen, zu platzieren, Unterschriften zu schreiben usw. Jetzt, nach ca. 4 Tagen Dauerarbeit ist es vollbracht und der Eintrag komplett.
Das war es. Mein Urlaub in der
göttlich schönen Natur von Yangshuo, meine erste tragische
Erkältung in China, mein 1. Weihnachten in China, mein 1.
Weihnachten ohne Familie. Jetzt steht bald Silvester an, welches ich
mit Johanna, Philipp und Stefan, der mittlerweile auch wieder mal in
Beijing ist, verbringen werde. Danach kommen Mitte Januar schon die
Prüfungen am Ende des Semesters und dann habe ich auch schon fast
die Hälfte meines Auslandsjahres hinter mir. Beziehungsweise das
erste der 2 Semester. Nach den Prüfungen habe ich 6 Wochen Ferien
und Ende Januar, kurz vor meinem Geburtstag, werde ich ja wie geplant
mit Jana nach Taiwan fliegen. Ihr seht, es wird also spannend und
erfahrungsreich weitergehen und ich hoffe, ihr habt den Eintrag
wieder genießen können, auch wenn er wie so oft etwas langwierig
geworden ist. Ich bin nach wie vor nicht wirklich gewillt, sehr viel
rauszulassen. Ich bedanke mich wie immer für die Leser und
Leserinnen die interessiert genug sind, um bis zu dieser Stelle
gekommen zu sein. Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt/genommen habt,
um mein Leben hier in China weiterzuverfolgen und vielleicht das eine
oder andere selbst noch dazuzulernen.
Wenn es wieder Anmerkungen gibt, wie zB. zu viele Bilder, zu wenig Bilder, zu ausführlich, zu oft abgeschwiffen, bitte bitte (!) sagt es mir! Der Blog ist vorallem für euch, liebe Leser! :):)
Ich liebe euch alle und hoffe, jeder
einzelne von euch hatte ein schönes Weihnachtsfest, egal wo und mit
wem. Weiterhin wünsche ich schonmal jedem einen guten Rutsch ins
neue Jahr und hoffe, ihr könnt den Jahreswechsel genießen! Bis bald
mal wieder und alles Gute an jeden von euch!
Euer Thomas.