Guten Tag! :)
Es grüßt
mal wieder Herr Michael.
Stehengeblieben
waren wir bei dem Donnerstag, meinem 2. Unitag. Dann gehts jetzt mal
weiter... (hat sich ja jetzt schon wieder gezogen,
bis ich es mal geschafft habe, zu bloggen, man hat halt kaum Zeit
dafür..)
TAG 25 + 26 Do.
18.09.14 + Fr. 19.09.14
Die beiden Tage verliefen
bis Mittag (so wie in Zukunft immer alle
Wochentage) gleich ab: ich bin um 7 Uhr frühs
aufgestanden, habe geduscht und mich innerlich
maßlos darüber aufgeregt, dass ich so früh aufstehen musste. Dann
ging ich runter in die Kantine nebenan, habe mir meine 2
vegetarischen Baozi und einmal 土豆片儿
(tudou
pian er ähnlich wie selbstgemacht
Kartoffelpuffer), geholt und bin mit meinem Kaffee zum Unterricht
gewatschelt. Im Unterricht scheint nichts groaßartig interessantes
passiert zu sein, denn mein elektronisches Tagebuch, dass ich
nebenbei noch als Nebenbeihilfe für den Blog und als spätere
Erinnerung an das Jahr hier benutze, sagte nichts weiter dazu. Aber
da noch alles recht frisch ist, kann ich ja trotzdem bisschen was
dazu erzählen.
Im
allgemeinen (ich hatte jetzt jeden Lehrer schon ein paar Mal) sind
die chinesischen Lehrer hier relativ gut. Im Vergleich zu dem
Erwarteten. Schlecht finde ich den Unterricht dennoch. Man redet pro
Stunde (90 Minuten) pro Student sicher weniger als 1 Minute, man
spricht höchstens nach, liest im Chor oder wiederholt Vokabeln 3-6
mal. Trotzdem finde ich, dass einige Lehrer (bes. Barbie oder Bai Ge,
unsere „Klassenlehrerin“) durch ihre Art punkten. Sehr nett,
freundlich und leidenschaftlich erfreut beim Unterrichten. Außerdem
kann ich mein Hörverstehen gut verbessern, da wir halt fast nur
zuhören. Darüber hinaus lernt man sehr viele Vokabeln, von denen
einige auch in meinem „nützliche Vokabeln“-Heft landen. Ein
Heftchen, das ich mir angelegt habe und in das ich stets Zeichen
einfüge, die ich für den Alltag wichtig oder interessant finde. Ja,
wie gesagt, ganz großer Mangel ist halt, dass wir fast nie reden
müssen. Aber dafür lebt man ja hier und hat es im Alltag genug.
Wie auch
immer, nach den Tagen passierte dann jeweils folgendes:
Donnerstag hatten wir mal etwas mehr Luft, da wir dann jeweils am Mittwoch stundenlang Hausaufgaben gemacht hatten. Und da wir nun seit fast 4 Wochen hier lebten und uns langsam mal wieder die Lust nach Käse und Schwarzbrot und deutschen/europäischen Süßkram größer wurde, fuhren wir zu Metro – einem großen Importsupermarkt. Anna und ich (beide total hungrig) schlenderten durch die Gänge und konnten nicht mehr – Pringles, Ritter Sport, NUTELLA, saure Gurken, natürlich Schwarzbrot und Käse (allerdings gibt es hier höchstens eingeschweißtes Pumpernickel und eingeschweißten Sandwichkäse) und noch tausend andere Dinge, die wir freudig in unseren Einkaufswagen schmissen. Die Ausbeute von uns 3en zusammen seht ihr hier:
Donnerstag hatten wir mal etwas mehr Luft, da wir dann jeweils am Mittwoch stundenlang Hausaufgaben gemacht hatten. Und da wir nun seit fast 4 Wochen hier lebten und uns langsam mal wieder die Lust nach Käse und Schwarzbrot und deutschen/europäischen Süßkram größer wurde, fuhren wir zu Metro – einem großen Importsupermarkt. Anna und ich (beide total hungrig) schlenderten durch die Gänge und konnten nicht mehr – Pringles, Ritter Sport, NUTELLA, saure Gurken, natürlich Schwarzbrot und Käse (allerdings gibt es hier höchstens eingeschweißtes Pumpernickel und eingeschweißten Sandwichkäse) und noch tausend andere Dinge, die wir freudig in unseren Einkaufswagen schmissen. Die Ausbeute von uns 3en zusammen seht ihr hier:
![]() |
| SO VIEL LECKERES ZEUG! |
Dagelassen
haben wir alle 200-300 Yuan, da das logischerweise alles teuer war,
aber das war es einfach mal Wert.. Danach gingen wir noch in ein
„deutsches Restaurant“ um abendzuessen. Super teuer, super
überhauptnicht lecker und super überhauptnicht deutsche
Atmosphäre.. Der typische Chinesen-Quotenproll saß in unserer Nähe
und hat geraucht wie ein Schlot und im Halbsuff mit seinen ebenfalls
dauerrauchenden und ebenfalls halbbesoffenen Freunden in großer
Lautstärke über sicherlich totaaaal wichtige Dinge zu reden. Sicher
hatten sie schon zwei. ganze. Bier!! Außerdem saß uns noch einer
schräg gegnüber, der sich ein(e) Maß (? ich weiß garnicht, wie
man das sagt/schreibt) bestellt hat, dieses nicht mal halb
ausgetrunken hatte und schon halb komatös auf der Bank saß.... aber
kurz danach kam noch ein Glas Bier. Das allerdings war sicher schon
1,5 Liter groß. Naja, wer weiß, ob der gute noch lebt.
Freitag
waren wir dann nach der Uni mal wieder mit Frau Drinhausen unterwegs
gewesen. Vorher gab es aber erstmal schön Brot mit Käse und sauren
Gurken. Jawoll!
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| irgendwie beeindruckende Wohnhäuser |
![]() | ||
| an einer Wand gefunden: 人人都献出一点爱 - jeder Mensch soll ein bisschen Liebe aufbringen - ist das nicht schön? |
Kurzerhand
entschieden wir uns, mal wieder auf die Wangfujing 王府井
zu gehen und dort ein bisschen
rumzuschlendern. War wieder schön und man konnte wieder viel sehen.
Irgendwann mach ich mal einen Blogeintrag nur über die Mode hier.
Wirklich unfassbar, was die Leute (egal ob jung oder alt, Mann oder
Frau) hier so tragen. Ich versuche immer mal Bilder zu machen, aber
das fällt halt schnell auf und finde ich auch etwas unhöflich.
Jedenfalls ist die Wangfujing dafür bestens geeignet, Leute
anzugucken. Die Mädchen tragen fast alle Schuhe mit 3-5cm Plateau
(sieht super scheiße aus, wenn es vorallem eigentlich bloß dünne
Stoffschuhe sind, sieht aber eigentlich immer scheiße aus). Dann
haben viele Oberteile Blümchenen, Rüschchenen (und wie schreibt man
das jetzt wieder? Hmm, egal.), Glitzerglitzer und manchmal noch
abgefahreneres. Einmal hatte eine einen riesen Mund auf dem Oberteil
und auf den Schultern waren sicher 10cm breite Plüsch-Augen
aufgenäht wurden. Ätz.
Naja,
zurück zum Thema. Da kann ich mich später nochmal genug drüber
auslassen.
Jedenfalls
waren wir erstmal wieder in einem Cafe und dann sind wir wieder in
das buddhistisch-vegetarische Restaurant gegangen, wo ich anfangs
schonmal mit Stefan und Philipp war. Auch da war es wieder mal sehr
lecker und die Atmosphäre sehr schön. Bezahlt haben diesmal Anna
und ich (insg. 290 Yuan, schon sehr sehr teuer hier). Dann ging es
heim.
TAG
27 + 28 Sa. 20.09.14 + So. 21.09.14
Samstag waren wir mit Frau Drinhausen wieder mal bei
Frau Lai eingeladen gewesen. Da wir uns um 11 unten getroffen haben
um zusammen hinzufahren und ich erst um 10 aufgestanden bin, durfte
ich erstmal schön eiskalt duschen, da es ja nur bis 9 und ab 11
warmes Wasser gibt. Man nervt das hier. Naja, dann ging es mit dem
Taxi für unschlagbare 60 Yuan (ca. 7 € für 4 Personen und
ungefähr 45 Minuten Fahrt) zu Frau Lai. Diesmal Taxi, weil wir nicht
immer unterirdisch durch die Stadt fahren wollen, sondern auch mal
was sehen wollen. Die total super mega cool professionellen Bilder,
die ich während der Fahrt und dann später von dem mal wieder super
leckeren (und in Knoblauch ertränkten) Essen von Frau Lai gemacht
habe, seht ihr hier. Das mit dem Knoblauch ist in Peking ganz normal
und schmeckt eigentlich auch ganz gut so. Meist sind in den Gerichten
auch halbe Knoblauchzehen drin, einfach für den Geschmack.
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| hinter den Bäumen kann man das Olympiastadion erkennen, dass 2008 errichtet wurde - sehr beeindruckend!! |
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| ein weiteres cooles Gebäude - leider wissen wir nicht, was es tut. aber es ist cool. |
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| HAPPI! (die 5 linken Teller sind die vegetarischen gewesen) |
Der Aufenthalt dort war sehr schön, nur dass Liu Bobo,
Frau Lais Mann, wieder mal sehr viel sehr komplizierte Dinge erzählt
hat. Das ist zwar interessant gewesen, aber wenn man einfach nicht so
viel versteht (es ging um …. kacke, ich habs vergessen, naja, es
war wieder etwas geschichtliches, oder etwas im Bezug auf Manieren,
irgendwas). Weiterhin muss ich zugeben, dass mir das Gerede dann
irgendwann zu viel wurde. Mir saß ziemlich die Zeit im Nacken, da
ich dringend vor 6 pm meinen bestellen Rasierer abholen musste, sonst
hätte ich noch länger warten müssen, und so langsam musste der
Bart und das Kopfhaar echt mal wieder gestutzt werden... Außerdem
hatte ich noch tausend Hausaufgaben zu erledigen, die ich wirklich
nicht warten lassen wollte.
Nachdem wir uns dann, ich glaube es war gegen halb 5,
auf den Weg machten, suchten wir uns wieder ein Taxi und kamen dann
auch noch in den Feierabendverkehr. Mit einer durchschnittlichen
Geschwindigkeit von sagen wir mal ca. 10km/h schafften wir es dann
17.30 noch auf den Campus und ich eilte gleich los, um insg. 15 Leute
zu fragen, wo denn der in der SMS beschrieben Ort sei, an dem man die
Pakete abholen kann. Kurz vor 6 schaffte ich es, ging heim, probierte
ihr aus (passt!) und machte dann den restlichen Abend nichts mehr
außer Hausaufgaben. Juhu.
Sonntag früh war es dann um meinen Laptop endgültig
geschehen. Nachdem er es wieder mal nicht geschafft hatte, mich mit
dem Internet zu verbinden und ich ihn neustarten wollte, ging er
garnicht mehr an. Kurzerhand entschied ich mich dafür einen
Systemneustart zu machen, bei dem keine Daten verloren gehen, und als
ich ihn dann nach einer Stunde wieder anmachen konnte, war nichts
mehr da. Leider nicht mitgedacht. Kein Mozilla mehr, kein VPN Client,
kein garnichts mehr. Außerdem konnte ich aus mir wie immer
unerklärlichen Gründen nichts mehr herunterladen. Kein Mozilla,
kein VPN, kein garnichts. Mir waren also die Hänge gebunden. Ich zog
erstmal all meine Daten (sind ja eigentlich nicht so viele) auf meine
externe Festplatte und entschied mich dann dazu, meinen Laptop die
Tage von Windows 8 auf Windows 7 umzurüsten, da mir dieses blöde
Betriebssystem in China einfach unendlich Probleme bereitet und ich
es langsam satt hatte/habe. Ständig hat man Probleme mit dem VPN,
dem Internet und jetzt hat der ganze PC auch noch endlos Probleme
gemacht.
Doch bevor das in die Tat umgesetzt werden konnte,
hatten Philipp und ich noch eine Verabredung. Weilin, unser
chinesischer Freund wollte heute mit uns ins Nationalmuseum gehen.
Anna lehnte ab, weil sie daran kein Interesse hatte.
Erstmal gingen wir in ein Jiaozi-Restaurant und haben
uns schön vollgestopft. Danach ging es mit der Bahn wieder zum
Tiananmen-Platz, an dessen Seite sich das National Museum of China
(中国国家博物馆
zhongguo guojia bowuguan) befand.
Nach mehreren Sicherheitschecks, die an die in den U-Bahn-Stationen
erinnern, hier aber tatsächlich mal Sinn machten, nicht zuletzt,
weil hier auch die Leute auf die Monitore guckten, wenn die Taschen
der Besucher durchleuchtet wurden, waren wir drin. Erinnerte auf den
ersten Blick eher an ein Einkaufszentrum von sehr schlichtem
Aussehen. Sah schön aus. Wir fuhren mit Rolltreppen runter und
machten eine kleine Reise durch die Dynastien von Anfang bis heute.
Daben sahen wir unzählige Kunstwerke, Kaisergegenstände und
Chinesen mit blöden Klamotten. Wie immer halt. Weilin berichtet uns
(natürlich immer nur auf chinesisch) über die jeweiligen
Geschichten der Gegenstände oder deren Verwendungszwecke.
Interessant, aber mir taten irgendwann ziemlich die Füße weh.
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| versmoggter Ausblick auf den Tiananmen-Platz |
![]() |
| Eingangshalle - sehr groooooooooß |
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| Figuren der Terracotta-Arme aus Xi'an. |

Nachdem wir von Geschichte und rumstehen genug hatten,
gingen wir essen. Weilin kannte ein sehr gutes vegetarisches
Restaurant, nahe der Beijing University (北京大学
Beijing daxue), die 3
U-Bahn-Stationen von der Renda entfehrnt ist. Die U-Bahn war dieses
mal so voll wie noch nie. Kurzerhand habe ich mal ein Bild gemacht
und dafür in Kauf genommen, einmal noch blöder angestarrt zu
werden.
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| das war wirklich mal etwas enger als sonst und der eine oder andere Chinese fing auch schon an zu klagen - war irgendwie aber lustig |
Nach der obligatorisch-chinesichen ewigen Suche nach dem
gewünschten Ziel kamen wir an. Hier in China essen alle schon so
gegen halb um 6, war uns Europäern viel zu früh ist. Fanden Philipp
und ich auch doof, aber man sagt ja dann nicht nein. Als ich mich das
erste mal mit Weilin getroffen hatte, fragte er mich schon um 4, ob
wir Abendessen gehen wollen. Da hab ich leider gleich gesagt, dass
das nicht geht. Da wir jedenfalls an dem Sonntag pünktlich um 18 Uhr
das Restaurant erreichten, durften wir draußer erstmal Schlange
stehen, bis wir dran waren. Hier ist einfach alles auf Massenbetrieb
eingestellt. Die Leute stehen Schlange für das Essen im Restaurant,
man setzt sich, bestellt, isst und keine 30 Sekunden später geht man
wieder, damit der nächste gleich kommen, essen und dann sofoer
wieder gehen kann.
Wir bestellten uns alles mögliche, darunter scharfe,
kalte Nudeln, süß-sauer gebackene Ananas, typisch chinesische
Gerichte mit Fleischersatz und und und. So gut wie da habe ich noch
nirgends gegessen. Ist also bis jetzt die Nummer 1. hier. :)
Nachdem das (natürlich nicht ganz so billige) Essen
gegessen war, sprangen wir auf und gingen. Immer diese Eile, kaum den
letzten Happen im Mund, fragt Weilin einen gleich, ob man gehen
will..
Dann nahmen wir uns ein Taxi und fuhren heim. Abends saß
ich dann noch bei Philipp auf dem Bett und versuchte, meinen Laptop
hinzubekommen, aber er wollte nicht. Morgen war er dran....
TAG
29 – 31 Mo. 22.09.14 – Mi. 24.09.14
Kaum zu glauben. Am Montag, den 22.09. war ich auf den
Tag genau schon seit 4 Wochen in China. Mittlerweile über einen
Monat lebe ich nun schon hier und es kommt mir so vor, als hätte das
bisher größte Abenteuer meines Lebens gestern erst richtig
begonnen. So schnell wie immer alle sagten, vergeht die Zeit hier
eben doch. Irgendwie schön und erschreckend zugleich...
Die ersten Tage dieser Woche verliefen wieder mehr oder
weniger spannend, weshalb sie wieder zusammengefasst werden.
Am
Montag hat Frau Drinhausen in unserem Unterricht hospitiert (wir
hatten 精读
bei
unserer Klassenlehrerin/Tutorin) und nachdem der Unterricht, der
hauptsächlich aus Vokabeln nachsprechen und 60 Minuten einen Absatz
im Buch behandeln bestand, kam sie zu uns und meinte, das sei eher
Unterricht, bei dem sie wegrennen würde. Fanden wir ziemlich passend
ausgedrückt. Naja, kann man halt nichts machen. Die Sprachkurse in
China/Asien sind halt einfach schlecht ohne Ende und man fühlt sich
oft, als wäre man im Kindergarten. Letztens mussten wir auf die
Frage der Lehrerin wie es uns geht auf ihren Willen erst ein-, dann
zwei-, und dann dreimal klatschen und sagen „好,很好,非常好,yeah“
(gut, sehr gut, total gut, yeah). Ich hab mich in einer
Bildungseinrichtung noch nie so bescheuert gefühlt wie da.
Um 12
waren wir dann wieder zum Essen eingeladen gewesen. Und zwar wollte
dieses mal Frau You, eine ehem. Lehrerin aus dem KI Leipzig und
jetzige Lehrerin hier zusammen mit uns, Frau Rong und Frau Drinhausen
essen gehen (Frau Rong kennt ihr ja evtl. auch schon aus vorherigen
Geschichten). Das Essen war ganz gut und man hat sich wieder mal
bisschen auf Chinesisch unterhalten. Frau Rong, die sich offenbar
exzessiv mit den anderen Lehrern über die Leipziger austauscht,
meinte, sie habe gehört, dass wir (besonders Philipp und ich) nicht
gerne und viel im Unterricht reden. Dass man aber absolut niemals
jemals überhaupt im Unterricht dazu kommt, frei und ausgiebig zu
reden, hat sie dabei wohl leider vergessen.
Nachdem
das Essen erledigt war, gab es noch ein obligatorisch-chinesisches
Gruppenbild, das es hier zu sehen gibt (Frau Drinhausen, wenn Sie das
jemals lesen, ich hoffe Sie verklagen mich nicht, weil ich Sie hier
so oft erwähnt habe oder das Bild von Ihnen hier auftaucht; die ganz
ganz üblen Stories habe ich hier aber rausgelassen – haha,
Scherz!).
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| v.l.n.r.: Anna, Philipp, Frau Drinhausen, ich, Frau You, Frau Rong |
Nach
dem Essen sind Philipp und ich los mit dem Missionsziel, meinem
Laptop neues und gesundes Leben einzuhauchen. Ein
Lenovo-ThinkPad-Shop war dann auch irgendwann gefunden und sie waren
willig, mir Windows 7 zu verpassen. Zum Glück konnte mir Weilin,
Freund und Retter und Chinesischhelfer per Telefon helfen und dem
Mitarbeiter genau erklären, was ich wollte. Konnte ich zwar auch so
mit ausreichender Vorbereitung der notwendigen Vokabulars, aber bei
sowas will man ja schon lieber auf Nummer sicher gehen. War auch gut
so, denn der nette Boy in dem Laden wollte mit eine fake-Version von
Windows 7 auf den PC machen. Macht hier in China jeder so, denn hey,
ist ja billig und Qualität kennt hier eh kein Mensch. Die fake
Version hat 500 Yuan, die wirklich richtige offizielle, englische
Version von Win7 kostete würde mich 1600 kosten. Weilin meinte, der
Mitarbeiter würde mir Zusatzprogramme raufmachen, die das
inoffizielle Betriebssystem so funktionieren lassen würden, die das
richtige, doch für mich kam das nicht in Frage. Nach langen
Gewissensbisschen, weil es ja mit umgerechnet 200 € wirklich teuer
war, habe ich dann aber doch zugestimmt und die offizielle Version
genommen. Die Deinstallation von Win8 und Installation von Win7
dauerte insg. etwa 90 Minuten und während ich Angst hatte, total
verarscht worden zu sein (man weiß hier wirklich nie..), staunten
alle Mitarbeiter über den bescheuerten Ausländer, der SO VIEL GELD
für die offizielle Version ausgibt, obwohl er es viel billiger hätte
haben können. Chinesen haben halt einfach keine Ahnung von Qualität
und was diese Wert ist. Bei der fake-Version hätte ich sicher noch
sonst was für Rennereien hier gehabt und das ist in China wirklich
nicht schön.
Abends,
als ich dann daheim war, installierte ich alles neu und siehe da –
es klappte. Hoffen wir, dass der Scheiß jetzt endlich ein Ende hat,
denn es gibt mehr, was ich in China tun will, als mich mit meinem
Internet und Laptop rumzuschlagen.
Am
Dienstag war eigentlich garnichts passiert. Oh wartet, doch! Ich
hatte eine Verabredung mit En Shuai 恩率,
so ist jedenfalls ihr Chinesischer Name. En Shuai ist eine
Koreanierin in meinem Sprachkurs und mit Xian Ying 仙英
und Xiao Bin (die
Zeichen dazu kenn ich leider noch nicht) sind die 3 bisher die
nettesten und sympatischsten Koreanerinnen, die ich bis jetzt
kennegelernt habe. Die anderen Koreaner/innen benehmen sich ehrlich
gesagt ziemlich assozial. Sie sind rüpelhaft, laut, rücksichtslos
und fühlen sich wie die geilsten, weil sie.. keine Ahnung, riesige
Brillen und selbst für meinen Geschmack ziemlich schwule Klamotten
tragen? Das ist natürlich meine persönliche Meinung und man kann
natürlich nicht alle über einen Kamm scheren (siehe die 3 Mädels
in meinem Kurs), aber im Allgemeinen sind sie mir, Anna und Philipp
schon meistens sehr sehr unsympatisch. Jedenfalls haben En Shuai und
ich uns zum Mittagessen und danach in einem Cafe zum gemeinesen
Hausaufgabenmachen verabredet. Sehr lustig und freundschaftlich lief
das alles ab. Wir aßen in der total vollen Kantine nebenan unseres
Wohnheimes und schrien uns auf Chinesisch zu wie alle anderen halt
auch.
![]() |
| En Shuai und ich: halloooooooo! |
Nachdem das gemeistert war, ging es in ein koreanisches Café,
von dem sie noch nie etwas gehört hat (haha) und dort machten wir
unsere Aufgaben. Danach wurde wieder munter weitergeplappert und wir
haben uns super verstanden. Ein kleines Bildchen von ihr und mir gibt es hier sogar auch zu sehen. Asiaten machen halt immer Bilder von sich.
;)
Der
Rest des Tages war ereignislos. Ich machte weitere Hausaufgaben, ging
einkaufen, stopfte mich mit Limettenchips voll (totaaal geil!) und trank ganz viel
Chrysantemem Tee.
Mittwoch
war die Duschsituation mal wieder genial ohne Ende – frühs gab es
einfach mal zur Abwechslung garkein kaltes Wasser. Man durfte also
kochend heiß duschen, was also garnicht duschen bedeutete. Bzw. sich
Wasser auf die Hand rieseln zu lassen, dabei Schmerz zu empfinden,
sich wenigstens die Notwendigen Körperteile halbwegs nass zu machen
und danach einzuseifen. War total toll. Mittags wollte ich dann
wenigstens nochmal duschen, da es halt doch schon schön wäre, sich
einfach mal zu duschen, aber hey – mittags gab es? Genau – kein
warmes Wasser mehr. Cool, dann eben nicht scheiße heiß, sondern zum
tot umfallen kalt duschen. Bald ist hier Nationalfeiertag und über
Nacht tauchten in der Stadt mehrere Millionen rote Banner mit
Sprüchen der Partei auf. Das können sie, aber einem Gebäude in den
versprochenen Zeiten warmes und/oder kaltes Wasser verpassen kriegt
man hier nicht auf die Reihe. Daumen hoch China für richtig gesetzte
Prioritäten.
So,
weiter im Text...
Dienstag
rief mich Anna an und meinte, sie habe einen Anruf bekommen, dass am
kommenden Samstag um 11 alle Hanban-Stipendiaten eine offizielle
Veranstaltung haben und teilnehmen müssen. Das Konfuzuis-Institut,
welches die Stipendien vergibt, hat dieses Jahr 10-jähriges
Jubiläum. Und da klein-Thomas so klug war und ziemlich wenig
Klamotten mitgenommen hat, obwohl er noch knapp 10 Kilo im Koffer
Platz gehabt hatte, stand nun was an? Ja – Shoppen. Klingt geil,
ist aber in China ziemlich scheiße. Alles ist riesig und verteilt
und bis man etwas passendes, nicht zu teures und schönes findet,
sucht man meist ewig. Nichtsdestotrotz habe ich mir am Mittwoch den
guten alten Philipp geschnappt und mitgeschleift. Wir fuhren zu Xidan
西单,
einem der 1.000 Orte (ist bestimmt sogar nicht mal übertrieben), an
dem sich massig Kaufhäuser aneinanderreihen und gingen dort auf die
Suche. Erstmal ging es zu H&M, da es dort relativ billige und
auch zT. schicke Kleidung gibt. Nach ewiger Suche musste ich aber
kapitulieren. Tatsächlich gab es wenig, das zusammengapasst hatte,
da ich ja Hemd, Hose, Schuhe und Gürtel brauchte.... Traurig zogen
wir weirter und verirrten uns in einem Laden, der von außen total
garnicht schön aussah. Hier auch irgendwie Meters-bowne. Keine
Ahnung welcher Idiot sich das ausgedacht hat, aber Englisch konnte er
nicht. Kann hier generell keiner. Beziehungsweise es schreiben.
Letztens habe ich mir ein Fahrradschloss gekauft, auf dem stand „high
quakity“, oder letztens habe ich ein Reklameschild gelesen, auf dem
stand „juweiry“ drauf. Sollte wohl Jewellery heißen oderso. :D
Jedenfalls
waren wir dann in dem Laden und es gab tatsächlich sehr sehr schöne
Klamotten und das sogar billiger als bei H&M. Nachdem ich dann
eine schwarze Hose, ein braunes, schlichtes Hemd und brauche Schuhe
gefunden und gekauft hatte, bezahlte ich aber dennoch knapp 700. Sind
auch wieder fast 100 €. Das Leben hier in Chinas Hauptstadt ist
halt einfach nicht so billig. Dann schlenderten wir noch ein Weilchen
durch diverse Kaufhäuser und sahen hier wie immer schockierende
Dinge: ein Kind, das mit seiner Mutter im Chinesen-Sitz auf dem Boden
hockte, ein Taschentuch unterm Popo liegen hatte und dabei sein
großes Geschäftchen verrichtete. Mitten da, umgeben von Leuten. Und
das schlimmste war – die Toilette war ganze 100 m entfernt.
Manchmal frag ich mich wirklich, was hier abgeht und warum einfach
niemanden irgendwas intressiert. Außerdem lief in dem Kaufhaus
plötzlich deutsche, christliche Musik mit unendlich viel Schmalz und
Schülz. Die Person, die sie Liederauswahl getroffen hat, wusste
sicher nicht, worum es da geht. Essenziell dabei war sicher der
Schmalz, denn schmalzig bis zum get no sind auch ca. 80% aller
chinesischen Lieder. Nachdem wir genug der chinesischen Macken
hatten, fuhren wir heim und verbrachten den Abend in Ruhe und ich
habe nochmal kurz mit meiner Mutti geskypt. :)
TAG
32 Do. 25.09.14
Am
Donnerstag konnte man endlich wieder normal duschen. Wir hoffen und
beten, dass es so bleibt. Die Uni war wieder mal semi toll. Wir haben
nachgesprochen, im Chor gesprochen, bloß nicht selbst gesprochen.
Nachdem der super anspruchsvolle Unterricht beendet war, gingen wir 3
(Anna, Philipp und ich) essen und dann fuhren wir mit der U-Bahn zu
einem Fahrradladen. Denn wer eben aufgepasst hat weiß – ich habe
mir letztens ein Fahrradschloß gekauft. Denn: ich habe mir an dem
Donnerstag ein Fahrrad gekauft. Ganze 200 Yuan hat das gekostet und
ist somit billiger als die Hose, die ich mir für Samstag habe kaufen
müssen. Das Rad ist neu, und in Ordnung. Die Bremsen sind nicht
sonderlich effektiv, aber schnell sollte (und kann) man in Peking
nicht wirklich fahren.
![]() |
| tadaaaa - super billig und tausend mal besser als mein Rad in Deutschland :D |
Nachdem
Philipp und ich uns für ein- und dasselbe Rad entschieden haben,
fuhren wir beide mit dem Rad los – zurück zum Campus. Anna wurde
auf dem Motorroller von ihrem Bekannten mitgenommen, der in Peking
wohnt und mitgekommen war, um uns zu helfen. Die Fahrt war wirklich
super interessant. Man klingelt eigentlich die ganze Zeit. Nicht,
weil man (wie in Deutschland) genervt ist oder jemand einen
blockiert, sondern um anzukündigen, dass man gleich überholt oder
generell einfach da ist. Wir wurschtelten uns also auf dem Heimweg
durch Autos durch, die wie immer über Zebrastreifen fuhren, als
wären sie nutzlos (was sie hier natürlich auch 100% sind), wir
nahmen Autos, Fahrrädern und Passanten die Vorfahrt, klingelten um
die Wette und Anna fotografierte den ganzen Spaß ständig vom
Rücksitz des Motorrollers aus. Ihre Ergebnisse sind hier zu
sehen:
![]() | ||
| so cool! |
![]() |
| eigentlich wollte ich mich stets weigern, das Peace-Zeichen in China zu machen, aber so schnell ädert sich das :) |
PS: die
Luft war heute tagsüber bereits über 200, sieht man sicher auf den
Bildern auch. Bedeutung des Zahlenwerts wurde bereits erklärt,
steht für die Anzahl an PM2.5 Feinstaubpartikeln pro m³. Für die
Interresierten hier der Link, der stündlich über den Stand der
Luftverschmutzung infoermiert:
Nachdem
wir lebend angekommen waren und uns wieder in unsere Zimmer begaben,
habe ich wie immer fleißig meine Hausaugaben gemacht unbd später
dan mit Johanna geskypt. Das war mal wieder sehr schön, da wir beide
uns schon lange nicht mehr gesprochen hatten und unser eigentlicher
Plan, in der Ferienwoche gemeinsam nach Nanjing zu kommen ja leider
gescheitert war, da ich ja wegen meiner Passlosigkeit nicht aus
Peking raus kann. Das taten wir dann bis circa viertel 8, da wir uns
dann mit Frau Drinhausen und ihrer Tochter getroffen haben. Denn
Freitag früh musste Frau Drinhausen uns leider verlassen. Den
letzten Abend wollten wir 3 und natürlich auch ihre Tochter mit ihr
gemeinsam verbringen, also gingen wir wie üblich eben gemeinsam
essen, plauderten über alles mögliche, ließen uns wie immer von
Frau Drinhausen Tochter Tipps für den Winter und das generell Leben
in Peking geben und gingen dann nach dem Essen nochmal in das Circle
Café neben unserem Wohnheim und ließen den Abend bei einem
gemeinsamen Cocktal ausklingen. Das war sehr schön.
Als
sich dieser Abend auch dem Ende zuneigte, verabschiedeten wir uns.
TAG
33 Fr. 26.09.14
Aber
noch nicht so ganz. Denn da wir Freitag alle erst um 10 in die Uni
müssen und Frau Drinhausens bestelltes Taxi erst um 10 kam, konnten
wir sie frühs nochmal treffen, die Wander-Bierdose und noch andere
Kleinigkeiten, die sie nicht mit nach Deutschland zurücknehmen
wollte übernehmen und sie dann richtig verabschieden. Die gemeinsame
Zeit mit ihr war wirklich schön und machte uns allen sehr viel Spaß.
Sehr schade, dass sie nun weg ist und wir keine Mutti mehr hier
haben. Sie werden uns hier fehlen!
Nachdem
wir uns schweren Herzens verabschiedeten, gingen wir in die Uni,
saßen unsere blöde Stunde ab und gingen dann mit Yan (kennt ihr
noch, war letztens mal mit Anna, Philipp, Jindi und mir in einem
Park) und Hyuan Soo (eine Koreanerin, die aber in Canada großgeworden
ist und in den Staaten studiert hat) zum Mittagessen. Hyuan Soo ist
total besessen von Kerlen undüberlässt absolut nichts dem Zufall.
Als sie einen (für sie total heißen) Typen sah, dem sie
Englisch-Unterricht gibt, fing sie erstmal an, sich zu schminken.
Ziemlich verrücktes Mädel, aber absolut lustig! Bildschön, klug
und absolut lustig. Nach dem Essen holten wir uns alle noch einen
frisch gepressten Saft von Nebenan und saßen auf der Bank und
quatschten über alles mögliche. Nachdem die beiden sich dann
verabschiedeten, blieben Anna, Philipp und ich sitzen und spielten
ein bisschen mit Annas Haaren. Wir ließen sie über meinen Kopf
hängen und lachten uns dabei mit massig Puplikum halb tot, weil das
so scheiße ausgesehen hat. Nachdem wir uns bestimmt 20 Minuten
völlig darüber beeimerten, gingen wir auch hoch auf unsere Zimmer
und machten mal wieder – oh ha – Hausaufgaben.
![]() |
| der nahezu ewige Ausblick aus meinem Fenster - langsam hätte man es gerne mal wieder etwas farbintensiver |
Dann
abends, halb 7 habe ich mich mit Lanxi 岚曦
getroffen. Sie ist mein
neuer „Buddy“. Es gibt für die Auslandsstudenten ein Programm,
bei dem man sich einträgt und dann einen Chinesen oder eine Chinesin
zugeteilt bekommt, mit dem man sich anfreunden kann und etwas
unternehmen kann und mit dem man meine Sprachfertigkeiten verbessern
kann. Und Lanxi ist meine. Wir verabredeten uns zum Abendessen und
als Begleitung brachten sie noch ihre Mitbewohnerin und einen
Komillitonen mit. Anfangs war ich deswegen schon etwas aufgeregt,
aber nachdme ich dann alle 3 kennengelernt habe und wir uns knapp 2
Stunden in dem Restaurant schön unterhalten haben, war die
Nervosität weg. Lanxi spricht super deutlich und ich konnte immer
alles verstehen. Zum ersten mal fiel mir richtig auf, dass ich im
Alltag nahezu garkeine Probleme mehr habe, Chinesisch zu reden.
Jedenfalls war es an dem Abend so, dass ich über das meiste recht
schnell und einfach reden konnte. Das gefiel mir sehr gut. :)
Als mit
Lanxi dann erzählte, dass sie um 8 Uhr noch eine Veranstaltung hat,
war ich fast schon traurig, dass wir uns wieder trennen mussten, aber
wir verabredeten usn gleich für nächste Woche wieder.
Als ich
dann wieder oben in meinem Zimmer war, rief ich Philipp an. Er war
mit Xian Ying und Xiao Bin, den beiden Koreanerinnen essen gewesen
und ich wollte wissen, ob sie noch was vor hatten. Leider war dem
nicht so und so habe ich mich vor den immernoch funktionierenden PC
geschmissen und auf einmal kam Pia, eine sehr gute Freundin aus
Leipzig, die mit Johanna Mathe studiert, bei Skype online und
kurzerhand haben wir uns zusammengerufen und ein Stündchen zusammen
geplaudert. Immer wieder schön, mit Leuten zu reden, die man schon
so lange nicht mehr gehört/gesehen hat.
Als das
Gespräch dann auch beendet war, habe ich noch ein wenig rumgegammelt
und bin dann irgendwann ins Bett.
Übrigens
fiel mir abends dann noch auf, dass die Chinesen, mit denen ich bis
jetzt essen gegangen bin, meist fast nur vegetarisches Essen gegessen
haben. Meistens sagen sie dann sowas wie „ich möchte heute mal
kein Fleisch“, oder „ich esse nicht so viel Fleisch“, aber
eigentlich essen Chinesisch immer Fleisch, vorallem wenn man zusammen
essen geht. Wahrscheinlich ist das hier einfach höflich, dann auch
einfach mal darauf zu verzichten, wenn einer es tut. Die meisten
Chinesen kennen persönlich überhaupt keine Vegetarier und Lanxi und
ihre Freunde wollten auch gestern von mir genau wissen, warum ich
einer bin. Aber die Geste, darauf selbst zu verzichten bzw. einfach
mehr Vegetarisches als „Fleischliches“ zu betsellen finde ich
sehr schön hier. Sie sagen dann immer „wir essen ja alles, aber du
nicht, also gibt es mehr von dem, was alle essen können“. Sonst,
wenn man in Deutschland isst/essen geht, muss man sich immer um sein
eigenes Essen kümmern, oder isst für sich alleine etwas oder es
gibt nur ein Gericht, das fleischlos ist, damit der Vegetarier auch
was bekommt. Aber einfach mal an den seltenen Amlässen, bei denen
ein Vegetarier mit isst, weniger bis garkeine Gerichte die
Fleisch/Fisch enthalten zu servieren, das macht man in Deutschland so
ziemlich nie. Finde ich schade und ich meine, dass sich einige diese
Geste gerne ab und zu aneignen könnten. Denn man isst nicht gerne
für sich allein. Es ist schöner, wenn alle alles essen können und
nicht fast alle alles und einer nur ein was.
TAG
34 Sa. 24.09.14
Am
Samstag Morgen durfte ich leider wieder nicht ausschlafen. Die
offizielle Veranstaltung für die Stipendiaten (bzw. das Treffen) war
zwar erst für 11 angesetzt, aber es gibt ja immer nur bis 9 und ab11
warmes Wasser, also durfte ich schön halb 9 aufstehen und duschen.
Naja, war okay, denn es gab wenigstens auch mal Warmwasser. Nimmer
gegessen und den Blogtext hier schonmal ein bisschen vorgeschrieben
hatte, zog ich mich dann schick an und machte mich mit Anna raus und
auf zur Lobby des International Students Office. Aber hmm.... 5 vor
11 und keiner da. Kacke. Wir eilten herum, fragten Leute, schwitzten
dezent und trafen dann Zhang Ruifang, die Verantwortliche für die
Hanban-Angelegenheiten. Sie meinte lachend: „Oh sorry guys, I
propably forgot to tell you, it's 12, not 11. Why don't you go have
some lunch?“ Ja klar, und warum bist du scheiße in deinem Job?
Wirklich nervig ohne Ende, dass kein Mensch hier in China die
Fähigkeit hat, zu organisieren.
Naja,
Anna und ich gingen dann eben essen und um 12 ging es tatsächlich
los. Hätte mich nicht gewundert, wenn sich das auch nochmal geändert
hätte. Wir bekamen wenigsten coole Renda-Buttons und machten uns
dann mit dem Bus auf zu den KI-Headquarters.
Dort
erwartete uns ein kleiner Raum mit Snacks und Souveniers. Leider aber
keine Zeit, denn in 10 Minuten ging unsere Veranstaltung los. Wir
wussten bis dato noch garnicht wirklich, WAS denn die Veranstaltung
sei.
![]() |
| kleine Figuren aus Zucker! |
![]() |
| der obligatorische Kalligraphiestand |
Wir
wurden in einen Raum geführt, der erstmal aussah, die der
Souvenierladen. Hinten befand sich jedoch eine kleine Bühne und
lauter Stühle. Wir mussten nur einem Vortrag lauschen, sonst nichts.
Okay, dachten wir, ist bestimmt interessant. Vielleicht sagen sie
etwas über die Kis oder Hanban oder das Stipendium. Als wir dann
aber den Inhaltszettel gelesen haben, waren Anna und ich ein wenig
perplex. Das Thema war „Unterschiede zwischen chinesischer und
spanischer Kunst“ mit Übersetzung entweder Chinesisch oder
Spanisch. NA TOLL. Superspannendes Thema und dann hat man die Wahl
zwischen garnichts verstehen und fast garnichts verstehen. Wir
wählten fast garnichts verstehen, befassten uns dann aber beide
relativ intensiv mit unseren Handys. Als der Vortrag sein
langersehntes Ende erreichte, ging es für uns beide auch schon
wieder heim. Wir fuhren mit dem Bus heim, machten uns bisschen über
einige ausländische Mit-Stipendiaten lustig, machten Bilder und
kamen dann schließlich wieder auf dem Campus an.
Heute
war außerdem noch das ICF, das International Culture Festival, bei
dem verschiedene Nationen, die auf dem Campus vertreten sind, Stände
aufbauten, um Dinge zu verkaufen, Freunde zu finden, Spaß zu haben,
zu essen oder Musik zu spielen. War sehr cool und wir trafen sogar En
Shuai, Xian Ying, Qiao Benhui und Nai Fan (die beiden Japanerinnen in
Philipps und meinem Kurs). Kurzerhand wurde auch da wieder ein Bild
geschossen, dass ich euch nicht vorenthalten will. Ich selber finde
ich super cool! Qiao Benhui und Nai Fan trugen diese Kimonos übrigens
deshalb, weil sie für den Japan-Stand geworben haben. Warum En Shuai
und Xian Ying dieses blaue Ding trugen, habe ich nicht
herausgefunden, die haben nämlich bei keinem Stand mitgemacht. :D
![]() |
| v.l.n.r.: Qiao Benhui, Philipp, Xian Ying, En Shuai, ich, Nai Fan - super cool :P |
Nachdem
wir uns alle Stände kurz angesehen haben, aßen wir noch kurz etwas
zusammen und sind dann auf unsere Zimmer. Den restlichen Abend
verbrachte ich damit, meinen wöchentlichen Aufsatz für 写作,
den Schreibunterricht, zu schreiben und dann an diesem Blogtext zu
schreiben.
PPS:
Ich
bitte eventuelle Rechtschreibfehler zu entschuldigen. Ich habe den
ganzen Text jetzt innerhalb von 4 Stunden +- in fast einem Ruck
geschrieben und habe ihn dann, ohne ihn nochmal gegenzulesen,
begloggt, da es ja schon wieder lange her ist und ich im Besonderen
meine Familie nicht noch einen Tag länger warten lassen will. Und
weil ich mich morgen nicht nochmal damit befassen will. :D
Mit
dem Ende des Samstages/Blogeintrages seid ihr nun ganz aktuell dabei.
Ich hoffe, bald kommt eine etwas ruhigere Zeit in der ich auch mehr
über meine ganz individuellen Eindrücke schreiben und philosopieren
kann und nicht immer nur beschreiben muss, was passiert ist, um nicht
allzu viel zu schreiben.
Also
dann, ich hoffe, es war wieder schön mitzulesen und für eventuelle
Anregungen/Vorschläge zum Bessermachen oder Kritik bin ich ganz
offen. Ich will ja, dass der Blog schön wird/bleibt. Sowohl für
euch, als auch für mich!
Aaaaaaaalso,
bis später!
Euer
米拓
:)




























