Samstag, 27. September 2014

Guten Tag! :)

Es grüßt mal wieder Herr Michael.
Stehengeblieben waren wir bei dem Donnerstag, meinem 2. Unitag. Dann gehts jetzt mal weiter... (hat sich ja jetzt schon wieder gezogen, bis ich es mal geschafft habe, zu bloggen, man hat halt kaum Zeit dafür..)


TAG 25 + 26 Do. 18.09.14 + Fr. 19.09.14

Die beiden Tage verliefen bis Mittag (so wie in Zukunft immer alle Wochentage) gleich ab: ich bin um 7 Uhr frühs aufgestanden, habe geduscht und mich innerlich maßlos darüber aufgeregt, dass ich so früh aufstehen musste. Dann ging ich runter in die Kantine nebenan, habe mir meine 2 vegetarischen Baozi und einmal 土豆片儿 (tudou pian er ähnlich wie selbstgemacht Kartoffelpuffer), geholt und bin mit meinem Kaffee zum Unterricht gewatschelt. Im Unterricht scheint nichts groaßartig interessantes passiert zu sein, denn mein elektronisches Tagebuch, dass ich nebenbei noch als Nebenbeihilfe für den Blog und als spätere Erinnerung an das Jahr hier benutze, sagte nichts weiter dazu. Aber da noch alles recht frisch ist, kann ich ja trotzdem bisschen was dazu erzählen.
Im allgemeinen (ich hatte jetzt jeden Lehrer schon ein paar Mal) sind die chinesischen Lehrer hier relativ gut. Im Vergleich zu dem Erwarteten. Schlecht finde ich den Unterricht dennoch. Man redet pro Stunde (90 Minuten) pro Student sicher weniger als 1 Minute, man spricht höchstens nach, liest im Chor oder wiederholt Vokabeln 3-6 mal. Trotzdem finde ich, dass einige Lehrer (bes. Barbie oder Bai Ge, unsere „Klassenlehrerin“) durch ihre Art punkten. Sehr nett, freundlich und leidenschaftlich erfreut beim Unterrichten. Außerdem kann ich mein Hörverstehen gut verbessern, da wir halt fast nur zuhören. Darüber hinaus lernt man sehr viele Vokabeln, von denen einige auch in meinem „nützliche Vokabeln“-Heft landen. Ein Heftchen, das ich mir angelegt habe und in das ich stets Zeichen einfüge, die ich für den Alltag wichtig oder interessant finde. Ja, wie gesagt, ganz großer Mangel ist halt, dass wir fast nie reden müssen. Aber dafür lebt man ja hier und hat es im Alltag genug.
Wie auch immer, nach den Tagen passierte dann jeweils folgendes:
Donnerstag hatten wir mal etwas mehr Luft, da wir dann jeweils am Mittwoch stundenlang Hausaufgaben gemacht hatten. Und da wir nun seit fast 4 Wochen hier lebten und uns langsam mal wieder die Lust nach Käse und Schwarzbrot und deutschen/europäischen Süßkram größer wurde, fuhren wir zu Metro – einem großen Importsupermarkt. Anna und ich (beide total hungrig) schlenderten durch die Gänge und konnten nicht mehr – Pringles, Ritter Sport, NUTELLA, saure Gurken, natürlich Schwarzbrot und Käse (allerdings gibt es hier höchstens eingeschweißtes Pumpernickel und eingeschweißten Sandwichkäse) und noch tausend andere Dinge, die wir freudig in unseren Einkaufswagen schmissen. Die Ausbeute von uns 3en zusammen seht ihr hier:

SO VIEL LECKERES ZEUG!

Dagelassen haben wir alle 200-300 Yuan, da das logischerweise alles teuer war, aber das war es einfach mal Wert.. Danach gingen wir noch in ein „deutsches Restaurant“ um abendzuessen. Super teuer, super überhauptnicht lecker und super überhauptnicht deutsche Atmosphäre.. Der typische Chinesen-Quotenproll saß in unserer Nähe und hat geraucht wie ein Schlot und im Halbsuff mit seinen ebenfalls dauerrauchenden und ebenfalls halbbesoffenen Freunden in großer Lautstärke über sicherlich totaaaal wichtige Dinge zu reden. Sicher hatten sie schon zwei. ganze. Bier!! Außerdem saß uns noch einer schräg gegnüber, der sich ein(e) Maß (? ich weiß garnicht, wie man das sagt/schreibt) bestellt hat, dieses nicht mal halb ausgetrunken hatte und schon halb komatös auf der Bank saß.... aber kurz danach kam noch ein Glas Bier. Das allerdings war sicher schon 1,5 Liter groß. Naja, wer weiß, ob der gute noch lebt.

Freitag waren wir dann nach der Uni mal wieder mit Frau Drinhausen unterwegs gewesen. Vorher gab es aber erstmal schön Brot mit Käse und sauren Gurken. Jawoll! 
irgendwie beeindruckende Wohnhäuser
Der eigentliche Plan war, in den sogenannten Glockentempel zu gehen, doch als wir ankamen, wurde uns gesagt, dass dieser bis einschließlich Oktober zu hat. Komisch, dass aber lauter Chinesischen rein und raus gingen, aber okay..
an einer Wand gefunden: 人人都献出一点爱 - jeder Mensch soll ein bisschen Liebe aufbringen - ist das nicht schön? 











Kurzerhand entschieden wir uns, mal wieder auf die Wangfujing 王府井 zu gehen und dort ein bisschen rumzuschlendern. War wieder schön und man konnte wieder viel sehen. Irgendwann mach ich mal einen Blogeintrag nur über die Mode hier. Wirklich unfassbar, was die Leute (egal ob jung oder alt, Mann oder Frau) hier so tragen. Ich versuche immer mal Bilder zu machen, aber das fällt halt schnell auf und finde ich auch etwas unhöflich. Jedenfalls ist die Wangfujing dafür bestens geeignet, Leute anzugucken. Die Mädchen tragen fast alle Schuhe mit 3-5cm Plateau (sieht super scheiße aus, wenn es vorallem eigentlich bloß dünne Stoffschuhe sind, sieht aber eigentlich immer scheiße aus). Dann haben viele Oberteile Blümchenen, Rüschchenen (und wie schreibt man das jetzt wieder? Hmm, egal.), Glitzerglitzer und manchmal noch abgefahreneres. Einmal hatte eine einen riesen Mund auf dem Oberteil und auf den Schultern waren sicher 10cm breite Plüsch-Augen aufgenäht wurden. Ätz.
Naja, zurück zum Thema. Da kann ich mich später nochmal genug drüber auslassen.
Jedenfalls waren wir erstmal wieder in einem Cafe und dann sind wir wieder in das buddhistisch-vegetarische Restaurant gegangen, wo ich anfangs schonmal mit Stefan und Philipp war. Auch da war es wieder mal sehr lecker und die Atmosphäre sehr schön. Bezahlt haben diesmal Anna und ich (insg. 290 Yuan, schon sehr sehr teuer hier). Dann ging es heim.


TAG 27 + 28 Sa. 20.09.14 + So. 21.09.14

Samstag waren wir mit Frau Drinhausen wieder mal bei Frau Lai eingeladen gewesen. Da wir uns um 11 unten getroffen haben um zusammen hinzufahren und ich erst um 10 aufgestanden bin, durfte ich erstmal schön eiskalt duschen, da es ja nur bis 9 und ab 11 warmes Wasser gibt. Man nervt das hier. Naja, dann ging es mit dem Taxi für unschlagbare 60 Yuan (ca. 7 € für 4 Personen und ungefähr 45 Minuten Fahrt) zu Frau Lai. Diesmal Taxi, weil wir nicht immer unterirdisch durch die Stadt fahren wollen, sondern auch mal was sehen wollen. Die total super mega cool professionellen Bilder, die ich während der Fahrt und dann später von dem mal wieder super leckeren (und in Knoblauch ertränkten) Essen von Frau Lai gemacht habe, seht ihr hier. Das mit dem Knoblauch ist in Peking ganz normal und schmeckt eigentlich auch ganz gut so. Meist sind in den Gerichten auch halbe Knoblauchzehen drin, einfach für den Geschmack.
hinter den Bäumen kann man das Olympiastadion erkennen, dass 2008 errichtet wurde - sehr beeindruckend!!
ein weiteres cooles Gebäude - leider wissen wir nicht, was es tut. aber es ist cool.


HAPPI! (die 5 linken Teller sind die vegetarischen gewesen)






















 
Der Aufenthalt dort war sehr schön, nur dass Liu Bobo, Frau Lais Mann, wieder mal sehr viel sehr komplizierte Dinge erzählt hat. Das ist zwar interessant gewesen, aber wenn man einfach nicht so viel versteht (es ging um …. kacke, ich habs vergessen, naja, es war wieder etwas geschichtliches, oder etwas im Bezug auf Manieren, irgendwas). Weiterhin muss ich zugeben, dass mir das Gerede dann irgendwann zu viel wurde. Mir saß ziemlich die Zeit im Nacken, da ich dringend vor 6 pm meinen bestellen Rasierer abholen musste, sonst hätte ich noch länger warten müssen, und so langsam musste der Bart und das Kopfhaar echt mal wieder gestutzt werden... Außerdem hatte ich noch tausend Hausaufgaben zu erledigen, die ich wirklich nicht warten lassen wollte.
Nachdem wir uns dann, ich glaube es war gegen halb 5, auf den Weg machten, suchten wir uns wieder ein Taxi und kamen dann auch noch in den Feierabendverkehr. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von sagen wir mal ca. 10km/h schafften wir es dann 17.30 noch auf den Campus und ich eilte gleich los, um insg. 15 Leute zu fragen, wo denn der in der SMS beschrieben Ort sei, an dem man die Pakete abholen kann. Kurz vor 6 schaffte ich es, ging heim, probierte ihr aus (passt!) und machte dann den restlichen Abend nichts mehr außer Hausaufgaben. Juhu.

Sonntag früh war es dann um meinen Laptop endgültig geschehen. Nachdem er es wieder mal nicht geschafft hatte, mich mit dem Internet zu verbinden und ich ihn neustarten wollte, ging er garnicht mehr an. Kurzerhand entschied ich mich dafür einen Systemneustart zu machen, bei dem keine Daten verloren gehen, und als ich ihn dann nach einer Stunde wieder anmachen konnte, war nichts mehr da. Leider nicht mitgedacht. Kein Mozilla mehr, kein VPN Client, kein garnichts mehr. Außerdem konnte ich aus mir wie immer unerklärlichen Gründen nichts mehr herunterladen. Kein Mozilla, kein VPN, kein garnichts. Mir waren also die Hänge gebunden. Ich zog erstmal all meine Daten (sind ja eigentlich nicht so viele) auf meine externe Festplatte und entschied mich dann dazu, meinen Laptop die Tage von Windows 8 auf Windows 7 umzurüsten, da mir dieses blöde Betriebssystem in China einfach unendlich Probleme bereitet und ich es langsam satt hatte/habe. Ständig hat man Probleme mit dem VPN, dem Internet und jetzt hat der ganze PC auch noch endlos Probleme gemacht.
Doch bevor das in die Tat umgesetzt werden konnte, hatten Philipp und ich noch eine Verabredung. Weilin, unser chinesischer Freund wollte heute mit uns ins Nationalmuseum gehen. Anna lehnte ab, weil sie daran kein Interesse hatte.
Erstmal gingen wir in ein Jiaozi-Restaurant und haben uns schön vollgestopft. Danach ging es mit der Bahn wieder zum Tiananmen-Platz, an dessen Seite sich das National Museum of China (中国国家博物馆 zhongguo guojia bowuguan) befand. Nach mehreren Sicherheitschecks, die an die in den U-Bahn-Stationen erinnern, hier aber tatsächlich mal Sinn machten, nicht zuletzt, weil hier auch die Leute auf die Monitore guckten, wenn die Taschen der Besucher durchleuchtet wurden, waren wir drin. Erinnerte auf den ersten Blick eher an ein Einkaufszentrum von sehr schlichtem Aussehen. Sah schön aus. Wir fuhren mit Rolltreppen runter und machten eine kleine Reise durch die Dynastien von Anfang bis heute. Daben sahen wir unzählige Kunstwerke, Kaisergegenstände und Chinesen mit blöden Klamotten. Wie immer halt. Weilin berichtet uns (natürlich immer nur auf chinesisch) über die jeweiligen Geschichten der Gegenstände oder deren Verwendungszwecke. Interessant, aber mir taten irgendwann ziemlich die Füße weh.

versmoggter Ausblick auf den Tiananmen-Platz

Eingangshalle - sehr groooooooooß


Figuren der Terracotta-Arme aus Xi'an.


 










Nachdem wir von Geschichte und rumstehen genug hatten, gingen wir essen. Weilin kannte ein sehr gutes vegetarisches Restaurant, nahe der Beijing University (北京大学 Beijing daxue), die 3 U-Bahn-Stationen von der Renda entfehrnt ist. Die U-Bahn war dieses mal so voll wie noch nie. Kurzerhand habe ich mal ein Bild gemacht und dafür in Kauf genommen, einmal noch blöder angestarrt zu werden.
das war wirklich mal etwas enger als sonst und der eine oder andere Chinese fing auch schon an zu klagen - war irgendwie aber lustig

 
Nach der obligatorisch-chinesichen ewigen Suche nach dem gewünschten Ziel kamen wir an. Hier in China essen alle schon so gegen halb um 6, war uns Europäern viel zu früh ist. Fanden Philipp und ich auch doof, aber man sagt ja dann nicht nein. Als ich mich das erste mal mit Weilin getroffen hatte, fragte er mich schon um 4, ob wir Abendessen gehen wollen. Da hab ich leider gleich gesagt, dass das nicht geht. Da wir jedenfalls an dem Sonntag pünktlich um 18 Uhr das Restaurant erreichten, durften wir draußer erstmal Schlange stehen, bis wir dran waren. Hier ist einfach alles auf Massenbetrieb eingestellt. Die Leute stehen Schlange für das Essen im Restaurant, man setzt sich, bestellt, isst und keine 30 Sekunden später geht man wieder, damit der nächste gleich kommen, essen und dann sofoer wieder gehen kann.
Wir bestellten uns alles mögliche, darunter scharfe, kalte Nudeln, süß-sauer gebackene Ananas, typisch chinesische Gerichte mit Fleischersatz und und und. So gut wie da habe ich noch nirgends gegessen. Ist also bis jetzt die Nummer 1. hier. :)
Nachdem das (natürlich nicht ganz so billige) Essen gegessen war, sprangen wir auf und gingen. Immer diese Eile, kaum den letzten Happen im Mund, fragt Weilin einen gleich, ob man gehen will..
Dann nahmen wir uns ein Taxi und fuhren heim. Abends saß ich dann noch bei Philipp auf dem Bett und versuchte, meinen Laptop hinzubekommen, aber er wollte nicht. Morgen war er dran....


TAG 29 – 31 Mo. 22.09.14 – Mi. 24.09.14

Kaum zu glauben. Am Montag, den 22.09. war ich auf den Tag genau schon seit 4 Wochen in China. Mittlerweile über einen Monat lebe ich nun schon hier und es kommt mir so vor, als hätte das bisher größte Abenteuer meines Lebens gestern erst richtig begonnen. So schnell wie immer alle sagten, vergeht die Zeit hier eben doch. Irgendwie schön und erschreckend zugleich...

Die ersten Tage dieser Woche verliefen wieder mehr oder weniger spannend, weshalb sie wieder zusammengefasst werden.
Am Montag hat Frau Drinhausen in unserem Unterricht hospitiert (wir hatten 精读 bei unserer Klassenlehrerin/Tutorin) und nachdem der Unterricht, der hauptsächlich aus Vokabeln nachsprechen und 60 Minuten einen Absatz im Buch behandeln bestand, kam sie zu uns und meinte, das sei eher Unterricht, bei dem sie wegrennen würde. Fanden wir ziemlich passend ausgedrückt. Naja, kann man halt nichts machen. Die Sprachkurse in China/Asien sind halt einfach schlecht ohne Ende und man fühlt sich oft, als wäre man im Kindergarten. Letztens mussten wir auf die Frage der Lehrerin wie es uns geht auf ihren Willen erst ein-, dann zwei-, und dann dreimal klatschen und sagen „好,很好,非常好,yeah“ (gut, sehr gut, total gut, yeah). Ich hab mich in einer Bildungseinrichtung noch nie so bescheuert gefühlt wie da.
Um 12 waren wir dann wieder zum Essen eingeladen gewesen. Und zwar wollte dieses mal Frau You, eine ehem. Lehrerin aus dem KI Leipzig und jetzige Lehrerin hier zusammen mit uns, Frau Rong und Frau Drinhausen essen gehen (Frau Rong kennt ihr ja evtl. auch schon aus vorherigen Geschichten). Das Essen war ganz gut und man hat sich wieder mal bisschen auf Chinesisch unterhalten. Frau Rong, die sich offenbar exzessiv mit den anderen Lehrern über die Leipziger austauscht, meinte, sie habe gehört, dass wir (besonders Philipp und ich) nicht gerne und viel im Unterricht reden. Dass man aber absolut niemals jemals überhaupt im Unterricht dazu kommt, frei und ausgiebig zu reden, hat sie dabei wohl leider vergessen.
Nachdem das Essen erledigt war, gab es noch ein obligatorisch-chinesisches Gruppenbild, das es hier zu sehen gibt (Frau Drinhausen, wenn Sie das jemals lesen, ich hoffe Sie verklagen mich nicht, weil ich Sie hier so oft erwähnt habe oder das Bild von Ihnen hier auftaucht; die ganz ganz üblen Stories habe ich hier aber rausgelassen – haha, Scherz!).
v.l.n.r.: Anna, Philipp, Frau Drinhausen, ich, Frau You, Frau Rong

Nach dem Essen sind Philipp und ich los mit dem Missionsziel, meinem Laptop neues und gesundes Leben einzuhauchen. Ein Lenovo-ThinkPad-Shop war dann auch irgendwann gefunden und sie waren willig, mir Windows 7 zu verpassen. Zum Glück konnte mir Weilin, Freund und Retter und Chinesischhelfer per Telefon helfen und dem Mitarbeiter genau erklären, was ich wollte. Konnte ich zwar auch so mit ausreichender Vorbereitung der notwendigen Vokabulars, aber bei sowas will man ja schon lieber auf Nummer sicher gehen. War auch gut so, denn der nette Boy in dem Laden wollte mit eine fake-Version von Windows 7 auf den PC machen. Macht hier in China jeder so, denn hey, ist ja billig und Qualität kennt hier eh kein Mensch. Die fake Version hat 500 Yuan, die wirklich richtige offizielle, englische Version von Win7 kostete würde mich 1600 kosten. Weilin meinte, der Mitarbeiter würde mir Zusatzprogramme raufmachen, die das inoffizielle Betriebssystem so funktionieren lassen würden, die das richtige, doch für mich kam das nicht in Frage. Nach langen Gewissensbisschen, weil es ja mit umgerechnet 200 € wirklich teuer war, habe ich dann aber doch zugestimmt und die offizielle Version genommen. Die Deinstallation von Win8 und Installation von Win7 dauerte insg. etwa 90 Minuten und während ich Angst hatte, total verarscht worden zu sein (man weiß hier wirklich nie..), staunten alle Mitarbeiter über den bescheuerten Ausländer, der SO VIEL GELD für die offizielle Version ausgibt, obwohl er es viel billiger hätte haben können. Chinesen haben halt einfach keine Ahnung von Qualität und was diese Wert ist. Bei der fake-Version hätte ich sicher noch sonst was für Rennereien hier gehabt und das ist in China wirklich nicht schön.
Abends, als ich dann daheim war, installierte ich alles neu und siehe da – es klappte. Hoffen wir, dass der Scheiß jetzt endlich ein Ende hat, denn es gibt mehr, was ich in China tun will, als mich mit meinem Internet und Laptop rumzuschlagen.

Am Dienstag war eigentlich garnichts passiert. Oh wartet, doch! Ich hatte eine Verabredung mit En Shuai 恩率, so ist jedenfalls ihr Chinesischer Name. En Shuai ist eine Koreanierin in meinem Sprachkurs und mit Xian Ying 仙英 und Xiao Bin (die Zeichen dazu kenn ich leider noch nicht) sind die 3 bisher die nettesten und sympatischsten Koreanerinnen, die ich bis jetzt kennegelernt habe. Die anderen Koreaner/innen benehmen sich ehrlich gesagt ziemlich assozial. Sie sind rüpelhaft, laut, rücksichtslos und fühlen sich wie die geilsten, weil sie.. keine Ahnung, riesige Brillen und selbst für meinen Geschmack ziemlich schwule Klamotten tragen? Das ist natürlich meine persönliche Meinung und man kann natürlich nicht alle über einen Kamm scheren (siehe die 3 Mädels in meinem Kurs), aber im Allgemeinen sind sie mir, Anna und Philipp schon meistens sehr sehr unsympatisch. Jedenfalls haben En Shuai und ich uns zum Mittagessen und danach in einem Cafe zum gemeinesen Hausaufgabenmachen verabredet. Sehr lustig und freundschaftlich lief das alles ab. Wir aßen in der total vollen Kantine nebenan unseres Wohnheimes und schrien uns auf Chinesisch zu wie alle anderen halt auch.
En Shuai und ich: halloooooooo!
Nachdem das gemeistert war, ging es in ein koreanisches Café, von dem sie noch nie etwas gehört hat (haha) und dort machten wir unsere Aufgaben. Danach wurde wieder munter weitergeplappert und wir haben uns super verstanden. Ein kleines Bildchen von ihr und mir gibt es hier sogar auch zu sehen. Asiaten machen halt immer Bilder von sich. ;)
 Der Rest des Tages war ereignislos. Ich machte weitere Hausaufgaben, ging einkaufen, stopfte mich mit Limettenchips voll (totaaal geil!) und trank ganz viel Chrysantemem Tee.


Mittwoch war die Duschsituation mal wieder genial ohne Ende – frühs gab es einfach mal zur Abwechslung garkein kaltes Wasser. Man durfte also kochend heiß duschen, was also garnicht duschen bedeutete. Bzw. sich Wasser auf die Hand rieseln zu lassen, dabei Schmerz zu empfinden, sich wenigstens die Notwendigen Körperteile halbwegs nass zu machen und danach einzuseifen. War total toll. Mittags wollte ich dann wenigstens nochmal duschen, da es halt doch schon schön wäre, sich einfach mal zu duschen, aber hey – mittags gab es? Genau – kein warmes Wasser mehr. Cool, dann eben nicht scheiße heiß, sondern zum tot umfallen kalt duschen. Bald ist hier Nationalfeiertag und über Nacht tauchten in der Stadt mehrere Millionen rote Banner mit Sprüchen der Partei auf. Das können sie, aber einem Gebäude in den versprochenen Zeiten warmes und/oder kaltes Wasser verpassen kriegt man hier nicht auf die Reihe. Daumen hoch China für richtig gesetzte Prioritäten.
So, weiter im Text...
Dienstag rief mich Anna an und meinte, sie habe einen Anruf bekommen, dass am kommenden Samstag um 11 alle Hanban-Stipendiaten eine offizielle Veranstaltung haben und teilnehmen müssen. Das Konfuzuis-Institut, welches die Stipendien vergibt, hat dieses Jahr 10-jähriges Jubiläum. Und da klein-Thomas so klug war und ziemlich wenig Klamotten mitgenommen hat, obwohl er noch knapp 10 Kilo im Koffer Platz gehabt hatte, stand nun was an? Ja – Shoppen. Klingt geil, ist aber in China ziemlich scheiße. Alles ist riesig und verteilt und bis man etwas passendes, nicht zu teures und schönes findet, sucht man meist ewig. Nichtsdestotrotz habe ich mir am Mittwoch den guten alten Philipp geschnappt und mitgeschleift. Wir fuhren zu Xidan 西单, einem der 1.000 Orte (ist bestimmt sogar nicht mal übertrieben), an dem sich massig Kaufhäuser aneinanderreihen und gingen dort auf die Suche. Erstmal ging es zu H&M, da es dort relativ billige und auch zT. schicke Kleidung gibt. Nach ewiger Suche musste ich aber kapitulieren. Tatsächlich gab es wenig, das zusammengapasst hatte, da ich ja Hemd, Hose, Schuhe und Gürtel brauchte.... Traurig zogen wir weirter und verirrten uns in einem Laden, der von außen total garnicht schön aussah. Hier auch irgendwie Meters-bowne. Keine Ahnung welcher Idiot sich das ausgedacht hat, aber Englisch konnte er nicht. Kann hier generell keiner. Beziehungsweise es schreiben. Letztens habe ich mir ein Fahrradschloss gekauft, auf dem stand „high quakity“, oder letztens habe ich ein Reklameschild gelesen, auf dem stand „juweiry“ drauf. Sollte wohl Jewellery heißen oderso. :D
Jedenfalls waren wir dann in dem Laden und es gab tatsächlich sehr sehr schöne Klamotten und das sogar billiger als bei H&M. Nachdem ich dann eine schwarze Hose, ein braunes, schlichtes Hemd und brauche Schuhe gefunden und gekauft hatte, bezahlte ich aber dennoch knapp 700. Sind auch wieder fast 100 €. Das Leben hier in Chinas Hauptstadt ist halt einfach nicht so billig. Dann schlenderten wir noch ein Weilchen durch diverse Kaufhäuser und sahen hier wie immer schockierende Dinge: ein Kind, das mit seiner Mutter im Chinesen-Sitz auf dem Boden hockte, ein Taschentuch unterm Popo liegen hatte und dabei sein großes Geschäftchen verrichtete. Mitten da, umgeben von Leuten. Und das schlimmste war – die Toilette war ganze 100 m entfernt. Manchmal frag ich mich wirklich, was hier abgeht und warum einfach niemanden irgendwas intressiert. Außerdem lief in dem Kaufhaus plötzlich deutsche, christliche Musik mit unendlich viel Schmalz und Schülz. Die Person, die sie Liederauswahl getroffen hat, wusste sicher nicht, worum es da geht. Essenziell dabei war sicher der Schmalz, denn schmalzig bis zum get no sind auch ca. 80% aller chinesischen Lieder. Nachdem wir genug der chinesischen Macken hatten, fuhren wir heim und verbrachten den Abend in Ruhe und ich habe nochmal kurz mit meiner Mutti geskypt. :)


TAG 32 Do. 25.09.14

Am Donnerstag konnte man endlich wieder normal duschen. Wir hoffen und beten, dass es so bleibt. Die Uni war wieder mal semi toll. Wir haben nachgesprochen, im Chor gesprochen, bloß nicht selbst gesprochen. Nachdem der super anspruchsvolle Unterricht beendet war, gingen wir 3 (Anna, Philipp und ich) essen und dann fuhren wir mit der U-Bahn zu einem Fahrradladen. Denn wer eben aufgepasst hat weiß – ich habe mir letztens ein Fahrradschloß gekauft. Denn: ich habe mir an dem Donnerstag ein Fahrrad gekauft. Ganze 200 Yuan hat das gekostet und ist somit billiger als die Hose, die ich mir für Samstag habe kaufen müssen. Das Rad ist neu, und in Ordnung. Die Bremsen sind nicht sonderlich effektiv, aber schnell sollte (und kann) man in Peking nicht wirklich fahren. 
 
tadaaaa - super billig und tausend mal besser als mein Rad in Deutschland :D


Nachdem Philipp und ich uns für ein- und dasselbe Rad entschieden haben, fuhren wir beide mit dem Rad los – zurück zum Campus. Anna wurde auf dem Motorroller von ihrem Bekannten mitgenommen, der in Peking wohnt und mitgekommen war, um uns zu helfen. Die Fahrt war wirklich super interessant. Man klingelt eigentlich die ganze Zeit. Nicht, weil man (wie in Deutschland) genervt ist oder jemand einen blockiert, sondern um anzukündigen, dass man gleich überholt oder generell einfach da ist. Wir wurschtelten uns also auf dem Heimweg durch Autos durch, die wie immer über Zebrastreifen fuhren, als wären sie nutzlos (was sie hier natürlich auch 100% sind), wir nahmen Autos, Fahrrädern und Passanten die Vorfahrt, klingelten um die Wette und Anna fotografierte den ganzen Spaß ständig vom Rücksitz des Motorrollers aus. Ihre Ergebnisse sind hier zu sehen:

so cool!  


eigentlich wollte ich mich stets weigern, das Peace-Zeichen in China zu machen, aber so schnell ädert sich das :)

PS: die Luft war heute tagsüber bereits über 200, sieht man sicher auf den Bildern auch. Bedeutung des Zahlenwerts wurde bereits erklärt, steht für die Anzahl an PM2.5 Feinstaubpartikeln pro m³. Für die Interresierten hier der Link, der stündlich über den Stand der Luftverschmutzung infoermiert:

Nachdem wir lebend angekommen waren und uns wieder in unsere Zimmer begaben, habe ich wie immer fleißig meine Hausaugaben gemacht unbd später dan mit Johanna geskypt. Das war mal wieder sehr schön, da wir beide uns schon lange nicht mehr gesprochen hatten und unser eigentlicher Plan, in der Ferienwoche gemeinsam nach Nanjing zu kommen ja leider gescheitert war, da ich ja wegen meiner Passlosigkeit nicht aus Peking raus kann. Das taten wir dann bis circa viertel 8, da wir uns dann mit Frau Drinhausen und ihrer Tochter getroffen haben. Denn Freitag früh musste Frau Drinhausen uns leider verlassen. Den letzten Abend wollten wir 3 und natürlich auch ihre Tochter mit ihr gemeinsam verbringen, also gingen wir wie üblich eben gemeinsam essen, plauderten über alles mögliche, ließen uns wie immer von Frau Drinhausen Tochter Tipps für den Winter und das generell Leben in Peking geben und gingen dann nach dem Essen nochmal in das Circle Café neben unserem Wohnheim und ließen den Abend bei einem gemeinsamen Cocktal ausklingen. Das war sehr schön.
Als sich dieser Abend auch dem Ende zuneigte, verabschiedeten wir uns.


TAG 33 Fr. 26.09.14

Aber noch nicht so ganz. Denn da wir Freitag alle erst um 10 in die Uni müssen und Frau Drinhausens bestelltes Taxi erst um 10 kam, konnten wir sie frühs nochmal treffen, die Wander-Bierdose und noch andere Kleinigkeiten, die sie nicht mit nach Deutschland zurücknehmen wollte übernehmen und sie dann richtig verabschieden. Die gemeinsame Zeit mit ihr war wirklich schön und machte uns allen sehr viel Spaß. Sehr schade, dass sie nun weg ist und wir keine Mutti mehr hier haben. Sie werden uns hier fehlen!
Nachdem wir uns schweren Herzens verabschiedeten, gingen wir in die Uni, saßen unsere blöde Stunde ab und gingen dann mit Yan (kennt ihr noch, war letztens mal mit Anna, Philipp, Jindi und mir in einem Park) und Hyuan Soo (eine Koreanerin, die aber in Canada großgeworden ist und in den Staaten studiert hat) zum Mittagessen. Hyuan Soo ist total besessen von Kerlen undüberlässt absolut nichts dem Zufall. Als sie einen (für sie total heißen) Typen sah, dem sie Englisch-Unterricht gibt, fing sie erstmal an, sich zu schminken. Ziemlich verrücktes Mädel, aber absolut lustig! Bildschön, klug und absolut lustig. Nach dem Essen holten wir uns alle noch einen frisch gepressten Saft von Nebenan und saßen auf der Bank und quatschten über alles mögliche. Nachdem die beiden sich dann verabschiedeten, blieben Anna, Philipp und ich sitzen und spielten ein bisschen mit Annas Haaren. Wir ließen sie über meinen Kopf hängen und lachten uns dabei mit massig Puplikum halb tot, weil das so scheiße ausgesehen hat. Nachdem wir uns bestimmt 20 Minuten völlig darüber beeimerten, gingen wir auch hoch auf unsere Zimmer und machten mal wieder – oh ha – Hausaufgaben.
der nahezu ewige Ausblick aus meinem Fenster - langsam hätte man es gerne mal wieder etwas farbintensiver
Dann abends, halb 7 habe ich mich mit Lanxi 岚曦 getroffen. Sie ist mein neuer „Buddy“. Es gibt für die Auslandsstudenten ein Programm, bei dem man sich einträgt und dann einen Chinesen oder eine Chinesin zugeteilt bekommt, mit dem man sich anfreunden kann und etwas unternehmen kann und mit dem man meine Sprachfertigkeiten verbessern kann. Und Lanxi ist meine. Wir verabredeten uns zum Abendessen und als Begleitung brachten sie noch ihre Mitbewohnerin und einen Komillitonen mit. Anfangs war ich deswegen schon etwas aufgeregt, aber nachdme ich dann alle 3 kennengelernt habe und wir uns knapp 2 Stunden in dem Restaurant schön unterhalten haben, war die Nervosität weg. Lanxi spricht super deutlich und ich konnte immer alles verstehen. Zum ersten mal fiel mir richtig auf, dass ich im Alltag nahezu garkeine Probleme mehr habe, Chinesisch zu reden. Jedenfalls war es an dem Abend so, dass ich über das meiste recht schnell und einfach reden konnte. Das gefiel mir sehr gut. :)
Als mit Lanxi dann erzählte, dass sie um 8 Uhr noch eine Veranstaltung hat, war ich fast schon traurig, dass wir uns wieder trennen mussten, aber wir verabredeten usn gleich für nächste Woche wieder.
Als ich dann wieder oben in meinem Zimmer war, rief ich Philipp an. Er war mit Xian Ying und Xiao Bin, den beiden Koreanerinnen essen gewesen und ich wollte wissen, ob sie noch was vor hatten. Leider war dem nicht so und so habe ich mich vor den immernoch funktionierenden PC geschmissen und auf einmal kam Pia, eine sehr gute Freundin aus Leipzig, die mit Johanna Mathe studiert, bei Skype online und kurzerhand haben wir uns zusammengerufen und ein Stündchen zusammen geplaudert. Immer wieder schön, mit Leuten zu reden, die man schon so lange nicht mehr gehört/gesehen hat.
Als das Gespräch dann auch beendet war, habe ich noch ein wenig rumgegammelt und bin dann irgendwann ins Bett.
Übrigens fiel mir abends dann noch auf, dass die Chinesen, mit denen ich bis jetzt essen gegangen bin, meist fast nur vegetarisches Essen gegessen haben. Meistens sagen sie dann sowas wie „ich möchte heute mal kein Fleisch“, oder „ich esse nicht so viel Fleisch“, aber eigentlich essen Chinesisch immer Fleisch, vorallem wenn man zusammen essen geht. Wahrscheinlich ist das hier einfach höflich, dann auch einfach mal darauf zu verzichten, wenn einer es tut. Die meisten Chinesen kennen persönlich überhaupt keine Vegetarier und Lanxi und ihre Freunde wollten auch gestern von mir genau wissen, warum ich einer bin. Aber die Geste, darauf selbst zu verzichten bzw. einfach mehr Vegetarisches als „Fleischliches“ zu betsellen finde ich sehr schön hier. Sie sagen dann immer „wir essen ja alles, aber du nicht, also gibt es mehr von dem, was alle essen können“. Sonst, wenn man in Deutschland isst/essen geht, muss man sich immer um sein eigenes Essen kümmern, oder isst für sich alleine etwas oder es gibt nur ein Gericht, das fleischlos ist, damit der Vegetarier auch was bekommt. Aber einfach mal an den seltenen Amlässen, bei denen ein Vegetarier mit isst, weniger bis garkeine Gerichte die Fleisch/Fisch enthalten zu servieren, das macht man in Deutschland so ziemlich nie. Finde ich schade und ich meine, dass sich einige diese Geste gerne ab und zu aneignen könnten. Denn man isst nicht gerne für sich allein. Es ist schöner, wenn alle alles essen können und nicht fast alle alles und einer nur ein was.


TAG 34 Sa. 24.09.14

Am Samstag Morgen durfte ich leider wieder nicht ausschlafen. Die offizielle Veranstaltung für die Stipendiaten (bzw. das Treffen) war zwar erst für 11 angesetzt, aber es gibt ja immer nur bis 9 und ab11 warmes Wasser, also durfte ich schön halb 9 aufstehen und duschen. Naja, war okay, denn es gab wenigstens auch mal Warmwasser. Nimmer gegessen und den Blogtext hier schonmal ein bisschen vorgeschrieben hatte, zog ich mich dann schick an und machte mich mit Anna raus und auf zur Lobby des International Students Office. Aber hmm.... 5 vor 11 und keiner da. Kacke. Wir eilten herum, fragten Leute, schwitzten dezent und trafen dann Zhang Ruifang, die Verantwortliche für die Hanban-Angelegenheiten. Sie meinte lachend: „Oh sorry guys, I propably forgot to tell you, it's 12, not 11. Why don't you go have some lunch?“ Ja klar, und warum bist du scheiße in deinem Job? Wirklich nervig ohne Ende, dass kein Mensch hier in China die Fähigkeit hat, zu organisieren.
Naja, Anna und ich gingen dann eben essen und um 12 ging es tatsächlich los. Hätte mich nicht gewundert, wenn sich das auch nochmal geändert hätte. Wir bekamen wenigsten coole Renda-Buttons und machten uns dann mit dem Bus auf zu den KI-Headquarters.

Dort erwartete uns ein kleiner Raum mit Snacks und Souveniers. Leider aber keine Zeit, denn in 10 Minuten ging unsere Veranstaltung los. Wir wussten bis dato noch garnicht wirklich, WAS denn die Veranstaltung sei.
kleine Figuren aus Zucker!

der obligatorische Kalligraphiestand

Wir wurden in einen Raum geführt, der erstmal aussah, die der Souvenierladen. Hinten befand sich jedoch eine kleine Bühne und lauter Stühle. Wir mussten nur einem Vortrag lauschen, sonst nichts. Okay, dachten wir, ist bestimmt interessant. Vielleicht sagen sie etwas über die Kis oder Hanban oder das Stipendium. Als wir dann aber den Inhaltszettel gelesen haben, waren Anna und ich ein wenig perplex. Das Thema war „Unterschiede zwischen chinesischer und spanischer Kunst“ mit Übersetzung entweder Chinesisch oder Spanisch. NA TOLL. Superspannendes Thema und dann hat man die Wahl zwischen garnichts verstehen und fast garnichts verstehen. Wir wählten fast garnichts verstehen, befassten uns dann aber beide relativ intensiv mit unseren Handys. Als der Vortrag sein langersehntes Ende erreichte, ging es für uns beide auch schon wieder heim. Wir fuhren mit dem Bus heim, machten uns bisschen über einige ausländische Mit-Stipendiaten lustig, machten Bilder und kamen dann schließlich wieder auf dem Campus an.
Heute war außerdem noch das ICF, das International Culture Festival, bei dem verschiedene Nationen, die auf dem Campus vertreten sind, Stände aufbauten, um Dinge zu verkaufen, Freunde zu finden, Spaß zu haben, zu essen oder Musik zu spielen. War sehr cool und wir trafen sogar En Shuai, Xian Ying, Qiao Benhui und Nai Fan (die beiden Japanerinnen in Philipps und meinem Kurs). Kurzerhand wurde auch da wieder ein Bild geschossen, dass ich euch nicht vorenthalten will. Ich selber finde ich super cool! Qiao Benhui und Nai Fan trugen diese Kimonos übrigens deshalb, weil sie für den Japan-Stand geworben haben. Warum En Shuai und Xian Ying dieses blaue Ding trugen, habe ich nicht herausgefunden, die haben nämlich bei keinem Stand mitgemacht. :D
v.l.n.r.: Qiao Benhui, Philipp, Xian Ying, En Shuai, ich, Nai Fan - super cool :P
Nachdem wir uns alle Stände kurz angesehen haben, aßen wir noch kurz etwas zusammen und sind dann auf unsere Zimmer. Den restlichen Abend verbrachte ich damit, meinen wöchentlichen Aufsatz für 写作, den Schreibunterricht, zu schreiben und dann an diesem Blogtext zu schreiben.


PPS:
Ich bitte eventuelle Rechtschreibfehler zu entschuldigen. Ich habe den ganzen Text jetzt innerhalb von 4 Stunden +- in fast einem Ruck geschrieben und habe ihn dann, ohne ihn nochmal gegenzulesen, begloggt, da es ja schon wieder lange her ist und ich im Besonderen meine Familie nicht noch einen Tag länger warten lassen will. Und weil ich mich morgen nicht nochmal damit befassen will. :D

Mit dem Ende des Samstages/Blogeintrages seid ihr nun ganz aktuell dabei. Ich hoffe, bald kommt eine etwas ruhigere Zeit in der ich auch mehr über meine ganz individuellen Eindrücke schreiben und philosopieren kann und nicht immer nur beschreiben muss, was passiert ist, um nicht allzu viel zu schreiben.
Also dann, ich hoffe, es war wieder schön mitzulesen und für eventuelle Anregungen/Vorschläge zum Bessermachen oder Kritik bin ich ganz offen. Ich will ja, dass der Blog schön wird/bleibt. Sowohl für euch, als auch für mich!


Aaaaaaaalso, bis später!
Euer 米拓 :)

Mittwoch, 17. September 2014

Hello again.

Da ich keine Lust habe, es immer so vor mich hin zu schieben, versuche ich jetzt mal auf die Schnelle einen Blogeintrag über die letzten 3 Tage zu machen. Stehen geblieben waren wir ja beim Sonntag. Und da nun die Uni endlich losging (mittlerweile wünsche ich mir natürlich wieder, dass sie vorbei wäre..) und es da viel zu erzählen gibt, schieß' ich gleich mal los! :)


TAG 22 Mo. 15.09.14
Wie geplant wurden Montag die Zuteilungen in die Sprachkurse herausgegeben und Philipp und ich machten uns gegen Vormittag auf zum International Education Biulding No. 1 (unserem künftigen Unterrichtsgebäude) und sahen:
oben links: ich + chin. Name und unten drunter Philipp

wir sind im selben Kurs.
Wollten wir natürlich weniger, da wir uns ja sozial auch irgendwann mal aufteilen müssen, aber bis jetzt (es ist jetzt Mittwoch und es sind 2 Tage vergangen) ist es eigentlich nicht schlimm, sondern eher wie immer ganz nett ein bisschen Heimat um sich herum zu haben. Yan 燕, unsere chinesisch-amerikanische Freundin ist sogar mit uns in einem Kurs. Genau gesagt in 中一 (zhong yi „Mitte 1“), das ist der höchste von 6 Mittelstufenkursen. Hat aber wie es aussieht dasselbe Niveau wie 中二 (zhong er „Mitte 2“), der Kurs, den Anna abbekommen hat. Außer diesen 6 mittleren Kursen gibt es noch einen Grundstufenkurs und 2 mit sehr hohem Niveau. Da sitzen dann hauptsächlich Koreaner und andere Asiaten. ;)
Danach gingen Philipp und ich unsere Bücher kaufen. 6 Stück für 5 Kurse um genau zu sein. Hören, schreiben, sprechen, lesen und ein alles zusammenfassender Kurs (in dem unsere Tutorin
白鸽 Bai Ge uns unterrichtet). Später wurden wir leider gezwungen, unseren Reisepass für sage und schreibe 5 Wochen abzugeben, da wir unser Visum ja auf eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung verlängern mussten. Nicht nur, dass wir dafür 500 Yuan zahlen durften, ohne, dass uns das jemand mitgeteilt hat, nein, wir können ohne den Reisepass leider die Stadt nicht mehr verlassen. Denn um Zug zu fahren benötigt man diesen unbedingt. Schöne scheiße, denn vom 29.09.-07.10. sind hier in China Ferien, da der 01.10. der Nationalfeiertag ist. Die längsten Ferien außer den Semesterferien und wir können nicht weg. Philipp wollte nach Dalian 大连, Anna wohl in die Innere Mongolei 内蒙 und ich nach Nanjing 南京 und mit Johanna zusammen Jana besuchen, aber daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Wir sitzen hier fest. Über die Ferien......

Um 3 trafen Philipp, Anna und ich uns mit Yan 燕 und fuhren mit der U-Bahn zusammen zu einem 2 Haltestellen entfernten Park und trafen uns da noch mit Jindi 金迪, die ihr ja mittlerweile kennt. Der Park an sich war wieder mal wunderschön, überraschend friedlich und eine wie immer willkommene Abwechslung zum Lärm und der Eile. Zudem war die Luft an dem Tag wieder unheimlich gut. Der Wert, den ich ja schonmal erklärt habe, lag gegen 13 Uhr bei 13 (höhö, lustig, 13 und 13), das ist mal wieder besser als in Deutschland. Bis jetzt haben wir wirklich „Glück“ hier. :)
Nicht so toll war wieder mal, dass der Park vollkommen künstlich angelegt war und man sich (wie sonst auch überall) nirgends ins Gras legen. Scheint hier nicht wichtig zu sein. Schön war es aber trotzdem!
Und hier unten seht ihr noch einige Bilder von Yan, Jindi und uns 3en. :)

Ente Ente Ente Ente



v.l.n.r.: Yan, Anna, Jindi


Jindi, Anna, Ich, Philipp, Yan - BÖSE
Jindi, Anna, Ich, Philipp, Yan - NICHT BÖSE

因为我们是一家人。。。



Als sich dann unser Trip zum Park langsam dem Ende neigte (wir wollten mal nicht wieder nur unterwegs sein, sondern den Abend vor dem 1. Unitag etwas entspannter angehen), liefen wir wieder mal Ewigkeiten zur nächsten Bushaltestelle, durchquerten den Campus der Uni, an der Jindi Public Management studiert (Name vergessen) und fuhren heimi. Dort erwartet mich natürlich kein entspannter Abend, sondern eine kriegsähnliche Auseinandersetzung mit 淘宝 taobao, dem chinesischen Ebay. Dort wollte ich mir 2 Rasierer kaufen (2, falls einer kaputt ist, was ja nicht unwahrscheinlich ist) und nachdem ich es nach knapp 2 Stunden geschafft habe, mir auf den ausschließlich chinesischen Seiten einen Barttrimmer zu suchen und zu finden (und erstmal herauszufinden, was der Spaß denn überhaupt auf Chinesisch heißt...), mich dort anzumelden und die Bestellung abzuhandeln, fiel mir auf, dass ich ja garkeine Karte habe, die in der Lage ist, zu zahlen. Oft kann man Bar zahlen, wenn sie es einem liefern, doch nicht hier. Kacke. Kackekackekacke. Naja, nach ewigem Hin und Her habe ich Jindi gebeten, sie von ihrem Account zu kaufen und zu mir liefern zu lassen. Wenn doch nur alle Freunde so wären wie Chinesen …
Nach dem obligatorischen Essengehen (mal wieder viel zu scharf...), schrieb ich dann noch meinen Blog zu Ende und ging ins Bettchen. Der Unterricht fängt hier ja jeden Tag um 8 … UM ACHT … an.

TAG 23 Di. 16.09.14
So, nach einer total beschissenen Nacht klingelte mich der Wecker um 7 nicht mal wach, da ich schon seit um 6 im Bett rumgegurkt habe. Scheiß Aufregung. Naja, dann ging es raus, ins Bad und ohne Kaffee und Essen in die Uni. Also „in die Uni“ kann man ja nicht sagen. Wir leben ja auf dem Campus und das Unterrichtsgebäude ist ganze 90 Sekunden von der Haustür entfernt. Wir gingen also los. Ganz lustiges Gefühl gewesen, so als Student an einer chinesischen Uni, wo man jetzt Unterricht hat und so. Ihr wisst ja sicher, wie ich das meine. Ist schwer zu beschreiben. War aber schön irgendwie. Und aufregend. Jedenfalls kamen Philipp und ich dann in unsere neue Klasse, u.a. bestehend aus 3 Koreanerinnen, 2 Japanerinnen, einer Russin, einer Italienerin, einem Argentinier, Yan und 3 Deutschen. Der 3. ist ein Typ namens Patrick aus Bonn. Wie bereits gesagt – die Welt ist ein Dorf.

Naja, also wir hatten dann zuerst 写作 (xiezuo schreiben). Ich habe gefürchtet, dass alle Lehrer in China den stereotypischen Chinesen-Unterricht geben, also massig Vokabeln 1000 mal nachsprechen, Texte und Sätze im Chor lesen und nichts selbst machen. Aber das war nicht so. Die Lehrerin fürs Schreiben wirkte zwar ein bisschen beknackt, da sie ständig über alles (wohl bemerkt alleine) lachte und nie nicht grinste, aber lieber übernett und beknackt, als streng und/oder öde. Wir hatten erstmal eine kleine Vorstellungsrunde (war nicht die letzte, da wir ja 5 neue Lehrer bekommen haben...), in der jeder mal zu Wort kam. Die 2 Koreanerinnen, die vor mir saßen (ihre chinesischen Namen sind En Shuai und Xian Ying), wirkten sehr nett und waren ziemlich cool drauf, sodass ich sie die Tage sicher mal fragen werde, ob sie mit mir mal was unternehmen wollen. Auch die Japanerinnen (Qiao Ben und Nai Fan waren deren chinesische Namen) schienen total sympathisch, so wie auch die Russin. Alles in allem eigentlich ein nettes Klima. Man redet sogar untereinander meist Chinesisch, obwohl man sicher auch immer und bei allen (außer den Koreanerinnen) Englisch nutzen könnte.

Nachdem dann die erste Stunde vorbei war, traf ich mich in der Pause mit Anna und hörte mir ihre Geschichten an: sie hatte gerade Hören (听力 tingli) und konnte nicht mehr vor lachen, da ihre Lehrerin sich selbst … Achtung … BARBIE nennt und so auch gerne von den Studenten angesprochen werden möchte. Halb totgelacht fragte ich noch, ob sie denn auch nur Pink tragen würde, aber leider war es nur ein weißes langes Qipao (chinesisch traditionelles Kleid). 听力/Hören hatte ich dann in der 2. Stunde auch und als unsere Lehrerin dann reinkam war ich kurz einem totalen Nervenzusammenbruch nahe. Weißes, langes Qipao. GEIEL. Barbie war auch unsere Lehrerin! Doch die Frau, von der ich dachte, dass sie bestimmt ziemlich verrückt ist, ist sogar einer der coolsten Chinesinnen, die ich bis jetzt so kennengelernt habe. Sie ist super persönlich, nett und sehr aufgeschlossen. Sätze wie „euer zu Hause ist vielleicht weit weg, aber dieser Kurs ist jetzt euer 2. Heim“ oder „ihr könnt mich alles fragen – egal, ob Unterricht, oder wo ihr Klamotten kaufen könnt oder wo man Spaß haben kann“ sind nur Ausschnitte. Sie steht total auf 绿色旅游 (lüse lüyou wörtl. „grünes Reisen“ - bedeutet so viel wie umweltfreundliches Reisen), ist also auch recht alternativ eingestellt. Weiterhin war auch ihr Unterricht super. Sie spricht perfektes Hochchinesisch und hat wirklich tolle Unterrichtsmethoden fernab der chinesischen. Zwar gab es recht viele Hausaufgaben auf, aber das war noch okay. Alles in allem war ich von dem ersten Tag ziemlich begeistert. Die Lehrer sind sehr nett, der Unterricht macht Spaß und man hat endlich mal gesprochen und zugehört, anstatt immer nur nachzusprechen oder anspruchslose Aufgaben zu erledigen.
Den Rest der Tages verbrachten wir getrennt und ich für meinen Teil recht unspektakulär. Ich habe gegessen, Hausaufgaben angefangen, Bücher und eine Lampe gekauft und gebloggt. Es war noch Zeit übrig dafür.
Der zweite Unitag war dafür weniger toll.......

TAG 24 Mi. 17.09.14
Schon wieder um 7 aufstehen. Man, das ist aber wirklich nicht so toll. Völlig fertig und knatschig ging es dann frühs wieder in denselben Raum wie gestern. Wir haben immer in dem Raum. Zu erst hatten wir 口语 (kouyu sprechen). Die Lehrerin für den Kurs war schon wieder anderes Kaliber. Strenger, fordernder und für meinen Geschmack zu viel Unnützes dabei. Ständig zeigte sie auf Leute und drängte einen. 你说吧!/Sprich! Das war nicht so geil. Außerdem mussten wir kleine Situationen nachspielen, die aus 2 Sätzen und einer für sie unabdingbar wichtigen Geste bestanden und Texte „neu“ umformen. Außerdem gab es eine ganze Menge Hausaufgaben auf. Auch generell sind die Anforderungen in den Kursen ziemlich.. Naja. In deutschen Unis gibt es keine Anwesenheitspflicht. Hier geht diese sogar bis zu 1/5 in die Endnote mit ein. Genauso wie häufiges Melden, Hausaufgaben machen und Mitschülern helfen. Dann will jeder noch einmal die Woche einen 500-Zeichen-Aufsatz, eine kleine Gruppenarbeit, ausgedachte Dialoge oder mehrere Übungen im Buch haben. Für meinen Geschmack viel zu viel. Wenn man dann noch bedenkt, dass man 5 Lektionen in 5 Büchern parallel macht und dazu pro Lektion nochmal jeweils 20-50 neue Wörter hat…

Die 2. Stunde war 精读 (jingdu wörtl. „kluges Lesen“). Der zusammenfassende Kurs bei unserer neuen Tutorin Bai Ge. Eine unsagbar nette, kompetente und freundliche Frau. Super Ansichten, fragte immer lächelnd, ob alle mitkommen und meinte, dass wir uns immer melden sollen, wenn was ist. Also wirklich sehr angenehm und … ja, einfach schön. Man konnte sie einfach fragen, ohne Angst haben zu müssen, dass das schlimm ist, wenn man das oder das nicht kann. Nachdem wir unseren Banknachbar dem Kurs vorgestellt haben, sollten wir dann am Ende noch 2 kleine Textchen darüber schreiben, wer für uns den größten Eindruck hier gemacht hat und was wir uns dieses Semester so vorgenommen haben. Schöner Unterricht.

Doch als ich dann heim ging und meinen Planer durchgecheckt habe, war mir langsam nicht mehr so nach Lachen. Wir hatten nach den 2 Tagen schon so massenhaft viele Hausaufgaben auf, dass ich das Mittagessen glatt habe sausen lassen und mich die nächsten 5 Stunden hingesetzt und Unikram gemacht habe. Texte schreiben, Lücken ausfüllen, Leute zu Themen befragen, Vokabeln ohne Ende lernen, Vokabeln sauber 3 mal abschreiben und sie dem Lehrer nächste Stunde zeigen..., Texte lesen. Und nicht nur, dass man Unmengen Vokabeln für jeden Kurs lernen muss, die Texte und Aufgaben haben auch nochmal jeweils Vokabeln in sich, die ich nie zuvor gesehen habe. Langsam ging meine Laune ziemlich den Bach runter.
Auch hatte ich keine wirkliche Zeit mehr, um die wenigen Kontakte zu meinen neuen chinesischen Freunden aufrecht zu erhalten, weil ich es nicht mal geschafft habe, ihnen bei WeChat zu schreiben. Dann wollte ich mal noch einen vermittelten Kontakt fragen, wie ich denn hier zum Volleyball spielen komme UND ich wollte eigentlich einem Jobangebot nachgehen und Deutsch unterrichten. Doch was habe ich davon geschafft? Null. Ich sitze schon am 2. Tag hier in meinem Zimmerchen und lerne nur Vokabeln. So habe ich mir das ehrlich nicht vorgestellt. Und dann gab es auch mal die ersten kleinen Tränchen in China. Klingt ein wenig übertrieben, aber wenn man hier so alleine in einem Zimmer in China sitzt, die chinesische Welt (oder wenigstens mal mehr als nur den Campus) sehen will, die Leute und deren Gepflogenheiten kennenlernen will, Freunde finden will, Sport treiben will und man dann letzten Endes den gesamten Tag gestresst im Zimmer sitzen, Hausaufgaben machen, 1000 Schriftzeichen nachschlagen und dann noch lernen muss, dann kann man schon mal ziemlich traurig werden.
Nachdem ich meinem Kummer ein bisschen Luft gemacht habe, habe ich mich einfach wieder an den Schreibtisch gesetzt und weiter gemacht. Fertig habe ich jetzt immernoch nicht alles und wahrscheinlich wird das auch nichts, da ich morgen sicher wieder genauso viele Hausaufgaben aufbekommen werde. Da muss ich jetzt wohl durch.

Nun ja, viel anderes ist an diesem Tag dann auch nicht mehr passiert. Ich habe den Aufsatz, den ich bis nächsten Dienstag noch schreiben muss, verschoben und stattdessen meinen Blogtext vorgezogen. Ich denke, vorallem meine Familie ist sehr interessiert daran zu erfahren, wie meine ersten Tage „in der Uni“ so waren. Seid nicht zu traurig, mir geht es gut. Die Lehrer und die Klasse sind toll und es gibt größtenteils effizienten Unterricht. Ich hätte mir das hier nur nicht so stressig und viel weniger hausaufgabenintensiv vorgestellt, aber somit werde ich wohl auch den chinesischen Fleiß lernen und in mich aufnehmen müssen, wenn ich noch ein bisschen mehr Freizeit haben will. Mehr wird folgen!

PS: tut mir leid, dass die Texte so lange und bilderlos sind, aber von dem Klassenraum und meinem mit Büchern und Zetteln gefüllten Schreibtisch habe ich jetzt keine Bilder machen wollen. Weniger krass. :P


Also dann. Bis späider!

Euer Thomas aus China