Soooo,
schon wieder eine Woche rum, in der ich es nicht geschafft habe, zu
bloggen. Man halt einfach ständig was vor oder irgendwelche
Verpflichtungen hier. Naja, bald beginnt ja die Uni und dann tritt
vielleicht irgendwann mal der Alltag ein. Jetzt erstmal was zur
letzten Woche. :)
TAG 15, Mo. 08.09.14
TAG 15, Mo. 08.09.14
Montag
war wieder mal wenig spannend. Wir hatten keinerlei universitäre
Verpflichtungen, mussten glaube ich mal nichts einkaufen und daher
haben wir uns wieder in das koreanische Café bei uns um die Ecke
begeben und dort hab ich (wie bereits in Blog davor erwähnt) mein
Internet – natürlich nur kurzzeitig – zum funktionieren
gebracht, gleich nochmal gebloggt und die lang ersehnte
Internetfreiheit am PC ausgekostet. Das blöde Internet verlässt
mich ja im Durchschnitt alle 3 Tage wieder. Das dauerte dann auch
gleich mal bis abends, sodass an dem Tag wirklich nichts passierte,
als dass wir da zu dritt gegessen haben, uns nahezu angeschwiegen
haben und mit unseren Technikgeräten beschäftigt waren. Sehr
chinesisch immerhin.
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| das Essen hier ist einfach immer wieder super! |
Abends
ging es dann mal wieder essen, scharf, lecker, blabla, das übliche.
:D
TAG
16, Di. 09.09.14
Der
Dienstag war dann mal wieder einer der schöneren Tage. Wir standen
früh auf und duschten kalt. KALT. Das Wohnheim in dem ich jetzt
wohnen werde stellt von 6-9, 11-13 und 17-1 warmes Wasser zur
Verfügung. Glücklicherweise fängt das Wasser im 11. Stock erst
eine halbe Stunde später an warm zu werden, wird dafür aber
überpünktlich 5 Minuten vor der eigentlichen Ablaufzeit abgedreht.
Haben vorher schon einige geduscht, gibt es auch keins mehr.
SUPERTOLL. Naja, kalt geduscht (ab dem Tag habe ich angefangen wie
alle anderen Chinesen immer abends zu duschen, da gibts nämlich auch
mal warmes Wasser – yey) und dann essen gegangen. Man, ständig
schreibe ich „essen gegangen“. Ist zwar hier relativ billig, aber
schon nervig, jedes mal zum Essen rausgehen zu müssen und nicht auch
einfach mal verranzt im Bett liegen zu können und sich Brot
reinzuziehen. Gibts halt nicht. Ohne Kühlschrank, ohne Käse und
vorallem ohne ordentliches Schwarzbrot. :(
...ich
schweife ab. Weiter im Text.
Wir
waren wir gesagt früh auf, weil wir ein bisschen Unibürokratie
erledigen wollten. Wie das mit der chinesischen Bürokratie halt so
ist, haben wir nichts wirklich geschafft, sondern waren nach den 3
Stunden nur noch verwirrter. Es gab keine Einzelzimmer im gewünschten
Gebäude, das Internetcenter vom Campus konnte uns nicht helfen
(dieses mal hatte Philipp Probleme) und und und. Naja, ziemlich
genervt davon, dass hier jeder nur so tut, als hätte er Ahnung, aber
eigentlich garnichts weiß, gingen wir wieder heim und verabredeten
uns gegen 12 mit Frau Drinhausen, die in den kommenden 2 Wochen
öfters unsere Begleitung sein wird und machten uns mit Bahn, Bus und
Fuß auf zum Xiangshan 香山,
einer Art kaiserlichen Tempelanlage und Sun Yat-sen Gedenkstätte auf
einem Berg (deswegen 山shan).
Dort spazierten wir zu viert entlang und genossen Dinge, die wir
schon lange nicht mehr genießen konnten: RUHE und NATUR.
Und sogar
super passend sehr gutes Wetter!
Dort gab es Berge, Gras, schöne
geschichtliche Bauten und mal weniger als gefühlt 5 Menschen pro m².
Nachdem wir die Tempelanlage hinaufstiegen und unterwegs viel gesehen
haben, landeten wir ganz oben und hatten einen (den Smogumständen
entsprechend) schönen Ausblick auf Peking, denn der 香山befindet
sich ziemlich am Rande der Stadt. Ein paar aussagekräftige Bilder
finden sich hier überall. :)
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| Thomas mit Hintergrund Peking |
![]() |
![]() |
| die armen Mädels... |
Eine
ungefähr 30m lange Schlange von Mädchen, die duschen wollten. Die
meisten chinesischen Wohnheime besitzen nämlich keine
integrierten Bäder und Toiletten. Die Studenten müssen also zum
Pinkeln und Duschen undso immer raus, über die Straße und zur
Primetime (wie ich ja sagte, duscht man hier eher abends) auch noch
eine Stunde anstehen, um in unabgegrenzten Duschen 2 Minuten warmes
Wasser zu genießen. Ziemlich kacke wie ich finde. Als ich aber
letztens einen chinesischen Freund fragte, ob er das nicht furchtbar
findet, meinte er nur: „nö wieso denn, ist doch gleich gegenüber“.
Naja, wenn man es nicht anders gewöhnt ist. Ich jedenfalls würde
ich total scheiße finden. Ich finde es ja schon scheiße, dass man
hier seltenst mal warmes Wasser antrifft.
Naja,
der Abend war dann, als wir alle noch einen Cocktail in der Bar neben
dem Wohnheim getrunken hatten und wieder daheim waren auch nicht mehr
sonderlich interessant.
TAG
17 + 18 Mi. 10.09.14 + Do. 11.09.14
Die
beiden Tage verliefen eigentlich ziemlich gleich. Wir waren mit –
wie gefühlt jeden Tag – viel mit Bürokratie beschäftigt. Wir
gingen zu unserer exorbitant riesigen Sporthalle und fragten nach
unseren Wunschsportarten. Philipp Badminton und ich will Volleyball
spielen. Dafür müssen wir uns offenbar einfach Freunde suchen und
jedes mal einzeln zahlen. Sicher, nichts leichter als das!
Ansonsten fragten wir nach Einzelzimmern nach und erfuhren, dass wir, wenn Räume (also andere Doppelzimmer) in unserem Gebäude frei werden, können wir die zusätzliche Miete für das 2. Bett direkt für ein halbes Jahr zahlen und umziehen. Alles klar. Kostet auf einmal ganz genau 5580Yuan, also in etwa 700€. Für ein halbes Jahr und ein Doppelzimmer für sich alleine find ich das ganz gut.
Ansonsten fragten wir nach Einzelzimmern nach und erfuhren, dass wir, wenn Räume (also andere Doppelzimmer) in unserem Gebäude frei werden, können wir die zusätzliche Miete für das 2. Bett direkt für ein halbes Jahr zahlen und umziehen. Alles klar. Kostet auf einmal ganz genau 5580Yuan, also in etwa 700€. Für ein halbes Jahr und ein Doppelzimmer für sich alleine find ich das ganz gut.
Mittags
habe ich es mir dann mal gegönnt, mir Instantnudeln im Supermarkt
nebenan zu kaufen und mal daheim zu essen. So luxuriös sieht das
dann aus: 西红柿鸡蛋面,
also Nudeln mit Tomate und Ei. Naaaaaja, so semigeil.
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| zum Glück liefert hier fast jedes Lokal vor die Haustür... |
Nachmittags
gab es dann noch eine kleine Einführungsvorlesung für alle
Studenten, die auch an dem Sprachzeugs hier teilnehmen (war laut,
nervig und die meisten sind irgendwie ziemlich arrogant gewesen) und
den Rest des Tages hab ich mich mal wieder mit dem Internet
rumschlagen dürfen. Blabla, essen, blabla, nerviges Internet,
blabla, Bett.
Donnerstag
war dann wieder mal wenig los, außer, dass wir unseren Test hatten.
Der schriftliche war ziemlich okay, die Aufgaben wurden gegen Ende
immer schwieriger und ich musste raten, aber das war okay. Die
mündliche war auch ganz gut und da sie mich zu einem Thema
befragten, zu dem ich Ende des 4. Semesters einen Vortrag gehalten
habe, konnte ich auch flüssiger als sonst reden. Letzten Endes kann
ich dafür zwar in einen zu hohen Kurs eingestuft werden, aber die
kann man ja dann wechseln. Ansonsten war dann wieder nicht mehr so
viel los. Muss ja auch nicht immer. :)
TAG
19 Fr. 12.09.14
Der
Freitag war dann wieder relativ spannend für mich. Zu aller erst
haben Philipp und ich uns in die Mensa begeben und hatten das
klassische chinesische Frühstück (Kristina, eine gute Freundin,
wollte immer mal wissen, was das so ist, hier hast du es :P):
![]() |
| l: Jiaozi, m: Shouzhuabing, r:Baozi |
Jiaozi
饺子 (kleine Maultaschen
in Wasser gekocht und mit beliebiger Füllung), Baozi 包子
(Teigtaschen mit manchmal süßer
(Sesam/Nussmischungen/...) oder salziger
(Spinat/Pilze/Fleisch/Kohl/...) Füllung) und Shouzhuabing 手抓饼
(auch „hand cake“ genannt,
eine Art Blätterteig mit Ei o.ä.). Köstlich und wird nun fast
täglich gegessen. :)
Dann,
gegen Mittag war es so weit: wir hatten über Tage die Tausende Yuan
zusammengekratzt und konnten uns ein freies Doppelzimmer erkaufen.
Ich blieb somit in dem Zimmer, das wir uns bisher geteilt hatten und
der kleine Philipp packte seine Sachen und zog ein ganzes Stockwerk
weiter runter. Ich war allein. Mein neues Heim für die kommenden 11
Monate war also kein neues, tolles Einzelzimmer, sondern ein
Dopelzimmer mit 2 Betten und doppelt so viel Einrichtung. Eigentlich
auch ganz cool. Und das Einzelzimmer hätte sich auch keiner leisten
können. Jetzt heißt es zwar ein Jahr lang Gemeinschaftsbad, aber
das ist eigentlich auch machbar. Zwar kein Luxus, aber den sollte man
hier ja eh niemals wirklich erwarten. ;)
Dann
gegen halb 4 hatte ich endlich mein erstes rein-chinesisches Treffen
mit 2 neuen Freunden und mal ohne Deutsche. ;) Jindi, meine neue und
erste, wirkliche chinesische Freundin hier und Weilin 玮璘,
ein Jurastudent der Renda, den mir Jindi vorgestellt hat, um bei ihm
Rat wegen meines Internets zu suchen, trafen uns, um das bekannte
Problem anzugehen und danach essen zu gehen. Wir redeten fast
ausschließlich auf chinesisch, manchmal wechselte Jindi ins
englische, wenn ich es nicht verstanden habe, ich habe aber dann
gleich wieder chinesisch geredet, um nicht rauszukommen. Zwar war
sicher vieles falsch und schwer zu verständigen, aber wir haben es
hinbekommen, ins Internetcenter zu gehen, uns eine Internetkarte zu
kaufen und diese dann auszuprobieren. Natürlich wollte das nicht
klappen und meine Laune begann sich wieder dezent zu senken. Nachdem
ich aber dies und das probiert hab und dann einfach den VPN für Win7
runtergeladen habe, ging es. Bis jetzt tut es das auch noch, aber man
weiß ja nie wie lange. China ist eben unberechenbar.
Nachdem
die schwere Geburt endlich durchgeführt worden war, gingen wir dann
mit Philipp (der wegen meiner leichten Verzweiflung irgendwann wieder
hochkommen und kurz beim Suchen helfen sollte) und Anna zu Fünft
essen. Ich wollte natürlich alle einladen, da man mir ja viel
geholfen hatte. Hier in China macht man das sowieso. Man zahlt eher
nicht getrennt, weil das irgendwie fast schon unhöflich ist und man
dabei eine Art höfliche Distanz zueinander wahrt. Das will man hier
ja nicht, deswegen zahlt immer einer, nach dem Motto „wir sind doch
alles Freunde, das nächste Mal zahlst du“. Finde ich sehr schön,
somal es einen auch nicht in den Ruin treibt, mal ein Essen für 5 zu
zahlen. Jedenfalls lud ich alle ein und Weilin lehnte das prompt ab
(wie gesagt, man streitet sich hier auch gern mal darum, wer die Ehre
hat, zahlen zu dürfen). Er wollte die neuen Freunde einladen, aber
ich meinte: nix da! Naja, wir verschoben das Thema, er suchte uns ein
recht schickes Restaurant auf dem Campus raus und wir aßen recht
dekadent. Es gab viel scharfes (esse ich erstaunlich viel hier, man
muss sich ja in dem Land langsam mal dran gewöhnen), süßes, usw.
![]() |
| einmal die 27 bitte |
Die
Rechnung teilte ich mir letzten Endes mit Weilin, da diese mit ca.
250 Yuan schon recht hoch, aber theoretisch noch erschwinglich, war.
Nachdem wir noch eine Weile (natürlich auch wieder fast nur auf
Chinesisch) geredet haben und danach noch in einer kleinen Bar waren
und ganz krass Saft tranken (junge Chinesen trinken tatsächlich
meistens wenig bis null Alkohol (toll..)), brachten wir Jindi zu 5.
zur Bushaltestelle und gingen dann unserer Wege.
Als
ich dann abends mein Zimmer betreten und mein persönliches Hab und
Gut halbwegs ausgebreitet habe, überkam mich dann zum ersten Mal ein
ganz anderes Gefühl hier. Das erste mal mit Chinesen zusammen weg
und erlebt, wie es so ist. „Endlich“ (so schlimm war es mit
Philipp ja nicht!) mein eigenes Reich. Bald ging die Uni los. Man
merkte so langsam, dass das Leben hier losgeht. Man lernt Freunde
kennen, richtet sich häuslich ein und begann bald, einen
universitären Alltag zu haben. Mit diesem schönen Gefühl im Magen
ging es dann ins Bettchen.
TAG
20 +21 Sa. 13.09. + So. 14.09.14
Und
auch das „Wochenende“ (man kann es ja kaum so nennen,
normalerweise hat jeder Uni, muss arbeiten und geöffnet hat hier
sowieso immer alles gefühlt 24/7) war recht entspannt, obwohl ich
trotzdem immer was zu tun hatte. Ich sehne mich langsam nach einem
Tag, an dem ich einfach mal 8 Stunden frei bin und lesen und mich
langweilen kann, denn auch am PC sitzen, stundenlang Blogtext
schreiben, Rasierer im chin. Internet suchen (hab mein scheiß
Ladekabel leider in Deutschland vergessen) oder sonstigen
bürokratischen Kram erledigen, ist nicht wirklich anstrengend, aber
auch nicht wirklich schön. Jedenfalls gingen Philipp, Anna und ich
am Samstag zu Carrefour (oder wie man das schreibt), einem
französischen Monsterriesensupermarkt, um ein bisschen Haushaltszeug
(Gläser, Schüsseln, eine Fußmatte, Kissen, usw.) zu besorgen.
![]() |
| bei Carrefour gesehen und lustig gefunden: riesige Kisten mir REIS :D |
Leider
ein Reinfall, da da Ding ganz schön teuer war. Wir kauften dann nur
Kleinkram und haben uns dazu entschlossen, die Tage mal zu IKEA zu
fahren, das ist billiger. Begleitet wurden wir übrigens von Yan燕
(wörtl. Schwalbe), einer
Südchinesin, die mit 10 in die Staaten gezogen ist und (natürlich
neben Englisch) Kantonesisch (Hong Kong) spricht. Ist zwar auch
Chinesisch mit denselben Schriftzeichen, wird aber völlig anders
gelesen und deshalb ist sie jetzt hier, studiert …. Management?
irgendwas … und macht nebenbei dieselben Sprachkurse wie wir. Super
lieb und sehr lustig. :)
Der
Rest des Samstages und Sonntages bestand dann hauptsächlich daraus,
mit meiner ganzen Familie zu skypen (und daraus, eine halbwegs
brauchbare Verbindung herzustellen...). Das war sehr sehr schön und
mal wieder nötig, denn zum Beispiel meine Schwester und das
wunderhübsche Kind, dass ihre Frau am Tag meines Abfluges bekommen
hat, habe ich leider noch garnicht gesehen. Annelie nur mal kurz am
ersten Tag, aber der ist ja jetzt auch schon über 3 Wochen her. Ach
Kinders, wie die Zeit vergeht...
Ja,
genau. Also das war wie gesagt sehr schön und lustig. Alle waren
gespannt auf die Geschichten, die ich zu erzählen hatte und freuten
sich mindestens genauso sehr mich zu sehen, wie andersrum. Ich hab
euch alle lieb! :)
Ja,
den Rest des Sonntag passierte tatsächlich wenig spannendes. Ich
musste in ein Kaufhaus rammeln, weil ich da den Tag zuvor was
vergessen hatte, ging in ein Elektrokaufhaus wegen meinem Rasierer
(erfolglos natürlich), hab im Internet nach irgendwelchen Sachen
gesucht und war essen und weiß der Geier noch was.
So,
das wäre es mal wieder zu der letzten Woche gewesen. Heute ist ja
Dienstag, aber da ich davon noch keine Bilder auf dem PC habe und
auch nicht immer so ewig lange Texte schreiben will, belasse ich es
mal dabei und schreibe bei Gelegenheit (wenn ich Zeit habe vielleicht
sogar heute oder morgen) noch was über die letzten Tage. Denn heute
(Dienstag) hatte ich meinen ersten Unitag!
Also
dann, man … liest sich? Egal, tschau. :D
PS: Die
Bilder sind dieses Mal nicht immer sonderlich spannend, da ich wenige
Bilder gemacht habe. Aber besser als nix, oder?









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