Montag, 25. Mai 2015

Hallihallo, meine Freunde! :)



Ganz zu Beginn: ich habe vor diesem Eintrag noch einen anderen veröffentlicht, es aber leider größtenteils vergessen auf Facebook zu posten bzw. meinen Freunden und Verwandten davon zu erzählen. Also wer sich wundert, dass hier auf einmal 2 bis 3 Wochen fehlen: das liegt wahrscheinlich daran, dass ihr einen Eintrag verpasst habt. Wer nicht lesen will, muss aber auch nicht. Es ging hauptsächlich um die ersten Tage des neues Semesters und die 2 freien Wochen, die ich vor Semesterbeginn hatte, also so die letzte Februarwoche und die ersten beiden Märzwochen. Wer der Vollständigkeit halber dennoch lesen will, ist sehr herzlich dazu eingeladen. Dann hätte ich es nicht ganz umsonst geschrieben. :P:)



Außerdem (wichtig!) habe ich in meinem letzten Beitrag geschrieben, dass ich beschlossen habe, das tagebuchartige Schreiben nun sein zu lassen und nur noch die interessanteren und wichtigeren Sachen hier zu verschriftlichen, da ich weder genug Zeit noch Lust habe, jeden Tag des Jahres hier niederzuschreiben. Ich habe keinen genaueren Plan, wie genau ich jetzt fortfahen werde, deshalb würde ich es wie sonst auch machen, und blind drauflos schreiben. Das klappte bis jetzt ja immer recht gut. Mal sehen, wie es klappt. :P





TAG 200 Freitag 13.03.2015



Also, stehengeblieben waren wir bei Tag 199, dem 12.03. An meinem 200. Tag hier in China hatten wir das erste Mal bei unserer neuen Xiezuo-Lehrerin (Schreiben). Um es in ein paar Worten zusammenzufassen: super unhöflich, super nervig und ihre Stimme kann Panzerglas brechen, so schrill und laut ist sie. Alles in allem also bombig. Abends gingen Philipp und ich mit Marina essen, der Israeli, die Philipp und ich bei dem Einstufungstest kennengelernt hatten. Wir unterhielten uns gut und viel über alle möglichen Themen; von chinesischen Tabus, über Vegetarismus (sie ist auch Vegetarier), Führerscheine und Heiratstraditionen in China, Israel und Deutschland bis hin zu Brustkrebsrisiko und Ölwiederverwendung in China. Als es draußen zu kalt wurde, gingen wir wieder heim und später dann ins Bett.





TAG 201 Samstag 14.03.2015



Am Samstag kam meine Kamera endlich an! Philipp und ich holten sie ab, packten sie aus, setzten sie zusammen (Philipp hatte noch ein ganz banales Anfängerobjektiv, das er nicht mehr brauchte und schenkte es mir deshalb) und ich probierte ein wenig damit herum. Ich ließ mich vorher nochmal ganz ausführlich von Philipp einweisen und mir die Grunlagen über Tiefenschärfe, Blendenzahl, die einzelnen Modi und alles andere erklären. Das war so aufregend! :)

tadaaaaaaaa :)



An dem kommenden 2 Tagen war ich dann jeweils draußen unterwegs und habe mich ein bisschen in der Praxis mit der Kamera ausprobiert. Am Sonntag war ich alleine draußen auf dem Campus unterwegs und habe das halbwegs gute Wetter ausgenutzt. Wenig Smog und relativ warm draußen. Am Montag war ich mit Philipp außerhalb des Campusses unterwegs und wir sind ein bisschen durch die Umgebung gestreift. Wettermäßig war es weniger optimal, AQI lag so um die 300 und sonnig war es demzufolge auch nicht wirklich. Und wenn ich mir jetzt so die Bilder angucke, die ich da geschossen habe und wie ich sie bearbeitet habe, kann ich sogar schon eine Steigerung zu jetzt (also jetzt jetzt, dem Tag, an dem ich das hier schreibe) erkennen. Um euch ein bisschen an den ersten Erzeugnissen meiner eigenen Spiegelreflexkamera teilhaben zu lassen, hier nun ein paar der meiner Meinung nach schönsten Bilder:


Tag 202. Innerhalb Campus.


vom Smog verdreckte Fahredsattel

Museum der Uni - war noch nie drin.. :D

Kofuzius-Statue neben dem Sportplatz

Sport- und Rennplatz mit unserer großen Sporthalle im Hintergrund

wasserloser Teich

慢 man - langsam

einer der wenigen schönen Sonnenuntergänge schön eingefangen

süßes Chinesenbaby


 Tag 203. Außerhalb Campus.



versmoggter Blick von der Brücke neben dem Campus aus


unter einem Stromkasten

super schöne Treppen - da will jeder hochlaufen

altes Fahrradschloss





unerklärbare Abdeckung für die gesunde Wiese
noch eine Sekunde zuvor war die Ampel rot - ihr seht, keiner kümmert sich um Ampeln in Peking

Schriftzug am Osttor der 中国人民大学 - Renmin University of China




TAG 204 Dienstag 17.03.2015



Am Dienstag habe ich mir eine Dokumentation angeguckt, von der ich schon einigen erzählt habe. Der Name der Doku ist 穹顶之下 (Qiongding zhi xia), der englische Name ist „Under The Dome“, also „Unter der Kuppel“. Thema dieser Dokumentation ist Chinas unübersehbares Smogproblem. Chai Jing 柴静, die chinesische Reporterin, verbrachte viele Jahre damit, durch das Land und auch nach L.A. und London zu reisen (beides Städte, die einst unter schlimmer Luftverschmutzung litten und das Problem in den Griff bekommen haben), sammelte Informationen und Daten, interviewte Leute aus hohen Positionen und trug letzten Endes alles in einem 1 Std. 45 Min. langen Vortrag vor. Sie fängt mit einer persönlichen Geschichte an, die sie auf das Thema gebracht hat. Dann folgen ein paar wirklich sehr eindrucksvolle Videos und Bilder darüber, wie heftig das Smmogproblem ist und verdeutlichen dessen Wichtigkeit. Später erklärt sie, wie sich Chinas Smog zusammensetzt und von wem er verursacht wird. Dann berichtet sie über Vorgehenseweisen aus L.A. und London und zeigt den Chinesen, dass es sehr wohl machbar ist, das Problem in den Griff zu bekommen. Die Dokumentation ist (leider) auf Chinesisch, ABER sie hat englische Untertitel. Und auch wenn ich Chinesisch verstehen und Englisch fließend lesen kann, dauerte es mich dennoch 2 – 3 Stunden, die gesamte Doku zu verstehen, denn sie spricht leider so schnell, dass man zwischendurch anhalten und die Sätze lesen sollte. Ich habe davon schon mal auf FB gesprochen und einigen Familienmitgliedern davon berichtet. Wer interessiert daran ist, mehr über das Luftproblem hier zu erfahren und wessen Englisch gut genug ist, das Geschriebene zu verstehen, dem würde ich wirklich empfehlen, sich das mal anzusehen. Dauert vielleicht ein paar Stunden, ist aber wirklich sehr informativ und auch sehr anschaulich. Besonders die ersten 20 Minuten zeigen mit Bildern und interviewten Personen sehr deutlich, wie schlimm die Situation hier in China wirklich ist. Meine Empfehlung!



Hier der Youtube-Link zur ganzen Doku mit englischem Untertitel.




PS: In China wird sehr viel sehr stark zensiert, so wie zum Beispiel alles, was sich gegen China, die kommunistische Partei, Mao Zedong 毛泽东 usw. richtet. Deswegen war es anfangs auch sehr überraschend, dass die KPCh (Kommunistische Partei Chinas) die Veröffentlichung der Doku nicht nur biligte, sonder Chai Jing für ihre Arbeit auch noch lobte. Überraschend, wenn man bedenkt, wie kritisch ihre Doku doch ist. Und noch viel überraschender, weil diese Doku von einer Chinesin gemacht wurde. Meistens kommen chinakritische Filme, Bücher usw. von Ausländern, also Nicht-Chinesen und wenn doch mal Kritik von einem Bürger des eigenen Landes kommt, wird das unter den traditionell denkenden Chinesen meistens sehr sehr negativ angesehen. Vonwegen dem eigenen Land den Rücken zukehren usw. Chinas Politik verbreitet Patriotismus und innige Liebe zum eigenen Land fast genauso schlimm wie Amerika und deshalb zog Chai Jings „Under the Dome“ noch viel mehr Aufmerksamkeit auf sich.

DOCH, nach einer Woche stellte die Partei fest, dass bereits mehr als 3 Millionen Chinesen das Video gesehen haben und anfingen ihre Stimmen zu erheben. Nach 7 Tagen wurde die Dokumentation aus dem gesamten chinesischen Internet verbannt und das Ansehen, Kopieren oder Verbreiten der Doku war gesetzlich verboten worden. Dank meines deutschen VPNs und Youtube konnte ich es dennoch ansehen, doch den Chinesen bleibt das verboten. Verrückt, oder?





TAG 205 Donnerstag 19.03.2015



Die Uni wird wieder schlimmer. Anfangs war ich noch recht optimistisch. Die Sprech-, Hörverstehen- und Grammatikkurse wirkten anfangs ganz nett. Das Hörverstehen ist auch immer noch ziemlich cool, denn die Lehrerin ist sehr offen und (im Gegenteil zu vielen Chinesen mittleren Alters) sehr sozial. Sie kann offen Kritik ausüben, hat auch mal negative Meinung zu etwas und – noch besser – denkt ganz individuell. So ist sie auch Vegetarierin, zwingt ihre Kinder nicht dazu, 1000 Dinge gleichzeitig zu lernen und findet den Leistungsdruck in China zu überbewertet. Wirklich abwechslungsreich, mal von einer erwachsenen Chinesin unterrichtet zu werden, bei der man nicht das Gefühl hat, man sei im Kopf weiter als sie. Das ist leider des öfteren der Fall. Im Sprechkurs fingen wir nun den 3. Text an, dessen Inhalt FREUDE war. FREUDE, was soll das? Meine Klassenkameraden in China reden in ihren Kursen über Abtreibungen, Politik Chinas, Rassismus und Geschichte. Und was haben wir? „Freude kann anstecken“, „die schönsten Erlebnisse in meinem Leben“, „Wissenswertes über Nudeln“. Ich scherze nicht, das 3. war wirklich ein Thema bei uns. Ich fühle mich so dermaßen unterfordert und hab manchmal das Gefühl, nur von Idioten unterrichtet zu werden. Und ich bin im 2.-höchsten der 10 Sprachkurse... Chinesische Bildung ist wirklich nicht zu vergleichen mit „unserer“. Manchmal gehen die Texte auch, aber besonders fördernd oder informativ sind sie nie. Wir haben uns dann auch mal beschwert, als dann der 6. Text über Freude kam, als wir dann zum 8. Mal über Reisen oder Essen in unseren Heimatländern reden sollten, als wir die 100. Geschichte über endlose Liebe hören mussten.

In unserem Schreibkurs müssen wir öfters Aufsätze als Hausaufgabe schreiben (ist ja in Ordnung). Dieses Semester schreiben wir die Aufsätze im Unterricht, während die Lehrerin der ach so berühmten „Marken-Uni“ (so wird meine Uni in China genannt, weil sie so toll ist – keine Ahnung, der das denkt) vor uns sitzt und mit ihrem Handy spielt und mit Freunden chattet. Im Lesekurs behandeln wir Texte, die viel zu schwer sind und die Lehrerin beantwortet einfach alle Fragen im Buch selbst, ohne auf den Text einzugehen und dann fangen wir einen neuen Text an. Wo soll ich bitte da was lernen? Wo soll ich mein Wissen erlangen/erweitern, wenn die Lehrer und die Bücher allesamt absolute Reinfälle sind?

Ich halt es nicht mehr aus..





TAG 206 Freitag 20.03.2015 bis TAG 209 Montag 23.03.2015



Am Freitag war Stefan mal wieder in Peking. Dieses Mal in Begleitung seiner Freundin Jule, die ihn momentan in China besuchen war. Sie reisten ein bisschen durch Taiwan und waren nun auf dem Festland ein unterwegs. Wir ergriffen die Chance und gingen dann abends mit den beiden in Sanlitun 三里屯 (mit Wudaoklou 五道口 das größte Party- und Ausländerviertel Pekings) in einer Bar was trinken. Wir quatschten wieder viel über unsere Leben hier in China und darüber, was wir bis dahin alles Neues erlebt und erfahren hatten. Nach 2 Long Island Iceteas und viel Gelächter machten wir uns gegen halb 1 auf den Weg nach Hause und das hieß: Taxi finden. Und das ist der Grund, warum ich eigentlich nicht gern weggehe in Peking. Wenn man das tut, tut man es am Wochenende und abends. Und in Sanlitun oder Wudaokou. Und genau das ist die Zeit, wo sich wohl jeder Taxifahrer in Peking denk: fickt euch alle, ich nehm euch nicht mit. Sie nehmen Ausländer generell weniger mit, aber am Wochenende und in den Vierteln besonders ungern, denn meist sind die Ausländer um die Zeit besoffen und benehmen sich asozial, deshalb kann man immer so ne gute Stunden warten und den Taxen erfolglos hinterherlaufen, was auch genau das ist, was wir letzten Endes taten. Nach ca. 40 Minuten hielt endlich jemand an und es ging nach Hause.

Am Sonntag hatten wir uns dann nochmal mit den beiden getroffen und waren dann in Wudaokou in einem vegetarischen Restaurant Mittagessen. Danach haben wir uns verabschiedet, Jule flog wieder nach Deutschland zurück und Stefan nahm den Zuf zurück nach Jinan 济南.



Am Samstag waren Philipp und ich Vormittag bei Marina zum israelischen Frühstück eingeladen. Leider entfiel mir der genaue Name, aber es gab frischen Salat, Schwarzbrot mit Streichkäse (!!!) und eine Art Tomatenauflauf mit Eiern. Schwer zu beschreiben, war aber unheimlich gut und umso besser war es, weil es mal wieder was westliches war. Nachdem ich also sozusagen mein Katerfrühstück hatte, chillten wir die kommenden 4 Stunden bei Marina auf dem Sofa, tranken ein bisschen Tee/Kaffee und quatschten ganz entspannt. Ein schöner Samstag!


unscharf aber repräsentativ: Philipp, Marina, Chiara und ich beim vegetarisch-israelischen Frühstück




Am Montag bin ich umgezogen. Seit Beginn des neues Semesters wohnte ein Schwarzer im Zimmer neben mir und der war so richtgi scheiße. Jeden Abend laute, basslastige Mukke, jeden 2. Abend Besuch von gefühl 5 Asiatinnen und den ganzen Tag über Tür Knallen und Musik laufen lassen. Und meistens war die Musik, genauso wie der Besuch, bis in die Nacht um 2 da. Das hatte zur Folge, dass ich ständig total angepisst in meinem Zimmer saß und gegen die Wand hämmerte. Außerdem schließ ich seit Wochen nur noch bei Philipp und wenn ich mal versuchte, bei mir zu schlafen, endete es damit, dass ich nachts halb 1 völlig fertig zu Philipp ging. Ich hab mich auch schon mehrfach beschwert, sowohl persönlich, als auch mit Zetteln, an die Wand Klopfen, durch die Wand schreien und unten beim Personal, aber dieser blöde Sack hat sich um nichts gekümmert. Also ging ich an dem Montag rüber ins ISO und suchte die Person auf, die für die Wohnungsverteilung der Studenten verantwortlich ist und nach 3 erklärenden Sätzen wurde mir ein neues Zimmer zugeteilt. 10. Stock, genau wie Philipp. Das Stockwerk, in dem normalerweise nur die Masterstudenten leben und ein Doppelzimmer für sich alleine bekommen. PER. FEKT.

Ich ging nach der Uni heim, packte all meinen angesammelten Krempel zusammen und dann schafften Philipp und ich alles zusammen von der 11 in die 10. Nach nicht einmal 4 Stunden war der gesamte Umzug fertig. Zusammenpacken, alte und neue Wohnung putzen, auspacken und einräumen. Das war fix!


all mein angesammelter Kram auf einem Haufen

und hier das leere Zimmer - mach's gut und schön war's!

neues Zimmer - logischerweise kaum anders. nur Seitenverkehrt. und mit nur noch einem Bett :(


als ich den Schrank wegschob, damit das Bett gegenüber von der Klimaanlage stehen kann, entdeckte ich, dass der ehem. Student, der in dem Zimmer gewohnt hat, die Wand ein bisschen zum Beschriften missbraucht hat. ich finds geil und hab auch schon bisschen was dazugeschrieben. :D




TAG 210 Dienstag 24.03.2015



Am Dienstag hatte der kleine Phillibilli seinen 23. Geburtstag. Im Unterricht gab es schon von Xiaobin spendierte Küchlein aus dem Supermarkt neben an und zum Mittagessen kauften wir uns mal ganz dekadent im Importsupermarkt gegenüber vom Campus echtes Schwarzbrot (kürzlich, aber leider viel zu spät entdeckt), Butter, Käse und saure Gurken. Das. War. So. Toll.


knuspriges Vollkornschwarzbrot!! saure Gurken!! ECHTER Käse!!


Gegen halb 4 habe ich mich dann mit Ke verabredet, der guten chinesischen Freundin von Philipp und dann machten wir uns mit dem Bus auf, um Philipp einen Kuchen zu machen. Ke erzählte mir von einem Laden in der Nähe, wo man mit Hilfe und Anleitung von Angestellten seinen Kuchen selbst machen und gestalten kann. Das klang so toll und so individuell, dass Ke und ich uns dazu entschlossen, das zu tun und Philipp damit zu überraschen. Er wünschte sich nichts wirklich von mir, deutete aber öfters halb-scherzend an, dass er gerne einen Kuchen hätte. Ich machte gleich deutlich, dass ich null backen kann und hier im Wohnheim ohne Utensil war das auch gar nicht möglich. Ich dachte, der Ort war eine Art Laden, allerdings war es (wie es in China öfters mal der Fall ist) so, dass es so ist, wie man es nie erwartet hätte. Der „Laden“ war eine Wohnung in einem von unzähligen Blockwohnhäusern, welche die Angestellten mieteten und zu ihrem Laden umgestalteten. Aus Platzgründen wird das wohl öfters mal gemacht in China, so sagte mir Ke.


geradeaus und dann rechts. dort war der "Tortenmachladen" :D

Die kommenden 2 ½ Stunden verbrachten Ke und ich dann damit, den Kuchen erst mit Schlagsahne zu bekleiden und dann ausführlichst zu verzieren. Wir überlegten was wir machen könnten und ich hatte eine klasse Idee: eine MIFFY-TORTE. Das kleine Plüschhäschen, besonders bekannt in Asien hatte es Philipp und mir total angetan und auch wenn es ein bisschen krank ist, lieben wir Miffy. Wir machten also eine Miffytorte. Seht euch unser Werk an:


der Anfang



hier unsere Vorzeichnung: zuckersüße Miffy mit süßen Herzchen. schwul :D

HAAAAAAAAAAAAAAALLLLLLLLLLLLLOOOOOOOO!!!

soooooo viiiiiiel Zuckerguss!

Ke angelte sich MEINE "Thomas &
seine Freunde" Schürze!!

hier das Endprodukt - wunderschön!


Nach Vollendigung des Kuchens machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Campus. Da Ke an dem Tag von früh bis abends Uni hatte und für das Kuchenmachen 2 Stunden geschwänzt hatte, musste sie gleich nach Ankunft am Campus wieder los und ich übergab den Kuchen alleine. Philipp war unheimlich glücklich darüber und freute sich sehr über den individuellen Geburtstagskuchen! :) 



Miffy war ganz hin und weg von der Miffytorte...

und Philipp natzürlich auch :)

hier beim Essen :)


Leider sah der Kuchen 10.000 mal besser aus als er schmeckte. Da der Kuchen zu 99 % aus Schlagsahne, Zuckerguss, Glasur, Teig und noch mehr Zucker bestand und mir komischerweise nur ca. 10 Ananasstücken dazumischten, war der Kuchen so abartig süß, dass man gerade mal so 1 Stück essen konnte, bis man wieder einen Tag warten wollte. Nach circa 3 Tage n war der süße Zuckerkuchen dann weg. Dennoch bereitete er uns sehr viel Freude!
Und ich machte Philipp noch ein weiteres Geschenk: er steuerte ja einen Teil des Preises zu meiner Spiegelreflexkamera dazu, eben als nachträgliches Geburtstagsgeschenk, und weil ich die Idee gut fand, beschloss ich, dass ich mit Philipp demnächst für ein Wochenende nach Tianjin 天津 (mit Peking, Shanghai und Chongqing die 4. von 4 autonomen Provinzstädten Chinas; Tianjin liegt süd-östlich und sehr nahe an Peking) fahren würde und ich beschloss demzufolge, Zugtickets und das Hotel für ihr mitzubezahlen.





Okay, So weit klappt das mit den schnellen Schritten ganz gut. An manchen Tagen war auch einfach nicht viel los, bis auf eine Sache und da ich eigentlich finde, dass da ein paar Bilder mit beschreibenden Bildunterschriften auch ausreichen, würde ich das auch mal ab und zu mit machen. So wie jetzt. :)



erinnert ihr euch noch an Jindi 金迪? nachdem sie Peking Ende letzten Jahres verlassen hat, um in Berlin Deutsch weiterzulernen, verlor ich meine engste chinesische Freundin in China. wir hielten manchmal noch Kontakt und rafften uns wie hier zu sehen an einem Abend mal dazu auf, auf deutsch-chinesich zu skypen. Philipp war, wie ihr sehen könnt, auch mit dabei. war wirklich sehr schön! :)


TAG 213 Freitag 27.03.2015



Am Freitag, den 27.03. hatte Xiaobin, unsere koreanische Klassenkameradin, Geburtstag und wir beschlossen, an dem Abend nach Wudaokou was Trinken zu gehen. Xiaobin lud noch ein paar koreanische Freundinnen ein und die Mädchen, Philipp und ich gingen dann in ein typisch koreaniscjhes Restaurant, hatten dort typisch koreanisches Essen, typisch koreanischen Alkohol und feierten ein bisschen Philipps und Xiaobins Geburtstag. Wir ließen uns von Soo-Jin, Gee-one (die Namen der beiden Koreanierinnen) und Xiaobin ein paar klassische Trinkbräuche und -spiele erklären und unterhielten uns sehr viel über koreanische und deutsche Bräuche und Unterschiede. Wie das unterschiedliche Verhalten zwischen Freunden, oder dass es eigentlich keine Freundschaften zwischen Junge und Mädchen gibt in Korea. Oder, dass man sich nicht umarmt, aber das ist genauso in China. Später spielten wir nmoch ein paar wirklich unterhaltsdame Trinkspiele und auch ein paar bei denen man sein chinesisches Vokabular testen musste. Super cooler Abend!



wir Idioten beschlossen, Freitag Abend um Punkt 18 Uhr mit der Pekinger U-Bahn zum überlaufensten Punkt Pekings zu fahren - Wodaokou. das war definitiv eines der schlimmsten Male....

hier die Schlange allein zu einem der Eingänge zur Wudaokou-Station - einfach nur unglaublich
und hier Xiaobins und Philipps Geburtstagsküchlein

hier das leckere Essen beim Koreaner :)


Xiaobin ist eine abolute Klischeeasiatin: hier zu sehen, wie sie ihr im Selfiestick steckendes Handy benutzt um sich für das kommende Foto zu schminken. :D:D

hier beim Kerzenausblasen :P



hier mal wieder ein eingeschobenes Bild:
ich habe mir ja Anfang des Chinajahres einen Luftreiniger gekauft, der aus einem Ventilator besteht, vor den man einen Schadstofffilter angebracht hat. links zu sehen ist der Filter, den ich seit Oktober benutzt habe. rechts der Neue, den ich an dem Tag angebracht habe. das Dunkle sind, wie ihr euch sicher denken könnt, die Smog- und Schmutzpartikel, die in meinem Zimmer herumschwirren. heftig, oder?



TAG 215 Sonntag 29.03.2015



Sonntag war ich abends mit Philipp und Ke essen. Meinen Uni (und nur meine Uni) würde aus mir nicht ganz klaren Gründen Amfang Mai eine ganze Woche Ferien haben, sodass Philipp und ich uns überlegten, mit Ke zusammen wegzufahren. Ke hatte noch eine Zimmergenossin namens Rouzhi (Rose ist ihr englischer Name), die mitkommen wöllte. Doch als wir uns so unterhielten, stellte sich heraus, dass es nicht leicht werden würde, sich zu einigen. Rose würde lieber in den Osten fahren, also an der Ostküste bleiben, Ke würde gerne nach Zentralchina und Philipp und ich hatten eigentlich über so etwas wie Tibet oder Urumqi (Wulumuqi 乌鲁木齐) nachgedacht. Urumqi liegt in der größten Provinz Chinas (Xinjiang 新疆) ganz im Nordwesten und ist hauptsächlich bekannt durch die riesigen Unterschiede, die es zum Rest Chinas aufweist und durch politische Spannungen. Auch Attentate gab es dort schon öfter und für Festlandchinesen sind Orte wie Tibet oder Xinjiang einfach zu gefährlich. Wir überlegten weiter, kamen aber noch zu keinem Entschluss.

Ansonsten besuchten Philipp und ich abends nochmal Marina daheim und wir quatschten einen Abend lang ganz entspannt über dies und das.





TAG 217 Dienstag 31.03.2015



Am Diestag war das Wetter mal wieder richtig scheiße. Smog, Wolken, Nebel und kein einziger Sonnenstrahl berürte den Boden Pekings. Man sah aus dem Fenster und dachte es sei 4 Uhr morgens, eine Stunde vor Sonnenaufgang, obwohl es schon um 10 Uhr vormittags war.


Kackhimmel...


Außerdem bekam ich an dem Tag eine E-Mail wegen meiner HSK Prüfung. Mitte Mai würde ein Prüfungstermin sein und den Hanban-Stipendiaten würde eine Prüfung bezahlt werden. Für mein Studium in Leipzig würde ich die HSK 4 benötigen (Wortschatz 1200 Wörter, die 3. höchste Stufe und „vergleichbar“ mit B2 in europäischen Sprachniveaus). Die hätte ich dann im Mai machen wollen. Hanban setzt als Bedingung für das Stipendium voraus, dass man aber HSK 5 (Wortschatz 2500 Wörter, 2. höchste Stufe (HSK 6 ist die schwerste) und B1 Niveau) und HSKK Mittelstufe (mdl. Prüfung, auf HSK 4 Niveau) absolvieren soll, setzt aber nicht voraus, dass man das in China tun soll, also wollte ich im Mai HSK 4 und dann zurück in Deutschland HSK 5 machen. Die Mail sagt knallhart, dass sie meine Anfrage für die HSK 4 ablehnt, weil ich hier jetzt 1 Jahr in China war/bin und die 4 zu leicht für so jemanden sei. Ich würde Mitte Mai HSK 5 und HSKK Mittelstufe machen müssen. Nett, dass eine Person, die noch kein einziges Wort Chiensisch von mir gehört hat, entscheidet, was zu leicht und zu schwer für mich sei. Nun ja, ab dem Tag hatte ich dann ziemlichen Druck, denn ich hatte in den vergangenen Tagen gerade mal so den HSK 4 Wortschatz zu Ende gelernt und für den HSK 5 Wortschatz fehlten mir noch so knapp 1300 Wörter und die Lese- und Hörverstehenübung. In den kommenden Tagen kaufte ich mir 1 Buch über den gesamten HSK 5 Wortschatz und fing an, alles systematisch durchzuarbeiten, zu übersetzen, schreiben zu lernen, blablabla. Weiterhin kaufte ich mir 2 Bücher voller Simulationstests, die genauso aufgebaut sein würden, wie die echte HSK 5 Prüfung. Nachdem ich den Wortschatz vollkommen gelernt haben würde, würde ich dann diese Tests machen.

Simulationstestbuch
hier mein neuer bester Freund für die kommenden 7 Wochen:
das HSK 5 Wortschatz Buch





Abends war ich dann mit Philipp, Marina und Chiara, der italiensichen Freundin von Marina (sehr nettes Mädel!!) in einem vegetarischen Reestaurant, in dem ich schon einige Male war. Das war auch ganz schön. :)

ein weiteres Gruppenbild beim Essen von Philipp, Marina, Chiara und mir :P
hier in einem superguten vegetarischen Restaurants der Stadt :)

heutige Besonderheiten: veget. Popcorn Chicken, schwarze Jiaozi und andere Köstlichkeiten

beim Kauf der HSK Bücher an dem Tag passierten Philipp und ich den Tiananmen-Platz und waren begeistert von dem schönen Himmel über Peking. auch wenn es öfters mal keinen Smog gibt, Wolken sind eine echte Seltenheit.


TAG 220 Freitag 03.04.2015



Am Freitag traten wir dann unseren kleinen Wochenendetrip in das nahegelegene Tianjin 天津 an. Wir schwänzten die letzte Stunde am Freitag (Schwänzen kommt irgendwie bei mir dieses Semester bedeutend häufiger vor als letztes :D), packten dafür unsere Sachen zu Ende, machten uns fertig und nachdem wir noch ein bisschen Fresskram eingekauft hatten, ging es los!

mit Gepäck im Fahrstuhl vor der Abreise :)
Wir planten genug Zeit ein, verschätzten uns aber in der Dauer der Umsteigezeit bei den U-Bahn-Stationen und so erreichten wir unseren Zug 3 Minuten vor Abfahrt, nachdem wir den gigantischen Bahnhof Pekings durchrannten. Tianjin liegt so nahe an Peking, dass man mit dem Schnellzug nur 30 Minuten braucht, da das aber 50 Yuan kostete und der etwas langsamere Zug nur eine Stunde länger bräuchte und 20 Yuan kostete, nahmen wir geldsparend den Zug. Das bereuten wir sehr schnell, denn als wir total durchgeschwitzt im Zug ankamen, sahen uns erst mal 200 Chinesen blöd an, denn natürlich waren wir die einzigen Ausländer. Außerdem waren in dem Lahmzug keine Klimaanlagen angebracht und 200 schwitzende Chinesen, 2 schwitzende Ausländer und 0 Klimaanlagen ergeben eine sehr unangenehme Luft ind em kleinen Wagon. Göücklicherweise dauerte die Fart nicht so lange an und nach knapp 90 Minuten erreichten wir Tianjin. Das Wetter war sehr gut, warm, 20 Grad und kein Smog. Wir verließen den Bahnhof und suchten erstmal das Hotel auf, das ich bezahlt hatte. Es stellte sich lustigerweise heraus, dass das Hotel zu derselben globalen Kette gehörte als das Hotel, in dem Philipp und ich unsere Nacht in Frankfurt verbrachten. Die letzte Nacht in Deutschland, bevor wir nach Peking geflogen sind. Witzig.


mal wieder ein Hotelzimmerbild

Ausblik vom Fenster


Da es mittlerweile halb 5 geworden war, machten wir uns nach dem Check-In gleich wieder auf den Weg und liefen einfach Richtugn Zentrum. Endlich konnte ich meine Kamera mal richtig benutzen und auch Neues und Spezielles einfangen und ausprobieren. Um es kurz zu fassen, wir passierten ein paar euopäische Gassen (Tianjin war lange Zeit europäische Kolonie und ist sehr von Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien beeinflusst wurden), bemerkten sofort, dass Tianjin voller Hochhäuser ist und fühlten uns, auch wenn Tianjin viel weniger Einwohner als Peking hat (Tianjin 8 Mio., Peking 24 Mio.) viel mehr in einer Großstadt als in Peking. Überall wurden riesige Gebäude schnellstmöglich in die Höhe gebaut, man sah überall Krähne und Baustellen. In Tianjin ging es schnell voran. Wir bemerkten außerdem, dass es in Tianjin absolut keine Ausländer zu geben scheint, denn einerseits sah man nie welche, andererseits sahen uns sehr viele Chinesen sehr penetrant an, zeigten, machten wieder mal unhöflicherweise Bilder ohne zu fragen, sprachen unergründeterwerise 3 Worte Englisch, nur um auszuflippen, wenn sich der Ausländer verwundert umdreht (ist ja logisch, man hört nie Englisch und dann will man wissen, wo es herkommt). Ziemlich unschön fand ich das, aber das konnte man ausblenden.

Wir erreichten das Zentrum, liefen eine gigantische und endlos lang wirkenden Straße entlang, die links und rechts von aneinandergereihten Kaufhäsern, Cafés, Restaurants und Läden umzingelt war. Am Ende der Straße fanden wir überraschenderweise eine wunderschöne gothische Kirche, die höchstwahrscheinlich deutsch war. Noch überraschender war, dass es im Inneren der Kirche tatsächlich gesittet und vorallem total still zuging. Chinesen sind immer laut und achten solche Dinge meistens nicht. So ist zum Beispiel das Handy von Chinesen nie auf lautlos gestellt, egal ob Vortragm Hochzeit, Unterricht, Kino, Theater, … Doch da war es sehr ruhig und umso friedlicher.

Wir blieben dort eine Weile und nahcdem es kalt wurde und wir Hunger hatten, suchten wir ein muslimisches Restaurant auf, so wir uns köstliche Nudeln gönnten. Danach ging es heim.



So, das war der Tagesablauf in gekürzter Form. Ich denke, dass auch das genügt und finde es klüger, den Tag kürzer u beschreiben und euch dafür dann mehr Bilder zum Gucken zu geben. Besopnders jetzt, wo ich meine neuen Kamerabilder zeigen will. :P
Also, hier die Bilder des Tages.


gute Luft und hohe Häuser


typischer Anblick in Tianjin: viele Hochhäuser und viele Kräne/Baustellen

und hier ein typisches Chinesenpaar: er trägt ihre hässliche Tasche/ihren hässlichen Rucksack,
sie trägt einen kleinen Hund der gerne selber laufen will, aber nicht darf.





schön eingefangener Moment :)
geile Seltenheit - ein Skateboarder. gibt es in China eigentlich absolut gar nicht.

Zentrum Tianjins mit wundervoller Kirche im Hintergrund

eines meiner Lieblingsbilder :)

Zentrum am Abend






TAG 221 Samstag 04.04.2015



Am Samstag schliefen wir schön aus und machten dann ohne Frühstück los. Im Hotel gab es zwar „internationales Frühstück“, aber dafür war es schon zu spät. In Tianjin gibt es die sog. „5 Großen Straßen“ (Wudadao 五大道), was hauptsächlich eine Art Stadtviertel ist, das aus 5 Regionen besteht, in denen sich jeweils (Wohn-)Häuser spanischen, deutschen, italiensichen, … Ursprungs befinden. Wir ließen uns mit dem Taxi hinfahren, mussten traurigerweise feststellen, dass das Café dort noch nicht aufhatte und so mussten wir auch ohne Kaffee/Tee los. Wir sahen uns dort ausgiebigst um, fanden die Architektur ganz schön, waren aber nicht davon überzeugt. Alles wirkte irgendwie unecht. Der Rasen zum Beispiel war nur künstliche Matte, die Häuser waren zu perfekt restauriert wurden, die Straßen waren zu sauber. War schon schön anzusehen, aber der authentische Flair kam nicht so recht auf. Nachdem wir uns dort ein wenig umgesehen hatten, überkamen uns Hunger und Müdigkeit und nachdem wir ein kleines schäbiges Restaurant zum Mittagessen fanden, machten wir uns auf den Rückweg zu dem Café und ließen uns dort ein Stündchen nieder, tranken Kaffee und Tee, schwatzten über unsere bisherigen Eindrücke, redeten ein bisschen über Kameras und unsere Bilder und genossen die Ruhe in dem Café. Öffentliche Ort in Peking sind nie still, egal wann, egal wo, egal wie viele Leute da sind.

Der nächste Punkt war das „Italian Quarter“, was wohl eine der größten Touristenattraktionen Tianjins sein soll. Ein kleines Viertel voll mit italiensichen Bauten und Restaurants. Erst wollten wir ein Taxi nehmen, da wir sonst aber so wenig gesehen hätten, liefen wir einfach in die etwaige Richtung. Was sich als sehr gute Entscheidung heraustellte. Wir liefen 2 – 3 Stunden nur herum, passierten dabei das Zentrum wieder, entdeckten kleine Obststände, sahen verschiedene Sachen und fanden sogar einen kleinen Krimskramsmarkt, auf dem ich mir einen kleinen Ring kaufte, der aus einem Drachen bestand. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass der Ring trotz kleiner Größe sehr detailreich ist. Und das für 20 Yuan! Auch so fanden sich dort viele kleine Souveniers, die ich mitgenommen habe. Wir erreichten irgendwann das italienische Viertel, machten davor aber nochmal Halt an dem Fluss, der durch Tainjin fließt. Leider hab ich keine Ahnung, wie der heißt, aber egal.. :D Wir rasteten dort kurz und genossen die schöne Aussicht. Keine besonders weite, klar, aber die Sicht auf den kleinen Fluss, auf dem die Passagierboote fahren und im Hintergrund all die Hochhäuser und Baustellen, wo bald noch mehr neue Hochhäuser entstehen würden war schon sehr schön.

Wir erreichten das Viertel. Alles gelogen. Die Gebäude wirkten noch unechter als schon bei Wudadao und italiensiche/europäische Atmosphäre gab es dort auch keine. Nur massenhaft chinesiche Touristen, die wie immer die unmöglichsten Bildert schossen, viel laute, SEHR LAUTE, chinesische Schnulzmukke, noch viel mehr Gedrängel und viele viele Finger, die auf uns zeigten. Das reichte uns mehr als aus. Nach ganzen 5 Minuten verließen wir das kleine Viertel und zogen schnurstracks weiter.

Der nächste Programmpunkt auf unserer ungeplanten Kurzreise war die „Jahrhundert-Uhr“ (century clock oder 世纪种 (shiji zhong)). Eine riesige Uhr, die seit dem 01.01.2000 ununterbrochen läuft und Jahr, aktuelles Tierkreiszeichen und Tag oder Nacht anzeigt. Ein ziemlich imposantes Teil war das – fast 25 Meter hoch wenn ich mich nicht irre. Wir holten uns in der Nähe ein bisschen Fresskram und ließen uns am Fuß der Uhr wieder ein bisschen nieder.

Danach ging es zum Tianjin-Tower. Das war glaub ich das „World Trade Center Tianjin“. Der Tower ist das höchste Gebäude Tianjins und glaub ich 200 Meter hoch oder so. da der Turm sehr nahe an der Century Clock war, entschieden wir uns, hinzugehen und nachzugucken, ob man da hoch kann. Auf dem Weg dahin liefen wir wieder an dem Fluss entlang und ich schoss einige schöne Bilder von den interessanten Skulpturen, die sich periodisch am Ufer fanden. Als wir den Turm erreichten, wurde uns gesagt, dass man leider nicht nach oben kann. Der Turm sei ein reines Finanzgebäude. Schaaaaade.

Wir gingen dann wieder ins Zentrum (der Turm befand sich direkt am Rande davon) und schlenderten dort noch ein wenig herum. Es war mittlerweile gegen 5 Uhr Spätnachmittag und so beschlossen wir, uns ein Taxi zu nehmen und zum letzten Punkt des Tages überzugehen.

Dem Tianjin Eye, welchen nach dem London Eye benannt wurde. Beide Riesenräder sind genau 120 Meter hoch und obwohl das London Eye das 2. höchste Riesenrad Europas ist, ist das Tianjin Eye glaub ich nur das 6. höchste Chinas oder Asiens. Das höchste war (erinnere mich nicht genau) üer 200 Meter hoch. Wer auch immer sowas benutzen will... Also, wir fuhren dort hin, nicht, um es zu fahren, sondern einfach, um schöne Bilder zu machen. Philipp nutzte sein Stativ, während ich mangels Stativ versuchen musste, ohne auszukommen. Wir wechselten ein paar mal die Position, gingen näher ran oder weiter weg und ich versuchte mich einfach ein bisschen mit dem Bildermachen bei Dunkelheit aus. Nachdem wir dort noch gute 2 Stunden verbrachten, überkam uns wieder der Hunger und wir machten uns allmählig auf den Heimweg und suchten ein Restaurant. Gegen 10 Uhr abends waren wir dann erschöpft nach einem langen Tag daheim und schliefen fix ein.




Wudadao

hier der Beweis: Fakerasen!

ich musste es einfach fotographieren: ein typischen Chinesenbild. die kleine Trulla rechts stellt sich inmitten einer touristischen Attraktion unter einen dichten Busch, hält ausdruckslos ein Blatt davon fest und lässt sich von 1 m Entfernung aus fotographieren. und das mit so einer hochwertigem Kamera. was für eine Verschwendung.

oft in Tianjin gesehen: ältere Frauen mit einem netzartigen Tuch um das ganze Gesicht gewickelt. keine Ahnung wieso.
chinesische Mainstream-Mode at it's best

die schöne kleine Martkstraße
und hier der kleine Ring den ich mir gekauft habe :)

die Century Clock - wahnsinnig cool!

besagter Blick mit Fluss, Hochhäusern und Baustellen (im Hintergrund versteckt)

Kirchturm des Italian Quarters

vergoldete Brücke zum Italien Quarter

hier eine der schönen Skulpturen am Flussufer entlang



Tianjin World Trade Center


Tianjin Eye
abends war die Luft dann dennoch relativ schlecht

das Auge in voller Pracht
coole Spiegelung!



Blick auf die Umgebung von einer nahegelegenen Brücke - wirklich wahnsinnig schön
cooles Boot

-O-




TAG 222 Sonntag 05.04.2015



Am Sonntag fuhren wir, nachdem wir das grauenhafte Frühstück im Hotel ausprobiert hatten, mit der U-Bahn zur Guwenhua Jie 古文化街, was sowas wie Alte-Kultur-Straße heißt. Hinter dem Namen versteckt sich eine Art Bummelstraße, auf der man, ähnlich wie auf dem kleinen Markt gestern, Krimskrams kaufen und sich bisschen umsehen kann. Ist schwer zu beschreiben. Wir kamen an, sahen uns um, kauften ein paar schöne Sachen, da es aber so monströß überlaufen war (Sonntag halt..), mussten wir wieder gehen. Gedrängel fand ich anfangs in Peking mal noch ganz spannend, jetzt ertrag ich es aber fast gar nicht mehr, mich durch massenhaft Menschen zu pressen und von hunderten von Fremden angefasst zu werden. Da wir darauf also gerne verzichteten, nahmen wir den schnellsten Weg da raus und standen dann planlos da. Theoretisch haben wir an dem Tag davor alles bekannte gesehen. Tianjin ist nicht sonderlich touristisch, deswegen gibt es auch nicht wirklich viele Attraktionen, das war ja aber auch nicht so schlimm. Wir liefen erstmal in der Gegend ein bisschen herum, fanden dann ein großes Einkaufszentrum, wo wir uns dann erstmal Kaffee holten und uns dann draußen auf irgendeine Treppe setzten, das angenehme Wetter genossen und ein bisschen die vorbeiziehenden Leute anzuguckten. Irgendwann fingen wir dann an über Sachen wie das Vergehen der Zeit oder wie Hintergrundmusik die jeweils zu sehenden Situationen oder Emotionen beeinflussen kann zu philosophieren. Ich würde zum Beispiel gerne mal 5 exakt gleiche Räume haben und in jeden Raum exakt dasselbe Bild aushängen und jeweils eine Person in das Zimmer schicken. In jedem der 5 Räume müsste dann unterschiedliche Musik laufen, also laut, leise, traurig, schnell, instrumental usw. und dann müsste man die Leute fragen, wie sie das Bild interpretieren würde oder was sie dabei fühlten. Sehr interessanter Gedanke, wie ich finde. Aber das führt jetzt zu weit. Also weiter. :P

Nachdem wir genug rumgesessen hatten, zogen wir dann weiter. Wir nahmen uns ein Taxi und fuhren zu einem weit außerhalb des Zentrums gelegenen Park. Name leider auch nicht gemerkt. Jedenfalls war der Park unheimlich schön. Es war sehr sehr still, sehr sauber, es gab massenhaft Wiesen und Bäume und es sah bei weitem nicht so künstlich aus wie die „Parks“ die ich aus Peking kenne. Die, wo man sich nicht auf die Wiesen begeben darf, wo alles natürliche eingezäumt ist, wo außer periodisch angepflanzten Bäumen und akkurat gemähter Wiese ncihts ist. So wart dieser Park ganz und gar nicht, überall Teiche und Bächer, viele verschiedene Baumarten, mehrere wirklich wunderschöne Pagoden und viele kleine verwinkelte Wege. Wir blieben bestimmt 3 Stunden dort, rasteten, schossen Bilder, taten gar nichts außer rumsitzen und sahen den Kindern beim Spielen zu. Das war wie ich finde der schönste Ort, an dem wir in Tianjin so waren.

Nachdem wir den Park verließen, war es so gegen 15 Uhr. Wir suchten uns wieder was zu Essen und fuhren dann mit dem Taxi erst mal wieder heim. Wir hatten schon sehr viel gesehen und wollten uns ein bisschen im Bett ausruhen. Nachdem wir das genügend getan hatten, machten wir noch einmal raus. Tianjin hatte 2008 aufgrund der Nähe zu Peking und wegen den olympischen Spielen ebenfalls eine olymp. Sportarena aufgebaut und knallte noch dutzende westliche Restaurants und Läden dazu. Wir dachten, dass wir uns das abends nohcmal anschauen könnten. Außerdem wollte ich Philipp mal zum Essen einladen, als nachträgliches Dankeschön, dass er mir kostenlos so viel wegen dem Finden einer passenden Kamera geholfen hatte, mir sein altes Objektiv geschenkt hatte und mir immer geholfen hat, als ich Probleme mit der Kamera hatte. Wir nahmen uns wieder ein taxi, landeten aber in ziemlichem Stau, denn gerade als wir zu der Arena fahren wollten, fing bald ein Fußballspiel dort an und massenhaft Fans strömten mit ihren Autos dahin. Irgendwann und irgendwo mitten auf der Straße im tiefsten Chaos meinte der Fahrer, wir sollen einfach aussteigen, sonst dauert es noch länger. Die Autos bewegten sich so langsam vorwärts, dass man einfach durchlaufen konnte. Wir stiegen aus, liefen ein bisschen durch die Gegend, entdeckten einen deutschen Bäcker, wo wir uns nach euphorischem Wundern mit Leckereien eindeckten und landeten dann bei einem Mexikaner, wo es dann Taccos und allerlei anderes gab, was ich nicht schreiben kann.. :D

Wir speisten sehr gut (und sehr teuer) und nachdem wir nochmal ein bisschen durch die Straßen dort wandelten, fuhren wir wieder mit dem Taxi heim. Glücklicherweise sind Taxen in China (außer eben in Peking) extremst billig und ständig überall zu finden bzw. zu ergattern (außer in Peking). Als wir dann wieder daheim waren, probierten wir uns mit etwas ziemlich Collem aus. Das Hotelzimmer konnte durch unsere sehr dicken Vorhänge absolut verdunkelt werden und da fiel Philipp und mirt ein, dass man da ein bisschen mit der Kamera spielen kann.

Das lief folgendermaßen ab: Kamera auf das Stativ schrauben, Langzeitbelichtung mit unbegrenzter Zeit einstellen (dh. es wird so lange das Bild aufgenommen, bis man den Auslöser wieder drückt und es aufhört) und dann mit einer Taschenlampe verrückte Sachen machen. Das Bild würde die gesamten Bewegungen der Taschenlampe dann also in einem Bild aufzeichnen. Wir probierten viel aus. Verrückte Kringel, Schriftzeichen schreiben, Shillouetten nachzeichnen, uns selbst beleuchten und dann bewegen. Alles mögliche. Sehr spaßig war das und es kamen wirklich geile Bilder dabei heraus!

Guwenhua Jie 古文化街
so. das meine lieben Leser ist etwas ganz besonderes. das sind süße, unheimlich stinkende, aus dem ekelhaftesten Fleischmüll bestehende Würste. man riecht sie ungelogen 50 Meter gegen den Wind, sie stiunken bestialisch nach undefinierbarem Zeug und lösen wirklich Brechreiz in mir und vielen meiner Freunde aus. und das allerschlimmste: Chinesen lieben dieses grausame Teufelszeug. kleine Kinder, Studenten auf meinem Campus, Erwachsene in Anzügen essen sie überall und zu jeder Zeit. jedes Mal wenn ich es sehe würde ich am liebsten schreien und die Leute fragen, ob sie wissen, was sie für einen Abfall essen. pfui!

endlich mal ein chinesisches Kirchblütenbaumbild!!

die gtoße Pagode in dem ruhigen Park :)

wir entdeckten sogar schöne Tiere. ganz kurz nur, dann waren sie verschwunden!
der chinesische Traumpark


lässige Laterne

wundervolle Farben (farblich nicht bearbeitet!)
Zufleug!

lecker maxikanisch!
ebenfalls ein bedeutendes Chinabild: Handyhüllen sind nicht wie in Europa einfach nur Hüllen, die das Handy schützen sollen. nein, hier in Asien sind Handyhüllen Gummispielzeuge, die meistens mehr als doppelt so groß wie das Handy sind. so sind es manchmal bspw. 30 cm große Bananen, Comicfiguren, Häschen mit 10 cm langen, abstehenden Öhren oder (wie hier zu sehen - ruhig genauer hingucken) fette Handspiegel. finde ich ziemlich behindert, aber andere Länder, ......


hier gut zu sehen: 中国 Zhongguo, Chinesisch für "China"
Philipp stellte sich hin und ich fuchtelte mit der Taschenlampe hinter ihm rum. :P  
 


wenn das keine Kunst ist ... ;)



TAG 223 Montag 06.04.2015



Den Montag haben wir, damit wir nicht schon am Sonntag zurück müssen, logischerweise geschwänzt. Da haben wir eh immer nur eine Stunde und die Lehrer sagen eigentlich gar nichts. Unser Zug zurück nach Peking würde so gegen um 1 gehen und da wir in der Zeit davor nicht wussen, wo wir noch hätten hingehen/-fahren können, beschlossen wir, einfach lange im Bett zu bleiben, danach in Ruhe zusammenzupacken und dann gegen um 11 zum Bahnhof zu laufen. Wir suchten erstmal erfolglos nach einer Möglichkeit, außerhalb vom Bahnhof was zu Essen zu finden, gaben dann aber auf und gingen in den Bahnhof. Nach Ticket- und Sicherheitscheck fwaren wir dann endlich drin und endeten dann auf einer verlassenen Treppe in irgendeinem Treppenhaus mit McDonalds Pommes und Kaffee. Nicht besonders stilvoll und nach wie vor nicht zu unterstützen, aber etwas billiges und vorallem vegetarisches auf Anhieb zu finden, ist in China wirklich keine leichte Angelegenheit. Gegen halb 2 fuhren wir dann wieder los und keine 2 Stunden später waren wir schon wieder in Peking. Die Fahrt war ereignislos und ich habe eigentlich nur Musik gehört und gepennt. Wir nahmen danach wieder die nette, vollgestopfte, laute, volle pekinger U-Bahn und nach 30 Minuten Rumstehen kamen wir bei unserer Uni an.

Den Rest des tages verbrachte ich mit allerlei Organisatorischem. Tagebuch schreiben, Bilder von der Kamera auf den PC schieben und bearbeiten, Hausaufgaben machen, Sachen ausdrucken, bisschen mit meiner Mutter skypen (okay, nicht nur Organisatorisches :P) und Blog schreiben (ich glaube, da habe ich den Xiamen-Eintrag zu Ende geschrieben).

Der Tag verging ziemlich schnell und dann war die Tianjin Reise auch schon vorbei. Aber alles in allem fand ich es dort wirklich sehr schön und werde bestimmt nochmal hinfahren. :)





TAG 225 Mittwoch 08.04.2015



Am Mittwoch hab ich mich mal an einer der HSK 5 Simulationsprüfungen ausprobiert, nachdem ich schon so die ersten 30 der 260 Seiten des Vokabelbuches gelernt habe. Der test hat 300 Punkte, 100 Hörverstehen, 100 Leseverstehen, 100 Schreiben. Ich hab den Hörteil 2 mal gemacht und hatte beim 1. Versuch niederschmetternde 47 %. Beim 2. Versuch dafür aufbauende 87 %. Alles in allem war es aber noch viel zu schwer und mit der sehr begrenzten Zeit für den Leseteil würde ich es nie schaffen. Da ich mich also nicht weiter entmutigen lassen wollte, beschloss ich, die kommenden Wochen einfach knallhart den gesamten Wortschatz zu lernen (machen nicht viele, die die HSK 5 machen) und danach die Prüfungen zu machen.

Abends hab ich mich seit langem mal wieder mit Lanxi, meiner chinesischen „Buddy“, getroffen. Im ersten Semester habe ich mich noch relativ oft mit Chinesen getroffen, doch seit den Semesterferien damals im Feburar ebbten die Kontakte irgendwie ab. Was einige meiner chinesischen Bekanntschaften abgeht, so liegt es sicher daran, dass ich sie wegen ihres schweres Dialektes sehr schlecht verstehe und dann einfach kein richtig gutes Gespräch aufkommt. Oder bei Anderen ist es so, dass ich finde, dass es einfach nicht passt. Wie ich ja sagte, einige Chinesen denken so extrem anders und legen Wert auf Dinge, die einfach für mich irrelevant sind. Oder eben genau andersrum. Es ist eben nicht leicht. Was aber Lanxi angeht, ist es irgendwie unklar. Wir treffen uns sehr sehr selten, aber jedes Mal, wenn wir uns treffen ist es super toll. Ihr Chinesisch ist unheimlich gut (sie spricht absolut perfektes Hochchinesisch), ist sehr offen, sehr klug (und sehr sehr schön :P), weiß recht gut, wie man mit einem Ausländer in einfachem aber anspruchsvollem Chinesisch redet und hat ein sehr weltoffenes und modernes Denken. Wir haben stundenlang über alles geredet, über HSK, unsere Reisen in den großen Ferien (meine Reisen nach Tianjin, Taiwan, Xiamen; ihre Reise nach Hainan 海南 im Februar), über chinesische Fotographiergewohnheiten und so weiter. Lanxi studiert (kenne die genaue Bezeichnung nicht) irgendwas mit Umwelt und Umweltschutzt und macht demnächst eine Art Programm, wo es um Mülltrennung gehen soll. Sehr schön! Wir hatten wirklich viel Spaß und ich konnte endlich mal wieder ungezwungen ein bisschen mein Chinesisch üben. Außerdem hat Lanxi dieses Semester angefangen, Deutsch zu lernen, wobei ich ihr dann immer ein bisschen helfen werde. In Zukunft machen wir bestimmt noch ein bisschen mehr. :)





TAG 230 Montag 13.04.2015



Der Rest der vergangenen Woche war weniger aufregend. Ich hae viel mit Momo 默默 geschrieben. Erinnert sich jemand? Momo ist die lesbische Chinesin, die in dem Hostel in Xiamen gearbeitet hat, als Jana und ich da waren. Wir hielten seitdem sporadischen Kontakt und an dem vergangenen Wochenende haben wir mal ein paar Stunden auf WeChat (Weixin 微信) geschrieben. Wir unterhielten uns sehr lange über das Schwul- und Lesbischsein in China, denn ich fragte sie ein bisschen über ihre Umstände aus. Ziemlich schockierend, wenn man mal überlegt. Und ziemlich traurig auch. Ihre Eltern wissen, dass sie lesbisch ist. Ihr Vater kann es nicht akzeptieren und ihre Mutter toleriert es, hofft aber, dass sie dennoch bald einen Mann findet. Beide Elternteile wissen nicht, dass Momo eine Freundin hat. Genauso wissen auch die Eltern von Momos Freundin nicht von Momo. Doch das schlimmste (aber in China sehr üblich) war, dass Momos Freundin kommendes Jahr einen schwulen Freund heiraten wird, um den Schein zu wahren. Das machen sehr viele homosexuelle Chinesen. Ein Schwuler und eine Lesbe finden sich, beschließen zu heiraten um alle Verwandten und Freunde glauben zu lassen, alles sei gut, dann ziehen sie zusammen und er lebt sein schwules Leben und sie ihr lesbisches und wenn es Zeit ist, gehen beide zusammen zu Familienfeiern usw. um weiter das Liebespaar für die Familie zu spielen. Und Momo wird nie die Möglichkeit haben, ihre Freundin zu sich nacjh Hause zu nehmen oder die Eltern ihrer Freundin kennenzulernen. Was Momo machen wird, wenn die Familien von Momos Freundin und ihrem „Ehemann“ nach einem Kind verlangen, wusste sie nicht. Der gesellschaftliche Druck in China ist enorm. Kaum vorstellbar, so enorm. Und überall präsent. Wenn du eine Frau Ende 20 bist und noch keinen Freund oder Mann hast, wirst du zur Aussetzigen. Kriegst du ein Kind ohne verheiratete zu sein, wirst du vollkommen ausgeschlossen. Man muss spätenstes Anfang 30 heiraten und Kinder kriegen, so will es jeder. Krank, wenn ihr micht fragt..



Ansonsten war ich nur noch irgendwo essen, hab mit irgendwem geschrieben, habe Hausaufgaben gemacht oder (hauptsächlich) für HSK gelernt. Am Montag waren Philipp und ich mir Rose, Ke und Yuyan im Jiaozi Dawang essen und haben uns mal wieder schön den Bauch vollgeschlafen und ein bisschen über dies und das gequatscht. Ke, Rose, Philipp und ich hatten ja eigentlich vor gehabt, Ende Mai zusammen eine Woche in den Urlaub zu fahren/fliegen, doch da wir uns einfach nicht einigen konnten, beschlossen Philipp und ich, wieder zusammen zu verreisen. Ke würde in der Woche vom 27.04. bis 03.05. nach Hause fahren und dort ihren Führerschein machen. Rose würde glaub ich mit ihrem neuen Freund zusammen wegfahren wollen und Philipp und ich einigten uns letzten Endes darauf, 2 weitere Unitage zu schwänzen und dann für 10 wundervolle Tage nach Hong Kong zu fliegen! Mehr dazu dann später! ;)

Das Wetter war zu der Zeit ziemlich gut. Sonnig, um die 20 Grad, wenig bis fast gar kein Smog. Und weil der Frühlich voll im Kommen war, blühten alle Bäume. Und weil alle Bäume am Blühen waren, flogen überall Pollen rum. Aber nicht die erbärmlichen, kleinen, deutschen, sondern die fetten, chinesischen Monsterpollen. Die Bälle auf em Boden bilden und die man verschlucken kann. 

ganz genau auf die dunkleren Stellen des Bildes gucken: FETTE FETTE POLLEN



tagelang wehten sie froh
und munter üben den Boden.. :D
die Pollenbälle sammelten sich überall. ie das wohl so wäre,
in einem riesigen Becken voll damit zu spielen ... ? haha!
ein SO unfassbar perfektes Bild!! es zeigt (und ich lüge nicht) mit absolut gnadenloser Wahrheit, wie grottenchlecht Chinesen hinterm Steuer sind. keine Ahnung von Vorfahrtsregeln, keine Ahnung von Sicherheit und schon gar keine Ahnung vom Einparken. manchmal stehe ich einfach nur so da und beobachte, wie einige besonders Begabte den 20. Anlauf vergeigen, in einer riesengroßen Parklücke einzuparken. und wenn dann noch Leute helfen wollen. oh ja... Spaß, Spaß, Spaß....




TAG 232 Mittwoch 15.04.2015



Den Tag werde ich nicht vergessen. Ich sitze gegen Nachmittag so daheim in meinem Zimmer, Vorhänge zu (die Sonne scheint ununterbrochen rein und es wird sonst super warm) und lerne einfach weiter die Hsk Vokabeln. Gegen um 7 wollten wir uns mit Weilin, einem chinesichen Freuegen nd zum Essen gehen treffen. So gegen halb 6 hatte ich weitere 15 Seites des Buches fertiggelernt und wollte aufhören. Ich ging mal aufs Klo und als ich den Gang betrat stellte ich fest, dass alles gelblich scheinte. Von draußen. Meistens ist es sehr hell im Gang, weil der Smog so eine weißlich, helle Farbe hat und dadurch draußen alles blass und weiß wird. Das war aber neu. Ich ging direkt zurück in mein Zimmer, zog die Vorhänge auf und war absolut schockiert. Sandsturm. Ich hab davon gehört, dass es im Frühling in Peking ab und zu mal Sandstürme geben soll, denn die monglische Wüste (die mittlerweile schon ¼ Chinas bedeckt) rückt jedes Jahr durch den Süd-Westwind näher an Peking heram. Aber DAS, das war kein normaler Sandsturm. Das war zwar der erste, den ich erlebt hatte, aber sowas konnte auf keinen Fall normal sein. Alles war weg. Selbst die Gebäude, die ich bei schlimmsten Smogverhältnissen noch sehen konnte waren vollkommen verschwunden und die großen Kaufhäuser, die ich von meinem Zimmer aus sehen kann waren so blass wie noch nie. Und im Laufe der kommenden halben Stunde wurde es noch viel extremer. Ich konnte direkt zusehen, wie mehr und mehr verschwindet, denn der an dem Tag stark wehende Wind trug mehr und mehr Sand mit sich. Ich verschloss sofort alles, setzte meine Atemschutzmaske im Zimmer auf, stellte meinen Luftreiniger auf oberste Stufe und sagte Weilin, dass ich auf keinen Fall mitkommen werde. Philipp ging dennoch, trotz meiner Bitte, daheimzubleiben. Der Sandsturm blieb etwa anderthalb Stunden, bis er genauso schnell wie er kam auch wieder abzog. Der Wind trug den Sand sozusagen einfach durch die Stadt und legte ihn hier nicht ab. Alles zog einmal direkt durch Peking hindurch und flog danach gleich weiter gen Osten. Nach 2 Stunden war nur noch sehr sehr viel Smog da und kein Sand. Als ich abends allerdings raus musste, um Essen zu holen (ich hab ja keine Wahl, kann ja daheim nichts selber machen), war ich ziemlich entsetzt, wie sandig die Luft war. Ich ging direkt nebenan in die Kantine, sodass ich keinen Mundschutz mitgenommen habe, doch mein Hals kratzte so extrem, dass ich die ganze Zeit nur am Husten war. Mein Hals schmeckte nach Sand und das Atmen fiel merklich schwerer. So was hab ich noch nie erlebt. Ich dachte, ich sei durch den Smog abgehärtet wurden, doch das war wirklich das extremste Wetterphänomen das ich je erlebt habe.



Am Tag darauf habe ich passenderweise in einem der Kurse einen Vortrag über die Dokumentation „Under the Dome“ gehalten, von der ich oben schon mal geschrieben habe. Außerdem liegen jeden Morgen bei der Rezeption in unserem Wohnheim chinesiche Zeitungen aus und ein großer Artikel über den gestrigen Sandsturm war auf der 1. Seite. Der Artikel berichtete, dass der Sandsturm der schlimmste war, den Peking seit über 13 Jahren hatte, außerdem soll die PM10-Anzahl 1000 überstiegen haben. Ihr erinnert euch an en Air Quality Index (AQI)? Der AQI wird anhand der Anzahl von PM2.5 Partikeln errechnet. PM2.5 sind „Smogpartikel“, welche 2.5 Mikrometer groß sind. PM10 sind also Dreck- und Schmutzmpartikel, die 10 Mikrometer groß sind. Da zählt auch der in der Luft fliegende Sand dazu. Und wenn der AQI (PM2.5 Anzahl pro m³) so bei 400 ist, sind die Smogverhältnisse schon katastrophal schlecht. Und während dieser 90 Minuten, in denen der Sandsturm in Peking würtete, war die PM10 Anzahl bei mehr als 1000 pro m³! Ihr könnt euch also sicher gut vorstellen, wie abnormal viel das ist.


der erschütternde Ausblick auf die Einkaufszentren, die sich nur noch ganz leicht im linken Teil des Bildes Abzeichnen.

alles verschwand so schnell...





Und hier nochmal annähernd derselbe Ausblick aus meinem Fenster ohne Smog, mit Smog und bei Sandsturm. Nur zur besseren Verblidlichung. 
Tipp: Um es anschaulicher zu machen und um den Kontrast der Sichtweite gut zu verstehen, einfach mal das erste Bild anklicken und dann nach rechts weiterdrücken. Der Bildausschnitt ist ziemlich gleich, sodass man gut sieht, was man bei welchen Wetterverhältnissen sehen oder eben nicht mehr sehen kann



Luft
Smog
Sand



heftig, heftig .....




TAG 234 Freitag 17.04.2014



Am Freitag hatte ich mein teuerstes Essen in China überhaupt. Ich wollte mit Philipp Marina, Chiara und Federica zusammen zum Italiener in Sanlitun gehen (Chiara kennt ihr ja schon und Federika ist (wie auch Chiara) Italienerin und ist seit letztem Semester mit Philipp und mir im selben Sprachkurs). Wie es halt so ist, wenn mehr als 3 Leute was miteinander machen, waren es am Ende nicht 5, sondern 9. Marina lud noch 2 Leute ein, Chiara lud auch jemanden ein und die brachte auch ncoh jemanden mit. Ich wollte eigentlich nur ein bisschen quatschen, aber naja, andere Länder, andere Sitten.

Wir gingen zu Pizza Express. Klingt wie ne billige Fastfood-Kette, ist aber ein sehr nobles und schickes italienisches Restaurant, wo es wirklich super leckere Sachen gab/gibt. Wir trafen uns beim Osttor der Uni, fuhren zusammen hin, hatten unheimlich gute Pizzen und genehmigten uns alle mal wieder ein bisschen Alkohol. Ich glänzte mit meiner super schwulen Wahl, Champagner mit Aperol Spritz zu nehmen. :D

Wir blieben bis circa halb 12, bis wir uns dazu entschlossen, mit dem Taxi nach Hause zu fahren, Amina (eine italienische Freundin von Chiara) und Mike (studiert auch an der Renda und wurde von Marina mitgebracht) wollten noch weiter nach Wudaokou und dort bisschen Party machen, aber mir stand nicht so der Sinn danach. Man kann zwar in Peking sehr gut feiern, aber 1. ist es sehr sehr teuer, 2. ist es immer un Wudaokou oder Sanlitun und die Viertel sind mir einfach zu weit weg und die Taxiverhältnisse sind wie bereits erwähnt grauenhaft und 3. brauch ich es auch nicht sonderlich, das Partymachen. Marina, Federica, Philipp und ich fuhren mit dem taxi zum Campus zurück, holten uns noch ein bisschen Bier beim 7/11 und gingen für weitere 2 Stunden zu Marina, wo wir wieder ausgelassen quatschten, bis wir halb 4 dann zu uns ins Wohnheim und dann ins Bett gingen.

Wir bezahlten übrigens über 260 Yuan (ca. 38 Euro) pro Person (9 Personen, also um die 2300 Yuan insg.). :D

Aperol-Champagner, Weiß- und Rotwein. was für ein Anblick, haha.

nicht gerade das vorteilhafteste Bild, aber zur Verewigung reicht es: Amina und Mike, willkommen in meinem Blog. :D






TAG 237 Montag 20.04.2015 bis TAG 241 Freitag 24.04.2015



Ich bin wirklich sehr positiv überrascht, dass ich so schnell vorankomme. Ich schreibe wirklich nur das erwähnenswerteste rein und lasse die alltägliches oder sich wiederholenden Dinge einfach raus. In den 14 Seiten, die ich hier bis jetzt geschrieben habe, habe ich um die 5 Wochen zusammengefasst und habe dennoch alles reingebracht, was ich für relevant halte. :) Also, weiter geht’s...

Die kommenden 4 Tage lassen sich ebenfalls gut zusammenfassen, denn vom 20.04. bis 24.04. standen bei mir die Mid-Semester-Prüfungen an. Jedes mal habe ich eine kleine Prüfung im Mitte des Semesters und eine große am Ende und die kleinen standen jetzt bereits an. Zwar habe ich in dem 2. Semester bis jetzt weniger Energie in die Sprachkurse gesteckt, aber durch das Lernen von HSK und das stetige Lesen und Hören und Schreiben von Chinesisch bin ich dennoch nicht zurückgefallen. Außerdem war/ist der Unterricht ja nach wie vor recht leicht und die eine oder andere Stunde habe ich natürlich auch gelernt und wiederholt.



Am Montag stand erst mal noch keine Prüfung an. Ich habe gelernt und HSK gemacht. Außerdem haben Philipp und ich unsere Flüge nach Hong Kong ggebucht. Am Freitag nach der letzten Prüfung würden Philipp und ich direkt losmachen, denn ab Samstag würden wir Ferien haben.



Am Dienstag hatte ich meine Prüfung für den Sprechkurs. Erst eine kleine schriftliche, die die gelernte Grammatik und die Vokabeln prüft und dann eine mündliche, in der ich spontan mit einem zufällig gewählten Partner einen Dialog über ein im Unterricht behandeltes Thema gestalten muss. Dabei sollen auch bestimmte Wörter oder grammatikalische Strukturen eingebaut werden usw. War ziemlich leicht, auch wenn unsere Lehrerin ein bisschen rumgenörgelt hat. Da die Prüfungen schon länger her sind, kenne ich natürlich auch schon die Ergebnisse aller Prüfungen. In dem Spreckurs hab ich insgesamt 91.5 %.



Am Mittwoch hatte ich meine Prüfung für den Leseverstehenskurs und unsere (entschuldigung) mehr als nur unqualifizierte Trantüte von Lehrerin machte die Prüfung genauso beschissen, wie sie den Unterricht macht. Die Texte im Buch sind totsterbenslangweilig, keiner passt auf, also liest sie die gesamte Stunde alle Antworten selbst vor und springt dann zum nächsten Test, um nochmal genau dasselbe zu tun. Sie meinte, die Prüfung würde mit den im Buch behandelten Themen zu tun haben. Doch die Prüfung war einfach der Leseverstehensteil einer HSK 6 Prüfung. Und ihr wisst, ich bereitete mich zu der Zeit mit unheimlichen Mühen auf die HSK 5 vor. HSK6 ist nochmal doppelt so schwer, sowohl vom grammatikalischem Niveau, als auch vom Wortschatz. Die Hälfte der Prüfung hab ich geraten und hab sie letzten Endes mit satten 60 % gerade so bestanden.



Am Donnerstag war die Prüfung für den Hörverstehenskurs dran. Die war ziemlich in Ordnung und teilweiseach mal anspruchsvoll. 82 %. Außerdem hab ich an dem Tag 4 Stunden lang alle 2500 Vokabeln von HSK 5 in ein alphabetisch nach Silben sortiertes Textdokument geschrieben um es dann auszudrucken. So konnte ich üben, die Schriftzeichen ohne Lautsprift und Übersetzung anzusehen und deren Bedeutung und Übersetzung selbst zu finden. Weiterhin hab ich an dem Tag all meine Sachen für Hong Kong gepackt, denn am kommenden Tag sollte es ja losgehen. Vorher noch schön Sonnencreme und Mückenspray gekauft. Hong Kong liegt ja ganz im Süden von China bzw. südlich von China und dort soll es auch Ende April bereits unheimlich war und voller tropischer Tiere sein.



Am Freitag hatte ich dann noch meine Jingdu-Prüfung. Also der Grammatik- bzw. Zusammenfassungskurs. Die Prüfung war ziemlich easy, da ich vorher alles nochmal wiederholt hatte. Die Fragen waren sehr strukturiert und klar und ich erzielte mit 94 % sogar das beste Ergebnis. Was ein bisschen seltsam war, dass Congcong 聪聪 (eine meiner koreanischen Klassenkameradinnen) Robert (mein armenischer Klassenkamerad) während der Prüfung eiskalt bei der Lehrerin verpätzte, weil er unter dem Tisch sein handy benuttz hatte. Die Lehrerin (so typisch China) sagte einfach zu Robert, dass er das nicht tun solle und meinte „这是太不应该了(zhe shi tai bu yinggai le)“, was so viel wie „das sollte wirklich nicht sein“ heißt. Sie hat also nichts getan. Was für mich aber eher das Überraschende war, war, dass Congcong sowas überhaupt getan hat. Ich weiß nicht, Schummeln ist nicht gut, aber seinen eigenen Klassenkameraden bei einer Prüfung zu verpetzen? Ich fand das so krass asozial und auch Robert hat sie während der Prüfung richtig angefahren, ob ihr niemand beigebracht hat, das sman sowas einfach nicht tut. Auch Reiner und Federica standen die Münder offen, als Congcong das getan hat. Aber klar, Asiatin. Auch in China verpetzt man sich, denn in Asien wird sowas wie Leistungsdruck und Konkurrenzkampf noch sehr sehr sehr groß geschrieben und man tut einiges, um die Anderen auszustechen. Nach der Prüfung traf ich Marina auf dem gang und als ich ihr davon erzählte, meinte sie auch, dass das ganz schön hinterhältig sei. Sowas macht man einfach nicht. Es ist nicht gut zu schummeln, aber man verrät einfach niemanden. Congcong wirkte regelrecht stolz und glücklich, als sie der Lehrerin sagte, dass Robert spickt. Nun ja.

Als die Prüfung dann vorbei war, gingen Philipp und ich schleunigst zu uns nach Hause und holten unser Gepäck. Der Flug würde in knapp 3 Stunden gehen und wir mussten noch einmal quer durch die Stadt. Wir sattelten unsere Sachen auf, kauften noch ein bisschen Knabberzeug für unterwegs ein und dann ging es los........







Und hier würde ich erst mal Schluss machen wollen. Zeitlich gesehen kamen ich sehr schnell voran, aber dennoch sind es jetzt schon wieder fast 15 Seiten und ich will euch nicht zu viel auf einmal geben. Ich hoffe, euch hat der Eintrag gefallen und das etwas abgeänderte Muster hat das Lesen ein bisschen erleichtert bzw. das Auslassen des Alltags ein bisschen interessanter gemacht. Beim nächsten Eintrag setze ich dann genau hier an und berichte euch alles über meine tolle Reise ins schöne Hong Kong.



Bis später und liebe Grüße! :):)