Haaaaaaaaaaaalloooooooo!
Und, habt ihr fleißig den
ersten Teil gelesen? Ja? Nein? Ist mir auch egal. :D
Hier geht es jetzt
direkt weiter mit dem 2. Teil der Reise – die Woche, in der Jana
und ich von Ort zu Ort reisten, die schlimmsten Umwege fuhren und
dennoch viel Tolles gesehen haben! Viel Spaß. :)
TAG 10 Montag 02.02. -
Sun-Moon-Lake 日月潭 1.0
Jana und ich machten uns,
nachdem wir geduscht und zu Ende gepackt hatten, auf den Weg zum
Bahnhof. Laut dem Busplan der in unserem Hostel aushing, würde gegen
9:35 Uhr ein Bus von Taibei aus zum Sun-Moon-Lake aus losfahren und
mit ein wenig Beeilen und viel Stress meinerseits (Jana hatte schön
die Ruhe weg, während ich es gar nicht leiden kann, erst 5 Minuten
vor Abfahrt irgendwo anzukommen) schafften wir es auch rechtzeitig
zur Haltestelle. Wir zahlten … puh, wieviel haben wir bezahlt …
circa 300 Doller und dann ging es los.
 |
| yeaaaaaaaah! |
Die Fahrt war
erwartungsgemäß weniger spannend. Ich wurde allerdings nach so
circa einer Stunde Fahrt (insg. Fuhren wir so 4 Stunden) ein wenig
traurig, denn wie man ja sicherlich schon im letzten Eintrag hat
herauslesen können, hat mir die Woche in Taibei wirklich unheimlich
gut gefallen und ich möchte jetzt schon behaupten, dass das eine
der, wenn nicht die schönste Woche war, die ich im Laufe dieses
Auslandsjahres verbracht habe. Wir hatten so viel gesehen, so viel
wundervolle Natur, die Menschen waren unheimlich gut zu uns, die
Stadt ist sauber, neu, modern, die Menschen alternativ, offen, schön,
die Luft rein und sauber, das Wetter perfekt und einladend, die
Unternehmungsmöglichkeiten inner- und außerhalb der Stadt so groß,
so weitläufig. Für mich ist Taibei ein Ort gewurden, in dem ich
wirklich bleiben könnte und alles, was auf dem Festland China ein
Problem wäre, wenn ich dort leben würde, ist auf Taiwan einfach
nicht da. Und so schön wie ich es dort fand/finde, so traurig war
ich dann bei dem Gedanken, diesen Ort nun wieder verlassen zu müssen
und zu wissen, dass ich noch weitere 5 Monate in Beijing vor mir
habe. Jetzt, wo ich seit einigen Wochen wieder hauptsächlich hier in
Beijing bin, das neue Semester mittlerweile losging (das hier
schreibe ich am 11.03.) und das Wetter langsam wärmer wird, ist es
nicht mehr so schlimm wie damals in dem Bus, aber ich muss schon
sagen, dass Beijing und Taibei 2 völlig andere Welten und eigentlich
nicht miteinander vergleichbar sind und ich Taibei definitiv viel
mehr mag. Aber dennoch ist mein Leben hier jetzt nicht die Hölle. Es
ist okay, könnte aber schöner sein, wenn man weiß, was man alles
hätte haben können. Aber genug jetzt der Philosophie und des
Mitleids. Ich wollte euch nur wissen lassen, wie ich nach der Woche
in Taibei Beijing gegenüberstand und wie viel sich in meinem Denken
über meine Entscheidungen und meine Zukunft innerhalb dieser Woche
dort geändert hat. Jetzt dafür schnell weiter im Plan.
Wir fuhren wie gesagt so
knapp 4 Stunden und stiegen dann an einer Haltestelle aus, die Yuchi
鱼池 hieß, denn der
Landeskreis in dem unser dortiges Hostel zu sein schien hieß
genauso. Die folgende Haltestelle hieß direkt Sun-Moon-Lake, aber
vielleicht war unser Hostel ja näher an dieser Haltestelle. Wir
stiegen also aus und merkten sofort: hier ist gar nichts. Der Bus
fuhr weiter und wir fragten eine Mitarbeiterin in einem
Bubble-Tea-Laden nach der Adresse. Diese wusste leider gar nicht
bescheid, aber netterweise kam eine Kundin aus dem Laden direkt raus
zu uns und versuchte zu helfen. Das Ende vom Lied war dann, dass die
Mitarbeiterin eine Freundin anrief, die in einem Hotel arbeitete, das
dem Hostel sehr nahe lag. Wir warteten ein Weilchen und dachten dann,
dass die Frau uns sagen würde, welchen Bus wir wann und wo nehmen
müssten, als sie einfach meinte, wir sollen hinten ins Auto
reinspringen, denn sie müsse gleich auf Arbeit und kann uns
mitnehmen. So. Viel. Freundlichkeit. Das würde kein Mensch in
Beijing machen! Wir waren erst sehr perplex und dann sehr dankbar,
denn wir hätten noch knapp 2 Stunden auf den Bus warten müssen,
außerdem nahm sie uns völlig umsonst mit. Als wir dann ankamen,
machte die junge Frau sich sogar noch die Mühe, unser Hostel mit uns
zu suchen. Als wir es fanden, verabschiedete sie sich und fuhr davon.
Wirklich ein tolles Erlebnis!
 |
| Yuchi! |
Wir erreichten unser
Hostel und wollten erstmal einchecken. Da wir allerdings vor um 3
ankamen, mussten wir noch ein bisschen warten, da das Zimmer wohl
noch nicht bereit war. Wir befanden uns direkt am touristischen
Zentrum des Sees und hatten somit auch das Touristenzentrum und alle
wichtigen Haltestellen vor der Haustür, deshalb beschlossen wir nach
einem kleinen Miitagessen während der Wartezeit mal dahin zu gehen
und nachzufragen, wie wir 2 Tage später am 04.02. am besten und
schnellsten mit den Bussen/Zügen von dem See bis nach Hualien kommen
können. Zur Versinnbildlichung: wir befanden uns nun ziemlich genau
in der Mitte der Insel und Hualien ist ein wenig nördlicher ganz an
der Ostküste. Taiwans Verkehrsnetz ist super ausgebaut, allerdings
nur an den Küsten entlang, weil sich auch dort alle relevanten
Ortschaften befinden. Der Sun-Moon-Lake und Hualien sind ungefähr 70
km voneinander entfernt und der See ist etwas mehr als 140 km südlich
von Taibei gelegen. Hualien ist ein kleines bisschen weniger weit weg
von Taibei als der See. Wir fragten also die Mitarbeiter im
Tourizentrum und am Ticketstand wie wir am klügsten direkt durch die
Insel fahren können. Nach vielen langen Unterhaltungen und einigen
sprachlich bedingten Hürden musste ich feststellen, dass es keine
direkte Verbindung zwischen dem See und Hualien gibt. Es fahren
vereinzelt Busse gen Osten, man müsste aber dann 3 mall unsteigen
und die Busse fahren alle jeweils nur 1 bis 2 mal am Tag. Also –
wir werden die Küste entlangfahren müssen. Und DAS heißt: wir
müssen am 04.02. genau mit demselben Bus erst wieder zur Westküste
und dann über Taichong 台中 wieder
zurück nach Taibei fahren und dann von Taibei ganz im Norden aus mit
dem Zug die (Nord-)Ost-Küste entlang bis runter nach Hualien fahren.
Die Luftlinie vom See nach Hualien beträgt also circa 70 km und die
Strecke die wir würden fahren müssen beträgt so in etwa 275 km
(hab mal grob nachgeguckt). Dieser Umweg würde uns etwa 7 Stunden
Zeit kosten und das bedeutete, dass der kommende Mittwoch wohl
komplett fürs Rumfahren wird draufgehen müssen. Klasse... aber das
wussten wir ja nicht und gesagt hat es uns auch keiner. Nun ja. Kann
man nix machen.
Schweren Herzens gingen
wir zurück ins Hostel und konnten gleich darauf einchecken. Das
Zimmer war ziemlich okay, auch wenn es nur ein großes Bett (war mir
egal, aber Jana schläft wohl schlecht, wenn sie mit jemandem im
selben Bett schläft..) und kein Fenster gab. Es war sauber und
still.
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| hier unser supertolles Hostelzimmer |
Wir packten so halb aus
und machten gleich darauf wieder los. Da es mittlerweile schon gegen
4 geworden war und wir ja nur des Sees wegen gekommen waren,
beschlossen wir, einfach nur ein wenig in der Gegend
herumzuspatzieren. Und schon nach wenigen Momenten merkten wir, wie
touristisch der ganze Ort eigentlich ist. Der See ist nämlich einer
der bekanntesten Orte auf Taiwan und jeder Chinese der nach Taiwan
kommt, landet irgendwann dort. Wir hatten wirklich das Gefühl,
wieder in China zu sein. Alles war viel hektischer, die Leute
posierten bescheuert vor den unmöglichsten Dingen, man musste sich
wieder die Wege freikämpfen und wurde wieder an jeder Ecke
angequatscht, ob man nicht das oder das kaufen oder anprobieren will.
Eine typisch chinesische Touristenumgebung. Das gefiel mir gleich mal
gar nicht mehr. Wir nahmen schnell Reißaus und gingen direkt weg vom
Touristenzentrum. Wir drängelten uns durch all die Menschen, die für
eine der tausenden Bootsfahrten anstanden, aber da wir hörten, wie
die Leute auf den Booten von auswendig gelernten, chinesischen
Vorträgen vollgepflaumt werden, wollten wir da lieber nicht
mitmachen. Wir liefen eifnach am „Ufer des Sees“ (war natürlich
alles mit Stegen mit Zäunen bebaut) entlang, bis die Menschen
weniger wurden und ein wenig mehr Ruhe eintrat. So. und weil ich bis
jetzt schon wieder so viel über irgendwelche Ansichten oder Probleme
geschrieben habe, würde ich sagen, ich gebe euch einfach einige
Bilder, die ich gemacht habe, als wir dort am See herumliefen. Wir
verbrachten dabei so circa 3 Stunden bis es dunkel wurde und rasteten
dann immer mal hier und da an netten Stellen.
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| leider super nebelig, aber dennoch ganz nett - ohne die Leute! ;) |
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hier das absolut typischste Chinesenmotiv: ein Stein, auf dem der Name der Attraktion steht, ein schräger Hintergrund und eine ziemlich nichtssagende Pose. |
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| verwaister Fischkutter auf dem See |
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| sehr entspannte Stimmung :) |
So.
Das sollte reichen. Da hab ich zwar jetzt ein paar Stellen
rausgelassen, aber das ist schon okay. Man
kann einfach nicht alles reinbringen. Jedenfalls war es dann, als die
ganzen Chinesen weg waren, wirklich sehr schön, die Natur teilweise
ziemlich nett und so einige Ecke an und um den See herum sehr
entspannend. Wir liefen herum, unterhielten uns und ließen so die
Zeit verstreichen. Irgendwann als es dann schon dunkel war, gingen
wir noch irgendwo etwas essen und dann sind wir in unser kleines
Zimmerchen gegangen. Den Abend verbrachten wir dann damit, erst mal
ein paar Postkarten zu schreiben, Karten zu spielen und uns zu
unterhalten. Die letzten Abende waren ja immer recht lang gewurden
und so haben wir es mal wieder genossen, einen Abend lang nichts
Großes vorzuhaben. Wir gingen dann auch recht zeitig ins Bett. Und
hier noch ein Bild von einem neuen Freund den wir im Hostel
kennenlernten. :)
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| darf ich vorstellen? Superhase! |
TAG 11 Dienstag
03.02. - Sun-Moon-Lake 日月潭 2.0
Am
Dienstag hatten Jana und ich beschlossen, eine Fahrradtour zu machen.
Und zwar um den gesamten See herum. Außer dem See gab es dort ja
nicht viel, und da wir die touristische Ecke in der wir unser Hostel
hatten ziemlich unattraktiv fanden und gerne mal wieder Fahrrad
fahren wollten, hielten wir das beide für eine ziemlich gute Idee.
Bei unserem gestrigen Spaziergang haben wir günstigerweise auch
einen Laden gefunden, so man sich Fahrräder für 100 Dollar den Tag
ausleihen kann. Nachdem wir gefrühstückt hatten, machten wir dann
auch direkt zu dem Laden hin, suchten uns nach langem Ausprobieren 2
gute Fahrräder aus und tranken dann erstmal unseren Kaffee/Tee zu
Ende. Das Wetter an dem Tag war ziemlich klasse: es waren knapp 20
Grad und die Sonne schien. Der Himmel war beinahe wolkenlos und es
wehte eine leise Brise. Allerdings war es, um ehrlich zu sein, nach
so 5 Minuten Sitzen in der Sonne fast unangenehm warm. Die Sonne
knallte wirklich ziemlich auf uns herab.

Und
dann fuhren wir los. Das ist auch das, wir wir eigentlich den
gesamten Tag über getan haben. Fahrrad fahren. Die erste halbe
Stunde bis Stunde fuhren wir eigentlich nur auf der Straße und
zwängten uns durch massenhaft Touristenbusse und Menschen. Zwar
befanden wir uns schon an den Uferstegen/-fahrradwegen, natürlich
war es dort aber weder ruhig noch besonders atmosphärisch. Das
einzig besondere war, dass wir des öfteren mal gigantisch große
Spinnen erblickten, die ein paar Meter über den Straßen in Netzen
hingen, die sie über die Bäume hinweg gesponnen hatten. Jana durfte
sich da schon öfters meine angewiderten Schreie anhören, die ich
jedes mal, wenn ich eine weitere entdeckte, von mir gab. Irgendwann
schaffen wir es dann, die Zivilisation größtenteils zu verlassen
und gelangten an ruhigere Orte.
 |
| wunderschöne Berge... |
 |
| wunderschönes Wasser... |
Wir
fuhren weiter und kamen irgendwann bei einem Tempel an, der mir gar
nicht wirklich gefiel. Wir waren mittlerweile schon einige Kilometer
von unserem Hostel entfernt. Der Tempel an sich war (wie sie es halt
alle sidn) sehr schön und natürlich nicht das Problem. Das Nervige
war, dass daneben ein Mann stand, der mit ohrenbetäubender
Lautstärke die schnulzigsten Schnulzen von sich gab und dabei alle
Sinne überdröhnt hat. Außerdem waren auch da überall nur
Festlandchinesen die an jeder Ecke posierten und sich mit ihren
Selfiesticks porträtierten. Für die, die nicht wissen, was ein
Selfiestick ist (kann ja sein, dass das jemand nicht kennt): ist ein
ausziehbarer Stab in den man sein Handy schnallt, den Kamera-Timer
auswählt und dann ein Selfie macht. Der Stab verlängert halt die
Distanz, sodass man mehrere Leute auf das Bild bekommen kann. Lieben
Chinesen und Koreaner und ich hassen alle Westler. Ich natüüüürlich
auch!
Naja,
also der Tempel war so lala, wir machten dann irgendwann mal weiter
und so langsam wurde es anstrengend. Es ging öfters mal 1 2 km lang
nur bergauf, was mich ziemlich ankotzte, da ich körperlich ja nicht
in der absolut besten Verfassung bin und ich sowieso immer genervt
bin, wenn mir warm wird. Manchmal wurde das Rad dann eben einfach
geschoben und Jana durfte warten. Netterweise ging es danach dann
aber meist recht lange eher eben zu und man musste sich weniger
anstrengen. Irgendwann erreichten wir einen recht abgelegenen Ort,
speisten dort fürstlich (also 2 mal das billigste vegetarische :D)
und machten und dann wieder vom Acker. Nach einer weiteren halben
Stunde erreichten wir dann den eigentlichen Fahrradweg, welcher ein
am Hang entlang gebauter, umzäunter Holzsteg war. Dort konnten auch
nur Fahrräder entlangfahren, und weil das dort natürlich kein
Mensch macht, waren wir schön für uns. Wir rasteten dort wieder
kurz, genossen die totale Stille und nahmen dann einen kleinen
Abzweig runter an den See, weil der Strand von dort oben aus so schön
aussah.
 |
| hinten der halbwegs sichtbare Strand :) |
 |
| und hier der Radweg |
Dort
angekommen, entdeckten wir erstmal etwas, dass von weiter weg aussah
wie ein Geysir. Als wir näher herankamen, wirkte es eher wie eine
Art Brunnen, die Wasser aus den Bergen in der Umgebung in den See
leitet? Oder eine Art Rohr, die das Dreckwasser des Sees dorthin
leitet? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall war das Wasser dort nicht
gerade sauber, aber das war auch nicht verwunderlich, bei all dem
Tourismus dort. Wir sahen uns dort ein wenig um und ich beschloss
dann, dort mal über den Zaun zu steigen und ein bisschen an den
„Strand“ zu gehen. Dort war alles matschig und ziemlich schmutzig
wie gesagt. Der Wasserspiegel sank wohl im Winter stark und überall
lag Müll zwischen den Sträuchern die eigentlich mal unter Wasser
waren. Man musste sehr aufpassen, weil man leicht in dem Boden hätte
stecken bleiben können und … oh, eine Schildkröte! Erst mal
wirkte sie wie tot, war auch absolut trocken, aber irgendwann sah
man, dass sie lebt. Ich war mir nicht sicher, aber ich denke, dass
sie zurück ins Wasser wollte, es aber nicht mehr geschafft hätte.
Also wollte ich der kleinen Schildkröte helfen. Ich ließ mir von
Jana Zaunlatten, große Äste usw. bringen und legte sie auf den
Boden, um darauf stehen zu können. Der Boden gab dort locker schon
so 10 cm nach. Mit sehr viel Balancieren und viel Geduld schaffte ich
es, die Kröte wieder ins Wasser zu bringen und als ich dann schnell
wieder zurück zu Jana springen wollte, verfehlte ich leider eines
der Bretter, landete mit dem Schuh im Schlamm, dann mit dem anderen
und als ich dann bei Jana ankam, war ich leider meine Schuhe los...
Jana hat sich fast nicht mehr eingekriegt und auch ich musste
ziemlich lachen, hahaha!
Als
ich es geschaff hatte, meine Schuhe wieder aus dem Matsch zu
bekommen, machten Jana und ich uns zu einer anderen Strelle ans Ufer
und doort versuchte ich, Füße, Socken, Schuhe und mich wieder
halbwegs sauber zu bekommen. Das dauerte wieder so eine knappe halbe
Stunde und danach ging es dann wieder weiter. Was für ein Spaß...
:D
 |
| hier der "Geysir" |
 |
| hier das besagte Tier |
 |
| und hier die besagte Rettungsaktion |
 |
| was für ein Kampf!! |
 |
| hier meine verlorenen Schuhe... |
 |
| ... und hier meine Waschaktion :D |
Wir
fuhren wieder mal weiter, Ewigkeiten, Ewigkeiten, gelangten
irgendwann wieder zu einem Fahrradweg (eigentlich sind die Straßen
die den See umrunden nicht dafür gedacht, sie einmal mit dem Rad zu
umrunden, aber das war uns ziemlich egal) bei dem wir ab und an mal
absteigen und unsere Räden Treppen hoch oder runter schleppen
mussten. Wenigstens kamen wir da durch ein paar ziemlich ruige Ecken
und konnten den Wald schön genießen. Auch, wenn manchmal nur 2 m
über einem diese Spinnen hingen, die es dort bei dem See ungelogen
überall zu geben scheint. Jana wusste schon Bescheid, dass ich
wieder eine gefunden hatte, da ich jedes mal panisch losgebrüllt
habe, wenn ich eine über mir hingen sah...
Wir
verließen irgendwann auch diesen Teil und rasteten mal wieder.
Dieses mal mussten wir dafür gefühlte 100 km lang bergauf fahren.
Dort abgekommen warf ich mein Rad genervt in die Ecke (typisch
Thomas) und Jana und ich gingen hoch auf eine kleine, hölzerne
Aussichtsplattform. Da dort kein Menshc war, zog ich einfach mal mein
Oberteil aus, da mir so heiß war. Nach so 5 Minuten auf einer bank
Liegen fiel mir auf, dann hinter uns noch eine höhere Plattform war
von der aus mich ungefähr 10 ältere Chinesen anstarrten. Oh. Ähm.
Ähh. Ja, ich zieh mich mal wieder an... Danach stieß ich zu Jana
hinzu und wir genossen den unfassbar schönen Ausblick den man von
dort aus haben konnte. Wirklich toll dort!
 |
| wohl einer der schönsten Ausblicke, den ich je hatte! |
 |
| soooo friedlich |
 |
| und sooo schöne Farben! |
Wundervoll.
Dort oben befand ich noch eine kleine Ortschaft, wo Jana und ich in
einem Laden noch ein bisschen Tee kauften und dabei noch eine gratis
Teezeremonie von einer netten Taiwanesin bekamen. Dort kaufte ich
noch 2 kleine Armbänder und nachdem wir uns noch ein wenig
unterhalten hatten, machten wir weiter. Wir kamen dann noch an
unheimlich vielen Ecken vorbei – Wälder, Ufer, Strände, Straßen,
Wiesen – und rasteten imemr mal wieder. Unseren letzten Stopp
legten wir etwa 3 km vor unserem Hostel ein und beobachteten dabei
ein paar ältere Touristen (wahrscheinlich Chiensen), wie sie Fotos
von und mit ihren Rädern machten und dann mit Ächtzen und Stöhnen
davontrudelten. Wir machten hier und da und hier und da noch ein paar
Bilder und kamen irgendwann gegen 17 18 Uhr wieder an.
 |
diese Aussichtsbrücke war super wackelig und bei der Beschreibung stand da, dass das Absicht sei, um dem Besucher ein Gefühl der im Wind wehenden Bäume zu vermitteln. achso, nein danke. |
 |
| hier schon wieder fast am Ende der Rundfahrt |
 |
| der 2. Radweg - super toll war es dort! |
 |
| unheimlich schöne Sicht auf den nebeligen See <3 |
Gegen
Ende hielten wir mal noch bei einer der Karten des Sees an und
schauten mal nach, wie lang die Gesamtstrecke um den See eigentlich
so ist. Gute 30 km meinte das Schild wohl. Das ist , wie ich finde,
für die 7 Stunden, die wir insgesamt unterwegs waren, eine ziemlich
gute Strecke!
Wir
brachten die Räder zurück und belohnten uns füt den ganzen Sport
mit gutem Tee, einem Stück Kuchen und weichen Stühlen (die Sattel
der Räder waren mehr als unbequem, wenn ihr versteht). Wir blieben
dort noch ein Stündchen sitzen, suchten usn dann in der Nähe des
Hostels noch etwas zum Abendbrot und dann ging es ohne große Umwege
zurück ins Hostel. Ich fanden, dass noch ein ereignisloser Abend
ziemlich angemessen ist, da wir ja in letzter Zeit eh immer so viel
unternehmen und hier bei dem See ja sonst eh nicht sonderlich viel
los ist. Wir spielten also noch eine Weile Karten und ließen dabei
ein paar Kapitel von den Känguru-Chroniken laufen. Ach und was auch
noch schön war: Jana und ich hatten ziemlichen Sonnenbrand bekommen.
Ich hab es erst gesehen, als ich meine Uhr abgemacht hatte. Und mir
tat die Stirn ein wenig weh. Ein Blick in dne Badezimmerspiegel gab
dann die Erleuchtung:
 |
| :( |
Aua. Jana hat es wenigstens auch ein wenig erwischt. Schon witzig.
Anfang Februar mal Sonnenbrand zu bekommen.
Ansonsten hatten wir an dem Abend mal noch genauer geguckt, wann und
wie wir am kommenden Tag von dem See wieder nach Taibei zurückkommen
und dann von da aus nach Hualien fahren können. Wir packten unsere
Sachen schon halbwegs ein, chillten dann den Abend über und dann
ging es in die Heija.
TAG
12 Mittwoch 04.02. - Hualien 花蓮
Wie schon bereits gedacht, ging mehr als der halbe Tag nur dafür
drauf, in Bussen oder Zügen herumzusitzen. Wir standen erstmal auf,
blablablabla, und irgendwann kam dann unser Bus zurück nach Taibei.
Es war genau derselbe, mit dem wir auch von Taibei zum See gelangt
sind. Die Fahrt bis dahin war jetzt nicht sonderlich spannend. Man
vertrieb sich die Zeit mit aus dem Fenster Gucken, Lesen, Musik Hören
und Reden. Gegen kurz nach Mittag kamen wir dann in Taibei wieder an
und kauften uns erst mal unser Ticket nach Hualien. Wir warteten noch
eine Stunde am Bahnhof, aßen irgendwas und dann gegen halb 3
Nachmittag fuhr unser Zuf Richtung Hualien los. Die Züge auf Taiwan
sind wirklich sehr sauber, geräumig und wirkten auch wesentlich
stabiler und sicherer als die chinesischen.
 |
zwar ist das Bild sehr verwackelt, aber bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass es sich um das gesamte Zugnetz Taiwans handelt. man sieht, dass es wie bereits erwähnt einmal komplett die Küste entlang geht und man in der Mitte fast garkeine Anbindungen hat. wir fuhren etwa von der Mitte links zur Mitte rechts. |
Während dieser Zugfahrt brachte mir Jana dann noch ein ziemlich
cooles Kartenspiel namens Shithead bei und nachdem ich dieses
ziemlich coole Spiel 3 mal verloren hatte, spielten wir wieder
Rommee. Die Fahrt dauerte sonst insgesamt 2 Stunden und gegen 5:30
Uhr kamen wir dann schon am Bahnhof in Hualien an. Die Stadt ist
ziemlich kein und eigentlich nur für den Taroko-Nationalpark
(太魯閣国家公園, Tailuge
Guojia Gongyuan) bekannt, welchen wir am folgenden Tag besuchen
würden. Nichtsdestrotrotz wirkte Hualien schon von Anfang an
ziemlich sauber, ruhig und wirklic gemütlich. Die Straßen waren
nicht voll und nicht groß, die Taiwanesen wirkten genauso nett wie
bis jetzt überall auf der Insel und das Wetter war ziemlich gleich.
Das heißt bei uns: Regen, Wolken aber nette Temperaturen. Wir
suchten unser Hostel und kamen recht schnell ans Ziel. Dort wurden
wir dann von Iris, einer ziemlich alternativen Taiwanesin begrüßt,
die uns erst mal in unser Zimmer brachte und uns ein wenig über die
Umgebung erzählte. Das Hostel ansich war ziemlich alternativ
eingerichtet und bestand aus 2 Gemeinschaftsbädern, 2 Duschen und
einem großen Mittelzimmer, das als Wohnzimmer und Küche fungierte
und von dem aus alle anderen Privaträume zu erreichen waren.
 |
| Hualien! |
 |
| süßer Beistelltisch in unserem Zimmer |
 |
| weniger süßes aber dafür lustiges Bettkonstrukt in unserem Zimmer :D |
 |
| "Wohnzimmer" des Hostels - super gemütlich! |
 |
| künstlerisches Bild unserer Deckenlampe |
Wir fragten Iris dann noch wie man denn morgen am klügsten von dem
Hostel aus zur Taroko-Schlucht kommen kann und nachdem wir uns ewig
lang über die Optionen unterhielten und einen etwaigen Plan hatten,
machtren wir uns fertig und gingen einfach spontan mal raus. Da wir
den kommenden Tag komplett in dem Nationalpark würden verbringen
wollen und am Tag danach schon wieder weiterziehen würden, wollten
wir an dem Abend noch ein bisschen Hualien besichtigen und uns das
kleine Zentrum mal ansehen.
Schon als wir ein paar 100 m gelaufen waren merkten wir sofort, dass
sich jemand besondere Mühe gegeben hat, das Straßenbild von Hualien
besonders besonders zu gestalten. Alle paar Meter gab es Bänke die
sich jeweils von den anderen unterschieden. Mal waren wie aus Stein
und rund, mal auch Holz und Marmor und ganz kantig, mal waren wie mit
Wasserspendern oder Dächern ausgestattet und mal waren sie von
Beeten umgeben. Außerdem war der Boden mit immer mal
unterschiedlichen Steinen gepflastert und immer mal wieder sah mal
Skulpturen am Wegesrand stehen. Wirklich toll dort. Außerdem war
dort, wie aber auch überall auf Taiwan, das Straßenbild besonders
geprägt von den vielen vertikalen Werbeschildern und Lichtern
geprägt, die alles erleuchteten und diesen überladenen aber schönen
Charme versprühten.
 |
| das mit schönste Straßenbild, das ich auf Taiwan gemacht hab :) |
 |
| Straßenzug in Hualien |
 |
eine der künstlerischen Bänke auf den Fußwegen |
Wir
gingen weiter eine der großen Hauptstraßen entlang und kamen dann
so langsam ins Zentrum. Wir hätten auch ans Meer gehen können, da
das aber eh noch auf dem Reiseplan stand und es mittlerweile schon
dunkel war, verwarfen wir die Idee für den Tag. Also, in dem Zentrum
erblickten wir erst mal einen offenbar recht bekannten und beliebten
Jiaozi-Laden. Ziemlich ziemlich viele Leute standen dort an, was
sowohl in China, als auch auf Taiwan Zeichen für gute Qualität ist.
Sagt man zumindest immer. Da wir entdeckten, dass es dort direkt auch
noch einen Nachtmarkt gibt und wir keine Lust auf anstehen hatten
(und weil es keine veget. Jiaozi gab), zogen wir dann davon. Der
Nachtmarkt erwieß sich (wie alle anderen auf der Insel auch) als
Quelle von vielen verschiedenen Köstlichkeiten und Ständen. Ach,
und eh ich es vergesse: hier besonders auf Taiwan gibt es etwas, dass
dich Chou Doufu 臭豆腐 (stinkender
Tofu) nennt. Hab ich ja sicherlich schon mal von berichtet.
Jedenfalls ist das tatsächlich verfallener Tofu und warum der dann
臭, also stinkend heißt, muss
ich ja wohl nicht erklären. Wird in Asien gerne mit „unserem
Schimmelkäse“ verglichen, aber ich kann euch sagen Leute, DAS IST
NICHT VERGLEICHBAR. In China gibt es den Chou Doufu auch viel, aber
dort auf taiwan lieben das die Leute und man finden pro Nachtmarkt
bestimmt so 3 4 Chou Doufu Stände. Aber das Schlimmste ist, dass man
diesen Tofu schon so von 10 Metern Entfernung riecht. Und das riecht
nicht einfach nur stinkig wie mancher Schimmelkäse, sondern das
riecht, wie als würden auf der Theke dort 20 Kilo K*t liegen. Ich
lüge nicht, alle meine Komillitonen werden mir sicher zustimmen.
Jedenfalls wollte ich hiermit nur erzählt haben, dass wir auf Taiwan
ungefähr alle 2 km (auf Nachtmärkten alle 200 m) kurz haben leiden
müssen, weil ein Chou Doufu Stand ganz in der Nähe war. Ich kann
wirklich nicht nachvollziehen, was die Chinesen/Taiwanesen daran so
toll finden. Ich hab es probiert und es schmeckt in etwa genauso wie
es riecht.......
Also,
wir liefen dann so über den Markt, wichen den Stinketofuständen so
gut es ging aus und ich holte mir irgendwann etwas bei dem
Wuwei-Stand. Ich suchte mir massig Gemüse aus und meinte dieses mal
„ein bisschen scharf“. Meistens sag ich gar nicht scharf, aber
ich versuch mich ja, daran zu gewöhnen. Jana überkam ein wenig die
Lust auf Fleisch und sie bestellte sich etwas bei einem deer
Marktrestaurants. Dort gab es erschreckend gutes, westliches Essen.
Sie holte sich Steak, Nudeln und irgendwas und ich hatte mein
Wuwei-Zeugs. Das „小辣“ (xiaola,
wenig scharf) war ungefähr das mit Schärfste, was ich in meinem
Leben je gegessen habe. Und das war nur Tofu, Salat, Nudeln und
Suppe! Keine Ahnung was der Kerl für eine Schärfeeinschätzung
hatte, vermutlich gar keine, ich jedenfalls litt absolut vor mich hin
und war manchmal sogar kurz vor der Ohnmacht, so scharf war es. Das
hatte ich schon 2 3 mal in China, aber das war wirklich nicht normal.
Ich hab zwar weitergegessen (ich hab es immerhin bezahlt und wollte
was essen!), aber Spaß hatte ich keinen. Jana hatte fast schon
Phantomschmerzen, ihrem Gesichtsdausdruck nach zu urteilen.
 |
| hier der bekannte Jiaozi-Laden :) |
 |
| hier der Nachtmarkt |
 |
| und hier das gar nicht schaft aussehende aber unendlich scharf schmeckende Essen, dass ich dort hatte! |
Während
wir so gegessen haben, lief oben im Fernsehen schon wieder dasselbe
wie das, was auch heute im Bus nach Taobei lief. Ich sah mal genauer
hin und was sahen wir da: Flugzeugabsturz in Taibei. Oh... Die
meisten wissen ja sicherlich was passiert ist, also muss ich das
nicht großartig hier erklären, aber jedenfalls war das
Absturzvideo, das hier ohne Scham ununterbrochen gespielt wurde
geradezu verstörend schlimm für mich. Die ersten beide Flüge
allein nach Taibei waren schon wirklich nicht schön und der Flug der
abstürzte war von Taibei nach Xiamen. Mein letzter Flug war genau
dieselbe Strecke, nur andersherum und andere Airline. Sogar der
Flughafen war nicht der städtische, wo der Absturz passierte,
sondern ein anderer, außerhalb gelegener. Eigentlich kein Grund für
mich, Angst zu haben, aber wer halt Flugangst hat, hat sie eben
trotzdem. Und der Gedanke, am Freitag den 13.02. von Xiamen aus
wieder alleine nach Beijing zu fliegen und am 22.02. noch einmal
alleine von Harbin nach Beijing zu fliegen, ließ mich ein wenig
schaudern. Und genau „heute“, also an dem Tag hier, wo der
Absturz war, in der Stadt selbst. Wirklich kein schönes Gefühl. Ich
überlegte wirklich, meinen Flug abzusagen, aber die Idee war unklug.
Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ist in China bei Zügen ungefähr
1000 mal höher als bei Flugzeugen und mein Geld würde ich auch
nicht mehr zurückbekommen.
Egal.
Jana versuchte dann, mich abzulenken und wir gingen dann schnell
weiter, weg von dem Bildschirm, von den Nachrichten, weg von diesem
Video wie das Flugzeug einfach so abstürzt..
Wir
wanderten dann noch 1 bis 2 Stündchen draußen herum und
schlenderten relativ ziel- und planlos durch die Straßen der Stadt.
Wir kamen auch an den ein oder anderen schönen und sonderbaren Ecken
vorbei, wie das eben immer so ist. Wir fandne irgendwann wieder die
Hauptstraße und machten uns dann auf den Weg zurück zu unserem
Hostel.
 |
niedliches Nussknackerbild, dass ich auf einem Stromkasten fand :) |
 |
| völlig übertriebene, aber irgendwie schöne "Wegbeleuchtung" |
Wir
kamen dann an und machten den Abend über nicht mehr so viel. Jana
blieb im Zimmer und schrieb glaub ich Tagebuch und ich hab mich mit
den beiden anderen Deutschen unterhalten, die zufälligerweise auch
in dem Hostel waren und am morgigen Tag auch vorhatten, zur
Taroko-Schlucht zu fahren. Der eine studiert in Deutschland BWL und
ist arbeitsmäßig in China tätig gewesen. Jetzt hatte er noch einen
Monat Zeit und entschloss sich zu reisen. Der andere, naja, auch dem
habe ich nicht viel rausbekommen, der hat kaum geredet. Aber ich kann
euch sagen, dieser Kerl war vermutlich die absonderlichste Person,
die ich in meinem Leben je getroffern habe. Er wirkte nett und alles
und so, kein Problem, aber sein Aussehen war so irreführend, dass
ich es einfach nicht einordnen konnte. Ich glaube jedenfalls, dass er
schwul ist. Zu erst mal hatte er einen fast kahl rasierten, blonden
Kopf mit einrasierten Mustern. An hatte er ein komplett rotes
Fußballtrickot mit Fußballersocken und knallgrünen
Fußballerschuhen. Sein Körper war unsagbar muskulös, sein
Oberkörper genauso wie Arme und Beine. Klingt an sich ja erstmal …
ganz nett, aber das seltsame war, dass er zum Beispiel silbern
leuchtende, 5 cm große Ohrringe trug, die Jesuskreuze waren, dann
hatte er noch knallpinken Fingernagellack dran, hatte eine rosane
Hello Kitty Brotbüchse bei sich, eine pinke Stoffmütze parat, einen
ebenso rosanen Hello Kitty Rucksack und offenbar Schminke im Gesicht.
Benommen hat er sich ziemlich männlich, fast sogar schon ein
bisschen machohaft und seine Stimme war auch absolut normal. Versteht
das nicht falsch, ich fand es ziemlich cool, ich finde besondere
Leute total toll und mich fasziniert sowas sehr, aber ich hab es
einfach nicht verstanden. Und da er so ungesprächig war, wollte ich
auch nicht nachfragen, haha. :D Egal, jedenfalls war der eine sehr
nett und der andere sah total abgefahren aus.
TAG 13 Donnerstag
05.02. - Taroko Nationalpark 太魯閣国家公園
Wir
standen schon gegen um 7 auf, da wir den Tag ordentlich nutzen
wollten. Jana schlief ziemlich beschissen (tat sie fast immer), aber
diese Nacht soll es wohl sehr schlimm gewesen sein. Folglich war sie
nicht besonders gesprächig an dem Morgen. :D Wir machten uns fertig,
gingen nochmal bei einem der Millionen 7/11s vorbei und deckten uns
mit Kaffee/Tee und Proviant ein und dann machten wir uns auf zum
Bahnhof. Wir kauften unser Ticket und schon gleich darauf war der Bus
bereit. Bzw. der Bus war schon fast am Losfahren uind wir bekamen die
letzten Plätze. Der Touristenbus fährt etwa alle halbe Stunde aus
Hualien hinaus und dann die Ostküste nach Norden bis man den
Nationalpart erreicht. Das gesamte Areal war ziemlich groß und von
Ost nach West führte eine große Straße die Berge hinauf, wo man an
einigen Stellen jeweils aussteigen und von dort aus wandern konnte.
Man hätte auch bis ganz nach oben fahren können (übrigens, der
höchste Punkt in diesem Nationalpark ist über 3,5 km über dem
Meeresspiegel), aber wir stiegen schon bei etwa der Häfte aus, weil
wir eigentlich vorhatten, von da aus dann bis nach oben zu wandern.
Das hat übrigens schon mal im Vorraus absolut gar nicht geklappt,
aber egal. Also. Wir stiegen aus und das Wetter war? Ja, scheiße. Es
hat wie imemr geregnet, es war windig aber nicht unbedingt kalt. Nun
ja, typisches Jana-und-Thomas-sind-auf-Taiwan Wetter.
Wir
hatten schon während der Fahrt so langsam einen Einblick bekommn
können, wie die Taroko-Schlucht in etwa aussieht, und uns gefiel was
wir sahen. Überall massenhaft Natur, riesige Felswände, Felsen die
im Flussbett lagen und Wege, die in die Felsen gemeiselt wurden. Das
zum Beispiel war auch der erste Weg den wir genommen hatten.
Natzürlich nachdem wir unsere Regencapes angezogen hatten.
:P
 |
| hier der in den Fels geschlagene Weg |
 |
| BIN ICH NICHT SÜß?? |
 |
| los geht's! |
Gut:
die Umgebung da sah wirklich fantastisch aus. Man konnte weit nach
oben gucken und man konnte nach unten in das fast komplett
ausgetrocknete Flussbett sehen und einfach sehen, wie großartig
nahezu unberührte Natur aussehen kann. Schlecht: die Touristen. Sie
waren auch hier überall. Die Festlandchinesen, die überall beknackt
posierten, kein einziges Bild ohne sich selbst oder andere Personen
drauf machen konnten und wie immer bei touristischen Attraktionen
unangemessen laut waren. Zwar konnte man das größtenteils einfach
ausblenden oder sich auf anderes konzentrieren (Bilder machen oder
mit Jana reden), aber es wäre definitiv schöner gewesen, wenn 85 %
der Leute dort nicht da gewesen wären.
 |
| schöööne Natuuuur |
 |
| Schluuuuucht |
 |
und hier das geilste Bild der ganzen Reise - Jana stellte sich als Vorwand zur Verfügung, dass ich die blöde Poserchinesin fotographieren konnte. und wir haben die perfekt erwischt!!! :D:D:D hier habt ihr also den Beweis, wie Chinesen normalerweise posieren. :P |
Ich
liebe einfach das 3. Bild hier. Das zeigt so perfekt die
festländischen Chinesen. Hahaha. Und vorallem auch der Hintergrund
scheißegal. Man hat so viel sehenswertes auswählen können, so viel
Natur und wovor posieren sie? Einem STEIN. Der sah nicht mal schön
aus, wie viele anderen. Und das schlimmste war, die sind ungefähre
500 m mit uns zusammen gelaufen, weil wir ja auch ständig anhielten
um Bilder zu machen. Und die Frau hat ausnahmslos immer dieselbe Pose
gemacht. Die andere Frauen haben wenigsten so 500 drauf...
So,
schluss jetzt damit. :D Also, wir stiefelten so unserer Wege, der in
Stein gemeiselte Weg wurde mittlerweile ein einfacher Wanderweg an
der Felswand entlang und man ging Stück für Stück weiter nach
oben. So stellten wir uns das vor. Bis... ja, bis einfach mal ein
Schild da stand, welches sagte, dass der Wanderweg jetzt gesperrt und
unpässlich sei. Ganz toll. Wir entschieden uns, umzukehren und mit
einem anderen Bus bis ganz nach oben zu fahren und dann von dort aus
weiterzuwandern. Doch bevor wir das taten, entschlossen wir uns, noch
ein wenig in das Flussbett hineinzugehen. Der Weg endete direkt bei
einem Zugang zum Flussbett und ein paar Chinesen trauten sich auch
zwischen all die Steine und Felsen, doch weiter hineinzugehen war
sicherlich nicht erlaubt. Da aber der Fluss nur noch ein kleines
Bächlein war, gab es keine Gefahr und wir sahen uns dort mal ein
wenig um. Wunderschön war es dort.....
 |
| das betretbare, ausgetrocknete Flussbett verbarg viele schöne Ecken.... |
 |
| und viele Steineeeeee. |
 |
| und einen kleinen Bach :) wundervoll war es dort. |
Nachdem
wir uns dort sattgesehen hatten, machten wir uns mangels anderer
Option zurück zu der Bushaltestelle, von der wir kamen. Wir mussten
eine knappe halbe Stunde dort warten und nachdem der Bus kam, bekamen
wir wieder die letzten Stehplätze und ich durfte die darauffolgende
halbe Stunde in der wir bis ganz nach oben fuhren in der Treppe des
Busses verharren und hatte wirklich zu kämpfen dort. Die Straße
führte ja wie gesagt an der riesigen Bergkette entlang nach oben und
damit das überhaupt machbar war, wurde die Straße absolut kurvig
gebaut und ohne festen Halt in dem Bus war das wirklich kein Spaß!
Völlig durchgeschüttelt und leicht verstört von der gefährlichen
Fahrweise des Busfahrers auf dieser abenteuerlich hohen Straße kamen
wir dann ganz oben an und suchten erst mal eine Weile nach
Orientierung. Wir entdeckten auf der Karte 2 weitere Wanderwege die
wir dann in Angriff nehmen wollten. Für den ersten mussten wir eine
kurzen, aber sehr steilen Berg hinauflaufen und oben beim
Touristenzentrum des Nationalparks angekommen erblickten wir ein
weiteres, nettes Schild, das und mitteilte, dass auch dieser Trail
geschlossen war. So langsam fühlten wir usn ein wenig verarscht. Wie
man man Leute fpr teuer Geld da hoch fahren lassen und nicht mal
andeuten, dass die Wanderwege eventuell geschlossen sein könnten?
Jana und ich waren langsam wirklich ein wenig enttäuscht von dieser
Ortschaft. Klar sah alles toll und schön aus, aber einen schönen
Ausblick auf Felswände und geschlossene Wege hatten wir uns dort
nicht erhofft. Jana ging ins Touricenter, beschwerte sich und fragte
nach einem Weg, der denn auch wirklich mal auf hat. Die Taiwanesin
war, wie auch chiensische Rezeptionisten, total unnütz und hätte
nicht wenig inhaltliches sagen können. „Ja, vielleicht der, aber
manchmal auch, … der könnte, da ist aber ein anderes Zentrum für
zuständig ….“ Boah, komm, halt einfach den Mund uns sag, dass du
es nicht weißt. Nun ja, wir zogen wieder davon und wollten die
anderen Wanderweg ausprobieren. Vorher entdeckten wir aber noch ganz
dort oben wo wir waren eine Art Eingang in den Wald. Stand natürlich
auch „geschlossen“ dran, aber das war uns dann herzlich egal
geworden. Wir gingen einfach mal spontan die Treppen hinauf und
fanden uns schon nach 20 Metern inmitten schöner verwilderter Natur
wieder.
 |
| Ausblick von der obersten Bushaltestelle |
 |
| und hier der verwilderte Waldweg |
Das wenigstens war wirklich schön und auch wenn der Weg nach circa
500 m endete, so war es dennoch ganz nett. Man irrte halt so durch
den Wald und alles was man hatte, war ein kleiner Trampelpfad. Wir
landeten jedenfalls am Ende bei einer Statue, die einem großen
Denker zuliebe errichtet wurde. Zheng Qi 正氣
hieß der Mann. Oben fand sich dann noch eine große
Steintafel auf der wohl eine von Zheng Qis Schriften verewigt wurde.
Lesen konnte ich es leider kaum. Aber bei alten Schriften in
Langzeichen muss ich das glücklicherweise auch nicht. Nachdem wir
dort ein wenig rumgesessen hatten, zogen wir dort oben noch ein wenig
rum und machten uns dann so langsam wieder vom Acker und suchten nach
einem wirklichen Wanderweg..
 |
| schön verwilderter Tisch |
 |
| hier Mr. Zhengs Gedenkstätte |
Wir
liefen eine der großen Straßen entlang weil wir vermuteten, dass
die Karte anzeigte, dass sich in der Richtung noch ein Trail befinden
sollte. Erstmal sah nichts danach aus, da wir uns aber nicht sicher
waren, gingen wir weiter. Außerdem deutete sich vor uns so langsam
eine wirklich spektakuläre Aussicht an. Vor uns war ein Autotunnel
in die Wand einer gigantischen Felswand gebaut wurden, der halb
Tunnel, halb Weg zu sein schien. Außerdem züngelte sich noch ein
fast ausgetrockneter Fluss durch die Schlucht die sich zu unserer
Rechten auftat. Zwar wirkte nichts davon, wie als wenn es der Weg zu
einem Wanderweg sei, da wir es aber so toll fanden, gingen wir
weiter. Die Schlucht war riesig und der Anblick des kleinen Flusses
zwischen den hohen Felswänden war wirklich toll. Die Bilder können
kaum wiedergeben, wie groß all das um uns herum eigentlich war und
wie klein man sich fühlte, als wir durch diesen Autotunnel liefen
und die volle Größe des um die Ecke fließenden Flüsschens
erblicken konnten.
 |
| hier zu sehen der in den Fels eingebaute Autotunnel |
 |
| wunderschön :):) |
Irgendwann mitten in dem Tunnel fanden wir dann überraschenderweise
den Eingang zu einem tatsächlich offenen Wanderweg. Wir verstehen
auch nicht, wieso der Eingang mitten in einem Autotunnel ist der für
Fußgänger eigentlich verboten ist. Und Parkplätze für Autos gab
es auch nicht. Auch keine Information, Karte oder sonstiges. einfach
ein dunkles Loch in den Fels hinein über dem der Name des
Wanderweges stand. Völlig unlogisch, aber ttoal egal, denn wir
hatten einen offenen Wanderweg gefunden!
Erstmal ging es einen geschätzt 400 m langen Tunnel entlang, der
vollkommen unbeleuchtet war. Man sollte bei dem Wanderweg eigentlich
Taschenlampen und Helme bei sich haben, so stand es zumindest am
Eingang des Tunnels, aber ganz so unsicher wird es schon nicht sein
und wenn der Tunnel einstürzt brauch ich den Helm eh nicht. Wir
geisterten also mit unseren Handytaschenlampen durch den Tunnel und
stellten irgendwann fest, dass der Tunnel gleichzeitig eine halbe
Tropfsteinhöhle zu sein schien. Alles war nass, tropfte und die
Wände waren irgendwie... keine Ahnung. Bildet euch eine eigene
Meinung.
 |
| BUH |
 |
| hier die verrückte Wand des Tunnels |
 |
| hier nochmal |
Als
wir den Tunnel verließen waren wir positiv überrascht: super schöne
Natur und wenig Touristen. Logisch, wenn der Trail sozusagen in einem
Fußgängern verbotenen Tunnel versteckt ist. Ohne groß zu warten
stiefelten wir eigentlich ohne große Ereignisse die auch hier halb
in die Felswände gebauten Wege entlang und somit langsam die Berge
hinauf. Das einzig nennenswerte ist natürlich die Natur, die sich
uns dort bot. Öfters waren die Wege nicht umzäunt oder gesichert,
sodass man direkt am Rand der „Klippe“ sag ich mal
entlanggelaufen ist. Sonderlich gefählich war es nicht, auch wenn
Jana und mir das mit unserer Höhenangst manchmal etwas zu
ungesichert war. Aber im Großen und Ganzen war es schon okay. Wir
liefen hin und wieder mal durch ein paar Tunnel und genossen die
Aussichten, die immer schöner wurden.
 |
| einer der gruseligen Tunneleingänge... |
 |
| Blick hinunter in dei Schlucht |
Irgendwann,
nach einem der vielen Tunnel, wurde es langsam sehr laut. Erst waren
wir uns nicht so ganz sicher, was es war, doch dann merkte man, dass
es sich um eine Art Wasserfall handeln musste. Nachdem wir den
längeren Tunnel verließen erblickten wir unheimlich Schönes. 2
Brücken, eine aus massivem Beton, eine aus Holz zogen sich einmal
über den Fluss, der an der Stelle tatsächlich ein Wasserfall
geworden war und einmal über eine benachbarte Schlucht. Die
Holz-Hängebrücke war Jana zu viel. Mir eigentlich auch, aber ich
wollte den „Wasserfall“ sehen, der sich unter der gräßeren
Brücke hindurchzog und so musste ich die wacklige Brücke
überqueren, was wirklich nicht schön war. Somal auf einem Schild
stand „nicht mehr als 10 Leute“ und meistens so 20 drauf waren.
Die besten waren kleine Kinder die stampfend die Strecke auf und ab
rannten oder blöde Tussis, die sich mit ihren Selfiesticks mitten
auf der Brücke stehenblieben und Bilder von sich machten. Als mal
wenig Leute drauf waren, lief ich sehr sehr schnell über dier Brücke
und stieß ohne Rücksicht auf andere achtlos die ganzen Kinder und
Gören weg, die mir im Weg waren. Auf der anderen Seite jedoch war es
dann schön und die Aussicht war echt überwältigend schön!

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| hier die abenteuerliche Hängebrücke |
 |
| hier die große Betonbrücke |
 |
| hier nochmal die Hängebrücke |
Soooo. Der Tag hier ist schon wieder viel zu lange geworden. Also,
wir gingen dann weiter und kamen recht bald dann am Ende des Trails
an. Dort befand sich der sogenannte „water curtain“, also der
„Wasservorhang“. Der water curtain ist ein Tunnel der sich dann
vor uns befand, welcher einst künstlich gebaut wurde. Wegen einer
Ungenauigkeit beim Bau riss man sozusagen eine Wasserquelle innerhalb
des Berges an, sodass von da an ununterbrochen Wasser aus der Decke
des Tunnels störmt und eine Art Vorhang bildet. Das Wasser fließt
dann von da an bergab und mündet irgendwann in den Fluss. Wir zogen
unsere Schuhe und Socken aus und vertrauten darauf, dass die niemand
klaut. Auf Taiwan kann man das schon mal tun. Dann packten wir all
unsere Sachen gut ein und zogen unsere Capes wieder an. Das Wasser
dort war glasklar. Schon wenige Meter nach dem man den Tunnel
betreten hat, konnte man absolut gar nichts mehr sehen und außer das
unfassbar laute Dröhnen des Wassers ncihts mehr hören. Man war
sozusagen blind und tapste vorsichtigst am Rand des Tunnels entlang
und wurd einfach immer nasser. In der Mitte des Tunnels war eine Art
Wasserbecken voller Steinme und Wasser, welches man auch nicht
betreten sollte. Bzw. konnte, weil das Wasser dort zu immens aus der
Decke floss. Man ließ auf einer Erhöhung am rand entlang und hielt
sich nur an den nassen, steinigen Wänden fest bis man irgendwann am
anderen Ende raus kam. Bilder machen war recht schwer, aber einige
konnte ich dennoch machen bzw. stark bearbeiten, sodass man etwas
sehen kann.
 |
| hier das super bearbeitete Höhlenbild |
 |
| hier ein unbearbeitetes - einfach mal genauer hingucken ;) |
 |
| hier Jana kurz bevor wir reingingen :D |
Das war wirklich ein wahnsinns Spaß!! nachdem dort noch eine Weile
unsere Füße im nasskalten Wasser entspannten trockneten wir uns ab,
zogen unsere Schuhe an und die Capes aus und machten uns auf den
langen Weg zurück. Wir hatten genug gesehen und wollten nicht noch
einen Wanderweg ablaufen, der eventuell dann doch zu war. Außerdem
war es schon halb 4 und die Heimfahrt würde auch eine Stunde dauern.
Wir liefen also dann den ganzen Weg zurück, machten hier und da noch
ein paar Bilder, redeten schön und als wir dann wieder ganz am
Anfang waren, also da, wo wir das 2. mal dann aus dem Bus
ausgestiegen waren, erblickten wir etwas ziemlich unglaubliches. Und
ich meine wirklich unfassbar. Und zwar sahen wir wilde Affen in den
Bäumen sitzen und miteinander spielen.
Jana und ich hatten erst ein klein wenig Angst, merkten dann aber,
dass die Affen ziemlich keiner Art und offenbart nicht aggressiv
waren. Dennoch waren wir absolut wie eingefroren. Noch nie hatten wir
Affen in freier Wildbahn gesehen und ich hätte auch nicht erwartet,
auf Taiwan welche zu finden. Ich hab zwar davon gehört, aber sowas
sieht man ja meist nicht. Wir verbrachten sicherlich eine gute halbe
Stunde damit, mitten auf der Straße zu stehen und die Affen zu
beobachten und zu fotographieren. Die Tiere waren so schön und sahen
so unheimlich süß. Irgendwann kamen auch ein paar ander evorbei und
bemerkten, was wir da bestaunten. Die Chinesen hatten allerdings
natürlich wieder null Respekt vor den Tieren, gingen unheimlich nah
an sie ran und bewarfen sie sogar mit Nüssen. Als ob der Affe dann
rumspringt und Kunststückchen macht oder so.. manchmal sind Asiaten
so hirnlos. Der Mann bekam glücklicherweise was er verdiente als
einer der Affen auf ihn zu rannte und ihn versuchte zu schlagen und
wegzuschieben. Erst bekam ich kurz Angst, weil es immerhin noch wilde
Tiere waren und auch die böse angreifen können, aber der Affe
reagierte geradezu menschlich und hebte drohend die Hand und schob
den Mann mit Bestimmtheit von sich. Danach verschwanden einige und
damit auch die meisten der Gaffer. Wir blieben noch ein Weilchen und
bewunderten die Affen aus höflicher Distanz. Jana und ich waren uns
beide einig, dass das der schönste Moment des ganzen Tages war!
 |
| Affeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeen! |
 |
| so ein schönes Tier und so gut getroffen :) |
 |
| Ps: die Bilder hier stammen von Jana! |
So. Und weil ich über den bisherligen Tag schon so unheimlich viel
geschrieben habe, verkürze ich den Rest des Tages auf ein paar
Sätze. Nachdem wir die Affen ausreichend beobachtet hatten, gingen
wir zur Bushaltestelle zurück und nachdem wir dort unverschämt
lange gewartet hatten, fuhren wir ca. 90 Minuten lang zurück zum
Bahnhof. Nach der Ankunft machten wir noch ein weiteres mal ins
Zentrum der Stadt, holten uns ein bisschen was fürs Abendbrot (Jana
holte sich Jiaozi bei dem bekannten Restaurant, sie sollen aber nicht
so toll gewesen sein), spazierten dann ncoh ein Weilchen umher und
gingen dann zurück zum Hostel. Dort hab ich meinen Abend dann damit
verbracht, Tagebuch für die letzten 2 Tage zu schreiben und mich
währenddessen mit dem anderen Deutschen über seine Meinung zur
taroko-Schlucht zu unterhalten. Er fand es, wie Jana und ich auch,
mittelmäßig bis schön. Ich hab haöt erwartet, dass man da
komplett hoch- bzw. durchlaufen kann, stattdessen waren es immer nur
kürzere Wege, die man 1 zu 1 wieder zurücklaufen musste. Oder sie
waren halt ganz geschlossen. Nichtsdestotrotz war es eine Erfahrung
wert und die water curtain Höhle und die Affen haben es neben der
hin und wieder fantastisch schönen Natur gut rausgerissen! Alles in
allem war es also ein schönes Erlebnis und ich würde, denke ich,
schon nochmal wiederkommen.
Der Abend an sich war dann eher ruhig und Jana und ich schliefen,
nachdem wir das 3. mal komplett gepackt hatten, wieder relativ zeitig
ein.
TAG
14 Freitag 06.02. - Luodong 羅東 und
Jiaoxi 礁溪
Wir standen recht früh auf, machten uns gehbereit und nachdem wir
unseren obligatorischen Tee/Kaffee hatten, machten wir uns zum 3. Mal
mit all unseren Sachen auf den Weg zur nächsten Station. Wir hatten
in den kommenden 2 Tagen vor, einmal nach Jiaoxi zu den heißen
Quellen und einmal nach Su'ao zu den kalten Quellen bzw. zum Meer zu
machen und da wir nicht vorhatten 2 Mal das Hostel zu wechseln und
die beiden Orte an sich nicht weit weg voneinander sind, beschlossen
wir, uns ein Hostel in Luodong zu nehmen, welches eine kleine Stadt
genau zwischen Jiaoxi und Su'ao ist. Wir machten also relativ zeitig
zum Bahnhof von Hualien und nahmen den ersten Zug nach Luodong.
Wir gingen zum Schalter und kauften das nächste Ticket nach Luodong.
Der Zug stand schon auf dem Gleis und als wir unser Ticket zeigten,
leutete schon das die-Türen-schließen-sich-jetzt Geräusch, aber
glücklicherweise schafften wir es gerade noch so, was die ganzen
Taiwanesen um uns herum sichtlich erfreute. Da kein Platz mehr im Zug
war, platzierten wir all unsere Rucksäcke und Taschen auf dem Boden,
setzten uns daneben und lehnten uns an die Wand. Die ersten 15
Minuten wurden wir dann noch in mehrere Gespräche verwickelt, in
denen wir von den um uns herumsitzenden Taiwanesen über Herkunft,
Grund unserer Reise und unsere Chinesischkenntnisse ausgefragt wurden
oder einfach daran teilhaben durften, wie sich die Leute über das
gemeinsame Interesse an uns Ausländern kennenlernten und dann
miteinander ins Gespräch kamen. Als das dann alles so langsam
abebbte, begann Jana in ihr Tagebuch zu schreiben. Als ich sie
fragte, was sie schrieb, meinte sie, dass sie fand, dass dieser
Moment ziemlich genau zu Backpackern passt. Man eilt Tag zu Tag von A
nach B, nimmt was man kriegt (kalter Sitzplatz auf dem Zugboden),
kommt mit allerlei Leuten ins Gespräch, genießt in ruhigen Minuten
der Fahrt die sich einem draußen bietende Natur und ist an nichts
gebunden, außer das, was man immer mit sich rumschleppt. Darüber
dachte ich dann während ich die Fahrt über aus dem Fenster starrte
noch ein Weilchen nach und ich finde, dass das an sich ein ziemlich
nettes Leben sein kann. Sicher kein lebenslanges Leben, aber eine
gewisse Zeit im Leben einfach nur zu reisen, alles mögliche zu sehen
und dabei immer nur das Wichtigste bei sich zu haben, ohne große
materielle Bedürfnisse – klingt wirklich verlockend. Wenn sich mir
irgendwann im Leben die Möglichkeit bietet, das zu tun, würde ich
denk ich nicht nein sagen..
Genug der Philosophie. Wir kamen schon gegen halb 12 an, da wir ja
keine Minute im Bahnhof von Hualien warten mussten. Die Stadt (man
kann sie fast gar nicht so nennen, so klein und ruhig war Luodong)
war auf den ersten Blick wirklich schön. Annähernd 73.000 Menschen
sollen dort laut Wikipedia leben und somit ich Luodong fast schon auf
Plauen-Niveau. Die Straßenzüge waren genauso schön wie auch in
Hualien und Taibei und offenbar wird das in jeder anderen Ortschaft
auf der Insel nicht anders sein. Wir nahmen uns am Bahnhof einfach
ein Taxi, denn wir kannten nur die Adresse und wussten nicht, wie man
hätte laufen müssen. Die Fahrt war glaube ich ein wenig zu teuer,
aber immernoch bedeutend billiger als in Beijing. Nach crica 3
Minuten Fahrt kamen wir an und da der Fahrer fast nur geradeaus fuhr,
wussten wir von da auch auch, dass man innerhalb von 10 Minuten
locker vom Bahnhof zum Hosten würde laufen können. Das Hostel war
eigentlich ein Bed & Breakfest Hostel und war ziemlich niedlich
eingerichtet. Uns begrüßte uns ein netter, älterer Herr, dessen 2
Söhne (wir vermuten mal, dass es seine Kinder waren) uns nicht
auffälliger hätten anglotzen können. Ich weiß, Luodong ist
winzig, auch für Taiwan, und die Leute dort sehen sicher fast nie
Ausländer, aber die waren so indiskret, dass es fast schon etwas
unhöflich war. Das merkte auch der Vater und bedeutete den Jungs,
ruhig zu sein. Er meinte, das Zimmer würde erst ab 3 beziehbar sein
und da wir keine 3 Stunden dort warten wollten, beschlossen wir,
unsere Taschen umzupacken, unsere großen Rucksäcke dort zu lassen
und dann gleich mit dem Zug weiter nach Jiaoxi zu fahren. Da uns dort
heiße Quellen zu erwarten schienen, packten wir noch ein Handtuch
und Badesachen ein (heißt bei mir eine Unterhose, die unter Wasser
nicht durchsichtig werden wüde, denn dass wir richtig baden würden,
wusste ich gar nicht). Wir machten uns gleich darauf wieder aus dem
Staub und gingen die Straße wieder zurück, die wir gerade mit dem
Taxi entlanggefahren sind. Erst da fiel uns auf, die schln Luodong
eigentlich ist. Kein Gebäude war wirklich höher als 3 Stockwerke,
alles war ziemlich heruntergekommen und dreckig und überall waren
große und weitläufige Wasserfelder zu sehen, in denen im Sommer
wohl Reis angebaut wird. Alles war friedlich und wirkte eher die ein
etwas zu groß geratenes Dorf. War es wohl auch eher. Es gefiel uns
sehr dort.
 |
| Luodong! |
 |
| sehr friedlich sieht es dort aus :) |
 |
| | |
Wir machten uns also wieder zurück zum Bahnhof von Luodong und dann
nahmen wir auch wieder relatiov zeitig einen Zug nach Jiaoxi. Die
Fahrt dahin war recht unspannend (außer die tollen Ausblicke
natürlich!!) und dauerte keine halbe Stunde. In Jiaoxi angekommen,
sah es genauso aus wie in Luodong. Nur ohne die Reis-/Wasserfelder
und ein wenig mehr touristisch. Der Ort muss wohl einigermaßen
bekannt für die heißen Quellen sein. Wir hatten keine direkte
Ahnung, wohin wir gehen würden, wussten aber, dass wir in eine der
Quellen baden wollten, und so stiefelten wir planlos durch die kleine
Ortschaft und hielten nach Schildern für die 温泉
(wenquan, heiße Quellen)
Ausschau. Natürlich fand man diese überall, allerdings war das
meiste a) nur Nacktbaden (auf gar keinen Fall) und b) Männer und
Frauen getrennt (wollten wir auch nicht). Wir fragten also hin und
wieder nach und eine Frau meinte dann, dass es da und da kleine
Einzelbäder gibt, wo Männer und Frauen zusammen füpr relativ wenig
Geld in die Quellen gehen können. Passte gut, denn auch wenn ich
jetzt keine Angst habe, mich halbnackt vor anderen zu zeigen, so war
es mir dennoch lieber, dass Jana und ich dort alleine in die Quellen
gehen könnten. Wir fanden den Ort recht fix und wurden dabei Schritt
auf Tritt von einem herrenlosen Hund verfolgt. Hab ich davon schon
mal geschrieben? Wilde Hunde gibt es auf Taiwan in Massen! Überall,
in jedem Ort, zu jeder Zeit laufen mehrere wilde Hunde herum. Die
meisten sind nett und fast schon zutraulich, Caro erzählte mir aber
schon von Gegebenheiten, wo sie vor ihr Revier verteidigenden Hunden
davonrennen musste und auch andere erzählten mir schon davon. Ich
hab weniger Angst vor Hunden, nur in Ausnahmefällen, Jana allerdings
gefiel es gar nicht, dass er Hund uns hinterherlief. Es war übrigens
ein schwarzer, mittelgroßer – merken!
 |
| Jiaoxi! |
 |
| heiße-Quellen-Bäder waren überall drinnen und draußen zu finden :) |
Wir erreichten irgendwann den von der Frau beschriebenen Ort und
bekamen gegen einen wirklich dankbaren Preis eine Kabine für die
heißen Quellen zugewiesen. Wir hatten insgesamt 40 Minuten Zeit. Die
dortigen Quellbäder waren aneinandergereiht und jeweils mit
Blechwänden voneinander abgeschirmt. Sah ansicht nicht sonderlich
schick aus, war aber absolut ausreichend. Wir erwarteten ja auch
nichts besonders Tolles. Wir zogen uns nacheinander aus/um und dann
glitten wir gaaaaaaaaaaanz laaaaaaangsaaaaaaaam in das Wasser,
welches ungefähr 38 (gefühlt 83) Grad hatte. Jana stiefelte
knallhart ins Wasser und saß sich hin, ich brauchte ungefähr 10
Minuten allein dafür, mich bis zum Bauchnabel reinzuwagen. Das
Wasser war unglaublich entspannend, aber unglaublich heiß.
Irgendwann schaffte ich es dann aber auch mal ganz rein. Wir
dümpelten dann so vor uns hin, genossen die nahezu unerträgliche
Hitze des Wassers und kühlten uns immer mal wieder mit dem
Kaltwasser ab, dass man sich währenddessen in Schüsseln eingießen
konnte. Nach so circa 30 Minuten bekamen unsere Kreisläfe wirklich
probleme und wir entschieden uns, rauszugehen und uns gaaaaanz
laaaangsaaaam wieder anzuziehen.
 |
| hier das spartanische Bad - dennoch super cool! :D |
Sooooooo. Das war sowohl eine Qual, als auch unheimlich cool! Wir
saßen dann danach noch ein bisschen draußen vor den Bädern und
schauten Fern. Als uns aber die 300. Wiederholung des
Flugzeugabsturzen zu viel wurde, machten wir uns wieder weiter auf
den Weg. Wir geisterten danach noch ein bisschen durch die Stadt,
machten hier und da ein paar nette Bilder und dann fanden wir im
Zentrum von Jiaoxi noch ein paar Brunnen, die offenbar auch das heiße
Quellwasser beinhalteten. Kurzerhand zogen wir unsere Schuhe usw.
wieder aus, setzten uns auf unsere Handtücher (es regnete natürlich
leicht und somit war der Boden dreckig) und ließen unsere Beine noch
ein bisschen in dem heißen Wasser baumeln. Erst waren wir fast
alleine, dann kamen aber nach und nach immer mehr Leute und
irgendwann war alles ziemlich nervig und laut. Das beste von allem
aber war, dass irgendwann auch ein schwarzer, mittelgroßer Hund zu
uns dazustieß. Da Chinesen imemr so tun, als hätten sie vorher noch
nie ein Tier gesehen, könnten sie dem Tier keine Sekunde Ruhe und
machten Bilder Bilder Bilder oder versuchten ihm, die schlimmsten
Dinge zum Fressen zu geben. Mir wurde das zu dumm und ich setzte mich
an eine andere Ecke des Brunnens, doch keine 2 Sekunden nachdem ich
mich hingesetzt hatte, setzt sich ein schwarzer Hund neben mich. Er
war es. Auch der von vorher. Der Hund lag einfach an meiner Seite und
blickte verträumt ins Wasser, von daher war alles in Ordnung. Da ich
meinen Rucksack bei Jana gelassen hatte, stiefelte ich durchs Wasser
wieder zu ihr zurück und setzt mich wieder kurz dahin, weil die
Nervchinesen abhauten. Zack, der Hund kam mir wieder hinterher.
Irgendwas war an mir, dass der Hund offenbar sehr mochte, was es aber
war, weiß ich nicht. Die restlichen Chinesen/Taiwanesen die noch mit
am Brunnen saßen, waren von dem Thomas-Hund-Spektakel sehr angetan
und freuten sich ausgiebigst über des Tieres Zuneigung zu mir. Ich
versuchte das noch 2 weitere Mal mit Erfolg und irgendwann ließ ich
ihn einfach neben mir rumliegen, bis Jana und ich beschlossen, dass
wir gehen sollten. Wir trockneten uns ab und machten recht zügig
wieder zum Bahnhof zurück. Der Hund folte uns tatsächlich weiter,
doch irgendwann verlor er uns/mich auf einer relativ großen Straße.
Schön war's!
 |
| hier eine der Milliarden Spinnen, die man auf Taiwan immer und überall finden kann..... |
 |
| hier die heißen Quellbrunnen die man im Zentrum finden konnte :) |
 |
| hier unser kleiner Hundefreund.... <3 |
Wir kamen dann gegen 17 18 Uhr wieder in Luodong an, machten uns
zurück zum Hostel und checkten ein. Mittlerweile saßen dort 5
Jugendliche (hat sich wohl rumgesprochen mit den Ausländern...) und
starrten uns mit offenem Mund an und unterhielten sich schamlos auf
Chineisch über uns. Um zu verdeutlichen, dass ich ihre Sprache kann,
fragte ich irgendwas, das teils herablassendes Lachen, teil Staunen
verursachte. Die Kinder waren mir total unsympathisch. Also, wir
machten uns auf ins Zimmer, welches zwar ziemlich kitschig, aber sehr
sauber war und rasteten dort noch eine Weile.
 |
| Straßenrand in Luodong |
 |
| Hostelzimmer 4.0 |
Wir schrieben ein wenig Tagebuch, aßen was kleines und lagen ein
bisschen rum, bis wir uns gegen 7 dazu aufrappelten, Luodong mal noch
ein wenig unter die Lupe zu nehmen, wenn wir schon mal da sind.
Luodongs größte Attraktion war (wie kann es dort anders sein) ein
Nachtmarkt. Wir ließen uns von dem älteren Heern erklären, wie man
da hin kam und dann machten wir los. Dort war es dann erwartungsgemäß
total überlaufen, denn was sollen die Leute von Luodong abends auch
anderes machen, als auf den Nachtmarkt zu gehen. Man bekam zeitweise
wieder das Gefühl, man befände sich in einer von Beijings U-Bahnen
während der Rushhour. Dort kaufte ich mir NOCH ein Armband (ich muss
damit aufhören!) und schokoladisierte Erdbeeren. Wer jetzt glaubt,
die schmecken wie auf den deutschen Weihnachtsmärkten, der täuscht
sich. Keine Ahnung, was sie damit gemacht haben, aber lecker war das
nicht. Und das entsätzlichste von allem war auch noch, dass die 2
letzten Erdbeeren TOMATEN waren! Ich mein … schokoladisierte
Tomaten?! Also bitte. Bah!!
Nachdem wir den Nachtmarkt verließen, entdeckte ich ein rein
vegetarisches Restaurant! Oh mein Gott, ein vegetarisches Restaurant
in einer taiwanesischen 70.000 Einwohner Ortschaft. Sowas gibt es ja
nicht mal in Plauen! Jana hatte noch keinen Hunger, aber das konnte
ich mir nicht entgehen lassen. Ich bestellte mir vegetarische
Curry-Nudeln und holte mir, falls es scharf sein würde, einen
Milchtee gegenüber. Beides, der Milchtee und die Nudeln, war so
unfassbar lecker! Was für eine gute Wahl. Jana holte sich später
auf dem Nachtmarkt noch ein bisschen was zu Essen und dann machten
wir uns auch wieder recht zeitnah auf den Weg nach Hause zum Hostel.
 |
| das erste Regenschirmgeschäft, das ich je gesehen habe - auch bitter nötig auf Taiwan :P |
 |
| soo leckeeeeeeeeeeeeeeer. |
 |
super verrücktes Ding - man beachte den Namen unten: Ecstasy. wenn das nicht alles sagt...... |
Den Abend über spielten Jana und ich mal wieder Rommee und es
stellte sich heraus, dass ich entweder unverschämtes Glück in
diesem Spiel habe, oder dass Jana mir einfach zu gute Karten
wegschmeißt. Oder dass ich zu gut mische. Weiß der Geier, wir
spielten jedenfalls 2 Stunden und es endete mit 600 zu 150 für mich,
hahaha. :D

TAG 15 Samstag 07.02. - Su'ao 蘇澳
An
unserem vorletzten Tag auf Taiwan machten wir uns gleich nach dem
Aufstehen auf den Weg nach Su'ao. Su'ao ist noch kleiner als Jiaoxi
und hat ungefähr 43.000 Einwohner. Die Kleinstadt befindet sich im
Nordosten der Insel und liegt direkt am Meer. Wir frühstückten,
machten uns fertig und gingen dann ein weiteres mal zum Luodonger
Bahnhof. Dort kauften wir unser Ticket nach Su'ao und kurz darauf kam
der passende Zug auch schon. Wir fuhren etwas mehr als eine Stunde
glaub ich und dann waren wir auch schon da. Su'ao sah, als wir den
Bahnhof verließen, haargenau so aus, wie auch Luodong, Jiaoxi,
Hualien und auch Yuchi, die Ortschaft, zu der der Sun-Moon-Lake
gehört. Schön wie immer, aber wirklich unheimlich, wie alles
absolut gleich aussah dort.
 |
| Su'ao! |
Wir hatten wie immer gar keinen Plan von dem Ort und liefen daher
einfach herum. Wir wollten ja tendentiell ans Meer und da wird man
dort sicherlich auch recht einfach finden können. Wir suchten und
fanden eine recht gute Karte und hatten danach einen relativen Plan
wo wir hinmüssen. Also wir wussten nach Osten. Lag ja auch auf der
Hand. Naja, wir stiefelten weiter und kamen irgendwann bei einem
netten Park vorbei, wo wir uns mal etwas niedergelassen haben. Die
Sonne schien an diesem Tag tatsächlich mal (!!!) und man hatte fast
komplett klaren Himmel. Ich ließ mich in einer seltsamen
Schaukelkonstruktion nieder und wir beobachteten eine Weile 2 kleine
Mädchen beim Schaukeln. Die kleinere starrte uns teilweise
minutenlang nur an, da sie wohl noch nie so komisch aussehende Leute
wie uns gesehen hat. Wo waren unsere schwarzen, glatten Haare? Wieso
haben wir so große Augen? Und was sprechen wir da nur? Die war so
süß.
 |
| IST DAS NICHT AUCH SCHON WIEDER TOTAL SÜß? |
Wir verweilten dort noch etwas, liefen gemütlich durch das Gras und
machten uns dann auf den Weg in Richtung Osten. Dabei kamen wir noch
an einem der „Fleischmärkte“ vorbei, von denen ich sicherlich
schon mal erzählt habe. Ziemlich ekelhaft und immer wieder ein
bisschen schockierend, wie Menschen mit anderen Lebenwesen umgehen,
ohne … egal, lassen wir das.
Wir gingen also weiter und irgendwann wurde es richtig heiß unter
der prallen Sonne. Wir überquerten eine brutal wackelnde Brücke
(aus Beton wohlgemerkt!) und stießen bei unsererm Weg zum Meer noch
auf einen kleinen Tempel, der sich hinter einer verwinkelten Einfahrt
versteckte. Da wir ja keinen Zeitdruck hatten, schauten wir uns den
auch nochmal ein wenig an. Der Tempel war von der Bauart her genauso
wie die, die wir in Jiufen zum Beispiel gesehen hatten, dieser hier
war aber wesentlich kleiner und bestand nur aus einer kleineren
Gebetshalle. Wir genossen dort noch ein wenig die Ruhe und Jana
erzählte mir super interessante Geschichten darüber, wie der Drache
als chinesisches Fabelwesen eigentlich entstanden ist. Eine in dem
Tempel arbeitende Frau brachte uns noch ein wenig kostenloses Wasser
und wir schossen ein paar schöne Bilder.
 |
| Tempeeeeeeel. |
 |
| Brückeeeeeee. |
Irgendwann war uns das genug Ruhe und wir machten weiter Richtung
Wasser. Wir fanden ein Schild, das auf einen Hafen verwieß und da
wir keinen anderen Anhaltspunkt hatten, gingen wir da entlang. Wir
wussten keinen anderen Weg, wissen wir auch jetzt noch nicht, aber
ich denke mal, dass das nicht der normale Weg zum Meer gewesen ist,
denn wir liefen eine ziemlich ausgestorbene aber sehr große Straße
entlang. Ungefähr 45 Minuten.. Nach circa 5 Minuten fand man den
„Su'ao Port“, dahinter sah man auch ein paar sehr große Schiffe,
aber alles war abgeriegelt und Zutritt schien strickt verboten zu
sein. Wir mussten also einfach weiter laufen. Glücklicherweise
endete die Straße irgendwann und man begann das Meer sehen zu
können. Man sah dann auch den wirklichen Hafen, der über und über
mit Fischerbooten und Frachtschiffen war. Wir entschlossen uns dazu,
über die überdurchschnittlich schicke Brücke zu gehen und
nachzugucken, was sich auf dessen anderer Seite so befand.
 |
| die endlose Straße |
 |
| und die fancy Brücke |
 |
| der Hafen. |
Wir überquerten die Brücke und hatten dann endlosen Blick aufs
Meer. Überall Wasser und sonst nichts. Alles war ruhig auf der
anderen Seite der Brücke. Wir blieben auf der Straße und liefen
einfach die Küste entlang, den Geräuschen des Meeres lauschend. Die
Küste entlang wurden massenhaft riesige Betonwellenbrecher
platziert, was an sich schon wahnsinnig interessant aussah und
perfekt zum Landschaftsbild gepasst hat. Wir liefen dann eigentlich
recht lange nur so nah wie möglich an der Küste entlang, machten
Bilder und redeten nicht, sondern genossen einfach nur die Atmosphäre
dort. Fast niemand war draußen unterwegs und man hörte nur das
Meer, den Wind und einige Leute, die ihr alltägliches Leben lebten.
Irgendwann gab es mal die Möglichkeit, die große Straße zu
verlassen und direkt ans Wasser zu gehen, doch wir wussten es ging
noch schöner. Neben dem Strandabschnitt ging es noch einen Weg
hinauf zu den Feldenküsten, den wir dann nahmen. Dort auf/an den
Felsen befand sich einst eine Steinbrücke, die mittlerweile
eingestürzt und malerisch ins Wasser gefallen war. Wir mussten einen
etwas gewagten Sprung entlang der schroffen Klippe wagen und schon
konnte man sich einfach auf die Felsen setzen und zusehen, wie sich
die nahezu unglaubwürdig blauen Wellen in den Steinen unf Felsen
brachen. Dort saßen Jana und ich dann eine gute Stunde, beobachteten
kleine Tierchen auf den Steinen, beobachteten das Wasser, schossen
Bilder und hätten am liebsten unser Heim hier aufgebaut.

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| hier die supergroßen Wellenbrecher |
 |
| wunderschöner Küstenabschnitt! |
 |
| hier der kleine Strand |
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| und hier mal ein Selfie, weil meine Mutter immer so oft danach fragt :P |
Wir verließen dann irgendwann unser privates Plätzchen und gingen
rüber zu dem Teil des Kliffs, das für alle erreichbar war, blieben
dort aber nicht lange, weil mir die Touristen mit ihren blöden
Bilderposen nach einer Minuten schon wieder zu sehr auf die Nerven
gingen. Dieses mal waren es Eltern in den 40ern und ihre Tochter, die
irgendwelche westasiatische Yogaposen machten. Wenn doch jetzt nur
eine schöne Windböhe kommen würde und …. nein. Böser Thomas.
Wir machten uns schnell davon, nachdem wir ein Stück weiter ein paar
Krebse beim Klettern beobachteten.
Wir machten uns dann auf den Weg zum „richtigen“ Strand, den wir
von der Brücke aus leicht erblicken konnten. Dafür mussten wir kurz
durch einen kleinen, abgelegenen Teil der Stadt laufen, in dem man
sicherlich nur äußerst selten Ausländer antrifft, den Blicken und
Reaktionen der Anwohner nach zu urteilen. Wir kamen dann bei dem
Strand an und es war wunderschön dort. Weitläufig, links und rechts
von gigantischen Felswänden abgeschirmt und ganz und gar nicht
überlaufen. Bevor wir aber ans/ins Wasser gingen, verschlug es uns
noch in ein kleines Restaurant in der Nähe, wo wir uns lecker Nudeln
mit Pesto und circa 30 Esslöffeln Parmesan gönnten. Und dann, als wir fertig waren, gingen wir ans Wasser. Und die
folgenden 3 Stunden waren (mit Ereignissen wie das Teetrinken in
Jiufen oder das Bergsteigen im Yangmingshan National Park) ungefähr
die schönsten der ganzen Reise. Wir zogen unsere Schuhe und Socken
aus, banden sie uns am Rucksack fest, zogen die Hose hoch und gingen
ins Wasser, um dann da den ganzen Strandabschnitt entlangzulaufen.
 |
| hier der ganze Strandabschnitt |
Zwar hab ich das Meer während der Reise schon das eine oder andere
Mal gesehen, aber direkt drin war ich noch nicht. Und auch generell
ist das seit circa 11 Jahres das erste mal, dass ich es wieder getan
habe. Die Wellen an den Beinen zu fühlen und den nassen Sand unter
seinen Füßen zu haben war so schön. Wir liefen einfach nur
entland, spielten mit den Wellen, wurden totalst nass und hatten jede
Menge Spaß. Zwischendurch setzten wir uns wieder ein bsischen in den
Sand und starrten einfach nur auf die Wellen und die endlose Weite
des Meeres. Natürlich war ich auch ständig fleißig dabei, schöne
bunte Steine zu suchen, wie man das halt so macht, wenn man am Meer
ist. Nach einer anderthalben Stunde hatten wir den Großteil des
Abschnittes abgelaufen und meine Hose, die ich bis unter die Knie
hochkrämpeln konnte, war fast vollkommen nass geworden.
Entschließlich Unterhose, aber es war so spaßig! Der letzte Teil
des Strandes war vollkommen menschenleer und zwischen den Felsen
ziemlich versteckt. Außerdem wurde der Sand da langsam aber sicher
immer unsandiger und am Ende waren es nur noch ganz viele relativ
kleine Steine. Wenn man aber barfuß durch die Wellen läuft und
diese einem tausend Steine an die Knöchel schmeißen, ist das schon
etwas schmerzhaft. Aber auch das war noch lustig. Irgendwann kam
wieder eine Monsterwelle und ich gab es auf, meine Hose weiter
trocken halten zu wollen. Kurzerhand zog ich sie aus und während
Jana sich zwischen die kleinen Steinchen setzte und dem Rauschen
lautschte, „spielte“ ich noch ein wenig am Wasser, als dann aber
irgendwann NOCH eine Monsterwelle kam, schmerzten die Steine wirklich
sehr und ich zog mich ebenfalls zurück. Wir blieben dann dort
ebenfalls noch eine knappe Stunde sitzen, sahen dem Meer zu und
hörten zu, wie die Millionen Steine unten den Wellen rauschten.
Nachdem ich meine super kalte, super nasse Hose wieder angezogen
hatte, machten wir und auf den Rückweg und stapften noch ein wenig
durch den Sand. Ich fand es ziemlich gruseliges Wesen im Sand (siehe
Bild unten) und nachdem wir es lange genug angestarrt hatten,
verließen wir den wunderschönen Strandabschnitt. Bis bald!
 |
| Jana + Kurt = <3 |
 |
| süße Kinder am Spielen |
 |
| Wasseeeeeeer! |
 |
hier das Beweisfoto, dass meine Hose komplett nass war |
 |
| hier das komische Monster.... |
Es war mittlerweile nach 4 und da wir unser Tagesziel – Meer –
erreicht hatten und ich wegen meiner klamm-nassen (Unter-)Hose
ziemlich am Frieren war, beschlossen wir, uns auf den Heimweg nach
Luodong zu machen. Wir liefen den ganzen Weg zurück bis zu der
großen Brücke, nahmen dann doch noch eine kleine Abzweigung durch
den „Hafen“, wo sich all die kleinen Fischerboote befanden.
Nachdem wir uns dort etwas umgesehen hatten und dabei selber genug
von anderen begutachtet wurden, gingen wir weiter und trafen
netterweise auf eine Bushaltestelle mit passendem Bus, der uns direkt
zum Bahnhof von Su'ao zurückbringen konnte. Wir nahmen den Bus,
danach nahmen wir den Zug, danach liefen wir zum Hostel, holten uns
unterwegs noch genügend essbaren für den Abend mit und daheim hab
ich erst mal warm geduscht, um mich und meine Beine wieder zum Leben
zu erwecken.
 |
| hier mal ein Blick auf die ganzen Boote. wer findet den Hund? |
 |
ist zwar ein bisschen gemein, die Mädels zu fotographieren, aber das machen ja so viele Leute auch mit uns. außerdem wollte ich euch mal die Perlen asiatischer Mode zeigen. :D |
Wir waren gegen 19 Uhr dann daheim und beschlossen ein weiteres mal,
dass wir uns einen ereignislosen Abend verdient haben. In Taibei war
das ja auch noch anders, wo man abends auch noch wirklich was
unternehmen konnte. Dort in Luodong hatten wir nach 18 Uhr schon
herbe Probleme, ein Restaurant zu finden, das noch auf hatte und
nicht zum Nachtmarkt gehörte. Wir speisten unser alternativloses
Essen (welches eigentlich dennoch ziemlich gut war!), spielten ein
weiteres mal Rommee (Jana verlor wieder mit extremem Abstand :P) und
schrieben mal wieder unsere Reisetagebücher.
TAG
16 Sonntag 08.02. - Keelong 基隆
Der letzte Tag auf Taiwan. Ging alles ziemlich schnell rum, aber ich
denke eh nicht, dass das das letzte mal sein wird, dass ich dort war.
Also. Wir standen recht zeitig auf und machten uns fertig. Wir
wollten uns eigentlich von dem Herrn, der in dem Hostel arbeitet, zum
Bahnhof fahren lassen, aber als ich unten waren, war niemand da, also
machten wir eifnach los. Zum 4. Mal in Folge nun. Auch wenn die ewige
Packerei und das immer wiederkehrerende Rumgeschleppe unserer Sachen
recht anstrengend ist, so macht es doch irgendwie Spaß. Nun ja, wir
liefen also zum 3. Mal in Folge vormittags zum Bahnhof von Luodong
und kauften uns dort Tickets nach Keelong (chin. Jilong). Der
passende Zug kam auch wieder ziemlich zeitig und schon waren wir
unterwegs, raus aus Luodong und ab zur nächsten und letzten Station
der Taiwanreise. Wir waren ziemlich ziemlich müde und kaputt von den
vergangenen Wochen und so verbraschten wir fast die gesamte Zufgahrt
nur mit Schlafen. Wir kamen gegen 13 oder 14 Uhr etwa in Keelong an
und nachdem wir den Bahnhof verlassen hatten, suchten wir erst
einmach nach der Ablegestelle unserer Fähre. Wir hatten ja vor, von
Keelong aus mit dem Schiff nach Xiamen zu fahren und dann dort noch
ein paar weitere Tage zu verbringen. Keelong ist Taiwans 2.-größte
Hafenstadt und besteht auch aus fast nichts anderem als aus Hafen.
Wir mussten nur circa 5 Minuten laufen und schon hatten wir das
Schiff gefunden. Beziehungsweise die Reederei zu der das Schiff wohl
gehörte. Oder irgendwie sowas, jedenfalls fanden wir den Ort, wo wir
unsere Tickets abholen und das Schiff betreten konnten. Wir fragten
nach und uns wurde gesagt, dass man erst ab 16.30 Uhr rein kann.
Unser Schiff würde planmäßig gegen 20 Uhr auslaufen, das heißt,
wir hatten noch so 2 bis 3 Stunden Zeit. Wir beschlossen, unsere
Rucksäcke in Spinten des Bahnhofes unterzubringen, uns dann etwas in
der Stadt umzusehen und dann zur Ablegestelle zurückzukehren.
 |
| Keelong! |
 |
bitte beachtet den Keelong-Schriftzug oben im Bild. wie geil ist diese Stadt bitte? einfach mal den Hollywood-Schriftzug kopiert... :D |
Die Rücksäcke in die Spinte zu pressen, stellte sich als
unglaublich Hürde heraus, da Janas Rucksack gigantische Ausmaße
angenommen hatte. Es kam sogar ein junger Kerl vorbei, um Jana und
mir beim Reinstopfen zu helfen, so erbärmlich müssen wir ausgesehen
haben. :D
Als das geschafft war, nahmen wir unsere Taschen mit und zogen los.
Keelong an sich ist ganz nett – das Meer reicht bis ins Herz der
Stadt, Boote und relativ frische Luft überall, nicht sonderlich groß
aber dennoch alles wichtige da. Das Wetter war zwar wie immer weniger
pralle, es regnete leicht, aber das war ja mittlerweile
Normalzustand. Wir schlenderten erst noch eine Weile am Hafen entlang
und gingen dann orientierungslos ins Zentrum. Oder zumindest wirkte
es zentral, wir wissen es nicht. Wir erblickten außerdem noch einen
nahegelegenen Berg/Hügel im Osten der Stadt und wollten uns
vielleicht dorthinbegeben. Keelong wirkte irgendwie ein wenig
dreckiger als die anderen Orte auf Taiwan, aber das kann auch am
Hafen gelegen haben. Jedenfalls schwamm viel Müll im Wasser und die
Häuser hatten auch schon bessere Zeiten erlebt.
 |
| sehr schöne Hafenlandschaft |


Wir aßen was kleines zu Mittag und machten uns dann, nachdem wir
merkten, dass das Zentrum weniger spannend war, auf zu dem Hügel und
fanden relativ schnell einen netten Zugang dazu. Man musste zwar
dabei viele viele Treppen steigen, allerdings führten uns die
Treppen durch einen sehr netten Tempel, den man von unten aus gar
nicht wirklich hat sehen können. Auf halbem Weg nach oben spricht
mich dann ein Taiwanese auf Chinesisch an und fragte, ob wir den
Russen seien. Ich meinte nein. Er sagte darauf, dass er das dachte,
weil er gehört hat, dass Russen recht große Nasen haben sollen und
die Männer dort sehr hübsch sein sollen. An dem Punkt der
Unterhaltung, war ich mir unsicher, ob der Typ mich gerade
angeflirtet hat, oder ob er das einfach so objektiv gesagt hat, denn
in China zum Beispiel ist das öfter so, dass man sich das sagt, ohne
gewisse Intentionen zu haben. Naja, ich fühlte mich einfach mal
geschmeichelt (außer für das mit der großen Nase...) und Jana und
ich gingen weiter nach oben. Der Weg wurde imemr verwilderter und
menschenleerer und ganz oben war es absolut friedlich und der Tempel
sehr besonders in Architektur und Machart. Wir sahen uns dort dann
eine ganze Weile um und bestaunten das Konstrukt.
 |
| Blick auf Keelong |
 |
| Keelong-Tempel. |
Wir gingen weiter auf dem Berg entlang und passierten dabei einige
nette Straßen, bis wir einen weiteren Weg nach oben fanden. Zwar
wussten wir wieder nicht genau, was da ist, aber wir hatten ja eh
noch Zeit totzuschlagen. Wir fanden uns nach einiger Zeit auf einer
großen Aussichtsplattform wieder, die gleichzeitig auch
Touristenzentrum, halber Jahrmarkt, Supermarkt und weiß der Geier
noch was war. Erst war alles verwildert und wirkte total privat, aber
irgendwann waren wir einfach da oben. Man hatte dort einen ziemlich
tollen Blick auf den gesamten Ort und dessen Hafen. Außerdem befand
sich dort in der Mitte noch eini recht große buddhistische Statue,
die von allein Seiten von Buddhastatuen umgeben war. Generell sah da
oben alles ziemlich überwältigend aus, die Bilder können das
sicherlich besser ausdrücken als ich.
 |
ich hoffe, dass ich wegen der Swastika jetzt nicht in den Knast komme. |
 |
| geil, oder? |
 |
nochmal Blick auf Keelong. übrigens, ganz rechts im Bild sieht man ein seeeehr großes, weißes Schiff, welches hinter einem großen Gebäude im Hafen wartet. dieses Schiff ist das, dass ich an dem Abend genommen habe! |

Die Stimmung da oben war ziemlich schön, auch wenn das Gebimmel und
Geklingel der ganzen Tourispielzeuge die dort verkauft wurden
ziemlich nervtötend war. Wir verweilten kurz und machten uns dann
wieder auf den Weg zurück – es war schon gleich halb 4. Wir gingen
einen anderen Weg, passierten dabei sehr schöne Waldstücke und
fanden uns nach circa 20 Minuten im Zentrum wieder. Da es inzwischen
(was sonst) etwas mehr zu regnen begonnen hatte, machten wir uns auf
zum Starbucks und tranken noch ne heiße Schokolade. So langsam aber
sicher machte sich dann auch eine gewisse Nervosität in mir breit.
Ich bin noch nie in meinem Leben mit einem so großen Schiff
gefahren, und dann auch noch so lange und so weit. Die Fahrt würde
von 8 Uhr abends bis circa 9 Uhr frühs dauern. Ich wusste nicht mal,
ob ich Seekrank bin. Aber das galt es dann halt herauszufinden, ne?
Und fliegen war gleich noch weniger drin zu dem Zeitpunkt. Wir gingen
also gegen 4 wieder zurück zum Bahnhof, zerrten unsere Rucksäcke
mit aller Kraft wieder aus den Schließfächern und deckten uns dann
mit allerlei Fressalien ein, da wir nicht glaubten, auf dem Schiff
Essen zu bekommen. Wir sollten übrigens Recht haben damit. Also, wir
holten unsere Sachen, kauften genug Essen ein und dann gingen wir zur
Reederei. Oder heißt das Werft? Hafen? Boah, keine Ahnung. Ihr wisst
schon, was ich mein. Wo man halt wartet und so weiter.. Wir holten
unsere Tickets ab, mussten nochmal irgendeine mir etwas schleierhafte
Gebühr zahlen (Bedienungsgebühr?) und dann hieß es: Warten.
Wir warteten und warteten und warteten. Und während Jana immer
gelangweilter wurde, wurde ich immer unruhiger. Es hielt sich absolut
in Grenzen, nicht vergleichbar mit Fliegen, aber ein wenig flau war
mir dennoch im Magen. Um das hier jetzt mal ein wenig zu
beschleunigen: wir warteten so knapp 2 Stunden und innerhalb dieser
Zeit ging es so langsam los, wir stellten uns irgendwann mit an,
kamen zur Pass- und Einreisekontrolle (wir wechselten ja das Land),
standen dann in einem super dreckigen Gang in dem Gebäude nochmal an
und warteten, dass das Tor zum Schiff geöffnet wird. Warten, warten,
warten.
 |
| WARTEN |
 |
| WARTEN |
 |
| WARTEN |
Irgendwann war es dann soweit und wir konnten rein. Das Schiff war
unheimlich groß und fasste sicher so … ach, jetzt wieder schätzen
… 4000 Menschen? Auf jeden Fall mehr als 1000. Übrigens auch nett
zu wissen, wir waren die einzigen Ausländer. Außer uns waren da nur
Chinese! Und weiterhin befanden sich komischerweise mindestens 95 %
nur Männer auf dem Schiff. Ich hab vielleicht 10 Frauen da gesehen.
Wirklich seltsam und wirklich unangenehm, denn wir wurden so intensiv
und von so vielen Leuten angeguckt, wie ich es noch nie erlebt habe.
Ziemlich unschön. Wir warteten danach noch einmal hier und da und
dann konnten wir ganz rein, um unsere Zimmer zu suchen. Wir hatten 2
Betten in einer Standardtkajüte, die sonst immer 4 Betten
beinhaltete. Das Schiff war aber offenbar nicht komplett ausgebucht,
sodass Jana und ich, so stellten wir nach Abfahrt fest, alleine in
der Kajüte waren. Das Schiff an sich wirkte natürlich sicher und
ich hatte auch ziemlich schnell keine Angst mehr davor, dass wir
kentern oder sonst was. Erst mal richteten Jana und ich uns halbwegs
gemütlich ein (die Zimmer waren auch wirklich sehr annehmlich und
gut) und dann machten wir uns raus an Deck, um noch ein bisschen
Keelong amnzugucken und um Taiwan fürs erste zu verabschieden!
Draußen war es erwartungsgemäß super windig und absolut kalt, aber
es war dennoch spannend und auch schön. Wir erhaschten noch einen
letzten Blick auf Keelong und dessen Hafen und irgendwann war dann
nicht mehr viel zu sehen. Als es uns zu kalt und zu windig wurde,
machten wir uns wieder nach drinnen.
 |
| "Lobby" |
 |
| Gang. |
 |
| Kajüte. |
 |
| letzte Blicke auf Taiwan :'( |
 |
| Mady by Jana :) - da ging's mir noch gut! |
Das Schiff, dass kurz nach Ausslaufen aus dem Hafen nur ein wenig
brummte und wackelte, hebte und senkte sich mittlerweile mehr als nur
einige Cemtimeter. Durch den starken Wind und Regen waren die Wellen
wohl ziemlich hoch (oder kann auch sein, dass das normal ist, wirkte
nur ziemlich heftig), dass sich das Schiff bei besonders hohen Wellen
manchmal aus dem Wasser erhob und dann mit voller Wucht wieder ins
Wasser prallte. Auch da hatte ich keine Angst mehr, allerdings wurde
es langsam ein wenig unwohl im Bäuchlein. Beim Laufen in den Gängen
musste man sich ziemlich stark festhalten und ich fühlte mich wie
als hätte ich 2 Promille. Wir irrten noch ein wenig innerhalb des
Schiffes herum und dann wurde mir das Gewackel zu viel und ich wollte
ins Zimmer. So langsam wurde mir etwas schlecht.... Wir ruhten uns
kurz noch etwas aus und wollten dann noch ein bisschen Karten
spielen, nach einem Spiel musste ich aber abbrechen und mich mal aufs
Klo begeben. Mir war so unwohl und es ging mir mittlerweile so
schlecht, dass ich gar nicht mehr wusste, was ich hätte machen
können. Ich hatte homöötpathische Magenberuhigungstabletten mit,
aber bei Übelkeit halfen die glaub ich nicht. Ich hab jedenfalls 1 2
Stunden ziemlich grausam gelitten und dann, nachdem ich mich …
entleert hatte, kehrte ich ins Zimmer zurück und war dann so
erschöpft, dass ich mich einfach nur noch ins Bett legte und
versucht habe, irgendwie Ruhe zu finden. Auf dem Rücken liegend bin
ich dann tatsächlich so gegen halb 11 weggedöst und verharrte in
dem Halbschaf-Zustand nahezu die gesamte Nacht. Glücklicherweise
wurde es danach zunehmend besser und die Stunden verstrichen dann so
langsam. Ich fand sogar wieder ein wenig Hunger (ich hatte zu dem
Zeitpunkt schon seit so 16 Stunden nichts mehr gegessen) und begann,
in der Nacht ein wenig zu lesen. In diesem Schlaf-Lese-Rhythmus
verblieb ich dann, bis irgendwann unglaublich laute unglaublich
schnulzige Sülzmukke aus einem im gang befestigten Lautsprecher
ertönte, um alle Passagiere aufzuwecken. Jeder war schon nach so 2
Minuten wach, die schreckliche Musik allerdings hielt so knappe 30
Minuten lang an. Und die war wirklich laut. So laut, dass ich Jana
anscheien musste, um mit ihr zu reden. Das war sowas von das
ununstößliche Zeichen dafür, dass man sich wieder auf dem Festland
China befindet. Grauenhaft schlimme, laute Musik. Lächerlich, wie
offensichtlich das war! :D
Soo. Wir machten uns dann irgendwann wieder raus aufs Deck und
merkten, dass es nicht nur schon hell war, sondern dass man Xiamen
schon mehr als genug hat sehen können. Wir befanden uns schon längst
zwischen den vielen kleinen Inseln, die zur Stadt gehören. Ein
Glück, dass dieses Debakel dann recht bald vorbei war. Nie wieder!
 |
| und erste Blicke auf Xiamen. |
Wir dockten eine knappe Stunde nach dem letzten Bild (so gegen kurz
vor 9) an. Vorher gingen wir in unsere Zimmer zurück, packten unsere
Sachen wieder zusammen und dann warteten wir in der „Lobby“ der
Schiffes noch eine weitere Stunde darauf, dass wir rauskönnen. Ich
weiß nicht, warum das so lange dauerte, aber man fragt auch
mittlerweile nicht mehr nach. Ich versuchte mich währenddessen mit
Lesen davon abzulenken, dass un ungefähr 30 Leute ununterbrochen
anstarrten und über uns redeten. Jana stört das kaum, sie merkt es
fast gar nicht, aber ich kann das wirklich nicht leiden. Ich weiß
zwar, dass sie es nicht anders kennen und dass sie Ausländer nicht
kennen, aber ich finde es nach wie vor ekelhaft, so angegafft zu
werden. Aber Wurscht jetzt!
Man öffnete uns irgendwann endlich die Tür und die, die kein
exorbitant großes Gepäck mithatten, sollten zuerst raus. Dazu
zählten auch wir, und so verließen wir das Schiff, durchliefen ein
weiteres Mal den Einwanderungsprozess und dann waren wir da: XIAMEN!
So. Und hiermit endet der 2. Teil der großen Reise. Das war Taiwan.
Mein Resümee ist, dass Taiwan definitiv das schönste Land war, in
dem ich bis jetzt war und dass ich definitiv wiederkommen werde. Ich
hab die Zeit dort unheimlich genossen und wie ich schon am Anfang des
1. Teils geschrieben habe, diese 2 Wochen waren die schönsten 2, die
ich seit meiner Reise nach China hatte!
Also, nachdem das hier gebloggt wurde, werde ich so langsam
weitermachen und den Teil über Xiamen schreiben. Ich hoffe wie
immer, es war schön und ihr hattet Spaß dabei, mich ein weiteres
Stück in meinem Auslandsjahr zu begleiten. :)
Liebe Grüße und bis später, euer Thomas!