Donnerstag, 19. März 2015

Haaaaaaaaaaaalloooooooo!
Und, habt ihr fleißig den ersten Teil gelesen? Ja? Nein? Ist mir auch egal. :D 
Hier geht es jetzt direkt weiter mit dem 2. Teil der Reise – die Woche, in der Jana und ich von Ort zu Ort reisten, die schlimmsten Umwege fuhren und dennoch viel Tolles gesehen haben! Viel Spaß. :)


TAG 10 Montag 02.02. - Sun-Moon-Lake 日月潭 1.0

Jana und ich machten uns, nachdem wir geduscht und zu Ende gepackt hatten, auf den Weg zum Bahnhof. Laut dem Busplan der in unserem Hostel aushing, würde gegen 9:35 Uhr ein Bus von Taibei aus zum Sun-Moon-Lake aus losfahren und mit ein wenig Beeilen und viel Stress meinerseits (Jana hatte schön die Ruhe weg, während ich es gar nicht leiden kann, erst 5 Minuten vor Abfahrt irgendwo anzukommen) schafften wir es auch rechtzeitig zur Haltestelle. Wir zahlten … puh, wieviel haben wir bezahlt … circa 300 Doller und dann ging es los.

yeaaaaaaaah!
Die Fahrt war erwartungsgemäß weniger spannend. Ich wurde allerdings nach so circa einer Stunde Fahrt (insg. Fuhren wir so 4 Stunden) ein wenig traurig, denn wie man ja sicherlich schon im letzten Eintrag hat herauslesen können, hat mir die Woche in Taibei wirklich unheimlich gut gefallen und ich möchte jetzt schon behaupten, dass das eine der, wenn nicht die schönste Woche war, die ich im Laufe dieses Auslandsjahres verbracht habe. Wir hatten so viel gesehen, so viel wundervolle Natur, die Menschen waren unheimlich gut zu uns, die Stadt ist sauber, neu, modern, die Menschen alternativ, offen, schön, die Luft rein und sauber, das Wetter perfekt und einladend, die Unternehmungsmöglichkeiten inner- und außerhalb der Stadt so groß, so weitläufig. Für mich ist Taibei ein Ort gewurden, in dem ich wirklich bleiben könnte und alles, was auf dem Festland China ein Problem wäre, wenn ich dort leben würde, ist auf Taiwan einfach nicht da. Und so schön wie ich es dort fand/finde, so traurig war ich dann bei dem Gedanken, diesen Ort nun wieder verlassen zu müssen und zu wissen, dass ich noch weitere 5 Monate in Beijing vor mir habe. Jetzt, wo ich seit einigen Wochen wieder hauptsächlich hier in Beijing bin, das neue Semester mittlerweile losging (das hier schreibe ich am 11.03.) und das Wetter langsam wärmer wird, ist es nicht mehr so schlimm wie damals in dem Bus, aber ich muss schon sagen, dass Beijing und Taibei 2 völlig andere Welten und eigentlich nicht miteinander vergleichbar sind und ich Taibei definitiv viel mehr mag. Aber dennoch ist mein Leben hier jetzt nicht die Hölle. Es ist okay, könnte aber schöner sein, wenn man weiß, was man alles hätte haben können. Aber genug jetzt der Philosophie und des Mitleids. Ich wollte euch nur wissen lassen, wie ich nach der Woche in Taibei Beijing gegenüberstand und wie viel sich in meinem Denken über meine Entscheidungen und meine Zukunft innerhalb dieser Woche dort geändert hat. Jetzt dafür schnell weiter im Plan.
Wir fuhren wie gesagt so knapp 4 Stunden und stiegen dann an einer Haltestelle aus, die Yuchi 鱼池 hieß, denn der Landeskreis in dem unser dortiges Hostel zu sein schien hieß genauso. Die folgende Haltestelle hieß direkt Sun-Moon-Lake, aber vielleicht war unser Hostel ja näher an dieser Haltestelle. Wir stiegen also aus und merkten sofort: hier ist gar nichts. Der Bus fuhr weiter und wir fragten eine Mitarbeiterin in einem Bubble-Tea-Laden nach der Adresse. Diese wusste leider gar nicht bescheid, aber netterweise kam eine Kundin aus dem Laden direkt raus zu uns und versuchte zu helfen. Das Ende vom Lied war dann, dass die Mitarbeiterin eine Freundin anrief, die in einem Hotel arbeitete, das dem Hostel sehr nahe lag. Wir warteten ein Weilchen und dachten dann, dass die Frau uns sagen würde, welchen Bus wir wann und wo nehmen müssten, als sie einfach meinte, wir sollen hinten ins Auto reinspringen, denn sie müsse gleich auf Arbeit und kann uns mitnehmen. So. Viel. Freundlichkeit. Das würde kein Mensch in Beijing machen! Wir waren erst sehr perplex und dann sehr dankbar, denn wir hätten noch knapp 2 Stunden auf den Bus warten müssen, außerdem nahm sie uns völlig umsonst mit. Als wir dann ankamen, machte die junge Frau sich sogar noch die Mühe, unser Hostel mit uns zu suchen. Als wir es fanden, verabschiedete sie sich und fuhr davon. Wirklich ein tolles Erlebnis!

Yuchi!
 Wir erreichten unser Hostel und wollten erstmal einchecken. Da wir allerdings vor um 3 ankamen, mussten wir noch ein bisschen warten, da das Zimmer wohl noch nicht bereit war. Wir befanden uns direkt am touristischen Zentrum des Sees und hatten somit auch das Touristenzentrum und alle wichtigen Haltestellen vor der Haustür, deshalb beschlossen wir nach einem kleinen Miitagessen während der Wartezeit mal dahin zu gehen und nachzufragen, wie wir 2 Tage später am 04.02. am besten und schnellsten mit den Bussen/Zügen von dem See bis nach Hualien kommen können. Zur Versinnbildlichung: wir befanden uns nun ziemlich genau in der Mitte der Insel und Hualien ist ein wenig nördlicher ganz an der Ostküste. Taiwans Verkehrsnetz ist super ausgebaut, allerdings nur an den Küsten entlang, weil sich auch dort alle relevanten Ortschaften befinden. Der Sun-Moon-Lake und Hualien sind ungefähr 70 km voneinander entfernt und der See ist etwas mehr als 140 km südlich von Taibei gelegen. Hualien ist ein kleines bisschen weniger weit weg von Taibei als der See. Wir fragten also die Mitarbeiter im Tourizentrum und am Ticketstand wie wir am klügsten direkt durch die Insel fahren können. Nach vielen langen Unterhaltungen und einigen sprachlich bedingten Hürden musste ich feststellen, dass es keine direkte Verbindung zwischen dem See und Hualien gibt. Es fahren vereinzelt Busse gen Osten, man müsste aber dann 3 mall unsteigen und die Busse fahren alle jeweils nur 1 bis 2 mal am Tag. Also – wir werden die Küste entlangfahren müssen. Und DAS heißt: wir müssen am 04.02. genau mit demselben Bus erst wieder zur Westküste und dann über Taichong 台中 wieder zurück nach Taibei fahren und dann von Taibei ganz im Norden aus mit dem Zug die (Nord-)Ost-Küste entlang bis runter nach Hualien fahren. Die Luftlinie vom See nach Hualien beträgt also circa 70 km und die Strecke die wir würden fahren müssen beträgt so in etwa 275 km (hab mal grob nachgeguckt). Dieser Umweg würde uns etwa 7 Stunden Zeit kosten und das bedeutete, dass der kommende Mittwoch wohl komplett fürs Rumfahren wird draufgehen müssen. Klasse... aber das wussten wir ja nicht und gesagt hat es uns auch keiner. Nun ja. Kann man nix machen.
Schweren Herzens gingen wir zurück ins Hostel und konnten gleich darauf einchecken. Das Zimmer war ziemlich okay, auch wenn es nur ein großes Bett (war mir egal, aber Jana schläft wohl schlecht, wenn sie mit jemandem im selben Bett schläft..) und kein Fenster gab. Es war sauber und still.

hier unser supertolles Hostelzimmer

Wir packten so halb aus und machten gleich darauf wieder los. Da es mittlerweile schon gegen 4 geworden war und wir ja nur des Sees wegen gekommen waren, beschlossen wir, einfach nur ein wenig in der Gegend herumzuspatzieren. Und schon nach wenigen Momenten merkten wir, wie touristisch der ganze Ort eigentlich ist. Der See ist nämlich einer der bekanntesten Orte auf Taiwan und jeder Chinese der nach Taiwan kommt, landet irgendwann dort. Wir hatten wirklich das Gefühl, wieder in China zu sein. Alles war viel hektischer, die Leute posierten bescheuert vor den unmöglichsten Dingen, man musste sich wieder die Wege freikämpfen und wurde wieder an jeder Ecke angequatscht, ob man nicht das oder das kaufen oder anprobieren will. Eine typisch chinesische Touristenumgebung. Das gefiel mir gleich mal gar nicht mehr. Wir nahmen schnell Reißaus und gingen direkt weg vom Touristenzentrum. Wir drängelten uns durch all die Menschen, die für eine der tausenden Bootsfahrten anstanden, aber da wir hörten, wie die Leute auf den Booten von auswendig gelernten, chinesischen Vorträgen vollgepflaumt werden, wollten wir da lieber nicht mitmachen. Wir liefen eifnach am „Ufer des Sees“ (war natürlich alles mit Stegen mit Zäunen bebaut) entlang, bis die Menschen weniger wurden und ein wenig mehr Ruhe eintrat. So. und weil ich bis jetzt schon wieder so viel über irgendwelche Ansichten oder Probleme geschrieben habe, würde ich sagen, ich gebe euch einfach einige Bilder, die ich gemacht habe, als wir dort am See herumliefen. Wir verbrachten dabei so circa 3 Stunden bis es dunkel wurde und rasteten dann immer mal hier und da an netten Stellen.

leider super nebelig, aber dennoch ganz nett - ohne die Leute! ;)

hier das absolut typischste Chinesenmotiv: ein Stein, auf dem der Name der
Attraktion steht, ein schräger Hintergrund und eine ziemlich nichtssagende Pose.




verwaister Fischkutter auf dem See


sehr entspannte Stimmung :)
So. Das sollte reichen. Da hab ich zwar jetzt ein paar Stellen rausgelassen, aber das ist schon okay. Man kann einfach nicht alles reinbringen. Jedenfalls war es dann, als die ganzen Chinesen weg waren, wirklich sehr schön, die Natur teilweise ziemlich nett und so einige Ecke an und um den See herum sehr entspannend. Wir liefen herum, unterhielten uns und ließen so die Zeit verstreichen. Irgendwann als es dann schon dunkel war, gingen wir noch irgendwo etwas essen und dann sind wir in unser kleines Zimmerchen gegangen. Den Abend verbrachten wir dann damit, erst mal ein paar Postkarten zu schreiben, Karten zu spielen und uns zu unterhalten. Die letzten Abende waren ja immer recht lang gewurden und so haben wir es mal wieder genossen, einen Abend lang nichts Großes vorzuhaben. Wir gingen dann auch recht zeitig ins Bett. Und hier noch ein Bild von einem neuen Freund den wir im Hostel kennenlernten. :)

darf ich vorstellen? Superhase!



TAG 11 Dienstag 03.02. - Sun-Moon-Lake 日月潭 2.0

Am Dienstag hatten Jana und ich beschlossen, eine Fahrradtour zu machen. Und zwar um den gesamten See herum. Außer dem See gab es dort ja nicht viel, und da wir die touristische Ecke in der wir unser Hostel hatten ziemlich unattraktiv fanden und gerne mal wieder Fahrrad fahren wollten, hielten wir das beide für eine ziemlich gute Idee. Bei unserem gestrigen Spaziergang haben wir günstigerweise auch einen Laden gefunden, so man sich Fahrräder für 100 Dollar den Tag ausleihen kann. Nachdem wir gefrühstückt hatten, machten wir dann auch direkt zu dem Laden hin, suchten uns nach langem Ausprobieren 2 gute Fahrräder aus und tranken dann erstmal unseren Kaffee/Tee zu Ende. Das Wetter an dem Tag war ziemlich klasse: es waren knapp 20 Grad und die Sonne schien. Der Himmel war beinahe wolkenlos und es wehte eine leise Brise. Allerdings war es, um ehrlich zu sein, nach so 5 Minuten Sitzen in der Sonne fast unangenehm warm. Die Sonne knallte wirklich ziemlich auf uns herab.


Und dann fuhren wir los. Das ist auch das, wir wir eigentlich den gesamten Tag über getan haben. Fahrrad fahren. Die erste halbe Stunde bis Stunde fuhren wir eigentlich nur auf der Straße und zwängten uns durch massenhaft Touristenbusse und Menschen. Zwar befanden wir uns schon an den Uferstegen/-fahrradwegen, natürlich war es dort aber weder ruhig noch besonders atmosphärisch. Das einzig besondere war, dass wir des öfteren mal gigantisch große Spinnen erblickten, die ein paar Meter über den Straßen in Netzen hingen, die sie über die Bäume hinweg gesponnen hatten. Jana durfte sich da schon öfters meine angewiderten Schreie anhören, die ich jedes mal, wenn ich eine weitere entdeckte, von mir gab. Irgendwann schaffen wir es dann, die Zivilisation größtenteils zu verlassen und gelangten an ruhigere Orte.

wunderschöne Berge...

wunderschönes Wasser...

Wir fuhren weiter und kamen irgendwann bei einem Tempel an, der mir gar nicht wirklich gefiel. Wir waren mittlerweile schon einige Kilometer von unserem Hostel entfernt. Der Tempel an sich war (wie sie es halt alle sidn) sehr schön und natürlich nicht das Problem. Das Nervige war, dass daneben ein Mann stand, der mit ohrenbetäubender Lautstärke die schnulzigsten Schnulzen von sich gab und dabei alle Sinne überdröhnt hat. Außerdem waren auch da überall nur Festlandchinesen die an jeder Ecke posierten und sich mit ihren Selfiesticks porträtierten. Für die, die nicht wissen, was ein Selfiestick ist (kann ja sein, dass das jemand nicht kennt): ist ein ausziehbarer Stab in den man sein Handy schnallt, den Kamera-Timer auswählt und dann ein Selfie macht. Der Stab verlängert halt die Distanz, sodass man mehrere Leute auf das Bild bekommen kann. Lieben Chinesen und Koreaner und ich hassen alle Westler. Ich natüüüürlich auch!
Naja, also der Tempel war so lala, wir machten dann irgendwann mal weiter und so langsam wurde es anstrengend. Es ging öfters mal 1 2 km lang nur bergauf, was mich ziemlich ankotzte, da ich körperlich ja nicht in der absolut besten Verfassung bin und ich sowieso immer genervt bin, wenn mir warm wird. Manchmal wurde das Rad dann eben einfach geschoben und Jana durfte warten. Netterweise ging es danach dann aber meist recht lange eher eben zu und man musste sich weniger anstrengen. Irgendwann erreichten wir einen recht abgelegenen Ort, speisten dort fürstlich (also 2 mal das billigste vegetarische :D) und machten und dann wieder vom Acker. Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir dann den eigentlichen Fahrradweg, welcher ein am Hang entlang gebauter, umzäunter Holzsteg war. Dort konnten auch nur Fahrräder entlangfahren, und weil das dort natürlich kein Mensch macht, waren wir schön für uns. Wir rasteten dort wieder kurz, genossen die totale Stille und nahmen dann einen kleinen Abzweig runter an den See, weil der Strand von dort oben aus so schön aussah.

hinten der halbwegs sichtbare Strand :)

und hier der Radweg

Dort angekommen, entdeckten wir erstmal etwas, dass von weiter weg aussah wie ein Geysir. Als wir näher herankamen, wirkte es eher wie eine Art Brunnen, die Wasser aus den Bergen in der Umgebung in den See leitet? Oder eine Art Rohr, die das Dreckwasser des Sees dorthin leitet? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall war das Wasser dort nicht gerade sauber, aber das war auch nicht verwunderlich, bei all dem Tourismus dort. Wir sahen uns dort ein wenig um und ich beschloss dann, dort mal über den Zaun zu steigen und ein bisschen an den „Strand“ zu gehen. Dort war alles matschig und ziemlich schmutzig wie gesagt. Der Wasserspiegel sank wohl im Winter stark und überall lag Müll zwischen den Sträuchern die eigentlich mal unter Wasser waren. Man musste sehr aufpassen, weil man leicht in dem Boden hätte stecken bleiben können und … oh, eine Schildkröte! Erst mal wirkte sie wie tot, war auch absolut trocken, aber irgendwann sah man, dass sie lebt. Ich war mir nicht sicher, aber ich denke, dass sie zurück ins Wasser wollte, es aber nicht mehr geschafft hätte. Also wollte ich der kleinen Schildkröte helfen. Ich ließ mir von Jana Zaunlatten, große Äste usw. bringen und legte sie auf den Boden, um darauf stehen zu können. Der Boden gab dort locker schon so 10 cm nach. Mit sehr viel Balancieren und viel Geduld schaffte ich es, die Kröte wieder ins Wasser zu bringen und als ich dann schnell wieder zurück zu Jana springen wollte, verfehlte ich leider eines der Bretter, landete mit dem Schuh im Schlamm, dann mit dem anderen und als ich dann bei Jana ankam, war ich leider meine Schuhe los... Jana hat sich fast nicht mehr eingekriegt und auch ich musste ziemlich lachen, hahaha!
Als ich es geschaff hatte, meine Schuhe wieder aus dem Matsch zu bekommen, machten Jana und ich uns zu einer anderen Strelle ans Ufer und doort versuchte ich, Füße, Socken, Schuhe und mich wieder halbwegs sauber zu bekommen. Das dauerte wieder so eine knappe halbe Stunde und danach ging es dann wieder weiter. Was für ein Spaß... :D

hier der "Geysir"

hier das besagte Tier

und hier die besagte Rettungsaktion

was für ein Kampf!!

hier meine verlorenen Schuhe...
... und hier meine Waschaktion :D

















Wir fuhren wieder mal weiter, Ewigkeiten, Ewigkeiten, gelangten irgendwann wieder zu einem Fahrradweg (eigentlich sind die Straßen die den See umrunden nicht dafür gedacht, sie einmal mit dem Rad zu umrunden, aber das war uns ziemlich egal) bei dem wir ab und an mal absteigen und unsere Räden Treppen hoch oder runter schleppen mussten. Wenigstens kamen wir da durch ein paar ziemlich ruige Ecken und konnten den Wald schön genießen. Auch, wenn manchmal nur 2 m über einem diese Spinnen hingen, die es dort bei dem See ungelogen überall zu geben scheint. Jana wusste schon Bescheid, dass ich wieder eine gefunden hatte, da ich jedes mal panisch losgebrüllt habe, wenn ich eine über mir hingen sah...
Wir verließen irgendwann auch diesen Teil und rasteten mal wieder. Dieses mal mussten wir dafür gefühlte 100 km lang bergauf fahren. Dort abgekommen warf ich mein Rad genervt in die Ecke (typisch Thomas) und Jana und ich gingen hoch auf eine kleine, hölzerne Aussichtsplattform. Da dort kein Menshc war, zog ich einfach mal mein Oberteil aus, da mir so heiß war. Nach so 5 Minuten auf einer bank Liegen fiel mir auf, dann hinter uns noch eine höhere Plattform war von der aus mich ungefähr 10 ältere Chinesen anstarrten. Oh. Ähm. Ähh. Ja, ich zieh mich mal wieder an... Danach stieß ich zu Jana hinzu und wir genossen den unfassbar schönen Ausblick den man von dort aus haben konnte. Wirklich toll dort!

wohl einer der schönsten Ausblicke, den ich je hatte!

soooo friedlich

und sooo schöne Farben!

Wundervoll. Dort oben befand ich noch eine kleine Ortschaft, wo Jana und ich in einem Laden noch ein bisschen Tee kauften und dabei noch eine gratis Teezeremonie von einer netten Taiwanesin bekamen. Dort kaufte ich noch 2 kleine Armbänder und nachdem wir uns noch ein wenig unterhalten hatten, machten wir weiter. Wir kamen dann noch an unheimlich vielen Ecken vorbei – Wälder, Ufer, Strände, Straßen, Wiesen – und rasteten imemr mal wieder. Unseren letzten Stopp legten wir etwa 3 km vor unserem Hostel ein und beobachteten dabei ein paar ältere Touristen (wahrscheinlich Chiensen), wie sie Fotos von und mit ihren Rädern machten und dann mit Ächtzen und Stöhnen davontrudelten. Wir machten hier und da und hier und da noch ein paar Bilder und kamen irgendwann gegen 17 18 Uhr wieder an.


diese Aussichtsbrücke war super wackelig und bei der Beschreibung stand da, dass das
Absicht sei, um dem Besucher ein Gefühl der im Wind wehenden Bäume zu vermitteln.
achso, nein danke.

hier schon wieder fast am Ende der Rundfahrt

der 2. Radweg - super toll war es dort!

unheimlich schöne Sicht auf den nebeligen See <3


Gegen Ende hielten wir mal noch bei einer der Karten des Sees an und schauten mal nach, wie lang die Gesamtstrecke um den See eigentlich so ist. Gute 30 km meinte das Schild wohl. Das ist , wie ich finde, für die 7 Stunden, die wir insgesamt unterwegs waren, eine ziemlich gute Strecke!
Wir brachten die Räder zurück und belohnten uns füt den ganzen Sport mit gutem Tee, einem Stück Kuchen und weichen Stühlen (die Sattel der Räder waren mehr als unbequem, wenn ihr versteht). Wir blieben dort noch ein Stündchen sitzen, suchten usn dann in der Nähe des Hostels noch etwas zum Abendbrot und dann ging es ohne große Umwege zurück ins Hostel. Ich fanden, dass noch ein ereignisloser Abend ziemlich angemessen ist, da wir ja in letzter Zeit eh immer so viel unternehmen und hier bei dem See ja sonst eh nicht sonderlich viel los ist. Wir spielten also noch eine Weile Karten und ließen dabei ein paar Kapitel von den Känguru-Chroniken laufen. Ach und was auch noch schön war: Jana und ich hatten ziemlichen Sonnenbrand bekommen. Ich hab es erst gesehen, als ich meine Uhr abgemacht hatte. Und mir tat die Stirn ein wenig weh. Ein Blick in dne Badezimmerspiegel gab dann die Erleuchtung:

:(

Aua. Jana hat es wenigstens auch ein wenig erwischt. Schon witzig. Anfang Februar mal Sonnenbrand zu bekommen.
Ansonsten hatten wir an dem Abend mal noch genauer geguckt, wann und wie wir am kommenden Tag von dem See wieder nach Taibei zurückkommen und dann von da aus nach Hualien fahren können. Wir packten unsere Sachen schon halbwegs ein, chillten dann den Abend über und dann ging es in die Heija.


TAG 12 Mittwoch 04.02. - Hualien 花蓮

Wie schon bereits gedacht, ging mehr als der halbe Tag nur dafür drauf, in Bussen oder Zügen herumzusitzen. Wir standen erstmal auf, blablablabla, und irgendwann kam dann unser Bus zurück nach Taibei. Es war genau derselbe, mit dem wir auch von Taibei zum See gelangt sind. Die Fahrt bis dahin war jetzt nicht sonderlich spannend. Man vertrieb sich die Zeit mit aus dem Fenster Gucken, Lesen, Musik Hören und Reden. Gegen kurz nach Mittag kamen wir dann in Taibei wieder an und kauften uns erst mal unser Ticket nach Hualien. Wir warteten noch eine Stunde am Bahnhof, aßen irgendwas und dann gegen halb 3 Nachmittag fuhr unser Zuf Richtung Hualien los. Die Züge auf Taiwan sind wirklich sehr sauber, geräumig und wirkten auch wesentlich stabiler und sicherer als die chinesischen.

zwar ist das Bild sehr verwackelt, aber bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass es sich um das
gesamte Zugnetz Taiwans handelt. man sieht, dass es wie bereits erwähnt einmal komplett die Küste entlang geht
und man in der Mitte fast garkeine Anbindungen hat. wir fuhren etwa von der Mitte links zur Mitte rechts.

Während dieser Zugfahrt brachte mir Jana dann noch ein ziemlich cooles Kartenspiel namens Shithead bei und nachdem ich dieses ziemlich coole Spiel 3 mal verloren hatte, spielten wir wieder Rommee. Die Fahrt dauerte sonst insgesamt 2 Stunden und gegen 5:30 Uhr kamen wir dann schon am Bahnhof in Hualien an. Die Stadt ist ziemlich kein und eigentlich nur für den Taroko-Nationalpark (太魯閣国家公園, Tailuge Guojia Gongyuan) bekannt, welchen wir am folgenden Tag besuchen würden. Nichtsdestrotrotz wirkte Hualien schon von Anfang an ziemlich sauber, ruhig und wirklic gemütlich. Die Straßen waren nicht voll und nicht groß, die Taiwanesen wirkten genauso nett wie bis jetzt überall auf der Insel und das Wetter war ziemlich gleich. Das heißt bei uns: Regen, Wolken aber nette Temperaturen. Wir suchten unser Hostel und kamen recht schnell ans Ziel. Dort wurden wir dann von Iris, einer ziemlich alternativen Taiwanesin begrüßt, die uns erst mal in unser Zimmer brachte und uns ein wenig über die Umgebung erzählte. Das Hostel ansich war ziemlich alternativ eingerichtet und bestand aus 2 Gemeinschaftsbädern, 2 Duschen und einem großen Mittelzimmer, das als Wohnzimmer und Küche fungierte und von dem aus alle anderen Privaträume zu erreichen waren.

Hualien!

süßer Beistelltisch in unserem Zimmer

weniger süßes aber dafür lustiges Bettkonstrukt in unserem Zimmer :D

"Wohnzimmer" des Hostels - super gemütlich!

künstlerisches Bild unserer Deckenlampe


Wir fragten Iris dann noch wie man denn morgen am klügsten von dem Hostel aus zur Taroko-Schlucht kommen kann und nachdem wir uns ewig lang über die Optionen unterhielten und einen etwaigen Plan hatten, machtren wir uns fertig und gingen einfach spontan mal raus. Da wir den kommenden Tag komplett in dem Nationalpark würden verbringen wollen und am Tag danach schon wieder weiterziehen würden, wollten wir an dem Abend noch ein bisschen Hualien besichtigen und uns das kleine Zentrum mal ansehen.
Schon als wir ein paar 100 m gelaufen waren merkten wir sofort, dass sich jemand besondere Mühe gegeben hat, das Straßenbild von Hualien besonders besonders zu gestalten. Alle paar Meter gab es Bänke die sich jeweils von den anderen unterschieden. Mal waren wie aus Stein und rund, mal auch Holz und Marmor und ganz kantig, mal waren wie mit Wasserspendern oder Dächern ausgestattet und mal waren sie von Beeten umgeben. Außerdem war der Boden mit immer mal unterschiedlichen Steinen gepflastert und immer mal wieder sah mal Skulpturen am Wegesrand stehen. Wirklich toll dort. Außerdem war dort, wie aber auch überall auf Taiwan, das Straßenbild besonders geprägt von den vielen vertikalen Werbeschildern und Lichtern geprägt, die alles erleuchteten und diesen überladenen aber schönen Charme versprühten.

das mit schönste Straßenbild, das ich auf Taiwan gemacht hab :)

Straßenzug in Hualien

eine der künstlerischen Bänke
auf den Fußwegen


Wir gingen weiter eine der großen Hauptstraßen entlang und kamen dann so langsam ins Zentrum. Wir hätten auch ans Meer gehen können, da das aber eh noch auf dem Reiseplan stand und es mittlerweile schon dunkel war, verwarfen wir die Idee für den Tag. Also, in dem Zentrum erblickten wir erst mal einen offenbar recht bekannten und beliebten Jiaozi-Laden. Ziemlich ziemlich viele Leute standen dort an, was sowohl in China, als auch auf Taiwan Zeichen für gute Qualität ist. Sagt man zumindest immer. Da wir entdeckten, dass es dort direkt auch noch einen Nachtmarkt gibt und wir keine Lust auf anstehen hatten (und weil es keine veget. Jiaozi gab), zogen wir dann davon. Der Nachtmarkt erwieß sich (wie alle anderen auf der Insel auch) als Quelle von vielen verschiedenen Köstlichkeiten und Ständen. Ach, und eh ich es vergesse: hier besonders auf Taiwan gibt es etwas, dass dich Chou Doufu 臭豆腐 (stinkender Tofu) nennt. Hab ich ja sicherlich schon mal von berichtet. Jedenfalls ist das tatsächlich verfallener Tofu und warum der dann 臭, also stinkend heißt, muss ich ja wohl nicht erklären. Wird in Asien gerne mit „unserem Schimmelkäse“ verglichen, aber ich kann euch sagen Leute, DAS IST NICHT VERGLEICHBAR. In China gibt es den Chou Doufu auch viel, aber dort auf taiwan lieben das die Leute und man finden pro Nachtmarkt bestimmt so 3 4 Chou Doufu Stände. Aber das Schlimmste ist, dass man diesen Tofu schon so von 10 Metern Entfernung riecht. Und das riecht nicht einfach nur stinkig wie mancher Schimmelkäse, sondern das riecht, wie als würden auf der Theke dort 20 Kilo K*t liegen. Ich lüge nicht, alle meine Komillitonen werden mir sicher zustimmen. Jedenfalls wollte ich hiermit nur erzählt haben, dass wir auf Taiwan ungefähr alle 2 km (auf Nachtmärkten alle 200 m) kurz haben leiden müssen, weil ein Chou Doufu Stand ganz in der Nähe war. Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, was die Chinesen/Taiwanesen daran so toll finden. Ich hab es probiert und es schmeckt in etwa genauso wie es riecht.......
Also, wir liefen dann so über den Markt, wichen den Stinketofuständen so gut es ging aus und ich holte mir irgendwann etwas bei dem Wuwei-Stand. Ich suchte mir massig Gemüse aus und meinte dieses mal „ein bisschen scharf“. Meistens sag ich gar nicht scharf, aber ich versuch mich ja, daran zu gewöhnen. Jana überkam ein wenig die Lust auf Fleisch und sie bestellte sich etwas bei einem deer Marktrestaurants. Dort gab es erschreckend gutes, westliches Essen. Sie holte sich Steak, Nudeln und irgendwas und ich hatte mein Wuwei-Zeugs. Das „小辣“ (xiaola, wenig scharf) war ungefähr das mit Schärfste, was ich in meinem Leben je gegessen habe. Und das war nur Tofu, Salat, Nudeln und Suppe! Keine Ahnung was der Kerl für eine Schärfeeinschätzung hatte, vermutlich gar keine, ich jedenfalls litt absolut vor mich hin und war manchmal sogar kurz vor der Ohnmacht, so scharf war es. Das hatte ich schon 2 3 mal in China, aber das war wirklich nicht normal. Ich hab zwar weitergegessen (ich hab es immerhin bezahlt und wollte was essen!), aber Spaß hatte ich keinen. Jana hatte fast schon Phantomschmerzen, ihrem Gesichtsdausdruck nach zu urteilen.

hier der bekannte Jiaozi-Laden :)

hier der Nachtmarkt

und hier das gar nicht schaft aussehende aber unendlich scharf schmeckende Essen, dass ich dort hatte!

 Während wir so gegessen haben, lief oben im Fernsehen schon wieder dasselbe wie das, was auch heute im Bus nach Taobei lief. Ich sah mal genauer hin und was sahen wir da: Flugzeugabsturz in Taibei. Oh... Die meisten wissen ja sicherlich was passiert ist, also muss ich das nicht großartig hier erklären, aber jedenfalls war das Absturzvideo, das hier ohne Scham ununterbrochen gespielt wurde geradezu verstörend schlimm für mich. Die ersten beide Flüge allein nach Taibei waren schon wirklich nicht schön und der Flug der abstürzte war von Taibei nach Xiamen. Mein letzter Flug war genau dieselbe Strecke, nur andersherum und andere Airline. Sogar der Flughafen war nicht der städtische, wo der Absturz passierte, sondern ein anderer, außerhalb gelegener. Eigentlich kein Grund für mich, Angst zu haben, aber wer halt Flugangst hat, hat sie eben trotzdem. Und der Gedanke, am Freitag den 13.02. von Xiamen aus wieder alleine nach Beijing zu fliegen und am 22.02. noch einmal alleine von Harbin nach Beijing zu fliegen, ließ mich ein wenig schaudern. Und genau „heute“, also an dem Tag hier, wo der Absturz war, in der Stadt selbst. Wirklich kein schönes Gefühl. Ich überlegte wirklich, meinen Flug abzusagen, aber die Idee war unklug. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ist in China bei Zügen ungefähr 1000 mal höher als bei Flugzeugen und mein Geld würde ich auch nicht mehr zurückbekommen.
Egal. Jana versuchte dann, mich abzulenken und wir gingen dann schnell weiter, weg von dem Bildschirm, von den Nachrichten, weg von diesem Video wie das Flugzeug einfach so abstürzt..
Wir wanderten dann noch 1 bis 2 Stündchen draußen herum und schlenderten relativ ziel- und planlos durch die Straßen der Stadt. Wir kamen auch an den ein oder anderen schönen und sonderbaren Ecken vorbei, wie das eben immer so ist. Wir fandne irgendwann wieder die Hauptstraße und machten uns dann auf den Weg zurück zu unserem Hostel.

niedliches Nussknackerbild, dass ich auf einem
Stromkasten fand :)

völlig übertriebene, aber irgendwie schöne "Wegbeleuchtung"


Wir kamen dann an und machten den Abend über nicht mehr so viel. Jana blieb im Zimmer und schrieb glaub ich Tagebuch und ich hab mich mit den beiden anderen Deutschen unterhalten, die zufälligerweise auch in dem Hostel waren und am morgigen Tag auch vorhatten, zur Taroko-Schlucht zu fahren. Der eine studiert in Deutschland BWL und ist arbeitsmäßig in China tätig gewesen. Jetzt hatte er noch einen Monat Zeit und entschloss sich zu reisen. Der andere, naja, auch dem habe ich nicht viel rausbekommen, der hat kaum geredet. Aber ich kann euch sagen, dieser Kerl war vermutlich die absonderlichste Person, die ich in meinem Leben je getroffern habe. Er wirkte nett und alles und so, kein Problem, aber sein Aussehen war so irreführend, dass ich es einfach nicht einordnen konnte. Ich glaube jedenfalls, dass er schwul ist. Zu erst mal hatte er einen fast kahl rasierten, blonden Kopf mit einrasierten Mustern. An hatte er ein komplett rotes Fußballtrickot mit Fußballersocken und knallgrünen Fußballerschuhen. Sein Körper war unsagbar muskulös, sein Oberkörper genauso wie Arme und Beine. Klingt an sich ja erstmal … ganz nett, aber das seltsame war, dass er zum Beispiel silbern leuchtende, 5 cm große Ohrringe trug, die Jesuskreuze waren, dann hatte er noch knallpinken Fingernagellack dran, hatte eine rosane Hello Kitty Brotbüchse bei sich, eine pinke Stoffmütze parat, einen ebenso rosanen Hello Kitty Rucksack und offenbar Schminke im Gesicht. Benommen hat er sich ziemlich männlich, fast sogar schon ein bisschen machohaft und seine Stimme war auch absolut normal. Versteht das nicht falsch, ich fand es ziemlich cool, ich finde besondere Leute total toll und mich fasziniert sowas sehr, aber ich hab es einfach nicht verstanden. Und da er so ungesprächig war, wollte ich auch nicht nachfragen, haha. :D Egal, jedenfalls war der eine sehr nett und der andere sah total abgefahren aus.


TAG 13 Donnerstag 05.02. - Taroko Nationalpark 太魯閣国家公園

Wir standen schon gegen um 7 auf, da wir den Tag ordentlich nutzen wollten. Jana schlief ziemlich beschissen (tat sie fast immer), aber diese Nacht soll es wohl sehr schlimm gewesen sein. Folglich war sie nicht besonders gesprächig an dem Morgen. :D Wir machten uns fertig, gingen nochmal bei einem der Millionen 7/11s vorbei und deckten uns mit Kaffee/Tee und Proviant ein und dann machten wir uns auf zum Bahnhof. Wir kauften unser Ticket und schon gleich darauf war der Bus bereit. Bzw. der Bus war schon fast am Losfahren uind wir bekamen die letzten Plätze. Der Touristenbus fährt etwa alle halbe Stunde aus Hualien hinaus und dann die Ostküste nach Norden bis man den Nationalpart erreicht. Das gesamte Areal war ziemlich groß und von Ost nach West führte eine große Straße die Berge hinauf, wo man an einigen Stellen jeweils aussteigen und von dort aus wandern konnte. Man hätte auch bis ganz nach oben fahren können (übrigens, der höchste Punkt in diesem Nationalpark ist über 3,5 km über dem Meeresspiegel), aber wir stiegen schon bei etwa der Häfte aus, weil wir eigentlich vorhatten, von da aus dann bis nach oben zu wandern. Das hat übrigens schon mal im Vorraus absolut gar nicht geklappt, aber egal. Also. Wir stiegen aus und das Wetter war? Ja, scheiße. Es hat wie imemr geregnet, es war windig aber nicht unbedingt kalt. Nun ja, typisches Jana-und-Thomas-sind-auf-Taiwan Wetter.
Wir hatten schon während der Fahrt so langsam einen Einblick bekommn können, wie die Taroko-Schlucht in etwa aussieht, und uns gefiel was wir sahen. Überall massenhaft Natur, riesige Felswände, Felsen die im Flussbett lagen und Wege, die in die Felsen gemeiselt wurden. Das zum Beispiel war auch der erste Weg den wir genommen hatten. Natzürlich nachdem wir unsere Regencapes angezogen hatten. :P
hier der in den Fels geschlagene Weg

BIN ICH NICHT SÜß??

los geht's!


Gut: die Umgebung da sah wirklich fantastisch aus. Man konnte weit nach oben gucken und man konnte nach unten in das fast komplett ausgetrocknete Flussbett sehen und einfach sehen, wie großartig nahezu unberührte Natur aussehen kann. Schlecht: die Touristen. Sie waren auch hier überall. Die Festlandchinesen, die überall beknackt posierten, kein einziges Bild ohne sich selbst oder andere Personen drauf machen konnten und wie immer bei touristischen Attraktionen unangemessen laut waren. Zwar konnte man das größtenteils einfach ausblenden oder sich auf anderes konzentrieren (Bilder machen oder mit Jana reden), aber es wäre definitiv schöner gewesen, wenn 85 % der Leute dort nicht da gewesen wären.

schöööne Natuuuur

Schluuuuucht

und hier das geilste Bild der ganzen Reise - Jana stellte sich als Vorwand zur Verfügung, dass ich
die blöde Poserchinesin fotographieren konnte. und wir haben die perfekt erwischt!!! :D:D:D
hier habt ihr also den Beweis, wie Chinesen normalerweise posieren. :P

Ich liebe einfach das 3. Bild hier. Das zeigt so perfekt die festländischen Chinesen. Hahaha. Und vorallem auch der Hintergrund scheißegal. Man hat so viel sehenswertes auswählen können, so viel Natur und wovor posieren sie? Einem STEIN. Der sah nicht mal schön aus, wie viele anderen. Und das schlimmste war, die sind ungefähre 500 m mit uns zusammen gelaufen, weil wir ja auch ständig anhielten um Bilder zu machen. Und die Frau hat ausnahmslos immer dieselbe Pose gemacht. Die andere Frauen haben wenigsten so 500 drauf...
So, schluss jetzt damit. :D Also, wir stiefelten so unserer Wege, der in Stein gemeiselte Weg wurde mittlerweile ein einfacher Wanderweg an der Felswand entlang und man ging Stück für Stück weiter nach oben. So stellten wir uns das vor. Bis... ja, bis einfach mal ein Schild da stand, welches sagte, dass der Wanderweg jetzt gesperrt und unpässlich sei. Ganz toll. Wir entschieden uns, umzukehren und mit einem anderen Bus bis ganz nach oben zu fahren und dann von dort aus weiterzuwandern. Doch bevor wir das taten, entschlossen wir uns, noch ein wenig in das Flussbett hineinzugehen. Der Weg endete direkt bei einem Zugang zum Flussbett und ein paar Chinesen trauten sich auch zwischen all die Steine und Felsen, doch weiter hineinzugehen war sicherlich nicht erlaubt. Da aber der Fluss nur noch ein kleines Bächlein war, gab es keine Gefahr und wir sahen uns dort mal ein wenig um. Wunderschön war es dort.....

das betretbare, ausgetrocknete Flussbett verbarg viele schöne Ecken....

und viele Steineeeeee.


und einen kleinen Bach :) wundervoll war es dort.


Nachdem wir uns dort sattgesehen hatten, machten wir uns mangels anderer Option zurück zu der Bushaltestelle, von der wir kamen. Wir mussten eine knappe halbe Stunde dort warten und nachdem der Bus kam, bekamen wir wieder die letzten Stehplätze und ich durfte die darauffolgende halbe Stunde in der wir bis ganz nach oben fuhren in der Treppe des Busses verharren und hatte wirklich zu kämpfen dort. Die Straße führte ja wie gesagt an der riesigen Bergkette entlang nach oben und damit das überhaupt machbar war, wurde die Straße absolut kurvig gebaut und ohne festen Halt in dem Bus war das wirklich kein Spaß! Völlig durchgeschüttelt und leicht verstört von der gefährlichen Fahrweise des Busfahrers auf dieser abenteuerlich hohen Straße kamen wir dann ganz oben an und suchten erst mal eine Weile nach Orientierung. Wir entdeckten auf der Karte 2 weitere Wanderwege die wir dann in Angriff nehmen wollten. Für den ersten mussten wir eine kurzen, aber sehr steilen Berg hinauflaufen und oben beim Touristenzentrum des Nationalparks angekommen erblickten wir ein weiteres, nettes Schild, das und mitteilte, dass auch dieser Trail geschlossen war. So langsam fühlten wir usn ein wenig verarscht. Wie man man Leute fpr teuer Geld da hoch fahren lassen und nicht mal andeuten, dass die Wanderwege eventuell geschlossen sein könnten? Jana und ich waren langsam wirklich ein wenig enttäuscht von dieser Ortschaft. Klar sah alles toll und schön aus, aber einen schönen Ausblick auf Felswände und geschlossene Wege hatten wir uns dort nicht erhofft. Jana ging ins Touricenter, beschwerte sich und fragte nach einem Weg, der denn auch wirklich mal auf hat. Die Taiwanesin war, wie auch chiensische Rezeptionisten, total unnütz und hätte nicht wenig inhaltliches sagen können. „Ja, vielleicht der, aber manchmal auch, … der könnte, da ist aber ein anderes Zentrum für zuständig ….“ Boah, komm, halt einfach den Mund uns sag, dass du es nicht weißt. Nun ja, wir zogen wieder davon und wollten die anderen Wanderweg ausprobieren. Vorher entdeckten wir aber noch ganz dort oben wo wir waren eine Art Eingang in den Wald. Stand natürlich auch „geschlossen“ dran, aber das war uns dann herzlich egal geworden. Wir gingen einfach mal spontan die Treppen hinauf und fanden uns schon nach 20 Metern inmitten schöner verwilderter Natur wieder.

Ausblick von der obersten Bushaltestelle

und hier der verwilderte Waldweg

Das wenigstens war wirklich schön und auch wenn der Weg nach circa 500 m endete, so war es dennoch ganz nett. Man irrte halt so durch den Wald und alles was man hatte, war ein kleiner Trampelpfad. Wir landeten jedenfalls am Ende bei einer Statue, die einem großen Denker zuliebe errichtet wurde. Zheng Qi 正氣 hieß der Mann. Oben fand sich dann noch eine große Steintafel auf der wohl eine von Zheng Qis Schriften verewigt wurde. Lesen konnte ich es leider kaum. Aber bei alten Schriften in Langzeichen muss ich das glücklicherweise auch nicht. Nachdem wir dort ein wenig rumgesessen hatten, zogen wir dort oben noch ein wenig rum und machten uns dann so langsam wieder vom Acker und suchten nach einem wirklichen Wanderweg..


schön verwilderter Tisch

hier Mr. Zhengs Gedenkstätte

 Wir liefen eine der großen Straßen entlang weil wir vermuteten, dass die Karte anzeigte, dass sich in der Richtung noch ein Trail befinden sollte. Erstmal sah nichts danach aus, da wir uns aber nicht sicher waren, gingen wir weiter. Außerdem deutete sich vor uns so langsam eine wirklich spektakuläre Aussicht an. Vor uns war ein Autotunnel in die Wand einer gigantischen Felswand gebaut wurden, der halb Tunnel, halb Weg zu sein schien. Außerdem züngelte sich noch ein fast ausgetrockneter Fluss durch die Schlucht die sich zu unserer Rechten auftat. Zwar wirkte nichts davon, wie als wenn es der Weg zu einem Wanderweg sei, da wir es aber so toll fanden, gingen wir weiter. Die Schlucht war riesig und der Anblick des kleinen Flusses zwischen den hohen Felswänden war wirklich toll. Die Bilder können kaum wiedergeben, wie groß all das um uns herum eigentlich war und wie klein man sich fühlte, als wir durch diesen Autotunnel liefen und die volle Größe des um die Ecke fließenden Flüsschens erblicken konnten.

hier zu sehen der in den Fels eingebaute Autotunnel


wunderschön :):)

 Irgendwann mitten in dem Tunnel fanden wir dann überraschenderweise den Eingang zu einem tatsächlich offenen Wanderweg. Wir verstehen auch nicht, wieso der Eingang mitten in einem Autotunnel ist der für Fußgänger eigentlich verboten ist. Und Parkplätze für Autos gab es auch nicht. Auch keine Information, Karte oder sonstiges. einfach ein dunkles Loch in den Fels hinein über dem der Name des Wanderweges stand. Völlig unlogisch, aber ttoal egal, denn wir hatten einen offenen Wanderweg gefunden!
Erstmal ging es einen geschätzt 400 m langen Tunnel entlang, der vollkommen unbeleuchtet war. Man sollte bei dem Wanderweg eigentlich Taschenlampen und Helme bei sich haben, so stand es zumindest am Eingang des Tunnels, aber ganz so unsicher wird es schon nicht sein und wenn der Tunnel einstürzt brauch ich den Helm eh nicht. Wir geisterten also mit unseren Handytaschenlampen durch den Tunnel und stellten irgendwann fest, dass der Tunnel gleichzeitig eine halbe Tropfsteinhöhle zu sein schien. Alles war nass, tropfte und die Wände waren irgendwie... keine Ahnung. Bildet euch eine eigene Meinung.

BUH

hier die verrückte Wand des Tunnels

hier nochmal

Als wir den Tunnel verließen waren wir positiv überrascht: super schöne Natur und wenig Touristen. Logisch, wenn der Trail sozusagen in einem Fußgängern verbotenen Tunnel versteckt ist. Ohne groß zu warten stiefelten wir eigentlich ohne große Ereignisse die auch hier halb in die Felswände gebauten Wege entlang und somit langsam die Berge hinauf. Das einzig nennenswerte ist natürlich die Natur, die sich uns dort bot. Öfters waren die Wege nicht umzäunt oder gesichert, sodass man direkt am Rand der „Klippe“ sag ich mal entlanggelaufen ist. Sonderlich gefählich war es nicht, auch wenn Jana und mir das mit unserer Höhenangst manchmal etwas zu ungesichert war. Aber im Großen und Ganzen war es schon okay. Wir liefen hin und wieder mal durch ein paar Tunnel und genossen die Aussichten, die immer schöner wurden.

einer der gruseligen Tunneleingänge...


Blick hinunter in dei Schlucht

Irgendwann, nach einem der vielen Tunnel, wurde es langsam sehr laut. Erst waren wir uns nicht so ganz sicher, was es war, doch dann merkte man, dass es sich um eine Art Wasserfall handeln musste. Nachdem wir den längeren Tunnel verließen erblickten wir unheimlich Schönes. 2 Brücken, eine aus massivem Beton, eine aus Holz zogen sich einmal über den Fluss, der an der Stelle tatsächlich ein Wasserfall geworden war und einmal über eine benachbarte Schlucht. Die Holz-Hängebrücke war Jana zu viel. Mir eigentlich auch, aber ich wollte den „Wasserfall“ sehen, der sich unter der gräßeren Brücke hindurchzog und so musste ich die wacklige Brücke überqueren, was wirklich nicht schön war. Somal auf einem Schild stand „nicht mehr als 10 Leute“ und meistens so 20 drauf waren. Die besten waren kleine Kinder die stampfend die Strecke auf und ab rannten oder blöde Tussis, die sich mit ihren Selfiesticks mitten auf der Brücke stehenblieben und Bilder von sich machten. Als mal wenig Leute drauf waren, lief ich sehr sehr schnell über dier Brücke und stieß ohne Rücksicht auf andere achtlos die ganzen Kinder und Gören weg, die mir im Weg waren. Auf der anderen Seite jedoch war es dann schön und die Aussicht war echt überwältigend schön!


hier die abenteuerliche Hängebrücke

hier die große Betonbrücke

hier nochmal die Hängebrücke
Soooo. Der Tag hier ist schon wieder viel zu lange geworden. Also, wir gingen dann weiter und kamen recht bald dann am Ende des Trails an. Dort befand sich der sogenannte „water curtain“, also der „Wasservorhang“. Der water curtain ist ein Tunnel der sich dann vor uns befand, welcher einst künstlich gebaut wurde. Wegen einer Ungenauigkeit beim Bau riss man sozusagen eine Wasserquelle innerhalb des Berges an, sodass von da an ununterbrochen Wasser aus der Decke des Tunnels störmt und eine Art Vorhang bildet. Das Wasser fließt dann von da an bergab und mündet irgendwann in den Fluss. Wir zogen unsere Schuhe und Socken aus und vertrauten darauf, dass die niemand klaut. Auf Taiwan kann man das schon mal tun. Dann packten wir all unsere Sachen gut ein und zogen unsere Capes wieder an. Das Wasser dort war glasklar. Schon wenige Meter nach dem man den Tunnel betreten hat, konnte man absolut gar nichts mehr sehen und außer das unfassbar laute Dröhnen des Wassers ncihts mehr hören. Man war sozusagen blind und tapste vorsichtigst am Rand des Tunnels entlang und wurd einfach immer nasser. In der Mitte des Tunnels war eine Art Wasserbecken voller Steinme und Wasser, welches man auch nicht betreten sollte. Bzw. konnte, weil das Wasser dort zu immens aus der Decke floss. Man ließ auf einer Erhöhung am rand entlang und hielt sich nur an den nassen, steinigen Wänden fest bis man irgendwann am anderen Ende raus kam. Bilder machen war recht schwer, aber einige konnte ich dennoch machen bzw. stark bearbeiten, sodass man etwas sehen kann.
hier das super bearbeitete Höhlenbild

hier ein unbearbeitetes - einfach mal genauer hingucken ;)

hier Jana kurz bevor wir reingingen :D

Das war wirklich ein wahnsinns Spaß!! nachdem dort noch eine Weile unsere Füße im nasskalten Wasser entspannten trockneten wir uns ab, zogen unsere Schuhe an und die Capes aus und machten uns auf den langen Weg zurück. Wir hatten genug gesehen und wollten nicht noch einen Wanderweg ablaufen, der eventuell dann doch zu war. Außerdem war es schon halb 4 und die Heimfahrt würde auch eine Stunde dauern. Wir liefen also dann den ganzen Weg zurück, machten hier und da noch ein paar Bilder, redeten schön und als wir dann wieder ganz am Anfang waren, also da, wo wir das 2. mal dann aus dem Bus ausgestiegen waren, erblickten wir etwas ziemlich unglaubliches. Und ich meine wirklich unfassbar. Und zwar sahen wir wilde Affen in den Bäumen sitzen und miteinander spielen.
Jana und ich hatten erst ein klein wenig Angst, merkten dann aber, dass die Affen ziemlich keiner Art und offenbart nicht aggressiv waren. Dennoch waren wir absolut wie eingefroren. Noch nie hatten wir Affen in freier Wildbahn gesehen und ich hätte auch nicht erwartet, auf Taiwan welche zu finden. Ich hab zwar davon gehört, aber sowas sieht man ja meist nicht. Wir verbrachten sicherlich eine gute halbe Stunde damit, mitten auf der Straße zu stehen und die Affen zu beobachten und zu fotographieren. Die Tiere waren so schön und sahen so unheimlich süß. Irgendwann kamen auch ein paar ander evorbei und bemerkten, was wir da bestaunten. Die Chinesen hatten allerdings natürlich wieder null Respekt vor den Tieren, gingen unheimlich nah an sie ran und bewarfen sie sogar mit Nüssen. Als ob der Affe dann rumspringt und Kunststückchen macht oder so.. manchmal sind Asiaten so hirnlos. Der Mann bekam glücklicherweise was er verdiente als einer der Affen auf ihn zu rannte und ihn versuchte zu schlagen und wegzuschieben. Erst bekam ich kurz Angst, weil es immerhin noch wilde Tiere waren und auch die böse angreifen können, aber der Affe reagierte geradezu menschlich und hebte drohend die Hand und schob den Mann mit Bestimmtheit von sich. Danach verschwanden einige und damit auch die meisten der Gaffer. Wir blieben noch ein Weilchen und bewunderten die Affen aus höflicher Distanz. Jana und ich waren uns beide einig, dass das der schönste Moment des ganzen Tages war!
 
Affeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeen!




so ein schönes Tier und so gut getroffen :)

Ps: die Bilder hier stammen von Jana!

So. Und weil ich über den bisherligen Tag schon so unheimlich viel geschrieben habe, verkürze ich den Rest des Tages auf ein paar Sätze. Nachdem wir die Affen ausreichend beobachtet hatten, gingen wir zur Bushaltestelle zurück und nachdem wir dort unverschämt lange gewartet hatten, fuhren wir ca. 90 Minuten lang zurück zum Bahnhof. Nach der Ankunft machten wir noch ein weiteres mal ins Zentrum der Stadt, holten uns ein bisschen was fürs Abendbrot (Jana holte sich Jiaozi bei dem bekannten Restaurant, sie sollen aber nicht so toll gewesen sein), spazierten dann ncoh ein Weilchen umher und gingen dann zurück zum Hostel. Dort hab ich meinen Abend dann damit verbracht, Tagebuch für die letzten 2 Tage zu schreiben und mich währenddessen mit dem anderen Deutschen über seine Meinung zur taroko-Schlucht zu unterhalten. Er fand es, wie Jana und ich auch, mittelmäßig bis schön. Ich hab haöt erwartet, dass man da komplett hoch- bzw. durchlaufen kann, stattdessen waren es immer nur kürzere Wege, die man 1 zu 1 wieder zurücklaufen musste. Oder sie waren halt ganz geschlossen. Nichtsdestotrotz war es eine Erfahrung wert und die water curtain Höhle und die Affen haben es neben der hin und wieder fantastisch schönen Natur gut rausgerissen! Alles in allem war es also ein schönes Erlebnis und ich würde, denke ich, schon nochmal wiederkommen.
Der Abend an sich war dann eher ruhig und Jana und ich schliefen, nachdem wir das 3. mal komplett gepackt hatten, wieder relativ zeitig ein.


TAG 14 Freitag 06.02. - Luodong 羅東 und Jiaoxi 礁溪

Wir standen recht früh auf, machten uns gehbereit und nachdem wir unseren obligatorischen Tee/Kaffee hatten, machten wir uns zum 3. Mal mit all unseren Sachen auf den Weg zur nächsten Station. Wir hatten in den kommenden 2 Tagen vor, einmal nach Jiaoxi zu den heißen Quellen und einmal nach Su'ao zu den kalten Quellen bzw. zum Meer zu machen und da wir nicht vorhatten 2 Mal das Hostel zu wechseln und die beiden Orte an sich nicht weit weg voneinander sind, beschlossen wir, uns ein Hostel in Luodong zu nehmen, welches eine kleine Stadt genau zwischen Jiaoxi und Su'ao ist. Wir machten also relativ zeitig zum Bahnhof von Hualien und nahmen den ersten Zug nach Luodong.
Wir gingen zum Schalter und kauften das nächste Ticket nach Luodong. Der Zug stand schon auf dem Gleis und als wir unser Ticket zeigten, leutete schon das die-Türen-schließen-sich-jetzt Geräusch, aber glücklicherweise schafften wir es gerade noch so, was die ganzen Taiwanesen um uns herum sichtlich erfreute. Da kein Platz mehr im Zug war, platzierten wir all unsere Rucksäcke und Taschen auf dem Boden, setzten uns daneben und lehnten uns an die Wand. Die ersten 15 Minuten wurden wir dann noch in mehrere Gespräche verwickelt, in denen wir von den um uns herumsitzenden Taiwanesen über Herkunft, Grund unserer Reise und unsere Chinesischkenntnisse ausgefragt wurden oder einfach daran teilhaben durften, wie sich die Leute über das gemeinsame Interesse an uns Ausländern kennenlernten und dann miteinander ins Gespräch kamen. Als das dann alles so langsam abebbte, begann Jana in ihr Tagebuch zu schreiben. Als ich sie fragte, was sie schrieb, meinte sie, dass sie fand, dass dieser Moment ziemlich genau zu Backpackern passt. Man eilt Tag zu Tag von A nach B, nimmt was man kriegt (kalter Sitzplatz auf dem Zugboden), kommt mit allerlei Leuten ins Gespräch, genießt in ruhigen Minuten der Fahrt die sich einem draußen bietende Natur und ist an nichts gebunden, außer das, was man immer mit sich rumschleppt. Darüber dachte ich dann während ich die Fahrt über aus dem Fenster starrte noch ein Weilchen nach und ich finde, dass das an sich ein ziemlich nettes Leben sein kann. Sicher kein lebenslanges Leben, aber eine gewisse Zeit im Leben einfach nur zu reisen, alles mögliche zu sehen und dabei immer nur das Wichtigste bei sich zu haben, ohne große materielle Bedürfnisse – klingt wirklich verlockend. Wenn sich mir irgendwann im Leben die Möglichkeit bietet, das zu tun, würde ich denk ich nicht nein sagen..
Genug der Philosophie. Wir kamen schon gegen halb 12 an, da wir ja keine Minute im Bahnhof von Hualien warten mussten. Die Stadt (man kann sie fast gar nicht so nennen, so klein und ruhig war Luodong) war auf den ersten Blick wirklich schön. Annähernd 73.000 Menschen sollen dort laut Wikipedia leben und somit ich Luodong fast schon auf Plauen-Niveau. Die Straßenzüge waren genauso schön wie auch in Hualien und Taibei und offenbar wird das in jeder anderen Ortschaft auf der Insel nicht anders sein. Wir nahmen uns am Bahnhof einfach ein Taxi, denn wir kannten nur die Adresse und wussten nicht, wie man hätte laufen müssen. Die Fahrt war glaube ich ein wenig zu teuer, aber immernoch bedeutend billiger als in Beijing. Nach crica 3 Minuten Fahrt kamen wir an und da der Fahrer fast nur geradeaus fuhr, wussten wir von da auch auch, dass man innerhalb von 10 Minuten locker vom Bahnhof zum Hosten würde laufen können. Das Hostel war eigentlich ein Bed & Breakfest Hostel und war ziemlich niedlich eingerichtet. Uns begrüßte uns ein netter, älterer Herr, dessen 2 Söhne (wir vermuten mal, dass es seine Kinder waren) uns nicht auffälliger hätten anglotzen können. Ich weiß, Luodong ist winzig, auch für Taiwan, und die Leute dort sehen sicher fast nie Ausländer, aber die waren so indiskret, dass es fast schon etwas unhöflich war. Das merkte auch der Vater und bedeutete den Jungs, ruhig zu sein. Er meinte, das Zimmer würde erst ab 3 beziehbar sein und da wir keine 3 Stunden dort warten wollten, beschlossen wir, unsere Taschen umzupacken, unsere großen Rucksäcke dort zu lassen und dann gleich mit dem Zug weiter nach Jiaoxi zu fahren. Da uns dort heiße Quellen zu erwarten schienen, packten wir noch ein Handtuch und Badesachen ein (heißt bei mir eine Unterhose, die unter Wasser nicht durchsichtig werden wüde, denn dass wir richtig baden würden, wusste ich gar nicht). Wir machten uns gleich darauf wieder aus dem Staub und gingen die Straße wieder zurück, die wir gerade mit dem Taxi entlanggefahren sind. Erst da fiel uns auf, die schln Luodong eigentlich ist. Kein Gebäude war wirklich höher als 3 Stockwerke, alles war ziemlich heruntergekommen und dreckig und überall waren große und weitläufige Wasserfelder zu sehen, in denen im Sommer wohl Reis angebaut wird. Alles war friedlich und wirkte eher die ein etwas zu groß geratenes Dorf. War es wohl auch eher. Es gefiel uns sehr dort.
Luodong!
sehr friedlich sieht es dort aus :)

  

Wir machten uns also wieder zurück zum Bahnhof von Luodong und dann nahmen wir auch wieder relatiov zeitig einen Zug nach Jiaoxi. Die Fahrt dahin war recht unspannend (außer die tollen Ausblicke natürlich!!) und dauerte keine halbe Stunde. In Jiaoxi angekommen, sah es genauso aus wie in Luodong. Nur ohne die Reis-/Wasserfelder und ein wenig mehr touristisch. Der Ort muss wohl einigermaßen bekannt für die heißen Quellen sein. Wir hatten keine direkte Ahnung, wohin wir gehen würden, wussten aber, dass wir in eine der Quellen baden wollten, und so stiefelten wir planlos durch die kleine Ortschaft und hielten nach Schildern für die 温泉 (wenquan, heiße Quellen) Ausschau. Natürlich fand man diese überall, allerdings war das meiste a) nur Nacktbaden (auf gar keinen Fall) und b) Männer und Frauen getrennt (wollten wir auch nicht). Wir fragten also hin und wieder nach und eine Frau meinte dann, dass es da und da kleine Einzelbäder gibt, wo Männer und Frauen zusammen füpr relativ wenig Geld in die Quellen gehen können. Passte gut, denn auch wenn ich jetzt keine Angst habe, mich halbnackt vor anderen zu zeigen, so war es mir dennoch lieber, dass Jana und ich dort alleine in die Quellen gehen könnten. Wir fanden den Ort recht fix und wurden dabei Schritt auf Tritt von einem herrenlosen Hund verfolgt. Hab ich davon schon mal geschrieben? Wilde Hunde gibt es auf Taiwan in Massen! Überall, in jedem Ort, zu jeder Zeit laufen mehrere wilde Hunde herum. Die meisten sind nett und fast schon zutraulich, Caro erzählte mir aber schon von Gegebenheiten, wo sie vor ihr Revier verteidigenden Hunden davonrennen musste und auch andere erzählten mir schon davon. Ich hab weniger Angst vor Hunden, nur in Ausnahmefällen, Jana allerdings gefiel es gar nicht, dass er Hund uns hinterherlief. Es war übrigens ein schwarzer, mittelgroßer – merken!

Jiaoxi!


heiße-Quellen-Bäder waren überall drinnen und draußen zu finden :)

Wir erreichten irgendwann den von der Frau beschriebenen Ort und bekamen gegen einen wirklich dankbaren Preis eine Kabine für die heißen Quellen zugewiesen. Wir hatten insgesamt 40 Minuten Zeit. Die dortigen Quellbäder waren aneinandergereiht und jeweils mit Blechwänden voneinander abgeschirmt. Sah ansicht nicht sonderlich schick aus, war aber absolut ausreichend. Wir erwarteten ja auch nichts besonders Tolles. Wir zogen uns nacheinander aus/um und dann glitten wir gaaaaaaaaaaanz laaaaaaangsaaaaaaaam in das Wasser, welches ungefähr 38 (gefühlt 83) Grad hatte. Jana stiefelte knallhart ins Wasser und saß sich hin, ich brauchte ungefähr 10 Minuten allein dafür, mich bis zum Bauchnabel reinzuwagen. Das Wasser war unglaublich entspannend, aber unglaublich heiß. Irgendwann schaffte ich es dann aber auch mal ganz rein. Wir dümpelten dann so vor uns hin, genossen die nahezu unerträgliche Hitze des Wassers und kühlten uns immer mal wieder mit dem Kaltwasser ab, dass man sich währenddessen in Schüsseln eingießen konnte. Nach so circa 30 Minuten bekamen unsere Kreisläfe wirklich probleme und wir entschieden uns, rauszugehen und uns gaaaaanz laaaangsaaaam wieder anzuziehen.

hier das spartanische Bad - dennoch super cool! :D

Sooooooo. Das war sowohl eine Qual, als auch unheimlich cool! Wir saßen dann danach noch ein bisschen draußen vor den Bädern und schauten Fern. Als uns aber die 300. Wiederholung des Flugzeugabsturzen zu viel wurde, machten wir uns wieder weiter auf den Weg. Wir geisterten danach noch ein bisschen durch die Stadt, machten hier und da ein paar nette Bilder und dann fanden wir im Zentrum von Jiaoxi noch ein paar Brunnen, die offenbar auch das heiße Quellwasser beinhalteten. Kurzerhand zogen wir unsere Schuhe usw. wieder aus, setzten uns auf unsere Handtücher (es regnete natürlich leicht und somit war der Boden dreckig) und ließen unsere Beine noch ein bisschen in dem heißen Wasser baumeln. Erst waren wir fast alleine, dann kamen aber nach und nach immer mehr Leute und irgendwann war alles ziemlich nervig und laut. Das beste von allem aber war, dass irgendwann auch ein schwarzer, mittelgroßer Hund zu uns dazustieß. Da Chinesen imemr so tun, als hätten sie vorher noch nie ein Tier gesehen, könnten sie dem Tier keine Sekunde Ruhe und machten Bilder Bilder Bilder oder versuchten ihm, die schlimmsten Dinge zum Fressen zu geben. Mir wurde das zu dumm und ich setzte mich an eine andere Ecke des Brunnens, doch keine 2 Sekunden nachdem ich mich hingesetzt hatte, setzt sich ein schwarzer Hund neben mich. Er war es. Auch der von vorher. Der Hund lag einfach an meiner Seite und blickte verträumt ins Wasser, von daher war alles in Ordnung. Da ich meinen Rucksack bei Jana gelassen hatte, stiefelte ich durchs Wasser wieder zu ihr zurück und setzt mich wieder kurz dahin, weil die Nervchinesen abhauten. Zack, der Hund kam mir wieder hinterher. Irgendwas war an mir, dass der Hund offenbar sehr mochte, was es aber war, weiß ich nicht. Die restlichen Chinesen/Taiwanesen die noch mit am Brunnen saßen, waren von dem Thomas-Hund-Spektakel sehr angetan und freuten sich ausgiebigst über des Tieres Zuneigung zu mir. Ich versuchte das noch 2 weitere Mal mit Erfolg und irgendwann ließ ich ihn einfach neben mir rumliegen, bis Jana und ich beschlossen, dass wir gehen sollten. Wir trockneten uns ab und machten recht zügig wieder zum Bahnhof zurück. Der Hund folte uns tatsächlich weiter, doch irgendwann verlor er uns/mich auf einer relativ großen Straße. Schön war's!

hier eine der Milliarden Spinnen, die man auf Taiwan immer und überall finden kann.....


hier die heißen Quellbrunnen die man im Zentrum finden konnte :)


hier unser kleiner Hundefreund.... <3


Wir kamen dann gegen 17 18 Uhr wieder in Luodong an, machten uns zurück zum Hostel und checkten ein. Mittlerweile saßen dort 5 Jugendliche (hat sich wohl rumgesprochen mit den Ausländern...) und starrten uns mit offenem Mund an und unterhielten sich schamlos auf Chineisch über uns. Um zu verdeutlichen, dass ich ihre Sprache kann, fragte ich irgendwas, das teils herablassendes Lachen, teil Staunen verursachte. Die Kinder waren mir total unsympathisch. Also, wir machten uns auf ins Zimmer, welches zwar ziemlich kitschig, aber sehr sauber war und rasteten dort noch eine Weile.

Straßenrand in Luodong


Hostelzimmer 4.0

Wir schrieben ein wenig Tagebuch, aßen was kleines und lagen ein bisschen rum, bis wir uns gegen 7 dazu aufrappelten, Luodong mal noch ein wenig unter die Lupe zu nehmen, wenn wir schon mal da sind. Luodongs größte Attraktion war (wie kann es dort anders sein) ein Nachtmarkt. Wir ließen uns von dem älteren Heern erklären, wie man da hin kam und dann machten wir los. Dort war es dann erwartungsgemäß total überlaufen, denn was sollen die Leute von Luodong abends auch anderes machen, als auf den Nachtmarkt zu gehen. Man bekam zeitweise wieder das Gefühl, man befände sich in einer von Beijings U-Bahnen während der Rushhour. Dort kaufte ich mir NOCH ein Armband (ich muss damit aufhören!) und schokoladisierte Erdbeeren. Wer jetzt glaubt, die schmecken wie auf den deutschen Weihnachtsmärkten, der täuscht sich. Keine Ahnung, was sie damit gemacht haben, aber lecker war das nicht. Und das entsätzlichste von allem war auch noch, dass die 2 letzten Erdbeeren TOMATEN waren! Ich mein … schokoladisierte Tomaten?! Also bitte. Bah!!
Nachdem wir den Nachtmarkt verließen, entdeckte ich ein rein vegetarisches Restaurant! Oh mein Gott, ein vegetarisches Restaurant in einer taiwanesischen 70.000 Einwohner Ortschaft. Sowas gibt es ja nicht mal in Plauen! Jana hatte noch keinen Hunger, aber das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Ich bestellte mir vegetarische Curry-Nudeln und holte mir, falls es scharf sein würde, einen Milchtee gegenüber. Beides, der Milchtee und die Nudeln, war so unfassbar lecker! Was für eine gute Wahl. Jana holte sich später auf dem Nachtmarkt noch ein bisschen was zu Essen und dann machten wir uns auch wieder recht zeitnah auf den Weg nach Hause zum Hostel.

das erste Regenschirmgeschäft, das ich je gesehen habe - auch bitter nötig auf Taiwan :P

soo leckeeeeeeeeeeeeeeer.

super verrücktes Ding - man beachte den Namen unten: Ecstasy.
wenn das nicht alles sagt......

Den Abend über spielten Jana und ich mal wieder Rommee und es stellte sich heraus, dass ich entweder unverschämtes Glück in diesem Spiel habe, oder dass Jana mir einfach zu gute Karten wegschmeißt. Oder dass ich zu gut mische. Weiß der Geier, wir spielten jedenfalls 2 Stunden und es endete mit 600 zu 150 für mich, hahaha. :D



TAG 15 Samstag 07.02. - Su'ao 蘇澳

An unserem vorletzten Tag auf Taiwan machten wir uns gleich nach dem Aufstehen auf den Weg nach Su'ao. Su'ao ist noch kleiner als Jiaoxi und hat ungefähr 43.000 Einwohner. Die Kleinstadt befindet sich im Nordosten der Insel und liegt direkt am Meer. Wir frühstückten, machten uns fertig und gingen dann ein weiteres mal zum Luodonger Bahnhof. Dort kauften wir unser Ticket nach Su'ao und kurz darauf kam der passende Zug auch schon. Wir fuhren etwas mehr als eine Stunde glaub ich und dann waren wir auch schon da. Su'ao sah, als wir den Bahnhof verließen, haargenau so aus, wie auch Luodong, Jiaoxi, Hualien und auch Yuchi, die Ortschaft, zu der der Sun-Moon-Lake gehört. Schön wie immer, aber wirklich unheimlich, wie alles absolut gleich aussah dort.
Su'ao!
Wir hatten wie immer gar keinen Plan von dem Ort und liefen daher einfach herum. Wir wollten ja tendentiell ans Meer und da wird man dort sicherlich auch recht einfach finden können. Wir suchten und fanden eine recht gute Karte und hatten danach einen relativen Plan wo wir hinmüssen. Also wir wussten nach Osten. Lag ja auch auf der Hand. Naja, wir stiefelten weiter und kamen irgendwann bei einem netten Park vorbei, wo wir uns mal etwas niedergelassen haben. Die Sonne schien an diesem Tag tatsächlich mal (!!!) und man hatte fast komplett klaren Himmel. Ich ließ mich in einer seltsamen Schaukelkonstruktion nieder und wir beobachteten eine Weile 2 kleine Mädchen beim Schaukeln. Die kleinere starrte uns teilweise minutenlang nur an, da sie wohl noch nie so komisch aussehende Leute wie uns gesehen hat. Wo waren unsere schwarzen, glatten Haare? Wieso haben wir so große Augen? Und was sprechen wir da nur? Die war so süß.
IST DAS NICHT AUCH SCHON WIEDER TOTAL SÜß?


Wir verweilten dort noch etwas, liefen gemütlich durch das Gras und machten uns dann auf den Weg in Richtung Osten. Dabei kamen wir noch an einem der „Fleischmärkte“ vorbei, von denen ich sicherlich schon mal erzählt habe. Ziemlich ekelhaft und immer wieder ein bisschen schockierend, wie Menschen mit anderen Lebenwesen umgehen, ohne … egal, lassen wir das.
Wir gingen also weiter und irgendwann wurde es richtig heiß unter der prallen Sonne. Wir überquerten eine brutal wackelnde Brücke (aus Beton wohlgemerkt!) und stießen bei unsererm Weg zum Meer noch auf einen kleinen Tempel, der sich hinter einer verwinkelten Einfahrt versteckte. Da wir ja keinen Zeitdruck hatten, schauten wir uns den auch nochmal ein wenig an. Der Tempel war von der Bauart her genauso wie die, die wir in Jiufen zum Beispiel gesehen hatten, dieser hier war aber wesentlich kleiner und bestand nur aus einer kleineren Gebetshalle. Wir genossen dort noch ein wenig die Ruhe und Jana erzählte mir super interessante Geschichten darüber, wie der Drache als chinesisches Fabelwesen eigentlich entstanden ist. Eine in dem Tempel arbeitende Frau brachte uns noch ein wenig kostenloses Wasser und wir schossen ein paar schöne Bilder.


Tempeeeeeeel.
Brückeeeeeee.

Irgendwann war uns das genug Ruhe und wir machten weiter Richtung Wasser. Wir fanden ein Schild, das auf einen Hafen verwieß und da wir keinen anderen Anhaltspunkt hatten, gingen wir da entlang. Wir wussten keinen anderen Weg, wissen wir auch jetzt noch nicht, aber ich denke mal, dass das nicht der normale Weg zum Meer gewesen ist, denn wir liefen eine ziemlich ausgestorbene aber sehr große Straße entlang. Ungefähr 45 Minuten.. Nach circa 5 Minuten fand man den „Su'ao Port“, dahinter sah man auch ein paar sehr große Schiffe, aber alles war abgeriegelt und Zutritt schien strickt verboten zu sein. Wir mussten also einfach weiter laufen. Glücklicherweise endete die Straße irgendwann und man begann das Meer sehen zu können. Man sah dann auch den wirklichen Hafen, der über und über mit Fischerbooten und Frachtschiffen war. Wir entschlossen uns dazu, über die überdurchschnittlich schicke Brücke zu gehen und nachzugucken, was sich auf dessen anderer Seite so befand.
die endlose Straße

und die fancy Brücke


der Hafen.

Wir überquerten die Brücke und hatten dann endlosen Blick aufs Meer. Überall Wasser und sonst nichts. Alles war ruhig auf der anderen Seite der Brücke. Wir blieben auf der Straße und liefen einfach die Küste entlang, den Geräuschen des Meeres lauschend. Die Küste entlang wurden massenhaft riesige Betonwellenbrecher platziert, was an sich schon wahnsinnig interessant aussah und perfekt zum Landschaftsbild gepasst hat. Wir liefen dann eigentlich recht lange nur so nah wie möglich an der Küste entlang, machten Bilder und redeten nicht, sondern genossen einfach nur die Atmosphäre dort. Fast niemand war draußen unterwegs und man hörte nur das Meer, den Wind und einige Leute, die ihr alltägliches Leben lebten. Irgendwann gab es mal die Möglichkeit, die große Straße zu verlassen und direkt ans Wasser zu gehen, doch wir wussten es ging noch schöner. Neben dem Strandabschnitt ging es noch einen Weg hinauf zu den Feldenküsten, den wir dann nahmen. Dort auf/an den Felsen befand sich einst eine Steinbrücke, die mittlerweile eingestürzt und malerisch ins Wasser gefallen war. Wir mussten einen etwas gewagten Sprung entlang der schroffen Klippe wagen und schon konnte man sich einfach auf die Felsen setzen und zusehen, wie sich die nahezu unglaubwürdig blauen Wellen in den Steinen unf Felsen brachen. Dort saßen Jana und ich dann eine gute Stunde, beobachteten kleine Tierchen auf den Steinen, beobachteten das Wasser, schossen Bilder und hätten am liebsten unser Heim hier aufgebaut.


hier die supergroßen Wellenbrecher


wunderschöner Küstenabschnitt!

hier der kleine Strand

und hier mal ein Selfie, weil meine Mutter immer so oft danach fragt :P

Wir verließen dann irgendwann unser privates Plätzchen und gingen rüber zu dem Teil des Kliffs, das für alle erreichbar war, blieben dort aber nicht lange, weil mir die Touristen mit ihren blöden Bilderposen nach einer Minuten schon wieder zu sehr auf die Nerven gingen. Dieses mal waren es Eltern in den 40ern und ihre Tochter, die irgendwelche westasiatische Yogaposen machten. Wenn doch jetzt nur eine schöne Windböhe kommen würde und …. nein. Böser Thomas. Wir machten uns schnell davon, nachdem wir ein Stück weiter ein paar Krebse beim Klettern beobachteten.
Wir machten uns dann auf den Weg zum „richtigen“ Strand, den wir von der Brücke aus leicht erblicken konnten. Dafür mussten wir kurz durch einen kleinen, abgelegenen Teil der Stadt laufen, in dem man sicherlich nur äußerst selten Ausländer antrifft, den Blicken und Reaktionen der Anwohner nach zu urteilen. Wir kamen dann bei dem Strand an und es war wunderschön dort. Weitläufig, links und rechts von gigantischen Felswänden abgeschirmt und ganz und gar nicht überlaufen. Bevor wir aber ans/ins Wasser gingen, verschlug es uns noch in ein kleines Restaurant in der Nähe, wo wir uns lecker Nudeln mit Pesto und circa 30 Esslöffeln Parmesan gönnten. Und dann, als wir fertig waren, gingen wir ans Wasser. Und die folgenden 3 Stunden waren (mit Ereignissen wie das Teetrinken in Jiufen oder das Bergsteigen im Yangmingshan National Park) ungefähr die schönsten der ganzen Reise. Wir zogen unsere Schuhe und Socken aus, banden sie uns am Rucksack fest, zogen die Hose hoch und gingen ins Wasser, um dann da den ganzen Strandabschnitt entlangzulaufen.
hier der ganze Strandabschnitt
Zwar hab ich das Meer während der Reise schon das eine oder andere Mal gesehen, aber direkt drin war ich noch nicht. Und auch generell ist das seit circa 11 Jahres das erste mal, dass ich es wieder getan habe. Die Wellen an den Beinen zu fühlen und den nassen Sand unter seinen Füßen zu haben war so schön. Wir liefen einfach nur entland, spielten mit den Wellen, wurden totalst nass und hatten jede Menge Spaß. Zwischendurch setzten wir uns wieder ein bsischen in den Sand und starrten einfach nur auf die Wellen und die endlose Weite des Meeres. Natürlich war ich auch ständig fleißig dabei, schöne bunte Steine zu suchen, wie man das halt so macht, wenn man am Meer ist. Nach einer anderthalben Stunde hatten wir den Großteil des Abschnittes abgelaufen und meine Hose, die ich bis unter die Knie hochkrämpeln konnte, war fast vollkommen nass geworden. Entschließlich Unterhose, aber es war so spaßig! Der letzte Teil des Strandes war vollkommen menschenleer und zwischen den Felsen ziemlich versteckt. Außerdem wurde der Sand da langsam aber sicher immer unsandiger und am Ende waren es nur noch ganz viele relativ kleine Steine. Wenn man aber barfuß durch die Wellen läuft und diese einem tausend Steine an die Knöchel schmeißen, ist das schon etwas schmerzhaft. Aber auch das war noch lustig. Irgendwann kam wieder eine Monsterwelle und ich gab es auf, meine Hose weiter trocken halten zu wollen. Kurzerhand zog ich sie aus und während Jana sich zwischen die kleinen Steinchen setzte und dem Rauschen lautschte, „spielte“ ich noch ein wenig am Wasser, als dann aber irgendwann NOCH eine Monsterwelle kam, schmerzten die Steine wirklich sehr und ich zog mich ebenfalls zurück. Wir blieben dann dort ebenfalls noch eine knappe Stunde sitzen, sahen dem Meer zu und hörten zu, wie die Millionen Steine unten den Wellen rauschten. Nachdem ich meine super kalte, super nasse Hose wieder angezogen hatte, machten wir und auf den Rückweg und stapften noch ein wenig durch den Sand. Ich fand es ziemlich gruseliges Wesen im Sand (siehe Bild unten) und nachdem wir es lange genug angestarrt hatten, verließen wir den wunderschönen Strandabschnitt. Bis bald!

Jana + Kurt = <3


süße Kinder am Spielen
Wasseeeeeeer!




hier das Beweisfoto, dass meine
Hose komplett nass war

hier das komische Monster....


Es war mittlerweile nach 4 und da wir unser Tagesziel – Meer – erreicht hatten und ich wegen meiner klamm-nassen (Unter-)Hose ziemlich am Frieren war, beschlossen wir, uns auf den Heimweg nach Luodong zu machen. Wir liefen den ganzen Weg zurück bis zu der großen Brücke, nahmen dann doch noch eine kleine Abzweigung durch den „Hafen“, wo sich all die kleinen Fischerboote befanden. Nachdem wir uns dort etwas umgesehen hatten und dabei selber genug von anderen begutachtet wurden, gingen wir weiter und trafen netterweise auf eine Bushaltestelle mit passendem Bus, der uns direkt zum Bahnhof von Su'ao zurückbringen konnte. Wir nahmen den Bus, danach nahmen wir den Zug, danach liefen wir zum Hostel, holten uns unterwegs noch genügend essbaren für den Abend mit und daheim hab ich erst mal warm geduscht, um mich und meine Beine wieder zum Leben zu erwecken.

hier mal ein Blick auf die ganzen Boote. wer findet den Hund?

ist zwar ein bisschen gemein, die Mädels zu
fotographieren, aber das machen ja so viele
Leute auch mit uns. außerdem wollte ich euch
mal die Perlen asiatischer Mode zeigen. :D

Wir waren gegen 19 Uhr dann daheim und beschlossen ein weiteres mal, dass wir uns einen ereignislosen Abend verdient haben. In Taibei war das ja auch noch anders, wo man abends auch noch wirklich was unternehmen konnte. Dort in Luodong hatten wir nach 18 Uhr schon herbe Probleme, ein Restaurant zu finden, das noch auf hatte und nicht zum Nachtmarkt gehörte. Wir speisten unser alternativloses Essen (welches eigentlich dennoch ziemlich gut war!), spielten ein weiteres mal Rommee (Jana verlor wieder mit extremem Abstand :P) und schrieben mal wieder unsere Reisetagebücher.


TAG 16 Sonntag 08.02. - Keelong 基隆

Der letzte Tag auf Taiwan. Ging alles ziemlich schnell rum, aber ich denke eh nicht, dass das das letzte mal sein wird, dass ich dort war.
Also. Wir standen recht zeitig auf und machten uns fertig. Wir wollten uns eigentlich von dem Herrn, der in dem Hostel arbeitet, zum Bahnhof fahren lassen, aber als ich unten waren, war niemand da, also machten wir eifnach los. Zum 4. Mal in Folge nun. Auch wenn die ewige Packerei und das immer wiederkehrerende Rumgeschleppe unserer Sachen recht anstrengend ist, so macht es doch irgendwie Spaß. Nun ja, wir liefen also zum 3. Mal in Folge vormittags zum Bahnhof von Luodong und kauften uns dort Tickets nach Keelong (chin. Jilong). Der passende Zug kam auch wieder ziemlich zeitig und schon waren wir unterwegs, raus aus Luodong und ab zur nächsten und letzten Station der Taiwanreise. Wir waren ziemlich ziemlich müde und kaputt von den vergangenen Wochen und so verbraschten wir fast die gesamte Zufgahrt nur mit Schlafen. Wir kamen gegen 13 oder 14 Uhr etwa in Keelong an und nachdem wir den Bahnhof verlassen hatten, suchten wir erst einmach nach der Ablegestelle unserer Fähre. Wir hatten ja vor, von Keelong aus mit dem Schiff nach Xiamen zu fahren und dann dort noch ein paar weitere Tage zu verbringen. Keelong ist Taiwans 2.-größte Hafenstadt und besteht auch aus fast nichts anderem als aus Hafen. Wir mussten nur circa 5 Minuten laufen und schon hatten wir das Schiff gefunden. Beziehungsweise die Reederei zu der das Schiff wohl gehörte. Oder irgendwie sowas, jedenfalls fanden wir den Ort, wo wir unsere Tickets abholen und das Schiff betreten konnten. Wir fragten nach und uns wurde gesagt, dass man erst ab 16.30 Uhr rein kann. Unser Schiff würde planmäßig gegen 20 Uhr auslaufen, das heißt, wir hatten noch so 2 bis 3 Stunden Zeit. Wir beschlossen, unsere Rucksäcke in Spinten des Bahnhofes unterzubringen, uns dann etwas in der Stadt umzusehen und dann zur Ablegestelle zurückzukehren.

Keelong!

bitte beachtet den Keelong-Schriftzug oben im Bild. wie geil ist diese Stadt bitte?
einfach mal den Hollywood-Schriftzug kopiert... :D


Die Rücksäcke in die Spinte zu pressen, stellte sich als unglaublich Hürde heraus, da Janas Rucksack gigantische Ausmaße angenommen hatte. Es kam sogar ein junger Kerl vorbei, um Jana und mir beim Reinstopfen zu helfen, so erbärmlich müssen wir ausgesehen haben. :D
Als das geschafft war, nahmen wir unsere Taschen mit und zogen los. Keelong an sich ist ganz nett – das Meer reicht bis ins Herz der Stadt, Boote und relativ frische Luft überall, nicht sonderlich groß aber dennoch alles wichtige da. Das Wetter war zwar wie immer weniger pralle, es regnete leicht, aber das war ja mittlerweile Normalzustand. Wir schlenderten erst noch eine Weile am Hafen entlang und gingen dann orientierungslos ins Zentrum. Oder zumindest wirkte es zentral, wir wissen es nicht. Wir erblickten außerdem noch einen nahegelegenen Berg/Hügel im Osten der Stadt und wollten uns vielleicht dorthinbegeben. Keelong wirkte irgendwie ein wenig dreckiger als die anderen Orte auf Taiwan, aber das kann auch am Hafen gelegen haben. Jedenfalls schwamm viel Müll im Wasser und die Häuser hatten auch schon bessere Zeiten erlebt.
sehr schöne Hafenlandschaft



Wir aßen was kleines zu Mittag und machten uns dann, nachdem wir merkten, dass das Zentrum weniger spannend war, auf zu dem Hügel und fanden relativ schnell einen netten Zugang dazu. Man musste zwar dabei viele viele Treppen steigen, allerdings führten uns die Treppen durch einen sehr netten Tempel, den man von unten aus gar nicht wirklich hat sehen können. Auf halbem Weg nach oben spricht mich dann ein Taiwanese auf Chinesisch an und fragte, ob wir den Russen seien. Ich meinte nein. Er sagte darauf, dass er das dachte, weil er gehört hat, dass Russen recht große Nasen haben sollen und die Männer dort sehr hübsch sein sollen. An dem Punkt der Unterhaltung, war ich mir unsicher, ob der Typ mich gerade angeflirtet hat, oder ob er das einfach so objektiv gesagt hat, denn in China zum Beispiel ist das öfter so, dass man sich das sagt, ohne gewisse Intentionen zu haben. Naja, ich fühlte mich einfach mal geschmeichelt (außer für das mit der großen Nase...) und Jana und ich gingen weiter nach oben. Der Weg wurde imemr verwilderter und menschenleerer und ganz oben war es absolut friedlich und der Tempel sehr besonders in Architektur und Machart. Wir sahen uns dort dann eine ganze Weile um und bestaunten das Konstrukt.

Blick auf Keelong



Keelong-Tempel.



Wir gingen weiter auf dem Berg entlang und passierten dabei einige nette Straßen, bis wir einen weiteren Weg nach oben fanden. Zwar wussten wir wieder nicht genau, was da ist, aber wir hatten ja eh noch Zeit totzuschlagen. Wir fanden uns nach einiger Zeit auf einer großen Aussichtsplattform wieder, die gleichzeitig auch Touristenzentrum, halber Jahrmarkt, Supermarkt und weiß der Geier noch was war. Erst war alles verwildert und wirkte total privat, aber irgendwann waren wir einfach da oben. Man hatte dort einen ziemlich tollen Blick auf den gesamten Ort und dessen Hafen. Außerdem befand sich dort in der Mitte noch eini recht große buddhistische Statue, die von allein Seiten von Buddhastatuen umgeben war. Generell sah da oben alles ziemlich überwältigend aus, die Bilder können das sicherlich besser ausdrücken als ich.

 


ich hoffe, dass ich wegen der Swastika jetzt
nicht in den Knast komme.

geil, oder?

nochmal Blick auf Keelong.
übrigens, ganz rechts im Bild sieht man ein seeeehr großes, weißes Schiff, welches hinter einem
großen Gebäude im Hafen wartet. dieses Schiff ist das, dass ich an dem Abend genommen habe!



Die Stimmung da oben war ziemlich schön, auch wenn das Gebimmel und Geklingel der ganzen Tourispielzeuge die dort verkauft wurden ziemlich nervtötend war. Wir verweilten kurz und machten uns dann wieder auf den Weg zurück – es war schon gleich halb 4. Wir gingen einen anderen Weg, passierten dabei sehr schöne Waldstücke und fanden uns nach circa 20 Minuten im Zentrum wieder. Da es inzwischen (was sonst) etwas mehr zu regnen begonnen hatte, machten wir uns auf zum Starbucks und tranken noch ne heiße Schokolade. So langsam aber sicher machte sich dann auch eine gewisse Nervosität in mir breit. Ich bin noch nie in meinem Leben mit einem so großen Schiff gefahren, und dann auch noch so lange und so weit. Die Fahrt würde von 8 Uhr abends bis circa 9 Uhr frühs dauern. Ich wusste nicht mal, ob ich Seekrank bin. Aber das galt es dann halt herauszufinden, ne? Und fliegen war gleich noch weniger drin zu dem Zeitpunkt. Wir gingen also gegen 4 wieder zurück zum Bahnhof, zerrten unsere Rucksäcke mit aller Kraft wieder aus den Schließfächern und deckten uns dann mit allerlei Fressalien ein, da wir nicht glaubten, auf dem Schiff Essen zu bekommen. Wir sollten übrigens Recht haben damit. Also, wir holten unsere Sachen, kauften genug Essen ein und dann gingen wir zur Reederei. Oder heißt das Werft? Hafen? Boah, keine Ahnung. Ihr wisst schon, was ich mein. Wo man halt wartet und so weiter.. Wir holten unsere Tickets ab, mussten nochmal irgendeine mir etwas schleierhafte Gebühr zahlen (Bedienungsgebühr?) und dann hieß es: Warten.
Wir warteten und warteten und warteten. Und während Jana immer gelangweilter wurde, wurde ich immer unruhiger. Es hielt sich absolut in Grenzen, nicht vergleichbar mit Fliegen, aber ein wenig flau war mir dennoch im Magen. Um das hier jetzt mal ein wenig zu beschleunigen: wir warteten so knapp 2 Stunden und innerhalb dieser Zeit ging es so langsam los, wir stellten uns irgendwann mit an, kamen zur Pass- und Einreisekontrolle (wir wechselten ja das Land), standen dann in einem super dreckigen Gang in dem Gebäude nochmal an und warteten, dass das Tor zum Schiff geöffnet wird. Warten, warten, warten. 

WARTEN

WARTEN

WARTEN

Irgendwann war es dann soweit und wir konnten rein. Das Schiff war unheimlich groß und fasste sicher so … ach, jetzt wieder schätzen … 4000 Menschen? Auf jeden Fall mehr als 1000. Übrigens auch nett zu wissen, wir waren die einzigen Ausländer. Außer uns waren da nur Chinese! Und weiterhin befanden sich komischerweise mindestens 95 % nur Männer auf dem Schiff. Ich hab vielleicht 10 Frauen da gesehen. Wirklich seltsam und wirklich unangenehm, denn wir wurden so intensiv und von so vielen Leuten angeguckt, wie ich es noch nie erlebt habe. Ziemlich unschön. Wir warteten danach noch einmal hier und da und dann konnten wir ganz rein, um unsere Zimmer zu suchen. Wir hatten 2 Betten in einer Standardtkajüte, die sonst immer 4 Betten beinhaltete. Das Schiff war aber offenbar nicht komplett ausgebucht, sodass Jana und ich, so stellten wir nach Abfahrt fest, alleine in der Kajüte waren. Das Schiff an sich wirkte natürlich sicher und ich hatte auch ziemlich schnell keine Angst mehr davor, dass wir kentern oder sonst was. Erst mal richteten Jana und ich uns halbwegs gemütlich ein (die Zimmer waren auch wirklich sehr annehmlich und gut) und dann machten wir uns raus an Deck, um noch ein bisschen Keelong amnzugucken und um Taiwan fürs erste zu verabschieden!
Draußen war es erwartungsgemäß super windig und absolut kalt, aber es war dennoch spannend und auch schön. Wir erhaschten noch einen letzten Blick auf Keelong und dessen Hafen und irgendwann war dann nicht mehr viel zu sehen. Als es uns zu kalt und zu windig wurde, machten wir uns wieder nach drinnen. 

"Lobby"

Gang.
Kajüte.


letzte Blicke auf Taiwan :'(

Mady by Jana :) - da ging's mir noch gut!

Das Schiff, dass kurz nach Ausslaufen aus dem Hafen nur ein wenig brummte und wackelte, hebte und senkte sich mittlerweile mehr als nur einige Cemtimeter. Durch den starken Wind und Regen waren die Wellen wohl ziemlich hoch (oder kann auch sein, dass das normal ist, wirkte nur ziemlich heftig), dass sich das Schiff bei besonders hohen Wellen manchmal aus dem Wasser erhob und dann mit voller Wucht wieder ins Wasser prallte. Auch da hatte ich keine Angst mehr, allerdings wurde es langsam ein wenig unwohl im Bäuchlein. Beim Laufen in den Gängen musste man sich ziemlich stark festhalten und ich fühlte mich wie als hätte ich 2 Promille. Wir irrten noch ein wenig innerhalb des Schiffes herum und dann wurde mir das Gewackel zu viel und ich wollte ins Zimmer. So langsam wurde mir etwas schlecht.... Wir ruhten uns kurz noch etwas aus und wollten dann noch ein bisschen Karten spielen, nach einem Spiel musste ich aber abbrechen und mich mal aufs Klo begeben. Mir war so unwohl und es ging mir mittlerweile so schlecht, dass ich gar nicht mehr wusste, was ich hätte machen können. Ich hatte homöötpathische Magenberuhigungstabletten mit, aber bei Übelkeit halfen die glaub ich nicht. Ich hab jedenfalls 1 2 Stunden ziemlich grausam gelitten und dann, nachdem ich mich … entleert hatte, kehrte ich ins Zimmer zurück und war dann so erschöpft, dass ich mich einfach nur noch ins Bett legte und versucht habe, irgendwie Ruhe zu finden. Auf dem Rücken liegend bin ich dann tatsächlich so gegen halb 11 weggedöst und verharrte in dem Halbschaf-Zustand nahezu die gesamte Nacht. Glücklicherweise wurde es danach zunehmend besser und die Stunden verstrichen dann so langsam. Ich fand sogar wieder ein wenig Hunger (ich hatte zu dem Zeitpunkt schon seit so 16 Stunden nichts mehr gegessen) und begann, in der Nacht ein wenig zu lesen. In diesem Schlaf-Lese-Rhythmus verblieb ich dann, bis irgendwann unglaublich laute unglaublich schnulzige Sülzmukke aus einem im gang befestigten Lautsprecher ertönte, um alle Passagiere aufzuwecken. Jeder war schon nach so 2 Minuten wach, die schreckliche Musik allerdings hielt so knappe 30 Minuten lang an. Und die war wirklich laut. So laut, dass ich Jana anscheien musste, um mit ihr zu reden. Das war sowas von das ununstößliche Zeichen dafür, dass man sich wieder auf dem Festland China befindet. Grauenhaft schlimme, laute Musik. Lächerlich, wie offensichtlich das war! :D
Soo. Wir machten uns dann irgendwann wieder raus aufs Deck und merkten, dass es nicht nur schon hell war, sondern dass man Xiamen schon mehr als genug hat sehen können. Wir befanden uns schon längst zwischen den vielen kleinen Inseln, die zur Stadt gehören. Ein Glück, dass dieses Debakel dann recht bald vorbei war. Nie wieder!


und erste Blicke auf Xiamen.




Wir dockten eine knappe Stunde nach dem letzten Bild (so gegen kurz vor 9) an. Vorher gingen wir in unsere Zimmer zurück, packten unsere Sachen wieder zusammen und dann warteten wir in der „Lobby“ der Schiffes noch eine weitere Stunde darauf, dass wir rauskönnen. Ich weiß nicht, warum das so lange dauerte, aber man fragt auch mittlerweile nicht mehr nach. Ich versuchte mich währenddessen mit Lesen davon abzulenken, dass un ungefähr 30 Leute ununterbrochen anstarrten und über uns redeten. Jana stört das kaum, sie merkt es fast gar nicht, aber ich kann das wirklich nicht leiden. Ich weiß zwar, dass sie es nicht anders kennen und dass sie Ausländer nicht kennen, aber ich finde es nach wie vor ekelhaft, so angegafft zu werden. Aber Wurscht jetzt!
Man öffnete uns irgendwann endlich die Tür und die, die kein exorbitant großes Gepäck mithatten, sollten zuerst raus. Dazu zählten auch wir, und so verließen wir das Schiff, durchliefen ein weiteres Mal den Einwanderungsprozess und dann waren wir da: XIAMEN!



So. Und hiermit endet der 2. Teil der großen Reise. Das war Taiwan. Mein Resümee ist, dass Taiwan definitiv das schönste Land war, in dem ich bis jetzt war und dass ich definitiv wiederkommen werde. Ich hab die Zeit dort unheimlich genossen und wie ich schon am Anfang des 1. Teils geschrieben habe, diese 2 Wochen waren die schönsten 2, die ich seit meiner Reise nach China hatte!

Also, nachdem das hier gebloggt wurde, werde ich so langsam weitermachen und den Teil über Xiamen schreiben. Ich hoffe wie immer, es war schön und ihr hattet Spaß dabei, mich ein weiteres Stück in meinem Auslandsjahr zu begleiten. :)

Liebe Grüße und bis später, euer Thomas!