Montag, 9. März 2015

Sosoo, liebe Leute. Mal wieder ein Blogtext!

Es ist ja jetzt schon viele viele Wochen her, aber durch die Semesterferien war wirklich keine Zeit und als dann nach 5 Wochen Dauerunternehmung mal Zeit war, wollte ich mir noch ein paar Tage Ruhe gönnen, aber ich werde nun Stück für Stück anfangen, alles halbwegs zu verschriftlichen. Da ich ja jetzt über die gesamte Taiwan-/Xiamen- und Harbin-Reise zu schreiben habe und das, wenn ich es im vorherigen Stil schreiben würde, viel zu lange werden würde, werde ich versuchen, die Geschehnisse der jeweiligen Reisetage immer kurz zusammenzufassen, ein paar Emotionen und Ansichten dazuzuschreiben und euch ein paar Bilder mitzugeben.
Ich werde auch keinen einzelnen Blogtext über alles bisher machen, weil das schlichtweg unmöglich ist und ich es dann auch nicht so extrem würde kürzen wollen. Ich denke, ich werde die erste Woche in und um Taibei in einen Text fassen, dann die 2. Woche, wo Jana und ich auf der Insel herumreisten, in einen weiteren Eintrag bringen, dann Xiamen, dann die Woche zwischen Xiamen und Harbin, dann Harbin und dann geht der alltägliche Blog langsam weiter. Das wird sicherlich eine Weile dauern, aber rennt mir ja nicht weg. Ich hoffe jedenfalls ihr habt Lust zu erfahren, wie meine Reise war und das kann cih jetzt schon sagen: sie hat mein Leben ein klein Bisschen verändert. :)

Also – los geht’s!


Tag 149 Mittwoch 21.01.2015 bis TAG 151 Freitag 23.01.2015

Wenig passiert. Ich habe weiter geplant, gepackt, am Donnerstag hab ich meine Notenübersicht für das vergangene Semester abgeholt und alles war zwischen 80 und 93 %, war in Ordnung ist, auch, wenn die Noten eigentlich vollkommen egal sind. Am Freitag waren Philipp und ich wieder bei Katja, Frau Drinhausens Tochter und haben uns ein bisschen über ihre Ansichten über Taiwan unterhalten und ein bsischen Karten gespielt. Katja machte mit Käse überbackene Spätzle und lecker Salat – ein köstliches, deutsches Essen! Ansonsten hab ich in den Tagen vor der Reise nochmal alle Familienmitglieder, also Eltern und Geschwister, per Skype zusammenrufen können und mich mit jedem noch ein bisschen unterhalten können. Natürlich durfte die omnipräsente Nervosität auch nicht fehlen, gegen die ich schon seit geraumer Zeit kämpfen durfte; das Fliegen machte mir schon Bammel und die tatsache, dass ich in den kommenden 5 Wochen 4 mal würde allein fliegen dürfen, machte es nicht besser. Naja...

So. Jetzt kommt die Reise. Da kommt wieder jeder Tag in einen eigenen Absatz und ich werde wirklich versuchen, es sehr zu kürzen. Da ich während der Reise alles in ein kleines „Reisetagebuch“ geschrieben habe, kann es sowieso gut sein, dass ich 95 % nicht mehr lesen kann und es demzufolge eh nicht mehr viel zu schreiben gibt. :D


TAG 1 Samstag 24.01. - Abreise

Der Tag war jetzt natürlich ncoh nicht so spannend, da ich ja erst abends losgeflogen bin, aber da er schon theoretisch zur Reise zählt, darf er hier Tag 1 bekommen. Also ich schlief so lange es geht, ruhte mich den Tag über aus und Mittag gingen Philipp und ich mit Yan, der Amerikanerin die gebürtig aus Südchina kommt, essen. Yan würde am 29.01. zurück in die Staaten fliegen und da ich an dem Tag geflogen bin, war das das letzte Mal, dass wir uns sehen würden. Wir aßen zusammen, erzählten noch ein Weilchen und nachdem wir wieder beim Wohnheim ankamen, mussten wir uns verabschieden. Immer wieder kein schönes Unterfangen, jemanden für wahrscheinlich immer zu verabschieden, auch, wenn die Personen einem eigentlich eh nicht unendlich ans Herz gewachsen sind, aber so ist das halt. Den restlichen Nachmittag habe ich mit Philipp entspannt verbracht, bis wir beide uns dann auf den Weg zum Flughafen machten. Schon da hatte ich vorher einige (homöopathische) Beruhigungstabletten nehmen müssen, die mich auch in der Tat etwas entspannen ließen, aber als wir dann am Flughafen waren und es ans Einchecken ging, wurden mir dann dochj die Knie weich und am liebsten wäre ich nicht geflogen. 3 Wochen ohne Philipp, 2 Flüge allein, eine Nacht allein auf dem Flughafen in Xiamen 厦门, die Fahrt allein zum Hostel in Taibei. Ich habe Reisen noch nie leiden können und hatte immer schon Angst vorm Fliegen, aber allein........ noch viel beunruhigender. Naja, half nichts. Mit einigen Tränen und einem wirklich schlechten Gefühl im Magen amchte ich mich auf den Weg. Ich verabschiedete mich von Philipp und ging rein. Check-In, Security Check, Gate. Alles kein Problem, doch Angst hatte ich dennoch. Der Flug hatte nur eine Stunde Verspätung (zum Thema Flugverspätung kommt später mehr..) und dann ging es auch schon los. Tatsächlich war das Fiegen da weniger nervenaufreibend, weil da musste ich nur sitzen und nicht sterben. Natürlich ist das gefährlicher als der Check-Im-Mist, aber da kann ich ncihts falsch machen. Ist wohl Angstlogik oder so. Naja, ich kam in der Nacht um 1 rum in Xiamen an, der Flug ansonsten war okay, ich schlief, und dann musste ich auf dem Flughafen 7 Stunden rumbringen, denn der Weiterflug nach Taibei würde erst abends um 8 gehen und so erwartete mich eine Nacht im Flughafen.
Die war besonders toll. Jeder Flughafen der Welt hat ja rund um die Uhr auf, ne? Nein. Ich setzte mich in einem KFC und döste so langsam ein, all meine Sachen an mich gepresst und wollte einfach ruhen, da kam die Polizei und meinte, der KFC und der ganze Flughafen sei von 2 bis 5 geschlossen. Achso. Naja, klar. Und wohin dann? Die 20 anderen Wartenden und mich erwartete jetzt eine Nacht draußen auf der Straße. Ist mir ein völliges Rätsel wie das sein kann, wie ein Flughafen in China (und Xiamen ist jetzt nicht Plauen, da leben mehrere Millionen Menschen!) nachts schließen kann. Zum Glück war es so weit im Süden Chinas „mild“, es waren so 13 Grad und so blieb nichts anderes übrig, als mich auf meine Pullis zu setzen, mir alles mögliche anzuziehen und mich in eine dunkle Ecke am Flughafen zu setzen. Ich schlief tatsächlich eine Stunde, doch dann kroch die Kälte an und ich musste heftigst zitternd dann doch aufstehen und die restlichen 2 Stunden bis 5 damit verbringen, herumzulaufen, müde in der Ecke zu hocken, mit meinem Handy herumzudalen und in Gedanken auf Xiamen zu spucken. Um 5 maxhte wenigstens alles auf und ich bin gleich wieder in den KFC, eine weitere Stunde schlafen. Gegen halb 7 ging ich zum Check-In-Blabla und dieses mal ohne große Verspätung ging der Flieger los in Richugn Taibei – Yay!!


TAG 2 Sonntag 25.01. - Ankunft Taibei (台北/臺北)

Der Flieger kam fast pünktlich an und ohne zu wissen warum, musste ich bitterlich weinen als ich ankam. Klingt kitschig, aber die, die das hier lesen, wissen ja eh, wie ich bin.. Ich war einfach so erleichtert, diese Flüge geschafft zu haben und auch, wenn ich keine Todesangst während der Flüge hatte, hatte ich sie innerlich doch schon irgendwie. Ich war jetzt jedenfalls da, ging durch den Immigranten-Schalter und nachdem ich mein Gepäck abholte und alels Startklar war, machte ich mich raus und fuhr mit dem Bus direkt zu meinem Hostel. Schon da fiel mir auf, dass Taiwan und das Festland China komplett anders sind. Die Leute die ich fragte waren so gewillt zu helfen, waren wirklich daran interessiert, dass ich alles richtig mache und auf dem Festland ist das den meisten Leuten schon ziemlich egal. Ich stieg in den Bus und hab die Fahrt damit verbracht, mich einfach umzusehen und festzustellen, dass ich vieles nicht lesen kann.
Warum? Auf Taiwan spricht man Chinesisch (mit taiwanes. Akzent) und Taiwanesisch. Taiwanesisch ist eine andere Sprache, die ich ganz und gar nicht verstehen kann, die Schrift ist aber Chinesisch. Ist wie Kantonesisch, was man im Süde n von China spricht. Die benutzen auch die chin. Schriftzeichen, sprechen sie aber alle komplett anders aus. Außerdem werden auf Taiwan (für die Nicht-Sinologen, die das hier lesen) Langzeichen benutzt, das sind auch chinesische Schriftzeichen, allerdings haben diese meist viel mehr Striche und sind komplizierter. Er sind die Schriftzeichen, die man auch in China vor der Schriftreform benutzt hat. Die Reform hatte zum Ziel die Alphebetisierungsrate zu erhöhen, weil die Langzeichen schwerer sind/waren. Taiwan, Hong Kong und Macau allerdings lehnten die Reform ab. So wird zum Beispiel „Taiwan“ auf Chinesisch so in Kurzzeichen geschrieben: 台湾. Und so in Langzeichen: 臺灣. Ihr seht also, dass das schon ein großer Unterschied ist und so kann ich vieles, was ich in China lesen kann, auf Taiwan nicht lesen, oder zum Teil. Ich hatte ja mal ein Jahr lang traditionelles Chinesisch, von daher ging es, und es wurde auch besser im Laufe der Zeit, aber nur, dass ihr es wisst.
Genug Exkurse. Ich fuhr mit dem Bus bis fast zum Hostel, ließ mir dann von Leuten helfen und als ich das Hostel gefunden hatte, kam auch schon der „Chef“ an und ließ mich rein. Die Hostels auf Taiwan sind meist einfach mitten in Wohnhäusern und bestehen aus einigen Wohnungen darin, man muss also meistens anrufen und Bescheid geben. Der Typ kam an, ich bezahlte das Geld für Jana und mich (die kam erst am kommenden Tag an) und dann hab ich erstmal ausgepackt und ging duschen. Das Zimmer war super und die Betten weich. WEICHE. BETTEN. Keine 4 cm Matratze die auf einem Holzbrett liegt mehr, wie im Wohhnheim. Himmlisch!

unser Zimmer - so bequem!

Wohnzimmer der ganzen Wohnung/des ganzen Hostels

Nachdem ich ein bisschen Ruhe hatte, meldete ich mich bei Caro, die ja hier in Taibei ihr Auslandsjahr macht und wir verabredeten uns zum Kaffe mit einigen ihrer Freunde und ich ging einfach los, wollte mit der U-Bahn fahren und ihr dann Bescheid geben, wenn ich da bin. Aber die chin. SIM-Karten werden auf Taiwan leider als ausländisch angesehen und ohne WLAN kann klein Thomas nichts tun. Ich war also da, konnte Caro aber nicht wissen lassen, dass ich da bin. Ich fragte Leute um Hilfe, irrte hin und her und hin und her und nichts klappte und ich fühlte mich recht hilflos, so ohne Internet, im „Ausland“, ohne Hilfe. Naja, ich irrte eine Stunde von Mensch zu Mensch und als ich aufgeben wollte, kam Caro mit ihren Freunden einfach vorbeigelaufen. Passend, dann erstmal später mit ihr eine taiwanes. SIM-Karte holen gehen, das war mir zu anstrengend sonst. Caros Freunde bestanden aus Annika, einer Deutschen die irgendwo im Westen Kunst studiert und auf Taiwan einfach Chinesisch lernen will; aus Tarek, noch einem Deutschen, der genau dasselbe macht wie wir und auch in Leipzig studiert und aus Billy, einem Taiwanesen, der vor einiger Zeit in Beijing ein Praktikum gemacht hat (Billy studiert Design) und der sich damals immer mal mit Philipp getroffen hatte. Nette Gruppe und nachdem wir alle beisammen waren, setzten wir uns ganz typisch für Caro in eine Gasse und schleckten veganes Eis und unterhielten uns erstmal wieder ganz entspannt. :)
Als es später wurde, teilten wir uns auf und Caro und ich gingen eine Weilche gemeinsam herum und tauschten uns über unser bisheriges Leben in China/auf Taiwan aus. Später trafen wir uns wieder mit Tarek, Annika und Billy in einem kleinen Restaurant, welches sich in einer der unzähligen, schönen Kleingassen der Stadt versteckte. Dort gab es Quiche und weitere nette Gespräche. Tarek machte sich aus dem Staub (er studiert eigentlich in Kaohsiung (taiwanes.)/Gaoxiong (chin.) im Süden der Insel und kommt am WE manchmal nach Taibei) und wir zogen weiter in einem Handyladen und besorgten mir eine SIM-Karte, sodass ich von da an immer mobil war und Kontakt zu Caro, Philipp und meiner Family halten konnte. Auch Annika ging dann und so ging ich zu dritt mit Caro und Billy auf einen der vielen vielen, super tollen, typisch taiwanesischen Nachtmärkte. Dort kann man massenhaft Essen, Kleidung, Taschen, Schuhe, Souveniers, Snacks, Spezialitäten usw. kaufen und einfach schön abendlich schlendern. Auch toll fand ich von Anfang an, dass ich meinen Rucksack nicht auf dem Bauch, sondern auf dem Rücken tragen konnte. In China ist der immer auf dem Bauch, sobald viele Leute um einen herum sind. In Peking wird viel geklaut, aber dort meinte Billy, dass das absolut unnotwendig sei und ich ganz entspannt bleiben könne. Zwar dauerte das ein paar Tage, aber er hatte vollkommen Recht. Wir holten uns Wuwei 五味, was wohl auch typisch für Taiwan ist. Da bekommt man ein Körbchen, sucht sich alle Zutaten (Fleisch, Fisch, Tofu, Gemüse usw.) aus und dann kochen die alles zusamen und schneiden es mundgerecht zusammen. Sehr lecker!

Nachtmarkt
einer der Stände, wo man das Wuwei essen konnte










Weiterhin kauften wir uns noch ziemlich geilen Bubbletea, der wirklich nicht mit der europäischen Version zu vergleichen ist und setzten uns irgendwo hin, aßen das Essen, tranken den Tee und quatschten noch etwas. Nachdem das dann getan war, machte Caro sich auf den Weg und Billy und ich fuhren mit der U-Bahn heim. Das U-Bahnfahren in Taibei ist auch vollkommen anders als ich es aus Beijing kenne. Hier (BJ) drängeln sich viele einfach nur rein, egal ob gerade Leute raus wollen. Da (TB) wartet jeder auf einer vorgezeichneten Linie in einer Reihe darauf, dass alle ausgestiegen sind und dann gehen alle anderen der Reihe nach rein. So händelt man Menschenmassen. Sehr sehr zivilisert alles.

Zivilisiertsein at its best
Ich ging dann heim und nachdem ich mein Tagebuch geschrieben habe, glitt ich seit Monaten das erste mal wieder in den sanften Schlaf auf einer weichen Matratze. :)





TAG 3 Montag 26.01. - Ankunft Jana

So eine tolle Nacht! Ich hätte das Bett am liebsten nie mehr verlassen.. aber ich musste ja. Blöde Reise...
An dem Tag kam Jana an. Allerdings erst gegen Mittag, also machte ich mich recht zeitig raus und traf mich mit Caro zum Frühstück. Die hat jeden Tag von 12 – 15 Uhr Uni. In Caros Sprachprogramm laufen die Dinge ein wenig anders, strenger, dafür ist ihr Unterricht aber offensichtlich 10000 mal produktiver und so, wie er sein sollte. Wir trafen uns gegen um 9 an irgendeiner Haltestelle, die ihrer Wohnung (sie wohnt in einer WG) am nähesten lag. Wir schlugen uns den Bauch mit fettigem Fettgebäck voll, dass wir irgendwo an der Ecke kauften und tranken dazu ein schönes Glas 豆浆 (doujiang, Sojamilch). Danach ging ich mit Caro zu ihr nach Hause, denn Johanna, die ein paar Tage vor meiner Ankunft wieder zurück nach China flog, ließ Jana und mir ihren Adapter da, denn westliche Stecker funktionieren hier auf Taiwan nicht. Ich habe mittlerweile fast nur noch chinesische, aber Jana nicht. Caros Wohnung lag sehr schön in einer allgemeinen Wohngegend und war ruhig, sauber und umgeben von Parks und Natur. Generell war überall Natur. Also natürliche Natur mit Parks und grünen Blättern und massig Bäumen, nicht wie die künstlichen Parks in Beijing, auf dessen Wiese man nicht gehen darf und dessen Blätter grau vom Smog und dem Dreck sind. Nach dem Rundblick der Wohnung, führte Caro mich noch auf ihr Dach, das zu betreten zwar verboten ist, aber wen interessiert's? Der Ausblick war zwar dominiert von Gebäuden, aber dennoch ein ganz anderer, als der den ich von meinem Zimmer aus habe. Berge mit tropischen Wäldern, Farbe in der Stadt (in Beijing ist alles eher etwas trist und gräulich). Wirklich sehr schick.

Ausblick von Caros Dach mit Blick auf den Taipei 101 Tower (der Große hinten links)


Caro kletterte noch eine Ebene weiter hoch,
aber da machte meine Höhenangst nicht mehr mit

Nach dem Dachausflug machten Caro und ich uns dann auf den Weg zu einem der naheliegenden Parks und streunernden dabei noch ein wenig durch die Gassen/Straßen der Stadt. Auch das Stadtbild ist ganz anders als das, das ich vom Festland kenne, aber davon kommen sicher noch einige Bilder von. Wir liefen ein Weilchen durch die Gegend und ich genoss die Ruhe, die man mitten am Tag auf einmal hatte.

größere Kreuzung irgendwo im Zentrum-Süd

Selfieeeeeeeee !

noch eine tolle Kreuzung direkt bei unserem Hostel.
mir gefielen diré wirklich sehr!

Nachdem wir den großen Park ausgekundschaftet hatten und Janas Ankunft bevorstand, machte ich mich dann auf den Weg zurück zum Hostel, um sie dann von der Bushaltestelle abzuholen, an der ich am Tag zuvor auch ankam. Nachdem ich wie immer, weil ich zeitlich null planen kann, eine halbe Stunde an der Haltestelle gewartet hatte, kam Jana dann auch an und es gab erst mal große Wiedersehensfreude. Von dem Moment an hieß es 3 Wochen non-stop Jana und Thomas zusammen. Danach ging es erstmal zum Hostel, auspacken, duschen, blabla und dann, gegen frühen Nachmittag machen wir uns raus und liefen erstmal ein bisschen ziellos in der Gegend herum. Wir kamen an der Sun Yat-sen Gedenkhalle vorbei, machten dort ein paar Bilder und gingen dann weiter in Richtung Osten, wo wir dann ein bisschen herumsaßen und quatschten.

Sun Yat-sen Gedenkhalle

Taipei 101 in seiner ganzen Schönheit :)

Nachdem wir dort fertig waren, machten wir uns auf den Rückweg und nachdem wir eine weitere Stunde Ruhepause eingelegt hatten (Jana hatte ebenfalls eine Nacht draußen vor den Xiamener Flughafen verbringen dürfen und nun ebenso wenig Schlaf wie ich die Nacht davor bekommen), machten wir uns auf den Weg, um uns mit Caro, einer taiwanesischen Freundin namens Anyi und einer Freundin von ihr zu treffen. Die Taiwanesin war mal ein halbes Jahr in Deutschland, spricht super gutes Deutsch und war mit uns gemeinsam in dem Kurs für Vormodernes Chinesisch. Wir gingen, nachdem wir den richtigen U-Bahn-Ausgang ausgemacht und uns gefunden hatten (Caros Planung ist wirklich für die Katz... :D), in ein Cafe, welches recht versteckt war und tranken dann dort erst mal ein bisschen Tee und quatschten über Caro und unseren Unterricht. Wirklich krass, Caro muss alle 1 – 2 Wochen einen Test über ihren Unterricht mit mind. 80 % bestehen, sonst bekommt sie ihr Stipendiumsgeld einen Monat nicht mehr. Außerdem muss man tanzen/singen, wenn man auf dem Unigelände Englisch oder eine andere, nicht-chinesische Sprache spricht. Erscheint mir sehr streng, aber sicherlich extrem effizient und wirksam. Da kann Janas und mein Festland-Unterricht nicht mithalten. Wir, die wir ein Klatsch-Ritual hatten oder wir, wie wir im Chor einen 2-Seiten-Text zusammen lesen.....
Danach machten wir uns auf und trafen uns mit einer ganzen Masse an Leuten, die z.T. Klassenkameraden von Caro, Bekannte von denen, alte Freunde/Bekannte aus Leipzig waren. Aber ich kannte dort nur Jana, Caro, Anyi, Billy und Milan. Milan hatte auch mit uns Vormodernes Chinesisch und hatte schon mal ein Jahr in Beijing gelebt und ist jetzt für ein Jahr in Taibei. Mit ihm konnte ich mich ziemlich gut über mein mehr oder mider großes Leiden unterhalten, denn Milan weiß genau, wie es hier in Beijing so ist. Wir gingen in ein recht beliebtes Restaurant der Stadt und bestellten allerlei essbaren Kram, von dem leider nicht viel vegetarisach ist, aber ich dräng mich da ja nicht auf und esse einfach, was ich abbekomme. Weiterhin hatte ich ein super tolles chinesisches Gespräch mit Milan, Billy und Anyi über die Kakerlaken auf Taiwan, die im Sommer wirklich ein kleines Problem darstellen können. Milan berichtete von einem Ereignis, wo er nachts im Bett lag und spürte, wie etwas ca. 6 cm Großes, Schweres von der Decke auf seine Beine fiel. Da musste ich schon ein bisschen losbrüllen vor Ekel. Er meinte auch, dass er die Nacht nicht gut gesclafen hätte, und ich meinte, dass ich das Zimmer mit allem Hab und Gut verbrannt und mich dann wohl in den Tod gestürzt hätte, wäre mir das passiert...
Lustigerweiße übrigens nennt man diese supergroßen Kakerlaken auf Taiwan 德国蟑螂 (Deguo zhanglang, wörtl. „die deutsche Kakerlake“). Dass es in Deutschland eigentlich gar keine Kakerlaken gibt, war den Namensgebern damals wohl total egal. Geht wohl um Größe, Macht oder sowas. Wer weiß. :D
Als der Abend voranschritt und die Gespräche mich vollends verstört hatten, entschieden wir uns dazu, langsam zu gehen und machten noch einen Abstecher bei einer Bar, in der wir uns alle ein Taiwanbier gönnten und es uns draußen vor der Bar mit Tischen und Zigaretten gemütlich machten. Eine wirklich sehr coole Atmosphäre mit all den Leuten, Westlern und Taiwanesen, und schon fiel mir auf, dass ich solche Situationen in Beijing noch nie so wirklich hatte. Asiaten die trinken, rauchen, sich auch mal auf einen nassen Stuhl in die Kühle setzen und die westlichen Humor haben und auch mal kein Blatt vor den Mund nehmen. Die Menschen hier sind von Grund auf anders und wirklich bedeutend westlicher als die Festlandchinesen. Die Stimmung gefiel mir sehr gut und nachdem wir noch so eine kn appe Stunde saßen, meldete sich Jana zu Wort und meinte, dass wir mal nach Hause machen sollten. Die Arme hatte auch wirklich Schlaf aufzuholen. Also verabschiedeten wir uns und machten uns zu Fuß auf durch die frische, nasse Luft. Hier regnete es nämlich. Und auch, wenn Regen jetzt nicht das tollste der Welt ist, war es dennoch ein unglaublich schönes Gefühl. Endlich mal Luftfeuchtigkeit über 10 % und nicht ständig Elektroschocks bekommen und endlich mal wieder keine raue Haut. Nette Abwechslung.
Wir kamen dann daheim an und nachdem wir uns dazu überwunden hatten, Tagebuch zu schreiben, glitten wir wieder in den sanften Schlaf. Jana liebte ihr Bett genauso wie ich meins. Nacht!


TAG 4 Dienstag 27.01. - Jiufen 九分

Am Dienstag Morgen sind Jana und ich unten an der Ecke Frühstücken gegangen und hatten köstliche vegetarische 包子 (baozi, das sind so gefüllte süße oder salzige Teigtaschen – sehr lecker!) und andere diverse Leckereien. 
 

ich hab leider total vergessen, wie das Teil
hieß, aber es war soo lecker!
war sowas wie mit Gemüse gefüllte
Eierkuchen oder derartiges.
die besten Baozi die ich in Asien bis jetzt hatte! :)











Danach machten wir uns mit Gepäck für den ganzen Tag ausgerüstet auf den Weg nach Jiufen 九分. Jiufen ist eine kleine Ortschaft östlich von Taibei und liegt ziemlich nahe am Meer. Wir nahmen den überaus billigen Bus (100 Taiwan Doller = 20 Yuan = ca. 3 Euro) und fuhren circa eine Stunde dahin. Ein weiterer netter Vorteil der Insel ist, dass man super viel sehen kann und alles relativ nahe aneinanderliegt. Wenn man es mal mit China vergleicht, wo man gleich mal 1000 km und nicht 100 fahren muss um woanders zu sein, ist das schon erstaunlich – und 100 km sind auf Taiwan schon sehr weit, da ist man schon fast die halbe Insel hinuntergefahren. :D
(PS: irgendwann, vielleicht am Ende der jeweiligen Blogs, werde ich mal zum besseren Nachvollziehen ein Bild einer Karte mit hochladen, wo man sieht, wo wir überall waren.)
Wir fuhren also mit dem Bus an die Nord-Ost-Küste und erreichten bald Jiufen. Auf dem Weg dahin hatten Jana und ich einige interessante Unterhaltungen über die riesigen Unterschiede zwischen Deutschen und Chinesen und wie schwer es doch eigentlich ist, eine richtige Freundschaft aufzubauen. Doch darüber vielleicht später mal mehr, das würde jetzt zu weit führen. Also, wir kamen an. Jiufen, übrigens, ist ein kleines Örtchen, das komplett an den Beren der Nord-Küste Taiwans gebaut wurde. Keines der dortigen Häuser ist höher als 2 Stockwerke. Außerdem gibt es dorrt massenhaft Teeplantagen und man kann sehr guten Tee kaufen. Weiterhin gibt es dort viele kleine Gassen, durch die man schön schlendern kann und in dessen Restaurants man die schöne Aussicht auf einen großen Teil der Nord-Küste geschnießen kann.
Was, als wir ankamen, weniger geil war, war, dass es recht kühl und extrem feucht war. Hätte man sich denken können, wenn man Ende Januar ans Meer reist, aber Johanna meinte, das Kälteste was sie auf Taiwan hatte war +15 Grad. Naja, 2 Wochen später war das wohl noch ein bisschen anders. Versteht mich nicht falsch – ich mochte die Feuchte. Besser als das Knochentrockene Klima in Beijing, aber wir mussten uns erst mal noch ein bisschen dicker anziehen und ich mir einen Regenschirm kaufen. Der stellte sich als gute Investition heraus, denn wie Jana und ich bald feststellen mussten, würde uns das regnerisch-bewölkte Nebelwetter die kommenden 2 Wochen auf Schritt und Tritt verfolgen. Nachdem wir gerüstet waren, sahen wir uns erst mal ein Weilchen um und bemerkten sofort die super schönen Tempel, die man hier öfters sehen konnte. Extrem verziert. So sehr, wie ich es noch nie gesehen habe, und definitiv nicht chinesisch. Wir glauben, es sind japanische Tempel gewesen, weil Taiwan ja einst (ich hoffe, ich irre mich nicht) unter japanischer Kontrolle strand/japanische Kolonie war. Auch wenn das Wetter nebelig war, war es dennoch schön und man konnte gut fotographieren.

einer der japanischen Tempel mit Blick auf einer der schönen Berge

Blick auf die Nordküste Taiwans mit Blick bis hin nach Keelung

Jiufen 九分
Nachdem wir uns dort ein wenig umgesehen hatten, gingen wir dann rein in einer dieser Souvenier-Gassen und dort verbrachten wir dann 1 2 Stunden damit, Souveniers, Anhänger, (Post-)Karten und Krimskrams für Freunde und Verwandte zu kaufen, uns Armbänder zuzulegen, uns über lustigen Nippes auszulassen, uns etwas über speziellen Tee der Region erzählen zu lassen und einfach ganz entspannt alles anzusehen. Auch dort konnte man hin und wieder leckere Sachen probieren, auch wenn – logisch – der Fischanteil schon exorbitant groß war. Schön war es auf jeden Fall!


ekelhaftes Spielzeug, das wir in den
Souvenierläden gefunden haben :D
Gasse


Wir geisterten also dort so rum und als wir das Ende der Gassen erreicht hatten, merkten wir, dass wir bedeutend weiter oben waren. Die Gassen waren, auch logischerweise, den Berg tlw. geschlängelt hinaufgebaut wurden und dort, weiter oben, fanden wir dann noch einen weiteren dieser japanischen Tempel, den wir uns genauer ansehen wollten. Wirklich überwältigend schön, diese Dächer. So detalliert und mit so viel Feingefühl bearbeitet und restauriert worden. Schon sehr imposant und auch die ganze Atmosphäre passte sp gut ins Bild. Es war sehr still, man sah nur die Tempeldächer und die simplen Häuser, neben einem ragte einer der großen Berge in die Höhe und verschwand mysthisch im Neben/in den Wolken. Toll.



wunderschöner Dachgiebel

der ganze Tempel - wundervoll!

Irgendwann überkam uns der Hunger und nachdem wir in einem etwas teuren Restaurant das Billigste zu uns genommen haben (übrigens dennoch super lecker!), machten wir weiter die Gassen entlang und kehrten dann irgednwo in einem guten Teehaus ein, das, obwohl es preislich wirklich super angemessen war, komplett leer war. Aber egal, auch das war mal schön. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal alleine in einem Restaurant o.ä. gesessen habe. Wir quatschten wieder ein wenig mit der Bedienung über die Teesorten und ließen uns etwas empgehlen und ich endete mit einem guten Schwarztee, während Jana (glaub ich) einen Grüntee hatte. Wir bekamen den Tee aufgegossen und konnten uns jederzeit, wenn der Tee alle war, neues heißen Wasser holen. Wir gingen hoch in den 2. Stock und setzten uns dann ans Fenster, wo wir einen wunderbaren Ausblick über die Küste bis nach Keelong/Jilong hatten. Keelong (taiw.) ist die nördliche Hafenstadt, von der aus wir am Ende der Taiwanreise die Fähre nach Xiamen nehmen würden. Dort oben saßen wir dann bestimmt 2 3 Stunden und haben einfach nur die Ruhe genossen, uns super über unsere Zeit in China unterhalten und einfach mal wieder die Gegenward des jeweils anderen genossen. Niemand sonst war da, wir hatten gar keinen Stress und konnten einfach nur entspannt dasitzen, den super hochwertigen Tee genießen und drinnen im Warmen zusehen, wie die schöne Landschaft im seichten Regennebel vor sich hin dieselte. Jana und ich sind beide der Meinung, dass diese 2 3 Stunden in dem Teehaus zu den 3 schönsten Momenten der Resie zählen. Und es war wirklich extrem schön – einfach entspannen, Ruhe, Tee, Gespräche, Aussicht, Wärme.

links Janas und rechts mein Tee
perfekte Entspannung auf einem Bild gebannt


Während wir drinnen saßen und die Zeit so verstrich, stellten wir irgendwann fest, dass es irgendwann angefangen haben muss, supüer zu regnen, denn der nette Nieselregen ist zu einem starken Regenschauer geworden. Da entschlossen wir uns natürlich gleich, den Tee ein weiteres Mal aufzugießen und nachdem das dann auch durch war, bezahlten wir, jana kaufte sich dort noch ein bisschen Tee und dann machten wir uns raus ins kühle Nass. Die kleinen Souveniergassen waren mittlerweile recht überschwämmt und Jana kaufte sich dann noch ein sehr sehr heißes Regencape, in dem sie, weil sie ihren Rucksack auf dem Bauch trug (genau wie ich paranoid geworden durch China), wie schwanger im 16. Monat aussah. :D

haha, sorry Jana :D
Dass ich mir keins gekauft habe, werde ich schon bald bitter bereuen, aber das kommt noch. Wir liefen noch ein Stück weiter und sahen uns noch etwas um, bis es uns dann zu kalt wurde und wir den Bus rückzu aufsuchten. Da der eine uns vor der Nase wegfuhr, hatten wir noch knapp 20 Minuten Zeit und beschlossen, nochmal in einen der Tempel zu gehen, was sich als schöner Zeitvertreib herausstellte. Sehr interessant, sehr imposant, sehr atmosphärisch, sehr … oh, Bus! Wir gingen zurück und kamen noch genau rechtzeitig. Das Wetter wollte ebenfalls, dass wir gehen, denn mittlerweile hatten wir Starkregen und heftige Sturmböen. Wir gelangten noch in den Bus und fuhren Schnurstracks heim.
Daheim angekommen, ruhten wir uns erst einmal aus, zogen die nasskalten Klamotten aus und entspannten auf unseren Betten, bis wir uns abends wieder rausbegaben. Wir wollten uns mit Billy treffen und zum größten Tempel der Stadt gehen, der dankbarerweise direkt neben einem weiteren bekannten Nachtmarkt der Stadt lag. Wir liefen, weil wir das Straßenbild Taibeis so mochten und machten auch einige Bilder davon. Davon hab ich so viele gemacht, aber durch all die Lichter war es so schwer, gute zu machen. Irgendwann bekommt ihr sie aber noch zu sehen. Wir liefen circa eine halbe Stunde und kamen gegen um 7 an. Billy war schon da und zeigte uns erst einmal den Tempel, der außen super gigantisch aussah und innen ein halbes Konsumzentrum war... also es gab Läden, wo man Opfergaben für die Götter kaufen konnte. Es gab Läden für die Räucherstäbchen, die alle beim Gebet benutzten und es gab Informatoinsstände, die informierten. Schon seltsam gewesen.

daoistischer Tempel neben dem Nachtmarkt

Nach dem Tempel stand der Nachtmarkt an. Wir schlenderten durch die Massen, Billy ermahnte uns wieder, wir sollen doch unsere Rucksäcke bitte nicht auf dem Bauch tragen und wir probierten uns durch allerlei Dinge durch, die Billy uns empfahl. So hatten wir zum Beispiel 地瓜求 (diguaqiu, wörtl. Süßkartoffelbälle), das waren frittierte Süßkartoffeln. Sehr lecker. Oder wir hatten noch eine Art Geleesuppe, die wirklich bedeutend besser schmeckte als es klingt. Dann noch so gefüllte Klebereisbällchen mit Sesam. Jana und Billy hatten irgendwas pfannkuchenartiges mit Tintenfisch glaub ich, aber da hab ich mal abgelehnt. Wirklich sehr cool, sehr lecker, sehr schön.

links die Geleesuppe mit roten Bohnen und Reis und rechts
die Klebereisbällchen mit Sesam - köstlich!

Tintenfisch-Pfannkuchendinger

Als wir dann mal irgednwo saßen erzählte uns Billy noch ein bisschen über die Bildungszustände auf Taiwan. Er sagte, und das schockte mich schon fast, dass ca. 90 % aller Jugendlichen auf Taiwan studieren, also dass fast jeder Abitur macht und auch fats jeder einen Studiumsplatz hat. Wirklich respektabel, Taiwan. Ansonsten reden wir noch ein bisschen über die taiwanesische Mode. Fast alle würde ich meinen kennen ja den Begriff „Hipster“ mittlerweile und auch, wenn hinter dem Himpster-sein mehr steckt als Kleidung, kann sich wohl fast jeder vorstellen, wie sich ein „Hipster“ kleidet. Und so wie wohl Leipzig die Hipsterstadt Deutschland ist, so ist wohl Taiwan das Hipsterland Asiens. Zwar folgt man auch hier einem Trend, aber ich finde, dass dieser wenigstens gut aussieht. Auf dem Festland sehen so viele Chinesen (sorry) wirklich eher gleich aus. Unspektakulär und einfach nicht herausstechend. Das finde ich, dem Mode echt wichtig ist und für den Kleidung wirklich, wirklich etwas aussmacht, sehr schade und langweilig. Auf Taiwan allerdings sehen Leute individuell und anders aus. Man färbt sich die Haare grünlich, bläulich, rötlich. Man trägt einfach mal besonderere Dinge und nicht imemr nur Jeans, Oberteil und am besten bei Chinesinnen irgendwas kitschig-süßes. Ich jedenfalls kam wirklich auf meine Kosten und konnte mich gar nicht genug nach Leuten umdrehen. Auch, und das überraschte mich tatsächlich, hab ich auf Taiwan das erste mal in meinem Leben asiatische Männer gesehen, die wirklich attraktiv für mich waren, die wirklich gut ausgesehen haben, egal ob durch schöne Mode, einen Bart oder eine Frisur. Sowas hab ich in China noch nicht ein einziges Mal gehabt, und ich sehe pro Tag vielleicht 5000 Menschen in Beijing. Nun ja, wir unterhielten uns also über all solche Dinge (mit Billy konnte man da gut drüber reden, der ist nämlich auch schwul) und irgendwann gingen wir dann mal nach Hause. Es war spät und unser Tag war nicht gerade unanstrengend. :)


TAG 5 Mittwoch 28.01. - Yangmingshan National Park 陽明山國家公園

Am Mittwoch wollten Jana und ich mit einem anderen Bus ganz in den Norden der Insel fahren – zum Yangmingshan National Park. Auch das dauerte wieder circa eine Stunde und gegen 10 Uhr Vormittag kamen wir dann an. Wir kauften vorher genug Proviant für den Tagein und nahmen Regencape/Regenschirm und genug Kleidung mit, immerhin wollten wir ja dort bergsteigen. Dort angekommen stellten wir wieder einmal fest, dass das Wetter mäßig bis okay war – leichter Niesel, okaye Temperaturen, relativ bewölkter Himmel. Man musste für nichts Eintritt zahlen und so entschlossen wir uns dazu, einfach die Landkarte abzufotographieren und dann drauf los zu laufen. Wir gingen erst mal in die grobe Richtung der Berge und schon da gelangten wir durch schöne kleine Wälder, die vollkommen still und friedlich waren. Die Somme kam etwas raus und wir konnten die absolute Abwesenheit anderer Menschen genießen. Und uns fiel dort schon auf, dass die dortige Vegetation völlig anders ist, als die, die ich aus China oder überhaupt Europa kenne. War ja aber auch logisch, Taiwan liegt in der subtropischen Klimazone. Schon allein diese kleinen Wege, die wir vor dem Bergsteigen durchstreiften waren unheimlich schön!

kleiner Weg inmitten des Waldes :)

sehr schick!


Blick von einer Pagode auf den Qixing-Berg 七星山, auf den Jana und ich steigen würden.
toll, dass man so gar nichts sieht, oder? :D

Wir gingen weiter und verließen irgendwann das kleine Park-Wäldchen und nachdem wir uns beim Touristenzentrum eine detallierte, englische und chinesische Karte der Gegend geholt hatten, gingen wir gleich los. Wir bestaunten nochmal kurz die Anzeige der Luftfeuchtigkeit (sutropischer Regenwald würde uns also erwarten!) und entschieden uns dann für den Wanderweg des Mt. Qixing (七星山, Qixingshan, wörtl. „7-Sterne-Berg“).

hier der Beweis - Luftfeuchtigkeit 99% !


Die Strecke des Trails betrug insgesamt 2,4 km und der Berg war so 1,2 km hoch wenn ich mich nicht irre. Wir fingen aber logischerweise nicht bei 0 an, sondern bei so 400 ü.NN.? Keine Ahnung, egal. Wir amchten uns einfach schnurstracks auf den Weg nach oben und die gesamte Wanderung bis zum Gipfel dauerte uns in etwa 2 ½ – 3 Stunden? Ich kann so schlecht schätzen.. aber sicher mehr als 2 Stunden, denk ich jedenfalls. Schon nach ein paat 100 Metern wurde es schon recht warm und die ersten Hüllen fielen. Der Niesel ist zwar nicht stärker geworden, aber ist zu einem beständigen, recht starken Niesel geworden und so wurde man fix recht nass, was aber nett war, da einem ja wie gesagt recht warm beim Wandern wurde. Die Natur um uns herum war sagenhaft schön und man dachte wirklich, bei der hohen Luftfeuchte und all den Bäumen, man befände sich inmitten des tropischen Regenwaldes. Je höher wir gingen, desto „dünner“ wurde die Luft. Also man konnte immer weniger sehen, weil die Luftfeuchtigkeit bei 100 % lag. Man konnte das gut mit sehr sehr sehr schlechten Smogverhältnissen vergleichen, denn so sah es manchmal in Beijing aus, wenn der AQI mal wieder völlig in die Höhe schoss.

endlose Ruhe, tropische Wälder, leichter Regen - einfach wahnsinnig toll.

ein kleiner Park mitten auf dem Weg nach oben.
die Pagode schon fast nicht mehr zu sehen.


ca. 1 km über NN.

Wirklich cool, oder? :P Wir legten dann irgednwann bei etwas mehr als der Hälfte der Strecke eine Pause ein, denn die Treppen, die schon seit 300 Metern nur noch im 45 Grad Winkel nach oben zu gehen scheinen waren ein wenig anstrengend für mich, der ja nur nicht gerade der beste Sportler ist. Es regnete mittlerweile schon recht stark, auch wenn es eher Niesel war, aber da wir nun schon stundenlang draußen herumliefen, waren wir da schon recht nass. Aber das war ziemlich egal, denn ändern konnte man es eh nicht und die Kühle war eine nette Abwechslung zum Schwitzen. Wir stopften uns mit ekligen Keksen voll, tranken ganz viel und dann machten wir uns weiter nach oben. Von da an gab es nur noch kleine Päuschen und wir marschierten in einem Ruck nach oben. Irgendwann erreichten wir sowas wie die Baumgrenze, denn irgendwann gab es keine mehr und alles was man sah, waren Felder mit meterhohen Gräsern, die wohl einfach dort oben wilderten. Wir waren schon irgendwie oben, vielleicht eine Art höhergelegene Ebene? Man sah ja gar nichts. Nur manchmal gingen wir ein ganzes Stück nur geraudeaus, kein bergauf, kein bergab, und manchmal tauchte wie aus dem Nichts aus dem Nebel ein großer Hügel neben uns auf, den man erst dann halbwegs sah, wenn man 30 Meter davorstand/daran vorbeilief. Und noch etwas kam hinzu: WIND. Durch das Fehlen der Bäume und durch die schon nicht zu ignorierende Höhe ist es dort oben so extrem windig gewesen, dass ich manchmal fast weggeschleudert wurde. Das war zwar anstrengender, aber definitiv bedeutend lustiger. Denn irgednwann wurde es kalt und da ich im Hitzewahn viel ausgezogen hatte, durfte ich mich dann da oben bis aufs Unterhemd wieder ausziehen und dann T-Shirt, 2. Pulli und Strickjacke wieder anziehen, während der Wind mich zerschnitt und fast umschmiss. Das fand Jana lustig, aber als Jana in den Böhen versuchte, sich ihr 0,00001 kg schweres Regencape anzuziehen, kam ich auch auf meine Kosten, denn durch den Wind stelllte sie sich so blöd an (kann man ihr nicht verübeln), dass das Unterfangen sicher einige Minuten dauerte. :D

"Baumgrenze"

Wege durch die Gradfelder oben auf den Hügeln

hahaha, Jana sah so blöd dabei aus :'D


ganz oben angekommen sah man das. wirklich ein faszinierender Ort irgendwie...

Soo. Nach ewigen Qualen und Anstrengungen erreichten Jana und ich den Gipfel und freuten uns wie verrückt. Es war scheiße windig und regnete schon sehr, es war super kalt, meine Klamotten waren mittlerweile vollkommen durchnässt und ich denke alles in meinem Rucksack auch, aber es war toll. Wir konnten nicht mal irgendwas von dem Ausblick sehen, den man eigentlich auf die ganze Nordküste der Insel haben sollte, aber wir freuten uns dennoch. Auch das war mal eine sehr interessante Erfahrung! Hier noch ein paar Bilder vom Erfolgserlebnis. :P

Janas Siegerpose

so sah es auf dem Gipfel aus. nass.

GESCHAFFT

und noch ein Bild am... Gipfel...kreuz...pfahl? egal. ein Bild ganz oben :D

Das war wirklich wahnsinnig cool. Wir mussten wirklich aufpasse, dass wir nicht vom Wind die „Klippe“ heruntergeschmissen werden und alles war völlig nass, glitschig, dreckig und kalt, aber es war einfach toll. Sowas hab cih noch nie getan und auch das zählt zu den einigen Highlights der Reise!
Nachdem es uns dort oben ein wenig zuu kalt und windig wurde, machten wir uns, eine andere Route nehmend, wieder auf den Weg nach unten und auch das war recht spektakulär. Man musste manchmal halb klettern und sah öfters nicht mehr, wo man hinging. Rechts war Berg, links war Klippe und von links schlug uns der Wind entgegen, drückte uns halb an die Wand. Manchmal gingen wir einen Weg entlang und stellten überrascht fest, dass es neben uns auf einmal 20 Meter fast 90 Grad nach unten geht, wo doch vor 10 Metern noch alles eben war; oder wir bemerkten wieder einmal, dass rechts ein weiterer großer Hügel aufgetaucht war, obwohl vorher alles eben wirkte. Schon interessant!

und dann ging es wieder nach unten. fast schon klare Sicht.

zu unserer Rechten war gar nichts mehr zu sehen. so toll sah das aus!


manchmal wurde das aber (wie hier zu sehen) ein Problem, wenn man
nicht mehr sicher war, ob es gleich steil bergab oder eben wird. :D

Als der Weg dann wieder menschlicher wurde und uns die Kälte (oder eher mich, denn ich hatte kein cooles Regencape und war völlig kaltgefroren) übermannte, spielten wir zur Ablenkung das Ich-packe-meinen-Koffer-und-nehme-mit Spiel. Bei 34 Begriffen kamen wir dann unten an und eigentlich wollten wir uns dort noch heiße Qullen angucken, aber es war so regnerisch und mir so kalt, dass wir uns, nachdem wir uns die Quellen von außen (man hätte darin mit chinesischen Omis und Opis Nacktbaden können, lehnten wir ab) angesehen hatten, dazu entschlossen, den nächsten Bus zu nehmen und zu der Haltestelle zu fahren, an der wir, als wir hergefahren sind, ausgestiegen sind. Ich zog vorher noch gut die Hälfte meiner Sachen aus, denn die waren so triefnass, dass sie auch nicht mehr wärmten. Ich bekam dann noch Janas Regencape und wir fuhren erst mit dem einen Bus zurück und dann mit dem Reise-Linienbus zurück in die Stadt. Währenddessen konnte ich gemütlich meine Jacke auswringen und dabei zusehen, die alles an mir zu tropfen begann. Geil. Wir eilten, in Taibei angekommen, nass und kalt zur U-Bahn, fuhren heim, und dort entledigte ich mich erstmal all meiner Klamotten und ging heiß duschen! Nachdem ich wieder Temperatur hatte, hing ich all meine Sachen auf, meine 4 paar Socken, die alle samt komplett nass waren, meine 2 Hosen, komplett nass, Unterhemd, T-Shirt, Pulli 1, Pulli 2, Strickjacke, Jacke, Schal. Alles nass. Auch mein Rucksack mit samt der Landkarten, dem tragbaren Ladegerät, sogar mein Reisepass ist nass geworden, aber zum Glück nicht so schlimm, dass etwas zerstört wurde oder so.. Da es im Süden Chinas wie auch auf Taiwan nirgends Heizungen gab, konne ich auch all diese Sachen samt Jacke die kommenden 3 Tage nicht mehr anziehen/benutzen, aber da wir in den kommenden Tagen nicht vor hatten, in den Bergen zu wandern, ging das mal noch.

ganz nass :'(

Abends hatten wir uns mit Caro verabredet und nachdem ich mich super dirck mit allen anderen Sachen eingepackt hatte, die ich noch hatte, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum und dort gingen wir dann erst einmal schön mit Caro beim Koreaner essen. Natürlich irrten wir erstmal eine Stunde durch die Gegend, wie soll es auch sonst sein. Aber so sahen wir wenigstens wieder was von der Stadt. Wir aßen Bibimbab, was es auch in Beijing viel und oft gibt und unterhielten uns wieder über alles mögliche. Es ist wirklich toll, was für einen ausgelassenen Spaß ich mit Caro haben kann. Ich freu mich schon, wenn wir wieder alle in Deutschland vereint sind!
Gegen viertel 11 abends machten wir uns dann noch auf den Weg in eine Bar, welche recht nah war und ließen uns dort noch nieder. Die Bar war schon recht international, man sah einige Ausländer (tat man generell öfter in Taibei), im Keller spielten die Ammies Billiard und es lief Fußball. Caro, schamlos wie immer, bequatschte den Kellner und meintem, er solle mir doch was ausgeben, weil mrogen ja mein Geburtstag ist. Mir war das natürlich wieder super unangenehm, aber Caro kennt da nix. Wir bestellten jeder einen Liter Bier und ich bekam nochmal einen halben umsonst. Das war wirklich süß, wenn auch etwas unangenehm, weil ich einfach nichts sagen konnte und wollte. Aber egal, geschenkt ist geschenkt. Wir saßen da, verbrachten die Zeit ganz gut und erzählten weiter über alles mögliche. Kurz vor Mitternacht kam noch Koichiro vorbei, Caros halb japanisch, halb taiwanesischer Klassenkamerad und sehr guter Freund. Koichi war sogar so lieb und brachte mit einen kleinen Kuchen mit! Den aßen wir dann als es Mitternacht geworden war – Happy Birthday to me! :D
Wir blieben noch eine Weile und lachten uns tot über Dinge, an die ich mich nicht ereinnern kann/darf/will. Wir hatten wirklich viel Spaß und eine ganz tolle Zeit zusammen. Gegen 2 rum, glaub ich, machten wir uns dann auf den Heimweg und dankbarerweise war die Bar nur 20 Minuten Fußweg von unserem Hostel aus entfernt. Wir liefen heim, quatschten noch ein Weilchen und dann ging es ins Bettchen. :)


TAG 6 Donnerstag 29.01. - mein Geburtstag

Oh je, ich schreibe schon wieder pro Tag circa 2 Seiten. Ich werde das jetzt mal strikt versuchen einzudämmen..

Wir standen gegen Vormittag rum auf und nachdem wir uns fertig gemacht hatten, machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg in den Norden der Stadt und schauten uns einen der dortigen Tempel, den Xingtian Tempel (行天宫, Xingtiangong), an. Das Wetter an dem Tag war geburtstagsmäßig super – die Sonne schien, der Himmel war strahlend blau und mit ein paar Wolken gespickt und es waren erschreckend gute 23 Grad. Und das Ende Januar, wirklich toll! Wir schlenderten ein wenig in dem Tempel umher, sahen uns die anstehenden Leute an, die darauf warteten eine Segnung der dort arbeitenden Leute zu erhalten. War sehr interessant anzusehen, wenn auch ein bisschen wie am Fließband. Wir setzten uns dort an eine Ecke und beobachteten die Leute. Dann vertieften Jana und ich uns in eine knapp 1 ½ stündige, sehr interessante Unterhaltung über Glauben und Religion.

Dachgiebel des Tempels (bearb.)

so schön...

Anstehen fürs Gesegnetwerden.

Danach setzten wir uns noch eine Weile auf die Treppen beim Eingang und genossen die Wärme der Sonne. Man kam richtig ins Schwärmen und wir dachten zurück in die vergangenen Tage, an denen wir im Spätsommer in den Parks von Leipzig lagen, die Sonne schien, Wind wehte, jemand spielte Musik. Darauf freuen wir beide uns schon wieder sehr!
Nachdem es tatsächlich zu warm in der Sonne wurde, machten wir uns wieder auf den Weg und liefen ein wenig durch Taibeis Kleingassen. Das Straßenbild der Stadt bzw. das aller Orte auf Taiwan ist wirklich besonders und ganz anders als das von China. Hier mal ein paar schön gemachte Bilder (ich habe von Philipp letztens ein super hochqualitatives Bildbearbeitungsprogramm bekommen und versuche mich seitdem an einigen Bildern, ich hoffe, sie werden dadurch ein wenig schöner).

dank Philipp verfüge ich jetzt über ein unheimlich gutes Bildbearbeitungsprogramm,
an dem ich mich seit Kurzem versuche. einige Bilder sind also ab nun auch imemr mal etwas bearbeitet,
um sie noch etwas authentischer zu machen. ich hoffe, es fällt auf :)

Lichtspiel mit einem der vereinzelt in der Stadt herumstehenden Tempel und dem blauen Himmel

Nach dem Rumstreunern fuhren wir mit der U-Bahn weiter in irgendeine andere Ecke der Stadt (Orientierung ist nicht so meins, sorry :D) und trafen uns halb 4 mit Caro, die nach der Uni natürlich gerne was mit dem Geburtstagkind machen wollte. :) Wir gingen, nachdem Caro wie immer ein kleeeein wenig zu spät kam, zusammen in eine vegane Bäckerei – das gefiel mir sehr gut! Dort kommte man sich allerlei Leckereien aussuchen – vegane Schokobananenkuchen, Erdbeertorte, Schockorollen, gelegt-überbackene Brötchen und sogar Pizza u.ä. hätte man sich da machen lassen können. Wir suchten uns einige Dinge aus, schnabulierten genüsslich vor uns hin und dann unterhielten wir uns noch ein bisschen über Verschiedenes. Zum Beispiel mal wieder über Vegetarismus, was schon cool war, so mit Jana als „Fleischesserin“, ich als Vegetarier und Caro als Veganerin. Wir redeten auch über die in China und auf Taiwan manchmalk auffindbaren „Fleischmärkte“, wie ich sie mal nennen würde. Dabei sieht man verhäuft kleine Marktstände, auf dessen Tresen einfach Kiloweise ungekühltes Fleisch liegen oder Stangen, an denen halbe, aufgeschnittene Rindskörper oder ganze Gebeine hängen. Während Jana völlig abgehärtet ist, kann ich das einige Sekunden ignorieren und dann wird mir flau bis schlecht und ich würde am liebsten alles kurz und klein schlagen oder einfach wegrennen, jenachdem. Nachdem wir die tollen Themen hinter uns hatten, schrieben Jana und ich in dem Cafe noch ein wenig Reisetagebuch und Caro machte Hausaufgaben und so verstrichen noch ein paar weitere Stunden.

die Bäckerei war sehr klein und so legten die
Mitarbeiter die frischen Brötchen usw auf die
leeren Tische zum Abkühlen....
der Geruch war unglaublich!
fette fette Geburtstagsleckereien!

Caro machte sich irgendwann auf den Weg heim, wir gingen später auch und nachdem wir uns daheim ein Stündchen ausgeruht und entspannt hatten, machten wir wieder raus und trafen uns wieder mit Caro. Und Billy. Erst gingen wir an der Chiang Kai-shek Memorial hall vorbei und danach aßen wir in einem besonderen Jiaozi-Restaurant der Stadt.


die Chiang Kai-shek Gedenkhalle. das Bild ist zwar nicht das Beste, aber ich habe wenigstens versucht, es so zu bearbeiten, dass man es halbwegs sehen kann. ich wollte kein Internetbild nehmen.

Dort gab es die sog. Xiaolongbao (小笼包, wörtl. „kleiner Drache Baozi“), was Baozi mit einer Suppenfüllung waren. Sollen sehr besonders sein, da es aber keine vegetarischen gab, haben eben nur Jana und Billy welche gegessen, was auch kein Problem war.Billy verabschiedete sich gleich wiede,r weil er arbeitsbedingt wegen einer Ausstellung am kommenden Tag nach Tainan 台南 in den Süden der Insel fahren musste. Aber nett, dass er kurz mitkam! :)
Wir fuhren mit der U-Bahn weiter in ein etwas alternatives Viertel, dessen Umgebung auch eher einem Nachtmarkt ähnelte. Dort kaute ich mir einen ordentlicheren Rucksack und Jana kaufte sich ein dringend notwendiges transportables Ladegerät für ihr Handy, und Caro holte sich Kopfhörer. Dort saßen wir auch noch ein bisscher herum und beobachteten die Leute, lauschten der Musik und redeten.

und auch mal ein schönes Bild von uns 3en :)

Gegen abends um 11 machten wir uns dann auf zum letzten Punkt der Tagesordnung, meinem „Wunsch“, zu einer taiwanesischen Schwulenbar. Die taiwanesische Schwulenszene ist die am meisten aktive und verbreitete in ganz Asien und nirgendswo anders in Asian findet man mehr offen geoutete Schwule und auch schwule Aktivisten als auf Taiwan. Ein weiterer Grund, warum mir Taiwan um so einiges mehr sympathisch ist als China, wo Schwulsein meistens einfach nur verheimlicht, totgeschwiegen oder geleugnet wird. Man sieht dort sehr viele mehr oder minder offensichtlich schwule Taiwanesen und liest auch öfters mal „legalize gay marriage“, oder sieht mal irgednwo die Flagge der LGBT-Bewegung auf den Straßen oder so. Sehr sehr schön. Wir suchten uns also ein kleines Örtchen aus und setzten uns draußen hin. Es war nicht viel los, man sah eine Gruppe Taiwanesen herumsitzen, auch 1 2 Ausländer fand man dort und ansonsten war es nicht wirklich anders als sonst. Wir saßen rum, redeten, Caro (wie soll es anders sein) beschwatzte den süßen Kellner, dass heute doch mein und ab Mitternacht ja Janas Geburtstag sei und ob wir nicht etwas umsonst bekommen könnten. Peinlich peinlich, wie immer, und der junge Herr war etwas überfordert, brachte aber nach einigen kleinen Besprechungen mit dem Boss zusätzlich zum ohnehin bestellten 3-Liter-Kübel Bier noch einen kostenlosen „Birthday Cocktail“. Das fand ich gut, da hab ich mich gefreut!

Bier und der Geburtstagscocktail - nomnomnom.

Wir unterhielten uns ein Weilchen über dies und das und irgednwann stieß dann der „süße Kellner“ dazu und fing an, ein bisschen mit uns zu schwatzen. Erst auf Englisch, dann auf Chinesisch, dann aber wieder auf Englisch. Wir erzählten ihm, was wir hier machen, was wir generell so machen, wie (eher Jana und ich) den Unterschied so zwischen Festland China und Taiwan finden und dann fragte er mich ziemlich unverblümt, ob ich denn auch schwul sein. Ich meinte „klar, was will ich sonst hier?“. Das fand er sehr witzig. Er erzählte mir, dass er selbst gar nicht schwul sei, sondern hier nur für seinen Bruder aushelfen würde, der eigentlich dort arbeitet und schwul ist. Dann erzählte er uns ein bisschen was darüber, was er so macht und dann tauschten er und Caro, da sie ja diejenige ist, die dort lebt, Nummern aus und nachdem wir noch ein bisschen zu dritt dort herumgegessen hatten, machten wir uns gegen halb 2 in der Nacht auf den Weg nach Hause. Ach und um Mitternacht haben wir natürlich noch auf Jana angestoßen und ihr zum Geburtstag gratuliert. Die Grundidee für die gemeinsame Reise von ihr und mir war ja überhaupt erst, unsere Geburtstage zusammen zu verbringen :)
Wir nahmen uns ein superbilliges Taxi (für meine Verhältnisse, denn Peking ist generell sehr teuer; für Jana war es recht teuer, denn nanjing ist generell recht billig) und haben dann, zurück im Hostel, noch ein wenig mit den offenbar dezent verdrogten Belgiern geredet, die sich in der Nacht um 2 dazu entschlossen haben, ein 3 cm dickes Steack zu braten. *Fressflash, hust* :D
Als wir uns dann bettfertig gemacht hatten, ging es dann fix ins Bett. Und das war mein kleiner Geburtstag in Taibei – ich fand ihn ganz toll. :)


TAG 7 Freitag 30.01. - Janas Geburtstag

Da wir die letzten Tage immer spät ins Bett gegangen sind und Jana an ihrem Ehrentag lieber einen Ruhigen schieben wollte, standen wir extra spät auf und ließen uns seeeeehr viiiiiiiiiiiel Zeit beim Aufstehen, Duschen, Tagebuch Schreiben und Fertigmachen. Als wir dann so gegen kurz nach Mittagszeit rausmachten, gingen wir per Fuß zum Taipei 101 Tower, das ist der gigantisch große Turm, den man auf einigen meiner Bilder (Ausblick von Caros Wohnhaus zB.) bereits gut hat sehen können. Der Tower war nicht weit weg und da man ihn ständig sieht, musste man sich auch keinen Kopf darum machen, wie man hinkommt. Wir liefen eine knappe halbe Stunde und bummelten dabei imemr mal noch ein wenig durch die Gegend, bis wir endlich am großen Turm ankamen. Der Turm, hautsächlich als Bürogebäude und Aussichtsplattform genutzt, heißt deshalb Taibei 101, weil er insg. 101 Stockwerke hat. Der Turm ist mit Antenne 508 Meter hoch, ist das höchste Gebäude Taiwans, das höchste Bürogebäude der Welt und weltweit generell das 10. höchste Gebäude. Außerdem befindet sich in dem Turm das größte Tilgerpendel das es weltweit gibt. Ein Tilgerpendel ist eine massive Betonkugel, die seit ein paar Jahren in einigen Wolkenkratzern ganz oben im inneren des Turmes angebracht wird und den Zweck hat, den Turm bei Erdbeben am Einstürzen zu hindern, sollte er ins Wackeln geraten. Taiwan ist die mit erdbebenreichste Region der Welt und somit ist das auch ganz notwendig dort.

Blick auf Taibeis Wirtschaftsgebäude von einem kleinen Teich aus :)

eine weitere Besonderheit des Landes: an manchen Kreuzungen ist es so, dass immer mal alle
Autor Rot haben und dann eine Zeit lang alle Fußgänger Grün haben. dazu gibt es noch Wege die schräg über die
Kreuzungen gehen, sodass man nciht 2 mal die Straße überqueren muss. find ich super cool!!

jaja, da tut sie noch so. in einer halben Stunde war das dann kein Spaß mehr :D

schon stark bearbeitet, ja, aber mir gefiel es
und das kann man ja auch mal machen :)

Soooo. Da wären wir. Jana und ich haben beide Höhenangst, ich aber eher dann, wenn ich im Freien weit oben bin oder es zu allen Seiten nach unten geht. Jana hingegen haten schon von Anfang an ein weniger gutes Gefühl bei dem Gedanken, den Turm gleich zu betreten. :D
Wir machten uns also auf in das riesige Kaufhaus, von dem aus man nur den Touristenzugang des Turmes betreten konnte. Wir zahlten ziemlich viel, 450 Taiwan Dollar, was in etwa 8 € sind, aber das war es mir wert. Wir nahmen den Fahrstuhl, der übrigens der schnellste der ganzen Welt ist und gerade mal 40 Sekunden für die notwenidigen 98 Stockwerke benötigt, und dann waren wir auch schon oben. Ich fand es sofort wahnsinnig toll – man hat so endlos viel Stadt gesehen und eilte gleich zu den Scheiben um Bilder zu machen. Jana, fiel mir erst später auf, hielt immer mindestens 3 Meter Abstand zu den Fenstern des Gebäudes. Wir gingen einmal rund herum, ich machte Bilder von allen Ecken und kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Stadt wirkte wirklich endlos, bis zum Horizont reichte sie und wirkte dennoch nicht so überladen und zubetoniert wie Beijing oder Shanghai. Ich fand es wirklich überwältigend schön und spannend dort!

Blick von innen auf fast die gesamte Stadt - wirklich krass!

mein alter Freund Pingu und Janas Reisemaskottchen Kurt wagten es,
am Fenster ein Bild zusammen zu machen!

jaja, da ist sie, die wahre Angst :P

Blick von außen auf die Stadt.

Jana wurde das Ganze nach einer Virtel Stunde zu viel und sie wollte gehen, fand es aber okay, dass ich noch bleiben wollte. Ich wagte es sogar, noch die 3 restlichen Stockwerke hochzulaufen und auf die offene Aussichtsplattform zu gehen. Am Rand war ein 3 Meter hohes Gitter, also musste ich keine Angst haben. Dennoch eine sehr respektable Höhe, auf der ich mich da befand. Ich sah mich kurz um, nickte ab und ging wieder runter. Dann sah ich mir noch das große Tilgerpendel an und amchte mich wieder nach unten, wo ich mich dann wieder mit Jana traf.

Tilgerpenden oben.

Tilgerpendel unten. man bekam dieses Monstrum einfach nicht auf ein Bild..

Blick auf die Spitze des Turms von außen. sooo hoooch!

Nach all dem Adrenalin das wir da oben verbracuht hatten, überkam uns der Hunger und nachdem wir in der Nähe etwas Essbares bekommen hatten, machten wir uns weiter nach Süden. Wir wollten noch auf den Elephant Mountain (象山, Xiangshan), welcher nicht weit weg von Taipei 101 lag. Der Fuß des Berges, der eher ein großer Hügel war/ist, war nach weiteren 30 Minuten zu Fuß zu erreichen und wir mussten gerade mal 500 m nach weiterlaufen und waren schon fast oben angekommen. Der Hügel ist besonders bekannt für den besonderen Ausblick den man von da aus auf die Stadt und besonders auf den Turm haben kann. Der Hügel liegt ja direkt am Stadtrand und einige besonders berühmte Fotographien der Stadt(-skyline) sind von dort aus gemacht wurden. Wir stiefelten also mal wieder nach oben und nach einer knappen halben Stunde waren wir auch schon da. Der Ausblick war wirklich fantastisch und gefiel uns beiden sehr sehr gut.

Zwischenstop auf dem Weg zum Xiangshan

Treppen hoch zum "Gipfel". war
ja nicht sonderlich hoch das Ding :D

ganz oben :)














Wir gingen wieder runter und machten erst mal wieder heim. Abends hatten wir uns dann mit Caro, Milan und ein paar anderen Freunden von Caro zum Abendessen in einem veganen Restaurant verabredet. Wir fuhren mal wieder mit der u-Bahn quer durch die Stadt, wurden von Caro abgeholt und schon waren wir da. Und siehe da – das erste, das ich in dem Restaurant sah, war eine „Schwulenflagge“ und das „legalize gay marriage“-Plakat. Löblich. Wir, also Jana, Caro, Milan, Christian (ein schnösiliger Berliner der auch Sinologie studiert), Koichiro und André (Kanadier), schlungen uns mit veganen Tofu-Sesam- oder Zwiebel-Pilz-Burgern voll und wir unterhielten uns ein bisschen über Beijing. Milan war ja, wie bereits erwähnt, auch mal ein Jahr hier gewesen und fand es geinge gesagt ziemlich beschissen. Christian teilte uns in einem niederschmetternd langem Monoglog seine Meinung mit und ich teilte meine persönlichen Erfahrungen. War recht nett und irgendwann machten wir uns auf zu einem … jaaaaa …. Nachtmarkt. Dieser Markt erinnerte ein wenig an einen Rummel, war aber genauso toll. Wir holten uns noch ein paar Fressereien, die Gruppe teilte sich auf und irgendwann endete ich mit Jana, Caro, Milan und Koichi vor einem der überall auf Taiwan zu findenen 7/11-Läden und wir tranken dekadent wie wir sind Dosenbier mit dem Strohhalm.

der Rummel-Nachtmarkt :P

Studententum in einem Bild - prost!
Wir entschlossen uns dazu, noch einen drauf zu setzen und Funkyball mitten auf einer der Seitenstraßen der Stadt zu spielen. Für die Alten hier (hallo liebe Familie :P) – Flunkyball ist ein Trinkspiel, wo man eine Flasche umwerfen und dann Bier so schnell es geht austrinken muss. Das Team, das seine Dosen zuerst leert, gewinnt. Ich möchte erwähnen, dass ich mit Caro allein gegen die anderen gespielt und gewonnen habe! Wir machten uns – leider ein wenig angetüdelt – zurück ins Getummel des Nachtmarktes weil uns der kleine Hunger überkam. Nachdem wir noch was gegessen hatten, entschlossen wir uns, nochmal durch die halbe Stadt zu fahren und in einen Club zu gehen. Der Club war ziemlich heruntergekommen, es stank nach Zigarettenqualm, die Musik war eher so underground-technomäßig, es war dunkel und scheiße laut. Genauso wie es sein soll! Seit nun mehr einem halben Jahr lebe ich in Asien und das erste mal richtig weg bin ich in Taibei. Witzig. Jedenfalls war es super cool, man sah absolut krass anders gekleidete Leute, alles war sehr individuell und eben genauso, wie man sich einen Underground-Club vorstellen würde. Wir lernten noch ein paar andere Leute kennen, tanzten zu guter, bassgeschwängerter Musik und ich genoss einfach die Zeit.
Irgendwann, ich glaube gegen um 2 rum, war es dann Jana zu qualmig geworden (die kann das gar nicht ab, so Rauch und Qualm ect.) und wir verabschiedeten uns von Caro, Milan, Kiochi und den anderen, die dort wieder zu uns gestoßen sind. Wir haben uns ein Taxi genommen (man, wir sind wirklich durch alle Ecken der Stadt gefahren) und kamen gegen dreiviertel 3 rum beim Hostel wieder an. Danach ging es sofort ins Bett! Und ich weiß, das war eher Janas Geburtstag, aber ich glaube, ich hatte ein klein wenig mehr Spaß als sie an dem Tag. Ich fand ihn jedenfalls super cool und hatte richtig Spaß. Trinkspiele auf den Straßen, Clubs. Das hatte ich regelrecht vermisst. :)


TAG 8 Samstag 31.01. - Wulai 烏來

Am Samstag haben Jana und ich uns mal aufgeteilt. Caro, Koichi und ein paar andere Freunde von ihnen wollten Samstag mit dem Bus nach Wulai fahren und dort einen Tagesausflug machen, bei dem ich mitkommen wollte. Jana war es das nicht wert, nach der Nacht dafür schon wie ich um 9 aufzustehen und entschloss sich dann dazu, allein in die Stadt zu fahren und sich einen anderen Tempel und die dortige Umgebung anzusehen. Ich, ein klein wenig verkatert und absolut müde, machte mich um 10 raus und auf den Weg zur U-Bahn, mit der ich dann eine knappe Stunde bis ganz in den Süden der Stadt fahren durfte, ohne dabei einzuschlafen. Juhu. Um 11 habe ich mich dort mit den anderen getroffen und nachdem wir uns mit Obst und Kaffe aufgeputscht hatten, ging es zum Bus. Der war super voll und super heiß und wir durften über eine Stunde stehen, während wir direkt nach Süden und über Hügelland fuhren und dabei dezent herumgeschüttelt wurden. Wulai ansich ich glaube ich für seine heißen Quellen und seine üppige Natur bekannt und ein kleines Örtchen keine 30 km südlich von Taibei. Dort angekommen sahen wir uns erst mal ein wenig um und liefen dann blind nach oben. Dort mussten wir erst einmal eine ziemlich süße kleine Eisenbahn nutzen, um weiter zum touristischeren Teil zu kommen.

Ankunft in Wulai :)

hier die ziemlich süße kleine Eisenbahn!

ROSA
Dort schlenderten wir ein wenig umher, guckten uns die netten Berge zu unserer Linken an, aßen Reis aus einem Bambusstamm (hab ich auch nicht verstanden) und machten dann weiter hoch zur Seilbahn.

hier das Beweisbild: Reis ohne alles aus einem Bambusstamm.....

Kiochi und Susanna spasten in einer Pappgondel rum :D
Die war mir wie immer ein wenig suspekt, aber ging schon. Oben kamen wir an und genossen den netten Ausblick und stiefelten gleich weiter. Was genau wir da in Wulai nun so wirklich taten war mir auch nicht ganz bewusst, aber die Umgebung war nett, man sah noch einen anderen Ort und die Leute waren cool, also einfach mal mitstiefeln. Wir befanden uns auf irgedneiner Bergkette und liefen einfach die Treppen hinauf, unwissend, was da oben nun wohl sein würde. Oder vielleicht wussten die Anderen es und nur ich nicht, aber war mir auch egal. Wir sahen viel schöne Natur – zwar hat es wie immer geregnet, aber das war nicht weiter schlimm –, hatten sehr frische Luft und Caro und ich wagten es sogar in ein leeres Ballparadies zu hüpfen. Das kam einem meiner Träume, einmal in einem Ballparadies komplett einzusinken und darin zu spielen, schon recht nahe! Die Bilder wie Caro und ich mit den Bällen um uns schmeißen, lass ich hier aber mal raus..

lieblicher kleiner Wasserfall oben auf dem Berg

lieblicher kleiner Teich oben auf dem Berg

BALLPARADIES OBEN AUF DEM BERG!

Wir wurden für 15 Minuten lang zu hyperaktiven Kindern und beschmissen uns hirnlos mit Bällen, bis wir merkten, dass der Rest der Gruppe schon seit Langem an einem Tisch in der Nähe saß und auf uns wartete. Wir krochen aus unserer Spielehöhle und schlossen uns den anderen wieder an. Als wir weiter nach oben liefen, merkten wir, dass dort, außer netter Natur, nichts mehr groß sein würde, aber das war genauso okay, wenn nicht sogar noch besser. Wir entdeckten, dass sich dort oben eine Art Waldspielplatz befand, der von Luftfeuchtigkeit und Regen halb zerstört und fast vollkommen verwildert und mit Moß überzogen war. Der „Spielplatz“ bestand aus mehreren Dutzend Stationen, bei denen man über an Seilen hängende Balken steigen, sich an Seilbahnen über einen Graben ziehen oder einfach ein paar Treppen steigen musste. Wir hatten dort wirklich Spaß und konnten wieder ein bisschen Kind sein; klettern, uns anstacheln, sportlich sein/tun und uns ein bisschen dreckig machen.


Seilbahnspielspaßzauberland!

Susanna und ich mussten immer
vorausgehen und testen :(

wundervoll verwilderte Holzbrücke

Nach der Spielerei stellten wir fest, dass nichts mehr kam und dann liefen wir einfach weiter den Weg entlang, der sich bildete. Wir stapften eine knappe Stunde umher, nach oben, nach unten, links, rechts und landeten irgednwann wieder unten in der Nähe der Seilbahnstation. Die kleine Wanderung durch den nassen Wald war sehr entspannend, ruhig und man konnte die ganze Zeit über den Vögeln lauschen und zuhören, die der leichte Regen auf die Blätter fiel. Klingt unspektakulär, aber war etwas sehr Besonderes für mich.
Wir liefen, nachdem wir wieder unten in der Touristenecke angekommen waren, dort noch etwas herum und suchten eigentlich nach den heißen Quellen. Man konnte auch vereinzelt Räume mieten, in denen man hätte baden können, aber 1. war mich ganz so danach, mich Wildfremden halbnackt zu zeigen, Caro hatte ein bisschen Bauchweh und außerdem waren die meisten Angebote nur für jeweils 2 Leute oder vollkommen überteuert. Wir kauften uns also stattdessen regionales Fresszeugs, schlenderten umher und nahmen dann den nächsten Bus gen Taibei. Die Fahr war etwas entspannter, da wir dieses mal Sitzplätze hatten und ich da meinen nötigen Schlaf aufholen konnte. Als wir wieder zurück waren, war ich gelinde gesagt voll im Arsch und fühlte mich verkaterter als am Morgen. Tagsüber schlafen ist nichts für mich. Nun ja. Die Gruppe löste sich auf, ich verabschiedete mich von allen und Caro und ich liefen noch etwas über ihren Campus. Der war wirklich toll. Palmen überall, kleine Parks und Wiesen, alles schön still (okay, waren auch Semesterferien für die chin. Studenten) und es regnete mal nicht. Irgendwie regnet(e) es auch immer nur genau dann wenn wir mal die Stadt verließen und einen Tagesausflug machten. Naja, hier mal Bilder vom Campus.

Campus die 1.

Campus die 2.

Campus die 3.
Danach haben wir uns noch lecker Bubble Tea und machten usn dann nochmal auf zu Caro nach Hause. Dort gammelte ich auf dem Sofa und durfte mir Tennis mit chinesischer Werbung ansehen, während Caro einen Flug buchte, den ich sie später antreten würde. Nachdem sie sich nochmal frisch gemacht hatte, machten wir abends wir los und trafen uns an einer anderen Ecke der Stadt wieder mit Jana, die uns erst mal von ihrem tag berichtete. Danach gingen wir noch irgendwo hin essen und ich glaube, dann passierte nichts mehr großartig. Meistens kann ich anhang all meienr Bilder aus dem Gedächtnis heraus alles aufschreiben, aber von dem Abend habe ich keine Bilder, also auch keine Assoziationen und mein Geschriebenes in meinem Tagebuch kann ich nicht mehr lesen, also muss es wohl nichts Weltbewegendes gewesen sein. :D Ich kann nur die Wörter „supermüde“, „Shop mit Souveniers gesehen“ und „mit der U-Bahn heimgefahren“ lesen. War also bestimmt unwichtig. :D


TAG 9 Sonntag 01.02. - Fulong 福隆

Soo. Der letzte Tag bevor Jana und ich Taibei verließen. Also der letzte Tag dieses Eintrages.
Jana und ich wollten am letzten Tag noch einen weiteren Tagesausflug tätigen und beschlossen, zusammen mit Milan und Caro nach Fulong zu fahren. Fulong befindet sich direkt am Meer östliche von Taibei. Mit dem Zug fuhren wir, nachdem wir uns am Bahnhof getroffen hatten, etwas mehr als eine Stunde. Der Ort war denke ich etwas über 40 km entfernt von der Stadt. Während der Fahrt brachten Milan, Caro und ich dann noch Jana Doppelkopf bei und endlich konnte ich mal wieder Doppelkopf oder Skat spielen. In Deutschland spiele ich das ja andauernd mit Johanna und den Mathematikern, hier in Asien allerdings ist das ziemlich schwer, somal Philipp sich auch jedes Mal beharrlich weigert, es mit mir und anderen zu spielen, obwohl er Skat kann. :(
Nun ja, wir spielten also ein Weilchen und dann machten wir uns, nachdem wir in Fulong angekommen waren, erstmal auf in ein Restaurant und speisten fürstlich.

spartanisches aber dennoch sehr leckeres Mittagessen!
Danach machten wir uns fertig, zogen uns warm an (denn es regnete mal wieder leicht, normal) und machten raus. Das Wetter war wie gesagt regnerisch und auch bewölkt, aber kalt auf keinen Fall. Wir hatten glaube ich so 13 Grad und frische Luft, das reichte völlig aus. Wir wollten dir Küstenberge entlang wandern und dabei so die Küste nach Süden ablaufen und von einem südlicheren Ort aus wieder heimfahren. Erstmal war es aber schon schwer genug, den Weg zu finden. Wikitravel meinte, man müsse einer Straße ins Landesinnere folgen, bis man zum Wanderweg kommt. Wir liefen
bestimmt eine knappe Stunde nur an der Straße entlang, bis wir ihn dann schließlich gefunden hatten. 
das Zeichen auf der Straße heißt "man" 慢 (langsam),
und ist überall auf Straßen zu finden
los geht's!



zwar auf der Straße, aber dennoch in der Natur.
Zwar war um uns herum schon vorher viel schöne Natur gewesen (siehe Bilder oben), aber man lief eben imemr noch auf der Straße. Irgendwann allerdings hörte diese abrupt auf und man konnte einen kleinen Weg entlang gehen, der so allmählig durch die Hügel an der Küste entlang führte. Auch dort waren wirder keinerlei Menschen zu sehen und alles was man hören konnte, waren Vogel-, Wasser- und Waldgeräusche. Wir unterhielten uns beim Laufen schön über dies und das, diskutierten ein wenig über unsere Bildung in China/Taiwan und kamen dabei alle zum selben Entschluss, nämlich, dass uns hier ziemlich der Geist fehlt. Man hat Sprachuntzerricht, lernt aber nichts wirklich geistreichen. Das liegt natürlich auch zum Teil an einem selbst, aber Philosophie, Politik, Geschichte und ähnliches lässt sich eben auf Chiensisch noch nicht wirklich meistern. Egal. Wir rasteten bei ein paar schönen Pavillions ein Weilchen, spielten kurz noch ein bisschen Karten und machten uns dann wieder weiter auf den Weg. So langsam ging es dann auch auf die Hügel/Berge hinaus. Hier mal ein paar Bilder der tollen Natur, die wir bis dahin gesehen hatten.

Reiswasserfelder oben zwischen den Hügeln,
mysthische Stimmung und endlose Stille


Caro, Milan, Jana :):):)

und, kriegt man mit welche Bilder ich beabeitet habe? :P
Wir gingen stundenlang unserer Wege und genossen einfach die Ruhe der Natur. Irgendwann trafen wir sogar auf eine Herde wilder Kühe (oder Rinder? Keine Ahnung) und beobachteten die anmutigen Tiere ein wenig. Caro und ich, die wohl tierliebsten Menschen auf der ganzen Insel, hätten dort Stunden bleiben und einfach nur die schönen, ruhigen Tiere beim Grasen beobachten können. Nach einer knappen Viertelstunde drängten die anderen aber, dass wir weitermachen sollten. Wir kamen an kleinen Palmenwäldern, Flüssen, kleinen Brücken und wundersamen äumen vorbei, bis wir irgednwann das Ende des Wanderweges erreichten und kurz davor standen, den „Gipfel“ zu erreichen.

Palmen, Palmen, Palmen - überall Palmen!


haaaaaaaaalllooo, süße Kuh!

immer diese wahnsinnig coolen Bäume hier.
wirklich interessant.
Oben angekommen erwartete uns eine wundervolle Aussicht. Wir konnten wetterbedingt natürlich nicht unendlich weit sehen, aber man sah das umliegende Land und das weite Meer samt der Insel, die sich weit vor der Küste aus dem Meer hob. Wir staunten eine Weile. Weit und breit niemand sonst und außer uns, dem Wind und dem Regen völlige Ruhe. Wir gingen noch einen Pavillion weiter hoch, was sich als 15 minütige, halbe Kletterpartie herausstellte und wirklich sehr anstrengend war, aber dann konnten wir den Ausblick noch besser genießen. Alles war so freidlich und schön und einfach nur unberührt und frei. Wir blieben dort bestimmt eine gute Stunde oben und freuten uns einfach, an dem Ort zu sein.

Weg hinauf zum Gipfel des Küstenberges

Blick vom Gipfel auf die Küste

Weg hinauf zur 2. Pagode - so schön.

Ausblick von da.
Als wir bemerkten, dass es schon fast um 5 war und bald dunkel werden würde, entschlossen wir uns, wieder runterzugehen. Auf der anderen Seite des Berges ging ein anderer Weg hinunter, den wir dann nahmen. Die Wanderung nach unten war wegen der Steilheit und wegen meinem gebrechlichen Bein (kein Scherz) allerdings weniger toll und die Gruppe musste oft wegen mir anhalten. Das war aber noch okay. Wir hatten auf dem Weg nach unten wirklich interessante Unterhaltungen über China und dessen Problembereiche wie der gesellschaftliche Heirachts- und Kinderkriegzwang, das Gaokao (chin. Abitur), der berufliche und universitäre Stress und natürlich die massive Luftverschmutzung, um mal nur einige zu nennen. Übrigens alles gigantische Probleme in China die es auf Taiwan gar nicht gibt...
Nun ja. Wir liefen noch ein gutes Stündchen nach unten und kamen dann irgendwann in dem kleinen Örtchen Dali 大里 an, wo wir uns, nachdem wir uns dort etwas umgesehen hatten, ein bisschen Fresskrams gekauft hatten und dann auf den Zug warteten.

Dachgiebel eines dortigen Tempels. eines meiner Lieblingsbilder von der Woche.

noch ein Lichspiel.

das Assiabendessen 1.0

Doppelkopf im Zug <3
Das Assiabendessen war getan, der Zug kam und dann spielten wir wieder ein wenig Doppelkopf. Da wir natürlich nicht zu 4. in einer Reihe sitzen konnten, spielten wir Schnick-Schnack-Schnuck darum, wer auf den Boden muss. Und wer verlor? Ich. Naja. Hatten die Taiwanesen wieder was zu gucken. :D
Wir kamen gegen um 9 am Bahnhof wieder an und machten uns dann nochmal auf zu einem der vielen Nachtmärkte der Stadt, wo wir uns noch ein bisschen mehr zu Essen gönnten. Wir hatten super leckere Jiaozi 饺子, Baozi 包子 und dann hatten wir wieder das leckere Wuwei 五味, wovon ich ja glaube ich schon mal erzählt hatte. Das, wo man sich aussucht, was man will und es dann zurechtgemacht bekommt. Das Tolle daran war, dass wir das Essen dann einfach wie immer dort in eine Plastiktüte geschmissen bekommen hatten und ein paar Stäbchen dazu bekamen. Mangels Tisch endeten wir dann damit, dass wir uns an den Straßenrand setzten, die Beutel mit dem Essen dann einfach „auf die Straße“ legten und dann daraus gegessen haben. Das war zwar ein bsischen seltsam und fühlte sich leicht asozial an, war aber nach wie vor sehr sehr lecker!

Assiabendessen 2.0 - wirklich traurig, 2 mal vom Boden gegessen.
aber nach wie vor: sehr lecker :D
Wir blieben dann dort noch etwas sitzen, redeten ein wenig und irgendwann war es dann Zeit, heim zu machen. Ach halt, Milan machte zuerst nach Hause und dann liefen Caro, Jana und ich noch ein wenig über Caros Campus, weil Jana den ja letztens noch gar nicht gesehen hatte. Als wir damit durch waren und an einer Haltestelle ankamen, war es an der Zeit sich von Caro herzlichst zu verabschieden und dann machten Jana und ich uns auf den weg heim.
Danke Caro für die schönen Tage, danke fürs Rumführen und danke für den ganzen Spaß den wir hatten! :)
Daheim angekommen packten Jana und ich all unsere Sachen gründlich ein und nachdem alles gut verstaut und (zumindest bei mir :P) aufgeräumt war, legten wir uns noch etwas ins Bett, schrieben Tagebücher, redeten und dann schliefen wir.


Soo. Das war die Woche, die wir in und um Taibei herum verbrachten. Am darauffolgenden Tag sind Jana und ich dann mit dem Bus aus der Stadt rausgefahren und zum Sun-Moon-Lake in der Mitte der Insel gefahren, aber da ich ja meinte, dass der Blogeintrag viel zu lange werden würde, mach ich jetzt hier einen Schnitt, veröffentliche die Woche bis dahin und schreibe gleich darauf weiter, sodass ihr erstmal dass hier lesen könnt während ich die kommenden Tage verschriftliche. :)

Und hier mal noch ein Bild von einer etwaigen Route, wie Jana und ich die Tage herumreisten und wo genau wir nun überall waren. Das mag alles etwas hingerotzt aussehen, aber die Karte war jeden Tag bei mir und immer in Benutzung, als wir dort waren. Ich fand die Idee ziemlich nett.

hier die ganze Insel für einen groben Überblick.
die schwarz eingekreisten Orte sind die, wo wir waren :)

und hier nochmal näher und genauer.
zuerst kam ich im Westen am Flughafen an
an Tag 4 ging es in den Osten nach Jiufen (südl. von Keelung)
an Tag 5 ging es in den Norden zum Yangming National Park und auf den Qixingshan (noch etwas weiter nördl.)
an Tag 8 ging es in den Süden nach Wulai und
an Tag 9 nochmal ganz an die Ostküste nach Fulung und dann sind wir gen Süden bis runter zu Dali gelaufen
-
das sieht natürlich alles super krass und groß und weit aus, aber die Orte waren wie gesagt alle nicht weiter als 50 km weit weg und das ist nicht viel. Taiwan ist eben klein, aber ich wollte es euch dennoch mal zeigen :)


Also dann, bis später! :)

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