Hallo mal wieder!
Schon wieder gingen 2
Wochen ins Land und auch wenn ich weiß, dass mittlerweile nicht mehr
allzu viele meinen Blog regelmäßig lesen, bin ich nach wie vor
gewillt, weiterzuschreiben, da einige ja immernoch großes Interesse
zu haben scheinen und für mich ist es ja wie gesagt eine tolle Art
und Weise, dieses Jahr in meinen Erinnerungen zu halten. Also machen
wir gleich mal weiter!
Stehen geblieben war ich
bei dem Montag, den 24.11., also setze ich an dem 25. mal wieder an.
TAG 93 Dienstag
25.11.2014 bis TAG
95 Donnerstag 27.11.2014
Die meisten Tage waren
alle wenig bis semi-ereignisreich, so dass ich es a) noch schaffen
sollte zu bloggen, bevor die spannenden Tage wieder losgehen und der
Blogeintrag dann b) wieder so ewig lang wird, was ich doch schon
gerne in Zukunft verhindern wöllte.
Also Am Dienstag hab ich
meine letzte Prüfung wiederbekommen, 听力
(Hören) und das Ewrgebnis der Prüfung war dann schon ein
wenig zufreidenstellender. Fast perfekt kann man es nennen, denn ich
hatte süße 99%, dafür durfte der Kurs auch einnal ganz peinlich 2.
Klasse-like für den kleinen Thomas klatschen und zur Belohnung bekam
ich ein Geschenk von Lehrerin Barbie. Zu sehen hier:
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| random Selfie mit Xiaobin, die im Unterricht immer hinter mir sitzt - süß, wa? |
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| das wunderschöne Geschenk von Barbie für die beste Prüfung! :D |
Schick, wa? :D Ist wohl
ein Armband, das sie vielleicht sogar selbst gemacht hat? Ich weiß
es nicht. Es ist für meine Hand (glücklicherweise zu klein und
somit habe ich wenigstens ein lustiges Souvenier bekommen. Dann, nach
dem Unterricht habe ich meinen Moster-Blogeintrag veröffentlicht und
mit Philipp Hausaufgaben gamacht, was alles in allem etwa bis Abends
um 6 gedauert hat. Danach durfte sich Philipp noch weitere 2 Stunden
mit mir und meinen Handyproblemen rumschlagen. Wir schafften es zwar,
einen dt. VPN-Client auf das Handy zu bekommen, den europ. Appstore
kann ich aber nicht bekommen. Schau'n wir mal, ob es dann zurück in
Deutschland geht. Abends, weil wir keinen Bock hatten, rauszugehen,
gab es ein weiteres Mal PIZZA. Dieses mal war sie sogar gut.
Arschteuer, superdünn, aber gut.
Am Mittwoch, den 26. habe
ich mich mit Lanxi verabredet und wollte mit ihr zusammen eine ihrer
Vorlesungen besuchen. Auf Chinesisch. Was für ne Schnapsidee. Es
ging um Beijings verbotene Stadt und dessen alte und moderne
Geschichte. Sagte sie mir zumindest, verstanden habe ich nämlich
absolut gar nichts. Der Dozent, ein junger Typ in typisch
chinesischer Alltagskleidung (Adidas-Jogginghose, Adidas-Jacke und
Turnschuhen – keine Ahnung, warum jeder 2. in China so rumläuft),
redete einfach so schnell, dass es mir nicht möglich war, ihn zu
verstehen. Außerdem hat er mega genuschelt. Aber okay, jetzt hab ich
das auch mal gesehen – check.
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| hier auch mal ein Bild von Lanxi und mir bei ihrer Vorlesung :) |
Später an dem Tage habe
ich mal wieder ein paar Stündchen mit Jana telefoniert. Wir redeten
über ihre Reise zum 黄山 (Huangshan,
wörtl. „gelber Berg“), die mit schönste Natursehenswürdigkeit
des gesamten Landes, über meine Reise zu Johanna und über
eventuelle Reisen. Jana wird zwar Weihnachten nicht zu uns nach
Beijing kommen (da sie lieber in den Süden zu Julian wollte und
Weihnachten am Strand verbirngen wollte), aber da sie einen Tag nach
mir Geburtstag hat, dachten wir schon von Anfang an, dass wir den
eigentlich auch zusammen feiern können. Und das werden wir auch. Der
genaure Reiseplan stand an dem Tag noch nicht fest (werde ich nachher
noch „erzählen“), aber ich kann nochmal sagen: es geht nach
Taiwan 台湾!
Später
war ich noch mit Philipp und einer unserer japanischen
Klassenkameradinnen im Jiaozi-Restaurant (wird einfach nicht
langweilig dort). Dort wurde Naifan (oder Naho, ihr japan. Name) von
einer Bande betrunkener Männer mittleren Alters und offensichtlich
nicht-städtischer Herkunft angequatscht, ob wir (Philipp und ich)
denn auch Chinesisch können oder sowas in der Art. Die Männer
checkten erst dann, dass die auch keine Chinesin ist und dann
empfohlen sie uns einfach irgendwelche Speisen. Witzig irgendwie.
Nachdem wir wieder mal dasselbe geile Zeug gespeist hatten, ging es
heim und dann passierte wenig aufregendes.
Am
Donnerstag war ich mit Philipp Mittagessen und ich erzählte ihm von
meinen Reiseplänen mit Jana. Ursprünglich stand noch auf dem Plan,
dass ich Jana Mitte Dezember mal in Nanjing 南京besuchen
komme, aber auch wenn ich Jana liebe und sie unglaublich gerne
wiedersehen würde muss ich doch sagen, dass ich lieber Orte bereisen
würde, in denen ich einfach noch nicht war. In Nanjing war ich ja
2013 schon einige Tage und da meine Zeit/mein Geld ja nicht endlos
ist/sind, kam der Gedanke auf, Mitte Dezember doch eher einen anderen
Ort zu bereisen. Ich teilte dies Jana mit und glücklicherweise
verstand sie das auch offenbar sehr gut. Ich wollte mit ihr zusammen
nach Hangzhou 杭州
reisen, eine
unglaublich schöne Stadt mit einem großen See ganz in der Nähe von
Nanjing, doch da Jana wie gesagt Ende Dezember schon woanders hin
reist und letztens erst reisen war, lehnte sie es ab, mitzukommen.
Dann hab ich Philipp gefragt und der war gleich voll mit dabei. Zwar
hatten wir uns da noch nicht entschieden, wohin genau wir denn nun
fahren/fliegen wollen, aber wir werden verreisen.
Nachmittag
habe ich mich dann nochmal mit Jindi getroffen und wir sind in ein
Café bei mir auf dem Campus gegangen. Ich habe ja schon erzählt,
dass Jindi seit ein paar Monaten Deutsch lernt und am 06.12. wird sie
dann nach Xiamen 厦门
in den Süden fliegen
(bzw. ist mittlerweile schon geflogen), dort ein paar Tage Urlaub
machen, dann für mehrere Wochen in ihre Heimat nach 大连
fliegen (da, wo
Philipp während den APEC-Ferien hingefahren ist) und am 02.01. wird
sie dann nach Deutschland fliegen, einige Monate Deutschintensivkurse
in Berlin belegen und danach in Deutschland anfangen, ihren Master zu
machen. Das heißt unsere gemeinsame Zeit in China läuft langsam
aus. Wir haben uns also in den folgenden Tagen noch recht oft
getroffen. Also wieder zurück, wir sind in ein Café bei mir
gegangen, sie hat mich ein bisschen in die Kunst des
Chinesenhandy-bedienens eingewiesen und nachdem wir uns dort länger
unterhalten haben, machten wir uns auf zum Abendprogramm: KINO.
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| auf dem Weg zum Kino trafen wir Anna und Hyun Soo, die ich daraufhin ein bisschen herumgetragen habe... witzig! |
Wir
fuhren mit der U-Bahn irgendwohin und während wir unterwegs waren,
fiel mir auf, dass der Ort, den wir auf dem Weg zum Kino passiert
haben, ganz besonders für mich war. Es war ganz genau der Ort, der
aller aller erste (überirdische, innerstädtische) Ort, den ich in
Beijing betreten habe. An meinem aller ersten Tag bin ich ja mit
meinem Gepäck an der U-Bahn-Haltestelle Jishuitan 积水潭
angekommen (auf dem
Weg zum Hostel) und das war ja sozusagen der erste Ort in der Stadt,
den ich hier in meinem Auslandsjahr betreten
habe. Nachdem ich dann nach 3 Tagen zu Philipp und Stefan gezogen
bin, war ich nie wieder dort und auch, wenn es nicht sonderlich
aufregend klingt, war es doch irgendwie toll und aufregend, wieder
dort zu sein. Dort, wo auf Beijings Straßen herumlaufen noch ein
unbegreifbares Abenteuer war und dort, wo meine aller aller ersten
eigenen Eindrücke von Chinas Hauptstadt geform wurden. Dort, wo ich
noch mit kurzer Hose und Muscleshirt schweißgebadet und aufgeregt
die ersten Male die chaotischen Straßen überquert habe. Schwer zu
beschreibendes, aber schönes Gefühl gewesen.
Wir
gingen danach jedenfalls in Kino, ein eher kleines, weniger
kommerzgetränktes Kino und zahlten dankbare 15 Yuan. Der Film war
Black Swan und mal wieder sowohl ekelhaft, als auch spannend. Nachdem
der Film sein Ende fand, ging es dann mit der U-Bahn Richtung Heimat
und wir verabschiedeten uns.
TAG 96 Freitag
28.11.2014 und TAG
97 Samstag 29.11.2014
Am
Freitag haben wir nach dem Unterricht den Geburtstag von Qiaoben Hui
vorgefeiert. Qiaoben, deren eigentlicher Name Megumi ist, ist die
andere Japanerin unseres Kurses und Naifan bat uns letztens beim
Essen, nach dem Unterricht am Freitag noch kurz zu bleiben und mit
den anderen ein bisschen Kuchen zu essen. In Deutschland „bringt es
ja Unglück“, wenn man jemandem vorher schon zum Geburtstag
gratuliert oder sogar vorher feiert, ohne wenigstens reinzufeiern.
Naifan fand das höchst interessant, bekräftigte aber, dass es so
einen Glauben in Japan überhaupt gar nicht gibt und dass das auch
gar nicht ihre Absicht sei. Süß. Wer könnte das auch bei den
unendlich höflichen und freundlichen Japanern denken? Jedenfalls
freute sich Megumi unheimlich über die kleine Überraschung und war
super dankbar, dass einige von uns nach dem Unterricht blieben und
mit ihr zusammen „ein bisschen gefeiert“ haben. Wie das halt so
ist, haben alle massig Bilder davon gemacht und da ich die selber
ziemlich geil finde, gibt es hier einige davon zu sehen:
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| Xiaobin rastet bei Selfies irgendwie immer so aus :D |
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| sehen wir nciht glüpcklich aus? :) |
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| das Geburtstagskind <3 |
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| v.l.n.r.: ich, Joaquin (aus Argentinien), Enshuai, Qiaoben, Philipp, Naifan, Xiaobin und Robert (Armenien) sind fast alle aus dem Kurs, bzw. der "Kern" |
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| irgendwie hat sich der kleine Streit, den Xiaobin und ich einst hatten, von selbst beigelegt und nun ist wieder alles witzig :P |
Nachdem
der Wahnsinn ein Ende hatte, machten sich alle auf dem Heimweg und
ich holte mir kurz was zu Essen. Am Nachmittag habe ich mich mal
wieder mit Jindi und Philipp getroffen. Heute stand UNO auf dem Plan.
Das Spiel, von dem ich gar nicht wusste, dass es in China bekannt
ist, ist ungefähr eines der beliebtesten Spiele hier. Zwar können
es nicht alle, aber jeder kennt es und da ich Jindi letztens Maumau
beigebracht habe und sie wohl auf den Geschmack gekommen ist, hat
sich gleich eins gekauft und dann haben wir bei mir ein bisschen zu
dritt auf dem Bett gesessen und gespielt. Das war sehr schön und
ganz heimelich, auch mal daheim etwas zu machen, vorallem mit
Chinesen/einer Chinesin. Man ist ja immer so unterwegs und auch wenn
es technisch gesehen nicht anstrengend ist, sind doch solche
daheim-rumhäng-Verabredungen auch mal ne nette Abwechslung.
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| UNOOO! |
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| Jindi und Miffy - so schöön! |
Nachdem
wir fertig damit waren, lummerten wir noch eine Weile auf meinen
beiden Betten herum, die dadurch, dass ich sie zusammengestellt habe,
eine einladend große Liege- und Herumchillfläche boten und haben
uns ein bisschen über No-Gos in Deutschland und China unterhalten,
die wir bzw. sie dann in Deutschland beachten muss. Ein simples
Beispiel ist z.B. folgendes: Chinesen schreiben, wenn sie auf dem
Handy oder am PC chatten und sich verabschieden am Ende gerne eine
88. Das mag dem China-unwissenden Deutschen sehr komisch und schlimm
vorkommen, heißt aber in China nichts anderes als „Tschau!“. Das
kommt daher, dass „tschüssi“, „tschau“ usw. auf chinesisch
beispielsweise 拜拜
(baibai) heißen kann. Die 8 entsteht dadurch,
dass das bai 拜
von 拜拜
in der Aussprache sehr stark der Ausprache der Zahl 8
(八 ba)
ähnelt und so wird halt aus baibai
→ baba und schließlich eine 88. Sollte sie also in
Deutschland vorsichtig benutzen. Ja, solche wie ich finde sehr
interessanten Sachen haben wir dann noch ein wenig besprochen und
danach ging es in ein Jiaozi-Restaurant. Doch dieses mal nicht in der
übliche, sondern in eins, in dem wir in den Zeiten, wo Frau
Drinhausen und Frau Schatz am Anfang des Semesters noch da gewesen
waren, öfters gegangen sind. Dort aßen wir uns schön satt,
quatschten noch weiter und dann ging es mal wieder nach Hause und
nach einem entspannten und ereignislosen Abend ins Bettchen.
Am
Samstag ging es früh raus. Denn. Wir. Gingen. Auf. Einen.
WEIHNACHTSMARKT! Einen deutschen (!!) Weihnachtsmarkt. Die deutsche
Botschaft in Beijing veranstaltet jedes Jahr an einem Samstag in der
Vorweihnachtszeit einen Charity-Weihnachtsmarkt, dessen gesamte
Einnahmen an gute Zwecke gespendet werden. Da wir gehört haben, dass
diese Veranstaltung so krass beliebt ist, dass man, wenn man später
als Vormittag kommt, stundenlang anstehen muss und dann vielleicht
noch ein paar Reste abbekommt, haben wir uns darauf geeinigt, schon
so gegen um 10-11 dort zu sein. Wir (Philipp, Jindi, Weilin, Li Ke
und ich) trafen uns mit einigen Freunden von Weilin und ungefähr
allen Deutschen Auslandsstudenten der Renda (außer Anna, der war das
zu früh und es wohl nicht wert, dahinzugehen) und machten uns
gemeinsam auf den Weg zur Botschaft. Dabei war auch ein Chinese, der
fließend Chinesisch sprechen konnte, aber in Deutschland
aufgewachsen ist und studiert hat, jetzt wieder hier in China ist um
weiterzustudieren und um Chinesisch lesen und schreiben zu lernen,
denn das kann er gar nicht. Als ich mich dann auf Deutsch mit ihm
unterhalten habe, war ich die ganze Zeit total verwirrt, denn ich
habe in meinem Leben noch keinen Chinesen getroffen, der so perfektes
Deutsch redet, aber wenn man dort aufwächst ist das ja klar.
Trotzdem, hier in China ist ein Chinese, der so deutsch redet einfach
komisch. Und es klang halt auch null ausländisch, die Art, wie er
redet. Vielleicht vergleichbar mit Anna, die ja aber auch in
Deutschland geboren wurde. War jedenfalls lustig.
So,
wir kamen an, reihten uns ein und mussten aber nur wenige Minuten
warten, da wir eben schon ziemlich früh da waren. Als wir dann rein
durften, war es wirklich der Himmel. Zwar wwaren trotzdem noch
überall Chinesen zu sehen und Chinesisch zu hören und es war viel
viel voller als auf deutschen Weihnachtsmärkten, aber dennoch war
es, als wäre man kurz wieder daheim in Deutschland. Überall hörte
man Deutsch, überall sah man Deutsche, überall erkannte man
deutsche Gesten, Verhaltensweisen und Umgangsarten. Und – was
natürlich 1000 mal besser war – es gab genau das, was man sich
gewünscht hatte: Glühwein, Plätzchen, kandierte Mandeln und
allerlei Deutsches. Der gesamte Markt wurde von Deutschen betrieben,
die entweder in der oder für die Botschaft arbeiteten, oder von
Familienangehörigen dieser Personen. Der Glühwein war köstlich und
fast schon besser als die, die ich in Deutschland getrunken habe.
Daneben verkaufte ein Stand Unmengen an Haribo-Süßigkeiten, denn so
Fruchtgummi gibt es in China eigentlich nicht wirklich, ist aber ein
sehr beliebtes Importprodukt. Nachdem wir uns für 50 Yuan eine Tasse
Glühwein (20 Yuan Pfand, aber die Tasse hab ich natürlich
mitgenommen, wie man das halt so macht) und ich mir für weitere 50
Yuan 5 Tüchen verschiedenster Haribo-Sorten gekauft habe, ging es
weiter. Wir kauften uns Brezeln und Berliner/Pfannkuchen, bestaunten
Lebkuchenhäuser, lauschten einem christlichen Gebet und dt.
Weihnachtsliedern, durchstöberten den 2. Hand Buchstand und genossen
einfach nur die wirklich authentische Atmosphäre. Dann, am Ende fand
ich die größte Freude: einen Stand, der massig deutschen Kuchen
verkaufte. Doch das beste DARAN war auch noch, dass es Stollen gab!
Richtigen, geilen, nach Omas Rezept selbstgemachten Stollen. Mit
Rosinen und Puderzucker und etwas hart und einfach nur toll. Jindi
fand den Stollen glaub ich weniger toll, da Chinesen ja eher nur
weiches Brot kennen und Schwarzbrot ist denen ja auch zu hart. Nicht
so wild, blieb mehr für mich, haha!
Die
anderen (wir teilten uns logischerweise in der Menge auf und dann
waren Weilin, Jindi, Li Ke, Philipp und ich wieder zusammen
unterwegs) holten sich noch eine Runde Glühwein, wir standen dann
noch eine Weile an der Ecke, redeten und gingen dann wieder. Es war
bereits Mittagszeit und als wir das Gelände der Botschaft verließen,
stellten wir fest, dass die Schlange bereits einmal komplett um die
Botschaft herum ging, also die Schlange da aufhörte, wo sie anfing.
Gut, dass wir so früh kamen!
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| Anstehen 1.0 |
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| Anstehen 2.0 |
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| und drinnen sind wir - so schöööön! |
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| und hier gab es den Glühwein :) |
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| Prost! |
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| Lebkuchenhäuschen <3 |

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| suuuper lecker, der Stollen!! |
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| zwar untypisch für Weihnachtsmärkte, aber immerhin deutsch... :P |
Danach hab ich mich ziemlich elend gefühlt. Vielleicht hätte ich
auch nicht unbedingt um 11 Vormittag Alkohol trinken und vorher
keinen Bissen Essen sollen. Das gab böses Kopfweh. Außerdem kam die
Tatsache noch hinzu, dass unbetreitbar der Winter in Beijing begonnen
hat. Seit einigen Tagen sind die Temperaturen ständig um 0°C herum
und seit diesem Samstag auch jeden Tag immer zwischen -10°C und
+5°C. Das war ein wirklich kurzer, kurzer Herbst. Naja. Jedenfalls
war ich ein bisschen k.o. Nach em Besuch auf dem Weihnachtsmarkt,
aber es nützt ja nix - das Leben muss weitergehen! Wir 5 machten uns
danach auf den Weg nach Wudaokou 五道口
und begaben uns dann in ein Restaurant namens „The
Tree“ und aßen dort Pizza, für die das Restaurant wohl in der
ganzen Stadt und/bzw. Ausländerszene recht bekannt sein soll. Die
Pizza war preislich in Ordnung (ich esse übrigens ganz schön viel
Pizza hier fällt mir gerade auf, aber bei all dem asiatischen Essen
muss ich wohl mittlerweile auch öfters mal zum Westlichen zurück)
und nachdem wir fertig waren, ging es weiter. Die anderen wollten
(Obacht) ins Kino. Mal wieder. Erst monatelang gar nicht und jetzt in
den letzten 2 Wochen ungefähr 5 Mal. Aber okay, ich mag Kino. Wir
gingen in das nächst gelegene Kino und wählten den Film „Fury“,
ein Hollywood-Film über den 2. Weltkrieg, bei dem Brad Pitt (omg,
schriebt man den so? Egal) einen totalen Klischee-Ami spielt, der
eben mit anderen Klische-Ammis in Deutschland gegen die Nazis kämpft.
Der Film war an sich nicht schlecht, hat mich aber durch seine
Eindringlichkeit irgendwie versrtört und da ich Kriegsfilme sowieso
nicht sonderlich mag, war ich nach dem Film total niedergeschlagen.
Wer weiß warum. Nachdem wir uns mit 10 Milliarden anderen Chinesen
aus dem Kinosaal-Türchen herausgepresst haben, ging es dann auch fix
mit der U-Bahn (13 Haltestellen, 50 Minuten) nach Hause auf den
Campus und danach war außer im Bett liegen, lesen und Musik hören
nichts mehr los.
TAG 98 Sonntag
30.11.2014 und TAG
99 Montag 01.12.2014
Am
Sonntag haben sich dann meine kommenden Reisepläne größtenteils
vervollständigt. Erst hab ich mit Caro wegen Taiwan geskypt, da sie
ja in Taibei 台北,
Taiwans Hauptstadt ihr Auslandsjahr verbringt und somit unser
Host/Ansprechspartner ist. Und natürlich wollen wir sie nicht nur
zur Informations- und Unterkunftsquelle ausnutzen, sondern sie
besuchen. Also jedenfalls habe ich erst mit Caro wegen dem Besuch
geskypt und dann später mit Jana telefoniert, um die Pläne
weiterzugeben, dabei haben sich dann noch weitere Ideen gebildet und
mehr oder midner gefestigt. Nachdem das getan war, redete ich noch
ein Weilchen mit Philipp über die andere Reise, die jetzt im
Dezember anzustehen hat. Der Plan für die folgenden 2 Reisen sieht
wie folgt aus:
Plan Nummer 1: Am 10.12. werden Philipp und cih von Beijing nach Guilin 桂林 fliegen und von dort weitere 80 km nach Süden in das Naturgebiet Yangshuo 阳朔 fahren. Yangshuo (ich habe zur Untermalung ein paar Bilder aus dem Web eingefügt) ist ebenfalls eines der schönsten Naturgebiete des Landes und durch die Berge und den dadurch fließenden Fluss ein super tolles Urlaubsziel.
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| Beispielbild Yangshuo, traumhaft schön, oder? |
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| zur Orientierung: nord-östlich Beijing, süd-westlich davon ist Xi'an (1200 km entfernt), wo ich letztens war und fast ganz im Süden befindet sich Yangshuo (ca. 2000 km entfernt) |
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| Beispielbild Nummer 2 |
So
toll, dass es (wie nur 5 Orte in China) auf der Rückseite eines
Geldscheines zu sehen ist. Auf dem 1 Yuan-Schein zB. Befindet sich
der oben bereits erwähnte große See in Hangzhou, auf dem 5
Yuan-Schein das Huangshan-Gebirge wenn ich mich nicht irre und auf
dem 20 Yuan-Schein eben das: das Yangshuo-Gebirge.
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| Rückseite 20 Yuan-Schein - die Yangshuo Berge :):) |
Ich
wollte unbedingt mal aus einer Stadt und vorallem aus dem Smog raus
und kontinuierlich saubere Luft atmen. Wir haben uns ein Hostel
ziemlich abgeschieden von allem gemietet und können dort durch den
überall vorhandenen Wald wandern, uns tagelang die kleinen
Ortschaften zwischen den Bergen ansehen, die Ruhe und frische Luft
genießen und mal die Hektik und Naturlosigkeit der chinesischen
Großstädte verlassen. Wir fliegen also am Mittwoch, den 10.12.
frühs um 7 los, müssen also schon so um 2 aufstehen und uns ein
Taxi zum Flughafen nehmen, aber das ist schon okay. Der Flug ist
direkt und dauert keine 4 Stunden, danach gucken wir uns Guilin kurz
an und machen dann von da aus nach Yangshuo. Man kann für teuer Geld
den Fluss entlang nach Yangshuo runterfahren und dabei die
atemberaubenden Berge besichtigen. Wir wissen noch nicht so ganz, ob
wir das machen, aber ihr werdet es erfahren. An sonsten haben wir
geplant, Sonntag Abend, am 14.12. wieder zurück nach Beijing zu
fiegen. Was wir in den Tagen steht noch aus, aber es gibt eine Art
gigantische Show auf/zwischen/mit diesen Bergen, die wohl mehrere
Hundert Darsteller einbezieht, bei der die Berge im Hintergrund
künstlerisch beleuchtet werden. Genaueres weiß ich nicht, aber es
soll unsagbar schön sein. Ich freeeeeu mich drauf!
Und
hier Plan Nummer 2: Meine Semester-/Winterferien beginnen am
16.01. und am 25.01. werde ich von Beijing und Jana von Nanjing aus
nach Taibei fliegen. Dort treffen wir uns dann mit Caro und nächtigen
gemeinsam in ihrem Wohnheim, da das wohl einfach geht. Da Caro zu der
Zeit keine Ferien hat (Taiwan regelt das wohl anders?), wollen Jana
und ich die ersten Tage unter der Woche dazu nutzen, die Nord-, Ost-
und Südküste um Taibei heruzm zu besichtigen. Taibei liegt ganz im
Norden der Insel und somit ist es imemr nicht sonderlich weit bis zum
Meer – endlich Strand und Meer! Auch wenn es dann Ende Januar ist,
aber immerhin Meer. An meinem und Janas Geburtstag (Do. und Fr.),
sowie am folgenden Wochenende wollen wir beide die Zeit mit Caro
verbringen, unsere Geburtstage feiern und uns an dem Wochenende von
Caro die Stadt zeigen lassen, Party machen und und und. Dann, am
Montag danach ist geplant ein paar Tage relativ planlos durch Taiwan
zu reisen. Für mich alleine wäre das gar nichts, aber da Jana das
immer so macht und ich ja einfach nicht alleine bin, ist das
vollkommen okay. Caro will uns ein paar schöne Orte empfehlen (wie
z.B. eine Schlucht in der Mitte der Insel o.ä.) und dann amchen wir
einfach ein paar Tage durch die Insel und erkunden. Am
Donnerstag/Freitag wollen Jana und ich dann nach Xiamen 厦门
fliegen/mit dem Boot fahren. Xiamen ist ebenfalls eine
extrem schöne Stadt. Sehr wohlhabend hab ich gehört und direkt am
Meer liegend. Auch dort studiert eine unsere Komillitoninnen und
vielleicht kann sie uns das eine oder andere zeigen. Sollte sie nicht
da sein, werden wir uns die wundervolle Stadt selber ansehen. Nachdem
das Wochenende dort verbracht wurde, will Jana am Montag, den 08.02.
mit dem Zug nach Nanjing zurück und ich werde nach Beijing
zurückfliegen. Wer interessiert daran ist, herauszufinden, wie
Taiwan/Taibei oder Xiamen aussehen, der kann ja bei Google oderso
einfach mal nachschauen – lohnt sich! ;)
Ja,
das sind die Pläne. Ich für meinen Teil finde es ganz gut. Anna
erzählte mir letztens, dass sie wohl vorhabe, in den ersten 2
Ferienwochen 6 oder 7 Städte/Orte (Haerbing, Shanghai, Suzhou,
Taibei, Hong Kong, Xiamen, …) zu besichtigen und damit sieht sie
sicher mehr, aber ich finde ich ziemlich blöd, jeden 2 Tag in einer
anderen Stadt zu sein, fix Bilder von allem berühmten zu machen und
dann weiter zum nächsten zu reisen, aber das ist eben die asiatische
Art zu reisen. Hin, Selfie mit was-auch-immer-hier-berühmt-ist
machen, weg zum nächsten. Ich freue mich jedenfalls super darauf,
Taibei/Taiwan mit Jana zusammen zu erkunden und vorher mit Philipp
und unglaubliche Natur in Yangshuo zu genießen! :)
Weiter
im Text. Sonntag herrschte unglaublich starker Wind in der Stadt.
Wind, der Glastüren hat zerspringen lassen, der die Luft auf süße
-8° heruntergekühlt hat, aber dafür die Luft völlig saubergeweht
hat. Die folgenden Tage war der AQI in Beijing ununterbrochen unter
50, die Luftqualität also perfekt. Dafür war es halt aber total
kalt und ich weiß jetzt, was die Chinesen meinten mit „der Winter
ist okay, aber wenn mal Wind weht, fühlt man sich, wie als würden
einen Messer ins Gesicht und durch die Beine schneiden“. Wirklich
schlimm, und da ich Kleidungsmäßig noch nicht bereit dafür war,
musste ich schnell was kaufen!
Aber erstmal hatte ich am Montag meine 2. 阅读考试 (Lese-Prüfung), da wir ja, weil einige letztes Mal nicht wussten, dass wir unsere Wörterbücher benutzen können, 2 Versuche hatten. Die Prüfung an sich war leichter als vorher, aber was ich jetzt nun habe, kann ich noch nicht sagen. Ist auch nicht so wichtig. Mittags habe ich mich dann mit Philipp und Yu Yan 雨嫣 zum Essen verabredet und wir sind mal in ein anderes Restaurant auf dem Campus gegangen. War okay. Wir haben uns bisschen über Städte unterhalten, die sie schon so bereist hat und dann hat sich sich noch niedlich darüber ausgelassen, dass sie keinen Freund hat. Wir gingen dann irgendwann Richtung Wohnheim zurück und Philipp und ich machten uns mal wieder raus aus dem Campus, um ein paar Wintersachen zu suchen. Dabei fuhren wir wieder in dieses chinesiche Schwarzmarkt-Kaufhaus, wo ich auch damals meine Jacke gekauft habe. Vorher waren wir zwar ncoh woanders, aber da wir dort keine Ahnung hatten, wo was ist, haben wir es gelassen und sind dort hin gefahren. In dem Kaufhaft (in dem es damals ja diese verstörend schlimmen Schaufensterpuppen gab), fanden Philipp und ich unterwegs noch einen kleinen Freund. Bitte begrüßt den Bär mit dem verschobenen Kopf!
Aber erstmal hatte ich am Montag meine 2. 阅读考试 (Lese-Prüfung), da wir ja, weil einige letztes Mal nicht wussten, dass wir unsere Wörterbücher benutzen können, 2 Versuche hatten. Die Prüfung an sich war leichter als vorher, aber was ich jetzt nun habe, kann ich noch nicht sagen. Ist auch nicht so wichtig. Mittags habe ich mich dann mit Philipp und Yu Yan 雨嫣 zum Essen verabredet und wir sind mal in ein anderes Restaurant auf dem Campus gegangen. War okay. Wir haben uns bisschen über Städte unterhalten, die sie schon so bereist hat und dann hat sich sich noch niedlich darüber ausgelassen, dass sie keinen Freund hat. Wir gingen dann irgendwann Richtung Wohnheim zurück und Philipp und ich machten uns mal wieder raus aus dem Campus, um ein paar Wintersachen zu suchen. Dabei fuhren wir wieder in dieses chinesiche Schwarzmarkt-Kaufhaus, wo ich auch damals meine Jacke gekauft habe. Vorher waren wir zwar ncoh woanders, aber da wir dort keine Ahnung hatten, wo was ist, haben wir es gelassen und sind dort hin gefahren. In dem Kaufhaft (in dem es damals ja diese verstörend schlimmen Schaufensterpuppen gab), fanden Philipp und ich unterwegs noch einen kleinen Freund. Bitte begrüßt den Bär mit dem verschobenen Kopf!
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| hässlich, aber süß |
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| BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄR |
Köstlich
amüsiert haben wir beide uns über den Abblick des Bärens.
Irgendwie war das einfach falsch, als hätte man den Kopf versucht,
zusammenzuquetschen. Naja, ich jedenfalls habe in dem Kaufhaft eine
(wirklich totalst notwendige) lange Unterhose und eine passable Mütze
für insgesamt 70 Yuan gefunden und Philipp, der dort nichts fand,
angelte sich eine super geile Russenmütze im H&M. Als das getan
war, gönnten wir uns noch schön international einen Schwarztee mit
Milch (ich) und einen Espresso (Filib) und machten uns danach auf den
Heimweg. Schuhe hab ich auch gesucht, aber nicht gefunden. Daheim war
dann im Bett rumwuseln, lesen und schlafen angesagt.
TAG 100 Dienstag
02.12.2014 und TAG
101 Mittwoch 03.12.2014
Einhundert
Tage. So lange bin ich schon hier (gewesen). In etwa 1/3 meiner Zeit
hier in Beijing ist bereits um und ich frage mich: WAS? So schnell?
Aber ja, so schnell. Ich fange gerade erst an, mich hier einzuleben
uns alles normaler und normaler zu finden. Zum Glück muss ich noch
nicht zurück und habe hier noch ein ganzes Stückchen zeit vor mir.
Der
Tag begann superdupertodeskalt mit -10°C.
![]() |
| k-k-k-k-kaaaaaaaalt |
Das
war wirklich weniger schön. Die lange Unterhose und Mütze halfen
zwar viel, draußen war es aber immernoch apokalyptisch kalt. Nach
dem Unterricht sind Philipp und ich mit dem Rad in eine der Mensen
gefahren und danach haben wir uns bei ihm verkrochen,
Weihnachtsplätzchen gegessen, die Anne, Philipps Schwester, ihm
geschickt hat. Danke Anne, dass es so massig viele waren/sind, dass
Philipp keine Wahl hat, als sie mit mir zu teilen!
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| Weihnachtsplätzchen und Spekulatius :) |
Wir
gammelten also bei Philipp im Bett rum, guckten Simpsons und
schlossen das kalte Wetter aus. Scheiße nur, dass ausnahmslos alle
Fenster hier undicht sind und es somit immer ziemlich reinzieht.
Witzig auch ist, dass das Wohnheim so liegt, dass Philipps Zimmer,
welches nach Norden zeigt, NIE, wirklich NIEMALS Sonne abbekomt und
es ergo total kalt bei ihm ist. Bei mir allerdings, wo mein Zimmer
nach Süden zeigt, scheint die Sonne von Sonnenauf- bis
Sonnenuntergang ununterbrochen ins Zimmer. Klingt toll im Winter,
aber die Sache ist ja die, dass die Heizungen hier ja auch noch
ständig an sind und ich meine nicht ausdrehen kann. Das heißt, dass
während hier draußen ständig -5°C +- sind, sind bei mir im Zimmer
dafür gleich mal +30°C. Das ist echt scheiße und ich muss sogar
manchmal bei derart niedrigen Außentemperaturen in meinem Zimmer die
Klimaanlage anmachen, damit es hier drin kälter wird. Dieses Gebäude
ist nicht so klug gebaut – überall undicht und scheiße platziert.
Naja, jedenfalls haben wir uns dann noch um die Flüge gekümmert,
die wir nach Guilin nehmen müssen. Das hatten wir bis zu dem Tag
nämlich noch nicht gemacht. Da wir Mittwoch früh hin- und Sonntag
Abend zurückfliegen wollten, mussten wir leider 100 Yuan
draufzahlen, aber das war dann letztlich auch egal. Insgesamt zahlten
wir pro Person 177€ für den Hin- und Rückflug.
Später
am Nachmittag habe ich mich mit Jindi bei ihr auf dem Campus
getroffen. Sie hatte am Donnerstag und Freitag (04.+05.12.) ihre
Deutsch-B1-Niveau-Prüfung und wollte dafür mit mir noch ein wenig
lernen/üben. Wir gönnten uns ein wenig Tee/Kaffee, aßen Plätzchen
die uns der kleine Philipp netterweise mitgegeben hat und gingen
zusammen ihre Prüfungssimulationen durch. Witzig irgendwie, wenn man
jemandem erklären soll, wie man denn „dazu“ benutzt, oder wann
man „mitnehmen“ und wann man „mitbringen“ sagt oder sonst
was. Fragen, die sich kein deutscher Muttersprachler jemals wird
stellen müssen. Und dann wird es kompliziert. Aber ich denke, dass
ich ihr immer eine gute Begründung dafür geben konnte, warum ich es
denn so gesagt habe, wie ich es gesagt habe. Wir verweilten dort bis
abends und machten uns danach kurz auf in eine der Mensen auf ihrem
Campus.
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| lernen und Snacks schnabulieren, schön schön :) |
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| Jindis Deutsch-Übungsheft. in dessen Innenseite: Leipziiig! |
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| Philipps Gaben <3 |
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| Jindis Deutsch-Notizbuch. Sätze, die sie aus diversen Filmen rausgeschrieben hat. einige davon sind einfach zu köstlich :'D :* |
Nachdem
wir dort fertig waren, suchten wir uns innerhalb eines der
Unterrichtsgebäude einen Raum zum weiterlernen. Da allerdings alles
voll war, endeten wir schließlich in einem Raum, der entweder der
Haupthörsaal, oder die Veranstaltungshalle der Uni war. Auch okay.
Dort bauten Männer jedenfalls gerade eine Art Bühnenbild für eine
dort wohl bald anstehende Veranstaltung aud und Jindi und ich übten
einfach dort weiter bis es Zeit war, zu gehen. Doch nicht, ohne die
Chance genutzt zu haben, noch ein paar mehr Bilder zu machen! :D
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| der Saal, in dem Jindi und ich am Ende lernen waren - schick schick |
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| Cheeeeeeeeeeeese! |
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| Jindi post geil hinter dem Pult :D |
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| und nochmal Cheeeeeeeeeeeeeeeeeese! |
Danach
kämpfte ich mich durch die einschneidende Kälte und kam mit tauben
Beinchen in meinem supergemütlichen 25°C-Zimmer an und schwitzte
mich in die Nacht.
Am
Mittwoch war eigentlich nichts groß los. Der Unterricht war okay und
nachdem ich Mittag gegessen habe, hab ich mich alleine mal
rausgegeben und mich durch die Todeskälte gekämpft, um mir endlich
mal Stiefel zu besorgen. H&M hatte 50% Rabatt und da ich keine
mehr im Internet kaufen will und auf den Schwarzmärkten gab es auch
nix, also blieb ja sonst nicht viel übrig. Nachdem mir der Wind 25
Minuten die Tränen in die Augen getrieben hat, kam ich an, kaufte
mir einfach die einzigen Schuhe, die es in der 44 gab und eilte
schnell schnell wieder heim in die Wärme. Den gesamten restlichen
Tag verbrachte ich damit, in meinem Bett zu lesen und das 1. der 3
Hunger Gamer Bücher fast zu Ende zu lesen und mir was zu Essen aus
der Mensa nebenan zu holen.
TAG
102 Donnerstag 04.12.2014
Donnerstag
war ich nach dem Unterricht mal zur Abwechslung mit Philipp essen.
Und zur Abwechslung hab ich mich dann später mal mit Jindi
getroffen. Ist ja auch scheiß langweilig immer dasselbe zu machen,
ne?
Jindi
hatte an dem Donnerstag ihre Prüfung in Lesen, Hören, Schreiben und
meinte es war „nicht so gut“. Hmmm, schade. Mal sehen, wie es
ausgehen wird. Wir suchten erst nach einem geeigneten Café zum
Weiterlernen, als dann aber nichts greifbares mit Platz in der Nähe
war, sind wir einfach zu mir aufs Zimmer gegangen. Die Leute die hier
unten an der Rezeption arbeiten rumoren bestimmt schon darüber, ob
sie meine Freundin ist. Das denken hier sehr schnell sehr viele.
Immer dreht es sich um Freund/Freundin. Aber okay, sollen sie denken.
Wir gingen jedenfalls hoch in mein Zimmer und übten noch ein
Weilchen, ich erklärte ihr ein paar Sätze und während sie mich
immer nach der passenden deutschen Vokabel fragte, fragte ich nach
der passenden chinesischen – die perfekte Sprachpartnerschaft halt.
Wir übten und übten und übten und dann irgendwann machten wir uns
wieder auf den Weg nach unten und sind dann mit Philipp unten nebenan
im Circles Essen gewesen. Es gab Bruscetta (schreibt man das so?
Keine Ahnung..) und den allseits beliebten Veggieburger. Dabei wurden
mal wieder Bilder gemacht. Heutiger Schwerpunkt: Mützen und Schals.
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| HAAALLOOOOOOOOOO! |
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| Philipp mit Jindis Mütze, die er unwissend verkehrt herum trug... heiß heiß heiß. :D:D |
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| mein neuer Schal und Philipps neue Mütze - unwissend kauften wir die beiden Teile eines Sets, wie uns dann auffliel :D |
Danach
machte Jindi sich auf den Weg nach Hause und Philipp und ich hatten
noch eine weitere Verabredung.
Wir
trafen uns gegen um 7 mit Li Ke 李珂,
Yu Yan und Cheng Xueying 程雪莹
(die
große, hübsche, die an ihrem Geburtstag mit uns zu dem
Vergnügungspark gefahren ist) am Mingdelou 明德楼,
dem Hauptgebäude der Uni und wollten dort am Abend dem Chor der Uni
hören, bei dem auch Rose (ist ihr engl. Name, eigentlich heißt sie
Rou Zhi) mitgesungen hat. Die Plätze waren recht gut und die Sänger
in der 1. Hälfte wunderschön dezent und edel eingekleidet. Das
erste Lied das gesungen wurde, war „O Fortuna“ von Carl Orff, was
ich schon unfassbar geil fand. Generell war es schön, mal Chinesen
etwas klassisches oder zeitloses singen zu hören und nicht immer
diese immergleichen Liebesschnulzen. Die ganze Veranstaltung war
wirklich toll und es wurden die Klassiker aus „König der Löwen“
und „Les Miserables“ gesungen, darüber auch klassische
chinesische Lieder und auch die Perlen der Mongolei, Tibets und der
Mandschurei wurden gesungen, eine sehr sehr schöne
Veranstaltung!
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| Li Ke, Philipp und ich :) |
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| der Chor, wirklich sehr schön anzusehen. für "O Fortuna" waren die Trommeln noch aufgestellt wurden |
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| teilweise sangen nur die Frauen - schön anzuhören |
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| in der 2. Hälfte wurde es etwas mehr casual :P |
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| Schlusspose! |
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| alle stürmten wie immer am Ende auf die Bühne und beglückwünschten die Teilnehmer |
Nachdem
die Show ein Ende hatte, haben wir noch auf Rose gewartet, um ihr
fürs Singen zu gratulieren und um erst mal ein paar Bilder auf der
Bühne zu machen. Die hab ich aber nie gesehen. Nach all dem Trubel
wollten die anderen mit uns dann noch in ein Restaurant gehen, wo man
sich so einzelne Räume nehmen kann. Da zahlt man zwar meistens viel
Geld für, aber manchmal, wie dort, reicht es, wenn man pro Person
mindestens 25 Yuan zahlt. Das war okay. Wir haben uns dort alle was
zu trinken bestellt, die anderen holten sich sowas wie chinesischen
Flammkuchen und dann „mieteten“ wir uns ein UNO-Spiel. Ich sagte
ja, dass das alle toll finden. Xueying erklärte den anderen nochmal
kurz die Regeln und dnan verbrachten wir die folgenden Stunden damit
zu spielen und Spaß zu haben.
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| UNO! |
Auf
dem Heimweg konnte man mal wieder viele viele Sterne sehen, was hier
echt ein Phänomen ist und dann, nachdem die Mädels heim sind,
machten Philipp und ich uns auf dem Heimweg. Da es schon weit nach 12
war, mussten wir uns unten in der Lobby wieder in das
„Verspätungs-Heft“ eintragen. Muss man immer, wenn man nach 12
heimkommt. Ist theoretisch nicht so ganz erlaubt, aber das mit dem in
die Liste Eintragen reicht wohl auch aus. Ich schreib als Grund
„跟中国人一起玩UNO“
(mit Chinesen UNO gespielt), das fand der Mann der unten Wache schob
sehr umüsant.
TAG
103 Freitag 05.12.2014
und TAG 104
Samstag 06.12.2014
Am
Freitag kam Stefan mal wieder zu Besuch. Er und Philipp, die ja ein
Vollstipendium vom DAAD bekommen haben, nehmen/nahmen dieses
Wochenende an einer Veranstaltung teil, die den Stipendiaten gewidmet
ist. Dort gab es Workshops für interessante Themen, Empfangsessen
und massig Austauschmöglichkeiten mit den Stipendiaten in anderen
Städten Chinas, einen Brunch und auch kleine Ausflüge in die
Verbotene Stadt, den Tian'anmen-Platz oder in die Hutongs, die
typisch chinesischen Kleingassen. Da das Programm erst Freitag Abend
losging, nutze Stefan wieder mal die Gelegenheit um eher zu kommen
und um vorher mit uns noch den (Nach-)Mittag zu verbringen. Ich traf
mich nach der Uni dann mit Philipp, Anna, Stefan und Jindi am Osttor
unserer Uni und wir gingen ins Jiaozi-Restaurant. Dort haben wir
schön ausgiebig gegessen und sind danach in ein Café neben unserem
Wohnheim gegangen und haben uns dort noch ein bisschen unterhalten
und was gespielt. UNO. Überraschend.
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| nochmal UNO! |
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| Stefan und ich - ich finde ja, er sieht sonst noch etwas besser aus als auf dem Bild aber naja :D |
Nachdem
es um 3 geworden war, musste Jindi sich verabschieden. Sie flog am
Samstag früh ja nach Xiamen und wird danach keine Zeit mehr haben,
nach Beijing zu kommen, bevor sie nach Deutschland geht. Sie
verabschiedete sich von Philipp, Anna und Stefan und ich bin dann
noch mit ihr zur Bushaltestelle gegangen. Als Abschiedsgeschenk habe
ich ihr ein Bild von mir geschenkt und Lele 乐乐
mitgegeben.
Lele ist ein kleines, blaues, ziemlich hässliches Plüschtier, das
ich damals in Nanjing bekommen habe und das mit Taotao 淘淘
(das
Johanna hat) eines der beiden Maskottchen einer Grundschule dort war.
Auch wenn ich irgendwie sehr an diesem hässlichen Andenken hing, gab
ich es ihr mit, dass sie immer ein Andenken von mir hat. Und somit
sieht Lele auch mal was von der Welt. Wenn Jindi und ich uns in 7
Monaten in Deutschland wiedersehen, können wir den Besitzer wieder
wechseln. Wir gingen also unseren aller allerletzten gemeinsamen Weg
in China und dann, als wir uns tatsächlich sehr rührend
verabschiedet haben und ich sie im Bus wegfahren sah, musste ich mir
echt das Weinen verkneifen. Jindi war unbestreitbar meine beste
chinesische Freundin hier geworden und nun ist sie weg. Und genauso
schlimm die Tatsache, dass Jingning oder Lanxi, die ebenfalls gute
Bekannte von mir geworden sind, leider ungefähr gar keine Zeit mehr
haben und ich die beiden mittlerweile vielleicht 1, höchstens 2 Mal
im Monat sehe. Ab jetzt wird es wirklich schwer, was mit Chinesen zu
machen und ich habe ein bisschen Angst, dass mich das in meinen
Sprachkenntnissen zurückwerfen wird. Aber erstmal war ich einfach
nur traurig, dass ich jetzt schon diesen Abschiedsschmerz fühlen
musste, den ich unweigerlich auch bekommen werde, wenn ich China
wieder verlassen muss. Ich ging alleine zurück zu dem Café in dem
die anderen noch waren und nachdem ich mich wieder halbwegs gefasst
habe, redeten wir wieder weiter, bis Stefan gegen 4 los musste. Die
Stipendiaten haben die An- und Rückreise bezahlt bekommen und sind
auch alle kostenlos in einem Hotel untergebracht wurden. Philipp
natürlich nicht, da er ja hier wohnt. Wir gingen dann also nach
Hause und nachdem ich bei Philipp noch ein Weilchen meine Trauer über
den „Verlust“ von Jindi und Lele herausgelassen habe, machte ich
mich hoch in mein Zimmer. Komisch, dass man tatsächlich auch so
einem Plüschtier hängen kann, aber auch an Gegengständen können
ja Gefühle und Emotionen und Erinnerungen hängen. Naja, ich kann ja
jetzt nichts mehr dagegen machen und so habe ich den gesamen Abend
damit verbracht, den Blogtext zu schreiben und mir Essen von nebenan
zu holen.
Am
Samstag war Nikolaus-Tag. Aber leider hat mir niemand was vor die Tür
gelegt. Schade… :(
Der
Samstag war an sich ziemlich lame. Ich hatte gar nichts vor, es hatte
gar niemand Zeit (wie ja bereits ahnte) und da ich nichts besseres zu
tun hatte, verbrachte ich meinen tag damit, aufzuwaschen, Wäsche zu
waschen, Blogtext zu schreiben, mein Buch weiterzulesen, einzukaufen,
Geld abzuheben, ein paar Hausaufgaben zu machen und Vokabeln zu
lernen. Ende dieses Auslandsjahres muss ich HSK 5 ablegen und
bestehen. HSK heißt 汉语水平考试
(Hanyu
Shuiping
Kaoshi)
und bedeutet so viel wie Chinesisch-Niveau-Test. HSK 6 ist die
höchste Stufe und hat einen Wortschaft von über 5000 Zeichen, HSK 5
ist somit die 2. höchste und der Wortschatz beläuft sich auf
ungefähr 2500. So weit über 1000 müsste ich schon kennen/können.
Da sollte ich langsam mal mit Lernen anfangen.
Jaaaa,
mehr lief an dem Tag nicht.
So.
Das wars auch schon wieder. Da die nächsten Tage durch die kleine
Reise wohl wieder etwas berichtsintensiver werden, wollte ich
definitiv nochmal davor bloggen, damit es nicht wieder so endlos lang
wird. Ich hoffe, es hat euch ein weiteres Mal gefallen und die
Texte/Bilder waren schön. :)
Liebe Grüße und eine dicke Umarmung an alle – euer Thomas! :*















































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