Freitag, 5. Dezember 2014

Hallo mal wieder!


Schon wieder gingen 2 Wochen ins Land und auch wenn ich weiß, dass mittlerweile nicht mehr allzu viele meinen Blog regelmäßig lesen, bin ich nach wie vor gewillt, weiterzuschreiben, da einige ja immernoch großes Interesse zu haben scheinen und für mich ist es ja wie gesagt eine tolle Art und Weise, dieses Jahr in meinen Erinnerungen zu halten. Also machen wir gleich mal weiter!
Stehen geblieben war ich bei dem Montag, den 24.11., also setze ich an dem 25. mal wieder an.


TAG 93 Dienstag 25.11.2014 bis TAG 95 Donnerstag 27.11.2014

Die meisten Tage waren alle wenig bis semi-ereignisreich, so dass ich es a) noch schaffen sollte zu bloggen, bevor die spannenden Tage wieder losgehen und der Blogeintrag dann b) wieder so ewig lang wird, was ich doch schon gerne in Zukunft verhindern wöllte.
Also Am Dienstag hab ich meine letzte Prüfung wiederbekommen, 听力 (Hören) und das Ewrgebnis der Prüfung war dann schon ein wenig zufreidenstellender. Fast perfekt kann man es nennen, denn ich hatte süße 99%, dafür durfte der Kurs auch einnal ganz peinlich 2. Klasse-like für den kleinen Thomas klatschen und zur Belohnung bekam ich ein Geschenk von Lehrerin Barbie. Zu sehen hier:
random Selfie mit Xiaobin, die im Unterricht immer hinter mir sitzt - süß, wa?

das wunderschöne Geschenk von Barbie für die beste Prüfung! :D

Schick, wa? :D Ist wohl ein Armband, das sie vielleicht sogar selbst gemacht hat? Ich weiß es nicht. Es ist für meine Hand (glücklicherweise zu klein und somit habe ich wenigstens ein lustiges Souvenier bekommen. Dann, nach dem Unterricht habe ich meinen Moster-Blogeintrag veröffentlicht und mit Philipp Hausaufgaben gamacht, was alles in allem etwa bis Abends um 6 gedauert hat. Danach durfte sich Philipp noch weitere 2 Stunden mit mir und meinen Handyproblemen rumschlagen. Wir schafften es zwar, einen dt. VPN-Client auf das Handy zu bekommen, den europ. Appstore kann ich aber nicht bekommen. Schau'n wir mal, ob es dann zurück in Deutschland geht. Abends, weil wir keinen Bock hatten, rauszugehen, gab es ein weiteres Mal PIZZA. Dieses mal war sie sogar gut. Arschteuer, superdünn, aber gut.

Am Mittwoch, den 26. habe ich mich mit Lanxi verabredet und wollte mit ihr zusammen eine ihrer Vorlesungen besuchen. Auf Chinesisch. Was für ne Schnapsidee. Es ging um Beijings verbotene Stadt und dessen alte und moderne Geschichte. Sagte sie mir zumindest, verstanden habe ich nämlich absolut gar nichts. Der Dozent, ein junger Typ in typisch chinesischer Alltagskleidung (Adidas-Jogginghose, Adidas-Jacke und Turnschuhen – keine Ahnung, warum jeder 2. in China so rumläuft), redete einfach so schnell, dass es mir nicht möglich war, ihn zu verstehen. Außerdem hat er mega genuschelt. Aber okay, jetzt hab ich das auch mal gesehen – check. 

hier auch mal ein Bild von Lanxi und mir bei ihrer Vorlesung :)

Später an dem Tage habe ich mal wieder ein paar Stündchen mit Jana telefoniert. Wir redeten über ihre Reise zum 黄山 (Huangshan, wörtl. „gelber Berg“), die mit schönste Natursehenswürdigkeit des gesamten Landes, über meine Reise zu Johanna und über eventuelle Reisen. Jana wird zwar Weihnachten nicht zu uns nach Beijing kommen (da sie lieber in den Süden zu Julian wollte und Weihnachten am Strand verbirngen wollte), aber da sie einen Tag nach mir Geburtstag hat, dachten wir schon von Anfang an, dass wir den eigentlich auch zusammen feiern können. Und das werden wir auch. Der genaure Reiseplan stand an dem Tag noch nicht fest (werde ich nachher noch „erzählen“), aber ich kann nochmal sagen: es geht nach Taiwan 台湾!
Später war ich noch mit Philipp und einer unserer japanischen Klassenkameradinnen im Jiaozi-Restaurant (wird einfach nicht langweilig dort). Dort wurde Naifan (oder Naho, ihr japan. Name) von einer Bande betrunkener Männer mittleren Alters und offensichtlich nicht-städtischer Herkunft angequatscht, ob wir (Philipp und ich) denn auch Chinesisch können oder sowas in der Art. Die Männer checkten erst dann, dass die auch keine Chinesin ist und dann empfohlen sie uns einfach irgendwelche Speisen. Witzig irgendwie. Nachdem wir wieder mal dasselbe geile Zeug gespeist hatten, ging es heim und dann passierte wenig aufregendes.

Am Donnerstag war ich mit Philipp Mittagessen und ich erzählte ihm von meinen Reiseplänen mit Jana. Ursprünglich stand noch auf dem Plan, dass ich Jana Mitte Dezember mal in Nanjing 南京besuchen komme, aber auch wenn ich Jana liebe und sie unglaublich gerne wiedersehen würde muss ich doch sagen, dass ich lieber Orte bereisen würde, in denen ich einfach noch nicht war. In Nanjing war ich ja 2013 schon einige Tage und da meine Zeit/mein Geld ja nicht endlos ist/sind, kam der Gedanke auf, Mitte Dezember doch eher einen anderen Ort zu bereisen. Ich teilte dies Jana mit und glücklicherweise verstand sie das auch offenbar sehr gut. Ich wollte mit ihr zusammen nach Hangzhou 杭州 reisen, eine unglaublich schöne Stadt mit einem großen See ganz in der Nähe von Nanjing, doch da Jana wie gesagt Ende Dezember schon woanders hin reist und letztens erst reisen war, lehnte sie es ab, mitzukommen. Dann hab ich Philipp gefragt und der war gleich voll mit dabei. Zwar hatten wir uns da noch nicht entschieden, wohin genau wir denn nun fahren/fliegen wollen, aber wir werden verreisen.
Nachmittag habe ich mich dann nochmal mit Jindi getroffen und wir sind in ein Café bei mir auf dem Campus gegangen. Ich habe ja schon erzählt, dass Jindi seit ein paar Monaten Deutsch lernt und am 06.12. wird sie dann nach Xiamen 厦门 in den Süden fliegen (bzw. ist mittlerweile schon geflogen), dort ein paar Tage Urlaub machen, dann für mehrere Wochen in ihre Heimat nach 大连 fliegen (da, wo Philipp während den APEC-Ferien hingefahren ist) und am 02.01. wird sie dann nach Deutschland fliegen, einige Monate Deutschintensivkurse in Berlin belegen und danach in Deutschland anfangen, ihren Master zu machen. Das heißt unsere gemeinsame Zeit in China läuft langsam aus. Wir haben uns also in den folgenden Tagen noch recht oft getroffen. Also wieder zurück, wir sind in ein Café bei mir gegangen, sie hat mich ein bisschen in die Kunst des Chinesenhandy-bedienens eingewiesen und nachdem wir uns dort länger unterhalten haben, machten wir uns auf zum Abendprogramm: KINO.
auf dem Weg zum Kino trafen wir Anna und
Hyun Soo, die ich daraufhin ein bisschen
herumgetragen habe... witzig!
Wir fuhren mit der U-Bahn irgendwohin und während wir unterwegs waren, fiel mir auf, dass der Ort, den wir auf dem Weg zum Kino passiert haben, ganz besonders für mich war. Es war ganz genau der Ort, der aller aller erste (überirdische, innerstädtische) Ort, den ich in Beijing betreten habe. An meinem aller ersten Tag bin ich ja mit meinem Gepäck an der U-Bahn-Haltestelle Jishuitan 积水潭 angekommen (auf dem Weg zum Hostel) und das war ja sozusagen der erste Ort in der Stadt, den ich hier in meinem Auslandsjahr betreten habe. Nachdem ich dann nach 3 Tagen zu Philipp und Stefan gezogen bin, war ich nie wieder dort und auch, wenn es nicht sonderlich aufregend klingt, war es doch irgendwie toll und aufregend, wieder dort zu sein. Dort, wo auf Beijings Straßen herumlaufen noch ein unbegreifbares Abenteuer war und dort, wo meine aller aller ersten eigenen Eindrücke von Chinas Hauptstadt geform wurden. Dort, wo ich noch mit kurzer Hose und Muscleshirt schweißgebadet und aufgeregt die ersten Male die chaotischen Straßen überquert habe. Schwer zu beschreibendes, aber schönes Gefühl gewesen.
Wir gingen danach jedenfalls in Kino, ein eher kleines, weniger kommerzgetränktes Kino und zahlten dankbare 15 Yuan. Der Film war Black Swan und mal wieder sowohl ekelhaft, als auch spannend. Nachdem der Film sein Ende fand, ging es dann mit der U-Bahn Richtung Heimat und wir verabschiedeten uns.


TAG 96 Freitag 28.11.2014 und TAG 97 Samstag 29.11.2014

Am Freitag haben wir nach dem Unterricht den Geburtstag von Qiaoben Hui vorgefeiert. Qiaoben, deren eigentlicher Name Megumi ist, ist die andere Japanerin unseres Kurses und Naifan bat uns letztens beim Essen, nach dem Unterricht am Freitag noch kurz zu bleiben und mit den anderen ein bisschen Kuchen zu essen. In Deutschland „bringt es ja Unglück“, wenn man jemandem vorher schon zum Geburtstag gratuliert oder sogar vorher feiert, ohne wenigstens reinzufeiern. Naifan fand das höchst interessant, bekräftigte aber, dass es so einen Glauben in Japan überhaupt gar nicht gibt und dass das auch gar nicht ihre Absicht sei. Süß. Wer könnte das auch bei den unendlich höflichen und freundlichen Japanern denken? Jedenfalls freute sich Megumi unheimlich über die kleine Überraschung und war super dankbar, dass einige von uns nach dem Unterricht blieben und mit ihr zusammen „ein bisschen gefeiert“ haben. Wie das halt so ist, haben alle massig Bilder davon gemacht und da ich die selber ziemlich geil finde, gibt es hier einige davon zu sehen:

Xiaobin rastet bei Selfies irgendwie
immer so aus :D

sehen wir nciht glüpcklich aus? :)




das Geburtstagskind <3

v.l.n.r.: ich, Joaquin (aus Argentinien), Enshuai, Qiaoben, Philipp, Naifan, Xiaobin und Robert (Armenien)
sind fast alle aus dem Kurs, bzw. der "Kern"
irgendwie hat sich der kleine Streit, den Xiaobin und ich einst hatten, von selbst beigelegt und nun ist wieder alles witzig :P


Nachdem der Wahnsinn ein Ende hatte, machten sich alle auf dem Heimweg und ich holte mir kurz was zu Essen. Am Nachmittag habe ich mich mal wieder mit Jindi und Philipp getroffen. Heute stand UNO auf dem Plan. Das Spiel, von dem ich gar nicht wusste, dass es in China bekannt ist, ist ungefähr eines der beliebtesten Spiele hier. Zwar können es nicht alle, aber jeder kennt es und da ich Jindi letztens Maumau beigebracht habe und sie wohl auf den Geschmack gekommen ist, hat sich gleich eins gekauft und dann haben wir bei mir ein bisschen zu dritt auf dem Bett gesessen und gespielt. Das war sehr schön und ganz heimelich, auch mal daheim etwas zu machen, vorallem mit Chinesen/einer Chinesin. Man ist ja immer so unterwegs und auch wenn es technisch gesehen nicht anstrengend ist, sind doch solche daheim-rumhäng-Verabredungen auch mal ne nette Abwechslung. 

UNOOO!

Jindi und Miffy - so schöön!

Nachdem wir fertig damit waren, lummerten wir noch eine Weile auf meinen beiden Betten herum, die dadurch, dass ich sie zusammengestellt habe, eine einladend große Liege- und Herumchillfläche boten und haben uns ein bisschen über No-Gos in Deutschland und China unterhalten, die wir bzw. sie dann in Deutschland beachten muss. Ein simples Beispiel ist z.B. folgendes: Chinesen schreiben, wenn sie auf dem Handy oder am PC chatten und sich verabschieden am Ende gerne eine 88. Das mag dem China-unwissenden Deutschen sehr komisch und schlimm vorkommen, heißt aber in China nichts anderes als „Tschau!“. Das kommt daher, dass „tschüssi“, „tschau“ usw. auf chinesisch beispielsweise 拜拜 (baibai) heißen kann. Die 8 entsteht dadurch, dass das bai von 拜拜 in der Aussprache sehr stark der Ausprache der Zahl 8 (ba) ähnelt und so wird halt aus baibai baba und schließlich eine 88. Sollte sie also in Deutschland vorsichtig benutzen. Ja, solche wie ich finde sehr interessanten Sachen haben wir dann noch ein wenig besprochen und danach ging es in ein Jiaozi-Restaurant. Doch dieses mal nicht in der übliche, sondern in eins, in dem wir in den Zeiten, wo Frau Drinhausen und Frau Schatz am Anfang des Semesters noch da gewesen waren, öfters gegangen sind. Dort aßen wir uns schön satt, quatschten noch weiter und dann ging es mal wieder nach Hause und nach einem entspannten und ereignislosen Abend ins Bettchen.

Am Samstag ging es früh raus. Denn. Wir. Gingen. Auf. Einen. WEIHNACHTSMARKT! Einen deutschen (!!) Weihnachtsmarkt. Die deutsche Botschaft in Beijing veranstaltet jedes Jahr an einem Samstag in der Vorweihnachtszeit einen Charity-Weihnachtsmarkt, dessen gesamte Einnahmen an gute Zwecke gespendet werden. Da wir gehört haben, dass diese Veranstaltung so krass beliebt ist, dass man, wenn man später als Vormittag kommt, stundenlang anstehen muss und dann vielleicht noch ein paar Reste abbekommt, haben wir uns darauf geeinigt, schon so gegen um 10-11 dort zu sein. Wir (Philipp, Jindi, Weilin, Li Ke und ich) trafen uns mit einigen Freunden von Weilin und ungefähr allen Deutschen Auslandsstudenten der Renda (außer Anna, der war das zu früh und es wohl nicht wert, dahinzugehen) und machten uns gemeinsam auf den Weg zur Botschaft. Dabei war auch ein Chinese, der fließend Chinesisch sprechen konnte, aber in Deutschland aufgewachsen ist und studiert hat, jetzt wieder hier in China ist um weiterzustudieren und um Chinesisch lesen und schreiben zu lernen, denn das kann er gar nicht. Als ich mich dann auf Deutsch mit ihm unterhalten habe, war ich die ganze Zeit total verwirrt, denn ich habe in meinem Leben noch keinen Chinesen getroffen, der so perfektes Deutsch redet, aber wenn man dort aufwächst ist das ja klar. Trotzdem, hier in China ist ein Chinese, der so deutsch redet einfach komisch. Und es klang halt auch null ausländisch, die Art, wie er redet. Vielleicht vergleichbar mit Anna, die ja aber auch in Deutschland geboren wurde. War jedenfalls lustig.
So, wir kamen an, reihten uns ein und mussten aber nur wenige Minuten warten, da wir eben schon ziemlich früh da waren. Als wir dann rein durften, war es wirklich der Himmel. Zwar wwaren trotzdem noch überall Chinesen zu sehen und Chinesisch zu hören und es war viel viel voller als auf deutschen Weihnachtsmärkten, aber dennoch war es, als wäre man kurz wieder daheim in Deutschland. Überall hörte man Deutsch, überall sah man Deutsche, überall erkannte man deutsche Gesten, Verhaltensweisen und Umgangsarten. Und – was natürlich 1000 mal besser war – es gab genau das, was man sich gewünscht hatte: Glühwein, Plätzchen, kandierte Mandeln und allerlei Deutsches. Der gesamte Markt wurde von Deutschen betrieben, die entweder in der oder für die Botschaft arbeiteten, oder von Familienangehörigen dieser Personen. Der Glühwein war köstlich und fast schon besser als die, die ich in Deutschland getrunken habe. Daneben verkaufte ein Stand Unmengen an Haribo-Süßigkeiten, denn so Fruchtgummi gibt es in China eigentlich nicht wirklich, ist aber ein sehr beliebtes Importprodukt. Nachdem wir uns für 50 Yuan eine Tasse Glühwein (20 Yuan Pfand, aber die Tasse hab ich natürlich mitgenommen, wie man das halt so macht) und ich mir für weitere 50 Yuan 5 Tüchen verschiedenster Haribo-Sorten gekauft habe, ging es weiter. Wir kauften uns Brezeln und Berliner/Pfannkuchen, bestaunten Lebkuchenhäuser, lauschten einem christlichen Gebet und dt. Weihnachtsliedern, durchstöberten den 2. Hand Buchstand und genossen einfach nur die wirklich authentische Atmosphäre. Dann, am Ende fand ich die größte Freude: einen Stand, der massig deutschen Kuchen verkaufte. Doch das beste DARAN war auch noch, dass es Stollen gab! Richtigen, geilen, nach Omas Rezept selbstgemachten Stollen. Mit Rosinen und Puderzucker und etwas hart und einfach nur toll. Jindi fand den Stollen glaub ich weniger toll, da Chinesen ja eher nur weiches Brot kennen und Schwarzbrot ist denen ja auch zu hart. Nicht so wild, blieb mehr für mich, haha!
Die anderen (wir teilten uns logischerweise in der Menge auf und dann waren Weilin, Jindi, Li Ke, Philipp und ich wieder zusammen unterwegs) holten sich noch eine Runde Glühwein, wir standen dann noch eine Weile an der Ecke, redeten und gingen dann wieder. Es war bereits Mittagszeit und als wir das Gelände der Botschaft verließen, stellten wir fest, dass die Schlange bereits einmal komplett um die Botschaft herum ging, also die Schlange da aufhörte, wo sie anfing. Gut, dass wir so früh kamen!

Anstehen 1.0

Anstehen 2.0

und drinnen sind wir - so schöööön!

und hier gab es den Glühwein :)

Prost!


Lebkuchenhäuschen <3
 


suuuper lecker, der Stollen!!

zwar untypisch für Weihnachtsmärkte, aber immerhin
deutsch... :P






























Danach hab ich mich ziemlich elend gefühlt. Vielleicht hätte ich auch nicht unbedingt um 11 Vormittag Alkohol trinken und vorher keinen Bissen Essen sollen. Das gab böses Kopfweh. Außerdem kam die Tatsache noch hinzu, dass unbetreitbar der Winter in Beijing begonnen hat. Seit einigen Tagen sind die Temperaturen ständig um 0°C herum und seit diesem Samstag auch jeden Tag immer zwischen -10°C und +5°C. Das war ein wirklich kurzer, kurzer Herbst. Naja. Jedenfalls war ich ein bisschen k.o. Nach em Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, aber es nützt ja nix - das Leben muss weitergehen! Wir 5 machten uns danach auf den Weg nach Wudaokou 五道口 und begaben uns dann in ein Restaurant namens „The Tree“ und aßen dort Pizza, für die das Restaurant wohl in der ganzen Stadt und/bzw. Ausländerszene recht bekannt sein soll. Die Pizza war preislich in Ordnung (ich esse übrigens ganz schön viel Pizza hier fällt mir gerade auf, aber bei all dem asiatischen Essen muss ich wohl mittlerweile auch öfters mal zum Westlichen zurück) und nachdem wir fertig waren, ging es weiter. Die anderen wollten (Obacht) ins Kino. Mal wieder. Erst monatelang gar nicht und jetzt in den letzten 2 Wochen ungefähr 5 Mal. Aber okay, ich mag Kino. Wir gingen in das nächst gelegene Kino und wählten den Film „Fury“, ein Hollywood-Film über den 2. Weltkrieg, bei dem Brad Pitt (omg, schriebt man den so? Egal) einen totalen Klischee-Ami spielt, der eben mit anderen Klische-Ammis in Deutschland gegen die Nazis kämpft. Der Film war an sich nicht schlecht, hat mich aber durch seine Eindringlichkeit irgendwie versrtört und da ich Kriegsfilme sowieso nicht sonderlich mag, war ich nach dem Film total niedergeschlagen. Wer weiß warum. Nachdem wir uns mit 10 Milliarden anderen Chinesen aus dem Kinosaal-Türchen herausgepresst haben, ging es dann auch fix mit der U-Bahn (13 Haltestellen, 50 Minuten) nach Hause auf den Campus und danach war außer im Bett liegen, lesen und Musik hören nichts mehr los.


TAG 98 Sonntag 30.11.2014 und TAG 99 Montag 01.12.2014

Am Sonntag haben sich dann meine kommenden Reisepläne größtenteils vervollständigt. Erst hab ich mit Caro wegen Taiwan geskypt, da sie ja in Taibei 台北, Taiwans Hauptstadt ihr Auslandsjahr verbringt und somit unser Host/Ansprechspartner ist. Und natürlich wollen wir sie nicht nur zur Informations- und Unterkunftsquelle ausnutzen, sondern sie besuchen. Also jedenfalls habe ich erst mit Caro wegen dem Besuch geskypt und dann später mit Jana telefoniert, um die Pläne weiterzugeben, dabei haben sich dann noch weitere Ideen gebildet und mehr oder midner gefestigt. Nachdem das getan war, redete ich noch ein Weilchen mit Philipp über die andere Reise, die jetzt im Dezember anzustehen hat. Der Plan für die folgenden 2 Reisen sieht wie folgt aus:

Plan Nummer 1: Am 10.12. werden Philipp und cih von Beijing nach Guilin 桂林 fliegen und von dort weitere 80 km nach Süden in das Naturgebiet Yangshuo 阳朔 fahren. Yangshuo (ich habe zur Untermalung ein paar Bilder aus dem Web eingefügt) ist ebenfalls eines der schönsten Naturgebiete des Landes und durch die Berge und den dadurch fließenden Fluss ein super tolles Urlaubsziel. 

Beispielbild Yangshuo, traumhaft schön, oder?

zur Orientierung: nord-östlich Beijing, süd-westlich davon ist Xi'an (1200 km entfernt), wo ich letztens war und fast ganz im
Süden befindet sich Yangshuo (ca. 2000 km entfernt)

Beispielbild Nummer 2

So toll, dass es (wie nur 5 Orte in China) auf der Rückseite eines Geldscheines zu sehen ist. Auf dem 1 Yuan-Schein zB. Befindet sich der oben bereits erwähnte große See in Hangzhou, auf dem 5 Yuan-Schein das Huangshan-Gebirge wenn ich mich nicht irre und auf dem 20 Yuan-Schein eben das: das Yangshuo-Gebirge.

Rückseite 20 Yuan-Schein - die Yangshuo Berge :):)

Ich wollte unbedingt mal aus einer Stadt und vorallem aus dem Smog raus und kontinuierlich saubere Luft atmen. Wir haben uns ein Hostel ziemlich abgeschieden von allem gemietet und können dort durch den überall vorhandenen Wald wandern, uns tagelang die kleinen Ortschaften zwischen den Bergen ansehen, die Ruhe und frische Luft genießen und mal die Hektik und Naturlosigkeit der chinesischen Großstädte verlassen. Wir fliegen also am Mittwoch, den 10.12. frühs um 7 los, müssen also schon so um 2 aufstehen und uns ein Taxi zum Flughafen nehmen, aber das ist schon okay. Der Flug ist direkt und dauert keine 4 Stunden, danach gucken wir uns Guilin kurz an und machen dann von da aus nach Yangshuo. Man kann für teuer Geld den Fluss entlang nach Yangshuo runterfahren und dabei die atemberaubenden Berge besichtigen. Wir wissen noch nicht so ganz, ob wir das machen, aber ihr werdet es erfahren. An sonsten haben wir geplant, Sonntag Abend, am 14.12. wieder zurück nach Beijing zu fiegen. Was wir in den Tagen steht noch aus, aber es gibt eine Art gigantische Show auf/zwischen/mit diesen Bergen, die wohl mehrere Hundert Darsteller einbezieht, bei der die Berge im Hintergrund künstlerisch beleuchtet werden. Genaueres weiß ich nicht, aber es soll unsagbar schön sein. Ich freeeeeu mich drauf!
Und hier Plan Nummer 2: Meine Semester-/Winterferien beginnen am 16.01. und am 25.01. werde ich von Beijing und Jana von Nanjing aus nach Taibei fliegen. Dort treffen wir uns dann mit Caro und nächtigen gemeinsam in ihrem Wohnheim, da das wohl einfach geht. Da Caro zu der Zeit keine Ferien hat (Taiwan regelt das wohl anders?), wollen Jana und ich die ersten Tage unter der Woche dazu nutzen, die Nord-, Ost- und Südküste um Taibei heruzm zu besichtigen. Taibei liegt ganz im Norden der Insel und somit ist es imemr nicht sonderlich weit bis zum Meer – endlich Strand und Meer! Auch wenn es dann Ende Januar ist, aber immerhin Meer. An meinem und Janas Geburtstag (Do. und Fr.), sowie am folgenden Wochenende wollen wir beide die Zeit mit Caro verbringen, unsere Geburtstage feiern und uns an dem Wochenende von Caro die Stadt zeigen lassen, Party machen und und und. Dann, am Montag danach ist geplant ein paar Tage relativ planlos durch Taiwan zu reisen. Für mich alleine wäre das gar nichts, aber da Jana das immer so macht und ich ja einfach nicht alleine bin, ist das vollkommen okay. Caro will uns ein paar schöne Orte empfehlen (wie z.B. eine Schlucht in der Mitte der Insel o.ä.) und dann amchen wir einfach ein paar Tage durch die Insel und erkunden. Am Donnerstag/Freitag wollen Jana und ich dann nach Xiamen 厦门 fliegen/mit dem Boot fahren. Xiamen ist ebenfalls eine extrem schöne Stadt. Sehr wohlhabend hab ich gehört und direkt am Meer liegend. Auch dort studiert eine unsere Komillitoninnen und vielleicht kann sie uns das eine oder andere zeigen. Sollte sie nicht da sein, werden wir uns die wundervolle Stadt selber ansehen. Nachdem das Wochenende dort verbracht wurde, will Jana am Montag, den 08.02. mit dem Zug nach Nanjing zurück und ich werde nach Beijing zurückfliegen. Wer interessiert daran ist, herauszufinden, wie Taiwan/Taibei oder Xiamen aussehen, der kann ja bei Google oderso einfach mal nachschauen – lohnt sich! ;)

Ja, das sind die Pläne. Ich für meinen Teil finde es ganz gut. Anna erzählte mir letztens, dass sie wohl vorhabe, in den ersten 2 Ferienwochen 6 oder 7 Städte/Orte (Haerbing, Shanghai, Suzhou, Taibei, Hong Kong, Xiamen, …) zu besichtigen und damit sieht sie sicher mehr, aber ich finde ich ziemlich blöd, jeden 2 Tag in einer anderen Stadt zu sein, fix Bilder von allem berühmten zu machen und dann weiter zum nächsten zu reisen, aber das ist eben die asiatische Art zu reisen. Hin, Selfie mit was-auch-immer-hier-berühmt-ist machen, weg zum nächsten. Ich freue mich jedenfalls super darauf, Taibei/Taiwan mit Jana zusammen zu erkunden und vorher mit Philipp und unglaubliche Natur in Yangshuo zu genießen! :)

Weiter im Text. Sonntag herrschte unglaublich starker Wind in der Stadt. Wind, der Glastüren hat zerspringen lassen, der die Luft auf süße -8° heruntergekühlt hat, aber dafür die Luft völlig saubergeweht hat. Die folgenden Tage war der AQI in Beijing ununterbrochen unter 50, die Luftqualität also perfekt. Dafür war es halt aber total kalt und ich weiß jetzt, was die Chinesen meinten mit „der Winter ist okay, aber wenn mal Wind weht, fühlt man sich, wie als würden einen Messer ins Gesicht und durch die Beine schneiden“. Wirklich schlimm, und da ich Kleidungsmäßig noch nicht bereit dafür war, musste ich schnell was kaufen!
Aber erstmal hatte ich am Montag meine 2. 阅读考试 (Lese-Prüfung), da wir ja, weil einige letztes Mal nicht wussten, dass wir unsere Wörterbücher benutzen können, 2 Versuche hatten. Die Prüfung an sich war leichter als vorher, aber was ich jetzt nun habe, kann ich noch nicht sagen. Ist auch nicht so wichtig. Mittags habe ich mich dann mit Philipp und Yu Yan 雨嫣 zum Essen verabredet und wir sind mal in ein anderes Restaurant auf dem Campus gegangen. War okay. Wir haben uns bisschen über Städte unterhalten, die sie schon so bereist hat und dann hat sich sich noch niedlich darüber ausgelassen, dass sie keinen Freund hat. Wir gingen dann irgendwann Richtung Wohnheim zurück und Philipp und ich machten uns mal wieder raus aus dem Campus, um ein paar Wintersachen zu suchen. Dabei fuhren wir wieder in dieses chinesiche Schwarzmarkt-Kaufhaus, wo ich auch damals meine Jacke gekauft habe. Vorher waren wir zwar ncoh woanders, aber da wir dort keine Ahnung hatten, wo was ist, haben wir es gelassen und sind dort hin gefahren. In dem Kaufhaft (in dem es damals ja diese verstörend schlimmen Schaufensterpuppen gab), fanden Philipp und ich unterwegs noch einen kleinen Freund. Bitte begrüßt den Bär mit dem verschobenen Kopf!


hässlich, aber süß
BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄR









Köstlich amüsiert haben wir beide uns über den Abblick des Bärens. Irgendwie war das einfach falsch, als hätte man den Kopf versucht, zusammenzuquetschen. Naja, ich jedenfalls habe in dem Kaufhaft eine (wirklich totalst notwendige) lange Unterhose und eine passable Mütze für insgesamt 70 Yuan gefunden und Philipp, der dort nichts fand, angelte sich eine super geile Russenmütze im H&M. Als das getan war, gönnten wir uns noch schön international einen Schwarztee mit Milch (ich) und einen Espresso (Filib) und machten uns danach auf den Heimweg. Schuhe hab ich auch gesucht, aber nicht gefunden. Daheim war dann im Bett rumwuseln, lesen und schlafen angesagt.


TAG 100 Dienstag 02.12.2014 und TAG 101 Mittwoch 03.12.2014

Einhundert Tage. So lange bin ich schon hier (gewesen). In etwa 1/3 meiner Zeit hier in Beijing ist bereits um und ich frage mich: WAS? So schnell? Aber ja, so schnell. Ich fange gerade erst an, mich hier einzuleben uns alles normaler und normaler zu finden. Zum Glück muss ich noch nicht zurück und habe hier noch ein ganzes Stückchen zeit vor mir.
Der Tag begann superdupertodeskalt mit -10°C.
k-k-k-k-kaaaaaaaalt
Das war wirklich weniger schön. Die lange Unterhose und Mütze halfen zwar viel, draußen war es aber immernoch apokalyptisch kalt. Nach dem Unterricht sind Philipp und ich mit dem Rad in eine der Mensen gefahren und danach haben wir uns bei ihm verkrochen, Weihnachtsplätzchen gegessen, die Anne, Philipps Schwester, ihm geschickt hat. Danke Anne, dass es so massig viele waren/sind, dass Philipp keine Wahl hat, als sie mit mir zu teilen! 
 
Weihnachtsplätzchen und Spekulatius :)

Wir gammelten also bei Philipp im Bett rum, guckten Simpsons und schlossen das kalte Wetter aus. Scheiße nur, dass ausnahmslos alle Fenster hier undicht sind und es somit immer ziemlich reinzieht. Witzig auch ist, dass das Wohnheim so liegt, dass Philipps Zimmer, welches nach Norden zeigt, NIE, wirklich NIEMALS Sonne abbekomt und es ergo total kalt bei ihm ist. Bei mir allerdings, wo mein Zimmer nach Süden zeigt, scheint die Sonne von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ununterbrochen ins Zimmer. Klingt toll im Winter, aber die Sache ist ja die, dass die Heizungen hier ja auch noch ständig an sind und ich meine nicht ausdrehen kann. Das heißt, dass während hier draußen ständig -5°C +- sind, sind bei mir im Zimmer dafür gleich mal +30°C. Das ist echt scheiße und ich muss sogar manchmal bei derart niedrigen Außentemperaturen in meinem Zimmer die Klimaanlage anmachen, damit es hier drin kälter wird. Dieses Gebäude ist nicht so klug gebaut – überall undicht und scheiße platziert. Naja, jedenfalls haben wir uns dann noch um die Flüge gekümmert, die wir nach Guilin nehmen müssen. Das hatten wir bis zu dem Tag nämlich noch nicht gemacht. Da wir Mittwoch früh hin- und Sonntag Abend zurückfliegen wollten, mussten wir leider 100 Yuan draufzahlen, aber das war dann letztlich auch egal. Insgesamt zahlten wir pro Person 177€ für den Hin- und Rückflug.
Später am Nachmittag habe ich mich mit Jindi bei ihr auf dem Campus getroffen. Sie hatte am Donnerstag und Freitag (04.+05.12.) ihre Deutsch-B1-Niveau-Prüfung und wollte dafür mit mir noch ein wenig lernen/üben. Wir gönnten uns ein wenig Tee/Kaffee, aßen Plätzchen die uns der kleine Philipp netterweise mitgegeben hat und gingen zusammen ihre Prüfungssimulationen durch. Witzig irgendwie, wenn man jemandem erklären soll, wie man denn „dazu“ benutzt, oder wann man „mitnehmen“ und wann man „mitbringen“ sagt oder sonst was. Fragen, die sich kein deutscher Muttersprachler jemals wird stellen müssen. Und dann wird es kompliziert. Aber ich denke, dass ich ihr immer eine gute Begründung dafür geben konnte, warum ich es denn so gesagt habe, wie ich es gesagt habe. Wir verweilten dort bis abends und machten uns danach kurz auf in eine der Mensen auf ihrem Campus.

lernen und Snacks schnabulieren, schön schön :)

Jindis Deutsch-Übungsheft. in dessen Innenseite: Leipziiig!

Philipps Gaben <3

Jindis Deutsch-Notizbuch. Sätze, die sie aus diversen Filmen rausgeschrieben hat.
einige davon sind einfach zu köstlich :'D :*

Nachdem wir dort fertig waren, suchten wir uns innerhalb eines der Unterrichtsgebäude einen Raum zum weiterlernen. Da allerdings alles voll war, endeten wir schließlich in einem Raum, der entweder der Haupthörsaal, oder die Veranstaltungshalle der Uni war. Auch okay. Dort bauten Männer jedenfalls gerade eine Art Bühnenbild für eine dort wohl bald anstehende Veranstaltung aud und Jindi und ich übten einfach dort weiter bis es Zeit war, zu gehen. Doch nicht, ohne die Chance genutzt zu haben, noch ein paar mehr Bilder zu machen! :D

der Saal, in dem Jindi und ich am Ende lernen waren - schick schick

Cheeeeeeeeeeeese!

Jindi post geil hinter dem Pult :D

und nochmal Cheeeeeeeeeeeeeeeeeese!


Danach kämpfte ich mich durch die einschneidende Kälte und kam mit tauben Beinchen in meinem supergemütlichen 25°C-Zimmer an und schwitzte mich in die Nacht.

Am Mittwoch war eigentlich nichts groß los. Der Unterricht war okay und nachdem ich Mittag gegessen habe, hab ich mich alleine mal rausgegeben und mich durch die Todeskälte gekämpft, um mir endlich mal Stiefel zu besorgen. H&M hatte 50% Rabatt und da ich keine mehr im Internet kaufen will und auf den Schwarzmärkten gab es auch nix, also blieb ja sonst nicht viel übrig. Nachdem mir der Wind 25 Minuten die Tränen in die Augen getrieben hat, kam ich an, kaufte mir einfach die einzigen Schuhe, die es in der 44 gab und eilte schnell schnell wieder heim in die Wärme. Den gesamten restlichen Tag verbrachte ich damit, in meinem Bett zu lesen und das 1. der 3 Hunger Gamer Bücher fast zu Ende zu lesen und mir was zu Essen aus der Mensa nebenan zu holen.


TAG 102 Donnerstag 04.12.2014

Donnerstag war ich nach dem Unterricht mal zur Abwechslung mit Philipp essen. Und zur Abwechslung hab ich mich dann später mal mit Jindi getroffen. Ist ja auch scheiß langweilig immer dasselbe zu machen, ne?

Jindi hatte an dem Donnerstag ihre Prüfung in Lesen, Hören, Schreiben und meinte es war „nicht so gut“. Hmmm, schade. Mal sehen, wie es ausgehen wird. Wir suchten erst nach einem geeigneten Café zum Weiterlernen, als dann aber nichts greifbares mit Platz in der Nähe war, sind wir einfach zu mir aufs Zimmer gegangen. Die Leute die hier unten an der Rezeption arbeiten rumoren bestimmt schon darüber, ob sie meine Freundin ist. Das denken hier sehr schnell sehr viele. Immer dreht es sich um Freund/Freundin. Aber okay, sollen sie denken. Wir gingen jedenfalls hoch in mein Zimmer und übten noch ein Weilchen, ich erklärte ihr ein paar Sätze und während sie mich immer nach der passenden deutschen Vokabel fragte, fragte ich nach der passenden chinesischen – die perfekte Sprachpartnerschaft halt. Wir übten und übten und übten und dann irgendwann machten wir uns wieder auf den Weg nach unten und sind dann mit Philipp unten nebenan im Circles Essen gewesen. Es gab Bruscetta (schreibt man das so? Keine Ahnung..) und den allseits beliebten Veggieburger. Dabei wurden mal wieder Bilder gemacht. Heutiger Schwerpunkt: Mützen und Schals.
HAAALLOOOOOOOOOO!

Philipp mit Jindis Mütze, die er unwissend verkehrt herum trug...
heiß heiß heiß. :D:D

mein neuer Schal und Philipps neue Mütze -
unwissend kauften wir die beiden Teile eines
Sets, wie uns dann auffliel :D

Danach machte Jindi sich auf den Weg nach Hause und Philipp und ich hatten noch eine weitere Verabredung.
Wir trafen uns gegen um 7 mit Li Ke 李珂, Yu Yan und Cheng Xueying 程雪莹 (die große, hübsche, die an ihrem Geburtstag mit uns zu dem Vergnügungspark gefahren ist) am Mingdelou 明德楼, dem Hauptgebäude der Uni und wollten dort am Abend dem Chor der Uni hören, bei dem auch Rose (ist ihr engl. Name, eigentlich heißt sie Rou Zhi) mitgesungen hat. Die Plätze waren recht gut und die Sänger in der 1. Hälfte wunderschön dezent und edel eingekleidet. Das erste Lied das gesungen wurde, war „O Fortuna“ von Carl Orff, was ich schon unfassbar geil fand. Generell war es schön, mal Chinesen etwas klassisches oder zeitloses singen zu hören und nicht immer diese immergleichen Liebesschnulzen. Die ganze Veranstaltung war wirklich toll und es wurden die Klassiker aus „König der Löwen“ und „Les Miserables“ gesungen, darüber auch klassische chinesische Lieder und auch die Perlen der Mongolei, Tibets und der Mandschurei wurden gesungen, eine sehr sehr schöne Veranstaltung!

Li Ke, Philipp und ich :)

der Chor, wirklich sehr schön anzusehen. für "O Fortuna" waren die Trommeln
noch aufgestellt wurden


teilweise sangen nur die Frauen - schön anzuhören

in der 2. Hälfte wurde es etwas mehr casual :P

Schlusspose!

alle stürmten wie immer am Ende auf die Bühne und beglückwünschten die Teilnehmer

Nachdem die Show ein Ende hatte, haben wir noch auf Rose gewartet, um ihr fürs Singen zu gratulieren und um erst mal ein paar Bilder auf der Bühne zu machen. Die hab ich aber nie gesehen. Nach all dem Trubel wollten die anderen mit uns dann noch in ein Restaurant gehen, wo man sich so einzelne Räume nehmen kann. Da zahlt man zwar meistens viel Geld für, aber manchmal, wie dort, reicht es, wenn man pro Person mindestens 25 Yuan zahlt. Das war okay. Wir haben uns dort alle was zu trinken bestellt, die anderen holten sich sowas wie chinesischen Flammkuchen und dann „mieteten“ wir uns ein UNO-Spiel. Ich sagte ja, dass das alle toll finden. Xueying erklärte den anderen nochmal kurz die Regeln und dnan verbrachten wir die folgenden Stunden damit zu spielen und Spaß zu haben.

UNO!
Auf dem Heimweg konnte man mal wieder viele viele Sterne sehen, was hier echt ein Phänomen ist und dann, nachdem die Mädels heim sind, machten Philipp und ich uns auf dem Heimweg. Da es schon weit nach 12 war, mussten wir uns unten in der Lobby wieder in das „Verspätungs-Heft“ eintragen. Muss man immer, wenn man nach 12 heimkommt. Ist theoretisch nicht so ganz erlaubt, aber das mit dem in die Liste Eintragen reicht wohl auch aus. Ich schreib als Grund „跟中国人一起玩UNO“ (mit Chinesen UNO gespielt), das fand der Mann der unten Wache schob sehr umüsant.



TAG 103 Freitag 05.12.2014 und TAG 104 Samstag 06.12.2014

Am Freitag kam Stefan mal wieder zu Besuch. Er und Philipp, die ja ein Vollstipendium vom DAAD bekommen haben, nehmen/nahmen dieses Wochenende an einer Veranstaltung teil, die den Stipendiaten gewidmet ist. Dort gab es Workshops für interessante Themen, Empfangsessen und massig Austauschmöglichkeiten mit den Stipendiaten in anderen Städten Chinas, einen Brunch und auch kleine Ausflüge in die Verbotene Stadt, den Tian'anmen-Platz oder in die Hutongs, die typisch chinesischen Kleingassen. Da das Programm erst Freitag Abend losging, nutze Stefan wieder mal die Gelegenheit um eher zu kommen und um vorher mit uns noch den (Nach-)Mittag zu verbringen. Ich traf mich nach der Uni dann mit Philipp, Anna, Stefan und Jindi am Osttor unserer Uni und wir gingen ins Jiaozi-Restaurant. Dort haben wir schön ausgiebig gegessen und sind danach in ein Café neben unserem Wohnheim gegangen und haben uns dort noch ein bisschen unterhalten und was gespielt. UNO. Überraschend.

nochmal UNO!

Stefan und ich - ich finde ja, er sieht sonst noch etwas besser aus als auf dem Bild aber naja :D
Nachdem es um 3 geworden war, musste Jindi sich verabschieden. Sie flog am Samstag früh ja nach Xiamen und wird danach keine Zeit mehr haben, nach Beijing zu kommen, bevor sie nach Deutschland geht. Sie verabschiedete sich von Philipp, Anna und Stefan und ich bin dann noch mit ihr zur Bushaltestelle gegangen. Als Abschiedsgeschenk habe ich ihr ein Bild von mir geschenkt und Lele 乐乐 mitgegeben. Lele ist ein kleines, blaues, ziemlich hässliches Plüschtier, das ich damals in Nanjing bekommen habe und das mit Taotao 淘淘 (das Johanna hat) eines der beiden Maskottchen einer Grundschule dort war. Auch wenn ich irgendwie sehr an diesem hässlichen Andenken hing, gab ich es ihr mit, dass sie immer ein Andenken von mir hat. Und somit sieht Lele auch mal was von der Welt. Wenn Jindi und ich uns in 7 Monaten in Deutschland wiedersehen, können wir den Besitzer wieder wechseln. Wir gingen also unseren aller allerletzten gemeinsamen Weg in China und dann, als wir uns tatsächlich sehr rührend verabschiedet haben und ich sie im Bus wegfahren sah, musste ich mir echt das Weinen verkneifen. Jindi war unbestreitbar meine beste chinesische Freundin hier geworden und nun ist sie weg. Und genauso schlimm die Tatsache, dass Jingning oder Lanxi, die ebenfalls gute Bekannte von mir geworden sind, leider ungefähr gar keine Zeit mehr haben und ich die beiden mittlerweile vielleicht 1, höchstens 2 Mal im Monat sehe. Ab jetzt wird es wirklich schwer, was mit Chinesen zu machen und ich habe ein bisschen Angst, dass mich das in meinen Sprachkenntnissen zurückwerfen wird. Aber erstmal war ich einfach nur traurig, dass ich jetzt schon diesen Abschiedsschmerz fühlen musste, den ich unweigerlich auch bekommen werde, wenn ich China wieder verlassen muss. Ich ging alleine zurück zu dem Café in dem die anderen noch waren und nachdem ich mich wieder halbwegs gefasst habe, redeten wir wieder weiter, bis Stefan gegen 4 los musste. Die Stipendiaten haben die An- und Rückreise bezahlt bekommen und sind auch alle kostenlos in einem Hotel untergebracht wurden. Philipp natürlich nicht, da er ja hier wohnt. Wir gingen dann also nach Hause und nachdem ich bei Philipp noch ein Weilchen meine Trauer über den „Verlust“ von Jindi und Lele herausgelassen habe, machte ich mich hoch in mein Zimmer. Komisch, dass man tatsächlich auch so einem Plüschtier hängen kann, aber auch an Gegengständen können ja Gefühle und Emotionen und Erinnerungen hängen. Naja, ich kann ja jetzt nichts mehr dagegen machen und so habe ich den gesamen Abend damit verbracht, den Blogtext zu schreiben und mir Essen von nebenan zu holen.


Am Samstag war Nikolaus-Tag. Aber leider hat mir niemand was vor die Tür gelegt. Schade… :(
Der Samstag war an sich ziemlich lame. Ich hatte gar nichts vor, es hatte gar niemand Zeit (wie ja bereits ahnte) und da ich nichts besseres zu tun hatte, verbrachte ich meinen tag damit, aufzuwaschen, Wäsche zu waschen, Blogtext zu schreiben, mein Buch weiterzulesen, einzukaufen, Geld abzuheben, ein paar Hausaufgaben zu machen und Vokabeln zu lernen. Ende dieses Auslandsjahres muss ich HSK 5 ablegen und bestehen. HSK heißt 汉语水平考试 (Hanyu Shuiping Kaoshi) und bedeutet so viel wie Chinesisch-Niveau-Test. HSK 6 ist die höchste Stufe und hat einen Wortschaft von über 5000 Zeichen, HSK 5 ist somit die 2. höchste und der Wortschatz beläuft sich auf ungefähr 2500. So weit über 1000 müsste ich schon kennen/können. Da sollte ich langsam mal mit Lernen anfangen.
Jaaaa, mehr lief an dem Tag nicht.




So. Das wars auch schon wieder. Da die nächsten Tage durch die kleine Reise wohl wieder etwas berichtsintensiver werden, wollte ich definitiv nochmal davor bloggen, damit es nicht wieder so endlos lang wird. Ich hoffe, es hat euch ein weiteres Mal gefallen und die Texte/Bilder waren schön. :)

Liebe Grüße und eine dicke Umarmung an alle – euer Thomas! :*

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