Freitag, 5. Juni 2015

Hallöchen mal wieder! :)

Nachdem ich den letzten Eintrag veröffentlich hatte überfielen mich mal wieder 7 faule Tage und ich konnte mich nicht dazu aufringen, mit dem Bloggen nazufangen. Jedes Mal ist das der schwerste Teil von allen. Also das letzte Mal schaffte ich es ja, fast anderthalb Monate zusammenzufassen und hörte direkt vor meiner Reise nach Hong Kong (chin. Xianggang 香港; heißt so viel wie „duftender Hafen“) auf und da ich natürlich wenig davon rauslassen möchte, würde ich den Urlaub zum einzigen Thema dieses Eintrages machen. Fangen wir also an.


TAG 1 Freitag 24.04.2015

Wir beendeten am Freitag unsere Jingdu-Prüfung und machten uns danach direkt auf den Weg. Die kommenden 11 Stunden waren wir nur unterwegs. Erst erwarteten uns 45 Minuten U-Bahn, dann 30 Minuten Bus, dann mussten wir 30 Minuten laufen. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich immer vom „Beijing Capital International Airport“ geflogen, da dieser der größte Chinas ist. Peking allerdings hat (was ich bis zum Buchen der Flugtickets nicht wusste) noch einen kleineren Flughafen ganz weit im Süden der Stadt. Da die Flüge nach Shenzhen 深圳 von dem Flughafen aus billiger waren, mussten wir also zu dem. Der Flughafen zah auf den ersten Blick ziemlich verfallen aus. Also nicht verfallen, aber wenn man die ganz großen internationalen gewohnt ist und Flugangst hat, achtet man auf alles und wird von allem beunruhigt. Übrigens nicht wundern, dass wir nach Shenzhen fliegen. Shenzhen ist eine recht große Stadt ganz im Süden von China und von Shenzhen aus konnte man sehr einfach nach Hong Kong fahren, denn Hong Kong ist zum Teil noch mit dem Festland China verbunden und so sparte man gleoichzeitig noch viel Geld, denn von China aus direkt nach Hong Kong zu fliegen wäre bedeutend teurer gewesen. Ist wie mit Taiwan, die Sonderverwaltungszonen sind da etwas spezieller.
Also, wir erreichten den Flughafen, ich war mittlerweile mal wieder völlig am Boden mit meinen Nerven und irgendwann gegen halb, um 1 rum flogen wir dann los. Wieder konnte ich mir ein paar Tränen der Angst nicht verkneifen. Man sollte meinen, dass es mit meiner Flugangst besser werden würde, ich bin in dem knappen Jahr bis jetzt schon weit mehr als 10 Mal geflogen, doch es wird nicht besser. Ebenfalls toll war, dass das Flugzeug wie auch damals von meiner Heimreise von Xiamen nach Peking eine Zwischenlandung machen musste um aufzutanken und um alte Passagiere aus- bzw. neue einsteigen lassen zu können. Ich versuchte mich krampfhaft zu entspannen oder zu schlafen. Erfolglos natürlich. Gegen 17 Uhr glaub ich erreichten wir endlich den Flughafen von Shenzhen und als ich das Flugzeug überglücklich verlassen habe, bekam ich einen immensen Schlag ins Gesicht. Das Wetter in Peking war zu der Zeit bereits so um die 27 bis 29 Grad, da Pekings Luft aber so trocken wie Sand ist (haha), fühlt sich das Wetter bedeutend milder an. In Shenzhen bzw. überall im Süden Chinas herrschten eigentlich ähnliche Temperaturen. So um die 30 Grad +- waren an dem Tag. Allerdings war die Luftfeuchtigkeit so bei 80 %, was einem das Gefühl gab, man hätte gerade eine Sauna betreten. Es war also unbeschreiblich schwül und drückend und warm und vol und hektisch und ich war mal wieder super gelaunt. Philipp auch.
Johanna war von ein paar Wochen ebenfalls mal in Hong Kong und auch sie flog erst nach Shenzhen und ist dann mit dem öfentlichen Nahverkehr nach Hong Kong gefahren. Ich rief sie also vorher an und ließ mir erklären, wie man denn nun nach HK kommen kann. Nachdem wir uns am Flughafen mit lecker ekelhaften Fastfood Pommes vollstopften (gab ja sonst nix), machten wir uns also weiter auf den Weg. Erst ging es mit dem Bus bis zu einer nahegelegenen U-Bahn-Haltestelle und dort mussten wir dann einmal komplett durch die gesamte Stadt fahren. 28 Haltestellen, 8 Yuan und knapp 2 weitere Stunden Fahrt waren das. Wir kamen dann irgendwann am Ende der Linie an und stiegen aus. Nachdem wir kurz in Shenzhen waren, fanden wir den Grenzübergang nach HK und stellten uns an. Und wie es eben so ist, dauerte auch das noch mal knapp 2 Stunden. Ich freute mich schon, in meinem tollen Resiepass nun einen Einreisestempel von Hong Kong zu bekommen, doch alles, was es gab, war ein beknackter kleiner Zettel, den sie hineinlegten. Schade, schade. Wir überquerten die Grenze und als wir dann schließlich in Hong Kong ankamen, tauschten wir erstmal all unser Geld in Hong Kong Dollar um und besorgten uns die sog. „Octopus Card“, mit der man ungefähr alles bezahlen konnte. Die Fähren, die U-Bahn, Busse, Eintrittspreise, ja sogar beim 7/11 oder in anderen Läden konnte man damit zahlen. Sehr praktikabel und ein nettes Andenken. Wir verbrachten die kommenden 2 Stunden nochmal damit, mit der Hong Konger U-Bahn quer durch den Teil zu fahren, der noch mit dem Festland verbunden war. Gegen um 10 Uhr abends kamen wir letztlich im Hostel an. Es war unbeschreiblich warm und alles drückte. Außerdem (wie vielleicht einige hier nicht wissen) ist Hong Kong global bekannt für eine enge Bebauung und Wohnsituation. In HK leben sehr sehr viele Menschen, allerdings ist räumlich gesehen nicht genug Platz für alle und deshalb wird in HK normalerweise alles sehr eng und sehr hoch gebaut. So sind Wohnhäuser gerne mal 45 + Stockwerke hoch, alle Busse und Bahnen sind doppelstöckig (natürlich spielt da auch der brit. Einfluss mit rein, HK war bis 1977 britische Kolonie) und die Wohnungen sind erbärmlich klein. Wohnen ist in HK also ein echtes Problem, aber für den Urlaub würde das ja vollkommen okay sein. Wir kamen also völlig verschwitzt an und uns wurde das Zimmer gezeigt. Um es realistischer zu beschreiben, sollte man es eher großes Bad mit Bett bezeichnen, denn Bad und „Schlafzimmer“ waren durch eine durchsichtige Glaswand halb getrennt, es gab kein einziges Fenster und Bad und Zimmer waren zusammen vielleicht 3 x 2,5 m groß. Ziemlich beschissen, vorallem bei der Hitze. Als ersten stellten wir die Klimaanlage auf 24 Grad und duschten so gut es ging. Später gingen wir nochmal hinaus, sahen uns ein wenig in der Umgebung um, endeten aber damit, dass wir einfach nur Essen beim Inder geholt und uns dann im Zimmer den Bauch vollgeschlagen haben. Wir waren sehr sehr erschöpft und wollten an dem Tag dann nichts mehr groß unternehmen.


Flugzeug nach Shenzhen 深圳

hier das einzige Bild das ich von/in Shenzhen gemacht habe

und hier die Überraschung des Tages: SMILEGUMMI :D

hier das winzige Zimmerchin ohne Fenster


hier mal zu Beginn eine Karte von Hong Kong:
Im Norden befinden sich die New Terretories, die mit dem Festland China verbunden sind. Süd-östlich davon ist Kowloon, welches mit der südlich gelegenen HK Island das Zentrum bildet. Im Zentrum von Kowloon hatten wir unser Hostel. Lantau Island und Lamma Island (ganz im Süden) gehören auch noch dazu und sind bekannt für üppige Natur und weite Strände.



TAG 2 Samstag 25.04.2015

In diesem Zimmer aufzustehen war die reinste Hölle. Ohne Fenster und ohne Licht denkt man egal zu welcher Zeit, es sei mitten in der Nacht und so war es besonders unangenehm, als der Wecker uns um 9 rausklingelte. Wir schafften es dennoch halbwegs und gegen um 11 machten wir uns dann auf den Weg. Einen genauen Plan hatten wir nicht, aber wir wollten zuerstmal ins etwaige Zentrum nach Kowloon. Nach einer kurzen U-Bahn-Fahrt erreichten wir auch unser Ziel, doch bevor wir uns die weltbekannte Skyline der HK Insel anschauten, gingen wir erstmal wieder ins Landesinnere und suchten anch Essen. Und wir fanden: EINEN DÖNERLADEN. Wir wussten, dass es in HK endlich mal wieder westliches Essen geben würde, abr wir konnten es dennoch fast nicht glauben. Wir gönnten uns türkischen Kaffe und einen Döner mit Falaffel. So schön, endlich mal wieder etwas anderes essen zu können, als immer nur Chinesisch. Nachdem wir fertig waren, gingen wir also zum Hafen und sahen uns die überwältigende Skyline an, die sich uns am anderen Ufer bot. Leider war es noch ein klein wenig versmoggt und durch die Hitze und das Meer waren auch eine Menge Dunst und Nebel mit dabei. Die meisten Bilder der kommenden 10 tage sehen vielleicht nicht danach aus, aber das Wetter dort war wirklich unerträglich heiß und schwül. Wir sahen uns dort eine Weile um, machten schöne Bilder von allem möglichen und liefen einfach den Hafen entlang. Dort trafen wir dann auch auf den sog. „Avenue of the Stars“, der asiatischen Version vom Walk of Fame. Überall konnte die Stars von Hong Kong sehen, leider aber kannte ich niemanden. Außer Bruce Lee und Jackie Chan, die beide aus HK kommen. Wir streiften ein bisschen dort herum, machten Bilder Bilder Bilder und zogen dann weiter. Nachdem wir uns nach dem Zurücklaufen noch eine gute Stunde am Ufer aufhielten und die wirkliche schöne Stimmung und Aussicht genossen, beschlossen wir, mit der ultrabilligen Fähre (3 Dollar = 35 ct.) von Kowloon rüber auf Hong Kong Island zu fahren uns uns dort ein wenig umzusehen. Der Ausblick auf die immer gigantischer werdenden Hochhäuser war wirklich überwältigend und man konnte sich einfach nicht sattsehen. Ich war ununterbrochen am Staunen und versuchte, so viel wir möglich so gut wie möglich mit der kamera einzufangen. Ich schoss an dem Tag glaub ich weit über 200 Bilder. Wir liefen herum, nahmen all die Eindrück in uns auf und fanden am Ufer sogar einen von Wolkenkratzern umgebenen Park. Kaum zu glauben – ein Park mit echter Wiese zum Hinlegen und Entspannen. Wie sehr ich die Parks in Leipzig vermisse und umso schöner dann, dass wir einen in HK fanden. Wir ruhten uns im Schatten aus und ich erinnerte mich endlich wieder an das Gefühl, in Gras zu liegen. Bis meine Gräserallergie wieder zuschlug und ich mich ebenso erinnerte, dass ich ohne Handtuch nicht im Gras liegen sollte. Naja. Wir zogen also weiter und begaben uns ins Innere der Wolkenkratzerinsel. Wir schlenderten einfach nur so herum und liefen ohne genaues Ziel. Irgendwann entdeckten wir, dass an einer großen Kreuzung auf den Fußwegen daneben lauter Zelte aufgestellt wurden waren und wir wollten uns mal ansehen, was da los sein könnte.
Wir stellten fest, dass es eine Aktion der „Regenschirmbewegung“ („Yellow Umbrella Movement“) war. Zum historischen Kontext der Bewegung: Hong Kong ist ein politisch vom Festland China abgegrenzter Teil der allerdings immer noch dem Festland gehört. HK ist wie auch Taiwan und Macau (süd-westl. von HK) sogesehen ein Teil von China, bewirtschaftet und regiert sich allerdings selbst. Die Frage, ob HK nun Teil von China oder ein eigenständiges Land ist, würden euch Festlandchinesen und Kantonesen („Hongkonger“) unterschiedlich beantworten. Ebenso sagen auch Taiwaner, sie seien ein Land und nicht Teil von China. Ganz schlimm ist es auch, wenn man Taiwaner als Chinesen bezeichnet, denn das sind sie nicht. Das finden Taiwaner regelrecht rassistisch. Das aber mal nur dazu. Um zurück zu der Regenschirmbewegung zu kommen: Pekings Regierung (Sitz der Kommunistischen Partei Chinas und somit Sitz der gesamten Regierung Chinas) hat letztes Jahr beschlossen, dass die Vorsitzenden der KPCh alle Personen vorgeben können, die dann in HK für die dort amtierenden Ämter zur Verfügung stehen würden. Um es leichter zu sagen: Peking gibt den Kantonesen vor, wen sie in HK wählen können und da die Kommunistische Partei eben eine kommunistische Partei ist, gibt sie HK sozusagen nur noch Mao-treue Kommunistien zur Wahl und HK rebelliert seitdem gegen Chinas Regierung. Der gelbe Regenschirm wurde zum Symbol der Bewegung und ist mittlerweile ein zutiefst verbotenes Emblem in China geworden. Sympathisanten und Anhänger der Gruppe, die Bilder mit dem gelben Regenschirm oder eine gelben Schleife (ebenfalls Symbol) machen oder veröffentlichen oder die Symbole öffentlich tragen werden meistens verhaftet und wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses weggesperrt. Hong Kong hat also einen ziemlichen Hass auf Peking und die meisten Pekinger und jeden 4. Samstag im Monat veranstalten die Leute dort noch kleinere Demonstrationen und amchen auf die drohende politische Einschränkung aufmerksam. Wir unterhielten uns ein wenig mit den Leuten und hörten uns an, was sie zu sagen hatten. Und aus Überwachungs- und Sicherheitsgründen lass ich den Rest mal weg.
Wir liefen also nach einer Weile weiter, verließen die Informationsstände und gingen weiter ins Innere der Insel. Wir streiften umher und entdeckten die supercoole Doppeldeckerstraßenbahn, die wir dann kurzerhand auch nahmen. Wir setzten uns oben ganz voprne hin und spürten den Wind während wir durch die Häuserschluchten fuhren. Wir fuhren nahe des Hafens bis ganz in den Osten der Insel und liefen dann einen Teil wieder zurück. Irgendwann fanden wir die in HK relativ bekannten „Mid-Level-Elevator“, was sowas wie Rolltreppen sind, die einfach nur nach oben fahren. Die HK Insel ist die ersten paar 100 Meter noch eben, da wo all die Hochhäuser stehen, doch dann geht es straff bergauf und die Straßn bekommen eine Neigung von bis zu 1:8 und da man das nicht gerade gerne hochläuft, gibt es eben diese Rolltreppen. Wir hatten wie imemr keine Ahnung, was man dort oben machen konnte und so kam es, dass wir, nachdem wir das Ende der Rolltrepen erreichten, einfach wieder hinunterliefen und uns dabei ein paar Ecken genauer ansahen. Es gab kleine Märkte, viele indische, italiensiche, deutsche, amerikanische und andere internatinale Restaurants und wie überall massenhaft unheimlich hohe Gebäude, egal ob Büro- oder Wohnhaus. Wir stiefelten weiter herum und beschlossen gegen um 7, einfach mal wieder Richtung Hafen zu laufen. Wir gingen einfach weiter bergab und sahen u, wie um uns herum all die schönen Lichter angingen. Nachdem wir eine knappe Stunde gelaufen sind, erreichten wir den Hafen und nahmen danach die Fähre wieder zurück zum Ufer von Kowloon. Jeden Abend um 8 gibt es eine Art Lichtershow, bei der einige der Wolkenkratzer auf der HK Insel mitmachten und da es zeitlich passte, stellten wir uns mit massenhaft anderen Leuten ans Ufer uns sahen uns die kleine Show an. Nichts wirklich Besonderes, aber nett anzusehen war es dennoch.
So gegen halb 9 machten wir uns dann wieder auf den Heimweg und nachdem wir uns im Zimmer nochml kurz ausgeruht und einige unserer Bilder aussortiert hatten, gingen wir noch einmal raus um uns Essen zu holen. Wir streiften also nochmal weitere 60 Minuten umher und als ich dachte, ich müsste mir meine Füße ahacken weil sie so schmerzten, fanden wir einen anderen Inder, wo wir köstlichen Spinat mir Käse und Reis hatten. Als wir satt waren, ging es wieder zurück ins Hostel und ich schrieb ein wenig Reisetagebuch. Gegen um 12 ging es dann ins Bett.


lecker lecker Kebaaaaaaaaaaaaab <3

erste Blicke auf die Straßen von HK

Hong Kong Island

:)


der alt-europäische Glockenturm direkt am Hafen

Avenue of the Stars

Avenue of the Stars 2.0

BRUCE LEE

JACKIE CHAN

Pingu ist auch mal wieder mit dabei :P





Ankunft auf HK Island

und nochmal Pingu!

endlich mal wieder Park mit echter Wiese und blauem Himmel :)

hier zu sehen die tolle Doppeldeckerstraßenbahn ;)


Paaaaaaark

die Straßen von HK Island


Mid-Level-Elevator

hier das Bank of China (Hong Kong) Gebäude

einer der Türme während der Lichtershow abends um 8 :D
Lichtershow

HK Island Skyline bei Nacht - traumhaft :)






TAG 3 Sonntag 26.04.2015

Am Sonntag schafften wir es wieder nicht vor 11 das Zimmer zu verlassen, da es uns durch die endlose Dunkelheit im Zimmer nicht gerade aus dem Bett zog. Unser erstes Ziel war ein kleines Fischerdorf an der Ostküste von Kowloon. Wir schleppten uns durch die Massen bis zur U-Bahn und fuhren eine knappe halbe Stunde, dann mussten wir noch einen Bus nehmen, doch da das Bussystem in den äußeren Bezirken von HK nicht gerade toll entwickelt ist (und weil wir keine Ahnung hatten, wo wir warten sollten, denn der Linksverkehr hat mich total aus der Bahn geworfen), mussten wir nachfragen. Das Problem war aber, dass in Hong Kong ja alle Kantonesisch bzw. Guangdonghua 广东话 sprechen. Guangdong ist eine Provinz ganz im Süden Chinas und grenzt direkt an das Staatsgebiet von Hong Kong. In HK und Guangdong spricht man also Kantonesisch, was zwar genauso wie Chinesisch und Taiwanesisch auf denselben Schriftzeichen basiert, letzten Endes aber eine vollkommen andere Sprache ist. Wie auch Taiwanesisch. In Taiwan allerdings sprechen die Leute jedoch zusätzlich Chinesisch, in HK spricht man eigentlich nur Kantonesisch und manche Englisch. Außerhalb vom Zentrum sprechen aber alle eigentlich nur Kantonesisch und da ich das nicht kann und Englisch und Chinesisch relativ nutzlos waren, war es schwer nach dem Weg zu fragen. Es dauerte knapp eine Stunde bis wir herausfanden, wo es langgeht, denn irgendwann fand ich jemanden, der halbwegs verständliches Hochchinesisch konnte. Wir mussten ironischerweise ganze 15 Minuten Richtung Meer laufen, das Internet sagte und jedoch, wir müssen 15 Minuten Bus fahren, weshalb wir die Optionen Laufen bei dem Wetter ausgeschlossen hatten. Nun ja, die folgenden 3 Stunden verbrachten wir damit, durch das abgelegene Fischerdorf und dessen Umgebung zu schlendern. Erst durch all die Stände, die sich gassenartig durch die kleinen Häuser schlängelten und dort konnten wir ein paar wirklich unheimliche Fischarten begutachten. HK lebt vom Fischhandel, denn die tropische See ist ungeheuer artenreich und Asiaten lieben es halt, alles zu essen, was sich irgendwie bewegt..
Zwar war es sehr sehr interessant, sich die gigantischen Krebse und bunten Fische anzusehen, als einem dann aber mehr und mehr klar wurde, dass die Tiere eigenlich nur in viel zu kleinen Wasserbehältern auf ihren Tod warten und absolut nichts tun können, außer herumzuliegen, verging mir ein wenig die Lust und wir zogen rasch weiter. 15 Minuten war es spannend, dann war es 5 Minuten granzwertig und danach hatte ich nur noch Verachtung und Mitleid übrig. Wir liefen die Küste entlang, entdeckten ein wunderschönes Stück Strand, verweilten dort eine Stunde und zogen dann so langsam weiter. Wir verließen das Dort und die unzähligen Meeresgetierrestaurants und gelangten durch ein kleines Örtchen, an dessen Ende ein schöner Tempel lauerte. Friedliche Stimmung, Meeresgeruch und Stille umgaben uns und man konnte fast vergessen, dass man gleich einen Hitzetod würde sterben müssen. Als wir jedoch weiterliefen, bemerkten wir, dass wir auf ein mal von 3 sehr, sehr großen und sehr, sehr gefährlich aussehenden Hundfen umgeben waren, die uns anbellten und viel zu schnell auf uns zukamen. Wir kehrten gaaaanz langsam um und gingen gaaaanz langsam weg und als wir außer Gefahr waren, ging es allmählich wieder Richtung Bushaltestelle. Wir nahmen einen der Busse die in eines der Zentren der Stadt fuhr (gibt mehrere Orte, wo sich alles ballt). Der Ort an dem wir ausstiegen hieß Mongkok und ist sowas wie das thailändische Zentrum Hong Kongs.HK ist ganz anders als China. In China gibt es nur Chinesisch und nur Chinesen, in HK allerdings wimmelt es überall von Indern, Thailändern, Afrikanern, Amerikanern, Europäern, und und und. Man hört ständig andere Sprachen, sieht ständig andere Menschen von vollkommen anderen Ecken der Welt und bei Mongkok wirbelte sich wirklich alles zusammen. Es war hektisch, es war laut, es war heiß. Alles machte Lärm und alles leuchtete (auch wenn es Nachmittag um 4 war). Und auch wenn es genau so klingt wie Chinas Alltag, so war es doch ganz anders. Zwar würde auch das sicher nach ein paar Wochen zur Belastung werden, doch da war es einfach nur faszinierend anders und man hat mal wieder gesehen, dass man knapp 3000 km weit weg von Peking schon wieder ganz anders lebt. In Mitten der Massen entstand dann lustigerweise noch eine Art Werbe-Flashmob und als Piloten und Stuardessen verkleidete Kantonesen fingen an, auf der überlaufenen Einkaufsstraße zu tanzen und Kinder mitzureißen. Was letztlich nur Werbung für Expedia, aber in China würde so eine extrovertierte Aktion glaube ich nicht so recht zünden.
Nachdem uns der Trubel etwas heftig wurde und die Hitze drohte, mein Hirn zu schmelzen, gingen wir für ein Stündchen zurück ins Hostel, denn das war praktischerweise gleich in der Nähe. Unser Hostel war im absoluten Zentrum von Kowloon gelegen. Wir ruhten uns etwas aus, tankten Kälte und Kraft und gingen gegen abend nochmal raus und fuhren wieder zum Südufer von Kowloon. Wir holten uns in einem Einkaufszentrum frisch zubereiteten Saft, kauften uns vegetarische Pizza und ließen uns am Hafen mit Blick auf die Hochhäuser von HK Island nieder. Dort saßen wir dann einfach nur rum, beobachteten ein bisschen die verschiedenen Leute, genossen die Aussicht auf die immernoch atemberaubende Architektur und ließen den Abend langsam verstreichen. A ir noch ein bisschen Zeit hatten, fuhren wir mit der U-Bahn ein paar Haltestellen zum sog. „Lady Market“. Aber der Lady Market ist keineswegs ein Markt nur für Frauen, denn eigentlich war es ein aendlicher Markt wie jeder andere in HK. USB-Sticks, Handyhüllen, Nippes, Kleidung, gefaketer Elektrokram und und und. Wir sahen uns ein wenig um, kauften hier und da ein paar schöne Dinge und bummelten dann irgendwan planlos durch Kaufhäuser und dunkle Häuserschluchten – alles dabei gewesen. Als meine Füße wirder mal so langsam an ihr Ende kamen, ging es dann so langsam zurück zum Hostel und gegen 11 war auch wieder Tag vorbei.


Fischerdörfchen

gruselige Fische...

危險 - Gefahr!



und noch mehr verrücktes Meeresgetier

Strand am Fischerdorf





Entspannung auf höchstem Niveau


im Tempel hinter dem Dorf


schöne Libelle :):)

unfassbar, wie hoch da vom Fleck weg gebaut wird, oder? ziemlich beeindruckend jedenfalls!

chillichilli

Xpedia-Werbung in Mongkok

Reizüberflutung!

und auch Pingu hat einen Freund gefunden :P


hier zu sehen die Schleife die die Unterstützung der Regenschirm-Bewegung darstellt

abends am Kowloon Hafen


alles immer so hoch...




TAG 4 Montag 27.04.2015

Am Montag wollten Philipp und ich zu Lantau Island. Lantau ist eine Insel westlich von Kowloon, wie ihr oben ganz am Anfang auf dem Bild von der Karte von HK sehen könnt. Die Insel ist bekannt für seine sehr sehr lange Seilbahn unf (vorallem) für den Großen Buddha. Der Große Buddhe ist aber nicht nur groß, er ist mit 33 Metern Höhe der größte aus Stein gemeißelte Buddha der ganzen Welt. Nachdem wir mit der U-Bahn direkt auf ie Insel fahren konnten, hatten wir es nicht mehr weit bis zu der Seilbahn, die einen in die Mitte der Insel und zu dem Buddha bringen würde. Wir suchten uns extra Montag Vormittag aus, da wir befürchteten, dass die Menschen sonst zu viel werden würden. Als wir dann ankmane, merkten wir, dass es wohl ziemlich egal gewesen wäre, denn sie Schlange war sicher gute 400 m lang. Wir überlegten erst, ob wir den Preis und die Anstehzeit in Kauf nehmen wollten, entschieden uns aber dann dazu, es einfach zu tun. Philipp war nicht sonderlich begeistert, aber was hätten wir tun sollen? Es dauerte eine ganze Stunde und kostete viele Nerven, aber dann kamen wir endlich dran und …. was soll das. Hinter dem Ticketstand für die Seilbahntickets ging die Schlange einfach weiter und man musste auf die Gondeln warten. Nochmal 30 verdammte Minuten warten. Irgendwann aber war es so weit und wir durften die blöde Gondel mit 6 anderen Leuten betreten. So genervt wie wir waren, so glücklich waren wir dann, als es los ging und das Anstehen vergessen war. Die Fahrt dauerte fast 30 weitere Minuten und man hatte wirklich unheimlich schöne Ausblick auf den Meer, über das wir teilweise „fuhren“. Außerdem befand sich Hong Kongs internationaler Flughafen direkt neben der Seilbahn und man konnte im Minutentakt Flugzeuge starten und landen sehen. Wirklich faszinierend und schön, dennoch nahm es mir nicht wirklich die Angst, es sah nur von Weitem ganz cool aus. Irgendwann kamen wir an und uns erwartete ein kleines, künstlich angelegtes Dörfchen, welches nur von den Touristen lebt, die den Buddha besichtigen wollen. Wir holten uns bei Subway was zum Mittagessen (war das einzige, das wir uns leisten konnten/wollten – Hong Kong ist was Wohnen und Essen angeht bestimmt 3 – 4 mal teurer als Deutschland ….) und dann schlenderten wir durch die Läden und dann hinauf zu dem Buddha. Das Wetter war erbarmungslos heiß und ich denke nicht, dass ich schon mal so heißes Wetter erlebt habe. Circa 120 Stufen ging es zum Buddha hinauf und als ich oben ankam war ich klitschnass. Ich schaffte es noch, ein paar schöne Bilder zu machen, aber nachdem das fertig war, musste ich im Schatten rasten. Ich hätte mir so einen blöden Reishut kaufen sollen, die helfen wenigstens..
Nachdem ich mic halbwegs aklimatisiert hatte, gingen wier wieder runter (bin ich glich fast wieder gestorben..) und lifer rüber zur Bushaltestelle. Wir wussten, dass es am Westende der Insel ein kleines Örtchen names Tai O geben soll, wo man Boote mieten und sich aufs Meer hinausfahren lassen kann. Wir warteten kurz auf den Bus, zahlten wie immer superbequem mit der Octopus Card (mal ehrlich, sowas sollte man in Deutschland auch mal einführen) und nach einer knappen halben Stunde Fahrt kamen wir an. Wir sahen uns schön um, schlenderten rum, blablablabla. Irgendwann fanden wir den Ort, wo man die Bootsfahrt mitmachen kann. Der Fahrer wartete noch 10 Minuten, bis sich wenigstens noch ein 3. Gast gefunden hatte und dann ging es los. Erst „weg“ vom Meer in den Ort hinein, der (wie ihr auf den Bildern unten sehen könnt) ausschließlich aus Hütten besteht, die auf dem Wasser gebaut wurden. Sehr faszinierend. Wir sahen uns um und genossen den milden Wind, der uns bei der Fahrt direkt ins Gesicht wehte. Danach ging es hinaus aufs Meer. Es wurde sehr schnell, sehr windig und sehr wackelig, denn die Wellen konnten das kleine Boot gut und leicht durchschütteln. Angst hatte ich aber dieses mal wenigstens keine. Manchmal, so übersetzte uns das Mädchen das mit uns fuhr, fährt der Mann weiter raus und man kann die berühmten Chinesischen Delfine sehen, doch an diesem Tag waren die Wellen (wie meistens auch) etwas zu stark und das Risiko war zu hoch. Johanna besuchte diesen Ort damals auch und meinte, die habe welche gesehen. Wunderschön war es dennoch!! Wir blieben dann noch ein bisschen in der entlegenen Ortschaft und nachdem wir auch dort das Fischertum zu krass wurde, fuhren wir wieder zurück zur Ostküste der Insel. Vor einem der Läden war (ungelogen) eine gesamte Haihaut aufgehangen und zur Schau gestellt wurden. Eine. Ganze. Haihaut. 2 Meter lang und mit allem drum und dran. Außerdem hingen hier und da echte, tote Kugelfische herum, denen diese lächerlichen Spielzeug-Kulleraugen und Plaste-Partyhütchen auf die Augen und den Kopf geklebt wurden waren. Was mich angeht war das einfach nur barbarisch, ekelhaft und ziemlich verachtenswert. Gut, die Leute haben noch nie davon gehört, dass man Tiere auch schätzen kann und dass sie fühlen, aber das ist mir ziemlich egal.. Nun. Jedenfalls, wir wollten nicht die U-Bahn nehmen, denn einerseits ist sie sehr teuer und andererseits hörten wir von eine Fähre, die uns direkt von Lantai Island nach Hong Kong Island würde fahren können. Glücklicherweise existierte diese Fähre dann auch und so fuhren wir wieder zurück.
Für den restlichen Tag/Abend hatten wir keinen genaueren Plan mehr, als liefen wir einfach wieder ohne Ziel durch die Gassen und sahen uns um. Wir landeten bei einem thailändischen Restraurant, nahmen uns was mit, aßen dann an einem gemütlichen Straßenrand unser köstliches Essen (wie schön es ist, mal wieder internationales Essen zu haben und die Küchen verschiedener Länder ausprobieren zu können) und fanden uns danach in einem Marks & Spencer wieder. M&S ist ein britischer Laden, in dem man echtes Baguette, köstlichen Hummus, westliche Salate und alles andere geile westliche kaufen konnte. Schon an unserem ersten Tag landeten wir da und nahmen und Baguette und Hummus mit und das taten wir auch an diesem Tag wieder. Meine Familie wird jetzt wieder sagen „ih, Hummus, sowas kann doch nicht schmecken“, aber wenn sie es mal probieren würden, würden sie wissen, was sie verpassen. ;) Nachdem wir uns ein wenig eingedeckt hatten, liefen wir noch ein wenig herum, fuhren dann mit der U-Bahn wieder zurück zu unserem Hostel, streiften dort noch ein wenig durch die Gegend und dann ging es auch da wieder ins Bettchen.

massive Gebäudekomplexe on mass

Seilbahn

Blick auf Lantau Island




darf ich vorstellen: Reishutthomas




der Große Buddha

Tai O, das Fischerdorf am Westende von Lantau Island

alle Häuser hier wurden auf dem Wasser gebaut und werden nur von den Holzpfählen gestützt


dann ging es raus auf's Meer

am Horizont zu sehen: der Flughafen von HK

hier unser gechillter Bootsfahrer

und hier ein noch gechillterer Bottsfahrer :D


grauenhaft ekelhafte Küche - weil das Essen immer so ölig ist, setzt sich das alles in den Dächern durch den Dampf ab und das ist dann das verstörende Resultat




TAG 5 Dienstag 28.04.2015

Ab Dienstag wurde das Wetter wirklich grenzwertig. Es veränderte sich nicht viel, aber die Kombination aus der Tatsache, dass es seit 5 Tagen in Folge weit über 30 Grad war, die Luft nach wie vor drückend, schwül und dick war und dass es einfach nicht regnen wollte, machten es langsam wirklich zu einem Kampf, sich draußen aufzuhalten. Wir gingen vormittags los, um uns bei M&S Baguette, Hummus, Kaffee und Käse zu kaufen. Danach gingen wir in den Kowloon Park, welcher nicht weit von unserem Hostel entfertn war. Okay, wir liefen über eine halbe Stunde, aber wenn man Pekingverhältnisse gewohnt ist, ist eigentlich niemals irgendwas weit weg, was erlaufbar ist. Jedenfalls kauften wir uns das geldsparende Essen und setzten uns in den Park. Es war bewölkt und dennoch abartig heiß. Der Käse war schon total geschmolzen, als wir uns hinsetzten und zu essen anfingen. Der Park war still und auch wenn es dort normale Vegetation war, hatte man das Gefühl, man säße im tropischen Regenwald. Riesige Bäume mit hängenden Lianen, die überall im Park und auch in der Stadt verteilt waren und exotische Pflazen und Vögel um einen herum. Nachdem wir aufgegessen hatten, blieben wir noch eine Weile dort sitzen und spatzierten danach noch druch die verschiedenen Ecken der Parkanlage. Wir entdeckten eine Art Flamingogehege, sahen eine Gruppe kantonesischer Rentner beim Tanzen zu und ich hab mich am laufenden Bande über die grausame Hitze beklagt. Alles perfekt. :D
Nachdem wir den Park verließen, machten wir einen kleinen Abstecher zum „Times Square“ von Hong Kong. Zwar war der Platz gefüllt mit Leuten und umgeben von gigantischen, noblen Kaufhäusern, aber sonderlich groß oder eindrucksvoll war der Platz nicht. Wir schlenderten noch ein wenig in den anliegenden Kaufhäusern, bummelten viiiel zu lange in einem Lego-Spielzeugladen und machten uns danach weiter auf den Weg, denn dort gab es nicht sonderlich viel zu sehen. Wir überlegten, wo wir so spontan noch hingehen könnten und mangels eines besseren Vorschlags begaben wir uns zur U-Bahn und fuhren wieder zu der zentralen Haltestelle mit dem bescheuerten Namen Tsin Sha Tsui, denn direkt dort war der Hafen. Wir holten uns noch ein bisschen Fresszeug und setzten uns einfach mal ohne genaueres Ziel an den Rand und beobachteten die schönen Schiffe, wie sie über den Kanal fuhren, der Kowloon und HK Island trennt. Dort verbrachten wir dann gute anderthalb Stunden mit Beobachten, Genießen und Quatschen, bis uns das Rumsitzen zu langweilig wurde und wir weiterzogen. Da es schon Nachmittag war und uns beiden die Sonne etwas zu viel wurde, machten wir uns wieder auf ins Hostel und blieben dort, bis wir uns abends halb 8 mit Monique, ihrem Freund und Katja zum Essen trafen. Katja hat, genau wie Philipp, vor ihrem Umzug nach Asien im Konfuzius-Institut gearbeitet und Monique und ich machten beide dort ein Praktikum. Katja wie auch Monique leben momentan in HK um dort ihr Sinologiestudium fortzuführen. Moniques Freund heißt Albert, kommt aus Spanien und sprach nur Englisch. Wir verabredeten uns zum kantonesischen Abendessen und da wir bis zu dem Abend noch nie typisch kantonesisches Essen hatten, bot sich das gut an. Es gab viel verschiedenes, darunter aber hauptsächlich Teigwaren, die ich alle namentlich nicht benennen kann. Viel Auswahl hatten wir auch nicht, denn die Hong Konger Küche ist wahnsinnig fleisch- und fischlastig. Alles in allem war das Essen nett, lecker, füllend und neu, aber der absolute Renner war es auch nicht. Auch Monique und Albert meinten, dass westliche Essen sagt ihnen in HK mehr zu. Den restlichen Abend verbrachten wir damit, uns ewig lange über unsere Erfahrungen und Meinungen bezüglich des Lebens in Peking bzw. HK auszutauschen oder über andere china- und hongkongbezogene Dinge zu reden. Logisch, da das nun mal unser derzeitiges Leben ist/war. Wir redeten auch noch darüber, wer mittlerweile schon wohin gereist ist und dann ging s noch ein Weilchen im Tibet (Xizang, 西藏) und Xinjiang 新疆. Alles in allem wieder ein sehr netter Abend und gegen halb um 11 rum waren Philipp und ich dann daheim, nachdem wir mit den anderen noch in einem kleinen Restaurant waren und kantonesische Süßspeisen probiert hatten. Danach ging es recht zügig dann ins Bett.


Baguette, Hummus und Käse... der Himmel!

Kowloon Park



haaaaaaaaaaaaaaaaaallo!


Times Square
na wenn das mal nciht alles sagt.. :D


Zentrum von HK

und wieder am Hafen von Kowloon mit Blick auf HK Island



ich schaffte es sogar, ein paar gute Panoramas von der gesamten Skyline von Hong Kong zu machen - wahnsinn, oder?





TAG 6 Mittwoch 29.04.2015

Mittwoch war wahrscheinlich der ereignisreichste und zugleich längste Tag. Wir machten uns früh auf den Weg, weil wir tatsächlich vorher mal einen Plan aufgestellt hatten. Nachdem wir in einem kleinen Restaurant zur Abwechslung mal was chinesisches hatten, fuhren wir wieder zum Hafen von Kowloon und wollten dort das Space-Museum besichtigen, leider mussten wir bei unserer Ankunft aber feststellen, dass dieses allerdings erst ab um 1 geöffnet hat. Kurzerhand beschlossen wir, dafür einfach zum Museum über Hong Kongs Geschichte zu gehen und nachdem wir uns durch die erbarmungslose Hitze gekämpft hatten und ich ein weiteres Mal vom Laufen völligst durchgeschwitzt war, erreichten wir es auch. Eintritt jeden Mittwoch frei. Super! Wir wollten uns alles mal kurz ansehen, blieben dort aber fast 4 Stunden, denn das Museum war wirklich großartig. Ganz zu Beginn gab es eine Art Ausstellung über die aktuelle gesetzliche Lage von HK und ein paar schöne interaktive Spiele dazu. Danach ging es dann in die Dauerausstellung, in der man Hong Kongs Geschichte von Anfang bsi Ende erleben konnte. Der erste Teil galt der geographischen Entstehung und weiterentwicklung der Landmassen und Inseln. Die folgenden Teile galten dann der vegetativen Entwicklung, der Entwicklung verschiedener Tierartien, der Ansiedlung erster Menschenmengen und so weiter. Später ging es dann um die Übergabe Hong Kongs an das britische Königreich, den Einfluss, den Groß Britannien ausübte, den sino-japanischen Krieg, das Ende des 20. Jahrhunderts und den Abschluss der Ausstellung bildete ein Kurzfilm, der die Übergabe Hong Kongs zurück an die VR China im Jahre 1977 zeigte. Wirklich sehr interessant, informativ und spanned.
Als wir das Museum verließen war es bereits Nachmittag. Wir trafen uns eine knappe halbe Stunde später mit Katja bei der Hong Kong University, damit sie uns ihren Lonely Planet für HK übergeben konnte. Dabei nutzten wir gleich die Gelegenheit, uns von ihr ein wenig die angeblich beste Universität Asiens zeigen zu lassen und wenn man es nur vom Campus her beurteilen müsste, würde ich zustimmen. Abgelegen in den Bergen, umgeben von tropischem Wald, unheimlich schöne Architektur und der höchste technischte Standart. Wirklich schön, aber weil wir es ein wenig eilig hatten, hatten wir nur die Möglichkeit, einmal durchzulaufen und dann weiterzuziehen. Katja musste wieder los und wir fuhren wieder mit der U-Bahn los. Unser nächster Programmpunkt war „The Peak“. The Peak ist die höchste Aussichtsplattform Hong Kongs, welche sich direkt am Nordost-Ende der Hochhäuserreihe der HK Insel befindet. Von dort aus konnte man bei guten Wetterverhältnissen das gesamte Zentrum und damit die meisten Hochhäuser der Welt sehen. (Nebeninfo: HK ist die Stadt mit den höchsten Gebäuden der Welt. Gezählt wurde dabei die Anzahl der Stockwerke von allen Gebäuden, die mehr als 19 Stockwerke haben und Hong Kong ist auf der ganzen Welt mit Abstand Platz 1.) Da dieser Ort der berühmteste und touristisch beliebteste Ort von HK ist und die Aussicht angeblich am schönsten sein soll, wenn abends die ganzen Lichter langsam angehen, wollten wir natürlich nicht erst kurz davor ankommen. Wir erreichten den Ort, an dem man die Busse oder die „Peak Tram“ nehmen konnte und stellten mit Schrecken fest, dass es schon dort total menschenüberlaufen war. Lustigerweise war es aber so, dass alle Leute, die eine Octopus Card haben, diese nur zum kurzen Bezahlen vorzeigen mussten und sich dann direkt für die Peak Tram anstellen konnten und so kam es, dass wir bloß knapp 30 Minuten warten mussten, bis die Bahn kam. Busfahren wäre bedeutend schneller und billiger gewesen, aber die Peak Tram ist, wenn ich mich nicht irre, die steilste Bahn Asiens und wir hörten, dass man einen unheimlich schönen Ausblick hat wenn man damit fährt. Wir stiegen ein, fanden einen Platz und dann ging es los. Unten ist ein Bild, das zeigt, wie steil es in etwa war.
Oben angekommen wuselten wir erstmal durch das obligatorische Souvenier- und Restaurantkaufhaus und kauften dann unser Ticket für die Aussichtsplattform, auf der wir dann die folgenden 2 ½ Stunden verbrachten. Leider leider war es aber so, dass die Sicht mehr als nur beschränkt war. Die Plattform befindet sich auf dem Gipfel einer der Berge und wie es eben für Berggipfel so üblich ist, war es sehr, sehr bewöhlt. Also nicht nur bewöklt, sondern die Plattform wurde regelrecht von massiven Wolken verschluckt und so kam es, dass wir zunehmenst wenig sahen. Auch dann, als es nach langer Warterei dunkel wurde und die Lichter angingen, war es so, dass man nicht einmal 1/3 von dem sehen konnte, was alles da war. Die Aussicht war dennoch überragend und überwältigend, aber eben sehr sehr beschränkt. Nachdem wir noch ein bisschen blieben und es nicht wirklich besser wurde, gingen wir wieder herunten, hatten in dem Kaufhauf Abendessen und gingen dann wieder raus, um den Bus zurück zu finden. Auch dort war die Schlange enorm, allerdings passten in einen Bus auch bedeutend mehr Leute rein, als in die Bahn. Wir warteten keine 15 Minuten und waren schon unterwegs. Wir stiegen irgendwo unten aus und machten uns direkt auf den Weg zur nächsten U-Bahn-Haltestelle. Unser nächstes und letztes Ziel: Pferderennen. In Hong Kong und Macau ist Glücksspiel nicht nur eine Sucht – über 1/5 von HKs Wirtschaft lebt davon und da (im Gegensatz zu Macau) Casinos und die meisten Glücksspielarten dennoch verboten sind, reißt sich ganz Hong Kong darum, beim Pferderennenwetten mitmachen zu können. Der Eintritt betrug gerade mal 10 Dollar, das ist etwas mehr als 1 €. Johanna war dort auch mal und meinte, es sei total cool und aufregend gewesen, doch mein aller erster Eindruck war: was für eine absolute Schnöselveranstaltung. Gleich zu Beginn sagte ich Philipp, dass mich die ganzen Leute in ihren perfekten Abendkleidern und Anzügen regelrecht abstoßen und er klärte mir, dass Pferderennen generell eine Art Veranstaltung ist, bei der es ums Sehen und Gesehen werden geht. Die hochrangigen und semi-hichrangigen treffen sich, um bei Bierkrügen und gekünzelten Gesprächen Beziehungen zu knüpfen und um sich der Welt zu präsentieren. Ich stiefelte mit meinen abgeranzten Sportschuhen und Jogginghosen da durch und dachte mir die ganze Zeit nur „mein Gott, wie scheinheilig ihr seid“. Alle redeten nur über Geld, Geschäfte, Aktien oder Dekadenz, während sie im Kreis standen in dessen Mitte Plastebecher und ein 5-Liter-Bierkrug standen. Ich bin weder arm noch sonderlich reich, aber mit dieser Art Mensch kann ich wirklich absolut gar nichts anfangen. Wir sich alle so fein gaben und sich elegant jeder x-beliebigen Person mit ihrem geschnöselten Ton vorstellten, um Kontakte herzustellen.. Die ganze Atmosphäre gefiel mir nicht. Spannend und unheimlich toll hingegen war dafür das Hauptereignis: das Pferderennen ansich. Wir konnten es nur 2 mal sehen, denn die Rennen finden nur alle 30 Minuten statt und wir waren von 9.15 – 10.15 da, sodass wir nur das Rennen halb und um 10 sehen konnten. Das hatte allerdings auch gereicht. Als die Pferde losrannten, war die ganze aufgesetzte Dekadenz und Atmosphäre weg und alles was blieb waren Männer und Frauen in feinen Klamotten die ihre Gewinnerpferde anschrien, um den gewünschten Gewinn zu erzielen. Ein paar gute Bilder von den Pferden gelangen mir sogar auch. Als das 2. Rennen jedoch vorbei war, machten Philipp und ich uns wie gesagt gleich auf den Heimweg. Wir waren sehr lange unterwegs, hatten wieder Hunger und wollten uns ausruhen. Wir holten uns mal wieder was bei dem Inder in der Nähe unseres Hostels und nachdem wir das absolut göttliche Essen verputzt hatten, ging es ins Bett.


Eingang zum Geschichtsmuseum


Karte von Hong Kong


ein Wunschzettelbaum

und hier der süßeste Wunsch den ich finden konnte :)


witziges Bild, denn hier zu sehen ist die chinesische Flagge, dort der Teil links oben, wo eigentlich die 5 Sterne sind, befindet sich eine kleine Version der britischen Flagge - das perfekte Symbol für die Vereinigung von China und Großbritannien



Peak Tram

Blick von The Peak auf Hong Kong - wahnsinn!

hallo :)

hier zu sehen - wir waren mitten in den Wolken

und so langsam verschwand alles ....

bis dann fast gar nichts mehr zu sehen war ...

... und es dann doch noch besser wurde :P

Pferderennen im Happy Valley


guter Schnappschuss :)

und noch einer!





TAG 7 Donnerstag 30.04.2015

Donnerstag machten wir uns Vormittag auf den Weg zur Haltestelle Sha-Tin, in dessen Nähe sich das Kloster der 10.000 Buddhas befand. Das Kloster erreichte man, nachdem man einen 400 Stufen langen Weg den Berg hinauflief. 400 Stufen sind ja an sich nicht viel, aber bei der abartigen Hitze und der dicken Luft drauén war ich schon nach 50 Stufen absolut fertig. Der Weg hoch zum Kloster war jedoch wunderschön – links und rechts des Weges waren ununterbrochen Buddha-Statuen aneinandergereiht, die alle jeweils einzigartig gestaltet waren. Nachdem wir den Weg nach oben gemeistert hatten, war ich kurz davor zu sterben. Ich neige zwar gern zu Übertreibungen und sag es in dem Eintrag nicht zum 1. Mal, aber so warmes Wetter hab ich noch nie erlebt und ich war wirklich selten so am Schwitzen wie da. Das Kloster war, nachdem ich mich alkimatisiert und beruhigt hatte, wirklich ein friedlicher Ort und man konnte sich prima entspannen. Die Haupthalle (die nie fotographiert werden darf) war überwältigend schön. In der Mitte stand wie immer eine gigantische, mehrere Meter große Buddhafigur und alles in der Halle war liebevoll gestaltet. Die Wände waren fast 6 Meter hoch und über und über mit Regalen, in denen jeweils 20 cm große Buddhafigürchen standen. Insgesamt befanden sich in der Halle 10.000 Buddhas, die dem Kloster seinen besonderen Namen verliehen. Nachdem wir die Halle besichtigt hatten, setzten wir uns noch ein Weilchen in das vegetarische Restaurant, das sich direkt daneben befand. Zum Essen war es allerdings einfach zu heiß.
Danach fuhren wir mit der U-Bahn wiedr zurück zu Tsim Sha Tsui, dem Zentrum und Hafen von Kowloon, denn wir wollten an dem Tag einerseits nicht so krass viel machen – es war einfach nicht mehr schön draußen, andererseits hatten wir beschlossen, an einem der kommenden Tage nach Macau zu fahren und wollten uns dafür mal in ein Café setzen und den Lonely Planet nach Sehenswertem durchstöbern. Macau (ich weiß, dass die wenigsten diesen Ort kennen) ist mit Taiwan und Hong Kong einer der 3. mehr oder minder unabhängigen Staaten, welche zwar rechtlich zur Volksrepublik China gehören, aber dennoch eigenständig sind. So haben HK, Taiwan und Macau zB alle eigene Staatsflaggen, Landessprachen (Kantonesisch, Taiwanesisch) und laut Pass reist man (wenn man von China nach HK, Taiwan oder Macau macht) aus China aus und befindet sich somit im „Ausland“. Ergo werden die 3 Staaten als eigene Länder angesehen, gehören aber, wenn man China fragt dennoch zu China dazu. Die 3 eigenständigen Staaten würden dies widerum verneinen und sehen sich als eigenes Land. Und da Macau nur 60 km mit dem Schiff von HK entfernt ist, dachten wir, wir schauen uns an einem Tag die ehem. portugiesische Kolonie an. Wir fanden ein Starbucks und verbrachten die kommenden 1 ½ Stunden damit, uns einen etwaigen Plan für den Tagesausflug nach Macau (chin. Aomen 澳门) aufzustellen. Nachdem das geschafft war und wir vage wussten, wie wir hinkommen und was wir dort machen wollten, machten wir uns wieder auf den Weg und gingen an dem Tag noch ins Space Museum, welches dankbarerweise gleich gegenüber von dem Starbucks war. Wir wollten ja eh mal in das Museum.
Eintritt war bloß 10 Dollar und innen war es recht interessant. Es wurde gezeigt, wie gewisse Dinge im Weltraum ablaufen, wie Astronauten im All leben, wie Rakleten entstehen und ins All geschossen werden und generell auch einiges über das Sonnensystem, dessen Entstehung und unvermeidbaren Untergang. Wir blieben bis circa um 6, bis uns der Hunger übermannte und wir uns draußen wieder was suchen mussten. Nachdem wir auch was gefunden und wirklich köstlich gegessen hatten, machen wir weiter. Wir sollten noch einmal mit der Fähre von Kowloon anch HK Island fahren und dort ein bisschen durch die Wolkenkratzer schlendern. Als wir am Hafen ankamen, hatten wir wirklich perfektes Wetter: kein Smog und kein Nebel, alles hatten durch das Meer einen Blaustich und in den Gebäuden gingen Stück für Stück die Lichter an. Wir warteten in einer der Hafenhallen auf unsere Fähre und machten währenddessen und auch während der Überfahr viele, viele sehr schöne Bilder. Drüber angekommen ging es weiter. Um es kurz zu fassen – wir verbrachten an dem Abend Stunden damit, Bilder zu machen. Vom Mond, von den Gebäuden, Langzeitaufnahmen, mit Absicht verwackelte Bilder, Pingu-Bilder. Wir blieben hauptsächlich am Hafen und spielten mit den Lichtern, dem Riesenrad, dem Mond. Alles, was sich uns eben so anbot wurde benutzt und ich versuchte viele Dinge aus. Nicht alles klappte und auch nicht alles wurde perfekt, aber ich hatte wirklich viel Spaß, mich bei solch einer Kulisse auszuprobieren.
Später, als es später wurde und wir wieder Hunger bekamen, holten wir uns in der Nähe absolut göttliche Pommes, verputzen alles und fuhren dann erst mit der Fähre, dann mit der U-Bahn wieder zurück zum Hostel. :)



Wo ist Pingu? :P

jeder Buddha war ganz individuell gestaltet


Und wo ist Philipp? :P

feeeeeeeeeeeeeeeett



einige der Buddhas waren auch ziemlich ... verrückt

:D schlimm

Space Museum :P


:) :)

die Bidler entstehen, wenn man den Sternenhimmel bei Nacht fotographiert und da bei ein und dieselbe Stelle stundenlang belichtet, dann bilden die Bewegungslinien der Sterne solche Bilder :)






vom Inneren der Wartehalle zur Fähre



Langzeitbelichtung von HK Island mit Blick auf den Hafen von Kowloon

Hong Kongs höchstes Gebäude - scharf

Hong Kongs höchstes Gebäude - gewollt verwackelt


Langzeitbelichtung

PINGU :)





TAG 8 Freitag 01.05.2015

Am Freitag hatten wir vor, mit der Fähre nach Macau zu fahren. Leider aber wurde daraus nichts, denn Philipps Handy gab in der Nacht akkubedingt den Geist auf und somit klingelte uns kein Wecker wach und da es in unserem Zimmer ja total dunkel ist und man sozusagen ewig schläft, weil man denkt, es sei noch mitten in der Nacht, wachten wir erst gegen halb 11 auf, was dann schon viel zu spät für den Tagestrip gewesen ist. Philipps Laune war dann ziemlich am Boden und damit nicht der ganze Tag ins Wasser fiel, wälzte ich frühs den Lonely Planet noch ein wenig und suchte nach einer Alternativoption. Ich fand ein abgelegenes Dörfchen relativ weit oben im Nord-Westen der Halbinsel. Der Name des Dorfes was Saikum (chin. Beigang 北港) und berühmt war der Ort für die wunderschönen Strände und abgelegenen Wanderwege. Ich fand einen Bus, wir machten los, holten uns unterwegs Kaffee und Essen und nach einer kurzen U-Bahn-Fahrt saßen wir auch schon im richtigen Bus.
Zu dumm war leider die Tatsache, dass ich vergessen hatte, dass der 01.05. ja überall Feiertag ist und somit massig Leute unterwegs waren. Die Fahrt sollte eigentlich 20 Minuten dauern, doch wir standen 10 km nur im Stau und kamen nach fast 2 Stunden dann in Saikum an. Und weil der Tag ohnehin schon perfekt lief, fing es doch tatsächlich 10 Minuten vor unserer Ankunft an, bestialisch zu schütten und die sich seit Wochen in HK angestaute Hitze entleerte sich endlos im Norden der New Terretories. Wir hatten glücklicherweise an diesem Tag unsere Regenschirme mit und konnten somit im Gegensatz zu vielen anderen wenigsten noch halbwegs draußen rumlaufen. Wir sahen uns die Fischer an, die am Hafen direkt aus ihren Booten ihre Fischfänge an die Bürger verkauften und liefen ein wenig durch die Gassen, doch nachdem der Regen zu heftig wurde, mussten wir Kamera und alles gut einpacken und Unterschlupf finden, denn der Regen wurde zu extrem. Nach einer viertel Stunde Rast liefen wir weiter rum, sahen uns einfach in dem Ort um und beschlossen, dass bei dem Wetter weder wandern noch Strand gut seien. Die Wanderwege wären viel zu nass gewesen und bei Hitzgewitter will ich irgendwie auch nicht im Meer schwimmen. Wir waren gerade dabei, zurück zur Bushaltestelle zu laufen, als wir ein wahrscheinlich amerikanisches Restaurant entdeckten, in dem wir dann die absolut geiste Lasagne aßen, die wir seit unserer Reise nach China hatten. Genau genommen war das auch die erste Lasagne, die ich seit meiner Ankunft in Peking so hatte. Jedenfalls war sie sehr sehr gut und über und über mit Käse überzogen. Gegen kurz nach 2 erreichten wir dann wieder die Bushaltestelle und nachdem wir weitere 30 Minuten im Niesen gewartet hatten, kam er uns wir fuhren wieder zurück. Was für ein toller Ausflug. :D
Als wir am Donnerstag mit dem Bus von The Peak die Berge runtergefahren sind, erblickten wir auf halber Strecke eine Aussuchtsplattform, die uns sehr angesprochen hat. Sie war ziemlich leer und man war mit den hohen Gebäuden eigentlich auf Augenhöhe und nicht viel weiter oben, was auch einen sehr schönen Ausblick geboten hat. Wir fuhren, nachdem wir mit dem Bus wieder halbwegs in der Zivilisation waren, wieder zurück zum Hostel, ruhten uns etwas aus, Philipp packte sein Stativ ein und wir beschlossen, mal dort hin zu fahren. Wir nahmen dieses mal den Bus hoch, weil wir dachten, wir kommen so direkt zu der kleinen Plattform, doch anscheinend war an dem Tag einfach der Wurm drin, denn genau ab diesem Tag fuhren die Busse in einer anderen Route den Berg hinauf und so kamen wir, ohne, dass wir es wollten, wieder oben bei The Peak an. Philipp war immernoch ziemlich genervt und ich versuchte, das beste drauß zu machen. Erst liefen wir ein wenig von The Peak weg und gingen in die Wälder daneben, denn auch dort fanden sich einige schöne Wege mit guten Ausblicken. Wir verbrachten dort eine gute Stunde damit, ein paar weitere Bilder von den Wolkenkratzern zu machen. Doch irgendwann wurde uns sehr eindringlich klar gemacht, dass wir nicht allein sind. Wir wurden von fetten Mücken gestochen (und in solch tropischen Regionen können Mücken so einige tödliche Krankheiten übertragen...), Philipp wurde von etwas sehr sehr Großen, laut Brummendem angeflogen und vor unseren Füßen huschten so einige viele viele Centimeter großer Kakerlaken umher. Da ich irgendwann total paranoid wurde und die Angst vor dem Viehzeug größer war als der Wunsch, weiter Bilder zu machen, machten wir uns schnell vom Acker und beschlossen, einfach wieder den Bus anch unten zu nehmen, den Tag sein zu lassen und heimzufahren. Als wir dann im Bus saßen und schon halb abgeschlossen hatten, sahen wir, dass wir gerade an der Plattform vorbeigefahren sind. Da es zu spät war, stiegen wir eine Haltestelle später aus und mussten dann nochmal 15 Minuten bergauf latschen. Doch dann erreichten wir sie, die Plattform. Aber wie es eben an dem Tag sei musste, fiel uns auf, dass vor der Plattform viele große Bäume waren, die die Sicht ziemlich einschränkten. Kein Drama, man sah immer noch sehr viel, aber schon ein bisschen weniger. Wir blieben dort noch eine gute Stunde, machten Bilder und wurden alle 10 Minuten von ultra nervigen Reisegruppen gestört. Wirklich witzig. Es kamen ständig Busse mit chinesischen (definitiv Festlandchinesen) Touristen, die alle aus dem Bus strömten, alle anderen (inklusive uns) wegdrängten, schnell viele gestellte Gruppenbilder mit schönen Posen machten und nach 5 Minuten wieder weg waren. 5 Minuten lang Lärm, Gedrängel und 1000 快点儿s (kuai dianer; heißt „schneller“ und hört man im China ungefähr alle 30 Sekunden – alle haben es immer eilig, egal ob auf der Großen Mauen, im Restaurant oder auf der Straße). Am Ende kam eine japanische Reisegruppe und da war alles super still, gesittet und die Leute sahen sich haptsächlich um. Verrückt, wie auffällig anders das war.
Nachdem wir uns am Ende noch ein Taxi zurück ins Zentrum von HK Island genommen und lecker Döner-Abendbrot hatten, fuhren wir dann wieder mit der U-Bahn nach Hause.


Saikum
verregneter Blick aufs Meer

Regen und Meer

Fischverkäufer am Ufer :)



geile Lasagne <3
tolle Hong Konger Architektur ...



an dem Tag war das Blick schon bedeutend besser :)

hier zu sehen: The Peak und all die Leute die draufstehen..


hier dann auf der kleineren Plattform

Philipps Kamera im Stativ :)

Lichtershow

und wieder ein Pingubild :P

und ein Thomasbild



TAG 9 Samstag 02.05.2015

Am Samstag gingen wir das Projekt Macau dann noch einmal an. Und das Ende vom Lied: es wurde wieder nichts. Wir standen früh genug auf, waren vorbereitet, hatten alles gepackt und fanden auch die Auslegestelle der Fähre. Als wir jedoch ankamen, sagte man uns, dass die Fähre seit einigen Monaten nicht mehr existieren würde und man nur noch mit einem „Turbo Jet“ nach Macau kommen würde. Der Jet würde allerdings über 100 Dollar mehr kosten und so würden wir allein für die Hin- und Rückfahrt über 40 € zahlen, was viel zu viel wäre. Nachdem wir hin- und hergerissen waren und das Pro und Kontra abgewogen hatten, beschlossen wir einfach, es sein zu lassen und somit scheiterte auch der 2. Anlauf nach Macau zu reisen. Wir waren aber nicht gerade traurig, denn Macau ist eigentlich nur bekannt für die obszessiven Glücksspielereien, denn Macau ist voll mit Casinos und überall geht es nur ums Geld Gewinnen und das mussten wir nicht unbedingt erleben. Mensch, hat sich das alles gelohnt. :D
Wir gingen wieder raus, setzt uns in ein Café am Hafen und überlegten, wo wir denn so ganz spontan hingehen können. Wir entschieden, mit der Fähre ein weiteres Mal nach HK Island zu fahren und uns dann ein bisschen bei Central, dem dortigen Zentrum, umzusehen. Auf halben Weg die nördlichen Berge hinauf sollte es ein paar nette Straßen geben, wo es Kamerazubehör und andere interessante Läden geben soll. Das Wetter war ziemlich bewölkt, Luftfeuchtigkeit lag bei über 80 %, aber von Regen keine Spur. Es war so unheimlich drückend, dass man dachte, man befände sich in einer gigantischen Sauna. Wir liefen ein bisschen herum, vom Hafen weg und in Richtung Norden und als wir schon so dabei waren, die höhergelegenen Orte zu erlaufen, hab ich gedacht, ich müsste jetzt sterben. Ich habs damals schon meienr Familie erzählt, aber ich erinnerte mich in dem Moment an früher, als ich mal mit meiner Mutter und ihrem Freund in Koratien im Urlaub war und wir 2 Tage eher abreisen mussten, weil meine Mutter die Hitze nicht ertragen konnte. Damals hielt ich sie noch für wahnsinnig, wie man 2 bezahlte Urlaubstage verschenken kann, aber in dem Moment wollte ich einfach nur noch weg aus diesem verdammten Heizkessel. Ich war so ausgelaugz und absolut fertig, ich schmiss mich auf eine nahegelegene Treppe, schüttete mir Wasser übers Gesicht und symbolisierte Philipp, er solle einfach weitergehen. Ich war wirklich am Ende und glaubte, ich müsste mich jeden Moment durch ein Fenster schmeißen, um diese scheiß Wärme loszuwerden. Ich wollte nur noch aufgeben, dieses drückende Gefühl war einfach nicht mehr zu ertragen. Nachdem ich mich eine knappe Stunde keinen Centimeter bewegt und wieder halbwegs beruhigt hatte, liefen Philipp und ich weiter. Er hat um die Ecke eine interessante Ausstellung gefunden, in der es auch klimatisiert ist. Ich schleppte mich die 200 m bergauf und dann erreichten wir die Ausstellung von „Space Invador“. Ich hatte davon schon mal gehört – es geht um einen anonymen Künstler, der auf der ganzen Welt in Städten so kleine Space Invadors aus dem gleichnamigen Spiel an versteckten Orten anbringt und die man dann suchen kann. Unten gibt’s dazu dann noch passende Bilder. Jedenfalls waren dort Werke von ihm ausgestellt und es gab auch kleine Videos, man konnte sich Sticker aus Maschienen ziehen und es gab eine Karte von Hong Kong, die zeigte, wo in etwa sich seine Invadors befinden. Einen ganz ganz kleinen fanden wir lustigerweise sogar direkt, als wir dann wieder gingen!
Wir blieben auf HK Island und liefen orientierungslos durch die Straßen, bis wir einen schönen Springbrunnen fanden, bei dem wir dann blieben. Ich spielte wieder ein bisschen mit Langzeitbelichtung von fließendem Wasser rum und am Ende fanden wir sogar noch ein sehr unscheues Eichhörnchen, das sich sogar von uns fotographieren ließ. Als es aber die Asiaten entdecken, rannen alle lauthalt hin und verscheuchteten es sofort. Wir zogen weiter und landeten dann im nahegelegenen zoologischen und botanischen Garten von Hong Kong. Dort spazierten wir dann gute 2 Stunden einfach umher und genossen den Schatten und die Kühle, die die Bäume einem dort spendeten. Auch wenn ich dort sehr viele Bilder gemacht habe, gibt es zu dem Ort eigentlich nicht viel zu erzählen. Die Natur dort war schön, die eingesperrten Tiere waren semi-schön und der Schatten und die Ruhe waren eigentlich das Beste. Nachdem wir alles in der kostenlosen Anlage mal abgelaufen hatten, gingen wir wieder raus, suchten uns einen Italiener und hatten dort absolut köstliche Pizza und Kebab und nachdem wir mit der Fähre wieder rüber zu Kowloon gefahren sind, holte ich mir in einem M&S noch ein bisschen Rohkost und Kartoffelsalat für später am Abend. Und als wir aus dem M&S rausgingen, passierte etwas, was ich zugleich sehr witzig und schlimm fand: meine Brille beschlug vollkommen. Wisst ihr, sowas passiert nur im Winten, wenn es draußen so um die 0 Grad und innen um die 25 Grad ist. Dass es aber dieses mal anders war, nämlich dass draußen so etwa 33 Grad und drinnen circa 16 Grad waren, war schon ziemlich heftig. Die Welt versteht einfach nicht, dass die Regel „je kälter/wärmer draußen, desto wärmer/kälter drinnen“ totaler Mist ist. :D
Danach fuhren wir jedenfalls heim, ich schrieb mal wieder Reisetagebuch und nachdem ich den absolut geilen Kartoffelsalat verspeist hatte, gingen wir ins Bett. :)


der Ausdruck purer Trauer als wir beschlossen hatten, nicht nach Macau zu fahren :D


Häuserschlucht


und so sieht man aus wenn man am Boden ist... :D die Hitze war unerträglich

Eingang der Ausstellung


mein gezogener Sticker :P

und hier die Karte mit den versteckten Werken des anonymen Künstlers :P


hier das Exemplar, das wir gefunden hatten :)



Langzeitbelichtung von Wasser
süßes Eichhörnchen :)



zoologischer und botanischer Garten



Natur und Stadt :)



hier der geile Kartoffelsalat :P



TAG 10 Sonntag 03.05.2015

Unseren letzten Tag verbrachten wir noch einmal mit Monique, Albert und Katja. Nach dem Aufstehen machten Philipp und ich erstmal wieder zum Zentrum von Kowloon und dort frühstückten wir in einem macaunesischen Restaurant und hatten wohl typisches Macaufrühstück (siehe Bild unten). Danach fuhren wir mit der U-Bahn von Tsin Sha Tsui nach Central und trafen uns dort mit den anderen und Changqi, einem chinesischen Freund von Katja. Wir hatten vor, an diesem Tag zu einem Strand ganz im Süden vom HK Island zu fahren und dort im Meer zu baden und uns ein bisschen Stanley, die dortige Gegend, anzusehen. Als wir das kleine Örtchen bei Stanley (bin mir auch nicht so sicher, ob das jetzt der Bezirk oder der Ortsname oder was ganz anderes ist :D) erreichten, schlenderten wir erst einmal ein wenig durch den Markt, der sich in dessen Zentrum befand. Dort kaufte ich mir dann noch ein Armband (so wie ich es bis jetzt auf nahezu jeder Reise innerhalb dieses Jahres getan habe), einen Fächer (ohne müsste ich sterben und meiner ging am vorherigen Tag leider kaputt) und eine Badehose (hatte gar keine mit nach China genommen und angesichts des Tagesplanes war es ja klug, eine zu kaufen).
Danach machten wir uns auf den Weg zu einem der vielen, verlassenen Strände und liefen eine knappe halbe Stunde verschiedene Stege entlang, bis wir den gewünschten Ort erreichten – klares Wasser, kaum andere Menschen, kaum Verschmutzung. Changqi und Monique blieben am Strand, denn Monique war … verhindert und Changqi kann nicht schwimmen. Für die, die es nicht wussten: sehr, sehr, sehr viele Chinesen können gar nicht schwimmen, denn Schwimmen als Spaß oder Urlaubsteil kennen Asiaten generell nicht so und das Reisen ans Meer ist für Asiaten kein wirkliches Urlaubserlebnis. Eher – wie überraschend – Sightseeing. Aber das ist jetzt ein anderes Thema. Wir zogen uns jedenfalls alle aus/um und dann ging es ins Meer. Und ich war glaube ich vor diesem Tag das letzte mal vor gut 10 Jahren in einem Meer schwimmen. Es war so schön – das Wasser war mild und bot eine absolut erleichternde Abkühlung vom ewigen Schwitzen. Wir schwammen und redeten und tollten und ich war einfach nur glücklich. :) Als wir dann rausgingen, verweilten wir ncoh ein ganzes Stückchen dort und unterhielten uns. Später (ach, hab ich vergessen zu erwähnen: an dem Strand gab es massig Seeigel!) ging ich mit meiner Kamera dann nochmal ans Wasser und fotographierte die Seeigel ein wenig. Sehr gefährlich sahen sie aus, aber das skurrilste war, dass die Tiere bereits offensichtlich tot waren, sich ihre Stachel aber dennoch langsam bewegten. Davon hab ich auch ein Video gemacht, das ist aber zu groß, um es hier hochzuladen. Jedenfalls waren diese Tiere wirklich sehr faszinierend, wenn auch gefährlich und irgendwie furchterregend. Wir gingen noch ein 2. Mal ins Wasser und nachdem wir uns wieder um-/angezogen hatten (und ich schon allein davon wieder total verschwitzt war), gingen wir wieder zurück. Auf dem Weg zurück in den Ort fanden wir noch ein paar wirklich krasse Tierarten, die ich auch gut vor die Linse bekommen habe. Wirklich verrückt, was sich in diesem tropischen Klima alles so herumtümmelt!
Wir holten uns dann noch ein Eis, setzten uns hin und beobachteten ein wenig andere Leute und als wir dann alle meinten, dass es einfach zu warm für weitere, große Unternehmungen sei, beschlossen wir, mit dem Bus wieder zurück zum Zentrum zu fahren. Dort verabschiedeten wir uns von den anderen und Philipp und ich fuhren nochmal mit der schönen Doppeldecker-Tram zum Ostende der Insel und spatzierten dort ein wenig herum. Wir hatten wie immer keinen genauen Plan, aber Katja meinte, dort gäbe es paar nette Restaurants. Da uns diese aber meist zu teuer waren, liefen wir einfach noch ein wenig dort rum und fuhren danach einfach wieder mit der U-Bahn nach Hause und hatten nochmal leckerschmecker Kebab und Pommes zum Abschied. Abends schrieb ich wieder ein bisschen Tagebuch und dann packten Philipp und ich unsere Sachen zusammen. Leider würden wir am kommenden Tag schon wieder zurück nach Peking reisen müssen und wie jedes Mal am Ende einer Reise haben Philipp und cih ein kleines bisschen weniger Lust, dort weiterzuleben, aber so ist es nun mal und die Zeit ist ja auch bald rum. Wir bereiteten uns also gut auf die Abreise vor und dann gingen wir frühs ins Bett.

macaunesisches Frühstück

vlnr.: Albert, Monique, Philipp, Changqi, Katja

rot, rot, rot, ...

Blicks aufs endlose Meer



Straaaaaaand


hier die faszinierenden Seeigel!

absolt typisch Chinese: die Kinder spielen und die Eltern sitzen beide am Handy..

Seeigel waren wirklich überall. man musste sehr vorsichtig sein!


verrücktes Räupchen :P

Gespenstheuschrecke!

und hier noch mehr verrückte Raupen..

und noch ein Vater, der auf sein handy starrt während das Kind spielt

süßes, koreanisches Paar

fettes Baby will eigenen Fuß essen <3

in HK gibt es viele thailändische Hausmädchen und auch Prostituierte - all diese haben am Sonntag frei und das ganze Zentrum war voll von solchen Orten, an denen sich die Thailänderinnen in riesigen Gruppen ansammelten und beisammen waren... verrückt irgendwie.

Ostende von HK Island


halloooo!

und hier noch ein Gruppenbild von uns bei Stanley :)




TAG 11 Montag 04.05.2015

Am Montag machten wir so gegen halb 9 los. Wir duschten, packten den Rest zusammen, holten uns beim 7/11 noch ein bisschen was zu Essen und stiegen in die U-Bahn. Wir fuhren wieder eine halbe Stunde bis ganz zum Nordende des Kong Konger U-Bahnnetzes. Danach ging es dann durch die Passkontrolle und wir verließen offiziell das Staatsgebiet von Hong Kong und befanden uns somit wieder in China. Danach ging es gleich wieder weiter mit der U-Bahn von Shenzhen. Während der 2 Stunden langen Fahrt verbrachte ich den Großteil damit, meine bis zu diesem Zeitpunkt schon für HSK 5 gelernten Vokabeln zu wiederholen, denn ich hatte mir das Buch mit dem Wortschatz mitgenommen. Die ganze Fahrt über saß eine junge Mutter mit einem unendlich nervenden und lauten Sohn neben mir und während der Sohn mich alle 3 Sekunden leicht getreten hat, quatschte die Frau ungezwungen ununterbrochen mit ihrer Freundin über den Ausländer, der neben ihr Chinesisch lernt. Entweder war sie so bescheuert uzu checken, dass wenn ich die Sprache lerne, ich auch verstehen kann was sie sagt, oder es war ihr einfach egal. Irgendwann als es uns zu viel wurde, drehte ich mich dann um und meinte „ist dir bewusst, dass ich jedes Wort verstehen kann?“. Da war sie still. Als der blöde Junge 15 Minuten später das halbe Abteil vollschrie, meldete sich dann auch noch Philipp und ließ es lautes, genervtes aiya 哎呀 los, was im Chinesischen Genervtheit oder Unzufriedenheit ausdrückt. Alle haben schon genervt geguckt, aber wie es eben in Asien so ist, traut sich keiner, den Mund aufzumachen und mal was zu sagen, das haben wir dann übernommen.
Nach der tollen Fahrt mit der U-Bahn kamen wir direkt beim Flughafen von Shenzhen an. Da wir noch weit über 4 Stunden bis Abflug hatten, begaben wir uns erstmal zu einem Starbucks und gönnten uns leckeren Schwarztee mit Milch und quatschten ein wenig. Danach holten wir uns noch ein bisschen zu Essen und irgendwann war es dann wieder soweit – ein weiteres Mal würde ich fliegen müssen. Ich wusste ja, dass ich viel reisen würde, aber so oft fliegen......... Nun ja. Der Flug war relativ okay, es wackelte wenig, ich verbrachte die meiste Zeit mit Musik hören und Vokabeln wiederholen und das beste von Allem war, dass der Flug absolut losflog und auch ankam. Was mir allerdings ziemlich stark in Erinnerung blieb, war der Moment, wo wir so langsam in den Luftraum von Peking gekommen und immer tiefer geflogen sind. Und zwar war das so, dass man oben strahlend blauen Himmel und Wolken und die scheinende Sonne hatte und ab einer ganz bestimmten Höhe war eine dunkelbraune Wand zu sehen. Smog. Ich kann das hier schlecht verschriftlichen, aber es sah so schlimm aus. Oben alles blau und wunderschön und dann, irgendwo mitten im Himmel einfach eine gewisse Höhe, ab der alles einfach nur noch dunkelbraun und dreckig war. Man konnte vom Flugzeug aus genau sehen, wie die Sicht unterhalb dieser Grenze schlechter wurde, je weiter man sehen wollte und man wurde so eindringlich daran erinnert, dass man in diesem endlosen, giftigen Dreck lebt und das war echt ziemlich schlimm, wie ich finde..
Nach Ankunft in Peking war der tag eigentlich relativ vorbei. Wir fuhren mit einem Bus zu einer nahegelegenen U-Bahn-Station, fuhren zurück zum Campus, gingen wie immer nach einem längeren Urlaub gleich ins Jiaozi-Restaurant und abends habe ich dann alles ausgepackt und meine Souveniers eingeordnet. Und das war es auch schon für den Tag.

zurück zum Festland

Shenzhens absolut futuristischer Flughafen - die sehen in China generell immer sehr individuell und besonders aus!

vorm Start

nach der Landung - irgendwo in der Nähe des Flughafen muss es ein großes Feuer gegeben haben

und hier mal der 10 Dollar-Schein von Hong Kong - aus Plaste und mit Loch, sehr witzig :P


Die Tage in Hong Kong waren wirklich unheimlich schön und ich habe die Abwechslung sehr nötig gehabt und daher sehr genossen. Die Mischung aus Großstadtdschungel und echter, unberühter Natur, die Mischung aus Asien und der omnipräsente Einfluss von England, die Mischung aus Asiaten und Westlern und jeweils deren überall zu hörenden Sprachen – ein echter Melting Pot. Die Zeit dort war toll und ich würde definitiv wiederkommen, allerdings nicht mehr, wenn es so elendig warm ist!



Soooooooo. Das war Hong Kong. Ein ganzer Eintrag nur für den Urlaub. Der kommende Eintrag wird wieder denselben Charakter annehmen wie der Eintrag vor diesem hier, also nur noch besondere Tage, kürzere Erklärungen und wieder etwas bildlastiger. „Heute“ ist der 06.06. und bis Ende Juni werde ich noch in Peking leben. Ich werde mir also Mühe geben, bis dahin auf den aktuellen Stand zu kommen und dann vor meinen Reisen im Juli hier ein weiteres mal zu bloggen. Der Bericht über alles, was dann im Juli so passiert ist, wird der Vollständigkeit halber dann in Deutschland verschriftlicht werden.


Also, ich hoffe, es war nicht zu viel und die wenigen, die immernoch den Blog lesen – wie immer bin ich sehr dankbar, dass ihr euch die Zeit nehmt, die Früchte meiner stundenlangen Schreibarbeit zu lesen! Danke danke und bis bald!
Euer Thomi. :)

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