Samstag, 20. Juni 2015

Hey hey!

"Heute" ist der 07.06. und gestern habe ich meinen Blog über Hong Kong veröffentlicht. Da ich nur noch wenige Wochen hier in Peking habe und plane, bis zu meiner Abreise alles halbwegs aktuell zu bekommen, mache ich also gleich weiter. Ich hoffe, es wird klappen, Freunde!
PS: es hat geklappt ... :D


TAG 252 Dienstag 05.05.2015 bis TAG 255 Freitag 08.05.2015

In der ersten Uniwoche nach Hong Kong passierte recht wenig. Ich kam immer weniger zum Unterricht, weil er mir einfach zu zeitverschwenderisch wurde. Die Lehrer erzählen entweder immer wieder dasselbe, arbeiten strikt das Buch ab und lassen keinerlei Freiraum für kreative Unterhaltungen, lassen uns nur den Inhalt der Texte mit exakt denselben Phrasen aus dem Text nacherzählen oder terrorrisieren uns mit ihren grauenhaft quäkenden Stimmen. Ich verbrachte die Woche hauptsächlich damit, den gesamten Wortschatz von HSK 5 zu Ende zu lernen und am Ende jedes Tages nochmal alles bis dahin gelernte zu wiederholen. So schaffte ich in 4 Tagen 80 Seiten Vokabeln. Ansonsten habe ich in der Woche mal mit Alicja, meiner engsten Schulfreundin, und meinem Bruder geskypt.


TAG 256 Samstag 09.05.2015 bis TAG 262 Freitag 15.05.2015

Die kommende Woche war eigentlich fast genauso unspektakulär. Ich habe jeden Tag daheim gegessen und 2 HSK 5 Probeprüfungen gemacht, um mich auf die anstehende Prüfung am 16.05. vorzubereiten. Und da ich der Meinung war, dass das viel wichtiger sei, als zu diesem sinnlosen Unterricht zu kommen, schwäntzte ich fast die gesamte Woche und erledigte immer mind. 1 der 2 Prüfungen in der Zeit, in der die anderen Unterricht hatten. Ich hätte es zeitlich sicher hinbekommen, beides zu machen, aber wirklich, ich verpasse wenig und was ich verpasse, kann ich aufholen. Sonst bin ich ja nicht so der Schwänzer, aber wenn ich eh nichts lerne und mich nur unterfordert fühle, kann ich es auch lassen. Jedenfalls schaffte ich in den 7 Tagen 13 Prüfungen und fühlte mich so sehr genau in den Ablauf und die Anforderungen der Prüfung hinein. Die Ergebnisse jedoch variierten ein wenig. Insgesamt kann man 300 Punkte bekommen, bestehend aus 100 für den Hör-, 100 für den Lese- und 100 für den Schreibteil. Bestanden hat man ab 60 %, also 180 Punkten. Bei meinen ersten beiden Tests erreichte ich glorreiche 192 und 186 Punkte. Das war niederschmetternd, aber in den folgenden 11 Tests pendelte das Ergebnis immer zwischen 220 und 250. das war auch nicht ideal, da ich mir für die Prüfung schon so um die 250 erhoffen würde, aber immerhin
Ansonsten skypte ich am Muttertag noch mit meiner Mutter und am Vatertag mit meinem Vater. Meine Mutter verbrachte den Tag nur mit meiner großen Schwester, denn der kleine Sohn gammelt in China rum und der große Sohn reist momentan mit seiner Frau durch die Staaten. Da war sie verständlicherweise ein wenig traurig, aber kommendes Jahr wird die ganze Bande sicher wieder vereint sein. Wir unterhielten uns ein wenig über meinen Urlaub in Hong Kong und ihren Urlaub in Italien, den sie ein paar Wochen zuvor mit meinem Stiefvater unternommen hatte. Mit meinem Vater quatschte ich auch wieder über meinen HK Urlaub und vieles anderes. Außerdem bemerkte ich in meinem Gespräch mit meinem Vater, dass ich nur noch 6 Wochen in Peking zu leben habe und heute (immernoch 07.06.) sind es nur noch genau 3 Wochen. So langsam werde ich ziemlich unruhig bei dem Gedanken und eigentlich habe ich keine Lust, so schnell schon zu gehen. Ich hab so einige Orte in Peking noch gar nicht gesehen, habe noch so einige Leute, die ich vielleicht gar nicht mehr wiedersehen werde, weil ich noch so unheimlich viel zu erledigen habe und ich habe. Ein wirklich seltsamer Gedanke, denn wenn man für ein Jahr ins Ausland geht, denkt man, man hat ewig Zeit und dann dies und das jederzeit noch machen, doch dann ist es einfach vorbei und du hast die Hälfte nicht geschafft..
An dem Abend an dem ich mit meinem Vater geskypt habe, war ich dann noch mit Philipp Jiaozi 饺子 essen und da hatten wir eine wirklich interessante Unterhaltung. Ich erzählte ihm, wie mir mein Vater sagte, dass meine Großeltern bei der 80. Geburtstagsfeier meines Opas letzte Woche fast nur über mich redeten und sich offenbar seit meiner Abreise nach China vieles nur um mich drehen würde. Er sagte, sie erzählen ständig davon, wie ihr Enkel ein Jahr nach China ging und warum und wieso und wie und überhaupt. Auch meine Mutter war zu Beginn meiner Abreise noch ganz stolz und meinte, wie würde jedem, den sie kennt, erzählen, dass ihr Sohn gerade in China lebt und mein Vater meint auch ständig, er würde alle Hüte vor mir ziehen. Ich meinte zu Philipp, dass ich das ganze Loben ständig für fast schon ungerechtfertig halte, denn seit ich hier in China bin, lebe ich (außer, wenn ich mal reise) ein genauso langweiliges Leben wie auch in Deutschland. Ich sitze in meinem Zimmer und spiele am Computer, ich höre Musik, ich lese, ich rede, ich geh essen und ich lerne – nur eben in China. Es gab kein richtiges Ende der Unterhaltung die wir dann hatten, allerdings meinte auch Philipp, man soll das Leben im Ausland nicht so kleinreden, doch ich finde nach wie vor, dass es das ewige Lob fast nicht wert ist, aber schlimm ist es manchmal ja auch nicht. :P

letztens im Internet gefunden: Pässe von Chinesen mit witzigen Namen.
dieser junge Kerl hier heißt Gao Fushuai 高富帅 und gao 高 heißt "groß", fu 富 heißt "reich" und shuai 帅 heißt "schön" und in China ist genau diese Bezeichung (gao fu shuai) die Bezeichnung für das absolute Schönheitsideal in Asien. :D

der hier heißt einfach "He Hehe", was ja an sich schon ziemlich blöd ist :D

haha, und der hier heißt Zhi Fubao 支付宝  und Zhifubao 支付宝 ist gleichzeitig der Name einer in China sehr oft benutzten Online-Zahlungsart, vergleichbar mit Paypal in Europa. :D



TAG 263 Samstag 16.05.2015

Soo. Der großer Prüfungstag. Nachdem ich natürlich superschlecht geschlafen und den ganzen Vormittag nichts gegessen hatte, machten Philipp und ich uns auf zur Beijing Language University (Beijing Yuyan Daxue北京语言大学), denn dort würden wir unsere Computer-basierte Prüfung ablegen. Eigentlich würde die Uni mir die schriftliche Prüfung bezahlen, aber da man bei der am Computer die ganzen Schriftzeichen nur von der Lautschrift her kennen und nicht exakt schreiben können muss, entschied ich mich für die. Wir fuhren mit dem Bus hin und fanden den Prüfungsort. Und nachdem ich vor lauter Nervosität fast abkratzte, ging es los. Der Hörteil war leichter als in meinen Probeprüfungen, das Leseteil war in Ordnung, aber zu kurz, sodass ich bei den letzten Fragen raten musste und der Schreibteil war auch so lala. Nach etwas mehr als 2 Stunden war der Test vorbei und ich hatte es weg. Philipp war befreit, aber ich hatte noch eine weitere Verpflichtung. Und zwar müssen die Hanban-Stipendiaten (zu denen ich zähle, aber nicht Philipp) sowohl die HSK 5, als auch die HSKK Mittelstufe (mündliche HSK) ablegen und diese würde 40 Minuten nach Beendigung meiner HSK auf meinem Campus auf der Renda anfangen, wir mussten uns also ein Taxi suchen und hoffen, dass ich rechtzeitig ankommen würde. Anderenfalls könnte ich den letzten Monat Taschengeld vom Stipendium streichen. Glücklicherweise schaffte ich es aber. Ich erreichte den Ort, meldete mich an und wartete. Die Mitelstufe von HSKK war auf HSK 4 Niveau, sodass ich keinerlei Vorbereitungen unternahm. Alle Prüflinge saßen gemeinsam in einem raum, hatten Kopfhörer mit Mikrofonen auf und dann hatte jeder seine Prüfung. Normalerweise hat man bei einer mündlichen Prüfung ja jemanden, der einen prüft, mit dem man redet. Nicht so in China, dort höen wir alle dasselbe und müssen zur selben Zeit alle dasselbe beantworten. Erst 10 Sätze nachsprechen (immer dieses dumme Nachsprechen...), dh. alle im Raum sprechen zur selben Zeit denselben Satz nach. Danach hatte man 10 Minuten Zeit und musste dann insg. 8 Minuten über 2 Bilder und 2 Fragen referieren. Das wars. Doch weil es eben China ist und nie etwas glatt läuft und keiner Ahnung von irgendwas hat, fiel den Prüfern am Ende auf, dass man das, was wir in die Mikrofone sprachen, nicht deutlich genug hören kann. Kurzerhand mussten wir den Raum wechseln und die gesamte. Prüfung. Nochmal. Machen. Man hätte inene Vorteil könnte man denken, weil wir die Sätze und Themen so schon kannten, doch wenn man 2 Stunden HSK hat, dann durch die Stadt rast und 2 mal eine andere Prüfung hat, lässt irgendwann die Konzentration nach. Aber egal, wir haben es gemacht, uns danach ausgetauscht und dann ging ich heim. ICH WAR BEFREIT. Endlich waren die 7 Wochen Arbeit vorbei und ich konnte wieder schöne Dinge tun..
Übrigens, das Ergebnis der HSK wurde am 05.06. im Internet veröffentlicht und ich habe 241/300. Ist nicht das allerbeste Ergebnis, aber ich kann gut damit leben! :)




TAG 264 Sonntag 17.05.2015

An dem Tag war internationaler Tag gegen Homophobie und die britischen Botschaften auf der ganzen Welt veranstalteten diesbezüglich Events – so auch in Peking. In einem der Hutongs von Peking befand sich eine Art Schwulen- und Lesbentreff, wo alle paar Wochen verschiedenste Veranstaltungen stattfinden und an diesem Tag würde man den britischen Film „Pride“ (Jiao'ao 骄傲) zeigen und anschließend über den Film und andere Themen diskutieren. Und da Philipp und ich den Lernstress hinter uns gelassen hatten und jetzt mal wieder war erfreulicheres unternehmen wollten, dachten wir uns, wir gehen mal dahin.
Anfangs war es ein wenig unangenehm, denn jeder dort schien sich zu kennen und ich bin ja generell nicht so der kontaktfreudigste Mensch. Ich und Philipp blieben erstmal unter uns, bis wir Bulat und Jean-Baptiste trafen, einen schwulen Russen und Franzosen, die auch bei uns an der Uni Sprachkurse haben. Wior unterhielten uns ein wenig und ich entspannte mich etwas mehr. Dann ging es runter in den Keller zum Film Gucken. Der Film basierte auf einer wahren Begebenheit und handelt von eienr Gruppe Schwuler und Lesben welche die Minenarbeiter in den frühen 80ern zu unterstützen versuchten, da diese (wie auch Homosexuelle) zur Außenseitergruppe der Gesellschaft geworden waren. Das Hauptziel wurde nicht erreicht, aber um den Schwulen und Lesben zu danken, marschierten dann mehrere 1000 Minenarbeiter an einem Gay-Pride-Day in den späten 80ern mit, um ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen. Ein wirklich mitreißender Film und wirklich weiterzuempfehlen!
Anschließend ging die Diskussion los und man redete über alles mögliche, angefangen bei Kritik und Lob am Film bis hin zu AIDS Problemen, Unterschieden zwischen Großbritannien und China heute und damals, persönlichen Erfahrungen, Offenheit und auch Sexualunterricht und Aufklärung. Alles in allem war die Veranstaltung wirklich wahnsinnig interessant und schön zu sehen und zu wissen, dass es auch frei denkende Geister in dieser Stadt gibt. Danach gingen wir heim, aßen Jiaozi und abends wurde ncihts mehr unternommen. Alles in allem ein guter Tag!

unterwegs fanden wir einen Fahrer eines großen Resiebusses, wie er am Straßenrand im Laderaum an der Seite des Busses ein friedliches Nickerchen hielt. einfach klasse. :D:D



TAG 265 Montag 18.05.2015

Am Montag hab ich nach dem Unterricht meine Haare abschneiden lassen wollen, denn sie waren zu lang gewurden und ich wollte es nicht wirklich selbst machen. Ich suchten den von Marina empfohlenen Friseur etwa eine Stunde lang und nachdem ich 4 Leute gefragt und 4 verschiedene Wegbeschreibungen (und alle waren vollkommen überzeugt, es sei der richtige und einzige Weg) bekommen hatte, ging ich total wutentbrannt nach Hause, fluche auf Chinas verdammte ineffizienz und nahm, in einem Wohnheimszimmer angekommen, kurzerhand die Schere und schnitt mir so viel Haar ab wie möglich. Danach sah ich aus wie ein gerupftes Huhn, aber da mir das in dem Moment total egal war, machte ich einfach weiter mit dem Rasierer. Ich schor und schor und schor und hatte am Ende einen ganzen Millimeter übrig. 
Nachdem ich Philipp mit meiner radikalen Tag ziemlich schockiert hatte und er mich die ersten Momente kaum ansehen konnte (nicht weil ich entstellt aussah oder so was, sondern weil er es einfach nicht so mochte :D), gingen wir Essen. Nichts besonderes, aber ich möchte euch ein Bild von dem Obstsalt zeigen, den wir hatten. Eigentlich auch ganz normal, wäre das Dessing nicht MAYONNAISE gewesen. Keine Ahnung, was sich die Chinesen da wieder haben einfallen lassen, aber es war nicht gut und die süße Banane mit dem würizgen Mayonnaisegeschmack war wirklich nicht mehr so gut.

yam yam yam ...
Achso, und weil ich es in keinen genauen Tag packen kann: ich hatte eigentlich vorgehabt, Anfang Juni nochmal für ein Wochenende nach Shanghai 上海 zu fahren, aber da ich finanziell nicht ganz im Rahmen bin und weil ich eigentlich auch gar keine Lust habe/hatte, schon wieder groß wegzufahren (ihr werdet es kaum glauben, aber das ist doch ziemlich anstrengend jedes Mal), beschloss ich, es zu lassen und Shanghai während der Resiezeit im Juli abzuklappern. Generell beschlossen Philipp und ich, den Juli gemeinsam zu reisen, denn seine Familie würde ihn nicht besuchen kommen und da bot es sich ja an. Ganz zu Beginn sprachen wir über Süd-Korea und Japan, doch dorthin zu fliegen ist unheimlich teuer und weder er noch ich haben so abartig viel Geld über, dass wir es uns guten Gewissens leisten können. Wir wissen ja aber beide, dass wir 100%ig nicht das letzte Mal in China leben werden, von daher rennt es nicht weg. Wir redeten darüber, nochmal 1 ½ Wochen nach Taiwan zu fliegen (er war noch nie in Taiwan und ich würde gerne den Süden mal sehen, das habe ich bei meiner Reise Anfang 2015 leider nicht geschafft) und danach mal nach Suzhou 苏州 (da lebte Philipp mal ein Jahr lang), Shanghai und Qingdao 青岛 (ehem. deutsche Kolonie und berühmt für Bier :P) zu fahren, der Plan stand aber zu em Zeitpunkt noch nicht ganz fest.


TAG 267 Mittwoch 20.05.2015 und TAG 269 Freitag 22.05.2015 bis TAG 271 Sonntag 24.05.2015

Am Mittwoch traf ich mich seit langer Zeit mal wieder mit Lanxi und Tina. Tina ist Lanxis Mitbewohnerin und natürlich auch Chinesin, aber Lanxi teilte mir nie ihren chinesischen Namen mit, deshalb heißt sie für mich nur Tina. :D
Wir verabredeten uns halb 7 zum Essen und quatschten danach fast 3 Stunden lang über ganz verschiedene Dinge. Von Hong Kong, Taiwan und Haerbin, über HSK, Finnland (Lanxi geht kommendes Semester für 4 Monate nach Finlland), Deutschland und dessen Schulsystem, bis hin zu den Unterschieden zwischen Deutschland, Finnland und China, den verschiedenen Schüler-Lehrer-Beziehungen zwischen Deutschen und Chinesen und und und. Es war wirklich ein toller Abend und ich konnte endlich mal wieder massenhaft Chinesisch reden. Das tolle ist, dass ich bei Lanxi keine wirkliche Angst habe, Fehler zu machen, denn Chiensen, die auch Fremdsprachen lernen (sie lernt Deutsch und Englisch), verstehen die Lage sehr gut und gehen demzufolge besser mit solchen Leuten um. Jedenfalls hatte ich jede Menge Spaß und wir verabredeten uns sogar für kommenden Freitag mal zum Federballspielen….

…. was wir am Freitag dann auch taten! Lanxi und Tina bestellt in der riesigen Sporthalle der Uni ein Feld vor und wir hatten eine Stunde Zeit. Philipp spielt ja recht gut Federball und Lanxi, Tina und ich eher so freizeitlich. Jedenfalls spielte ich mit Lanxi gegen Philipp und Tina und nachdem eine Stunde rum war, war ich so ausgepowert, wie schon seit langer langer Zeit nicht mehr. Da ich nie wirklich Sport treibe, hab ich auch keine wirkliche Ausdauer und Übung und so geschah es, dass ich das kommende Wochenende den schlimsten Muskelkater meines Lebens bekam. Beine, Arsch, Arme ganz besonders, Rücken, Bauch und sogar in den Füßen hatte ich absoluten Muskelkater und ich durfte mich 3 Tage lang fühlen, wie als wäre ich innerhalb von einer Studne 90 Jahre alt geworden. Wirklich eine kleine Qual, aber wir hatten sehr viel Spaß und mit anderen zusammen Sport zu machen ist viel spannender und spaßiger als alleine zu schwitzen. :D
Das folgende Wochenende verbrachte ich damit, mich ein wenig selbstzubemitleiden, ein paar Hausaufgaben zu machen, sehr viel Blog zu schreiben, mich nicht um die Reiseplanung zu kümmern und faul herumzusitzen. Aber ich hab ja immerhin auch Sport gemacht, da verdiene ich eine kleine Pause........

endlich mal wieder etwas Sport :)





TAG 273 Dienstag 26.05.2015

Ihr seht, es geht mit schnellen Schritten voran. Nach Hong Kong und HSK passierte auch generell nicht mehr so viel – man entspannte sich, genoss die letzten Wochen irgendwie, schob die großen Verpflichtungen (Paket nach Dtl. schicken, die Julireise planen, das Weiterleben in Deutschland vororganisieren usw.) vor sich hin und versank zwischen Unikram, Blogschreiben, sich mit Freunden treffen und einfachem Nichtstun. Außerdem ist die Tatsache, dass es bereits seit fast 2 Wochen ununterbrochen über 30 Grad heiß ist, auch nicht gerade tatenanregend. Die Sonne knallt erbarmungslos herab und gepaart mit Smog erzeugt das keine sonderlich anregende Atmosphäre. :D
Jedenfalls, am Dienstag passierte genau genommen auch nicht sonderlich viel mehr. Allerdings hab ich im Internet eine recht interessante und aufschlussreiche Kurzdokumentation über die versmoggteste Stadt der Welt (Linfen 临汾, China) gefunden. Wer Lust hat, kann sich das ja gerne mal angucken. Beide Teile gehen insgesamt nicht länger als eine halbe Stunde.


so sehen Dinge in Peking aus, die über 4 Monate unberührt draußen stehen ...

... überzogen von einer fetten, braun-grauen Schicht Smog und Staub.

sogar mein Koffer, der seit meiner Ankunft im Wohnheim nur in der Ecke meines Zimmers stand, ist von dieser Schicht bezogen. gar nicht gruselig, neeein...


ABER, das was Wetter temperaturmäßig angeht, gewinnt Peking haushoch - wenigstens was :D


TAG 276 Freitag 29.05.2015

Am Freitag wurde es mal ein bisschen ruppiger in Jingdu (Zusammenfassungs-/Grammatikkurs). Die Lehrerin wurde uns Stück für Stück zu eintönig und alles was sie sagt klingt einstudiert, wird immer haargenau gleich betont, sie sagt imemr wieder dieselben Sätze und stellt immer wieder dieselben Fragen und man hat das Gefühl, ein Roboter sitzt vor einem. Irgendwann mussten wir wieder 2 Seiten Text erst dem Lehrer nachlesen, dass jeder ein bisschen und dann nochmal alle im Chor. Danach stellte sie (wie imemr) Fragen zu dem Text und irgendwann war es jedem zu viel und kein Mensch antwortete mehr, obwohl fast alle die Antwort wussten. Irgendwann, nachdem die Lehrerin zum 5. Mal ein- und dieselbe Frage exakt gleichbetont fragte und 10 Minuten Stille vergingen (man würde sonst ja weitermachen, aber nein, wir mussten warten und warten..), wurde sie langsam sauer und meinte, was wir denn bitte hier lernen würden. Ich meinte dann, sie sollte mal unsere unnütze Yuedu-(Lesen)Lehrerin fragen, was wir (nicht) lernen. Irgendwann löste sich ein bisschen die Spannung, aber genervt waren trotzdem alle. Jeder sagt ständig, wir können zu den Lehrern kommen, wenn was ist, aber wir haben mittlerweile so oft so offen Kritik aufgeübt und nichts passiert. Wir sagten ihr auch schon einmal, dass wir in unserem Kouyu-(Sprechen)Unterricht kein bisschen frei und selbst reden, aber die Lehrerin meinte nur „ja, aber das hier ist Jingdu und wir müssen das Buch weitermachen, wir haben jetzt keine Zeit zum Reden“. Und da wundern sich die Lehrer über mangelnde Mitarbeit.
Ansonsten hab ich mich halb 6 wieder mit Philipp und Lanxi 岚曦 getroffen, doch da wir dieses mal kein freies Badmintonfeld in der Halle bekommen haben, mussten wir draußen spielen. Was zT. ziemlich blöd war, denn dank des Windes mussten wir dem Ball ständig hinterherrennen. Also, war zwar witzig, aber es lief nicht so flüssig wie sonst. :D Nach einer Stunde Spielen setzten wir uns noch ein wenig hin und quatschten ein bisschen über Haustiere, Unterschiede zwischen Deutsch und Chinesisch und die gute alte Zukunft. Irgendwann wurde es spät und wir machen uns auf den Rückweg. Den Rest des Tages verschwendete ich mit am PC Gammeln und Schlafen. :)

kalte Tofustreifen mit Gräsersprossen

scharfer, scharfer Tofu mit Lauch - absolut göttlich..

und hier der unumschlagbare Beweis, dass Chinesen einfach nur scheiße im Einparken sind.


Tag 281 Mittwoch 03.06.2015 und TAG 284 Samstag 06.06.2015

Am Mittwoch bin ich nach dem Unterricht zusammen mit Philipp und Ke mal wieder raus aus dem Campus gefahren. Nahe des Zentrums gibt es ein altes, mittlerweile nicht mmehr genutztes Unigelände der Renda und nur Studenter der Uni dürfen das halb verlassene Gelände noch betreten und da wir zu diesen wenigen Tausend gehören, beschlossen wir, uns mal die alteuropäischen Gebäudekomplexe anzusehen. Das Wetter war an dem Tag perfekt – blauer Himmel, ein paar Wolken hier und da, kein Smog, ein bisschen Wind und 30 Grad. Fast hätte man denken können, man sei nicht in Peking, so sommerlich und echt war das Wetter. Wir fanden den Ort, bekamen nach Vorzeigen des Studentenausweißes Einlass und dann ging es hinein. Das Hauptgebäude war alt, sehr alt und wirklich wunderschön. Wir verbrachten die kommenden 3 Stunden damit, uns den alten Campus anzusehen, welcher vor über 30 Jahren gegen den Betonbaukasten ausgetauscht wurde, der jetzt die Heimatstätte der Uni und mein Wohnort ist. Und das allerbeste an diesem Ort war, dass es der wohl stillste öffentliche Ort innerhalb der ersten 3 Verkehrsringe von Peking ist, an dem ich je war. Wirklich, man hörte nur Vogelgezwitscher, Blätterrauschen, ein paar Leute die umher liefen und sonst nichts. Kein Autolärm, keine übertrieben lauten Lieder die aus jedem Laden hallen und auch sonst nichs. Es war, wie als wäre man an einen ganz anderen Ort gegangen, der gar nicht wirklich zu der Stadt passte. Später wanderten wir noch so ein wenig durch die Gegend und erkundeten die damaligen Studentenwohnheime und Unterrichtsgebäude, in denen jetzt ganz normale Menschen ihr stilles Leben leben. Irgendwann verließen wir den „alten Campusbezirk“ (Lao Xiaoqu 老校区) und machten und wieder auf den Weg. Da wir aber schon mal draußen unterwegs waren und alle nicht so recht Lust hatten, schon wieder auf oder bei dem Campus zu essen, suchten wir mit Kes Hilfe noch nach einem guten Restaurant. Wir suchten eine knappe Stunde (ganz normal) und fanden einen Inder, bei dem wir gutes Essen für erschwingliche Presie fanden. Danach ging es nach Hause zum Wohnheim und ich verbrachte meinen restlichen Tag damit, den Blogtext für Hong Kong weiterzuschreiben. Ein netter Tag. :)

zu renovierendes Eingangsgebäude




stille Gänge

Ke :)

und nochmal Ke - offensichtlich nicht erfreut, dass ich sie fotographiere :D


überall fand man verlassene Fahrräder ..


.. und leere Gänge

so schöne Fassaden und so schönes Wetter

ein sog. "Mondtor"



wirklich ein interessantes Motiv. ein Rollstuhl, hinter Gittern.


Indisch <3

Am Donnerstag hatte ich wieder Kouyu (Sprechen) und unsere Lehrerin schoss absolut den Vogel ab. Jeden Morgen sieht die gute Frau nämlich aus, als hätte sie entweder keine Minute geschlafen oder als wäre sie vor einer Minute erst aufgestanden. Augen so klein wie Knöpfe, vollkommen zerzaustes Haar, ein Stimme wie sonst was und absolut nicht bei der Sache.
An dem Donnerstag ist sie dann einfach mal vorm Unterricht eingepennt und ich konnte sich die erste halbe Stunde gar nicht richtig anschauen, weil das Massaker so verstörend war. Ich denke das nächste mal frag ich sie, was zum Teufel sie da tut.

Ansonsten war ich nach der Uni mal wieder mit Marina im Jiaozi-Restaurant und unterhielten uns stundenlang über alle möglichen Dinge. Ein wirklich netter Mittag und der Abend wurde sogar noch besser, denn an diesem Tag war Johanna mit Ines, ihrer Besten Freundin, zusammen in Peking und da sie an dem Abend nichts besonderes vor hatten, verabredeten wir uns mit ihnen zum Essen. Wir gingen in ein gutes Nudelrestaurant in der Nähe unserer Uni und quatschten den ganzen Abend lang. Später gingen wir zu uns auf den Campus, holten uns Bier und Eis, setzten uns vor Philipp und mein Wohnheim und setzten dort das Beisammensein fort. Gegen um 10 mussten die beiden wieder los, denn in Peking fahren die U-Bahnen ja klugerweise nur bis 11. zwar hab ich Johanna nur sehr kurz gesehen, aber es war dennoch sehr schän und wir hatten wieder mal viel Spaß zusammen. :)

Freitag war mal wieder Xiezuo (Schreiben) fällig und da ich fast nur noch schwänze und auch keine Aufsätze mehr einreiche, bin ich mal wieder hingegangen. Ein Fehler, denn die letzte halbe Stunde verbrachte ich nur damit, mir meine Ohren zuzuhalten, weil ich ihr quälendes Gekreische einfach nicht mehr ertragen konnte und ihr ungern ins Gesicht sagen wollte, dass sie gefällt die Klappe halten soll. Nach dem Unterricht gingen Philipp und ich zur Post um uns mal darüber zu informieren, wie wir denn am besten Pakete von China nach Deutschland schicken können. Er empfahl uns etwas und gab uns schon mal Kartons mit, die wir dan vorpacken sollen. Wenn wir das Paket dann wegschicken wollen, sollen wir einfach wiederkommen, sie überprüfen den Inhalt und dann geht es weg – doch so leicht. :)
Außerdem haben Philipp und ich uns wie auch die letzten Freitage mit Lanxi und Tina getroffen um was sportliches zu machen. Da es aber wieder keine Badmintonfelder gab und draußen spielen auch nicht so toll war, entschieden wir uns für Tischtennis. Zwar war es nicht so ausgelassen und fordernd wie Federball, aber wir hatten wirklich viel Spaß. Und das vorallem, weil wir absolut nicht ordentlich spielten, sondern Hände, Füße, Wände, Decken und auch mal andere Personen dazu benutzen, das Spielfeld auszubauen. Gelegendlich spielten wir auch ganz ohne Platte, genau wie bei Federball. Wir tauften das Spiel suibian qiu 随便球 („beliebig-Ball“), da wir so ziemlich jede Ballspielart mit einbauten.

BISASAAAM!
seit einigen Tagen sieht man überall auf dem Campus Gullideckel, die entweder mit bestimmten Bildern oder manchmal auch einfach abstrakt bemalt wurden - schöne Sache!

Ach und vielleicht auch erwähnenswert ist, dass es hier in den letzten 4 Tagen so viel geregnet hat wie in den letzten 9 Monaten nicht. Seit nun über 4 Wochen ist das Wetter stets über 30 Grad und wird auch die nächsten 3 Monate nicht weiter sinken. Da Pekings Luft sich aber durch die ständige Hitze sehr auflädt, es ja aber hier sonst nie regnet, ergießt sich der Regen in Peking im Sommer manchmal tagelang ununterbrochen und so hatten wir seit ein paar Tagen ständig überflutete Straßen, Gewitter und Millionen von absolut panischen Chinesen. Das Wetter im Sommer ist absolut anders als das im Winter. Klar, dass es im Sommer wärmer ist, aber es gibt mittlerweile wieder viele Tage, wo die Luft nahezu komplett unverschmutzt ist und auch Wolken sieht man mittlerweile wieder öfter. Eigentlich ganz nett, und da die Luftfeuchtigkeit immer noch weit weniger ist als zum Beispiel in Leipzig oder Taiwan, kann man auch mit den 30 Grad noch gerade so leben.

Am Samstag hab ich den Eintrag zu Hong Kong dann veröffentlich. Witzig, „heute, hier und jetzt“ ist der 08.06. und ich habe es innerhalb von 2 Tagen geschafft, diesen Eintrag bis zu diesem Tag zu schreiben und bin somit eigentlich schon wieder bei der Aktualität, denn der Tag, über den ich hier schreibe ist gerade mal vorgestern gewesen. Hätte nicht erwartet, dass ich es überhaupt nochmal hinbekomme, den Blog auf dem aktuellen Datum zu halten. Da ich zum jetzigen Zeitpunkt (Zeitpunkt, an dem ich das hier schreibe) aber noch knapp 3 Wochen in Peking habe, werde ich wahrscheinlich noch etwas warten mit dem Veröffentlichen dieses Eintrages, damit ich die letzten interessanten Tage vor der Abreise hier auch noch reinpacken kann. Also, weiter im Text.
Am Samstag haben Philipp und ich beschlossen, was wir im Juli machen wollen. Wir guckten nach Flugtickets nach Taiwan und stellten fest, dass wir mindestens 400 € würden zahlen müssen und da würde sich erst ein Aufenthalt von mind. 2 Wochen lohnen, doch dann hätten wir nicht mehr genug Zeit, Suzhou, Shanghai und Qingdao zu sehen, denn diese Städte würden wir auf jeden Fall nochmal bereisen wollen. Würden wir aber mehr Zeit für diese Städte einfordern, würde sich das mit Taiwan nicht mehr rentieren. Wir beschlossen, Taiwan den Laufpass zu geben, denn auch wenn es ein wirkliches Traumland ist, ist es Mitte Juli im Süden von Taiwan meistens so um die 40 Grad aufwärts und es ist Hauptreisezeit und da würde sicherlich keiner von uns viel Spaß dran haben. Wir beschlossen, erst mit dem Flugzeug nach Chengdu 成都 zu fliegen und uns dort ein paar Tage aufzuhalten. Chengdu ist außerdem der einzige Ort in China, in dem man Pandas sehen kann und das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Darüber hinaus gibt es dort eine Art Nationalpark und Marina, die dort schon mal war, meinte, es sei mit Abstand der schönste Ort, an dem sie in ihrem Leben bisher war. Nachdem wir ein paar Tage in Chengdu verbrachten haben werden, wollen wir nochmal nach Chongqing 重庆 fahren. Chongqing ist nicht weit weg von Chengdu und mit weit über 33 Millionen Einwohnen die von der Bevölkerungszahl her größte Stadt des Planeten. Dort würden wir auch nochmal so 2 3 Tage bleiben wollen und dann würden wir mit entweder Flugzeug oder Zug nach Jiangsu 江苏 fliegen/fahren. Jiangsu ist die Provinz, dessen Hauptstadt Nanjing 南京 ist und in der sich auch Suzhou 苏州 und Hangzhou 杭州 befinden. Und die beiden zuletzt genannten Orte wollen wir danach besichtigen, denn Philipp lebte einst in Suzhou und möchte ein paar alte Freunde wiedersehen und Hangzhou soll generell extrem schön und natürlich sein. Da ich Shanghai eben gerne noch sehen wollen würde, beschlossen wir, danach noch ein paar Tage nach Shanghai 上海 zu fahren und uns dort die schönsten Stellen anzusehen. Danach würden wir über Qingdao 青岛, was direkt am Meer liegt und bekannt für gutes Bier und schöne deutsche Architektur sein soll, zurück nach Peking fahren und unseren allerletzten Tag in China noch ein mal dort verbringen, bevor wir dann am 21.07. nachts von Peking aus über Abu Dhabi nach Frankfurt zurückfliegen würden. Ein langer und sicherlich sehr spannender Reiseplan und ich hoffe, alles wird so klappen, wie wir es uns vorstellen. Jetzt müssen nur noch Tickets gekauft, Hostels gebucht und Unternehmungspläne geschmiedet werden, dann kann es losgehen! :)


TAG 285 Sonntag 07.06.2015

Sonntag. Am Sonntag haben Philipp und ich uns mit Frau Drinhausens Tochter Katja und ihrem Freund Jonas getroffen. Wir hatten vor, zur Marco-Polo-Brücke zu gehen, welche sich ziemlich weit weg vom Zentrum im Süd-Westen der Stadt befindet. Wir waren nicht sicher, ob das Wetter uns nicht einen Strich durch die Rechnung machen würde, aber außer einem bewölkten Himmel und Niesel hier und da passierte auch den ganzen Tag über nichts Schlimmes. Wir trafen uns nach knapp anderthalb Stunden Busfahrt gegen halb 1 an der Brücke und sahen uns dort ein wenig um. Schon verrückt. Wenn man von Leipzig aus eine anderthalbe Stunde Bus fährt, ist man bei günstigen Bedingungen schon in Dresden oder Berlin. Wir fuhren genauso lange in Peking und schafften es von halbzentral Nord-Westen bis außerhalb Süd-Westen. Wir schlanderten ein wenig auf der Brücke entlang, gestaunten die vielen verschiedenen Löwenskulpturen und begaben uns dann auf das angrenzende Parkgelände und ließen uns unter einem gemütlichen Pavillion nieder. Die Brücke war Ende der 30er Schauplatz einer sino-japanischen Schlacht und wurde somit zum Ursprungsort des gleichnamigen Krieges. danach wurde sie hauptsächlich von außerhalb lebenden Bauern benutzt, um Obst in das Stadtzentrum zu karren. Heute ist es eine weitere kleine Sehenswürdigkeit, für die sogar Eintritt verlangt wird. Wir unterhielten uns ein wenig, bis wir dann beschlossen loszuziehen und uns in der Nähe was zu Essen zu besorgen. Leider (war ja immerhin Nachmittag und eher Vorstadtgebiet) fanden wir nichts brauchbares (bzw. halbwegs sauber wirkendes) und entschieden uns somit, einfach weiter im Plan zu machen.
Wir schnappten uns ein Taxi und fuhren eine knappe Stunde lang nur gen Norden, bis wir irgendwann im Nord-Westen genauso weit vom Zentrum beim botanischen Garten von Peking ankamen. Wir dachten uns, da wir alle 4 noch nie bei diesen 2 Orten waren und Philipp und ich nur noch wenig Zeit in Peking übrig hatten, könnten wir ja noch ein paar sehenswertere Stellen besuchen. Der Garten/Park sah an sich aus wie jeder andere Park, nur war er manchmal gespickt von etwas größeren Teichen und es gab hier und da noch ein paar schönere Ecken als sonst. Zuerst zog es uns aber in das „Gewächshaus“, ist zumindest die Übersetzung, die dem am nächsten kommt. Aber genauso wie die Parkanlage dort war auch das große Gewächshaus auf den ersten Blick nicht sonderlich aufregend. Die meisten Pflanzen wurden einfach nur in ihren schwarzen Plastetöpfen gelassen und entweder halb eingegraben oder mit Erde halb zugeschüttet. Manchmal standen sie auch einfach nur so in Töpfen da und es kam kein wirklich tropisches Klima auf. Haha. Klima. Witzig. Alles war halb vertrocknet und sah ungepflegt aus. Die Bidler die ich gemacht habe lassen alles vielleicht ganz schön aussehen, aber das sind letzten Endes auch nut gewählte Ausschnitte und alles in allem war das erste Stockwerk nicht wirklich umwerfend. Allerdings, als wir in das obere Stockwerk gingen, stießen wir auf die Abteilung mit den Wüstenpflanzen und da waren wirklich, wirklich außergewöhnliche Pflanzen dabei und so einige auch wirklich faszinierend schöne. Nachdem wir das Gewächshaus dann verlassen hatten, gingen wir nochmal kurz in den „Bonsai-Garten“, welcher wirklich sehr schön war. Stille, altmodische Gebäude und Natur wo man auch hinsah. Dort blieben wir gerne noch ein ganzes Stückchen und genossen einfach die Natur die sich uns im Vorder- und Hintergrund bot. So gegen kurz vor 5 übermannte uns dann doch so langsam der Hunger und nachdem wir uns auf ein Lokal geeinigt hatten, gingen wir wieder raus und zur Bushaltestelle.
Wir warteten kurz auf den passenden Bus und dann ging es los. Wir entschieden uns für das vegetarische, buddhistische Restaurant in Wudaokou, in dem Philipp und ich schon einige Male waren. Da Wudaokou eher zentral Norden ist und wir uns sehr sehr weit außerhalb des Zentrums befanden, dauerte die Fahrt bis dahin eine ganze Stunde und so erreichten wir das Restaurant um Punkt 6 Uhr, was doppelt Pech bedeutete. Pech, weil man in guten Restaurants in China immer warten/anstehen muss (viele Leute, guter Ruf, blabla) und Pech, weil absoolut alle Chinesen Punkt 12 Uhr Mittag und Punkt 18 Uhr abends essen wollen. So endeten wir damit, dass wir sage und schreibe eine Stunde warten mussten, bis ein Tisch für 4 frei wurde und wir an der Reihe waren. Wir hatten uns vorher schon überlegt gehabt, was wir bestellen wollten und so kam das Essen auch super schnell. Wir hatten würzig-scharf frittierten Lotus, aus Seitan gemachte Fleischbällchen, ein sehr beliebtes Hühnchengericht bei dem das Hünchen durch Tofu und die Zwiebeln durch Rettich ersetzt wurden, kalte „Fleisch“streifen mit Paste aus Bohnen und Seitan, ohne Gewürze angebratenen Lauch, süß-sauren „Fisch“ mit Ananas, sehr würzige Rosmarinkartoffeln, Reis und einen mild-herben Grüntee. Das war mit Sicherheit eines der besten, chinesischen Essen, dass ich je hatte und mir kann nie wieder jemand erzählen, dass sich vegetarisch nicht gut essen lässt. Der knusprige Lotus, die würzigen Kartoffeln, die Seitanpaste...... Ich hatte eigentlich vor, Bilder davon zu machen, aber da die Gerichte ja nicht alle auf einmal kamen und wir am Verhungern waren, hab ich es leider vergessen. Wir tranken danach gemütlich unseren Tee und erzählten noch ein bisschen. Katja arbeitet bei der Hanns-Seidel-Stiftung in Peking und meinte, dass Philipp und ich gerne nochmal vorbeikommen sollen, bevor wir China verlassen. Sie meinte, wir könnten uns mal umsehen und uns erzählen lassen, was die Stifung so vertritt und was für Arbeiten sie hier in China so tätigen. Ein wirklich tolles Angebot und sicherlich ziemlich hilfreich für unser Studium. Außerdem bot uns Katja an, dass wir, nachdem wir bei ihr auf Arbeit waren, mit zu ihr nach Hause fahren und chinesisch kochen könnten, denn als wir auf unseren Tisch warteten, fragte ich sie, ob sie denn chinesisch kochen kann. Und was für eine Frage – natürlich kann sie das, sie lebt schon seit fast 8 Jahren in Peking. Ich frag mich sowieso, warum ich sie nicht schon viel eher gefragt habe, denn ich wollte generell mal wissen, wie man so einige Gerichte macht. Sie meinte, dass sie es mir gerne zeigen würde und dann könnte ich mir das Rezept aufschreiben und mit nach Deutschland bringen. Das wäre toll!!
Wir waren mit dem Essen so gegen 8 rum fertig und machten uns dann auf den Weg. Katja und Jonas würden mit der U-Bahn fahren und ich suchte Philipp und mir einen Bus heraus, der uns direkt zum Campus bringen würde. Wir gingen heim, ich schrieb Tagebuch und ließ den Abend ruhig ausklingen. Und ich muss sagen, dieser Sonntag war der seit langer Zeit schönste Tag in Peking, den ich so hatte. :)

warten, warten, warten


jeder Steinlöse auf der Brücke wurde individuell gestaltet

Umfeld

zwar war die Brücke nicht sonderlich spannend, aber nett anzusehen war die dennoch :)

hier nochmal die Brücke von weiter weg


zoologischer Garten Peking

dieses Metallgitter passte leider gar nicht rein :D

und diese Figuren auf dem Baumstamm auch nicht

Plastikblumenkästen voller Pflanzen, die einfach auf den Boden gestellt und mit Erde zugeschüttet wurden. super schön.

auch hier sah man überall die Blumentöpfe. irgendwie nicht sonderlich authentisch.

wenn man nur kleine Ausschnitte wählt, sahen einige Dinge sogar sehr schön aus :P

Jonas :D

coole Kakteen


schöne Details



Gesamtüberblick :)


schöner Bonsai

hier waren wir uns nicht sicher, ob dies ein seeeehr großer Bonsai oder nur ein kleiner Baum war :D




schöner, alt-chinesischer Garten

lecker lecker Tee



TAG 286 Montag 08.06.2015 und TAG 287 Dienstag 09.06.2015

Die kommende Woche war wieder so semi-spannend, deswegen fass ich mal wieder einige Tage zusammen. Am Montag hatten wir im Unterricht einige recht interessante Gespräche (wie immer nur bei Tingli, dem Hörkurs, denn diese eine Lehrerin ist wirklich besonders gut). Es ging um die in China sehr wichtige Bescheidenheit. So redeten wir zum Beispiel darüber, dass man in China, dass man wichtig(er)e Vortrag o.ä. meistens mit Phrasen wie „ich habe mich nicht besonders gut vorbereitet“ oder „ich war nicht besonders fleißig beim Vorbereiten“ beginnt, einfach um nicht zu sagen „mein Vortag wird super toll werden“. Das schon seltsam ist, denn in Deutschland (oder anderes westlichen Ländern) würde man so etwas nie hören, die Lehrer oder Professoren würden fragen, was man dann bitte dort macht, wenn man sich schlecht vorbereitet hat bzw. würde das ein sehr negatives Licht auf einen werfen. Natürlich bereitet sich in China vor einem Vortrag niemals jemand schlecht vor, aber man sagt es einfach so dahin, weil es höflich ist, sich und seine Arbeit schlechter darzustellen, als sie eigentlich ist. Fand ich sehr interessant, auch wenn ich den chinesischen Standpunkt zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen kann. Wollte ich euch nur mal als weiteres, kleines Beispiel für die deutlichen Unterschiede zwischen Deutschland und China geben. Ansonsten habe ich an dem Montag noch sehr viel Blog geschrieben und schaffte es sogar, an dem Tag bis zum jetzigen Zeitpunkt zu kommen. Was schon wirklich ein ganzes Stückchen ist, zumal ich seit meiner Reise nach Taiwan eigentlich kontinuierlich mehrere Monate hinterherhinkte.

Am Dienstag haben Philipp und ich endlich mal genug Willen aufbringen können, um mit dem Planen unserer großen Reise im Juli zu beginnen. Wir unterhielten uns erst mal ein wenig über die Orte, die wir besichtigen wollen würden und wie lange wir jeweils wo bleiben wöllten. Dann fingen wir an dem Tag an, die Flüge zu buchen und Hostels vorzureservieren. Die kommenden Tage schafften wir es dann, den Plan fertigzustellen und alle notwendigen Reservierungen zu tätigen. Wir werden Peking am 29.06. morgens verlassen und dann bis zum 20.07. unterwegs sein, bis wir am letzten Tag vor dem Heimflug (in der Nacht vom 20. zum 21.) nochmal einen Tag nach Peking zurückkommen werden.
Und so sieht der Plan in grober Kurzfassung aus:

  • 29.06. - 03.07. Chengdu 成都
  • 03.07. - 05.07. Chongqing 重庆
  • 05.07. - 09.07. Shanghai 上海
  • 09.07. - 12.07. Hangzhou 杭州
  • 12.07. - 16.07. Suzhou 苏州
  • 16.07. - 19.07. Wuxi 无锡
  • 19.07. + 20.07. Peking 北京
  • 21.07. zurück nach Frankfurt

Der Plan änderte sich nun viele Male, aber so ist er nun beschlossen und wir haben bereits alle Hostels vorbestellt und die Flüge von Peking nach Chengdu und von Chongqing nach Shanghai sind auch schon bebucht wurden. An den sich überschneidenden Tagen werden wir dann jeweils mit Zug oder Flugzeug den Ort wechseln. Da Chengdu und Chongqing bzw. Shanghai, Hangzhou, Suzhou und Wuxi alle sehr nahe beieinander sind, müssen wir weder viel Geld noch viel Zeit aufwenden, um den Ort zu wechseln, was für uns wie ein sehr guter Plan klingt. Unten ist ein kleines Bild von meiner Karte, wo ihr gerne mal die ganzen Orte suchen könnt. Chengdu und Chongqing sind eher im Westen und Shanghai und die anderen Orte sind alle beisammen im Osten. Peking natürlich im Norden. Was genau wir jetzt jeden Tag in den Orten machen werden, steht noch nicht bzw. bis jetzt nur zum Teil fest, sodass ich darauf einfach näher eingehen werde, wenn ich meinen letzten Blogeintrag über die Resie selbst schreiben werde.

der große, rote Fleck oben ist Peking, Mittig links befindet sich Chongqing, nord-westlich davon Chengdu und bei den roten Punkten im Osten befinden sich Shanghai, Hangzhou, Suzhou und Wuxi


TAG 289 Donnerstag 11.06.2015

Am Donnerstag überkam mich ein wenig das schlechte gewissen und ich ging mal wieder zu Kouyu (Sprechen). Außer dem Hörverstehnskurs sind eigentlich alle anderen Kurse über das Semester von Mal zu Mal immer schlechter geworden. Die Grammatiklehrerin redet wie ein Tonband und wir müssen manchmal 45 Minuten lang 2 Seiten Text erst dem Lehrer nach-, dann jeder 2 Sätze und dann alle im Chor lesen. Die Lehrerin des Schreibkurses ist an sich ganz nett, aber ihre Stimme drohnt, mein Trommelfell und meine Nerven vollends zu zerreißen. Der Lesekurs ist schon immer absolut grotte gewesen, weshalb ich das ganze Semester vielleicht 3 mal da war und die Lehrerin aus dem Sprech-Kurs hat ernsthaft einen sitzen. Das sich auch an dem Tag wieder bewisen hat. Wir kamen irgendwie auf das Thema zu sprechen, dass sich in den chinesischen Universitäten jedes Jahr einige (nicht viele, vielleicht 2 oder 3) Studenten von den Unigebäuden stürzen und umbringen. Da Chinas Bildungssystem dafür bekannt ist, dass es die Schüler und Studenten dazu zwingt, jeden Tag bis in die Nacht hinein Hausaufgaben zu machen und panisch hunderte Seiten Lernstoff auswendig zu lernen und weil der gesellschaftliche Druck in China generell abnormal hoch ist, ist es recht offensichtlich, dass diese Studenten deshalb Selbstmord begehen, weil sie dem Druck nicht mehr Stand halten können. Jedenfalls ging es um Chinas „Marken-Unis“ Mingpai Daxue 名牌大学 (die qualitativ gesehen besten Universitäten Chinas) und darum, dass sich dort auch einige von den Gebäuden stürzen. Auch hier an meiner Uni, der Renmin Daxue, gab es seit meiner Ankunft bereits 2 Fälle von Studenten, die von den Unterrichtsgebäuden stürzten.. Philipp und ich konnten uns den Kommentar nicht verkneifen und mussten sagen, dass das eigentlich ein ziemlich unumstößliches Zeichen dafür ist, dass mit diesen Unis und dem Bildungssystem generell etwas ganz klar nicht in Ordnung sein kann, wenn sich die Studenten schon anfangen umzubringen, weil sie es nicht schaffen. Darauf hin sagte sie mit einer geradezu naiven Kindlichkeit (und einem permanenten Lachen auf dem Gesicht) „ich hab keine Ahnung was das bedeutet, ich bin noch nie von einem Gebäude gespungen, haha“. Danach war ich erstmal sprachlos. Sie scherzte dann noch weiter und meinte, dass sie dieses eine Gebäude auf unserem Campus nicht leiden kann, weil die Studenten dort immer runterspringen. Ich meinte dann, dass wenn so etwas in Deutschland passieren würde, man alles daran setzen würde, die Bedingungen zu verbessern und Einsatz zeigen würde. Darauf hin sah sie mich bloß mit einem so dümmlich-fragenden Blick und offenen Mund an und meinte einfach nur „Ach, in Deutschland springen keine Studenten von den Gebäuden???“ Damit war das Gespräch für mich beendet und nich winkte ab.

Nachdem der Unterricht geschafft war und ich beschloss, auch zu dem Kurs nicht mehr zu gehen, ging es heim und nachdem ich mich ein bisschen mit Paket Packen befasste, stellte ich erstmal richtig fest, dass das Wetter an dem Tag absolut perfekt war. 27 Grad, leichter Wind, absolut kein Smog, strahlend blauer Himmel, grüne Bäume, vereinzelt Wolken. Ich würde behaupten, dass das Wetter in Peking seit meiner Ankunft hier nich keinen Tag lang SO gut war und da Philipp und ich an dem Tag ncihts mehr weiter vor hatten, beschloss ich, dass wir mal in den Yuanmingyuan-Park 圆明园 gehen. Der Park ist Heimatstätte alter europäischer Bauten, welche vor vielen 100en Jahren zerstört wurden waren. Außerdem ist der Park groß, voller Natur und kleinen Seen und nur 6 Bushaltestellen von unserem Campus entfernt. Kurzerhand schnappten wir unsere Kameras, suchten den richtigen Bus (gibt ja nur 1.000 Buslinien in Peking) und fuhren hin. Wir zahlten unseren Studenteneintritt und verbrachten dann die folgenden 3 Stunden in dem Park. Leider (wie es bei allen Sehenswürdigkeiten in China so ist) war der Park wieder voll mit Touristen, die natürlich alle noch nie einen Nicht-Asiaten gesehen haben und auch, wenn man es ihnen nach wie vor manchmal nicht verübeln kann, dass sie glotzen und reden, ist es dennoch manchmal grenzwertig. So schoss ich an einem See Bilder und eine ca. 18-jährige stellte sich heimlich hinter mich und machte dann mit ihrem Selfie-Stick (KOTZ) ein Bild von sich wie sie hinter meinem Rücken steht. Ich bemerkte das, schoss dann mit meiner Kamera Bilder direkt von ihrem Gesicht und fragte sie darauf hin, ob sie das nicht auch ein wenig unhöflich oder unangenehm findet. Auch Philipp hatte dann mal genug von dem heimlichen Fotographiere und wurde ein wenig lauter. Ist wirklich schwer nachzuvollziehen, wenn man dieses Phänomen nicht persönlich kennt und anfangs ist das auch noch spannend, aber wenn man halt schon länger in einer chinesischen Stadt lebt und mittlerweile mehr Pekinger ist als 75 % der Chinesen in diesem Park, dann ist es einfach nur noch zum Kotzen, wenn man auf Ewig der „Ausländer“ ist und alle einen als Attraktion betrachten, obwohl man doch einfach nur in Ruhe leben will. Man wird halt jedes Mal daran erinnert, dass man noch so gut Chinesisch sprechen kann, dass man noch so viel über China wissen kann, dass man aber immer angesehen wird und alle denken, man ist einfach nur ein ausländischer Tourist, der gar nichts kann und gar nichts weiß und gar nichts versteht. Man wird nie dazugehören.
Nachdem wir uns dann von den nervenden Gaffern entfert hatten, schlechderten wir noch ein wenig durch menschenleerere Ecken und sahen uns dann ein wenig die Ruinen in dem Park an. Wirklich schön, was man dort so sehen konnte und da ich es mit Bilder eher verdeutlichen kann, als mit Worten – hier wieder eine Runde Kamerabilder. :) 


schöne Pagode auf dem See


hier die unverschämten Fotographinnen mit ihrem Selfie-Stick




auch hier regiert mal wieder nur der Schein - alle Pflanzen wurden einfach samt Topf auf den Steinboden gestellt





Beginn der Ruinen

kleiner Philipp beim Stromern :P



wirklich schön :)










eine der berühmtesten Ecken Pekings












am Ende gab es sogar eine Art "Irrgarten". von außen sah man nur die Köpfe rausgucken, wie sie hin- und herliefen :D



TAG 290 Freitag 12.06.2015 und TAG 291 Samstag 13.06.2015

Am Freitag Nachmittag hab ich mich mal wieder mit Philipp, Lanxi und Tina zum Federball Spielen verabredet. Glücklicherweise schafften wir es dieses mal, wieder einen Platz in der Halle zu reservieren und konnten so wieder ohne störenden Wind spielen. Nach der Stunde Training unterhielten wir uns noch ein wenig über dies und das. Außerdem beauftragte uns Tina letztes mal damit, uns einen schöneren englischen Namen für sie einfallen zu lassen, da sie Tina nicht sonderlich mochte. Sie wollte etwas einzigartiges, das man nicht oft hört. Nachdem wir ein bisschen grübelten, einigten wir uns auf Eleanor. So einfach geht das in China mit dem Namen ändern – man beschließt es einfach. :D

schon halb aufgegessen, deswegen sieht das vielleicht nicht sonderlich schön aus. worauf ich allerdings aufmerksam machen will ist, wie viele Knoblauchzehen sich in diesem Gericht befinden. typisch für die Pekingküche - alles ertrinkt in Knoblauch und demzufolge riechen auch viele Leute hier sehr streng nach Knoblauch :'( :D

Am Samstag hab ich mal wieder bisschen mit meiner Mutti (und am Sonntag mit meiner Schwester) geskypt und es war wieder sehr schön, jemanden von der Familie zu „sehen“. Danach trafen Philipp und ich uns abends halb 7 mit Ke und Yuyan (die ihr vielleicht vom Namen her noch kennt) und gingen in eine Bar bei Nanluo Guxiang 南锣鼓巷, was sowas wie eine bekannte Straße voller Läden, Bars und Essmöglichkeiten bei einem der großen Seen von Peking ist. Ke wurde eine Bar empfohlen und nachem wir sie erreichten, stellten wir fest, dass wir offenbar viel zu früh da waren, denn sie war absolut leer. Wir gingen dann erstmal ein bisschen durch die alten Hutongs und gönnten uns chinesische Hausmannskost. Danach gingen wir wieder zurück und beschlossen, uns wo anders niederzulassen, denn wir fanden eine Bar, die noch gemütlicher wirkte. Wir saßen draußen, direkt in einer kleinen Gasse, auf der Autos 20 cm an mir vorbeifuhren, doch das störte nicht weiter. Es lief gute Musik, die Leuten waren freundlich und wir konnten einfach mal ein bisschen entspannen. Da immer alles in Peking so weit weg ist und ich keinen Bock auf Taxijagd habe, bin ich ja in diesem Jahr fast nie wirklich weg gewesen, aber das störte auch nicht so. nichtsdestotrotz war der Abend wirklich sehr schön und die lustigste Erkenntnis des Abends war, dass mein Chinesisch unter Alkoholeinfluss nicht nur besser wird, sondern unfassbar gut. Das erste mal merkte ich das, als ich in Xiamen in dem Hostel abends mit Jana, den Mitarbeitern und Gästen des Hostels zusammen getrunken und auf chinesisch geredet habe. Ich war kein bisschen nervös (wie ich es sonst ein wenig bin) und musste nicht mal über das nachdenken, was ich sagen wollte. Es kam einfach und es war immer richtig. Und so war es auch in der halben Stunde, wo ich mich auf einmal in flüssigem, perfektem Chinesisch mit Ke über meine Vergangenheit unterhalten habe. Am Ende fragte ich sie, ob sie auch irgendwie findet, dass ich gerade besser rede als sonst und auch sie meinte, dass sie fast schon erschrocken davon war, wie flüssig ich redete und dass sie annähernd 100 % verstanden hatte. Nicht, dass mein Chinesisch sonst totaler Mist ist, aber vieles was ich sage ist natürlich immer noch falsch und wird manchmal auch nicht beim 1. Mal verstanden, aber offenbar ist es wohl so, dass ich, wenn ich 3 große Gläser Cola-Rum intus habe, fließend Chiensisch sprechen kann. Das werde ich mir definitivfür Prüfungen und große Veranstaltungen merken. :D
Nachdem wir gegen kurz vor 12 müde geworden waren, machten wir uns wieder auf den Heimweg und nach einer guten halben Stunde Taxisuche (juhu) klappte dies auch. Gegen halb 1 kamen Philipp und ich in unserem Wohnheim an und mussten uns eintragen. Das muss jeder Auslandsstudent, wenn man nach Mitternacht heim kommt. Auch muss man den Grund eintragen, und der Wächter, der eben Wache schub chillte da so gelassen in seinem Stuhl, sah sich seine Kitsch-Serie auf dem Handy an und schlug uns vor, doch einfach xuexi 学习 als Grund für unsere späte Rückkehr anzugeben. Xuexi heißt übrigens lernen. Nagut, wenn er das so will, dann sagen wir nicht nein... haha. :D


TAG 293 Montag 15.06.2015 und TAG 294 Dienstag 16.06.2015

Heute ging es in unserem Hörverstehenkurs darum, ob man Kinder schlagen soll oder nicht. Also nicht, dass das ein Thema vom Buch war, denn da geht’s ja nur um Liebe, Essen, Reisen und Freude. Meistens reden wir mit der Lehrerin einfach nur eine Stunde lang über alles, was uns einfällt oder worüber wir reden wollen. Sie erzählte uns von ihrer 16-jährigen Tochter und dass sie in letzter Zeit wohl ziemlich aufmüpfig sei usw. Dann redeten wir über Erziehung und Pubertät und dann ging es darum, ob man seine Kinder wegenst besserer Erziehung schlagen sollte. Im Chinesischen gibt es da eine Redensart die heißt „棒打出孝子“ (band da chu xiaozi) und die etwaige Bedeutung davon ist, dass man ein Kind nur durch viel Schlagen dazu bringen kann, ein gutes Kind zu werden. 棒打 heißt dabei „mit einem Stock schlagen“, 孝子 bedeutet so viel wie „ein Kind, das die elterliche Pietät ehrt“ und das symbolisiert den Vorgang des Entstehens. Also „mit dem Stock zu schlagen bringt ein seine Eltern ehrendes Kind hervor“. Und auch, wenn eine kleine Schelle in seltenen, schweren Taten eventuell mal halbwegs gerechtfertigt ist (aber meiner Meinung nach auch da eigentlich eher nicht), ist diese Redensart für mich eher schwach und ein wenig krank. Zu glauben, dass man nur mit Gewalt und körperlichen Strafen ein Kind gut erziehen kann.. Federica (die italienische Klassenkameradin), Philipp und ich waren da sehr stark einer Meinung, aber da waren ja noch unsere koreanischen Freunde. Congcong warf gleich ein, dass sie es sehr notwendig findet, weil das Kind sonst seine Eltern nicht respektieren würde und ich meinte, dass es ziemlich erbärmlich ist, wenn man seine Kinder schlagen muss, damit sie einen respektieren. Sie berichtete dann davon, wie ihre Mutter sie und ihren kleinen Bruder mit Gürteln am ganzen Körper oder mit Linealen auf die Hände geschlagen hat und das aller verstöhrendste daran war, dass sie die ganze Angelegenheit absolut lustig und gerade zu zum Brüllen fanden. Die 4 Koreaner gingen total darin auf, den lustigen Anekdoten zu erzählen, wo ihre Mütter sie mit der Faust auf den Kopf schlugen oder wo die Mutter den kleinen Bruder verhaut, um die große Schwetser zu bestrafen oder wo die Mutter mit Sachen nach ihnen warf, weil sie die Tür zu laut zugeschlagen hatten. Federica und ich waren wirklich absolut sprachlos und meinte dann, dass ich es regelrecht krank finde, wie sie darüber reden. Sie meinten, dass das unabdingbar wichtig sei, damit ein Kind gut wird und ich meinte, dass es das nicht sei, denn in Deutschland wird fast kein Kind geschlagen und die werden ja auch nicht alle zu Mördern und Verbrechern. Eher werden das die Menschen, die daheim als Kinder von ihren Eltern so behandelt wurden, wie sie es erzählen. Nun ja. Andere Länder, andere Sitten, aber das heißt ja nicht, dass man sie tolerieren sollte. Ich jedenfalls finde, dass das Thema zwar interessant ist/war, aber die Stunde an sich war definitiv die krasseste, die ich je hatte.
Nachdem der Schock über diese kleine Meinungsverschiedenheit überstanden war, kümmerte ich mich den restlichen Tag hauptsächlich um ein paar organisatorische Dinge. Ich ging zur Bank und informierte mich darüber, wie ich Geld von meinem chinesischen aufs deutsche Bankkonto überweisen kann, Philipp und ich kauften uns das Zugticket von Wuxi nach Peking am 19.07., ich schrieb eine weitere Woche von diesem Blogeintrag (womit ich wieder beim aktuellen Datum angekommen war) und bereitete alle Unterlagen und Dokumente für das nach Deutschland zu schickende Paket vor. Danach war meine Pflicht erledigt und ich konnte guten Gewissens die Uni einen weiteren tag links liegen lassen. :P

Am Dienstag war der Unterricht auch wieder ganz toll. Den Sprechkurs hab ich wieder geschwänzt, denn ich hatte keine Lust auf sinnloses Gefasel und in Jingdu, dem Grammatikkurs, beendeten wir unsere letzte Lektion für die Prüfung und waren sozusagen mit dem Stoff durch. Leider hatten wir aber noch eine eine ganze Stunde und am Mittwoch und Freitag auch nochmal ganze 90 Minuten Unterricht, in denen wir dann nur noch stumm und schweigend im Klassenzimmer saßen und „wiederholen“ sollten. Sie meinte, wir sollen einfach bisschen lernen und wenn wir Fragen haben, sollten wir diese stelllen. Jeder halbwegs gute Lehrer in Deutschland würde nun noch Übungsblätter mitbringen, sich selbst was ausdenken, einfach mit den Studenten reden oder wenigsten Film gucken oder frei geben, aber nein – wir saßen stundenlang nur da, sie schwieg und wir lernten vor lauter Langeweile einfach Vokabeln. Was für ein tolles Bildungssystem. Ein Glück, dass der Chinesischunterricht in China nun allmählich vorbei ist. <3
Ansonsten schafften Philipp und ich es an dem Tag noch, unsere Pakete nach Deutschland wegzuschicken. Wir karrten die jeweils 12 Kilo schweren Pakete mit einem geliehenen Schubkarren zur Poststelle der Uni und verbrachten dann wie zu erwarten war über eine Stunde damit, Listen auszufüllen, sie nochmal auszufüllen (wegen blabla Fehler), sie NOCHMAL auszufüllen, weil die Versandart zu teuer war, die Pakete an 4 Stellen mit den Adressen von Deutschland und China zu beschriften und uns den entstandenen Preis erklären zu lassen. Nichts bürokratisches läuft in China einfach glatt, aber zum Glück wir schafften es dennoch.
Danach gingen wir wieder heim und ich holte mir ein nettes Zertifikat vom International Student Office ab, welches (siehe Bild) haupsächlich sagt, dass ich ein Jahr in Chian war und diese und jede Vergünstigungen erhalten habe. Außerdem holte ich mir (im Laufe der Woche) noch meine beiden HSK-Zertifikate ab. In der HSK 5 hatte ich 241/300 und in HSKK, der mündlichen Mittelstufe, 74/100.

an unserem Wohnheim fangen so langsam die Vorbereitungen für die komplette Restaurierung an und hier sieht man, wie gefühlt das gesamte Gerüst, welches die Fahrradständer überdachte, auf einem mehr als nur kleinen Wägelchen abtransportiert wird. witzig. :D

hier das schicke schicke Zertifikat meines Stipendiumsgebers

blablabla, Thomas Michael, Stipendium, blablabla, Semesterbeitrag und Wohnheimsplatz, blablabla, blablabla


TAG 295 Mittwoch 17.06.2015 bis TAG 299 Sonntag 21.06.2015

Die anderen Tage der Woche waren alle wieder semi-spannend, denn wir ihr ja wisst, laufen hier bereits meine letzten Tage in Peking. Der Vollständigkeit der letzten Tage halber ratter ich hier nochmal alles runter:
Ich fing im Laufe der Woche so langsam an, einige Dinge einzupacken und viele, viele Sachen einfach wegzuschmeißen, da ich keine Verwendung mehr für sie hatte. Philipp und ich festigten unsere Reisepläne Stück für Stück, indem wir da nochmal ein Hostel umbuchten, uns diese und jene Anfahrt nochmal genauer ansahen und uns schon so langsam überlegten, was man wo besonderes unternehmen kann. Da ich in der kommenden Woche noch 6 Prüfungen innerhalb von 3 Tagen haben werde, ging außerdem in dieser Woche wieder viel Zeit für Vokabeln lernen, Texte lesen und Phrasen verstehen drauf. Und wenn wir schon beim Thema sind: ich hatte auch meine letzten Stunden Unterricht hier, die zu meiner Überraschung zum Großteil aus effizienten und hilfreichen Zusammenfassungen und Informationen zu den Prüfungen bestanden. Im Schreibkurs wurden uns sogar alle Fragen/Themen der Prüfung gegeben und dann wurde uns einfach frei gegeben, weil sie nichts mehr mit uns anzufangen wusste. Sogar in Jingdu, wo wir Dienstag und Mittwoch nur schweigend herumsaßen, redeten wir fast die ganze Freitag-Stunde nur über Buch-bezogene Themen.
Außerdem gingen Philipp und ich nochmal raus in die touristischeren Ecken der Stadt und kauften nochmal ein paar Souveniers und schöne Andenken ein, da wir das in Peking tatsächlich nie so recht getan haben und wir natürlich doch gerne ein paar Sachen aus der Stadt hier für unsere Familien, Freunde und uns mitbringen wollen würden.
Darüber hinaus habe ich nochmal mit allen aus meiner Familie geskypt, da ich wahrscheinlich vor meiner Abreise aus Peking nicht mehr dazu kommen werde, sie wiederzusehen und so die Spanne bis zur großen Wiedervereinigung in Deutschland nicht all zu lang werden würde.
UND, natürlich klapperte ich nochmal alle meine Lieblingsrestaurants ab, damit ich all die guten Sachen nochmal essen konnte, die ich so bald schon nicht mehr würde haben können.

Tomate-Ei, gedünsteter und in Knoblauch angebratener Brokkoli und Disanxian 地三鲜, bestehend aus Kartoffeln, Aubergine und Paprika, gebraten in einer Soße aus Sojasoße, Essig und anderen Zutaten.
übrigens mein Lieblingsgericht und bald lass ich mir auch noch zeigen, wie man es zubereitet. :)

"Korean Style Noodles" und ein würziges Küchlein mit eingelegtem Gemüse. beides super scharf, aber soooo lecker <3

da waren Philipp und ich mal bei einem extrem beliebten und etwas teureren Koreaner, aber die Pizza war unsagbar gut (wirklich perfekt) und der Hot Pot war genauso unschlagbar - wie ich es vermissen werde! (natürlich außer die Pizza.. :D)



Sooo, meine Freunde. Das war's.

Nein, Quatsch. Aber ich werde den letzten Eintrag/die letzten Einträge dann wahrscheinlich erst schreiben, bearbeiten und veröffentlichen können, wenn ich bereits wieder in Deutschland bin. Die kommende Woche (22. - 26.06.) besteht nämlich hauptsächlich aus meinen End-Semester-Prüfungen und nachdem diese beendet sind, werde ich nur noch 3 Tage in Peking haben, um all meine Sieben Sachen zu packen, mich zu verabschieden und mein Leben hier hinter mir zu lassen. Da ich in der Woche also höchstwahrscheinlich sehr viel zu tun haben werde, beschloss ich, den Blog nur bis zu der Woche vor den Prüfungen zu machen. Wenn ich wieder in Deutschland und irgendwann mal zur Ruhe gekommen bin, werde ich dann bei der letzten Woche in Peking ansetzen und dann über diese und die 3 Wochen, in denen ich auf Reisen gewesen sein werde, schreiben. Es könnte also ein Stück dauern, bis ihr hier wieder Action erleben werdet, aber es wird definitiv noch etwas kommen und ich bin mir sicher, dass die letzten 3 Reisewochen einen sowohl bildlich als auch schriftlich gesehen guten Abschluss über mein Jahr in Asien und diesen doch so ausführlich gewordenen Blog bieten werden – also vergesst mich nicht, bis bald, ich hab euch alle lieb und tschaui! :)

2 Kommentare:

  1. Nun ist es bald vorbei, du gehst bestimmt mit einem weinenden Auge, aber WIR freuen uns einfach nur über deine baldige Heimkehr. Bis dahin noch viel Spaß beim Reisen. Wir lieben dich. Tausend Küsse Mami.

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