Samstag, 4. Oktober 2014

大家好!안녕하세요 ! こんにちは !


Das war Hallo auf Chinesisch, Koreanisch und Japanisch. Haben mir meine Komillitonninen beigebracht. :P

Ich wollte mal wieder einen kürzeren Blogeintrag machen, aber wie es eben immer ist – es kam nicht dazu. Man hatte viel vor, viel erlebt oder einfach mal keinen Bock. Jetzt ist schon wieder über eine Woche vergangen.. Kinders, die Zeit rennt immernoch. Also dann, weiter geht’s und auf ein neues!



Aber vorher... mir ist, als ich meinen letzten Blogeintrag gelesen habe, aufgefallen, dass ich doch recht viel Negatives schreibe. Das mag vielleicht so rüberkommen, als würde ich es hier nicht so toll finden, ist aber garnicht so. Alles in allem finde ich das Leben hier sehr spannend und einfach neu. Als ich das Philipp erzählte, schrieb er dazu folgendes. Ich fand es so treffend, dass ich mich dazu entschied, das hier zu übernehmen: „liegt ja aber in der Natur des Menschen, dass man sich über unschöne Dinge mehr auslässt... wie mit der Gesundheit, wenn man sie hat, ist sie einem egal und redete nicht drüber. wenn man aber krank ist ..“ Hängen bleibt dabei halt meistens eher etwas, worüber man sich „aufregt“ oder etwas, das man komisch findet, aber glücklich bin ich hier auf jeden Fall!





TAG 35 Sonntag, 28.09.2014



Da ja am 01.10. hier Nationalfeirtag in China ist, haben wir vom 01.10. bis 07.10. Ferien, doch das Ferien-/Feiertagssystem ist hier meiner Meinung nach noch nicht so angekommen. Wenn man nämlich unter der Woche frei haben sollte, hat man dafür am Wochenende zu arbeiten oder in unserem Fall in die Uni zu gehen. So hatten wir also am Sonntag Unterricht Yes! Also wieder kein Ausschlafen. Wir hatten an diesem Sonntag Unterricht wie am Montag. Der ist besonders toll, denn bei 阅读, also lesen, mussten wir 90 Minuten nichts tun, als der Lehrerin zuhören, wie sie den Text vorliest, die neuen Vokabeln erklärt und die Fragen zum Text selbst beantwortet. Da bin ich dann auch das ein oder andere mal kurz eingenickt. Nachdem das erste Mal Uni an einem Sonntag dann knapp überlebt wurde und wir gehen konnten, waren wir dann wieder in der Mensa am Osttor (东门儿) und haben dort für wenig Geld viel und gut gegessen. Gegen Nachmittag sind Philipp und ich dann mit unseren Rädern ein bisschen in unserem Distrikt/Stadtteil herumgefahren. Philipp suchte nach einem Objektiv und ich nach einem Headset, da mein Mikro wohl etwas leise ist. Nachdem beides gefunden und gekauft war (mein Headset ging übrigens nicht – typisch), sind wir beide noch ein bisschen herumgefahren und haben das Fahrradfahrgefühl genossen. Irgendwie fühlt man sich gleich viel mehr dazugehörig, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, weil man Teil des großen Verkehrs ist und auch allein deshalb, weil man nicht mehr das schwächste Glied draußen ist. :D

Bei unserer Fahrt durch die Gegend hab ich noch ein paar Bilder gemacht, die ich euch hier zeigen will.


eigentlich ein ziemlich schickes Viertel hier um uns herum....








Nachdem wir das erledigten, habe ich mich mit Philipp noch ein bisschen rausgesetzt und gequatscht. Dabei fiel mir (und das nicht zum ersten Mal) auf, dass ich manchmal kleine Probleme bekomme, meine Sätze auf Deutsch gut zu formulieren. Ich spreche zwar noch nicht soo extem viel Chinesisch im Alltag, aber weil man es ja immer und überall hört/sieht und Deutsch eben garnicht, denkt der Kopf zumindest bei mir oft nicht in der gewünschten Sprache. Wenn man dann noch was mit Freunden unternimmt, mit denen man nur Englisch oder Chinesisch redet, wird es noch schlimmer. Ich meine, ich kann zwar flüssig reden, aber so manchmal ist es schon anstrengend die richtigen Ausdrücke zu finden.. finde ich lustig. :D

Den restlichen Tag habe ich damit verbracht, mit meinen neu gekauften Kopfhörern auf meinem Schreibtischstuhl zu sitzen und ein viel besseres Musikgefühl zu erleben. Auf meinem Stuhl sitzend habe ich mich stundenlang ausgetanzt und mich meines neuen Lebens erfreut. Frei von jeglichen Hausaufgaben und Verpflichtungen habe ich endlich mal meinen Kopf ausschalten können, nichts denken müssen und einfach mal frei zu sein. Das habe ich wirklich mal gebraucht!! :)





TAG 36 Montag, 29.09.2014



Dieser Montag war bis jetzt einer der für mich coolsten Tage hier.

Nachdem dieselben langweiligen Stunden wie vom Vortag geschafft waren, bin ich mit Enshuai 恩率, Xianying 仙英 und Xiaobin 曉彬, den 3 Koreanerinnen aus meinem Kurs und meine mittlerweile engsten Freunde hier (natürlich nach Anna und Filib), essen gegangen. Dabei hab ich auch endlich mal Xiaobin persönlich kennengelernt. Das unfassbar kleine, süße, zaghaft wirkende Mädchen, das ganz schüchtern zu sein schien und im Unterricht anfangs garnicht den Mund aufbekommen hat, ist eigentlich mit Abstand die coolste von allen. Als wir von der Mensa zu der Wiese gegangen sind, die sich in der Nähe unseres Wohnheimes befindet und die einzige mir in Peking bekannte Wiese ist, auf die man sich auch mal legen darf, äffte sie ausgiebig einen unserer Komillitonen nach, der unsere Turotin scharf persönlich kritisierte und sich aufführt wie ein Gott. Ziemlich lustig, wirklich, vorallem wenn die Person, die das nachmacht, aussieht wie ein Engel. :D

Wir haben uns dann zu 4., bewaffnet mit Eis und/oder Kaffee, auf die Wiese gesetzt und dann haben die 3 mit ein paar koreanische Trinkspiele beigebracht. Unglaublich, wie leicht und lustig die sind und unglaublich, wie viele komplizierte wir in Deutschland haben. Die werden auf jeden Fall übernommen! Nachdem wir die Spiele just for fun ausprobiert und uns dabei halb tot gelacht haben, gab es wieder ein paar Bilchen (davon werden sicherlich eine Menge weitere kommen). Am Ende verabredeten wir uns dann für den Abend, um die Trinkspiele auch mal mit ein wenig Alkohol zu spielen.

vorne Xiaobin, rechts oben Xianying und unten drunter Enshuai :)




Das Wetter war an diesem Tag mal unfassbar gut (Luftwerte bei knapp 60, Temperatur über 25°C und man konnte tatsächlich mal die Sonne sehen und spüren).

Vergleich Freitag, 26.09. ..... :(


..... und Montag, 29.09. :)



Deshalb bin ich dann nachmittags zusammen mit Anna zu der Wiese gegangen, habe dort gelesen, ein paar Hausaufgaben erledigt, wir haben gequatscht und in der Sonne gedöst. Ganz wie daheim in Leipzig. Das war so schön und zum ersten Mal habe ich hier in Peking ein kleines Heimatsgefühl bekommen. Musste ja aber auch langsam mal kommen. Immerhin ist das hier jetzt der Ort zu dem ich nach Hause komme, nicht der Ort, zu dem ich gegangen bin, nachdem ich von daheim weg bin. 
cheeeeeeeeeeeeeeeeese
Hier lerne ich Freunde kennen, unternehme Dinge, kaufe ein, lerne und hab mein eigenes Refugium. So kann es meinetwegen gerne weitergehen. Hier noch kleine Bildchen vom auf-der-Wiese-rumliegen.

fast wie daheim.. aber ich bin ja daheim...





Gegen 19 Uhr habe ich mich dann mit Xiaobin getroffen und wir sind einkaufen gegangen. 4 Flaschen Bier, eine Flasche Wein und eine kleine Flache Whiskey-Cola, 5 Tüten Chips und weitere chinesische Fressalien waren das Resultat. Ich hab natürlich eingeladen. Wir haben uns dann in der Lobby unseres Gebäudes getroffen und uns gebraten, was wir tun. Der eigentliche Plan war, sich wieder auf die Wiese zu begeben, Trinkspiele zu spielen, zu trinken und einfach ein bisschen zu quatschen. Den Mädels war es aber zu kalt. Während wir uns berieten was zu tun ist, kam noch Robert dazu, einer unserer Mitstudenten in unserem Sprachkurs. Eigentlich ein ganz netter, aber an dem Abend hat er sich einfach bisschen daneben benommen. Wir entschieden uns schließlich dazu, dass sich die Mädels etwas wärmeres anziehen und wir unseren urspünglichen Plan durchziehen. Es war zwar frisch, aber mit genügend Kleidung war das schon machbar. Während wir das jedoch ausmachten, fragte Robert circa 20 Mal danach, ob wir mit ihm essen gehen wollen (oder eher drängte uns dazu, ihn zu begleiten), Frage jeden 3 mal nach seiner Handynummer und dass man ihn doch sofort mal anklingeln sollte und nachdem wir unseren Plan gefestigt hatten, nervte er mich noch ständig damit, dass wir ihn nicht dabei haben wollen, weil wir ihm nicht antworteten. Naja, fand ich etwas arg audfringlich, nachdem ich ihn aber noch davon überzeugen musste, dass es okay sei, wenn er mitkommt, kam er mit... Wir gingen zu der Wiese, Robert meinte, während ich mich mit Xiaobin unterhielt, 5 mal zu mir, ich soll doch mit ihm zum Supermarkt zu kommen und Bier kaufen. Nachdem ich ihm nett gesagt habe, dass ich einfach vorhatte auf diese Wiese zu gehen, zu trinken und zu quatschen und der Supermarkt ganze 2 Minuten von hier entfernt sei, blickte er mich verdutzt an, als würde ich ihn ausschließen und drängt Xianying. Klar, dass die Asiaten nicht nein zu sowas sagen. Naja.

Der restliche Abend war aber ziemlch geil. Wir spielten die vorherigen Spiele, erzählten über ziemlich nutzlose Dinge und lachten uns ständig tot. Ich war sehr glüclich, dass ich hier Freunde gefunden habe, mit denen man sich abends auf eine Wiese setzen, was trinken und über völlig inhaltslose Unterhaltungen derart lachen kann. Chinesen trinken meist fast garnichts und verstehen unter Party machen und ausgelassen Spaß haben eher zusammen Tee trinken gehen oder eine kleine Geburtstagsparty veranstalten, nicht zusammen gemütlich was trinken oder sowas wie Home- oder WG-Partys, zusammen faul rumliegen und sich vollfressen oder sogar mal richtig weggehen. Aber wer sagt denn, dass ich das nicht auch einfach mit Koreanern machen kann? Wir reden trotzdem Chinesisch, die Freundschaftskultur Koreas ist der chinesischen ziemlich ähnlich und ich habe ja auch so noch einige chinesische Freunde. :)

So verlief dann auch der Rest des Abends. Wir haben uns mit Chips vollgestopft, unser Bierchen getrunken, gespielt, erzählt und massig gelacht. Sehr ausgelassen und unbekümmert. Robert fing nur gegen Ende wieder an, Xiaobin ziemlich zu nerven und sie ständig zu fragen, ob sie jetzt sofort (!) mit ihm essen gehen will. Viel zu aufdringlich für unser aller Geschmack gewesen. Naja, wir haben einfach immer wieder nett abgelehnt und uns weiter unterhalten.

Als sich der Abend dem Ende zuneigte, gingen wir dann wieder zurüclk in die Lobby und machten noch ein paar bescheurte Bilder. Enshuai sah aus wie ein Penner in ihrem fetten Pullover, außerdem war ihr Gesicht total rot geworden. Passiert ihr immer meinte sie. Xianying wirkte schon ein bisschen angetrunken (wir haben alle ein Bier getrunken.. :D), kann aber auch einfach ihre normale Stimmung sein. Xianying ist generell ziemlich verrückt. Zum Beispiel wird alles, was sie in ihren Händen hält zu einem Mikrofon wenn sie redet. Das macht sie aber toternst. Oder sie lügt dir knallhart ins Gesicht und erzählt völlig abstruse Dinge von sich die unmöglich wahr sein können. Xiaobin und Enshuai lachen sich dabei immer völlig kaputt.



Enshuai spinnt rum und Xiaobin und ich posen komisch... :D
Alles in allem finde ich, dass die 3 ziemlich geile Freunde sind und ich freu mich schon, die kommenden Monate gemeinsam mit den verrückten Koreanerinnen zu verbringen!

Hier jetzt noch die „besten“ Bilder des Abends. :)

茄子!!! ich bin wohl doch ein bisschen Chinese ...















:) :*
beknacktes Kaputzenbild!








 

TAG 37 Dienstag 30.09.2014 und TAG 38 Mittwoch 01.10.2014



Dieser und der nächste Tag gehen sozusagen ineinander über, ergo werden sie auch zusammengefasst. Die Erzählungen darüber, werden sehr sehr lang werden, also macht euch bereit! ;)

Frühs hatten wir wieder mal normal Unterricht, aber die 3 Mädels kamen und gingen irgendwie mittendrin. Nach dem Unterricht erzählten sie uns, dass sie gestern nach dem Abend noch was essen gegangen sind (Xiaobin hatte ja auch kein Abendsbrot, wollte nur nich mit Robert gehen...) und dort wohl schlechtes Fleisch gegessen hatten. Jedenfalls hatten alle ziemliche Bauch- und Kopfprobleme und gingen nach dem Unterricht schnell heim. Philipp und ich gingen dann allein essen und legten uns danach auch hin. Aber nicht, weil es mir oder uns auch nicht gut ging, sondern weil wir strenge Pläne hatten. „Morgen“ fingen ja unsere „Ferien“ an und der 01.10. ist ja auch der Nationalfeiertag Chinas. Dieses Jahr ist es am 01. Oktober ganze 65 Jahre her, dass unser guter Freund Mao Zedong die Volksrepublik China am Tiananmen ausgerufen hat und da wir wenigstens etwas cooles an dem Tag machen wollen, haben Anna, Philipp und ich uns dazu entschieden, heute Nacht durchzumachen, uns ein Taxi zu bestellen, das uns dann zum Tiananmen-Platz bringt und dann dort um 06:10 Uhr in der früh die Flaggenhisszeremonie anzusehen. Dabei wird die Nationalflagge Chinas von einer Truppe der Nationalgarde aus dem Tiananmen (天安门 wörtlich. „Tor zum himmlichen Frieden“ und der Ein-/Ausgang zur Verbotenen Stadt (故宫 gugong) und ehem. Kaiserresidenz) getragen und auf den Tiananmen-Platz, der sich südlich vom Tiananmen befindet, befördert. Dort befindet sich der große Fahnenmast, an dem die Flagge dann mit untermalung der chinesischen Nationalhymne gehisst wird. Das wird jeden Tag im Jahr genau zu Sonnenauf- und untergang getan, doch am Nationalfeiertag ist das natürlich noch etwas anderes. Das Event schlechthin. Kommunismus, China, Propaganda und Nationalstolz at its best. Das wollten wir uns geben, doch dafür mussten wir munter bleiben, ergo ging es Dienstag nach dem essen erstmal ins Bettchen.

Ich lag dann bis circa 17 18 Uhr nur im Bett rum und/oder habe mich mit meinem Laptop vergnügt. Zwischendurch gab es dann schon den ersten Kaffee. Dann gingen wir erstmal zusammen was essen. Danach ging es wieder einen Kaffe holen und Fressereien für den Abend kaufen. Philipp war noch woanders unterwegs und da ich den Kühlschrank beherberge, bekam ich alles erstmal zur Aufbewahrung. Das Resultat sehr ihr nun hier.

ein echter Studentenkühlschrank


5 Flaschen Cola, 5 Dosen Red Bull, 2 Kaffeedosen und ein bisschen Alkohol war auch dabei. Das Fresszeug hatte Philipp bei sich gelassen. Um 12 wollten wir 3 uns bei Philipp treffen und bis um 3 noch was zusammen machen, da das leichter ist, als allein. Bis dahin gab es aber noch Zeit zu vertreiben. Ich habe in den 4 Stunden vorher sicher 3 weitere Tassen Kaffee und den Rest Whiskey-Cola vom Vortag getrunken. Dann habe ich mir überlegt, was ich mir denn warmes anziehen kann, da es mittlerweile schon arg kalt draußen war. Und nachts und schlaflos würde es sicher noch kälter wirken. Nachdem das auch erledigt war, hab ich mich dann wieder an den PC gesetzt und Youtube durchforstet. Dabei schien die Zeit zu vergehen, denn eh ich mich versah, war es halb 12. Zeit, nochmal kalt zu duschen. Nachdem das getan war, schlüpfte ich in meine Schlumbiklamotten und ging zu Philipp.



Der hatte seine 2 Betten zusammengeschoben und schon gute nicht-einschlafen-Musik angemacht. Wir 3 saßen auf dem Bett, haben „Wer bin ich?“ gespielt, weiter Cola, Kaffe und Red Bull getrunken, Süßkram gegessen und uns über vietnamesiche Schnulzen, Mr. Toast und andere für die Öffentlichkeit nicht bestimmte Dinge völlig totgelacht. :D



koffeingetränkter Spaß!
und, wer sind wir? :D




Unser Taxi haben wir für 3:15 Uhr bestellt, damit wir auch mit kurz vor 4 früh genug da sein können. Wir dachten uns über 2 Stunden vorher sollte klappen, dass wir noch gute Plätze bekommen. Je näher wir aber mit dem Taxi dem Tiananmen-Platz kamen, desto eher merkten wir, dass das ziemlich bescheuert war. Immerhin reden wir nicht von Deutschland, sondern vom Nationalfeiertag Chinas und von Chinas Hauptstadt. Hier kommen über die Woche mehrere Millionen Besucher oder Leute, die hier Familie haben, her. Viele kommen aus ganz China hierher, nur, um dieses Ereignis sehen zu können. Einige campierten hier schon Tage vorher. Der gesamte Platz war bereits nicht mehr betretbar und somit gingen wir durch 3 verschiedene Sicherheitschecks durch und landeten irgendwo nord-östlich des Platzes, sozusagen rechts „neben“ dem Eingang des Tiananmens.
völlig übermüdet aber glücklich :)
Es war dunkel, kalt, wir waren total müde aber es war sehr aufregend. Die ersten Bilder davon gibt es jetzt schonmal:


der/die/das Tiananmen, Eingang zur verbotenen Stadt!

massig Leute, die schliefen oder fast schliefen

erhaben strahlt Maos Bild und über uns hinweg..
Menscheeeeeen
Wachen standen überall, völlig starr, irgendwie gruselig..
hier ist unser endgültiger Platz gewesen, schon recht gut










































Wir suchten uns einen für den Anfang relativ geeigneten Platz und kämpften uns Stück für Stück ein klein wenig weiter vor. Da hier eh jeder meist ziemlich rücksichtslos und egoistisch ist, musste ich mich auch nicht schlecht fühlen, den Leuten mit meiner Größe die Sicht zu nehmen oder ihnen so lange auf die Pelle zu rücken und sie zu schieben, bis sie mir angegeben haben. Besonders bei solchen Events kennt hier keiner mehr Freunde, also haben Anna, Philipp und ich uns in die Massen gedrängelt und irgendwann hatten wir dann einen guten Platz.

Als das geschafft war, spielten wir wieder eine Runde wer bin ich und durften zusehen, wie sich nahezu im Sekdundentakt Leute zu uns umdrehten und sich über die komisch, hart-klingende Sprache neben ihnen wunderten. Und im Umkreis von vielleicht 4m² um uns herum waren ja schon allein circa 100 Chinesen. Wir riefen oft mal Wörter wie „Krankenwagen“ oder „Schmetterling“ in die Massen, einfach weil der Rest es eh nicht verstandet hat und es so schön ahrt klingt. Schon geil, wenn man einfach so immer über alle reden kann und es keiner mitbekommt, wir es aber hören, wenn sie über uns reden. Hahaha. :D

Bevor die Zeremonie losging, wurde ich dann nochmal ziemlich müde und habe mir wie alle anderen auch einfach Platz gemacht und mich mal hingesetzt. Außerdem hatten wir Hunger. So langsam zog der Schlafmangen schon sehr an uns oder eher mir. Ich bin einfach zu alt für solchen Scheiß... Jedenfalls hielten wir durch, erzählten uns blöde Geschichten und Fotographierten die verrückt die Massen und die wahrscheinlich ungelogen mehreren 10.000 Polizisten oder anders uniformierte Männer. Die waren so ein Zwischending aus Polizei und Armee.



Auf einmal wurde der Himmel, der vorher völlig rotbraun von Licht- und Luftverschmutzung war und an dem vorher kein Lüftchen geweht hat, blau. Man konnte richtig sehen, wie alles über dem Horizont noch braun und dreckig war und das Blau von oben herzog. Wie ich ja bereits mal erwähnte, kann Peking sein eigenes Wetter beeinflussen. Dinge in die Luft schießen, damit es abregnet oder die den Smog in den darauffolgenden Tagen verschwinden lässt oder Luftdruckgebiete erzeugt, so dass plötzlich Wind weht. Ich denke, dass genau das dann passierte, denn das war ziemlich auffällig. Auch, wenn die Sonne dann bald aufging und der Tag anbrach. Ich hab davon ein Bild gemacht, weiß aber nicht, ob man das darauf sonderlich gut sehen kann.

wie gesagt auf den Bild schwer zu sehen, aber war wirklich bisschen komisch. braun braun braun braun blau!


Und dann ging es auch schon los. Man hat es aber nur daran mitbekommen, dass die Massen laut wurden und auf einmal mehrere 100.000 Arme hochgingen und mit ihren Tablets und Handys anfingen, Bilder oder Videos zu machen. Ganz am Ende davon konnte ich die Fahne sehen, wie sie herausgetragen wurde. Verfolgt von einem Orchester wurde sie dann über die Chang'anjie 长安街, die „Straße des ewigen Friedens“ zum Tiananmen-Platz getragen wurde. Als die Fahne ankam, war kurz stille, dann ertönte Chinas Hymne. Der Träger der Flagge lies sie hoch fliegen und dann machte sie sich am Mast langsam nach oben. Alle waren gespannt und filmten durch all die Arme und technischen Geräte hindurch. Meist war der Ausblick nur ein paar cm breit, da eben alle ihre Arme erhoben, aber man konnte schon einiges sehen. Zwar wenig und sehr weit weg, aber man war dabei.

Als die Flagge oben angekommen war, wehte sie majestätisch im Wind und die Hymne fand ihr Ende.

Und auch wenn ich Chinas Politik und Wirtschaft fraglich bis sehr schlecht finde, muss ich sagen, dass selbst ich in dem Moment ein klein wenig „Nationalstolz“ empfunden habe, einfach weil dieses Hissen der Flagge so unglaublich groß aufgezogen wurde und alles eben so voll war mit Patriotismus. Alle die Menschen, die aus dem ganzen Land kamen um das mit anzusehen. War schon wirklich ein wahnsinniges Erlebnis. Und als die Flagge dann oben war und erhaben über allen wehte, wurden plötzlich mehrere 1.000 Vögel losgelassen und schwarmten über den gesamten Platz aus. Hauptsächlich über uns, weil wir ja schräg vor dem Tiananmen standen und dort alle freigelassen wurden. Nachdem das alle bestaunten, kam noch eine kleine Überraschung. Vor und neben dem Tianenman wurde auf einmal Unmengen an Luftballons losgelassen. Und zwar so viele, dass das Tor zur verbotenen Stadt zu Beginn nur noch halb zu sehen war. Nachdem alle das Spektakel zu Ende beobachtet hatten, machten sich alle sofort auf den Weg. Wir blieben noch da und machten mehr Fotos. Alle halbwegs schönen Bilder von vor, während und nach der Zeremonie sehr ihr jetzt hier. :)

Menschen so weit das Auge reicht, aber es wird noch mehr...
PS: Philipp hat von dem wahnsinns Spektakel auch ein sehr langes Video gemacht, das er seit Tagen versucht, gut zusammenzuschneiden. Vielleicht kann ich ihn dazu überreden, es mir zu geben, dann könnt ihr es später auch sehen. :)



ich finde dieses Bild so geil. so erhaben und mächtig, dieses Gebäude.

hier wird die Fahne reingetragen. na, wer findet sie? ;)

nachdem die Flagge oben war, kamen die Vögel ....

.... und die Ballons! so schön.


was für ein Erlebnis!

und sofort danach ging es los, der Schrecken!



immernoch total im Arsch aber froh, dabei gewesen zu sein, machten wir uns auf den Heimweg.


Weiterhin interessant für euch könnten diese 2 Links sein:


Der erste zeigt ein paar Bilder. Aber bitte lasst euch nicht von denen täuschen. Wenn ihr vorher meine anguckt und dann diese, sollte euch sofort auffallen, dass die entweder abglaublich bearbeitet wurden, oder gänzlich zu anderen Zeiten gemacht wurden. Zum Beispiel sind bei einen Bild alle Menschen einfach rausretuschiert wurden, oder bei dem einen sieht man Schatten von oben – Indiz dafür, dass das tagsüber gemacht wurde. Oder einfach die Tatsache, dass der Himmel auf den Bildern hellblau und mit kleinen Wölkchen ist...


Der 2. Link ist ein (zwar chinesisches, aber geht ja nur um den Ablauf der Zeremonie) Video, wie die Flagge zum Mast gebracht und gehisst wurde und wie anschließend Vögel und Ballons freigelassen wurden.



Nachdem die wahrscheinlich größte Aktion des Nationalfeiertags zu Ende war und wir noch ein Weilchen die stramm stehenden und dann ungeachtet all der Passanten wegmarschierenden Wachen fotografierten, machten wir uns dann auch mit auf den Heimweg. Die Spannung war vorbei und somit auch der Ansporn, wach zu bleiben. Wir waren alle 3 zwar glück und immernoch aufgeregt, aber totalst müde und wollten einfach nur heim. Aber ganz genau 1:1 dasselbe dachten sich jetzt auch bestimmt 1 Millionen Menschen, die ebenfalls gingen. Oder schlichen. Mit einer Durchschnittlichen Geschwindigkeit von vielleicht 1 km/h gingen wir denselben Weg zurück entlang der Chang'anjie 长安街 und wollten irgendwie heim. Noch planlos gingen wir einfach mit dem Strom mit. Zum Nachdenken war ich auch garnicht in der Lage. Ich war völlig davon eingenommen, wie unglaublich viele Menschen um mich herum waren. Allein der eine Fußweg, aufdem wir uns befanden, war sicher 10 Meter breit und so weit das Auge/meine Kamera reichte, einfach alles was voll mit Menschen. Anfang dachte ich es geht so langsam voran, weil vielleicht eine enge Stelle kam, aber es war einfach nur voll... nur voll. Wir versuchten, zusammenzubleiben und liefen ungefähr 2 U-Bahn-Stationen weit zu Fuß, bis wir uns (oder eher ich) dazu entschieden, da jetzt einzusteigen. 

geil!

haut alle ab!



So sah es dann auf dem Weg zur U-Bahn und dann auch in der U-Bahn-Station aus. Alles war voller Menschen. Immer und überall. Es gab keinen Ort, an dem mich unzähliche Menschen waren. Wir stiegen in die 1 ein, mussten 3 Stationen fahren und dann bei Xidan 西单 in die 4 umsteigen und nochmals 7 Stationen fahren. Die Bahn war so voll, dass ich es kaum beschreiben kann. Als wir einstiegen, war es fast noch okay. Es war sehr voll, aber eher so Alltag-Rushhour-voll. Wir sind ja aber auch vom Tiananmen weggegangen. Dumm war nur, dass wir an dem wieder vorbei mussten. Als wir die Haltestelle erreichten, die dem Platz am nähesten war, hab ich wirklich geglaub, die Menschen haben sömtlichen Verstand verloren. Die bereits vorher eingestiegenen Menschen wurden nahezu brutal weggeschoben und so stiegen pro Tür (es gibt pro Bahn vielleicht 50) weitere 20-50 Leute ein. Die halbe Bahn schrieh bereits, weil einfach kein Platz mehr war. So langsam bekam ich es schon mit der Angst zu tun. Anna versteckte sich an mir und Philipp schrieh völlig wütend in die Massen auf Chinesisch, dass hier kein Platz mehr sei.

Bahn


Sowas hab ich in meinem Leben wirklich noch nicht erlebt. Ich bin es zwar mittlerweile gewohnt, dass es eng und mega mega voll ist und dass man drängeln muss und stänsig andere Leute berühren muss, aber das... also ehrlich. Anna, Philipp und ich waren vollkommen außer uns. Wie man sich so egoistisch benehmen kann. Die Bahnen fahren zu den Zeiten alle 1-2 Minuten, da hätte man auch warten können, aber nein, hier kann man nicht warten, nicht mal eine Minute. Ein unglaubliches Verhalten, das die Menschen hier manchmal an den Tag legen. Ich will mir garnicht vorstellen, wie schlimm das hier für die Kinder und Atlen sein muss.

Wir durften eine Haltestelle weiter wieder umsteigen. Juhu, dachten wir, aber nein. Denn mehrere 1.000 Menschen stiegen genau in dem Moment auch von der 1 in die 4 um. Wir gingen die unterirdischen Gänge entlang und ich konnte es einfach nicht glauben. Alles war von vorne bis hinten voll. Keinen cm² gab es, auf dem kein Mensch war. Die Luft war so schlecht, uns war so elend warm und wir waren so müde und gestresst. Ich wollte jedem eine reinhauen, der mich angeremptelt oder auch nur berührt hat, aber da wäre ich nicht mit hinterhergekommen. Wir gingen Treppen hoch und runter, lenks und rechts und immer und überall war das einzige, was man sehen konnte Wände, Schilder, Lichter und schwarhaarige Köpfe.




sprechlos stand ich da und musste mich wirklich  zwingen, da jetzt auch nochmal reinzulaufen - aber man hat ja keine Wahl

ätz...





<- Als wir dann den Wartebreich für die 4 sahen, war ich wirklich nochmal richtig geschockt. Da standen so endlos viele Menschen, man wusste einfach nicht, wohin mit sich. Wir drängelten uns durch und mich hatte mittlerweile meine Geduld verlassen. Alle, die mir nicht aus dem Weg gingen (und das waren alle), wurden weggeschubst. Ich hatte keine Lust mehr, jedem nachzugeben und mich von all den rücksichtslosen Leuten in die Ecken drängen zu lassen. Wir standen dann da, warteten wie imemr 1 Minute und wie immer drängten sich so viele Menschen in die Bahn, dass man dastehen konnte, ohne sich festhalten zu müssen, oder ohne sich umdrehen zu können. Anna und ich waren total am Ende unserer Kräfte. Als wir dann ankamen und unsere Station verießen, fühlten wir uns wie … frei!

Die Menschen waren weg, wir konnten unsere Arme ausbreiten, uns drehen, „frische“ Luft armen und normal gehen. Sofort gingen wir nach Hause, ich in mein Zimmer. Ich zog mich garnicht aus, sondern zog die Gardinen zu, fiel sofort in mein Bett und habe bis ungefähr 15:30 Uhr geschlafen. Als ich wieder aufwachte, war den restlichen Tag außer Musik hören, am PC rumchillen oder sich im Bett verkriechen nichts mehr drin.

Passend zu meiner Stimmung war das Wetter an dem tag ziemlich mies. Es waren gerade mal 11 Grad, es regnete, war versmogt und ich fror total. Eingepackt in dicke Sachen und Schal und mit einer heißen Schoki bewaffnet verbrachte ich den Abend bei mir im Zimmer und schlief ziemlich bald wieder ein.



Und somit war der Doppeltag „endlich“ zu Ende gegangen...





TAG 39 Donnerstag 02.10.2014



Der Donnerstag war, nachdem wir uns die Tage zuvor ein wenig verausgabt haben, nicht sonderlich spannend. Ich war noch immer total müde von den Vortagen und nachdem wir alle 3 letztens ziemlich gefroren haben, entschieden wir uns, an dem Donnerstag zu Xidan, einem der größeren Shoppingorte Pekings zu fahren und uns dort für den Winter einzudecken.

sowas sieht man zum Nationalfeiertag und danach überall in Peking - riesige Blumenskulpturen, die irgendwelche Dinge verkörpern sollen - seien es innovative Zugverbindungen, kommunistisch-verkörperte Ziele, abstrakte Figuren oder einfach spielende Bären.


Zu erst ging es zu H&M. Die Straßen Xidans waren mal wieder über und über voll mit Menschen aus ganz China. Man sollte in dieser Woche wirklich nicht so groß rausgehen, alles voll mit Touristen. Wir gingen also zu H&M, der, wie ich eigentlich fast nicht mehr erwähnen muss, völlig überfüllt mit Menschen war, und dort fand ich nach einger Suche einen ziemlich fetten Pulli und eine dicke, lange, bequeme Jogginghose. Lustig ist auch, dass man sich öfters mal einfach so dort im Laden aus- und umzieht, einfach weil die Umkleiden totalst überfüllt sind. Also hab ich mich dort vor allen starrenden Augen ausgezogen, mein Zeug anprobiert und mich danach wieder angezogen. Als wir fertig waren und nachdem wir draußen noch ein bisschen rumschlenderten, gingen wir dann mal in ein typisch chinesisches kaufhaft. Eigentlich war das ganze Ding ein exorbitant riesiger Schwarzmarkt, aber darüber redet man ja nicht. Jedenfalls war das Teil absolut voll. Diesmal aber weniger mit Menschen, sondern eher mir Farben, Krimskrams, Lichtern, Musik, Reklameschildern und … ja auch Menschen. Und auch, wenn ich immer dachte, dass diese typisch chinesischen Kaufhäuser ziemlich low sind, muss ich sagen, dass ich sie viel cooler finde, als die westlichen. Erstmal sind die Schaufensterpuppen so hässlich und abgefuckt, dass es total witzig ist, da nur rumzulaufen. Zweitens sind die Klamotten dort so extrem billig – ich hab dort ne Herbst- bis Winterjacke für 250 Yuan (ca. 30€) gekauft – dass man voll viel kaufen könnte. Und in solchen Länden gibt es auch mehr die typisch chinesische Mode, welche ja ein bisschen ausgefallener ist. Bei Frauen aber hauptsächlich. Bei Männern zwar auch, aber nicht so ganz ganz extrem. Vieles davon hat sehr genau meinen Geschmack getroffen und wenn ich mal wieder mehr Geld zum Ausgeben habe, werde ich mich nohcmal dahin begeben und mir mehr kaufen. Außerdem konnte man hier endlich mal handeln. :P

ein kleiner Ausblick des Kaufhauses - bunt, voll und vorallem voller blödem Scheiß :D



die musste auch mit rein. verstörend schlimm aussehende Schaufensterpuppen :D

Peace aus Peking :)

Als wir das Kaufhaus wieder verließen, war es bereits dunkel geworden. Wir überlegten uns, was wir machen wollten. Da wir uns wie öfters mal nicht einigen konnten bzw. alle keine Ahnung hatten, liefen wir einfach noch ein wenig rum. Im Dunkeln sieht die Stadt immer wieder ganz anders aus. Lebendiger einfach. Wir gingen dann in einige Gebäude rein und suchten nach Essen. Aber da alles voll und/oder (meistens und) teuer war, entschieden wir uns dann, heimzufahren und auf dem Campus zu essen.


Massenbetriebsrestaurant. wie immer.

so viele Lichter!

man könnte glatt glauben, man ist in einer Millionenstadt













Als dann dann erledigt war, gingen wir wieder hoch und ins Bettchen. :)











TAG 40 Freitag 03.10.2014



Freitag... erstmal wie imemr duschen, essen, wieder hochgehen und gammeln. Mein handy hatte zwischenzeitlich mal wieder Probmeme gemacht und gibt gerell langsam seinen Geist auf. Ich werde mir demnächst ein neues kaufen (müssen), denn mein jetziges ist manchmal mittlerweile so langsam, dass es nutzlos wird. Egal, jedenfalls war bis Nachmittag nichts großes passiert. Eigentlich hatte ich mir gedacht, dass Anna, Philipp und ich zusammen mit Xiaobin (Enshuai und Xianying sind momentan in der inneren Mongolei) in ein echtes, deutsches Restaurant gehen könnten, dort was essen und danach deutsches Bier trinken könnten. Wollte Xiaobin schon immer mal machen und da an dem Freitag Deutschlands Nationalfeiertag war, fand ich das ganz passend. Aber Anna und Xiaobin hatten beide schon andere Pläne. Xiaobin wollte aber nach dem Abendessen mit einer koreanischen Freundin noch zu uns stoßen. Also verschoben Philipp und ich das große, deutsche Essengehen erstmal und gingen in ein Jiaozi-Restaurant, in dem Weilin einst mit uns gewesen war. Dann trafen wir uns abends mit Xiaobin und Soo Jin (der Koreanischen Freundin) und gingen in eine Bar. Jedenfalls wollten wir das. Gefunden haben wir sie nicht und nachdem wir Ewigkeiten herumliefen und sie gesucht hatten, gingen wir einfach in ein schlichtes Restaurant und kauften uns dort einfach Tsingdao-Bier, das übliche chinesiche. Dort saßen wir dann wieder ein paar Stunden, unterhielten uns über Robert, über unsere Lehrer, darüber, wie verzeifelt die beiden gerne eine chinesischen Boyfriend hätten und dann verfielen wir wieder in die Trinkspiele, die ich am Montag schon mit den Mädels gespielt habe. Auch diesmal war es wieder super witzig und man kam sich wieder noch ein kleines Stück näher. Freut mich.

Lustige Bilder von Xiaobin, wie sie „total besoffen“ vor all den Flaschen hockt, die wir alle getrunken haben, sind dabei auch entstanden. Natürlich war sie nicht betrunken – die trank 1 Bier, während Soo, Philipp und ich jeweils 3 4 tranken. :D


die kleine Xiaobin wieder total voll...

in der Mitte zu sehen: Soo Jin

hahaha - so blöd :D



Als der Spaß dann sein Ende fand, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Es regnete. Da mussten wir natüerlich die U-Bahn nehmen, auch wenn es nur eine Haltestelle war. Nun ja, kostet ja nix. Als wir dann wieder auf dem Campus waren, hörten wir plötzlich ein zumindest für Philipp und mich herzzerreißendes Geräusch. Ein winzig kleines Kätzchen hat sich im Radkasten eines Autos versteckt. Es war ganz weiß, klein und ganz sehr schmutzig. Während Philipp und ich, die leidenschaftlichen Tierliebhaber, wirklich traurig deswegen waren, wollten Xiaobin und Soo einfach weitergehen. Kann man ihnen schwer vorwerfen, denn sie meinten in Koroe wird sowas einfach nur ignoriert. In Deutschland sicher auch oft, aber manchmal eben nicht. Währen die beiden dann heim gingen, entschlossen Philipp und ich uns dazu, auf unsere Zimmer zu gehen und dem kleinen Kätzchen ein bisschen Essen zu holen. Wir gingen zurück und versuchten, sie zu füttern und ihr ein bisschen Liebe zu geben, denn so ein kleines Lebewesen wird hier in dem Land buchstäblich sicher nur mit Füßen getreten. Da wir kein Fleisch hatten, eilte ich fix zum nächsten Supermarkt und kaufte dem Kätzchen Fisch. Als ich wiederkam, saß Philipp bereits mit dem kleinen Baby in seinem Mantel versteckt auf einer Treppe. Wir schützten es vor dem Regen, fütterten es endlich, gaben ihm Wasser und streichelten es solange, bis es keine Angst mehr hatte und zu schnurren begann. Ich habe lange und ernsthaft überlegt, sie mit zu mir zu nehmen, aber das ist hier strengstens verboten und da es bereits nach Mitternacht gewesen war, mussten wir uns an der Rezeption in eine Liste eintragen. Hätte das Kätzchen da in meiner Tasche miaut, wäre ich rausgeflogen. Wäre es vor Mitternacht gewesen, hätte ich es sofort getan! Wir suchten im Internet nach Tierheimen und Nummern die man anrufen kann, doch weder das Internet, noch die Nummern, noch die Leute, die wir um Hilfe fragten, brachten uns weiter. Die Typen in dem Supermarkt lachten uns noch halb aus und der Wachman am Osttor blickt nur in sein Smartphone und sagte ständig 不知道,不知道 (weiß nicht, weiß nicht). Naja. Wir entschieden uns dazu, dass Philipp hoch geht und Kartons, Beutel und Handtücher zusammensucht und wir dem Kätzchen ein kleines Heim in einer ungesehenen Ecke des Campusses verschaffen können. Während ich unten wartete (wie soll es auch anders sein – ein Kerl im Regen stehend, mit einem kleinen Kätzchen in der Jacke verstekt, dass er retten will), kamen 2 Mädchen an, die das kleine Baby erst bewunderten und mir dann anboten, Milch aus ihrem Zimmer zu holen. Dazu sagte ich natürlich nicht nein. Sie kam wieder und wir (Xiaoji ist ihr Name, sie kommt aus der Mongolei) fütterten das kleine Kätzchen mit der Milch, dass es auch liebend gerne trank. Philipp kam wieder und wir beide gingen mit Xiaoji zusammen los, suchten einen passenden Platz und versuchten dann, es dort „freizulassen“. Leider wollte es nicht. Wir haben es lange versucht und dann den großen Karton gefüllt mit den Handtüchern und dem Fisch und umwickelt mit einer Tüte unter einem versteckten Baum stehengelassen und letzten Endes das Kätzchen auch dort gelassen. Mir war wirklich nicht gut zumute, als wir dann gingen. Ich hoffe, dir geht es gut!

Als wir heimgingen, tauschten wir 3 dann noch unsere WeChat-ID (chinesich 微信 weixin) aus und gingen ins Bett.





TAG 41 Samstag 04.10.2014



Philipps Zimmer liegt zum Campus hin und frühs konnten wir unser Babykätzchen draußen wieder miauen hören. Phipipp war dann heute auch mal unten, hat es aber leider nicht gefunden. Vielleicht wird es ja doch noch bald mein neues Haustier …



Ansonsten ist an dem Samstag garnichts mehr passiert. Ich habe diesen Blogtext hier geschrieben. Komplett. Ach und ich habe ziemlich veile Hausaufgaben gemacht. Ergo war dieser Tag sehr produktiv, auch wenn er als Kompromiss dafür nahezu ereignislos war. War aber auch mal nötig, da wir viele Hausaufgaben auf haben und ich bis vorher noch garnichts getan habe.

UND ich habe Annas Haare geschnitten! Das war lustig, denn damals (in Deutschland und generell zu zeiten, zu denen ich noch Haare hatte...) hat sie mir immer die Haare gefärbt. Heute konnte ich mich endlich revanchieren und ihr dafür die Haare schneiden. Da Annas Haar natürlich asiatisch, und somit ziemlich glatt und somit unkompliziert ist, konnte ich einfach mit der gekauften Scheere ansetzen und …. zack, ab waren sie! :D

Fast ganze 30-40 cm habe ich ihr glaub ich genommen. Nach mehreren Korrekturen sah es sogar ziemlich gut aus und Anna war/ist sehr zufrieden. Vorallem scheint es ihr Leben um einiges einfacher gemacht zu haben. So ist das eben – je weniger Haar, desto einfach das Leben. Das kann ich nur bestätigen!! ;D

das hat Spaß gemacht!

.... nachher. Mein Werk! :P
vorher ....




Sooooo, da habe ich es mal wieder geschafft, den gesamten Eintrag an einem Tag zu machen und am nächsten Tag (Sonntag, 05.10.) mit Bildern zu bloggen. 
Heute wollen wir 3 uns einfach mal in irgendwelche Busse in Peking setzen und spontan herumfahren, irgendwo aussteigen und schauen, was man so erlebt. Da freu ich mich drauf!

Ihr werdet bald davon hören. Ich liebe euch alle, haltet die Ohren steif und bis baldibald! :)

Euer Thomi

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