Freitag, 31. Oktober 2014

Hallo mal wieder!


Ohne weitere Umschweife setze ich gleich mal wieder dort an, wo ich das letzte Mal aufgehört habe. Das latzte war ja der Deutschunterricht der Chinesen und das Kennenlernen des superschnell redenden schwulen Chinesen. Den restlichen Tag habe ich übrigens nicht mehr viel gemacht, außer eben den Blogtext schreiben. Abends habe ich mich nochmal mit Anna, Jiangling (Annas Mitbewohnerin, kommt auch Kasachstan, spricht aber mittlerweile fließend Chinesisch) und einigen Bekannten getroffen, die letztens auch mit beim Karaoke waren. Wir sind ins International Culrutal Exchange Center gegangen und haben dort in einer der Gemeinschaftsküchen witzige, chinesische Brettspiele gespielt.


TAG 60 Donnerstag 23.10.2014

Am Donnerstag habe ich erfahren, dass alle Hanban Stipendiaten, zu denen Anna und ich dazugehören, in den anstahenden „Ferien“ eine kostenlose, 3-tägige Reise nach Shangdong 山东, eine Provinz südlich von Beijing, bekommen. Dabei werden 2 Städte besucht. Darunter Jinan 济南, Shandongs Hauptstadt und übrigens auch der Ort, an dem Stefan, mein lieber Komillitone mit dem Philipp und ich die ersten 9 Tage in Beijing verbracht haben. Das mehr oder minder schlechte daran ist, dass ich in der Zeit Johanna in Xi'an 西安 besuchen werde, ich also diese tolle, kostenlose Reise nicht werde antreten können. Schade, schade, aber ich wollte Johanna nicht absagen und somit zahle ich lieber das Geld und fahre zu ihr. Anna jedoch wird die Reise antreten – hoffentlich bringt sie mir was mit. :P
suuper lecker! :)
Nach dem Unterricht habe ich mich mit Li Ningjing 李婧宁, der kleinen Helferin unserer Lehrerin für gesprochenen Sprache, getroffen. Wir sind dann mit der U-Bahn in ein vegetarisches Buffet-Restaurant gefahren und haben uns dort für 35 Yuan pro person ein All-You-Can-Eat gegönnt. 



ganz klein und versteckt, direkt neben McDonalds..







Dabei haben wir uns ein bisschen über den Unterricht, chinesische Feiertage, mich und sie unterhalten. Auf Chinesisch wieder natürlich. Die Gelegenheiten, stundenlang und alltäglich mit Chinesen chinesisch zu reden, sind tatsächlich etwas rar hier, da die meinsten Studenten (wie soll es auch anders sein in China) unheimlichem Unidruck ausgesetzt sind und demzufolge nicht sonderlich viel Zeit haben. Da hab ich mich jedenfalls gefreut, eine neue Freundin kennengelernt zu haben. Wir hatten auch sehr viel Spaß beim geringfügigen Lästern über andere und sonstigen Themen. Außerdem meinte sie, dass ich, wenn ich noch nichts vorhaben sollte, zum Frühlingsfest (春节 Chunjie) zu ihr nach Hause kommen und mit ihrer Familie feiern könnte. Das Frühlingsfest, jedes Jahr zwischen Mitte Januar und Mitte Februar, ist mit Abstand der wichtigste und größte Feiertag Chinas. Ich fühlte mich sehr geehrt, auch wenn solche Vorschläge bei Chinesen meist nur aus reiner Höflichkeit geäußert werden. Aber auch bei Ausländern? Man weiß es nicht, wer weiß, was da noch draus wird. Weiterhin aben wir uns dann noch in einen chinesischen Buchladen begeben und uns dort noch ein bisschen umgesehen und weitergeredet. Ich erzählte ihr von meinen anderen Lehrerinnen, u.a. Barbie und berichtete ihr von ihren tollen Unterrichtsmethoden. Völlig schockiert und total belustigt davon war sie. Am Ende sind wir dann wieder mit dem Bus heimgefahren und ein weiteres Mal die sichere und garnicht anstrengende Fahrweise Chinas genossen.

Für abends hatte ich mich dann mit Enshuai verabredet. Sie sagte mir nun schon mehrfach mehr oder minder gut begründet ab und der Kontakt mit den 3 Koreanerinnen in meinem Kurs ist auch bedeutend weniger geworden. Ich fragte sie bereits mehrfach, ob es denn ein Problemcen gäbe, da die 3 mich wirklich nie von selbst ansprechen, mit fast nie Hallo sagen und auch immer ich derjenige bin, der sie fragt, ob sie Zeit haben (bes. natürlich Enshuai). Und ich bin wirklich nicht gerne gerjenige, der Leuten hinterherrennt und immer anfängt während das Gegenüber nie etwas macht. Naja, wie es fast vorherzusehen war, sagte mir Enshuai dann an dem Nachmittag das 3. Mal in Folge ab und ich war dann wirklich etwas angegriffen, da das, was sie sich als Ausrede hat einfallen lassen hat, nicht wahr sein konnte, wie ich wusste. Ich meinte dann nur 好,没办法 (alles klar, kann man nix machen). Ich weiß wirklich nicht, was das sollte. Wenn sie nichts mit mir machen will, soll sie nicht zusagen und dann jedes Mal kurz davor absagen. Seit diesem Tag habe ich es dann auch gelassen, sie zu fragen, da ich das wirklich frech finde und es gar nicht leiden kann, Leuten hinterherzurennen, die kein Interesse an einer Freundschaft oder sonstigem haben. Ich war dann in meinem Zimmer und habe ein paar Stunden Trübsal geblasen, da ich nicht glaubte, dass sie sich melden würden.
Ich ging dann abends mit Philipp wieder raus aus dem Campus, was mittlerweile eine echte Seltenheit geworden ist. Schon krass, dass man sich in so 5 6 Wochen hier so einlebt, dass man hier sein Refugium hat das einem mehr Heim ist als jeder andere Ort auf der Welt. Jedenfalls musste ich mal wieder raus und so beschlossen wir, einfach mal mit der U-Bahn ein paar Stationen von der Uni weggefahren und sind dann dort bisschen durch die Kaufhäuser geschlendert. Ich habe mir ein T-Shirt und Söckchen gekauft und wir haben dann noch einen Laden gefunden, der so voller chinesischem Kitsch war, dass wir uns länger darin aufhalten, alle Gegenstände darin begutachten und auslachen und uns von allen anderen Kunden dafür angaffen lassen mussten. Der Laden war nicht groß, dafür aber sehr sehr bunt und knallig. Wir haben es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, mit den superchinesischen Mützen und Brillen Bilder zu machen. Außerdem haben wir noch ganz sehr süße Stäbchen gekauft, die oben einen kleinen niedlichen Panda audgedruckt hatten.

Standard-Rucksack-Auswahl in China - genaueres Hinsehen lohnt sich und macht Spaß :P

einmal geil chinesisch sein - die Chinesinnen im Hintergrund fanden es übrigens auch sehr witzig. :D


Weiterhin liefen wir dann noch ein bisschen draußen rum und haben wirklich viel gesehen. Beispielsweise fanden wir in einem kleinen gepflasterten Park eine Gruppe Menschen, die öffentlich Karaoke betrieben und sich von Fremden dabei haben zuhören lassen, wie sie ebenfalls superchinesische Lieder sangen. Direkt daneben war ein kleiner Platz, alles im Dunkeln und sanft beleuchtet, an dem man sich für ganz wenig Geld Rollschuhe ausleihen und herumfaren konnte. Und da daneben war auch noch ein weiterer Platz, auf dem Fraunen mittleren Alters tanzend zu einem Lied eine Choreographie mit mit Stoff behangenen Fächern übten. Doch nicht nur das wurde getanzt, wieder daneben befand sich ein Ort in dem Park, an dem Paare zusammen willkürlich zu einer öffentlich bereitgestellten Tanzmusik tanzten. Wieder andere standen daneben, warteten auf eine freie Dame oder übtien alleine die Tanzchoreos vor sich hin. Abends ist eben in China noch richtig was los. Die Alten und Jungen gehen raus, Singen, Tanzen, treiben Sport und spielen Spiele. In Deutschland gibt’s so etwas nicht – sehr schade eigentlich. Allein das verschafft China ein ganze Menga Charme und macht es um einiges Individueller und Ansprechender, finde ich.
Generell war der ganze Anblick an diesem Ort sehr eindrucksvoll. Im Hintergrund zeichneten sich einige von Beijings Hochhäusern im versmoggten Abendhimmel ab, im Vordergrund sah man Leute tanzen, Rollschuh fahren, singen und Sport treiben. Alles in einem. Daneben 50-jährige Frauen die abends rausgehen und beim Zugucken versuchen, mitzutanzen. Schon wirklich schön anzusehen.

öffentliches Karaoke - sehr cool :)





Nachdem wir uns sattgesehen hatten, essen waren und uns die Füße wehtaten (oder eher mir...), gingen wir dann heim und ins Bettchen.



TAG 61 Freitag 24.10.2014 und TAG 62 Samstag 25.10.2014

Jingning 婧宁 meinte „gestern“ zu mir, dass sie auch bald mal den Unterricht bei uns übernehmen wird. Das hat sie dann am Freitag auch mal teilweise getan. Eigentlich sollte sie sie ganze Stunde machen, doch -typisch chinesisch- hat die Lehrerin sie ununterbrochen korrigiert und ihr absolut keinen Freiraum für eigene Denkweisen oder Methoden gelassen. Jede Frage, die Jingning uns gestellt hat, war eingeprobt und wurde, noch bevor sie zu sprechen beginnen konnte, von unserer Lehrerin laut und deutlich zugeflüstert. Ist schon okay gewesen, aber sie meinte nach dem Unterricht zu mir, dass sie das nicht so abgesprochen hatten und sie sicher auch gerne wirklich den Unterricht gemacht hätte, denn das war ja nicht wirklich „selbst Unterricht machen“, sondern eher „nachsprechen, das die Lehrerin einem in den Mund legt und einen zwingt zu machen/sagen“. Nun ja. Ich denke, die wird noch mehr möglichkeiten haben, uns zu Unterrichten.
Ach übrigens rätzeln einige in meinem Kurs scon weit Wochen, ob unsere Lehererin nicht vielleicht schwanger sei, da sie über ihren Klamotten immer so ein graugrünes, weites Top trägt, das zugegebenermaßen etwas an einen Kartoffelsack erinnert. Außerdem geht sie imer so schwerfällig und ist generell etwas kräftiger. Ich meinte immer „neeee, sie ist halt dick oder lauffaul“, aber Jingning meinte zu mir, dass sie wirklich schanger sei. Schock!!
Nach dem Unterricht traf ich mich mit Lanxi und ihrer Freundin, die sie bei unserem ersten Treffen mitgebracht hatte und wir waren kurz mal was essen. Wie gesagt, man muss jede Gelegenheit nutzen, um chinesisch reden zu können. Danach habe ich mit (ganz allein übrigens!) das Zugticket von Xi'an nach Beijing gekauft. Ich werde jetzt am 10.11. frühs halb 9 mit dem Schnellzug nach Hause fahren, der circa 6 Stunden braucht. Ich wollte nicht 2 mal mit dem Bummelzug fahren, das wäre mir zu zeitintensiv und sich auch zu unbequem gewesen. Jedenfalls... Freitag war dann ziemlich tote Hose danach. Xianying (zur Erinnerung: die 3. Koreanerin in unserem Kurs) ging mit Philipp zur sogenannten „English Corner“. Ein Ort auf dem Campus, wo sich Leute treffen, um Englisch zu reden. Natürlich sind dort im Durschchnitt 30 gierige Chinesen und manchmal 1 2 Ausländer. Philipp bestätigte, was mir vorher erzählt wurde. Sie kamen an und alle ringten sich um die beiden und wollten mit ihnen reden. Schien ihm gefallen zu haben. Ich, von Xianying nicht gefragt worden und ungewillt, den 3en weiter hinterherzurennen, musste mich damit abfinden, den restlichen Abend dann keine Pläne mehr gehabt zu haben. War aber auch mal okay. Ich habe mir währenddessen ein bei der Umrüstung meines PCs verlorengegangenes PC-Spiel neu heruntergeladen und mich damit amüsiert. :P

Am Samstag war die Luft ein weiteres Mal katastrophal genug, um mich dazu zu zwingen, ohne Maske nicht mehr rausgehen zu wollen. Allerdings muss ich sagen, dass man sich leider Gottes sehr sehr schnell an den Smog gewöhnt und so schrecklich es für mich die ersten paar Male war, so normal und einfach nur nervig finde ich es jetzt. Ich finde es nach wie vor schlimm ohne Ende und bin sehr sehr froh, wenn der Aqi dann schnell wieder unter 200 fällt, aber ich nehme es mittlerweile einfach hin, da man ja tatsächlich al Einzelner nichts dagegen tun kann. Auch bin ich weniger gewillt, meine Maske zu tragen, da es wirklich sehr unangenehm ist. Mega heiß unter der Maske, man kann viel schlechter Atmen und ich bekomm ständig Pickel davon, weil die Luft unter dem Teil einfach zu schlecht ist und die Haut unter dem Bart nicht atmen kann. Ergo nehme ich sie auch öfters mal nach einer Zeit wieder ab. So ist das halt mit dem Smog. Man findet ihn grauenhaft schlimm, aber man kümmert sich irgendwann nicht mehr wirklich drum.
Mittag war ich mit Yan und Anna im üblichen Jiaozi-Restaurant, wo ich mich pro Woche mitlerweile 1-2 mal hinverschlägt und danach haben wir uns bei unserem mittlerweile auch alltäglichen Saftladen (haha) einen frisch gepressten Bananensaft (ich) oder Melonensaft (Anna und Yan) geholt. Schmeckt wirklich super gut, kosten gerade mal umgerechnet 1€ ist bestimmt auch ganz gesund. Generell gibt es hier überall so mega viel super billiges Obst, dass ich immer was im Zimmer habe. Find ich auch gut.

Anna, Yan, ich - hässlich!!

Anna, Yan, ich - wunderschön!!


So, Samstag Abend war dann eine kleine Veranstaltung angesagt. Hyun Soo, die ja letztens schon einen Gesangsauftritt hatte, nahm auch an dieser Veranstaltung wieder teil. Vorher haben sich an der Renda 600 Leute beworben, 30 kamen in die 2. Runde, die an diesem Abend ihre Auftritte haben werden. Wir haben kostenlose Karten von Hyun Soo bekommen und uns rechtzeitig getroffen, dass wir gute Plätze bekommen. Die Lieder, die dort gesungen wurden, waren alle..... ja, ähm. Sie waren sich alle sehr sehr ähnlich. Es gab 27 chinesische Lieber und 3 englische. Eins davon war Hyun Soo mit Someone Like You von Adele. Sie war Nummer 17. Davor hörte ich gefühlt 16 mal dasselbe Lied über Liebe, Herzschmerz, Trennungen und noch mehr Liebe. Geleitet von Violinen, Klaviren und was nicht sonst alles noch traurig klingt. Wirklich wirklich ätzend. Also ich kann chinesischer Musik noch garnichts abgewinnen. Alles klingt ungelogen gleich. Hyun Soo, als sie dann dran war, hat wirklich umgehauen. Sie sang so klasse, dass Yan, die neben mir saß, glatt zu weinen begann. Und wie war wirklich so gut. So klare Töne und so eine schöne Stimme. Andere waren auch gut, wirklich gut, aber ich muss sagen, dass sie wirklich die Beste war. Nachdem die Veranstaltung dann auch 4 5 Stunden lief und wir schon am Ende unserer Kraft waen, kam dann die Entscheidung – natürlich war sie auch weiter. Mitte Novenber treten die besten 10 noch einmal im Hauptgebäude unserer Uni an und dann werden in 3 Runden erst 6, dann 3 und dann ein Gewinner gewählt. Ich weiß, auf wen ich wette. :P
Als es dann gegen 10 vorbei war, gingen wir noch totmüde zusammen mit Hyun Soo essen und danach war Bett angesagt!

meine Mutter hat wirklich recht - so viele hübsche Menschen :P (in der Mitte Hyun Soo nach Bekanntgabe, dass sie in die nächste Runde gekommen ist)



TAG 63 Sonntag 26.10.2014 bis TAG 66 Mittwoch 29.10.2014

Die folgenden 4 Tage waren wenig bis garnicht ereignisreich, deshalb können sie hier stark zusammengefasst werden. Am Sonntag zum Beispiel habe ich mich mit Yan zusammen nach einem gemeinsamen Mittagessen auf den Weg gemacht, um Yan ein Fahrrad zu kaufen. Sie fuhr mit der U-Bahn zu dem Ort, an dem Philipp und ich uns damals eins gekauft haben und ich bin alleine mit dem Rad den 30 Minuten-Trip dahin gefahren und durfte einmal mehr den chinesischen Verkehr ganz nah genießen. Und zwar buchstäblich. So nah nämlich, dass ich durch fahrende Busse hindurchgeschlängelt bin, im Zickzack durch Passanten gefahren bin und mich kreuz und quer durch die gestaute Straße kämpfte. Eigentlich ist das alles super gefährlich, vorallem wenn die 5 Busse vor dir auf dem Radweg halten, man dann links an ihnen vorbeifahren will, die dann aber wieder losfahren und wieder links abbiegen, wo man ja selbst gerade ist. Man muss sich dann einen passenden zeitpunkt aussuchen und hinter einen gerade abbiegenden Bus fahren und schnell vor den dahinter fahrenden kommen und ihn zum brenmsen zwingen, dass man wieder auf den Radweg kann. Obwohl ich ein ganz schöner Schisser bin, muss ich zugeben, dass ich das eher witzig und spannend fande. Dass man einfach so rigoros sein muss und sich durch fahrende Busse schwingen muss, weil man keine andere Wahl hat. Schon geil.
Wir trafen uns jedenfalls dann am vereinbarten Ort, sie sah sich ein paar Fahrräder an, kaufte eins für 240 Yuan, ich lies meinem Rad noch einen Korb für unfassbare 10 Yuan verpassen und dann fuhren wir gemeinsam wieder los durch die Straßen. Anfangs war sie noch sehr ängstlich, später während der Fahrt macht sie aber noch ganz standartmäßig Selfies und veröffentlichte einen Status auf Weixin (WeChat).
Ansonsten haben Philipp und ich dann am Abend mal wieder ganz klassisch, wie wir es oft getan haben, Pizza bestellt. Die Pizzen beim Lieferdienst der Wahl waren groß, kosteten nur 65 Yuan und kamen nicht mal 25 Minuten nach der Bestellung an. Superschnell wie immer hier in China. Geschmacklich waren sie auch passabel. Den restlichen Tag/Abend war dann nichts mehr los.

Montag und Dienstag lass ich jetzt mal komplett raus. Ich habe es nämlich nicht geschafft, mich mit Chinesen zu verabreden, da all die, die ich gefragt habe, keine Zeit hatten. Uni Uni Uni, krank, Uni Uni, Präsentation, lernen, Tests oder Uni waren die Gründe. Schade schade, ich jedenfalls hab dann einfach gelesen, am PC gespielt, Musik gehört, war essen, blablablablablabla.
Ach ja, und am Dienstag haben wir in 听力 (hörverstehen) wie immer Film geguckt. Doch nicht wieder die dumme Braindead-Serie, sondern dieses mal was ganz anderes: ein Paar, von einem Psyscho entführt, muss Schere Stein Papier spielen. Der Verlierer, er, musste leider sterben, das ganze war nämlich ein Liebestest, den er nicht bestanden hatte... Sie wurde dann in einem Karton in der Öffentlichkeit ausgesetzt. Ich muss zugeben, dass ich Barbie zunehmenst blöder finde. Ich kann sie und ihren Unterricht nicht mehr ernst nehmen. Die scheint den gesamten Tag daheim zu sitzen und sich irgendwelchen Gossip oder Lovestories reinzuziehen. Toll, dass sie das auf Arbeit offenbar auch machen kann.

Am Mittwoch war ich nach der Uni mit Philipp in einer anderen Mensa, der 中区食堂, in der ich einst mal mit Lanxi war. Dort bekamen wir 3 vegetarische Speisen und eine Schüssel Reis für 6 Yuan. Das ist umgerechnet nicht einmal 1€ - unglaublich!

nicht mal 1€ und sehr schmackhaft, da kann sich Deutschland mal ein Beispiel dran nehmen ;D

Danach haben wir beide uns gegen um 3 mit Li Ke 李珂, Philipps Buddy, geroffen. Ich hatte keine Pläne und da ich mal wieder dringend Chinesisch reden musste, war das auch ganz gut so. Es gab da nämlich noch eine Veranstaltung in der Deutschen Botschaft in Beijing – Vorträge über den Umweltschutz in der EU, Deutschland und China. Die Vorträge waren aber wernig bis null interessant und eigentlich bin ich sogar fast eingepennt, weil das Englisch der Deutschen und Chinesen da wirklich mäßig toll war und die Erklärungen auch veraltet und wenig nachvollziehbar waren, wenn man sich mit dem Thema nicht tiefgehen beschäftigt hat. 
für die Interessierten hier ein Ausblick der Infobrochüre über Umweltschutzdaten in China und Deutschland :D

Naja, das beste daran war eigentlich auch das Stehbuffet am Ende, bei dem ich – so cool! – deutsches Essen gab. Zwar wie zu erwarten war wenig für Vegetarier, aber es gab Gemüseauflauf, Tomatensuppe, BROT, Brezeln (!!), KÄSE und deutschen Weißwein. Dafür haben sich die 2 Stunden pure Langeweile total gelohnt. :P


TAG 67 Donnerstag 30.10.2014

Am Donnerstag war mal Vergnügungspark angesagt! Ich habe mich halb 4 mit Philipp getroffen, wir waren kurz was essen (da is in dem Vergnügungspark nichts gab) und haben uns dann knapp eine Stunde später mit den anderen getroffen. Li Ke war auch wieder mit dabei. Außerdem haben wir noch Gong Sixiang und Cheng Xueying 程雪莹 kennengelernt. Die beiden sind seit über 7 Monaten ein paar und sie (Xueying) ist wirklich sehr sehr hübsch. Alternativ gekleidet, sehr groß und irgendwie total speziell. Und sie hatte an dem Tag Geburtstag, was wohl der Grund für den Besuch des Vergüngungsparks war. Außerdem stand der Park an dem Tag natürlich unter dem Motto Halloween, da das ja am Freitag war. Gong Sixiang hat ein Auto gemietet, damit wir zu 5. hinfahren können. Er meinte, dass wir, wenn es keinen Stau gibt, so etwa 30 40 Minuten bräuchten. Na klar, Beijing, 17 Uhr, Hauptfeierabend- und Rushhourzeit auf den großen Verkehrsringen und kein Stau. Wir sind am Ende übrigens über 2 Stunden „gefahren“, oder eher im Stop-and-go-Tempo hingekommen. Außerdem war das das erste mal, dass ich bei einem Chinesen in China mit Auto gefahren bin und ich weiß jetzt auch, warum der Verkehr so scheiße hier ist. Also wusste ich auch eher schon, aber jetzt habe ich es mal persönlich miterlebt. Und zwar ist das in China so, dass man den Führerschein entweder gleich einfach so kaufen kann, oder dass man auf einem vom Straßenverkehr abgeriegelten fahren übt. So wie wir damals auf dem Schulhof Fahrradfahren gelernt haben. Oder zumindest ich. Die Jugendlichen üben dort Rechts-vor-Links, anfahren, bremsen, blablabla, aber so richtig den Verkehr beachten lernt man natürlich da nicht. Und so fahren auf Beijings Straßen Millionen Menschen Auto, die es eigentlich garnicht können. Des öfteren fuhr er planlos bei Rot über die Ampel, ließ das Auto mehrmals nacheinander auf den vollkommen verstopften Straßen abrecken, verfuhr sich, wechselte random die Spur oder blieb einfach vor lauter ratlosigkeit stehen. So entsteht Chinas Verkehr.
Nachdem wir die superlange, aber auch irgendwie lustige Fahrt überstanden haben, parkten wir auf dem gigantischen Parkplatz und gingen rein. Drinnen hatten wir uns dann noch mit 3 anderen getroffen. Ein weiteres Paar, ihr englischer Name war Rose, super schick, seinen name habe ich nie zu hören bekommen. Und dann war da noch Anastasia bzw. Yu Yan 雨嫣. Yu Yan war fast am Flennen, als wir sie sahen. Denn überall in dem Park wimmele es von verkleideten Angestellten, die nur dazu da waren, die kleinen Chinesinnen zu erschrecken. Fand ich total geil, denn alle 3 Sekunden schrien Mädchen auf, rannten panisch weg, heulten oder duckten sich einfach panisch. So eben auch Yu Yan. Wir sind ein bisschen im Park rumgelaufen, haben uns einiges angesehen. Es war natürlich schon ganz dunkel, wir waren so viertel 8 rum angekommen, da hatte vieles schon zu. Cool anzusehen war es aber trotzdem. Alle halbe Stunde fanden wir eine Art Grusellabyrinth, in das man hineingehen, sich verlaufen und erschrecken lassen und wieder rausgehen konnte. Li Ke und Yu Yan trauten sich entweder garnicht erst rein oder wenn, dann nur, wenn sie meine Hand hielten oder sich ganz unter meinen Armen verstecken konnten. War einerseits totalst witzig, da ich das ganze total luschig fand und die beiden ständig panisch meinen Namen schrien, einfach nur schrien oder eben weinten und andererseits interessant, dass sie sich einem Fremden so fix näherten, aber das war wohl die Angst. :D
Später sind wir dann auch mal auf eine der Attraktionen gegangen, mussten dafür aber natürlich ewig anstehen, weil China. Die besagte Attraktion bestand aus einem schlecht zu beschreibenden Monstrum, in das man sich hineinsetzt und einfach 5000 mal einen Looping macht, der einen Durchmesser von sicher 15 Metern hat. Hier mal bis dahin ein paar Bilder, auch von dem Teil.

geile, leider schon geschlossene Achterbahn!


kleine Bühnenaufführung, bei der Gong Sixiang teilnehmen konnte

besagte Attraktion in Aktion - so cool!


Als wir uns reinsetzten, dachte ich, dass ich sterben muss. Als es losging, war es noch okay, aber schon beim 2. Schwung endete ich in 15 Metern Höhe für 5 Sekunden auf dem Kopf in der Luft hängend und hab den rest dann einfach hingenommen, später aber mehr und mehr genossen, bin ich, während alle schrien wie verrückt, einfach nur gelacht habe. War echt geil! So, danach sind die anderen zu einer weiteren Attraktion gegangen, die cih aber weniger spannend fand und ich kann ich noch erzählen, dass wir zu 8. die klasse Idee hatten, in ein bereits geschlossenes Labyrinth voller ekelhafter Toter zu gehen. Nur mit einer Handytaschenlampe bewaffnet gingen wir rein, Li Ke und Yu Yan natürlich wieder fest an meiner Seite, zu tode verängstigt. Das kleine Labyrinth entpuppte sich zum Leidwesen der beiden allerdings als ein 15 Minütiges Riesengewirr an Gängen, in denen wir usn fast verirrt haben. Das war schon wirklich kacke, da es ja schon zu hatte und wir ganrnicht wussten, ob der Ausgang noch auf ist. Yu Yan hat ohne scheiß bitterlich geweint, sie war glaub ich total verstört davon. Irgendwann haben wir es aber geschafft. Wir mussten zwar über ein Gitter klettern, was den Mädels garnicht gefallen hat, aber ich hab sie einfach drübergehoben, da waren sie ganz dankbar. Als wir dann wieder ein der Freiheit waren, haben wir es gelassen, weitere Dinge auszuprobieren und sind einfach ein bisschen weitergeschlendert.
Wir sind dann auch wieder heimgefahren, denn es war schon halb 11. Da alle aber totalen Hunger hatten, sind wir dann noch in der Nähe des Westtores unseres Campusses was essen gegangen. Wir gingen in ein total lebhaftes Restaurant, vor dem wir erst mal 10 Minuten warten mussten, bis was frei wurde und aufgeräumt wurde. Draußen haben wir schonmal die Karte bekommen. Klingt provisorisch, ist es auch. Das ist hier total normal, wie ich bereits mal erwähnte: Massenbetrieb. Wir wählten einiges vegetarisches und einiges mit Fleisch aus, bestellten noch frisch gepressten Saft und super geil leckeren Joghurt und ich habe mich einerseits mit den Mädels unterhalten, andererseits die total coole Stimmung in mich aufgenommen. Betrunkene brüllten sich hirnlose Dinge zu, Jugendliche saßen in einem Kreis von 15 Mann um einen Tisch, spielten ein Spiel und lachten jedes mal total auf, alle redeten laut, rauchten, tranken, aßen. Sehr cool, wie ich fand. Das Essen war super geil (Bilder folgen), hatte aber zugegebenermaßen überall etwas Fleisch drinnen. Aber manchmal, finde ich, muss man da einfach mal die Klappe halten. Besonders, wenn man in einer neuen Gruppe ist und versucht, neue Kontakte aufzubauen, da sollte man sich nicht so aufspielen und noch mehr Komplikationen bereiten. War aber vollkommen okay, denn dass das öfters passieren würde, wusste ich. Nachdem alle aufgegessen haben, gingen wir dann heim und ich habe noch schön mit eingien Kontaktdaten ausgetauscht. :P
Hier jetzt wie versprochen Bilder von der 2. Hälfte im Park und vom Essen. :)
ganz links, sehr schwer zu sehen, sitzt Xueyjing und rechts neben ihr ihr Freund Gong Sixiang

hot hot hot! ich habe Roses Hut geklaut und mal aufgesetzt

Li Ke mit gleichem Hut

random Tanzparty auf der Bühne...

Mitternachtssnack wie es sich gehört - geiel!



TAG 68 Freitag 31.10.2014

Freitag hatte ich dann wieder 口语 (mdl. Sprache). Am Ende der Stunde meinte unsere Lehrerin, dass wir bis kommenden Mittwoch eine kleine Präsentation machen sollen über ein Thema, dass wir letztens besprochen hatten. Wir konnten es zwar neu wählen, aber ich wollte das, was ich letztens auch hatte: Smog in Deutschland und China und Maßnahmen zur Verringerung. Darüber hab ich nämlich schon was geschrieben. In eine Gruppe bin ich mit Leti (erinnert ihr euch noch?) und Xiaobin bekommen. Xiaobin ist am Ende der Stunde einfach abgehauen ohne ein Wort zu sagen. Super. Ich meinte ja glaub ich schon mal, dass die 3 uns cih eigentlich garkeinen Kontakt mehr haben. Naja egal, ich jedenfalls habe mich für Montag mit Leti verabredet, und wir machen dann die PPP und sprechen unsere Texte durch. Danach ging ich heim, duschen und habe mich wieder mit Jingning, der Helferin vom 口语-Unterricht, getroffen. Wir sind dann in dr Nähe vom Campus in ein Nudelrestaurant gegangen, haben uns wieder ausgiebigst und schön unterhalten und hatten wieder viel Spaß zusammen. Danach sind wir noch in Obst einkaufen und dann in ein Café gegangen. Ich hatte sie gebeten, mir nochmal zu zeigen, wie ich auf Taobao Sachen kaufen kann, da ich, da das Wetter recht kalt wird, gerne schwarze Stiefel hätte und mit meiner Kreditkarte nicht bezahlen kann. Ging aber dann doch ganz easy, ich musste nur ein anderes Kästchen ankreuzen, dessen Schriftzeichen ich nicht kannte. :D
Weiterhin habe ich sie nach einiger Grammatik gefragt, sie meinte, dass sie vielleicht mal nach Deutschland kommen will und ich lud sie dabei herzlich in meine Wohnung ein, sodass sie kein Hotel bezahlen muss. Außerdem redeten wir über Geschenkgewohnheiten, Beziehungen, familiäre Konstellationen (war sehr witzig meine auf Chinesisch zu erklären, da man die ja manchmal nicht mal auf deutsch versteht), Schwulsein in China/Deutschland, Bildungssysteme und und und. Außerdem meinte sie, dass sie am 11.1.. Geburtstag habe und lud mcih dann dazu ein, an dem Tag mit ihren Freunden Kuchen essen zu gehen. Juhu!

Wir bemerkten, dass es schon fast 5 war. Dann machten wir uns beide auf den Heimweg, da sie und ich noch zu tun hatten. Ich ging heim, schrieb meinen wöchentlichen 写作-Aufsatz (schreiben) und begann, diesen Blogtext zu schreiben. Eigentlich hab ich darauf absolut garkeine Luft mehr und bin total froh, wenn es jedes mal wieder weg ist, aber ich denke mir immer, das ich die absolut einzige Möglichkeit, die Leute, die es interessiert was ich hier mache, wissen zu lassen, was ich mache. Besonders Natürlich meine Eltern und Geschwister. Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum ich das mache. Und auch die Tatsache, dass ich, wenn ich mit den gesamten Blog in mehreren Jahren mal ansehe, denken werde, dass es das sicher wert war und wie toll es ist, dass ich so viel darüber geschrieben habe, sodass dieses Jahr in meinen Erinnerungen nie verloren geht.
Weiterhin habe ich mich dann mit Xiaobin per Weixin in ein ziemliches Streitgespräch verwickelt, das ich jetzt aber nicht weiter ausführen werde. Ich denke aber, dass es das mit der Freundschaft war. Sie haben mich ja soweiso nie nach etwas gefragt oder mich gegrüßt und dann noch zu meinen, ich sei so empfindlich, dass sie sich nicht trauen, mehr mit mir zu machen, ging mir deutlich zu weit.

Den restlichen Freitag habe ich ruhig verbracht. Ich habe mit meiner Mutti geskypt und ihr erzählt, dass ich doch zu weihnachten gerne ein Paketchen bekommen wollen würde. Das müsse sie aber baldigst losschicken, dass das Sendes von Paketen von Deutschland nach China oder andersrum +- 2 Monate dauert. Ich wünschte mir typisch deutsche Sachen – Plätzchen, Käse, ein Räuchermännel, deutsche Süßigkeiten und meinte, dass sie mal noch ein bisschen Kleidung mitschicken soll, da ich mich ja wie gesagt sehr vertan habe mit der Masse an Kleidung, die ich mitgenommen habe. Ansonsten lief an dem Freitag wenig. Ich hab mich wieder mal mit Fressereien eingedeckt, mich bei Philipp zum späten Abendsbrot eingeladen, gespielt, gelesen und gechillt. :)

So. Wieder nur 8 Seiten. Das finde ich okay. Ich hoffe, es hat euch wieder gefallen, Freunde. Ich hoffe auch euch, Johanna und Jana. Ich weiß, dass ihr felißig alles mitlest. Danke dafür. Ich liebe euch!
Heute und morgen ist wieder ein bisschen Unternehmungsspaß mit Chinesen und Philipp angesagt und kommenden Mittwoch fahre ich dann nach Xi'an 西安, der Ort, den dem sich die berühmte Terracotta-Armee befindet, und werde Johanna für 5 Tage besuchen kommen. :)

Bis bald, euer Thomas. <3

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